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Region Informationen Kanton: Bern

Informationen:


Bern  [bɛrn] (französisch Berne [bɛʁn], italienisch Berna [ˈbɛrna], rĂ€toromanisch , berndeutsch BĂ€rn [bÌ„ĂŠËrn]) ist eine politische Gemeinde in der Schweiz und als Bundesstadt de facto deren Hauptstadt (siehe auch Hauptstadtfrage der Schweiz). Bern ist Hauptort des gleichnamigen Kantons und liegt im Verwaltungskreis Bern-Mittelland dieses Kantons. Die Stadt ist nicht nur Sitz der stĂ€dtischen und kantonalen, sondern als Bundesstadt auch der eidgenössischen Verwaltung und damit das grösste Verwaltungszentrum der Schweiz.

Die 1191 gegrĂŒndete ZĂ€hringerstadt ist mit ihren charakteristischen Lauben teilweise in ihrer ursprĂŒnglichen Form erhalten. Seit 1218 Freie Reichsstadt, trat Bern 1353 der Eidgenossenschaft bei und entwickelte sich bis ins 16. Jahrhundert zum grössten Stadtstaat nördlich der Alpen. 1983 wurde die Berner Altstadt in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Die Stadt Bern verfĂŒgt ĂŒber eine Gesamtbevölkerung von 143'278 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2019). Nach ZĂŒrich, Genf, Basel und Lausanne sowie vor Winterthur gehört sie zu den einwohnerreichsten Gemeinden mit ĂŒber 100'000 Einwohnern der Schweiz.

Seit Jahren wird Bern mit ZĂŒrich und Genf als eine der StĂ€dte mit den weltweit höchsten Lebenshaltungskosten gelistet.

In der Agglomeration Bern, zu der 70 Gemeinden gehören, betrÀgt die stÀndige Wohnbevölkerung 419'983 Personen (Stand: 2018).

Die Stadt Bern ist Zentrum der Verwaltungsregion Bern-Mittelland und der Regionalkonferenz Bern-Mittelland mit seiner Teilkonferenz Wirtschaftsraum Bern. Seit lÀngerem bestehen ausserdem Bestrebungen, die Stadt und die Agglomeration als Hauptstadtregion Schweiz noch deutlicher zu positionieren. Mitglieder dort sind die Kantone Bern, Freiburg, Wallis, Neuenburg und Solothurn sowie StÀdte, Gemeinden und Regionalorganisationen.

Geographie

Die Stadt Bern liegt auf 542 mÂ ĂŒ. M. im Schweizer Mittelland beidseits der Aare zwischen dem Hausberg Gurten im SĂŒden und dem Bantiger im Osten. Die Aare umfliesst die Berner Altstadt mit einer nach Osten ausgreifenden Schleife (Aareschlaufe). Sie ist im Bereich der Altstadt und nördlich davon mit einem schmalen Tal rund 30 bis 50 Meter tief in die Umgebung eingesenkt.

Topographie

Topographisch befindet sich das Gemeindegebiet der Stadt Bern im Schweizer Mittelland und bedeckt eine FlĂ€che von 51,60 Quadratkilometern. Es dehnt sich in West-Ost-Richtung auf einer LĂ€nge von 15 Kilometern aus, wĂ€hrend sich die durchschnittliche Breite in Nord-SĂŒd-Richtung auf rund vier Kilometer belĂ€uft. Die alte Sternwarte (heute abgerissen und durch das Institut fĂŒr exakte Wissenschaften ersetzt) bildet das historische Zentrum der Landesvermessung der Schweiz und trĂ€gt die Schweizer Landeskoordinaten 600'000/200'000.

Landschaftsbildender Faktor ist die Aare, die von SĂŒdosten in das Gebiet fliesst. Das knapp ausserhalb des Gemeindebodens noch breite Aaretal verengt sich zusehends und bildet ab Beginn der Flussschleife um die Altstadt eine schmale Talkerbe. Der Talboden liegt hier auf rund 500 mÂ ĂŒ. M. Nach nur kurzem, geradem Lauf in nördlicher Richtung unterhalb des Altstadtbogens folgt das Flussbogensystem um das Plateau von Tiefenau und Felsenau. Etwa ab der MĂŒndung des FlĂŒsschens Worble unterhalb der Tiefenau markiert die Aare die nördliche Gemeindegrenze. Sie fliesst, noch immer in das umgebende Plateau eingeschnitten, westwĂ€rts weiter. Ihr Lauf verbreitert sich durch den Aufstau des Wohlensees.

