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Staat Informationen : Aserbaidschan

Informationen:


Aserbaidschan (aserbaidschanisch Azərbaycan, amtlich Republik Aserbaidschan, aserbaidschanisch Azərbaycan Respublikası) ist ein Staat in Vorderasien mit rund 10 Millionen Einwohnern. Zwischen Kaspischem Meer und Kaukasus gelegen, grenzt er im Norden an Russland, im Nordwesten an Georgien, im SĂŒden an den Iran, im Westen an Armenien und ĂŒber die Exklave Nachitschewan, die vom aserbaidschanischen Kernland durch einen armenischen Gebietsstreifen getrennt ist, an die TĂŒrkei. Hauptstadt und mit rund 2,2 Millionen Einwohnern grĂ¶ĂŸte Stadt Aserbaidschans ist Baku (aserbaidschanisch Bakı), eine bedeutende Hafenstadt am Kaspischen Meer. Weitere wichtige StĂ€dte sind Sumgait, Gandscha und Lankaran. Die GesamtflĂ€che des Landes betrĂ€gt 86.600 kmÂČ. Mehr als 89 Prozent der Bevölkerung sind schiitische Muslime.

„Aserbaidschan“ bezeichnete ursprĂŒnglich die weiter sĂŒdlich gelegene iranische Region Aserbaidschan, wĂ€hrend das heutige Staatsgebiet Arrān und Albania hieß. Als das Russische Kaiserreich zerfiel, wurde am 28. Mai 1918 die unabhĂ€ngige Demokratische Republik Aserbaidschan ausgerufen. Die Aserbaidschanische Sozialistische Sowjetrepublik war ein Teilstaat der Sowjetunion. Sie wurde 1991 unabhĂ€ngig, das Land wird wie zuvor autoritĂ€r regiert.

Aserbaidschan verfĂŒgt ĂŒber bedeutende Ölreserven. Ein rasanter Wirtschaftsaufschwung ab dem Jahr 2000 hat es zu einem Land mittleren Einkommens gemacht. Außerdem ist Aserbaidschan einer von sechs unabhĂ€ngigen Turkstaaten und aktives Mitglied des Turkischen Rates sowie der TÜRKSOY-Gemeinschaft.

Etymologie und Gebrauch

Der Name Aserbaidschan stammt höchstwahrscheinlich von Atropates, einem Satrapen Alexanders des Großen im Jahr 328 v. Chr., ab, der ĂŒber das Gebiet des heutigen Iranisch-Aserbaidschan herrschte. Das von ihm kontrollierte Gebiet nannten die Griechen (Media) Atropatene; die Parther machten daraus Āturpātakān, die Sasaniden dann Adurbadagān bzw. Adeirbadagān, woraus schließlich die heutige Namensform wurde. Nach einer Ă€lteren, heute allgemein als ĂŒberholt geltenden Hypothese könnte der Ausdruck Aserbeidschan seine Wurzeln hingegen auch im antiken Zoroastrismus haben, wo es in der avestischen Frawardin Yasht heißt: „ñterepĂątahe ashaonĂŽ fravashĂźm Ăœazamaide“ („Wir verehren den Faravahar des heiligen Atarepata“). HierfĂŒr könnte immerhin sprechen, dass sich in jenem Gebiet, das in der SpĂ€tantike Adurbadagān hieß, das große Feuerheiligtum Tacht-e Suleiman befand (heute liegt es im Iran). Das Gebiet der heutigen Republik Aserbaidschan ist deutlich kleiner als das des antiken Media Atropatene und stimmt großteils mit Albania ĂŒberein.

Geographie

Aserbaidschan liegt grĂ¶ĂŸtenteils im Kaukasus und grenzt an Russland (Dagestan), Georgien (Niederkartlien und Kachetien), Armenien und Iran. In der Autonomen Republik Nachitschewan, die eine Exklave darstellt, hat Aserbaidschan eine 17 Kilometer lange Grenze mit der TĂŒrkei. Das Staatsgebiet mit einer FlĂ€che von 86.600 kmÂČ erstreckt sich von 44 bis 52 Grad östlicher LĂ€nge und von 38 bis 42 Grad nördlicher Breite. Davon nimmt die Autonome Republik Nachitschewan 5500 Quadratkilometer ein. Circa 14 % des Staatsgebiets in Bergkarabach waren von Anfang der 1990er Jahre von den Einheiten der Karabach-Armenier besetzt. Seit dem Krieg um Bergkarabach 2020 sind zwei Drittel dieses Gebiets wieder unter Kontrolle Aserbaidschans.

Landschaft

Aserbaidschan hat Anteil am Kaspischen Kaukasus. Im SĂŒden des Landes befindet sich der Kleine Kaukasus. An der Grenze zum Iran erhebt sich das Talyschgebirge. Der höchste Berg ist der zum Großen Kaukasus gehörende BazardĂŒzĂŒ mit 4466 Metern unmittelbar an der Grenze zu Russland. GrĂ¶ĂŸter See ist der Sarısu mit 67 kmÂČ. Die Kura (aserbaidschanisch KĂŒr), die im Mingetschaur-Stausee zum grĂ¶ĂŸten kĂŒnstlichen Binnensee des Landes aufgestaut wird, mĂŒndet nach 1364 Kilometern LĂ€nge in das Kaspische Meer. Der Aras bildet die Grenze zum Iran. Zum Staatsgebiet gehören auch die Inseln Pirallahı und Cilov im Kaspischen Meer. Auf der Halbinsel AbƟeron gibt es mehrere Ölfelder.

Das Land ist zu 50 % von Ackerland, zu 12 % von Wald und zu 2 % von Wasser bedeckt.

Tierwelt

Etwa 18.000 Tierarten – darunter 102 SĂ€ugetierarten – leben in Aserbaidschan, so zum Beispiel BraunbĂ€ren, Wölfe, Wildschweine, Hirsche, Gazellen, Goldschakale, Eurasische Luchse, Leoparden und StreifenhyĂ€nen, aber auch Reptilien und Nagetiere. Die Spinnenfauna Aserbaidschans ist gut untersucht – bisher sind hier 717 Arten nachgewiesen worden (Stand 2019).

Klima

Am Rande der gemĂ€ĂŸigten und subtropischen Klimazonen gelegen weist das Klima Aserbaidschans reliefbedingt erhebliche Unterschiede auf. In der Kura-Aras-Niederung und AbƟeron-Halbinsel herrscht semiarides HalbwĂŒsten- und Steppenklima mit 200–300 mm Niederschlag jĂ€hrlich vor. In den sĂŒdlichen KĂŒstengebieten dagegen findet sich feucht-subtropisches Ostseitenklima mit im Ă€ußersten SĂŒden erheblichen Niederschlagsmengen (1800 mm, ĂŒberwiegend im Winterhalbjahr). Im Gebirge herrscht Gebirgsklima mit ebenfalls hohen NiederschlĂ€gen (1500 mm). Die durchschnittliche Jahrestemperatur betrĂ€gt 13,1 °C.

Bevölkerung

Die Republik Aserbaidschan hat 9.593.000 Einwohner (Stand 2015). 53,1 % der Bevölkerung leben in StÀdten. Das Bevölkerungswachstum 2010 betrug 1,3 %. 23 % der Bevölkerung sind unter 14 Jahre alt. Die Lebenserwartung betrug 2016 im Durchschnitt 72,5 Jahre (MÀnner: 69,5 Jahre, Frauen: 75,8 Jahre).

91,6 % oder 8.172.809 Personen der Bevölkerung betrachteten sich bei der VolkszĂ€hlung 2009 als Aserbaidschaner. Den restlichen Anteil bildeten die 180.300 Lesgier (2,02 %), 120.306 Armenier (1,35 %), 119.307 Russen (1,34 %), 111.996 Talyschen (1,26 %), 49.838 Awaren (0,56 %), 37.975 TĂŒrken (0,43 %), 25.911 Tataren (0,29 %), 25.218 Taten (0,28 %), 21.509 Ukrainer (0,24 %), 12.289 Zachuren (0,14 %), 9912 Georgier (0,11 %), 9084 Juden (0,1 %), 6065 Kurden (0,07 %) und 3821 Udinen (0,04 %). Andere Minderheiten sind die Mescheten (ca. 106.000), Grizen (ostkaukasische Sprache; ca. 4400) und Chinalugen (ostkaukasische Sprache; ca. 2200). Die seit dem 19. Jahrhundert in der Region lebenden Kaukasiendeutschen wurden wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges zumeist deportiert. Die hauptsĂ€chlich aus dem Königreich WĂŒrttemberg stammenden landlosen Bauern (Schwaben) waren auf Initiative des russischen Zaren Alexander I. im westlichen Teil Aserbaidschans angesiedelt und grĂŒndeten dort mehrere Kolonien, darunter Helenendorf, Annenfeld, Georgsfeld, Traubenfeld und Eigenfeld. Bis zu ihrer Deportation lebten SchĂ€tzungen zufolge bis zu 20.000 Deutsche in Aserbaidschan.

