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Region Informationen Bundesland: Vorarlberg

Informationen:


Vorarlberg ist ein Bundesland im Westen der Republik Österreich. Auch Ländle genannt, ist es das westlichste und flächen- wie bevölkerungsmäßig zweitkleinste Bundesland Österreichs. Die Landeshauptstadt ist Bregenz.

Viele Vorarlberger Kulturformen unterscheiden sich vom übrigen Österreich. So werden hier hoch- und höchstalemannische Dialekte gesprochen (Vorarlbergerisch), welche, abgesehen von kleineren Sprachinseln in Tirol, im restlichen Österreich nicht vorkommen. Geografisch gesehen liegt das Land weitgehend im Einzugsgebiet des Rheins, während das Gebiet um Lech sowie das übrige Territorium Österreichs mit kleinen Ausnahmen in die Donau entwässert wird.

Der Name Vorarlberg (in Österreich normalerweise auf der zweiten Silbe betont: [foːɐ̯ˈarlbɛrk], in Deutschland bisweilen auch auf der ersten: [ˈfoːɐ̯ arlbɛrk]) leitet sich vom verkehrstechnisch ehemals wichtigen Arlberg-Pass ab. Aus Sicht des alten Reiches und der Stammburg der Habsburger im Kanton Aargau liegt das Gebiet „vor“ dem Arlberg. Der Name „Vorarlberg“ wird seit Mitte des 18. Jahrhunderts für die zu einem Land zusammengewachsenen Gebiete verwendet.

Geographie

Die Fläche Vorarlbergs wird im Allgemeinen mit 2.601,67 km² angegeben. Ohne die Fläche des Hohen Sees des Bodensees, der nach der in Österreich und Deutschland vorherrschenden Kondominiumstheorie völkerrechtlich von allen Anrainerstaaten gemeinsam verwaltet wird, beträgt die Landesfläche allerdings nur 2.596 km².

Das Land liegt zwischen dem Bodensee und dem Alpenrhein im Westen, den Lechtaler Alpen, dem Arlberg und der Verwallgruppe im Osten, den Gebirgszügen des Rätikons und der Silvretta im Süden und dem Allgäu im Norden. Die Gebirge nördlich des Klostertals und des Arlbergs werden zu den Nördlichen Kalkalpen gezählt.

Tektonik

Das Land liegt im Einflussbereich mehrerer Bruchzonen, die von der Drift der afrikanischen unter die eurasische Kontinentalplatte verursacht werden. Dadurch kommt es immer wieder zu spürbaren Erdbeben, sowohl mit Epizentren in Vorarlberg, als auch von Ausland her, vor allen aus der Schweiz, einstrahlend. Solche Zonen liegen unter dem Rhein- und Klostertal, im Bereich des Spullersees sowie dicht unter der Erdoberfläche bei Lech und setzen sich in der Inntal-Scherzone nach Osten in Tirol fort. Im Durchschnitt aller etwa 30 Jahre gibt es ein kräftiges Beben, das zu leichten Gebäudeschäden führt, in Vorarlberg. 1965 gab es ein Beben der Magnitude 4 bei Dalaas, 1992 eins mit Magnitude 4,3 mit Epizentrum bei Feldkirch und 1996 zwei ähnlich starke Beben unter Lech sowie 2016 eins mit M=3,6 unter Klösterle. Zuletzt erschütterten Anfang 2018 zwei bis nach Innsbruck und Basel wahrgenommene Beben mit einer Magnitude von jeweils 3,9, ausgehend von der Störung am Spullersee, Vorarlberg. Ein weiteres Beben aus der Spullerseestörung mit M = 3,1 folgte im April 2018. Vorarlberg ist zu etwa 23 in einer für Österreich gültigen Skala von 0 bis 4 in die Erdbebengefährdungszone 1 eingestuft, das westliche Drittel in Rheintalnähe zählt zur Zone 2 ("vereinzelt größere Gebäudeschäden" möglich).

Talschaften

Das gebirgige Vorarlberg wird geographisch vor allem durch die Täler und deren Flüsse strukturiert:

  • Das Rheintal mit dem Rhein und der Walgau mit der Ill sind die bevölkerungsreichsten Gebiete.

Weitere Täler und deren Flüsse sind:

  • das Montafon (Ill)
  • das Klostertal (Alfenz)
  • das Große Walsertal (Lutz)
  • das Brandnertal (Alvier)
  • das Laternsertal (Frutz)
  • das Leiblachtal (Leiblach)
  • der Bregenzerwald (Bregenzer Ach)
  • das Kleinwalsertal (Breitach)
  • das Lechtal (Lech) im Arlberg-Gebiet
  • das Silbertal (Litz)

Großraumgebiete

Vorarlberg wird in mehrere Großräume eingeteilt, die meistens verkehrstechnisch oder -planerisch zusammenhängen. Den wichtigsten dieser Großräume bildet das von Bregenz bis Feldkirch verlaufende Rheintal, welches mit knapp 240.000 Einwohnern das größte Ballungszentrum Vorarlbergs darstellt. Damit konzentrieren sich rund zwei Drittel der Vorarlberger Bevölkerung auf dieses Gebiet im äußersten Westen des Landes.

Die zweitgrößte Region ist der Walgau mit rund 48.000 Einwohnern. Weitere Regionen sind der Bregenzerwald, das Montafon, die Bodensee­region inklusive Leiblachtal sowie das Große Walsertal. Eine geografische Besonderheit bildet das Kleinwalsertal, das verkehrsmäßig von Österreich aus nicht erreichbar und nur über Bayern zugänglich ist. Dennoch gehört es als „funktionale Enklave“ zum Bezirk Bregenz.

Ein Teil des Vorarlberger Rheintals und ein kleiner Teil des Walgaus werden auch in der Landesgrünzone zusammengefasst.

Flüsse, Gewässer und Seen

Flüsse und Gewässer

In Vorarlberg gibt es 3.933 Fließgewässer mit einer Gesamtlänge von 4.117 Flusskilometern. Gewässer- und Feuchtgebiete nehmen rund 3 % der Landesfläche ein, welche folgendermaßen gewichtet ist: Feuchtgebiete 2 %, fließende Gewässer 30 %, Gewässerrandflächen 9 %, stehende Gewässer 59 %.

Als Hauptfluss Vorarlbergs gilt der Alpenrhein, der auf weiter Strecke die Staatsgrenze zur Schweiz bildet. Die Ill ist der zweitwichtigste Fluss und durchfließt das Montafon und den Walgau, bevor sie bei Meiningen in den Rhein fließt. Weitere wichtige Gewässer sind die Bregenzer und die Dornbirner Ach, da sie große Teile der Berge des Bregenzerwaldes entwässern. Aus dem Lechquellengebirge entspringt der Lech, der in nordöstlicher Richtung nach Tirol fließt.

Seen

  • Der größte See ist der Bodensee, an dem Vorarlberg mit einer Uferlänge von gut 11 % (28 km) beteiligt ist.
  • Weitere bedeutsame Seen sind der Lünersee und der Kopsspeicher, allerdings sind beides Stauseen der illwerke vkw.

Pässe

Vorarlberg wird im Osten durch drei Pässe mit dem übrigen Österreich verbunden, die nicht oder nur bedingt ganzjährig befahrbar sind. Das sind der Arlberg, der Hochtannberg (verbindet eigentlich das Bregenzerachtal mit dem oberen Lechtal) und die Bielerhöhe in der Silvretta (zwischen dem Montafon und dem Paznaun­tal). Der Flexenpass stellt die Verbindung zwischen dem obersten Lechtal, dem Klostertal und dem Arlberg her.