Östlich an die Aare schliesst ein Plateau an, das auf durchschnittlich 550 mÂ ĂŒ. M. liegt. Es ist grossenteils besiedelt und verfĂŒgt ĂŒber ausgedehnte FlĂ€chen sowohl gewerblicher als auch industrieller Nutzung, Sportanlagen (Stadion Wankdorf) sowie VerkehrsflĂ€chen. Einzelne Anhöhen wie der SchĂ€rmenwald (588 mÂ ĂŒ. M.) und die Schosshalde (590 mÂ ĂŒ. M.) sind mit Wald bedeckt. Ganz im Osten reicht das Stadtgebiet bis an den Fuss des Ostermundigenberges. Auch der westlich der Aare gelegene Teil des Plateaus von Bern erreicht eine Höhe von rund 550 mÂ ĂŒ. M. Nordwestlich an das Siedlungsgebiet schliesst der etwa 5 Quadratkilometer grosse Bremgartenwald an. Er fĂ€llt im Norden mit einer Steilstufe zum Aaretal ab und wird durch mehrere kurze ErosionstĂ€lchen untergliedert. Zwischen dem Stadtteil BĂŒmpliz und der Vorortsgemeinde Köniz befindet sich der Könizbergwald, ein bewaldeter HĂŒgelrĂŒcken, mit 674 mÂ ĂŒ. M. die höchste Erhebung des Gemeindeareals der Stadt.

Der lange westliche Zipfel des Gemeindegebietes ist lĂ€ndlich geprĂ€gt. Das GelĂ€nde zeigt verschiedene Mulden, ehemals moorige Senken (zum Beispiel das Bottigenmoos) und Anhöhen, ist insgesamt aber nur schwach reliefiert. Es wird durch den GĂ€belbach, dessen Tal im unteren Teil bis zu 80 Meter in die Umgebung eingetieft ist, zur Aare entwĂ€ssert. Neben kleineren Siedlungen gibt es hier ausgedehnte Acker- und WiesenflĂ€chen, die nach SĂŒden zum grossen Waldgebiet des Forstes (bis 660 mÂ ĂŒ. M.) ĂŒberleiten.

Von der GesamtflÀche der Stadt Bern wurden bei der Erhebung im Jahr 2006 44,2 Prozent als Siedlungs-, Industrie-, Gewerbe- und VerkehrsflÀche, 33,5 Prozent als Wald und Gehölze sowie 20,2 Prozent als LandwirtschaftsflÀche ausgewiesen. Die restlichen 2,1 Prozent figurieren als unproduktive FlÀche.

Geologie

Geologisch liegt Bern im Molassebecken des Schweizer Mittellandes. Das Becken wurde im Lauf des TertiĂ€rs mit dem Abtragungsschutt der entstehenden Alpen aufgefĂŒllt, wobei sich die Sedimente in verschiedene Schichten unterteilen lassen.

Der Untergrund im Raum Bern besteht aus Sedimenten der Unteren SĂŒsswassermolasse, die im Aquitanium in der Zeit vor etwa 23 bis 20 Millionen Jahren abgelagert wurden. Die sogenannten GĂŒmmenen-Schichten enthalten relativ weiche Sandsteine unterschiedlicher Korngrösse mit dazwischengelagerten, oft rötlichen Mergeln. Diese Sedimente, deren Dimension im Bereich von Bern auf rund 800 Meter geschĂ€tzt wird, wurden von FlĂŒssen aus den Alpen hierher transportiert. Grössere Ablagerungs- und Umschichtungsereignisse fanden insbesondere wĂ€hrend Hochwassern und Überschwemmungen statt, was den raschen horizontalen und vertikalen Wechsel der einzelnen Schichten erklĂ€rt. Ganz im SĂŒden des Gebietes sind die GĂŒmmenen-Schichten durch die im Burdigalium vor 20 bis 16 Millionen Jahren abgelagerten Sense-Schichten aus Oberer Meeresmolasse ĂŒberdeckt. Dieser feste, gebankte Sandstein enthĂ€lt Glaukonit und ist als Baustein in der Berner Altstadt weit verbreitet.