Zwischen 12 und 15 Millionen Aserbaidschaner leben im Iran, bis zu 16 % der Bevölkerung des Irans. Damit gibt es mehr Aserbaidschaner im Iran als in Aserbaidschan selbst, die meisten davon im Nordwesten des Landes. Aserbaidschaner betrachten sich ethnisch, sprachlich und kulturell mit den TĂŒrken verwandt.

Infolge des Bergkarabachkonflikts und der seit 1993 andauernden armenischen Besetzung dieser Gebiete leben 600.000 bis 700.000 Aserbaidschaner (Stand 2003) als FlĂŒchtlinge in Aserbaidschan unter schlechten Lebensbedingungen.

Die intern Vertriebenen aus der Bergkarabach-Region bedeuten einen finanziellen Aufwand fĂŒr Aserbaidschan. 2005 hat das World Food Programme der Vereinten Nationen die ErnĂ€hrungssicherheit von ĂŒber 90 % der Binnenvertriebenen in Aserbaidschan als „food insecure“ bezeichnet. Laut Regierungsaussagen belaufen sich die Ausgaben fĂŒr die intern Vertriebenen auf jĂ€hrlich 3 % des Gesamtbudget des Landes.

Sprachen

Staats- und Amtssprache ist seit Ende der Sowjetunion ausschließlich die aserbaidschanische Sprache (Eigenbezeichnung Azərbaycan dili/tĂŒrkçesi), die – nach unterschiedlichen SchĂ€tzungen, einschließlich der Sprecher im Iran – etwa 20 bis 32 Millionen Muttersprachler hat. Die Sprache wurde bis zum Jahr 1937 als TĂŒrkisch (Eigenbezeichnung: TĂŒrk dili) bezeichnet; nach dem Jahr 1937 wurde die Sprache als ein Teil der Stalinpolitik ins Aserbaidschanisch umbenannt. Aserbaidschanisch gehört zu den Turksprachen und weist große Ähnlichkeiten zur tĂŒrkischen Sprache auf. Seit Dezember 1992 wird Aserbaidschanisch – in Anlehnung an das TĂŒrkische – in lateinischer Schrift geschrieben, zuvor wurde das kyrillische Alphabet benutzt.

Bis 1991 war das Russische ebenfalls Amtssprache. Seit der UnabhĂ€ngigkeit nahm dessen Bedeutung jedoch ab; es spielt aber noch immer eine große Rolle im tĂ€glichen Leben und wird von vielen SchĂŒlern bereits ab der ersten Klasse gelernt. Russisch dient außerdem als Sprache zur interethnischen Kommunikation. Trotzdem lernen daneben mehr und mehr junge Aserbaidschaner auch Englisch. Viele SchĂŒler bekunden zudem Interesse an weiteren Fremdsprachen, unter anderem Deutsch, Französisch und insbesondere (TĂŒrkei-)TĂŒrkisch.

Außerdem werden in Aserbaidschan noch 14 Minderheitensprachen aus vier verschiedenen Sprachfamilien gesprochen, darunter etwa Georgisch oder Awarisch. Armenisch, das vor dem Krieg um Bergkarabach von 70 % der dortigen Bevölkerung und von Minderheiten in vielen anderen Regionen Aserbaidschans, insbesondere StĂ€dten, gesprochen wurde, ist heute praktisch nur noch im Gebiet Bergkarabach anzutreffen, dort aber nunmehr zu nahezu 100 %.

Religionen

Islam

Vorherrschende Religion ist der schiitische Islam, der im 8. Jahrhundert von arabischen Eroberern verbreitet wurde. Aserbaidschan ist neben dem Iran, dem Irak und Bahrain eines der wenigen LÀnder mit schiitischer Bevölkerungsmehrheit: 85 % der muslimischen Aserbaidschaner sind Schiiten, 15 % Sunniten.

Viele Aserbaidschaner wurden wĂ€hrend der Sowjetherrschaft sĂ€kularisiert. Daher bezeichnen sich heute nur etwa 10 % als regelmĂ€ĂŸig praktizierende Muslime. Die meisten Aserbaidschaner praktizieren den Islam nur an hohen Feiertagen wie dem Ramadan; nach dem Zerfall der Sowjetunion erlebte der Islam aber eine Wiedergeburt. Immer mehr Menschen wandten sich dem Islam wieder zu. Besonders im SĂŒden des Landes entsteht seit einigen Jahren durch iranischen Einfluss eine orthodoxere Form des Islams. Bereits 1991 wurden erste politische Organisationen mit islamischem Charakter in Aserbaidschan gegrĂŒndet. Hierzu gehören die Islamische Partei Aserbaidschans, die Aserbaidschanische Partei fĂŒr islamischen Fortschritt und die Organisation Azad Ruhaniler. Anschließend wurden unter den aktualisierten laizistischen Gesetzen Aserbaidschans im Jahr 1995 die Islamische Partei Aserbaidschans, die Aserbaidschanische Partei fĂŒr islamischen Fortschritt und andere islamische Parteien und Organisationen verboten. Auch die (Neu-)GrĂŒndung religiöser Parteien wurde gesetzlich verboten.

Judentum

In Aserbaidschan leben heute noch 25.000 bis 30.000 Juden, die zu rund 75 % in Baku leben. Sie lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Aschkenasim europĂ€ischer Herkunft, Bergjuden bzw. Taten (konzentriert in der Siedlung Qırmızı Qəsəbə im Norden des Landes) und georgische Juden. In Baku gibt es heute drei Synagogen, eine kleine Jeschiwa, eine jĂŒdische Schule namens Hebrew Language School, die von ca. 300 SchĂŒlern besucht wird, sowie ein israelisches Zentrum.

Bei Ausgrabungen in der Stadt ƞabran (Nordosten Aserbaidschans) zu Beginn der 1990er Jahre wurden die Überreste des Ă€ltesten jĂŒdischen Viertels und einer Synagoge aus dem 7. Jahrhundert entdeckt. WĂ€hrend der Zeit der Demokratischen Republik Aserbaidschan (1918–1920) war Jewsei Gindes, ein ethnischer Jude, Gesundheitsminister des Landes. Zu den prominenten Persönlichkeiten der jĂŒdischen Gemeinde aus Aserbaidschan zĂ€hlen unter anderem der NobelpreistrĂ€ger fĂŒr Physik Lew Landau, der Arzt Solomon Gusman, sowie der Panzerkommandant Albert Aqarunov, der im Bergkarabach-Krieg starb. Aserbaidschan gilt weltweit als eines der sichersten LĂ€nder fĂŒr Juden, wo ĂŒberwiegenden Angaben zufolge kaum antisemitische Übergriffe bekannt sind. Nach EinschĂ€tzung der deutschen Bundesregierung erfĂ€hrt die jĂŒdische Minderheit in Aserbaidschan Schutz und UnterstĂŒtzung, ihre ReprĂ€sentanten werden von der StaatsfĂŒhrung gleichrangig mit den muslimischen Vertretern wahrgenommen.

Christentum

1998 waren 3,8 % der Bevölkerung russisch-orthodox. Es existiert eine Eparchie der Russisch-orthodoxen Kirche (ROK) fĂŒr Aserbaidschan. Weitere christliche Kirchen haben jeweils nur einige tausend Mitglieder. In Baku gibt es drei russisch-orthodoxe, eine katholische und eine lutherische Kirche. Armenisch-apostolische Christen gibt es seit dem Bergkarabachkonflikt allerdings nur noch in der de facto unabhĂ€ngigen Republik Arzach, da die Armenier aus Aserbaidschan vertrieben wurden, Ă€hnlich wie umgekehrt die Aserbaidschaner aus Armenien. So wird kein armenisch-apostolisches KirchengebĂ€ude mehr genutzt; viele sind abgerissen worden. Seit 1993 besteht in Baku eine evangelisch-lutherische Gemeinde, der viele Nachfahren der deutschen Minderheit (zwischen 1000 und 2000) angehören. Die Seelsorge gestaltet sich kompliziert; 1999 wurde Pastor GĂŒnther Oborski ausgewiesen.

Geschichte

Am östlichen Rande des SĂŒdkaukasus gelegen, gehört Aserbaidschan zu den Ă€ltesten industriellen ProduktionsstĂ€tten von EnergietrĂ€gern wie Öl und Gas. Bereits im frĂŒhen Mittelalter war das als „Griechisches Feuer“ verwendete Erdöl wichtiges Exportprodukt der Region um AbƟeron (Halbinsel).