Ein nicht ganzjährig befahrbarer Pass ist das Furkajoch, welches das Rheintal über das Laternsertal mit dem inneren Bregenzerwald (Damüls) verbindet. Zwei weitere wichtige innervorarlbergische Übergänge sind das Bödele (Losenpass 1140 m) zwischen Dornbirn beziehungsweise dem Rheintal und dem Bregenzerwald sowie das Faschinajoch, über das eine Landesstraße vom Bregenzerwald ins Großwalsertal und weiter in den Walgau führt.

Wichtige Berge und Gebirgsketten

Der höchste Berg Vorarlbergs ist der Piz Buin mit 3312 m Höhe. Weitere bekannte Berge sind:

  • die Zimba (Rätikon)
  • die Schesaplana (höchster Berg des Rätikons)
  • die Rote Wand (Lechquellengebirge)
  • die Drei Türme (Montafon)
  • die Drei Schwestern (bei Frastanz/Feldkirch)
  • der Diedamskopf und die Kanisfluh im Bregenzerwald
  • der Große Widderstein (höchster Berg des Kleinen Walsertals)
  • der Karren in Dornbirn
  • der Pfänder in Bregenz

Das wohl bekannteste Gebirgsmassiv ist die Silvretta im Südosten des Landes. Hier befinden sich auch Vorarlbergs größte Gletscher. Ein weiterer bedeutender Gebirgszug ist der Rätikon, der sich ebenfalls im Süden des Landes an der Grenze zur Schweiz befindet. Die Gebirge fallen in Richtung Norden steil ab. Im Bregenzerwald steigen die Berghöhen stufenweise Richtung Südosten bis 2650 m (Braunarlspitze) an. Der bekannte Hausberg der Landeshauptstadt, der Pfänder (1064 m) im Nordwesten des Landes, erhebt sich zwar mehr als 650 m über den Bodensee, ist damit aber dennoch einer der niedrigsten Berge im Landesgebiet.

Natur

In Vorarlberg gibt es eine Reihe an Schutzgebieten mit unterschiedlichen Ausprägungen. Solche Gebiete dienen üblicherweise dem Erhaltung und Sicherung von Schönheit, Eigenart und Vielfalt der Natur- und Kulturlandschaft. Die Voraussetzungen und Regelwerke für die Etablierung von Schutzgebieten sind entsprechend hoch. So kann sich eine zu schützende Region durch seine Ursprünglichkeit auszeichnen, schützenswerte Tier- und Pflanzenarten beziehungsweise seltene Mineralien oder Fossilien beherbergen. Auch „besondere landschaftliche Schönheit“ oder die Erholung der Bevölkerung können wichtige Kriterien sein. Eine (traditionelle) Land- und forstwirtschaftliche Nutzung wie zum Beispiel die extensive Bewirtschaftung von Streu- und Magerwiesen sind in manchen Schutzgebieten Voraussetzung für eine Auszeichnung.

Die Gebiete werden per Verordnung der Vorarlberger Landesregierung beschlossen und abhängig von Schutzzweck und Schutzinhalt als Naturschutzgebiet, Europaschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, geschützter Landschaftsteil, Ruhezone, Naturpark oder Biosphärenpark ausgewiesen.

In Vorarlberg gibt es folgende Schutzgebiete
  • 39 Europaschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 24.132 ha (ca. 9,3 % der Landesfläche)
  • 25 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 14.256 ha (ca. 5,5 % der Landesfläche)
  • 9 geschützte Landschaftsteile mit einer Gesamtfläche von 4.388 ha (ca. 1,69 % der Landesfläche)
  • 3 Landschaftsschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 584 ha (ca. 0,3 % der Landesfläche)
  • 3 Pflanzenschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 4.300 ha (ca. 1,6 % der Landesfläche)
  • 1 UNESCO-Biosphärenpark Großes Walsertal mit einer Gesamtfläche von 19.231 ha. Der Biosphärenpark ist nicht komplett als Naturschutzgebiet abgeschlossen, sondern kann auf zahlreichen Wander- und Radwegen erkundet werden. Mit dem „Biosphärenpark Haus“ wurde ein Besucherzentrum als Bildungseinrichtung errichtet und es gibt Führungen durch die Parkranger.
  • 1 Naturpark Nagelfluhkette mit einer Gesamtfläche von 15.410 ha. Dieser Park ist ein Großschutzgebiet zwischen Allgäu und Bregenzerwald. Auch dieser Park hat einen starken Bildungshintergrund und die Ranger und Naturparkbotschafter stehen für Führungen oder Workshops zur Verfügung. Im Infozentrum „AlpSeeHaus“ werden zentral alle Aspekte des Naturparks Nagelfluhkette den Besuchern dargestellt.

Naturschönheiten und Naturschauspiele in Vorarlberg

Der Lünersee (im Jahr 2019), der Körbersee (im Jahr 2017) und der Formarinsee (im Jahr 2015) wurden vom Fernsehpublikum und Fachjury im Zuge der TV-Sendung „9 Plätze, 9 Schätze“ des Österreichischen Rundfunks zu den „schönsten Plätzen Österreichs“ gewählt.

Die Zimba ist einer der bekanntesten Kletterberge in Vorarlberg mit einer Höhe von 2643 m ü. A. Da die Form des Berges von allen Seiten an ein Horn erinnert, wird sie auch Vorarlberger Matterhorn genannt. Der höchste Berg ist der Piz Buin in der Silvretta mit 3312 m ü. A.

Das Naturschutzgebiet Rheindelta ist das größte Feuchtgebiet am Bodensee und zählt zu den bedeutendsten Brut- und Rastgebieten für Vögel.

Die Moorlandschaften bei Krumbach/Bregenzerwald gehören aufgrund ihrer besonderen Biodiversität und Relevanz für Arten- und Hochwasserschutz zu den Schutzgebieten. Sie wurden für (touristische) Bildungszwecke mit einem Wanderweg erschlossen und können auch mit einem Führer besichtigt werden. Die installierten Infostationen und Moorsitze erklären die Geologie und Geschichte der Moore.

Zu den spektakulärsten Naturschauspielen im Rheintal gehört das Ebniter Tal mit der Rappenloch-, Alploch-, Schaufelschlucht, dem Staufensee-Stausee, dem Kirchle und der Gunzenach/Kobelach. Die Schluchten sind über Dornbirn erreichbar und von April bis Oktober begehbar, außerhalb dieser Zeit besteht die Gefahr von Steinschlag.

Das Gottesacker-Plateau im Kleinwalsertal ist eine unter Naturschutz stehende Karstlandschaft in der Nähe des Hohen Ifens. Die Kalksteinflächen sind über 120 Millionen Jahre alte Überreste von Korallenriffen und anderen Meerestieren aus dem Tethysmeer. Ausgewaschen, von Rillen und Rippen geprägt, gezeichnet von den Naturgewalten vergangener Jahrtausende.

Das Europaschutzgebiet Wiegensee ist ein Moorkomplex in einer wilden Berglandschaft hoch über Partenen. Hier findet man den ältesten Stausee des Montafons, der natürlich entstanden ist und so genannte Deckenmoore, welche eine Seltenheit in Mitteleuropa sind.