Die OberflĂ€chenformen auf dem Stadtgebiet von Bern sind von eiszeitlichen Ablagerungen geprĂ€gt, die eine Ausdehnung von wenigen Metern bis ĂŒber 50 Meter erreichen. In den Eiszeiten stiess der Aaregletscher jeweils weit ĂŒber Bern ins Mittelland vor und vereinigte sich hier mit dem Rhonegletscher. WĂ€hrend von den Ă€lteren Gletschervorstössen nur wenige Zeugen an der OberflĂ€che (insbesondere AltmorĂ€nen im Aaretal) erhalten sind, bestehen die Plateaus beidseits des Aaretals im Bereich der Stadt Bern, der Bremgartenwald sowie das Gebiet des Forstes aus Schottern. Diese wurden im Rahmen des Vorstosses und RĂŒckzuges des wĂŒrmeiszeitlichen Aaregletschers abgelagert, der seine maximale Ausdehnung etwa vor 20'000 Jahren erreicht hatte. Die Schotter zeigen im Gegensatz zur Nagelfluh nur schwach verfestigte Lagen von Kies, die bis zu 20 Zentimeter grosse Blöcke aus Flyschsandsteinen und Kieselkalk der Berner Alpen enthalten. Dazwischen sind sandige Schichten gelagert. In der Region Bern wird daher an zahlreichen Orten Kiesabbau betrieben. Überreste einer EndmorĂ€ne, die beim letzten RĂŒckzug des Aaregletschers entstand, dem sogenannten Bern-Stadium, bilden eine Reihe von Anhöhen, die vom Steinhölzli ĂŒber den Veielihubel, die Falkenhöhe bei der UniversitĂ€t, den Rosengarten und den Schönberg bis zur Schosshalde reichen.

Klima

Die Stadt Bern befindet sich in der gemĂ€ssigten Klimazone mit LaubwĂ€ldern (effektive Klimaklassifikation Cfb). Die einzelnen Jahreszeiten sind wie in der ganzen Schweiz nördlich der Alpen stark ausgeprĂ€gt. Durchschnittlich regnet es etwa 90 mm pro Monat und 1060 mm pro Jahr. Mit rund 120 mm pro Monat regnet es aufgrund der mehrheitlich konvektiven NiederschlĂ€ge im Sommer ungefĂ€hr doppelt so viel wie im Winter; im Durchschnitt ist an 124 Tagen im Jahr mit mehr als einem Millimeter Niederschlag zu rechnen. Die Messstation des Bundesamtes fĂŒr Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) befindet sich im Vorort Zollikofen, auf 553 mÂ ĂŒ. M., ca. 5 km nördlich des Stadtzentrums (Luftlinie).

Die Jahresmitteltemperatur betrĂ€gt 8,8 °C, wobei im Januar mit −0,4 °C die kĂ€ltesten und im Juli mit 18,3 °C die wĂ€rmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier rund 104 Frosttage, und 23 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel rund 42, wĂ€hrend normalerweise 6,3 Hitzetage zu verzeichnen sind; in besonders heissen Sommern kann es um 37 °C warm werden.

Mit im Durchschnitt 1683 Stunden Sonnenschein pro Jahr hat Bern im Vergleich zu anderen Messstationen im Mittelland der Deutschschweiz eine relativ hohe Besonnungsrate. Der Höchstwert bei der Durchschnittssonnenscheindauer des Monats Januar wurde 2020 mit 137,4 Std. erreicht. Damit wurde der langjÀhrige Rekord von 1949 mit 103,7 Std. bei weitem gebrochen.

Die mittlere Windgeschwindigkeit belief sich in der Messperiode von 1981 bis 2000 auf 1,6 m/s, wobei Winde aus sĂŒdwestlichen und nordöstlichen Richtungen (Bise) ĂŒberwogen. Die höchsten mittleren Windgeschwindigkeiten werden bei Westwindlagen erreicht.

Stadtgliederung und Nachbargemeinden

Das Stadtgebiet von Bern ist in sechs Stadtteile gegliedert, die ihrerseits in insgesamt 32 Statistische Bezirke unterteilt sind. Darunter gibt es noch die Ebene von 114 GebrÀuchlichen Quartieren.

Den Kern des Siedlungsgebietes bildet die Berner Altstadt, als Stadtteil Innere Stadt genannt. Diese ist seit der napoleonischen Besetzung von 1798 in fĂŒnf mit Farbe bezeichnete Quartiere eingeteilt. An die Innenstadt grenzen im Nordwesten und Norden der Stadtteil LĂ€nggasse-Felsenau, im Norden Breitenrain-Lorraine, im Osten und SĂŒdosten Kirchenfeld-Schosshalde sowie im SĂŒdwesten und Nordosten Mattenhof-WeissenbĂŒhl. Nur der Stadtteil BĂŒmpliz-Oberbottigen liegt weiter im Westen.