Im persischen Sassanidenreich dienten die FundstĂ€tten von Öl und Gas auf dem Gebiet von AbƟeron und in anderen Ortschaften von Aserbaidschan nicht nur der Bereicherung des kaiserlichen Schatzamtes, sondern erlangten auch ihre Bedeutung als wichtige KultstĂ€tten der damals herrschenden zoroastrischen Religionslehre. Bis heute kann man in vielen Bezirken Aserbaidschans die Überreste der alten zoroastrischen Tempel in Ortschaften mit besonders intensiven natĂŒrlichen Erdgasemissionen finden.

Die Ölfelder AbƟerons wurden nach der Islamisierung Aserbaidschans als Quelle der sagenhaften finanziellen Wohlfahrt berĂŒhmt und zum Eigentum der religiösen Stiftungen (waqf) erklĂ€rt. Somit trugen sie erheblich zum Erhalt und ihrer BlĂŒte bei.

Der groß angelegte industrielle Abbau der kohlenwasserstoffhaltigen EnergietrĂ€ger auf dem Gebiet des heutigen Aserbaidschan ist jedoch auf engste Weise mit der so genannten „russischen Periode“ der Geschichte des Landes verbunden. Die russische Kolonialverwaltung im nördlichen Teil des Landes trieb Anfang der 1870er Jahre energisch die Versteigerung des Staatslandes auf der Halbinsel AbƟeron voran.

Ziel war es, private Investitionen fĂŒr den Abbau der wirtschaftlich attraktiven Ressourcen der Region zu gewinnen. Der darauf folgende wirtschaftliche Aufschwung, verbunden mit der enormen Produktionssteigerung auf den Feldern von AbƟeron, schaffte eine erfolgreiche Grundlage fĂŒr die autarke Versorgung der russischen Wirtschaft mit wichtigen Produkten der petrochemischen Industrie wie Kerosin, Masut und Schmierstoffen.

WĂ€hrend 1893 noch 51 % der Weltförderung auf die USA und 46 % auf Russland entfielen, hatte 1898 das Bakuer Revier die US-amerikanische Ausbeute ĂŒberholt und stieg zum weltgrĂ¶ĂŸten Erdölfördergebiet auf, welches auch Westeuropa versorgte und sich mit amerikanischen Exporteuren einen harten Konkurrenzkampf lieferte.

Am 28. Mai 1918 wurde die Aserbaidschanische Demokratische Republik (AXC) ausgerufen. Sie wurde von der Weltgemeinschaft als Subjekt des Völkerrechts de facto anerkannt und unterhielt diplomatische Beziehungen mit der Ukraine, Georgien, der TĂŒrkei und Litauen. Aserbaidschan war das erste islamische Land und weltweit eines der ersten LĂ€nder, das das Frauenwahlrecht einfĂŒhrte. Die Aserbaidschanische Demokratische Republik war ein weltlicher und politisch an westlichen Demokratien orientierter Staat mit starker Legislative. Politiker wie Mammedamin Rasulzade, Fatalixan Xoyski, Elimardan Toptschubashov spielten eine herausragende Rolle im damaligen Staatswerdungsprozess. Am 27. April 1920 erfolgte die Eroberung durch die Bolschewiki, worauf viele der fĂŒhrenden Politiker sich ins europĂ€ische Exil begaben.

Am 30. Dezember 1922 wurde Aserbaidschan als Aserbaidschanische SSR und Teil der Transkaukasischen SFSR (ein Verbund der Aserbaidschanischen SSR, der Armenischen SSR, der Georgischen SSR und der Abchasischen SSR) insgesamt Teil der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR). Diese grĂŒndete sich aus der Russischen SFSR, der Ukrainischen SSR, der Weißrussischen SSR und der Transkaukasischen SFSR.

Nach der zwangsweisen Sowjetisierung 1920 und der Verstaatlichung aller aserbaidschanischen ProduktionsstĂ€tten erfolgten neue Investitionen in die petrochemische Industrie Aserbaidschans. Die Folge war ein erheblicher Anstieg der Produktion, wobei die direkte Kontrolle der strategischen Ressourcen Aserbaidschans durch die Moskauer Zentrale, der FĂŒhrung der Aserbaidschanischen SSR keine Einflussnahme auf die Verteilung der Produktion einrĂ€umte. 1941 lieferte Aserbaidschan 175 Millionen Barrel Erdöl, was einem Anteil von 75 % an der gesamtsowjetischen Produktion entsprach. Es ist deshalb nicht ĂŒberraschend, dass die Ölfelder von Baku zu strategischen Zielen des Kaukasus-Feldzugs der Wehrmacht wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs erklĂ€rt wurden. Im Zweiten Weltkrieg kĂ€mpften ĂŒber 270.000 Aserbaidschaner in der Roten Armee.

Mit der Erschließung der neuen gigantischen Ölfelder in anderen Regionen der Sowjetunion, insbesondere in Westsibirien, ging die Bedeutung der aserbaidschanischen Ölquellen im wirtschaftlichen Leben der Sowjetunion allmĂ€hlich zurĂŒck. Die hohe QualitĂ€t des aserbaidschanischen Erdöls, gemessen an seinem niedrigen Schwefelanteil, ermöglichte jedoch auch spĂ€ter seinen Einsatz als Treibstoff fĂŒr Flugobjekte, insbesondere fĂŒr MilitĂ€rflugzeuge und Raketen. Bei den in Baku ansĂ€ssigen Ausbildungseinrichtungen wurde weiterhin das notwendige Fachpersonal fĂŒr die sowjetische petrochemische Industrie ausgebildet.

Am 18. Oktober 1991 wurde Aserbaidschan mithilfe von Befreiungsbewegungen wie der Volksfront Aserbaidschans von der Sowjetunion unabhÀngig.

Das verursachte Chaos durch die militĂ€rischen Auseinandersetzungen um die Bergkarabach-Region fĂŒhrte in den ersten Jahren der UnabhĂ€ngigkeit (erklĂ€rt am 18. Oktober 1991) zum RĂŒckgang der gesamten nationalen Öl- und Gasförderung. In den nĂ€chsten Jahren wurde das niedrigste Förderungsniveau registriert: acht bis neun Millionen Tonnen jĂ€hrlich.

2012 fand der Eurovision Song Contest in der Hauptstadt Baku statt, die Veranstaltungsarena, die Bakı Kristal Zalı wurde eigens dafĂŒr errichtet. Aserbaidschan rĂŒckte durch diese Großveranstaltung in die Aufmerksamkeit europĂ€ischer Medien, dabei wurden die ZustĂ€nde im Land, insbesondere das autoritĂ€r herrschende Regime, vielfach kritisiert.

Politik

Aserbaidschan ist seit 1992 geprĂ€gt vom autoritĂ€ren FĂŒhrungsstil der PrĂ€sidenten und durch Korruption unterminiert. Laut Demokratieindex des Economist gehörte Aserbaidschan 2020, wie schon in den Jahren zuvor, zu den autoritĂ€ren Regimen.

Die Aserbaidschanische Verfassung wurde am 12. November 1995 verabschiedet. Im Artikel 7. der aserbaidschanischen Verfassung ist der Staat als eine demokratische, rechtsstaatliche, weltliche und unitarische Republik gekennzeichnet. Nach der Verfassung sind die gesetzgebende, die vollziehende und die rechtsprechende Gewalt im Rahmen ihrer Befugnisse unabhÀngig und wirken zusammen.

Die Gesetzgebung wird offiziell vom Parlament, der aserbaidschanischen Nationalversammlung (Milli Məclis) ausgeĂŒbt. Es hat 125 Sitze, die seit 2005 nach einem Mehrheitswahlsystem fĂŒr eine Periode von fĂŒnf Jahren gewĂ€hlt werden. Ein Parlamentssitz wird fĂŒr den Wahlkreis Bergkarabach (Dağliq Qarabağ) freigehalten. Die jĂŒngsten Parlamentswahlen fanden am 1. November 2015 statt. 1918, als Aserbaidschan erstmals als Demokratische Republik Aserbaidschan unabhĂ€ngig wurde, erhielten Frauen das aktive und passive Wahlrecht. Dies wurde unter sowjetischer Verwaltung beibehalten und bei der erneuten UnabhĂ€ngigkeit 1991 bestĂ€tigt.

Die vollziehende Gewalt ĂŒbt der PrĂ€sident aus. Die Amtszeit des PrĂ€sidenten dauert sieben Jahre.

Nach Artikel 125. der Verfassung ĂŒben die rechtsprechende Gewalt durch Rechtsprechung nur Gerichte (das Verfassungsgericht, das Oberste Gericht, die Berufungsgerichte, die allgemeinen und die speziellen Gerichte der Aserbaidschanischen Republik) aus.