Politische Geographie

Das Bundesland ist in vier unterschiedlich große Verwaltungsbezirke aufgeteilt. Diese tragen jeweils den Namen ihrer Hauptstadt. Der Fläche nach abnehmend geordnet sind das Bludenz, Bregenz, Feldkirch und Dornbirn.

Neben diesen Verwaltungsbezirken gibt es die fünf Gerichtsbezirke Bezau, Bludenz, Bregenz, Dornbirn und Feldkirch. Generell decken die in den Bezirkshauptstädten ansässigen Bezirksgerichte jeweils den gesamten Bezirk ab. Das Bezirksgericht Bezau, das fast den gesamten Bregenzerwald sowie das Kleinwalsertal abdeckt, beschränkt das Gebiet des Bezirksgerichts Bregenz.

Vorarlberg ist in 96 eigenständige politische Gemeinden gegliedert, die aus insgesamt 107 Katastralgemeinden bestehen. Fünf Vorarlberger Gemeinden führen das Stadtrecht (Bludenz, Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Hohenems), weitere zwölf wurden zur Marktgemeinde erhoben.

Sitz der obersten Organe des Landes, des Vorarlberger Landtags und der Landesregierung, ist die Landeshauptstadt Bregenz. Für die Dauer außerordentlicher Verhältnisse könnte der Landeshauptmann laut Landesverfassung deren Verlegung an einen anderen Ort des Landesgebietes verfügen.

Verwaltungsgliederung

Politische Bezirke

Vorarlberg gliedert sich in vier politische Bezirke. Das sind von Nord nach Süd geordnet:

  • Bezirk Bregenz
  • Bezirk Dornbirn
  • Bezirk Feldkirch
  • Bezirk Bludenz

Obwohl die Städte Bregenz, Dornbirn und Feldkirch durchaus die erforderliche Größe hätten, gibt es in Vorarlberg keine Statutarstädte.

Nachbarländer

Vorarlberg hat eine 321 km lange Landesgrenze, über die es

  • auf 110 km an die Bundesrepublik Deutschland (Freistaat Bayern),
  • auf 107 km an die Schweizerische Eidgenossenschaft (Kanton St. Gallen und Kanton Graubünden),
  • auf 69 km an das österreichische Bundesland Tirol und
  • auf 35 km an das Fürstentum Liechtenstein grenzt.

Aufgrund der europaweit einmaligen völkerrechtlichen Besonderheit, dass es außerhalb der dem Ufer vorgelagerten Halde, also im sogenannten Tiefenbereich des Bodensees, keine gemeinsam festgelegten Staatsgrenzen gibt, gehört der Obersee nach der Kondominiumstheorie allen Anrainerstaaten gemeinsam. Die Schweiz erhebt allerdings territorialen Anspruch bis zur Seemitte und keine Ansprüche jenseits der Seemitte.

Geschichte

Vorarlberg war mindestens seit 500 v. Chr. vom keltischen Volksstamm der Brigantier besiedelt. Im Jahr 15 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet und bauten die Stadt Brigantium auf dem Gebiet der heutigen Landeshauptstadt Bregenz zu einem wichtigen Militärstandort und Bodenseehafen aus.

Um 260 begannen die Einfälle der Alemannen, die dann ab etwa 450 hier siedelten. Mit den Alemannen kam das Gebiet zum Fränkischen Reich, 843 zum Ostfränkischen Reich. Als Erben der Udalrichinger, die karolingische Grafen u. a. im Bodenseegebiet waren, erlangten die Grafen von Montfort um 1200 die Herrschaft im Gebiet von Bludenz, Bregenz und Feldkirch.

Seit dem 14. Jahrhundert gelangten die einzelnen Herrschaften an die Habsburger, die bestrebt waren, ihre Territorien in der heutigen Schweiz und ihre österreichischen Besitzungen zu arrondieren:

  • 1363 die Herrschaft Neuburg am Rhein
  • 1375 die Grafschaft Feldkirch
  • 1394 die Herrschaft Bludenz mit dem Montafon
  • 1397 die Herrschaft Jagdberg
  • 1451 die halbe Grafschaft Bregenz
  • 1453 die Gerichte Tannberg und Mittelberg
  • 1474 die Grafschaft Sonnenberg (der Truchsessen von Waldburg)
  • 1523 die zweite Hälfte der Grafschaft Bregenz

Zahlreiche Herrschaften in Südwestdeutschland (Freiburg im Breisgau) und der heutigen Schweiz (Fricktal im späteren Kanton Aargau) waren ebenfalls in habsburgischem Besitz (Vorderösterreich). Bis ins 17. Jahrhundert hinein stand ein Landvogt an der Spitze der Verwaltung der habsburgischen Gebiete in Vorarlberg.

Ebenfalls ins 14. Jahrhundert fällt die Einwanderung der Walser aus dem Oberwallis (Schweiz) und Graubünden (Schweiz). Im 13. Jahrhundert war die alemannische Bevölkerung im Oberwallis so stark angewachsen, dass ihnen der Platz zu eng wurde. Eine Ausdehnung weiter nach Westen war wegen der starken Romanen (Herzogtum Savoyen) nicht möglich, deshalb zogen sie über die östlichen und südlichen Gebirgspässe in die nachbarlichen Hochtäler (Walserwanderung).

1765 fiel die Grafschaft Hohenems nach dem Aussterben des Grafenhauses in männlicher Linie ebenfalls an die Habsburger. Mit der Errichtung des Tirolischen Kreisamtes Vorarlberg 1786, seinerzeit für die Herrschaften Bregenz und Hohenems, tritt das Land das erste Mal geschlossen in Erscheinung. 1804 rundete der Erwerb der Herrschaften Blumenegg und St. Gerold, ehemals Besitz der Klöster Weingarten bzw. Einsiedeln, und schließlich 1814 des ehemaligen Reichshofes Lustenau das Territorium ab.

In napoleonischer Zeit, zwischen 1806 und 1814, gehörte das Gebiet Vorarlbergs zu Bayern und kam dann bis auf die Westallgäuer Teile der Herrschaften Bregenz und Hohenegg an Österreich zurück; es wurde weiterhin von Innsbruck aus verwaltet.

1861 wurde Vorarlberg Kronland und erhielt wie alle Kronländer einen eigenen Landtag und dessen Landesausschuss als Exekutivorgan, blieb aber in Hinblick auf die gesamtstaatliche Verwaltung weiterhin in der Zuständigkeit der k.k. Statthalterei in Innsbruck, die den Kaiser als Landesherrn und die k.k. Regierung in Wien vertrat. Reste dieser Verwaltungseinheit mit Tirol gibt es noch heute z. B. im Gerichtswesen (Oberlandesgericht Innsbruck) oder in der Kammerorganisation (Architekten, Notare).

Nach dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie trennte Vorarlberg 1918 seine Verwaltung von derjenigen Tirols. Eine Volksabstimmung, die Verhandlungen mit der Schweiz über einen Beitritt Vorarlbergs zur schweizerischen Eidgenossenschaft befürwortete, ergab 1919 eine Mehrheit von gut 80 Prozent, scheiterte jedoch an der zögerlichen Politik der (provisorischen) Vorarlberger Landesversammlung und am Schweizer Bundesrat, der das sorgsam austarierte Verhältnis zwischen Sprachen und Konfessionen in der Schweiz nicht durch einen zusätzlichen Kanton mit deutschsprachigen Katholiken ins Ungleichgewicht bringen wollte, sowie an den Friedensverträgen von St. Germain und Versailles. Die herabwürdigende Bezeichnung Vorarlbergs als Kanton Übrig stammt dagegen von einem den Anschluss an Deutschland befürwortenden Gegner des Vorhabens. Mit der Errichtung der Republik wurde Vorarlberg ein selbständiges Bundesland mit eigener Landesregierung und einer im Wesentlichen bis heute gültigen Verfassung. Vorarlberg ist das einzige österreichische Bundesland, das sich in seiner Landesverfassung als selbständiger Staat bezeichnet.