Die folgende Tabelle stellt die Stadtteile und Statistischen Bezirke von Bern gegenĂŒber. Alle Einwohnerzahlen der Wohnbevölkerung innerhalb Berns werden von Statistik Stadt Bern, der zustĂ€ndigen Fachstelle, bereitgestellt. Sie beinhalten alle in der Stadt Bern mittels Heimatschein, Heimatausweis oder AuslĂ€nderausweis registrierten Personen (einschliesslich Nebenwohnsitz und nichtstĂ€ndige Wohnbevölkerung). Dieser Unterschied zu ĂŒblicherweise verwendeten Zahlen des BfS wird damit begrĂŒndet, dass alle Personen fĂŒr die Planung der Infrastruktur von Bern berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen.

Bern grenzt an elf Gemeinden: im Norden an Bremgarten bei Bern, Kirchlindach, Wohlen bei Bern und Zollikofen, im Osten an Ittigen, Muri bei Bern und Ostermundigen, im SĂŒden an Köniz und im Westen an Frauenkappelen, MĂŒhleberg und Neuenegg.

Agglomeration und mögliche Fusionen

Die Einwohnerzahl der gesamten Agglomeration Bern, zu der 70 Gemeinden gehören, wird 2018 mit 419'983 Personen angegeben. Ohne die Stadt Bern sind es 286'100 Personen. Im sogenannten Agglomerationshauptkern (14 Gemeinden) leben 262'943 Personen, ohne die Stadt Bern 129'060 Personen, im AgglomerationsgĂŒrtel und Nebenkern 157'040 Personen. Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland zĂ€hlt 414'658 Personen, ohne Stadt Bern 280'775 Personen. Seit 1930 hat sich das Gebiet der Agglomeration mehrfach erweitert. Der Verwaltungskreis Bern-Mittelland ist nicht wesentlich grösser.

Die Gemeinden Bolligen, Bremgarten bei Bern, Frauenkappelen, Kehrsatz und Ostermundigen prĂŒften im Rahmen einer Machbarkeitsstudie Kooperation Bern die Chancen und Risiken einer Fusion mit Bern. Bolligen grenzt nicht an Bern, wĂ€re dann ĂŒber Ostermundigen mit Bern verbunden gewesen. Bei positivem Ausgang sind Volksabstimmungen fĂŒr Mitte 2023 und bei Annahme die ersten gemeinsamen Wahlen fĂŒr Herbst 2024 vorgesehen. Bis auf Ostermundigen haben sich alle Gemeinden gegen Fusionsverhandlungen ausgesprochen.

Weitere Ortschaften namens Bern

Nach der Stadt Bern wurden mehrere Ortschaften in den Vereinigten Staaten von Amerika benannt. Am bekanntesten ist die 1710 vom Berner Patrizier Christoph von Graffenried gegrĂŒndete Hafenstadt New Bern in North Carolina, in der die Pepsi-Cola erfunden wurde. Daneben gibt es in den Staaten Idaho (Bern, Idaho), Kalifornien (Bern, Kalifornien), Kansas (Bern, Kansas), Pennsylvania und Wisconsin (Bern, Wisconsin) je eine Ortschaft mit dem Namen Bern – in der amerikanischen Fernsehserie «Jericho» New Bern, Kansas – in Indiana und New York Berne geschrieben. Das italienische Verona wurde veraltet auf Deutsch ebenfalls Bern genannt und umgekehrt Bern Verona im Üechtland.

Geschichte

Name

Der Name der Stadt Bern ist erstmals in einer Urkunde vom 1. Dezember 1208 belegt. FĂŒr die Herkunft des Stadtnamens, die bis heute nicht geklĂ€rt ist, gibt es mehrere ErklĂ€rungen, die zum Teil auf alten Legenden und Interpretationen beruhen.

  • Die bekannteste Legende ist die der Justingerchronik, nach der der StadtgrĂŒnder Herzog Berchtold V. von ZĂ€hringen beschlossen habe, die Stadt nach dem ersten in den umliegenden WĂ€ldern erlegten Tier zu benennen. Dies soll ein BĂ€r gewesen sein. Ein Zusammenhang zwischen BĂ€r und Bern hat keine linguistische Grundlage, sondern ist eine Volksetymologie, die mit dem BĂ€ren im Berner Wappen illustriert wird.
  • Der beim gegenwĂ€rtigen Stand der Forschung Â«ĂŒberzeugendste Vorschlag» ist gemĂ€ss Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. die Herleitung des Namens der Stadt Bern vom keltischen Wort berna. Dies ist in der mittelirischen Bedeutung «Kluft» oder «Schlitz» belegt, das als Orts- oder Flurname eine bestimmte Stelle oder einen Aareabschnitt bezeichnet haben könnte. Dieser Begriff könnte, nachdem er von einer galloromanischsprachigen Bevölkerung weiterverwendet worden war, ins Deutsche entlehnt sein.