Regierung

Staatsoberhaupt ist der PrĂ€sident, der in geheimer, allgemeiner Wahl fĂŒr die Periode von sieben Jahren gewĂ€hlt wird. Bis 2016 galt eine fĂŒnfjĂ€hrige Amtszeit, bis 2009 eine BeschrĂ€nkung auf zwei Amtszeiten. Beides wurde durch Verfassungsreferenden abgeschafft beziehungsweise geĂ€ndert. Das Amt des StaatsprĂ€sidenten hat Ä°lham Əliyev, Sohn des zuvor verstorbenen StaatsprĂ€sidenten Heydər Əliyev, inne. Er gehört der regierenden Partei Neues Aserbaidschan (as. Yeni Azərbaycan) an. Nach der Wahl vom 15. Oktober 2003 verkĂŒndete man ein Ergebnis von ĂŒber 80 % fĂŒr ihn. Er ließ sich am 31. Oktober 2003 inaugurieren.

MinisterprĂ€sident ist seit Oktober 2019 Əli Əsədov von der PrĂ€sidentenpartei Neues Aserbaidschan.

Opposition

Wichtigste Oppositionspartei ist die Aserbaidschanische Hoffnungspartei. Eine besondere Rolle hat die Ă€lteste politische Partei in Aserbaidschan, die Gleichheitspartei (auch MĂŒsawat). Daneben gibt es die Aserbaidschanische Kommunistische Partei.

Internationale Wahlbeobachter (unter anderem von der OSZE) berichten von WahlfĂ€lschung und EinschĂŒchterungsversuchen. Auch die Opposition warf der Regierung etwa bei den PrĂ€sidentenwahlen im Oktober 2003 FĂ€lschung vor. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses kam es am 16. Oktober in der Hauptstadt Baku zu Unruhen, bei denen mindestens zwei Menschen getötet, viele verletzt und mehrere Oppositionspolitiker festgenommen wurden. Kritikern der Regierung gilt Aserbaidschan unter der Herrschaft von Ä°lham Əliyev als ein Inbegriff eines Polizeistaates.

Politische Indizes

Außenpolitik

Unmittelbar nach der UnabhĂ€ngigkeit Aserbaidschans war die Sicherstellung der EigenstĂ€ndigkeit oberste PrioritĂ€t in der Außenpolitik des Landes. Es verfolgte zunĂ€chst eine stark pro-tĂŒrkische und pro-westliche Politik. Die Beziehungen zu Russland waren gespannt, weil Russland auf verschiedenste Weise Druck ausĂŒbte, um es in seinen Einflussbereich zurĂŒckzuholen. Seit dem Amtsantritt von Heydər Əliyev und der Inbetriebnahme der Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline, die den Export von aserbaidschanischen EnergietrĂ€gern unter Umgehung Russlands ermöglicht, haben sich die Beziehungen verbessert.

Die Beziehungen zu seinem sĂŒdlichen Nachbarn Iran sind aufgrund der WidersprĂŒche zwischen Aserbaidschans sĂ€kularisiertem und Irans klerikalen System angespannt. Auch die Frage der ethnischen Aserbaidschaner, die auf beiden Seiten der Grenze leben, und die Konkurrenz im Rohstoffmarkt tragen zu Spannungen bei. Mit dem Ziel, Aserbaidschan zu schwĂ€chen, ist der Iran eine enge Partnerschaft mit dem mit Aserbaidschan verfeindeten Armenien eingegangen. Aserbaidschan arbeitet hingegen im Rohstoffmarkt und RĂŒstungsbereich stark mit Israel zusammen. Die Beziehungen zur TĂŒrkei waren kurz nach der UnabhĂ€ngigkeit Aserbaidschans aus ethnischen und sprachlichen GrĂŒnden besonders eng; sie sind in den letzten Jahren aber etwas abgekĂŒhlt. Somit ist Aserbaidschan Bestandteil der West-Ost-Achse (USA, TĂŒrkei, Israel, Georgien, Aserbaidschan) gegenĂŒber der konkurrierenden Nord-SĂŒd-Achse bestehend aus Russland, Armenien und dem Iran.

Außenminister ist seit dem 2. April 2004 Elmar Məmmədyarov.

Aserbaidschan ist seit 1992 Mitglied der Vereinten Nationen. Es hat 1997 die Mitgliedschaft bei der WTO beantragt, die Beitrittsverhandlungen laufen bis heute. Aserbaidschan ist weiterhin Mitglied in folgenden internationalen Institutionen: EBRD, Europarat, GUS, GUAM, IWF, NATO-Partnerschaft fĂŒr den Frieden, OSZE, Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation, OIC, TĂŒrkischer Rat, UNESCO, Weltbank, Interpol, Internationale Fernmeldeunion und OATCT. Es ist nicht mehr Mitglied in der von Russland gefĂŒhrten Sicherheitsstruktur Organisation des Vertrags ĂŒber kollektive Sicherheit.

Armenien

Aserbaidschan streitet sich seit langem mit Armenien um Bergkarabach. Das frĂŒher autonome Gebiet auf aserbaidschanischem Territorium wird mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Am 2. September 1991 erklĂ€rte es sich fĂŒr unabhĂ€ngig. Seit 1992 ist Bergkarabach zu einem großen Teil von Truppen der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach (heute Republik Arzach) kontrolliert, die dieses Gebiet beansprucht. Bergkarabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, befindet sich de facto aber unter Kontrolle armenischer KrĂ€fte. Rund ein Drittel der Waffenstillstandslinie vom 12. Mai 1994, die auch umliegende, nicht zu Bergkarabach gehörende Teile Aserbaidschans umschließt, wird von Truppen der Republik Armenien gehalten. Mit Armenien bestehen keine diplomatischen Beziehungen, die beiden Staaten befinden sich heute noch im Krieg miteinander. Der RĂŒckzug armenischer Truppen aus ganz Bergkarabach und den umliegenden Gebieten ist fĂŒr Aserbaidschan absolute Vorbedingung fĂŒr weitere friedenspolitische Schritte. Auch die 2007 in Madrid dazu ausgehandelten Basic Principles sehen den Truppenabzug vor, der bereits 1993 in vier UNO-Resolutionen (822, 853, 874, 884) und spĂ€ter auch in Stellungnahmen des Europarats und des EuropĂ€ischen Parlaments gefordert wurde.

Einige von armenischem Gebiet umgebene aserbaidschanische Exklaven, wie z. B. Kərki, sind von Armenien besetzt; Aserbaidschan seinerseits hat wiederum armenische Exklaven wie Arzwaschen besetzt.

Europapolitik

Eine Grundlage der bilateralen Beziehungen zwischen der EuropĂ€ischen Union und Aserbaidschan bildet das 1996 unterzeichnete und Mitte 1999 in Kraft getretene Partnerschafts- und Kooperationsabkommen. Als Mitglied des Europarats ist Aserbaidschan in die europĂ€ischen Strukturen eingebunden. Mit der EU ist das Land ĂŒber die EuropĂ€ische Nachbarschaftspolitik mit AktionsplĂ€nen verbunden. Seit 2009 ist es darĂŒber hinaus Mitglied der Östlichen Partnerschaft, deren Ziel die HeranfĂŒhrung von LĂ€ndern Osteuropas an die EuropĂ€ische Union ist. Der parlamentarische Kooperationsausschuss zwischen der EU und Aserbaidschan, dem beiderseitig hochrangige Politiker angehören, hĂ€lt einen Beitritt Aserbaidschans zur EU fĂŒr möglich.

Zur EuropĂ€ischen Nachbarschaftspolitik hat die EuropĂ€ische Kommission im Zusammenhang mit der EU-Erweiterung am 12. Mai 2004 ein unilateral formuliertes Strategiepapier vorgelegt, das den strategischen Kern der ENP enthĂ€lt. Mit dieser Mitteilung empfahl die Kommission dem Rat zum ersten Mal, einen Beschluss zu fassen, um die sĂŒdkaukasischen LĂ€ndern, einschließlich Aserbaidschan, in die EuropĂ€ische Nachbarschaftspolitik einzubeziehen.

Im September 2014 wurde in Baku der Grundstein fĂŒr die Transanatolische Pipeline (TAP) gelegt. FĂŒr diesen Teil des geplanten „SĂŒdlichen Gaskorridors“ wurden Transportmengen von jĂ€hrlich 16 Milliarden Kubikmeter Erdgas bis 2020 und 30 Milliarden Kubikmeter bis 2031 projektiert.