Beim sogenannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 12. März 1938 wurde Vorarlberg mit ganz Österreich vom Deutschen Reich unter dem Jubel der einheimischen Nationalsozialisten de facto annektiert. Bereits kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Vorarlberg mit Tirol zum „Gau Tirol-Vorarlberg“ zwangsvereinigt und als selbständige Gebietskörperschaft aufgelöst. In Vorarlberg lebten 1938 nur noch sehr wenige Juden. Die seit dem 17. Jahrhundert bestehende Jüdische Gemeinde von Hohenems wurde zwangsweise aufgelöst und die Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert.

Auch in Vorarlberg, das von Kriegshandlungen fast vollständig verschont blieb, forderten die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und der Zweite Weltkrieg Menschenleben, darunter aus rassistischen oder politischen Gründen Getötete und an den Fronten gefallene Soldaten. Kurz vor Kriegsende im Frühjahr 1945 schoss die örtliche SS noch auf Zivilisten, die beim Anrücken der französischen Truppen „zu früh“ weiße Fahnen aus den Fenstern gehängt hatten.

Nach dem Krieg gehörte Vorarlberg von 1945 bis 1955 gemeinsam mit dem Land Tirol (ausgenommen Osttirol) zur französischen Besatzungszone.

Im Jahr 1964 sorgte Vorarlberg für bundesweite Schlagzeilen, als eine aufgebrachte Menge in der Bodenseegemeinde Fußach erreichte, dass ein Schiff statt auf den vom Bundesministerium für Verkehr vorgesehenen Namen „Karl Renner“ auf den Namen „Vorarlberg“ getauft wurde. Dieser lokale Protest gegen die Zentralregierung wurde unter dem Namen Fußachaffäre bekannt.

In den Jahren 1999 und 2005 verwüsteten schwere Überschwemmungen Teile Vorarlbergs und verursachten große Schäden.

Bevölkerung

Vorarlberg ist mit 153 Einwohnern pro Quadratkilometer nach Wien das am zweitdichtesten besiedelte Bundesland Österreichs. Mit dem Ballungsraum zwischen Feldkirch und Hörbranz verfügt es über eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas. Aufgrund der im österreichischen Vergleich frühen Industrialisierung entwickelte sich Vorarlberg bereits im 19. Jahrhundert zu einem klassischen Einwanderungsland. Das flächenmäßig kleine Land hat neben Wien den höchsten Immigrantenanteil. Dieser lag im Jahr 2015 bei etwa 16 % der Gesamtbevölkerung. Die größte migrantische Gruppe stellen Bewohner deutscher Herkunft, knapp gefolgt von Immigranten aus der Türkei. Die weit abgeschlagene drittgrößte Immigrantengruppe stellen in Vorarlberg Menschen aus Staaten des ehemaligen Jugoslawien dar.

Vorarlberg war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts noch relativ dünn besiedelt. Die Rheinregulierung, der Bahnbau und der damit verbundene Aufschwung der Industrie förderte die Ansiedlung von Trentinern, welche als Arbeitskräfte ins Land kamen. Zeugnis dieser Einwanderungswelle sind noch heute zahlreiche italienische Nachnamen, darunter auch bekannte wie etwa Collini oder Girardelli.

Die erste Einwanderungswelle beginnend in der Zwischenkriegszeit bestand hauptsächlich aus Menschen aus Ostösterreich, vor allem Steirer und Kärntner. Während der NS-Zeit wanderte eine große Anzahl von Südtiroler Optanten ein. Zu diesem Zweck entstanden auch die markanten, noch heute erhaltenen und bewohnten, Südtiroler-Siedlungen in den größeren Gemeinden des Landes.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichten mehrere größere Einwanderungswellen das Vorarlberger Land, was den großen Bevölkerungssprung zwischen 1923 und 1951 (trotz des Krieges) und zwischen 1961 und 1971 erklärt. So waren etwa im Jahre 1966 26,3 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung außerhalb des Landes geboren worden. Die erste Welle bestand vor allem aus deutschen Heimatvertriebenen (Sudetendeutsche und Untersteirern). Die zweite große Einwanderungswelle der 1960er und frühen 1970er Jahre kam mit den Gastarbeitern besonders aus der Türkei und Jugoslawien, deren Arbeitskraft vor allem in der Textilindustrie benötigt wurde. Diese Migrationswelle wurde durch die relativ gute Wirtschaftslage in Vorarlberg und der benachbarten Schweiz herbeigeführt.

Dialekt

Im Gegensatz zum restlichen Österreich werden in Vorarlberg keine bairischen, sondern alemannische Dialekte gesprochen, die mit den alemannischen Dialekten in der Deutschschweiz, dem südbadischen und elsässischen Alemannisch und dem Schwäbischen verwandt sind. Die beliebte Bezeichnung Vorarlbergs als „Ländle“ weist auf den alemannischen Sprachraum hin. Der nördliche Vorarlberger Dialekt (Bregenzerwald und die Landeshauptstadt Bregenz) ist am nächsten mit dem Allgäuer Dialekt verwandt; der im Vorarlberger Rheintal gesprochene Dialekt orientiert sich eher an den Dialekten des Schweizer Rheintals (Kanton St. Gallen) sowie Liechtensteins. Vor allem in geographischen Bezeichnungen, aber auch für manche Alltagsgegenstände, haben sich viele romanische Begriffe erhalten und verbreitet.

Religion

Bei der letzten von der Statistik Austria durchgeführten Volkszählung im Jahr 2001 waren etwa 78 % der Vorarlberger römisch-katholischen und etwa 2,2 % evangelischen Glaubens. Im Jahr 2015 waren noch 241.037 Vorarlberger römisch-katholischen Glaubens, was etwa einem Bevölkerungsanteil von 64 % entsprach. Unter den evangelischen Gläubigen bekannte sich der Großteil zum Augsburger Bekenntnis, es gab aber auch eine kleine Gruppe, die sich zum helvetischen Bekenntnis bekannte. Muslime machten im Jahr 2001 circa 8,4 % der Bevölkerung aus; damit ist der Islam die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft in Vorarlberg. Die Zahl der muslimischen Einwohner ist seither gestiegen und ihr Anteil an der Bevölkerung betrug im Jahr 2012 11,5 %. Dieser Religion gehören vor allem türkische und bosnische Einwanderer an; sie ist überdurchschnittlich stark im Bezirk Dornbirn vertreten, wo verschiedene muslimische Glaubensgruppen mehr als 10 % der Bevölkerung ausmachen. Keiner Religionsgemeinschaft zugehörig waren bei der Volkszählung 2001 in Vorarlberg 20.945 Personen, was etwa 6 % der Bevölkerung entsprach.