GrĂŒndung und Mittelalter

Das Gebiet der Stadt Bern war spÀtestens seit der LatÚnezeit besiedelt. Die Àlteste nachgewiesene Siedlung war eine wahrscheinlich seit der zweiten HÀlfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. befestigte keltische Siedlung auf der Engehalbinsel. In römischer Zeit bestand auf der Engehalbinsel ein gallo-römischer Vicus, der zwischen 165 und 211 n. Chr. aufgegeben wurde.

FĂŒr das FrĂŒhmittelalter sind zahlreiche GrĂ€berfelder nachgewiesen, so in BĂŒmpliz, wo eine Mauritiuskirche aus dem 7. bis 9. Jahrhundert steht und ein Königshof aus der Zeit des hochburgundischen Königreichs mit einer hölzernen Wehranlage.

Ende des 12. Jahrhunderts erfolgte die GrĂŒndung der heutigen Stadt Bern durch Herzog Berchtold V. von ZĂ€hringen. Die Cronica de Berno gibt als GrĂŒndungsjahr 1191 an. Nach dem Aussterben der ZĂ€hringer wurde Bern laut der Goldenen Handfeste 1218 eine Freie Reichsstadt. König Rudolf I. von Habsburg bestĂ€tigte 1274 Berns Reichsfreiheit und legte der Stadt eine Reichssteuer auf, zu der nach der Niederlage an der Schosshalde 1289 noch eine Busse hinzukam. Als Schutz gegen die Grafen von Kyburg, die die ZĂ€hringer beerbt hatten, wĂ€hlte Bern die Schirmherrschaft Savoyens. Mit dem Sieg gegen die durch Kauf an Habsburg gelangte Stadt Freiburg bei «DornbĂŒhl» 1298 setzte Berns Territorialpolitik ein.

Im Jahr 1339 errangen die Berner im Laupenkrieg dank der UnterstĂŒtzung der Eidgenossen einen wichtigen Sieg gegen die umliegenden AdelshĂ€user und legten damit den Grundstein fĂŒr den Aufstieg zum Stadtstaat. Das bereits seit 1323 bestehende und 1341 erneuerte BĂŒndnis mit den Innerschweizer WaldstĂ€tten wurde 1353 nochmals bestĂ€tigt. Das BĂŒndnisgeflecht mit ZĂŒrich, Luzern und den WaldstĂ€tten mĂŒndete in die Eidgenossenschaft. Die Teilnahme an den Burgunderkriegen 1474 bis 1477 brachten Bern erste Landgewinne im Kanton Waadt. Seit dem 15. Jahrhundert verstand sich die Stadt Bern als Staat.

16. bis 18. Jahrhundert

Im Februar 1528 setzte sich die von der Stadt unterstĂŒtzte Reformation unter Berchtold Haller in Bern durch. Mit der Eroberung der Waadt im Jahr 1536 wurde Bern der grösste Stadtstaat nördlich der Alpen. 1648 erhielt Bern im WestfĂ€lischen Frieden die volle staatliche SouverĂ€nitĂ€t und löste sich endgĂŒltig vom Reich. Trotz des Macht- und Gebietszuwachses blieb die mittelalterliche oligarchische Regierungsform des Ancien RĂ©gime bis Ende des 18. Jahrhunderts bestehen: Der Grosse Rat hatte als höchste Entscheidungsinstanz stets zwischen 200 und 299 Mitglieder. Der Kreis der effektiv regierenden Geschlechter, des eigentlichen Patriziates, verkleinerte sich im Verlauf des 18. Jahrhunderts drastisch. Mitglieder des Grossen Rates bildeten den Kleinen Rat, die eigentliche Regierung. An der Spitze stand der regierende Schultheiss.

Politisch gÀrte es im 18. Jahrhundert in der Stadt und Republik Bern. 1723 kam es in der Waadt zur Revolte von Major Davel gegen die Berner Herrschaft. Am 27. Januar 1798 marschierten französische Truppen ins Berner Waadtland ein und drangen in der Folge immer weiter in die Schweiz vor. Bern musste sich, nachdem die Regierung bereits kapituliert hatte, trotz heftigen Widerstandes nach der Schlacht am Grauholz Anfang MÀrz geschlagen geben. Ausserdem verlor Bern die vorher abhÀngigen Gebiete Waadtland und Aargau sowie zeitweise das Berner Oberland.