Kaviar-Diplomatie

Die EuropĂ€ische StabilitĂ€tsinitiative (ESI) berichtete 2012, wie seit Aserbaidschans Eintritt in den Europarat jedes Jahr 30 bis 40 EU-Abgeordnete auf Reisen nach Aserbaidschan eingeladen und mit Gastgeschenken, darunter teurem Kaviar (Kilopreis 1400 Euro), wertvollen Seidenteppichen, Gold, Silber und mit hohen GeldbetrĂ€gen ĂŒberhĂ€uft wurden. Auch zahlreiche Abgeordnete des deutschen Bundestages ließen sich luxuriöse Reisen nach Baku finanzieren und fungierten als Gegenleistung als Lobbyisten im Durchsetzen der Interessen der aserbaidschanischen Regierung. Neben der ESI kritisierte ebenfalls die Antikorruptionsorganisation Transparency International die als „Kaviar-Diplomatie“ bezeichnete Vorgehensweise Aserbaidschans.

Im FrĂŒhjahr 2017 wurde der italienische Abgeordnete des Europarates Luca VolontĂš wegen der Annahme von Bestechungsgeldern In Millionenhöhe angeklagt. Die Gelder seien aus Aserbaidschan geflossen. Der Europarat setzte daraufhin eine unabhĂ€ngige Kommission ein, die eine Einflussnahme Aserbaidschans auf Mitglieder des Gremiums untersuchen sollte. Am 22. April 2018 legte die Kommission ihren Abschlussbericht vor, in dem mehreren aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des Europarates Lobbyarbeit fĂŒr Aserbaidschan gegen Bezahlung vorgeworfen wurde. KorruptionsvorwĂŒrfe wurden unter anderem gegen die deutschen Politiker Eduard Lintner und Karin Strenz sowie gegen den ehemaligen PrĂ€sidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, den Spanier Pedro Agramunt Font de Mora, erhoben. Im Anschluss wurden weitere VorwĂŒrfe wegen LobbytĂ€tigkeiten der Bundestagsabgeordneten Axel Fischer (CDU) und Mark Hauptmann (CDU) fĂŒr Aserbaidschan erhoben. Schon 2012 geriet der damalige Vorsitzende der Jungen Union Baden-WĂŒrttemberg, Nikolas Löbel nach einem Lobbyfinanzierungsversuch durch eine staatliche aserbaidschanische Organisation in die Kritik, Löbel vertrat auch spĂ€ter als Bundestagsabgeordneter (CDU) politische Positionen fĂŒr Aserbaidschan.

Ein Bericht der belgischen Beratungs- und Lobbyingfirma E.S.I.S.C aus dem Jahr 2017 stellt umgekehrt die Berichte ĂŒber die sogenannte „Kaviar-Diplomatie“ als Werk eines Netzwerkes dar, das gezielt fĂŒr Armenien und gegen Aserbaidschan geworben habe.

VerhÀltnis zu Deutschland

Aserbaidschan war 2020 unter den zehn wichtigsten Rohöllieferanten Deutschlands. 2015 fĂŒhrte Aserbaidschan Erdöl im Wert von 1,2 Mrd. USD. nach Deutschland aus. Eine aserbaidschanische-deutsche parlamentarische Arbeitsgruppe und eine deutsch-sĂŒdkaukasische parlamentarische Arbeitsgruppe fördern eine parlamentarische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Aserbaidschan.

Recht

Menschenrechte

Die aserbaidschanische Verfassung enthĂ€lt einen umfassenden Menschenrechtskatalog. Bis 1998 existierte die Todesstrafe, sie ist heute aber abgeschafft. Das Land ist einer Reihe internationaler Abkommen zum Schutz von Menschenrechten beigetreten. Ende 2001 hat Aserbaidschan die EuropĂ€ische Menschenrechtskonvention ratifiziert. Seit dem Beitritt Aserbaidschans zum Europarat im Januar 2001 unterliegt das Land einem sogenannten „Monitoring“ durch die Parlamentarische Versammlung und das Ministerkomitee des Europarates. Diese Institutionen ĂŒbten Kritik an der mangelnden Umsetzung der Vorgaben des Europarates, insbesondere hinsichtlich der Medienfreiheit.

Am 24. MĂ€rz 2009 hat die Parlamentarische Versammlung des Europarats den Bundestagsabgeordneten Christoph StrĂ€sser (SPD) zum Sonderberichterstatter fĂŒr politische Gefangene in Aserbaidschan ernannt. StrĂ€sser durfte aber bisher (Stand 2012) in dieser Funktion nicht nach Aserbaidschan einreisen. Er wies 2011 darauf hin, dass rund 50 mutmaßliche politische Gefangene, also Oppositionelle, Journalisten und Blogger, die von ihrem Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit Gebrauch gemacht hatten, im GefĂ€ngnis sitzen. Aserbaidschan selbst vertritt die Position, dass es keine politischen Gefangenen im Land gibt. Am 24. Januar 2013 hat die Parlamentarische Versammlung des Europarats den Bericht von Christoph StrĂ€sser "ĂŒber politische HĂ€ftlinge in Aserbaidschan" mit 125 Stimmen abgelehnt. Das offizielle Baku gab sich mit der Abstimmung zufrieden und bekrĂ€ftigte, StrĂ€ssers Bericht habe zahlreiche WidersprĂŒche beinhaltet und sei politisch motiviert gewesen.

Einige regimekritische Nichtregierungsorganisationen sind in Aserbaidschan tĂ€tig. Sie mĂŒssen allerdings große administrative HĂŒrden ĂŒberwinden, wie umfangreiche Registrierungspflichten.

Presse- und Medienfreiheit

Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen beurteilt die Lage der Pressefreiheit in Aserbaidschan als „sehr ernst“. Die meisten Medien des Landes gelten als regierungskonform. ZusĂ€tzlich wurde das BĂŒro des National Democratic Institute 2014 geschlossen.

Nach einem Bericht des Institute for Reporters’ Freedom and Safety (IRFS) von 2012 ist es der aserbaidschanischen Bevölkerung nicht möglich, an seriöse, umfangreiche und objektive Nachrichten bezĂŒglich menschenrechtsrelevanter Themen aus Aserbaidschan zu gelangen. Bei Themen von öffentlichem Interesse ist die aserbaidschanische Bevölkerung „wenig informiert“. Radio- sowie Fernsehanstalten stehen unter Kontrolle der aserbaidschanischen Regierung, und die Mehrheit der Informationen basiert auf Quellen der Regierung.

Die Rundfunksender BBC, Radio Free Europe und Voice of America sind in Aserbaidschan seit Januar 2009 gesperrt. Die internationale Nichtregierungsorganisation Freedom House stufte Aserbaidschans Presse als „Nicht frei“ ein und auch das Committee to Protect Journalists gab an, dass in Aserbaidschan keine auslĂ€ndischen oder unabhĂ€ngigen Rundfunkanstalten existieren und die wenigen unabhĂ€ngigen Journalisten EinschĂŒchterungsversuchen sowie GefĂ€ngnisstrafen auf Grund fingierter Beweise ausgesetzt sind.

2009 und 2010 wurden die kritischen Blogger und Jugendaktivisten Emin „Milli“ (Abdullayev) und Adnan Hajizade wegen „Rowdytums“ verhaftet. Sie wurden zwischenzeitlich (2012) wieder auf freien Fuß gesetzt. Im Mai 2011 kam der Journalist Eynulla Fatullayev hinter Gitter und ist mittlerweile ebenfalls wieder frei (2012). Nach EinschĂ€tzung des AuswĂ€rtigen Amtes (2012) ist die Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Aserbaidschan erheblich eingeschrĂ€nkt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International ordnet 17 Personen, die seit FrĂŒhjahr 2011 zu mehrjĂ€hrigen Haftstrafen verurteilt wurden, als „Gefangene aus GewissensgrĂŒnden“ ein.

2012 fand in Baku der Eurovision Song Contest statt. Laut Amnesty International wurden vor dem Wettbewerb insbesondere Oppositionelle, Medienschaffende und junge Internet-Aktivisten Zielscheibe von staatlichen Schikanen und Verhaftungsaktionen.

Menschenrechtsorganisationen starteten die Aktion „Sing for Democracy“. Die Aktion wollte die internationale Aufmerksamkeit rund um den ESC nutzen, um auf die Menschenrechtsverletzungen und die mangelnde Meinungsfreiheit im Land aufmerksam zu machen. Die Aktivisten haben unter anderem kurz vor dem ESC einen eigenen Songcontest mit Liedern ĂŒber Demokratie und Freiheit organisiert.

Am 18. Juli 2016, drei Tage nach dem Putschversuch in der TĂŒrkei, gab die zustĂ€ndige Rundfunk-Aufsichtsbehörde bekannt, dass sie die TĂ€tigkeit des privaten Fernsehsenders Azerbaijani News Service (ANS) einstweilen fĂŒr einen Monat unterbinden und den Widerruf seiner Sendelizenz beantragen werde, nachdem der Sender angekĂŒndigt hatte, ein Interview mit dem in den Vereinigten Staaten von Amerika im Exil lebenden Fethullah GĂŒlen auszustrahlen. Zur BegrĂŒndung gab die Behörde an, dass damit „die strategischen Beziehungen zur TĂŒrkei“ vor Provokationen und vor offener terroristischer Propaganda geschĂŒtzt werden sollen.