Seit der Volkszählung im Jahr 2001 wurden (mit Ausnahme der römisch-katholischen Kirche) keine verlässlichen Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Vorarlberger Bevölkerung mehr erhoben. Einzig das Religionsbekenntnis der Vorarlberger Volksschüler wird systematisch erfasst. Diese Zahlen deuten, neben dem sinkenden Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung, auf einen starken Wandel in der Religionszusammensetzung der Vorarlberger Bevölkerung seit dem Jahr 2001 hin. Heute (Stand 2018) sind 61,3 % der Volksschüler römisch-katholisch, 1,5 % evangelisch, 4,1 % christlich-orthodox, 22,5 % muslimisch, 2 % gehören anderen Religionsgemeinschaften an und 8,4 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Politik

Vorarlberg ist durch seine Landesverfassung sowohl als „selbständiger Staat“ wie auch als Teil des Bundesstaates definiert. Aufgrund der föderalen Struktur der Republik Österreich und des bundesstaatlichen Prinzips der Bundesverfassung verfügt Vorarlberg als Bundesland über eigene Exekutiv- und Legislativorgane sowie mit dem Landesverwaltungsgericht auch über ein eigenes Judikativorgan. Ihren Sitz haben sowohl die Organe der Exekutive wie auch der Legislative und das Landesverwaltungsgericht in der Landeshauptstadt Bregenz.

Landesregierung

Die Vorarlberger Landesregierung ist als vom Landtag gewählte Regierung für die Vollziehung von Landesgesetzen und speziellen Bundesgesetzen, die in die Vollziehung der Länder fallen, zuständig. Vorsitzender der Landesregierung und Regierungschef des Landes ist der Landeshauptmann. Dessen Stellvertreter wird in Vorarlberg nicht wie in den anderen Bundesländern als „Landeshauptmann-Stellvertreter“ bezeichnet, sondern als Landesstatthalter. Außer dem Landeshauptmann und dem Landesstatthalter gehören der Regierung noch weitere Landesräte mit unterschiedlicher Ressortverteilung an.

In der seit 2019 amtierenden Landesregierung Wallner III unter der Führung von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sind neben Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) noch drei weitere Landesräte der ÖVP sowie zwei Landesräte des Koalitionspartners Die Grünen vertreten.

Landesgesetzgebung

Als Legislativorgan des Landes und Landesparlament fungiert der Vorarlberger Landtag. Die 36 Abgeordneten des Landtags werden alle fünf Jahre vom Vorarlberger Landesvolk gewählt und gehören derzeit vier verschiedenen Fraktionen an. Nach der Wahl zum Vorarlberger Landtag am 13. Oktober 2019 (Landtagswahl in Vorarlberg 2019) sind im Landtag vertreten:

  • die Vorarlberger Volkspartei mit 17 Abgeordneten
  • Die Grünen Vorarlberg mit 7 Abgeordneten
  • die Vorarlberger Freiheitlichen mit 5 Abgeordneten
  • die SPÖ Vorarlberg mit 4 Abgeordneten
  • NEOS mit 3 Abgeordneten

Geleitet werden die Sitzungen des Vorarlberger Landtags vom Landtagspräsidenten oder seinen beiden Stellvertretern. Derzeit ist Harald Sonderegger (ÖVP) Präsident des Vorarlberger Landtags, seine Stellvertreter sind Monika Vonier (ÖVP) und Sandra Schoch (GRÜNE).

Neben den gesetzgeberischen Tätigkeiten sowie der Kontrolle der Regierung hat der Landtag auch die Aufgabe, in jeder Legislaturperiode drei Abgeordnete in den österreichischen Bundesrat, die Länderkammer des österreichischen Parlaments zu entsenden. In der aktuellen, 31. Legislaturperiode des Vorarlberger Landtags entsandte dieser zunächst Magnus Brunner (ÖVP), Heike Eder (ÖVP) und Adi Gross (GRÜNE) als Vorarlberger Vertreter in die Länderkammer, wobei Magnus Brunner nach seiner Bestellung zum Staatssekretär Anfang Jänner 2020 durch Christine Schwarz-Fuchs (ÖVP) ersetzt wurde.

Politische Entwicklungen

Seit dem Beginn der Zweiten Republik wird Vorarlbergs Politik von der konservativen Vorarlberger Volkspartei, zuvor, in der Zeit der Ersten Republik, von deren Vorgängerorganisation, der Christlichsozialen Partei, dominiert. Die SPÖ Vorarlberg schied 1974 aus der Landesregierung aus. Vorarlberg war lange Zeit das einzige österreichische Bundesland, in dem die Regierungssitze laut Landesverfassung nicht nach dem Proporzprinzip, sondern nach dem Majorzprinzip vergeben werden, seit 1999 jedoch gilt auch in Salzburg und in Tirol das Majorzprinzip.

Die ÖVP hatte bis zur Wahl 2014 – mit einer Ausnahme zwischen 1999 und 2004 – immer eine absolute Mandatsmehrheit im Landtag. Daher waren die in früheren Landesregierungen dem jeweiligen Juniorpartner in der Regierungskoalition zugestandenen Regierungssitze keine politische Notwendigkeit. Nach der Landtagswahl in Vorarlberg 2009, in deren Vorfeld es innerhalb der ÖVP/FPÖ-Koalition zu einem Zerwürfnis gekommen war, entschied sich die Vorarlberger Volkspartei mit ihrem damaligen Landeshauptmann Herbert Sausgruber erstmals seit 1945 dazu, eine Alleinregierung zu bilden. Nach der Landtagswahl 2014 kam es erstmals zu einer Koalition zwischen der ÖVP und den Grünen, die nach der Landtagswahl 2019 fortgesetzt wurde.

Seit 1984 sind Die Grünen Vorarlberg als vierte Partei im Vorarlberger Landtag vertreten. Nach der Abspaltung des BZÖ von der FPÖ entschieden sich die Vorarlberger Freiheitlichen zunächst für einen eigenständigen dritten Weg, ordneten sich 2006 aber wieder der Bundes-FPÖ unter. Seit dem Einzug von NEOS bei der Landtagswahl 2014 gehören dem Vorarlberger Landtag fünf Fraktionen an.

Zur Grundhaltung der Vorarlberger Politik gehört seit mehreren Jahrzehnten eine starke Betonung des österreichischen Föderalismus, eine teilweise fundamentale Opposition zur Österreichischen Bundesregierung in Wien – unabhängig von deren parteipolitischer Zusammensetzung – sowie generell eine etwas liberalere Haltung aller Parteien. Deutlichstes Symbol des stark verankerten Eigenständigkeitsgedankens in Vorarlberg war die Fußachaffäre im Jahr 1964.

Wappen

Die staatlichen Symbole des Landes sind das Landeswappen, das Landessiegel, die Landeshymne und die Landesfarben.

Die Vorarlberger Landesverfassung bestimmt im Rahmen der Landessymbole das 1918 eingeführte Landeswappen mit den Worten

„Das Wappen des Landes ist das Montfortische rote Banner auf silbernem Schild.“

Das Montfortische Banner ist mit drei gleich breiten und schwarz befransten Lätzen versehen und trägt am oberen Rand drei rote Ringe. Das obere Feld des Banners ist mit zwei, die Lätze sind mit drei schwarzen Querlinien durchzogen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Hauptverkehrsachse Vorarlbergs führt durch das Rheintal, den Walgau und das Klostertal zum Arlberg, durch den das Bundesland unter anderem mit dem restlichen Österreich verkehrstechnisch verbunden ist. Die erwähnenswertesten Übergänge nach Tirol sind die Bielerhöhe, der Arlbergpass und der Arlberg-Straßentunnel sowie der Übergang ins Lechtal bei Warth.

Auf Ebene des Individualverkehrs ist diese Verkehrsachse mit der Rheintal/Walgau Autobahn A 14 und der Arlberg Schnellstraße S 16 (mit dem Arlberg-Straßentunnel) realisiert.