Von Mai 1802 bis MÀrz 1803 war Bern die Hauptstadt der Helvetischen Republik. Zuvor waren Aarau (bis September 1798) und Luzern (bis Mai 1799) HauptstÀdte gewesen.

19. Jahrhundert

Im Jahr 1815 erhielt Bern im Zuge der Restauration den Status eines Vorortes und diente im Zweijahresrhythmus wechselnd als Regierungssitz des Staatenbundes. Am 14. Januar 1831, im Zuge der Regeneration, dankte die Patrizierregierung ab und machte den Weg zu Wahlen im Kanton frei. Mit der Verfassung von 1831 wurde der Vorrang der Stadt Bern, die Kantonshauptort wurde, im Kanton aufgehoben. 1832 wurde neben der BĂŒrgergemeinde neu die Einwohnergemeinde, in der alle ansĂ€ssigen BĂŒrger mit einem Mindestvermögen stimmberechtigt waren, geschaffen. Am 5. September 1832 erklĂ€rte die Kantonsregierung die Verfassung der Stadt Bern fĂŒr aufgehoben und den Stadtrat fĂŒr abgesetzt. Auch in der neuen Einwohnergemeinde behielten Patriziat und Burger allerdings die Mehrheit. In den folgenden Jahrzehnten blieb die Stadt Bern konservativ regiert und stand damit im Gegensatz zum freisinnigen Kanton. Erst 1886 wurde die konservative Mehrheit in Stadtparlament und -regierung durch eine freisinnige abgelöst. 1887 wurde die Gemeindeversammlung abgeschafft und stattdessen die Urnenwahl und -abstimmung eingefĂŒhrt. Die Arbeiterschaft Berns hatte sich seit GrĂŒndung der sogenannten Ersten Internationale von 1864 in verschiedenen Vereinen organisiert, die Sozialdemokratische Partei Berns wurde 1877 gegrĂŒndet. Die Zeitung Berner Tagwacht, die bis 1997 weiterbestand, wurde 1893 gegrĂŒndet, im Jahr des KĂ€figturmkrawalls, eines Arbeiteraufstands, der mit Hilfe eidgenössischer Truppen niedergeschlagen wurde. Im Mai 1895 fĂŒhrte die Stadt Bern als eine der ersten Gemeinden der Schweiz den Proporz fĂŒr die Gemeindewahlen ein. Im gleichen Jahr wurde Gustav MĂŒller als erster Sozialdemokrat in den Gemeinderat gewĂ€hlt; 1899 sassen bereits zwei Vertreter der Sozialdemokraten in der Berner Regierung.

Bern als Bundesstadt

Den WiderstÀnden bei der Hauptstadtfrage der Schweiz gegen eine zentrale Hauptstadt wurde dadurch Rechnung getragen, dass statt einer Hauptstadt lediglich eine Bundesstadt als Sitz von Bundesregierung, Bundesversammlung und Bundesverwaltung gewÀhlt werden sollte. Die Wahl der Bundesversammlung fiel auf Bern. National-, StÀnde- und Bundesrat tagten in drei verschiedenen GebÀuden in der Stadt, bevor das erste sogenannte Bundesrathaus 1857 eingeweiht wurde.

Als Bundesstadt wurde Bern attraktiv fĂŒr internationale Organisationen. Im Jahr 1868 wurde Bern Sitz der drei Jahre vorher in Paris gegrĂŒndeten Internationalen Telegraphenunion (seit 1934 Internationale Fernmeldeunion [ITU]). Am 9. Oktober 1874 wurde in Bern der Allgemeine Postverein von 22 Staaten gegrĂŒndet, 1878 wurde er in Weltpostverein umbenannt und 1947 eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, der Hauptsitz blieb in Bern. Die Verhandlungen zur Vereinheitlichung der technischen Mindestvoraussetzungen fĂŒr den internationalen Eisenbahnverkehr wurden von 1882 bis 1886 in Bern gefĂŒhrt, der Technische Einheit im Eisenbahnwesen genannte Staatsvertrag, der 1887 in Kraft trat, enthĂ€lt unter anderem eine Bestimmung, die als Berner Raum bezeichnet wird. 1886 wurde die Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst in Bern unterzeichnet; 1893 entstand daraus das Internationale BĂŒro fĂŒr geistiges Eigentum mit Sitz in Bern, die VorgĂ€ngerorganisation der World Intellectual Property Organization (WIPO). Auch die Ligue internationale de la Paix und die Interparlamentarische Union, die mit Friedensnobelpreisen geehrt wurden, hatten ihren Sitz in Bern.