HomosexualitÀt

Nach Informationen des AuswĂ€rtigen Amts ist HomosexualitĂ€t zwar nicht ausdrĂŒcklich strafbar, sei aber gesellschaftlich nicht akzeptiert. Gleichgeschlechtlicher intimer Umgang in der Öffentlichkeit wird teilweise als Provokation betrachtet und kann Gegenreaktionen hervorrufen bis hin zur Abmahnung durch die Polizei.

MilitÀr

Aserbaidschan hat etwa 150.000 aktive Soldaten. Es besteht eine 12- bis 18-monatige Wehrpflicht, ein Kriegsdienstverweigerungsrecht hat das Land nicht. Aserbaidschan gab 2017 knapp 3,9 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 1,5 Milliarden Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Verwaltung

Aserbaidschan gliedert sich in:

  • 59 Rayons (rayonlar; rayon – Singular),
  • 1 Autonome Republik (Muxtar Respublika),
  • 10 republikunmittelbare StĂ€dte (respublika tabeli Ɵəhərlər; Ɵəhər – Singular):

Rayons

Autonome Republik

Die Autonome Republik Nachitschewan gliedert sich in sieben Rayons (rayonlar) und eine Stadt (Ɵəhər):

  • Babək
  • Julfa
  • Kəngərli (Qıvraq)
  • Naxçıvan ƞəhəri
  • Ordubad
  • Sədərək (Heydərabad)
  • ƞahbuz
  • ƞərur

(In Klammern jeweils der Verwaltungssitz, sofern nicht identisch mit dem Rayonsnamen)

StÀdte

2016 lebten 54,9 % der Bevölkerung in StĂ€dten oder stĂ€dtischen RĂ€umen. Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind (Stand 2015):

  1. Baku: 1.415.300 Einwohner
  2. Gəncə: 328.400 Einwohner
  3. Sumqayıt: 297.600 Einwohner
  4. Mingəçevir: 101.600 Einwohner
  5. Xırdalan: 96.200 Einwohner
  6. Qaraçuxur: 84.500 Einwohner
  7. ƞirvan: 78.100 Einwohner
  8. Naxçıvan: 77.400 Einwohner

Wirtschaft

Prinzipiell baut die Wirtschaft in Aserbaidschan heute auf der Erdöl- und Gasindustrie auf. Nach dem Oil und Gas Journal vom Januar 2012 hat Aserbaidschan 7 Milliarden Barrel Erdölreserven. Die Diversifizierung der Wirtschaft ist grĂ¶ĂŸte Herausforderung und ein erklĂ€rtes Ziel der Regierung.

Im Global Competitiveness Index, der die WettbewerbsfĂ€higkeit eines Landes misst, belegt Aserbaidschan Platz 35 von 137 LĂ€ndern (Stand 2017–18). Im Index fĂŒr wirtschaftliche Freiheit belegte das Land 2019 Platz 60 von 180 LĂ€ndern.

Entwicklung

Die Wirtschaft Aserbaidschans wĂ€chst seit Anfang des neuen Jahrhunderts sehr schnell. Das BIP stieg im Jahr 1999 um 7,4 %, 2000 um 11,4 % und 2001 um 9,9 %. Diese Entwicklung basiert zu einem großen Teil auf einer expansiven Erdölindustrie, welche den wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes darstellt. Zwischen 2000 und 2016 stieg das BIP pro Kopf von 652 auf 3.960 US-Dollar. Der Absturz des Ölpreises 2014/2015 sorgte fĂŒr eine deutliche wirtschaftliche AbkĂŒhlung.

Ein großes Problem Aserbaidschans ist der hohe Grad an Korruption und zu hohe AbhĂ€ngigkeit vom Ölpreis. Die Entwicklung der verschiedenen Sektoren ist die grĂ¶ĂŸte wirtschaftliche Herausforderung des Landes. Ein weiteres Ziel des PrĂ€sidenten Ä°lham Əliyev ist es, die Armut zu mindern und damit der Opposition potenzielle UnterstĂŒtzer zu nehmen. Nach Berechnungen der Weltbank leben 5,3 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

Quelle: IWF

BodenschÀtze

Öl

Aserbaidschan ist nach Russland und Kasachstan der drittwichtigste Erdölexporteur des postsowjetischen Raums. 2005 erwirtschaftete die Ölindustrie 67 % des BIP, der Anteil der Öl- und zunehmenden Erdgasförderung am BIP stieg ĂŒber lange Zeit. Aserbaidschan förderte 2009 knapp ĂŒber 1 Million Barrel (ca. 159 Mio. Liter) Erdöl pro Tag (1997: 173.000 Barrel); 2015 waren es noch 800.000 Barrel. FĂŒr den Export des Öls wurde die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline gebaut und im Sommer 2005 eröffnet. Sie kann tĂ€glich eine Million Barrel Rohöl von Baku in die tĂŒrkische Hafenstadt Ceyhan transportieren. Die Gewinne aus der Rohstoffförderung sollten in einen staatlichen Ölfonds fließen. Mit diesem sollte fĂŒr die Zukunft Aserbaidschans nach dem Ölzeitalter vorgesorgt und makroökonomische StabilitĂ€t geschaffen werden. Neft DaƟları ist eine der grĂ¶ĂŸten Ölförderanlagen der Welt. Sie hat sich zu einer Stadt entwickelt, in der mittlerweile ca. 5000 Menschen leben.

Gas

Aserbaidschan hat Gazprom den Zuschlag fĂŒr 1,2 Billionen Kubikmeter seiner Gasreserven erteilt. DarĂŒber hinaus galt Aserbaidschan auch als Hauptlieferant fĂŒr den sĂŒdlichen Gas-Korridor, bestehend aus South Caucasus Pipeline (SCPX), Trans Anatolian Pipeline (TANAP) und der Trans Adriatic Pipeline (TAP), welche Gas ĂŒber Georgien, die TĂŒrkei, Griechenland, Albanien und die Adria nach Italien bringen wird.

Aserbaidschan gilt als Beispielfall fĂŒr die HollĂ€ndische Krankheit: Infolge des rasch expandierenden Öl- und GasgeschĂ€fts wurde die industrielle und landwirtschaftliche Produktion stark vernachlĂ€ssigt (wie in den Niederlanden der 1970er Jahre). Kapital und ArbeitskrĂ€fte wurden abgezogen und unter Einsatz staatlicher Mittel in die Rohstoffbranche umgelenkt. Die durch den Export bedingte WĂ€hrungsaufwertung schwĂ€chte die Exportchancen der anderen Industrien, deren Produkte von billigen Importen substituiert werden. Diese AbhĂ€ngigkeit vom Ölexport rĂ€chte sich wĂ€hrend des Falls des Ölpreises 2014/15. Dieser fĂŒhrte zu einer Abwertung der LandeswĂ€hrung Manat um fast 50 %.

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote wird mit ca. 6 % angegeben, allerdings ist UnterbeschĂ€ftigung hĂ€ufig. 2014 arbeiteten 37 % aller ArbeitskrĂ€fte in der Landwirtschaft, 17,5 % in der Industrie und 48,9 % im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der BeschĂ€ftigten wird fĂŒr 2017 auf 5,12 Millionen geschĂ€tzt. 48,8 % der ArbeitskrĂ€fte sind Frauen, was einem der höchsten Anteile in der islamischen Welt entspricht.

Außenhandel

Aserbaidschan wickelte im Jahre 2017 ein Außenhandelsvolumen von 17,7 Milliarden Euro ab. Die EU importierte im Jahre 2017 Waren im Wert von 9,4 Milliarden Euro aus Aserbaidschan, davon waren 98,1 % Erdöl und Erdgas. Die EU exportierte im Jahre 2017 Waren im Wert von 1,7 Milliarden Euro nach Aserbaidschan, davon waren 42 % Maschinen und Fahrzeuge, jeweils etwa 15 % Chemikalien und Industriewaren. Im gleichen Jahr nahmen die 28 EU-Staaten 48,2 % aller aserbaidschanischen Exporte ab, was die EU zum wichtigsten Exportmarkt Aserbaidschans vor der TĂŒrkei (13,6 %) und Israel (6,1 %) macht. Aus der EU stammen auch die meisten Importe (21,7 % aller Importe 2017) vor Russland (17,7 %) und der TĂŒrkei (14,8 %). FĂŒr die EU ist Aserbaidschan hingegen von sehr untergeordneter Bedeutung, sie wickelt nur 0,3 % ihres Außenhandels mit dem Land ab. Aserbaidschan verzeichnete im Jahre 2017 einen HandelsbilanzĂŒberschuss von 2,1 Milliarden Euro.