Im Bereich des öffentlichen Verkehrs bilden die Bahnstrecke Lindau–Bludenz und die Arlbergbahn die Hauptachse. Zusammen mit der Bahnstrecke Feldkirch–Buchs und der Bahnstrecke St. Margrethen–Lauterach werden diese Strecken von den ÖBB bedient. Daneben gibt es noch die von der Montafonerbahn betriebene Bahnstrecke Bludenz–Schruns. Die EuroCity-Züge von München nach Zürich halten in Vorarlberg im Bahnhof Bregenz. Die Railjet-Züge von Wien nach Zürich halten am Bahnhof Feldkirch und am Bahnhof Bludenz. Die schmalspurige Bregenzerwaldbahn wurde um 1980 größtenteils stillgelegt. Nur ein kurzer Abschnitt wird heute noch als Museumsbahn betrieben.

Das Landbus-, Stadtbus- und Ortsbus-System (die meisten Linien verkehren im Halbstundentakt) komplettieren die öffentlichen Verkehrsmittel, die tariflich im Verkehrsverbund Vorarlberg integriert sind.

Im Unterschied zu den beiden anderen Bodensee-Anrainerstaaten Schweiz und Deutschland, die mehrere Linienfähren-Strecken betreiben, hat die Bodenseeschifffahrt für Vorarlberg keine Bedeutung im Rahmen der Personenbeförderung. Die Vorarlberger Bodenseeflotte dient lediglich touristischen Zwecken und verkehrt nur im Sommerhalbjahr. Ein Schiff der Flotte heißt Vorarlberg, siehe dazu Fußachaffäre.

Vorarlberg hat außer einem Flugplatz für Sportflugzeuge in Hohenems und zwei Heliports in Feldkirch und Ludesch keinen Flughafen. Die nächsten Flughäfen sind Innsbruck in Österreich, Altenrhein und Zürich in der Schweiz, Friedrichshafen, Memmingen, München und Stuttgart in Deutschland.

Im Dezember 2008 wurden Vorarlberg von Seiten des Bundes Fördermittel in der Höhe von 4,7 Millionen Euro zur Durchführung eines Modellversuches für Elektroautos zugesprochen. Dabei wurden, vor allem im Rheintal, etwa 100 E-Wagen neu eingeführt, 50 davon wurden durch die Illwerke/VKW-Gruppe angeschafft und verleast. Der für die Fahrzeuge benötigte Strom wird durch erneuerbare Energien gewonnen. Bei der Ausschreibung für die Modellregion hatte sich das Land gegen Graz, Linz und Salzburg durchgesetzt.

Im Jahr 2017 lag der Motorisierungsgrad (Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner) bei 535.

Wirtschaftsstandort

Wirtschaftlich ist das Bundesland Vorarlberg eine der am frühesten entwickelten Industrieregionen Österreichs. Heute dominiert weniger die traditionelle Textilindustrie, sondern die feinmechanische und Elektroindustrie sowie der Tourismus (Lech und Zürs am Arlberg, Montafon, Bregenzerwald, Kleinwalsertal). Vorarlberg ist das am zweitstärksten industrialisierte Bundesland Österreichs mit der stärksten Exportorientierung (Exportquote der Industrieproduktion circa 70 %). Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Grenzgänger in die Schweiz und nach Liechtenstein.

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Vorarlberg 2014 einen Index von 139 (EU-27: 100).

Industrie

Zu den großen Vorzeigeunternehmen mit internationaler Bedeutung zählen:

  • ALPLA in Hard (Kunststoffverpackungen)
  • die Julius Blum GmbH und Grass in Höchst (Beschläge)
  • Gebrüder Weiss in Lauterach (Transport und Logistik)
  • Zumtobel in Dornbirn (Lichttechnik)
  • Doppelmayr in Wolfurt (Seilbahnanlagenbau)
  • Rauch Fruchtsäfte in Rankweil und Nüziders sowie Pfanner in Lauterach (Fruchtsäfte)
  • Suchard (Süßwaren)
  • Getzner Textil in Bludenz sowie Wolford (Textilien)
  • die Rhomberg Gruppe (Bau und Bahn) in Bregenz
  • OMICRON electronics GmbH in Klaus (Prüf- und Diagnoseeinrichtungen für Betriebsmitteln in der elektrischen Energietechnik)

Daneben haben sich auch einige bedeutende ausländische Großkonzerne mit strategischen Produktionsanlagen in Vorarlberg angesiedelt. Hier sind beispielsweise Liebherr und Hydro-Aluminium in Nenzing zu nennen. Zudem sind in Vorarlberg vier Brauereien angesiedelt.

Dienstleistungsbetriebe

Im Jahre 2006 boten in Vorarlberg 51 Pflegeheime 2147 Wohn-/Pflegeplätze an, davon 1818 Pflegeplätze und 329 Wohnplätze in 1914 genutzten Zimmern; davon sind 1755 Einzelzimmer. 2006 wurden 3687 Menschen betreut, davon kamen 1152 nur vorübergehend in ein Pflegeheim.

Die Prostitution ist in Vorarlberg de facto verboten, da sie nur in vom Gemeindevorstand bewilligten Bordellen stattfinden darf und keine solchen Bewilligungen erteilt werden. 2011 bestanden etwa 70 bis 100 illegale Bordelle; das Gewerbe und die Kunden weichen auch in das benachbarte Schweizer Rheintal aus.

Energie

Stromwirtschaft bildet heute einen grundlegenden Punkt der Vorarlberger Wirtschaft, wobei Wasserkraft die Hauptenergiequelle ist. Diese wird vorwiegend für die Produktion von Spitzenstrom genutzt. Aufgrund eines Abkommens mit Baden-Württemberg wird Spitzenstrom mit deutschem Grundstrom im Verhältnis 1:4 ausgetauscht. 2003 war Vorarlberg auch die erste Region Europas, in der mehr regenerative Energie erzeugt als dort verbraucht wird. Ökostrom aus Vorarlberg wird deshalb auch ins deutsche Westallgäu, in die Schweiz und in andere österreichische Bundesländer verkauft. Der größte Stromerzeuger und -Verkäufer Vorarlbergs ist die illwerke vkw AG. Sie produziert 75 % des Vorarlberger Stroms vor allem durch Wasserkraft.

Tourismus

Das Bundesland Vorarlberg ist ein beliebtes Reiseziel. Die Tourismuswirtschaft nimmt allerdings verglichen mit der Gesamtwirtschaftsleistung eine verhältnismäßig geringe Rolle ein. Im Sektor "Beherbergung und Gastronomie" liegt die Bruttowertschöpfung Vorarlbergs über dem Österreichniveau (6,83 % zu 5,3 %; alle Zahlen von 2018). Die Vorarlberger Tourismuswirtschaft verzeichnet jährlich rund zwei Milliarden Euro Umsatz und bietet rund 13.000 Ganzjahresarbeitsplätze. Die Urlaubsgäste verbuchen über 8,6 Millionen Nächtigungen im Jahr. Gästeankünfte zählt die Landesstelle für Statistik jährlich rund 2,2 Millionen.