20. und 21. Jahrhundert

1914 fand die Schweizerische Landesausstellung in Bern statt, die von rund 3,2 Millionen Personen besucht wurde und mit einem EinnahmenĂŒberschuss von fast 35'000 Franken abschloss, trotz dem gleichzeitig im Gange befindlichen Ersten Weltkrieg.

1918 wurde die Kunsthalle mit einem Überblick ĂŒber das Berner Kunstschaffen eröffnet. Im bereits seit 1879 bestehenden Kunstmuseum waren schon 1910 Arbeiten von Paul Klee ausgestellt worden.

Mit der Eingemeindung von BĂŒmpliz wurde 1919 das bisher einzige Mal in der Geschichte Berns das Gemeindegebiet erweitert. Nachdem die Sozialdemokraten am Ende des Ersten Weltkriegs kurzzeitig die absolute Mehrheit in Stadt- und Gemeinderat erlangt hatten, bestand wĂ€hrend des 20. Jahrhunderts meist eine knappe bĂŒrgerliche Mehrheit.

Seit 1968 sind Frauen in der Gemeinde Bern stimm- und wahlberechtigt, 1988 wurde das Stimm- und Wahlrechtsalter von 20 auf 18 Jahre gesenkt.

Eine kulturelle BlĂŒtezeit erlebte Bern in den 1960er-Jahren. In den Klein- und Kellertheatern wurden StĂŒcke zeitgenössischer Autoren aufgefĂŒhrt, die Mundart wurde mit Kurt Marti und den Berner Chansons der Berner Troubadours, Berner TrouvĂšres und Mani Matter neu belebt. Die Berner Rockband Span starteten einen neuen Schweizer Mundartrock. Unter Harald Szeemann wurde die Kunsthalle zu einem Ausstellungsforum der Avantgarde, so erhielt der KĂŒnstler Christo 1968 anlĂ€sslich des 50-jĂ€hrigen Bestehens der Kunsthalle erstmals Gelegenheit, ein GebĂ€ude zu verpacken.

Als Ergebnis der 1968er Jugendbewegung wurden die Gaskessel des stillgelegten Gaswerkes als Jugendzentrum umgenutzt. Die 1980er Jugendunruhen fĂŒhrten in Bern zur Umnutzung der zentral gelegenen Reitschule, die schon nach ihrer Eröffnung 1897 ein gesellschaftliches Zentrum Berns gewesen war, als alternatives Kulturzentrum und zur Einrichtung der Dampfzentrale als weiteres Kulturzentrum. Auch das aus der Hausbesetzerszene hervorgegangene alternative Wohnprojekt Zaffaraya besteht weiter.

Bei den Gemeindewahlen von 1992 gewann das WahlbĂŒndnis «RotGrĂŒnMitte» (RGM) erstmals die Mehrheit in Stadt- und Gemeinderat – diese linksgrĂŒne Mehrheit hat sich seither kontinuierlich verfestigt. Ansonsten wurde der Beginn des 21. Jahrhunderts geprĂ€gt durch die Erneuerung des Berner Bahnhofs, die schweren Ausschreitungen anlĂ€sslich eines Umzugs der national-konservativen SVP in der Innenstadt im Oktober 2007 sowie die Fussball-Europameisterschaft 2008. 2017 war Bern einer von zehn Schweizer Orten, die von der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa das Etikett «Reformationsstadt Europas» verliehen bekommen haben.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Die Stadt Bern verdankt ihr Wachstum in erster Linie der Zuwanderung vom Land.

Zur GrĂŒndungszeit Ende des 12. Jahrhunderts zĂ€hlte die Stadt etwa 500 Einwohner, 100 Jahre spĂ€ter waren es vermutlich bereits 3000. In den folgenden Jahrhunderten nahm die Bevölkerung trotz der grassierenden Pest stetig zu und war zur Mitte des 15. Jahrhunderts auf 5000 angewachsen. Nach einem RĂŒckgang in der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerungszahl in den nachfolgenden Jahrhunderten kontinuierlich weiter. Im Jahr 1764, als die erste BevölkerungszĂ€hlung erfolgte, waren es 11'000, um 1800 vermutlich bereits 12'000 und 1850 schon beinahe 30'000 Einwohner, ohne dass die Stadt sich wesentlich vergrössert oder ihr Äusseres grundlegend verĂ€ndert hĂ€tte.