Die beiden Pipelines BTC und SĂŒdkaukasus-Pipeline sind fĂŒr den Außenhandel Aserbaidschans von höchster Bedeutung und ein kritischer Faktor im Streben Aserbaidschans nach Aufrechterhaltung seiner EigenstĂ€ndigkeit. Ein Angriff auf die Energieexporte durch diese Pipelines betrachtet Aserbaidschan deshalb als Angriff auf seine nationale Sicherheit.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 11,64 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 12,18 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein HaushaltsĂŒberschuss in Höhe von 3,0 % des Bruttoinlandsprodukts (2014: 0,5 %).

Die Staatsverschuldung betrug 2016 37,6 % des BIP.

Der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche betrÀgt:

  • Gesundheit: 4,1 (2010) bzw. 5,6 % (2013)
  • Bildung: 2,4 % (2011)
  • MilitĂ€r: 4,7 % (2013, zum Vergleich: 2005: 2,6 %)

Infrastruktur

Eisenbahn

Der Schienenverkehr wird von der staatlichen Azərbaycan Dəmir Yolları betrieben. Die NetzlĂ€nge betrĂ€gt 2918 km. Davon sind 1300 km elektrifiziert.

Aufgrund des Konflikts mit Armenien um Bergkarabach ist der Eisenbahnbetrieb in den armenisch besetzten Gebieten (Republik Bergkarabach) sowie der grenzĂŒberschreitende Verkehr nach Armenien eingestellt. Damit besteht auch kein Eisenbahnverkehr in die Exklave Autonome Republik Nachitschewan. Der Eisenbahnverkehr dort wird von einer Tochtergesellschaft der Azərbaycan Dəmir Yolları durchgefĂŒhrt, der Naxçivan Dəmir Yolları.

Flugverkehr

Als wichtigstes Luftdrehkreuz in Aserbaidschan dient der Flughafen Baku, welcher 15 km östlich des Stadtzentrums von Baku liegt. Von hier bestehen Flugverbindungen nach Europa und Asien, wie auch zwei Verbindungen in die USA. Russland ist mit 11 angeflogenen FlughÀfen das am meisten angeflogene Land. (Stand Dezember 2019)

Es gibt vier weitere internationale FlughÀfen in Aserbaidschan.

In Ganja gibt es den Ganja International Airport (KVB), von welchem aus drei internationale und zwei nationale Ziele bedient werden.

In Qabala, Qabala International Airport (GBB) welches aktuell nur eine Route nach Moskau, Russland anbietet, demnÀchst aber eine weitere Route durch Air Arabia nach Sharjah, VAE anbieten will.

In Lankaran, wo vom Lankaran International Airport (LKK) aus gleich zwei FlughÀfen in Moskau, Russland bedient werden.

In der Exklave Nachitschewan gibt es Nahe der gleichnamigen Hauptstadt den Nakhchivan International Airport (NAJ). Von dort aus kann man sowohl in die TĂŒrkei, nach Russland als auch mit Turkish Airlines einmal in der Woche nach Ganja fliegen.

Sonstige Infrastruktur

  • Hafen in Baku
  • Motorisierung: 49 Kraftfahrzeuge pro 1000 Einwohner
  • Rundfunk: Ä°TV (staatlicher Hörfunk- und Fernsehsender)
  • Straßennetz: 24.981 km (davon 92,3 % befestigt)
  • Metro Baku

Gewerkschaften

Der aserbaidschanische Gewerkschaftsbund ATUC (englisch Azerbaijan Trade Unions Confederation) ist Mitglied des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB). Die Zahl der Mitglieder in den zum ATUC gehörenden Einzelgewerkschaften wird mit 735.000 Mitgliedern (Stand: November 2017) angegeben.

Kultur und Bildung

Feiertage

Der 28. Mai ist in Aserbaidschan der Tag der Republik, der als UnabhĂ€ngigkeitstag der Demokratischen Republik Aserbaidschan (1918) gefeiert wird. Ramadan ist das am hĂ€ufigsten praktizierte islamische Fest unter den Aserbaidschanern. Auch wird in Aserbaidschan jedes Jahr am 9. Mai der Tag des Sieges ĂŒber den Faschismus im Jahr 1945 gefeiert. Es wird auch das Opferfest gefeiert.

KĂŒche

Die aserbaidschanische KĂŒche Ă€hnelt der tĂŒrkischen KĂŒche.

Die dickflĂŒssige Suppe Piti ist ein Hammelfleischeintopf mit Kichererbsen. Dovğa ist eine Suppe aus scharfem Joghurt, Spinat, etwas zerkleinertem Knoblauch je nach Geschmack und anderen KrĂ€utern mit Reis und FleischklĂ¶ĂŸchen oder ohne (je nach Republikgebiet). Eine Variante des Hauptgerichtes Dolma besteht aus mit KrĂ€utern gewĂŒrztem Hackfleisch und Reis, gefĂŒllt in Wein- oder auch KohlblĂ€tter. Dolma gibt es auch aus Auberginen, Paprika, Tomaten und anderem GemĂŒse. Eine Variante des Hauptgerichtes Pilaw besteht aus Reis, Hammelfleisch und zusĂ€tzlichen Zutaten. Das Gericht gibt es in verschiedenen Arten. So gibt es beispielsweise Plov mit HĂŒhnerfleisch, Fisch oder Kastanien anstelle von Hammelfleisch. Auch FrĂŒchte (wie GranatĂ€pfel), GemĂŒse, KrĂ€uter oder Trockenobst, beispielsweise Rosinen, werden hĂ€ufig verwendet. Ein beliebtes ErfrischungsgetrĂ€nk ist ƞərbət (SchĂ€rbĂ€t), das aus Zitrone, Minze oder Basilikum, aber auch aus vielen anderen verschiedenen FrĂŒchten zubereitet wird.

Filmkunst

Literatur

Bildung

Es besteht eine Schulpflicht von neun Jahren, aufgeteilt in eine vierjĂ€hrige Grundschulzeit und eine fĂŒnfjĂ€hrige Mittelschulzeit. Die Alphabetisierungsrate betrug ĂŒber 99 % der erwachsenen Bevölkerung.

Von den 48 Hochschuleinrichtungen in Aserbaidschan sind 30 Einrichtungen staatliche Hochschulen und 18 Privathochschulen; 26 besitzen den Status einer UniversitĂ€t. Die grĂ¶ĂŸten UniversitĂ€ten sind die 1919 gegrĂŒndete Staatliche UniversitĂ€t Baku, die Aserbaidschanische Technische UniversitĂ€t, die Staatliche Erdölakademie, die Architektur- und BauuniversitĂ€t Aserbaidschan (ABUA), die Bakuer Slawische UniversitĂ€t, die Aserbaidschanische Staatliche WirtschaftsuniversitĂ€t, die Aserbaidschanische SprachenuniversitĂ€t, die Aserbaidschanische UniversitĂ€t der Kultur und Kunst und die Musikakademie. Circa 116.000 Studenten absolvieren ein Studium (Stand 2007).

  • Nationale Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans
  • Liste der UniversitĂ€ten in Aserbaidschan

Sport

2015 wurden in Baku, das sich als einziger Ausrichter beworben hatte, die ersten Europaspiele unter Teilnahme von etwa 6000 Athleten durchgefĂŒhrt. Vorsitzende des Vorbereitungskomitees war die Ehefrau des PrĂ€sidenten, Mehriban Əliyeva. Unter den 52 teilnehmenden Nationen erreichte das Land im Medaillenspiegel den zweiten Platz hinter Russland.

In der Fußball-Europa-League spielten 2015 zum ersten Mal zwei aserbaidschanische Mannschaften, FK Qarabağ Ağdam und FK Qəbələ, in der Gruppenphase. Auch 2016 spielen die beiden Mannschaften in der Gruppenphase. Zuvor waren schon Neftçi Baku (2012) und FK Qarabağ Ağdam (2014) in dieser Phase einzeln vertreten.

Erstmals wurde 2016 ein Formel-1-Rennen mit dem Großen Preis von Europa in Baku veranstaltet. Es wurde ein Stadtkurs von 6,003 Kilometer LĂ€nge durch das Stadtzentrum und rund um die historische Altstadt gefĂŒhrt.

Auf den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro hat Aserbaidschan 18 Medaillen gewonnen: 1 Gold, 7 Silber und 10 Bronze. Nach Anzahl der Goldmedaillen hat Aserbaidschan den Platz 39 belegt. Nach Anzahl der insgesamt gewonnenen Medaillen jedoch teilt das Land die PlĂ€tze 14.–15. mit Neuseeland, belegt den Platz 7 unter europĂ€ischen LĂ€ndern und Platz 1 unter moslemischen LĂ€ndern. Platz 1 belegte Aserbaidschan auch als effektivste Mannschaft auf den Olympischen Spielen im VerhĂ€ltnis der Anzahl der Teilnehmer (56) zur Anzahl der gewonnenen Medaillen (18). 