In- und ausländischen Gästen standen in der Wintersaison 2018/19 rund 63.900 Betten und in der Sommersaison 2019 rund 59.000 Betten in gewerblichen und privaten Beherbergungsbetrieben zur Verfügung. Die Wintersaison 2018/2019 blieb mit rund 5,0 Millionen Nächtigungen und 1,2 Millionen Ankünften knapp unter dem Vorjahresniveau. Mit 1.236.000 Gästeankünften und 5.031.200 Übernachtungen wurde annähernd wieder das Spitzenergebnis des Winters 2017/18 erreicht. Im Vorjahresvergleich gingen die Ankünfte um 1,1 % und die Nächtigungen um 1,3 % (‐67.200) zurück. Die Sommersaison 2019 zeigte deutliche Zuwächse gegenüber dem Sommer 2018. In der Sommersaison 2019 besuchten rund 1.284.400 Gäste Vorarlberg (+3,2 % im Vergleich mit Sommer 2018). Diese buchten 4.183.100 Übernachtungen (+4,0 % im Vergleich zu Sommer 2018).

Die Herkunftsländer der Urlaubsgäste in Vorarlberg sind Deutschland (54 %), Österreich (17 %), Schweiz (12 %), Niederlande (6 %), Frankreich (2,4 %), Belgien/Luxemburg (1,4 %), Großbritannien (1,3 %), Italien (1 %), Schweden/Dänemark (0,8 %), Tschechien, Polen, Russland (0,8 %). Wichtigste Tourismusregion im Jahr 2019 ist das Montafon (Nächtigungsanteil 2019: 21,47 %), gefolgt vom Bregenzerwald (20,16 %) und dem Kleinwalsertal (19,22 %). Im Kalenderjahr 2019 erzielte die Region Bodensee-Vorarlberg (+95.151) ein überdurchschnittlich hohes Nächtigungsergebnis, das sich durch die im Juli durchgeführte Gymnaestrada erklären lässt (Nächtigungsanteil 2019: 16,04 %). Ebenso konnte die Alpregion Bludenz (+19.100) mit einem Nächtigungsanteil von 12,56 % einen deutlichen Nächtigungszuwachs erzielen. Nächtigungseinbußen registrierten 2019 die Destinationen Montafon (-34.600) und Arlberg (- 15.000 Nächtigungen, Nächtigungsanteil: 10,56 %).

Der spätere Nobelpreisträger Ernest Hemingway verbrachte die beiden Winter 1924/25 und 1925/26 mit Familie in Vorarlberg, wo er in Schruns und Gaschurn mehrere Monate lebte. Durch seine Erzählungen über die Region in seinem Roman Paris – Ein Fest fürs Leben besitzt die Gegend besonders in den USA eine hohe Bekanntheit als Winterdestination.

Tendenzen

Die Wirtschaftsentwicklung Vorarlbergs wurde in den 2000er Jahren als „sehr positiv und wird für die Zukunft dynamischer eingeschätzt als für die Nachbarländer“, das galt auch für die prognostizierten Bevölkerungs- und Beschäftigtenzuwächse im Vergleich zu den benachbarten Staaten, mit Ausnahme von Liechtenstein.

Die Vorarlberger Wirtschaft ist aber aktuell von Veränderungen in der Struktur betroffen, etwa der Abwanderung oder Schließung großer Betriebe der Textilindustrie und steigenden Arbeitslosenzahlen. Die Arbeitslosenquote in Vorarlberg lag im Jahr 2012 mit 5,6 % um 0,9 Prozentpunkte unter dem österreichweiten Durchschnitt.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen

Medienlandschaft

Im Bereich der Printmedien dominiert die Tageszeitung Vorarlberger Nachrichten, die neben den beiden anderen reichweitenstarken, landesweit verbreiteten Printprodukten (Neue Vorarlberger Tageszeitung, Wann&Wo) unter dem Dach von Russmedia (ehemals Vorarlberger Medienhaus) der Verlegerfamilie Russ erscheint. Zur herausgeberischen Linie der VN gehörten in der Vergangenheit immer wieder Kampagnen, die Vorarlberg als eigenständige Einheit gegenüber „Restösterreich“ (insbesondere dem sozialdemokratisch dominierten Wien als historischem „Feindbild“) propagieren (Siehe dazu auch Fußachaffäre).

Im Zeitungssektor kam es immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Vorarlberger Medienhaus und anderen Verlegern, die das Vorarlberger Medienhaus in einer Art Monopolstellung sehen. Das Vorarlberger Medienhaus hält auch Anteile am Privatsender Antenne Vorarlberg. Diesem Medienaufgebot kann sich in Ansätzen nur der öffentlich-rechtliche Österreichische Rundfunk entgegensetzen, mit dem täglichen regionalen TV-Nachrichtenprogrammfenster sowie dem Radiosender Radio Vorarlberg. Am 5. März 2007 hat die erste Analog-Abschaltung in Österreich stattgefunden, damit wurde die endgültige Umstellung auf digitales TV (DVB-T) gestartet.

Einrichtungen der Verwaltung

Die Verwaltung ist in Vorarlberg traditionell dezentral organisiert. Das liegt zum einen daran, dass Vorarlberg bis 1918 kein eigenständiges Land war, deshalb auch keine Landeshauptstadt besaß und die Einrichtungen auf die größten Städte aufgeteilt wurden. Zum anderen ist Bregenz zwar Sitz von Landtag und Landesregierung, nimmt als drittgrößte Stadt des Landes aber nicht die zentrale Stellung ein, wie es Landeshauptstädte in den meisten anderen Bundesländern für gewöhnlich tun. So kann das gesamte Rheintal, insbesondere die drei größeren Städte Bregenz, Dornbirn und Feldkirch, als das eigentliche politische und gesellschaftliche Zentrum Vorarlbergs angesehen werden.

Einrichtungen mit landesweiter Bedeutung in den einzelnen Städten und Gemeinden, die normalerweise in der Landeshauptstadt angesiedelt sind, sind beispielsweise:

  • Bregenz: Landesregierung, Landespolizeidirektion, Militärkommando, Landesbibliothek, Landesarchiv, Landesmuseum, Landestheater, Landesschulrat für Vorarlberg (Schulaufsicht), Kunsthaus Bregenz, Bregenzer Festspiele, Landwirtschaftskammer, Regionalbüro der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, Landesstelle der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter
  • Wolfurt: Güterbahnhof für das gesamte Rheintal – daraus resultierend: Postamt Wolfurt-Bahnhof als größtes und wichtigstes Postamt, Zollamt Wolfurt-Bahnhof und Sitz der ÖBB-Postbus AG
  • Dornbirn: ORF-Landesstudio, Fachhochschule, Vorarlberger Gebietskrankenkasse, Landesstelle der Pensionsversicherungsanstalt, Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer, Ärztekammer
  • Feldkirch: Sitz der Diözese, Landesgericht, Verkehrsverbund Vorarlberg, Hauptzollamt für Vorarlberg, Arbeiterkammer, Österreichischer Gewerkschaftsbund, Wirtschaftskammer, Pädagogische Hochschule, Landesstelle der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft, größtes Landeskrankenhaus (Landeskrankenhaus Feldkirch), Finanzlandesdirektion für Vorarlberg, Vorarlberger Landeskonservatorium, Landesvermessungsamt, Landesfeuerwehrschule
  • Lustenau: Industriellenvereinigung, Sitz der Internationalen Rheinregulierungsbehörde, wichtigstes Zollamt an der Schweizer Grenze, zentrales Erdöllager für ganz Vorarlberg

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Vorarlberg bietet kulturelle Angebote vor allem in den Städten. Neben Theatersälen und Kinos ist die Seebühne mit den Bregenzer Festspielen zu erwähnen.