Eine „lebende Legende“ des aserbaidschanischen Sports ist der Karateka Rəfael Ağayev. Er hat bis jetzt fĂŒnf Weltmeister- (zuletzt im Oktober 2016 in Linz) und zehn Europameistertitel sowie die 1. Europaspiele im Kumite gewonnen. 

Schach

Schach ist in Aserbaidschan sehr beliebt. Die Spitzenspieler werden staatlich gefördert. GrĂ¶ĂŸte Erfolge sind die Siege bei der EuropĂ€ischen Mannschaftsmeisterschaft 2009, 2013 und 2017.

Garri Kasparow (* 1963) wuchs in Baku auf, er und seine Familie flohen jedoch 1990 vor anti-armenischen Pogromen aus Aserbaidschan. Weitere bekannte Spieler (Großmeister) sind Teymur Rəcəbov, ƞəhriyar Məmmədyarov sowie der mit nur 27 Jahren verstorbene VĂŒqar HəƟimov.

Siehe auch

  • Oberster Religiöser Rat der Kaukasusvölker
  • Verwaltung der Muslime des Kaukasus
  • Symbole der Republik Aserbaidschan
  • Liste aserbaidschanischer Maler
  • Liste aserbaidschanischer Komponisten klassischer Musik

Literatur

  • Jurriaan Cooiman (Herausgeber): Culturescapes Aserbaidschan. Kultur, Geschichte und Politik zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer. Christoph Merian Verlag, ZĂŒrich 2009, ISBN 3-85616-488-X.
  • Altay GöyĂŒĆŸov und Elçin ÄskĂ€rov: "Islam and Islamic education in Soviet and independent Azerbaijan" in Michael Kemper, Raoul Motika und Stefan Reichmuth (eds.): Islamic Education in the Soviet Union and Its Successor States. Routledge, London, 2010. S. 168–222.
  • Cəmil Həsənov: Azərbaycan beynəlxalq mĂŒnasibətlər sistemində 1918–1920–ci illər. (Aserbaidschanisch: Aserbaidschan im System der internationalen Beziehungen 1918–1920), Baku 1993.
  • LĂ€nderanalyse Aserbaidschan. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 1992.
  • Nesib Nesibzade: Azerbaycan demokratik respublikasi. Meqaleler ve senedler. (Aserbaidschanisch: Aserbaidschanische Demokratische Republik. Artikel und Dokumente), Baku 1990.
  • Ingrid Pfluger-Schindlbeck: Aserbaidschan Land des Feuers. Geschichte und Kultur im Kaukasus. Reimer Verlag, Berlin 2008, ISBN 3-496-02820-3.
  • Philine von Oppeln, Gerald HĂŒbner: Aserbaidschan. Unterwegs im Land der Feuer. Trescher Verlag, Berlin Januar 2009. ISBN 3-89794-124-4.
  • Rufat Sattarov: Islam, State, and Society in Independent Azerbaijan. Between Historical Legacy and Post-Soviet Reality — with special reference to Baku and its environs, Reichert Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-89500-692-0.
  • The European Aserbaijan Society: Aserbaidschan: 100 Fragen und Antworten. NIMA-Verlag, Deutsche Ausgabe, 2010, ISBN 3-937687-50-5.

Weblinks

  • CIA World Factbook: Aserbaidschan (englisch)
  • Botschaft der Republik Aserbaidschan in der Bundesrepublik Deutschland
  • LĂ€nderinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes zu Aserbaidschan
  • EU-ASIEN.DE Bilder, Daten & Fakten zu Aserbaidschan
  • Informationen ĂŒber Geografie, Bevölkerung und Flora und Fauna Aserbaidschans
  • Azerbaijan International Magazine
  • Statistikbehörde Aserbaidschan (englisch, aserbaidschanisch)
  • Englisch- und russischsprachige Kurznachrichten von Kawkasski Usel aus Aserbaidschan

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (72)

Bezeichnung der Regionen: Rayon
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Abseron 40.637 39.953 48.851 49.888  
Ağcabədi 40.254 39.708 47.072 47.757  
Agdam 40.222 39.795 46.698 47.286  
Agdas 40.789 40.298 47.208 47.619  
Agstafa 41.453 40.949 45.098 45.77  
Agsu 40.794 40.278 48.08 48.652  
Astara 39.27 38.582 48.566 49.234  
Astara 38.603 38.393 48.536 48.874  
Babek 39.593 38.969 45.114 45.561  
Baki 40.587 39.667 49.292 50.626  
Balakən 41.891 41.555 46.179 46.716  
Barda 40.563 40.153 46.969 47.524  
Beyləqan 40.159 39.572 47.433 47.89  
Bilasuvar 39.716 39.301 47.958 48.779  
Cabrayil 39.477 39.159 46.703 47.261  
Calilabad 39.42 38.986 48.104 48.764  
Culfa 39.359 38.939 45.468 45.902  
DaƟkəsən 40.667 40.261 45.819 46.226  
FĂŒzuli 39.738 39.367 47.019 47.625  
Goranboy 40.966 40.263 46.318 46.962  
Göyçay 40.675 40.442 47.586 48.048  
Gədəbəy 40.823 40.297 45.373 45.913  
Gəncə 40.730348 40.620728 46.277000 46.445045  
Imisli 40.136 39.567 47.742 48.379  
Ismayilli 41.063 40.513 47.732 48.493  
KĂŒrdamir 40.532 40.031 47.851 48.466  
Kəlbəcər 40.315 39.796 45.576 46.762  
Lerik 38.94 38.469 48.225 48.73  
Lənkəran 39.958 39.439 45.883 46.736  
Masalli 39.154 38.828 48.478 48.918  
Mingəçevir 40.781 40.725 46.921 47.049  
Naxçivan 39.245 39.18 45.312 45.531  
Neftçala 39.548 39.128 48.708 49.409  
Oguz 41.262 40.796 47.27 47.7  
Ordubad 39.294 38.863 45.719 46.135  
Qabala 41.207 40.639 47.526 48.031  
Qax 41.57 40.911 46.615 47.179  
Qazax 41.35 40.994 45.002 45.399  
Qazax 41.082 41.023 44.96 45.03  
Qazax 40.999 40.968 45.177 45.22  
Qobustan 40.762 40.292 48.662 49.263  
Quba 41.483 40.895 47.926 48.747  
Qubadli 39.485 39.129 46.361 46.823  
Qusar 41.723 41.158 47.813 48.575  
Saatli 40 39.615 48.215 48.704  
Sabirabad 40.138 39.592 48.25 48.993  
ƞabran 41.365 40.855 48.643 49.172  
Sadarak 39.736 39.631 44.774 44.953  
Sahbuz 39.57 39.286 45.357 45.803  
Saki 41.492 40.756 46.807 47.57  
Salyan 39.919 39.349 48.74 49.359  
Samaxi 40.948 40.268 48.389 48.808  
Samux 41.2 40.673 46.087 46.76  
ƞirvan 40.345 39.812 48.44 49.357  
Siyazan 41.186 40.869 48.823 49.371  
Sumqayit 40.663 40.54 49.483 49.71  
Susa 39.779 39.589 46.527 46.789  
ƞəmkir 41.137 40.557 45.722 46.31  
ƞərur 39.771 39.297 44.824 45.266  
Tartar 40.48 40.033 46.499 47.086  
Tovuz 41.232 40.595 45.443 46.205  
Ucar 40.535 40.292 47.465 47.993  
Xaçmaz 41.846 41.349 48.461 49.079  
Xanlar 40.833 40.276 46.079 46.511  
Xizi 40.976 40.506 48.769 49.539  
Xocali 40.018 39.627 46.437 46.924  
Xocavend 39.883 39.378 46.641 47.339  
Yardimli 39.03 38.713 47.99 48.548  
Yevlax 40.966 40.416 46.731 47.263  
Zangilan 39.228 38.882 46.395 46.866  
Zaqatala 41.852 41.345 46.279 47.029  
Zardab 40.391 40.097 47.443 47.944  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

Touren in diesem Staat Touren in diesem Staat

 

Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: Azerbaijan

Name englisch: Azerbaijan
Hauptstadt: Baku
Kfz: AZ
ISO: AZ
ISO3: AZE
Fläche: 86600 km²
Tld: .az
Wärung Einheit: AZM
Währung: Manat
Vorwahl: 994

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 41.9123402
südlichster Punkt: 38.3919901
westlichster Punkt: 44.7646831
östlichster Punkt: 50.3680657


 
Aserbaidschan: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
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