Aber auch Kulturfestivals wie die Schubertiade in Hohenems und Schwarzenberg, die Montforter Zwischentöne in Feldkirch, das Poolbar Festival in Feldkirch, die Montafoner Resonanzen, die Klassik Krumbach, das Tanzfestival Bregenzer Frühling, das Theaterfestival Luaga & Losna, der Vorarlberger Brauchtumsfestival Walserherbst, der Blumenegger Sommer, die Alpinale, Schifffahrten auf dem Bodensee, und Pilgerwege (der Jakobsweg, z. B.) sind zu erleben.

Museen

Zu den bekannten Museen in Vorarlberg zählen das Kunsthaus Bregenz, das vorarlberg museum in Bregenz, das Frauenmuseum Hittisau, das Jüdische Museum Hohenems, das FIS-Skimuseum Damüls und die inatura, ein naturgeschichtliches Museum in Dornbirn.

Weitere Museen siehe Liste der Museen in Vorarlberg.

Architektur

Historische und traditionelle Architektur

Das Montafonerhaus ist eine typische Architektur in Vorarlberg. Für die historische Architektur sind im Besonderen die eigenständigen Bauformen des Bregenzerwälderhauses und des Montafonerhauses relevant. Das Rheintalhaus ist die traditionelle bäuerliche Hausform in Dornbirn und den umliegenden Gemeinden im Vorarlberger Rheintal.

Moderne und traditionelle Architektur

Die Architekturszene in Vorarlberg ist europaweit reputiert und hat mit der Neuen Vorarlberger Bauschule „Vorarlberg“ zu einem Label für eine anspruchsvolle Architekturhaltung einer fruchtbaren Auseinandersetzung zwischen traditioneller Bauweise und moderner Interpretation gemacht. Die Vorarlberger Bauschule gilt als einer der wichtigsten Vorreiter der Neuen Alpenarchitektur.

Im Werkraum Bregenzerwald arbeiten heimische Handwerker an verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen Techniken. Der öffentlich zugängliche Ort dient der Präsentation der handwerklichen Leistungen, der Förderung der Baukultur im Zusammenwirken mit Architekten sowie die Steigerung gestalterischer Kompetenz und handwerklicher Qualität unter bevorzugter Einbindung der Jugend.

In Vorarlberg gibt es zahlreiche moderne Bauten für Kultur, Freizeit und Tourismus, die mit nationalen und internationalen Architekturpreisen ausgezeichnet wurden.

  • Das Vorarlberg-Museum (Cukrowicz Nachbaur Architekten) wurde unter anderem mit dem International Architecture Award 2014, Best Architect’s Award 2014 in Gold, Vorarlberger Bauherrenpreis 2015, Österreichischer Museumspreis 2016 ausgezeichnet.
  • Das Kunsthaus Bregenz, erbaut vom Schweizer Architekten und Pritzker-Preisträger Peter Zumthor, bekam 1998 den Mies van der Rohe Award
  • Das Festspiel- und Kongresshaus in Bregenz wurde von Helmut Dietrich und Much Untertrifaller errichtet. 2007 wurde der International Architecture Award und 2010 der Vorarlberger Bauherrenpreis verliehen.
  • Das Montforthaus in Feldkirch ist ein weiteres Kongress- und Kulturhaus, geplant von der ARGE Hascher & Jehle und Mitiska Wäger Architekten. Der Vorarlberger Bauherrenpreis wurde 2015 und der Österreichische Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit 2017 verliehen.
  • Auch das Werkraumhaus Bregenzerwald (gestaltet von Peter Zumthor) wurde mit dem Österreichischen Bauherrenpreis 2014 und 2015 prämiert. Darüber hinaus wurde das Gebäude in das UNESCO-Register für die Erhaltung des immateriellen Kulturerbe aufgenommen.
  • Beim Projekt BUS:Stop Krumbach haben sieben internationale Architekten zusammen mit lokalen Architekten, Handwerkern und der örtlichen Bevölkerung sieben außergewöhnliche Bushaltestellen in der Gemeinde Krumbach errichtet.

Aktuelle zeitgenössische Architektur in Vorarlberg verbindet traditionelle Materialien, die die Vorarlberger natürlich umgeben, mit Nachhaltigkeit und modernen Ausdrücken, Beispiele sind an verschiedenen Orten zu sehen, wie im vorarlberg museum, dem BUS:STOP Krumbach und dem Skyspace Lech. Letzteres wurde 2014 von James Turell speziell für den Standort bei Lech (Vorarlberg) konzipiert, damit sie sich nahtlos in die Landschaft integriert. Es wurde im September 2018 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Sehenswürdigkeiten

Kultur und Geschichte

Sehenswürdigkeiten finden sich insbesondere in den Altstädten von Feldkirch, Bludenz und Bregenz. Aber auch im Bregenzerwald und im Montafon sind einige Gebäude zu finden, die auf der Liste der denkmalgeschützten Objekte stehen. In vielfältiger Weise zeugen historische Stätten überall in der Vorarlberger Landschaft über die Vergangenheit. Kleine Wallfahrtsorte sind Maria Bildstein im Bezirk Bregenz, die Propstei Sankt Gerold im Großen Walsertal sowie die Basilika in Rankweil.

Natur

Sehenswert sind die Landschaften und Seitentäler Vorarlbergs wie das Brandnertal, das Montafon, das Kleinwalsertal und das Große Walsertal, seit dem Jahr 2000 ein von der Unesco anerkannter Biosphärenpark.

Brauchtum

In Vorarlberg werden das ganze Jahr über viele Bräuche und traditionelle Feste gepflegt, die insbesondere vom alemannischen Sprach- und Kulturraum geprägt sind, siehe Vorarlberger Brauchtum.

Küche

Käse und Milchprodukte spielen in der Vorarlberger Küche eine große Rolle und finden sich in vielen traditionellen Gerichten wieder. Bekannte hochprozentige Getränke sind der Fraxner Kirsch, ein Kirschwasser aus Fraxern, und der Edelbrand Subirer, ein Obstler aus Sau-Birne.

Siehe auch

Literatur

  • Margot Lehner: Vorarlberg. Land vor dem Arlberg. Bruckmann, München 1984, ISBN 3-7654-1946-X.
  • Markus Barnay: Die Erfindung des Vorarlbergers. Ethnizitätsbildung und Landesbewußtsein im 19. und 20. Jahrhundert. Vorarlberger Autoren Gesellschaft, Bregenz 1988, ISBN 3-900754-01-2.
  • Heinz Held: Vorarlberg und Liechtenstein. Landschaft, Geschichte und Kultur im „Ländle“ und im Fürstentum. DuMont, Köln 1988, ISBN 3-7701-1866-9.
  • Heinz Schurig: Land Vorarlberg. Eine Dokumentation. Lehrerarbeitskreis des Landes Vorarlberg, Ruß, Bregenz 1988, ISBN 3-85258-007-2.
  • Franz X. Bogner: Vorarlberg aus der Luft. Fotoband mit Luftbildern, Tyrolia, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7022-3215-3.

Weblinks

  • Website der Vorarlberger Landesregierung
  • Internetseite von Vorarlberg Tourismus
  • Eintrag zu Vorarlberg im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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Wappen/Flagge: Vorarlberg

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Bundesland

Fläche ca.: 2603.90 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 47.5961014
südlichster Punkt: 46.8408621
westlichster Punkt: 9.5307487
östlichster Punkt: 10.2371623

 
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