In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts verdoppelte sich die Einwohnerzahl und ĂŒberschritt 1920 die 100'000-Marke. Das Bevölkerungswachstum dauerte bis in die 1960er-Jahre weiter an, erreichte mit ĂŒber 165'000 Einwohnern 1963 seinen vorlĂ€ufigen Höhepunkt und entwickelte sich danach rĂŒcklĂ€ufig.

Nach einer lĂ€ngeren Periode mit zum Teil grossen WegzugsĂŒberschĂŒssen haben sich ab dem Jahr 2000 bei den Personen wieder Wanderungsgewinne ergeben. Weiterhin negativ ist der Wanderungssaldo der Familien. In die Stadt verlegen vorwiegend jĂŒngere Einzelpersonen (Ausbildung, Arbeit) ihren Wohnsitz. Viele von ihnen heiraten spĂ€ter und ziehen als Familien ins Umland der Stadt Bern. Die Zahl der Zu- und WegzĂŒge von Personen fĂ€llt seit Mitte der 1970er Jahre deutlich tiefer aus als in den vorangegangenen Jahren. FrĂŒher schlugen bei den Wanderungsbewegungen Ein- resp. Ausreisen der SaisonarbeitskrĂ€fte stark zu Buche.

Ende Dezember 2019 betrug die Bevölkerungszahl 143'278, was gegenĂŒber 2018 einer Zunahme von 0,6 % entsprach. 75,9 % waren Schweizer und 24,1 % AuslĂ€nder.

Bevölkerungszusammensetzung

143'278 (75,9 Prozent) der Einwohner der Stadt Bern sind Schweizer StaatsbĂŒrger, 34'540 (24,1 Prozent) sind auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger. Die grössten AuslĂ€ndergruppen stammen aus Deutschland (6387 Personen), Italien (4168), Spanien (1940), Portugal (1508), Nordmazedonien (1231), dem Kosovo (1206) und der TĂŒrkei (1155).

Bern hat einen FrauenĂŒberschuss; 52 Prozent (74'511) sind Frauen, 48 Prozent (68'767) MĂ€nner, aber es gibt markante Unterschiede zwischen der schweizerischen und der auslĂ€ndischen Wohnbevölkerung. Auf 100 Schweizerinnen kommen rund 87 Schweizer, auf 100 AuslĂ€nderinnen jedoch rund 109 AuslĂ€nder.

Das Durchschnittsalter der Berner Bevölkerung ist in den 2000er-Jahren gesunken, es betrug 2008 41 Jahre und neun Monate. Bei den Schweizern sind die MĂ€nner jĂŒnger als die Frauen, 2008 im Durchschnitt 1616 Tage mit abnehmender Tendenz, wĂ€hrend es bei der auslĂ€ndischen Wohnbevölkerung umgekehrt ist. Die MĂ€nner sind Ă€lter als die Frauen, 2008 um 477 Tage, und bei beiden steigt das Durchschnittsalter. Es betrug 2008 bei den MĂ€nnern 36,05 und bei den Frauen 34,75 Jahre.

Die Zahl der Ledigen an der Gesamtbevölkerung hat 2015 auf 53,2 Prozent der Frauen und 57,1 Prozent der MÀnner zugenommen. Die Zahl der Verheirateten betrÀgt noch 29,5 Prozent der Frauen und 33,6 Prozent der MÀnner. Geschieden sind 8,5 Prozent der Gesamtbevölkerung.

BĂŒrgerrecht

Die Stadt Bern ist eine zweiteilige BĂŒrgergemeinde. Neben der 1832 geschaffenen Einwohnergemeinde existiert die Burgergemeinde Bern mit 13 Gesellschaften und ZĂŒnften als öffentlich-rechtliche Personalgemeinde mit 18'266 Mitgliedern per Ende 2015.

Sprachen

Die Amts- und Schriftsprache in der Stadt Bern ist Deutsch. In der eidgenössischen VolkszÀhlung von 2000 gaben gut 81 Prozent der Berner Wohnbevölkerung Deutsch als Hauptsprache an, je knapp vier Prozent Französisch und Italienisch.

Die gesprochene Umgangssprache ist Berndeutsch, ein hochalemannischer Dialekt. Die Stadtberner Mundart weist eine in anderen Schweizer StĂ€dten kaum mehr zu beobachtende soziale Gliederung auf, die heute aber auch weniger ausgeprĂ€gt ist als noch Mitte des 20. Jahrhunderts. Eines der auffallendsten Merkmale der «gehobenen» Stadtberner Mundart ist das Fehlen des vokalisierten «L»: So heisst etwa die Milch «Milch» und nicht «Miuch», ich wollte «i ha welle» und nicht «i ha wöue». Gewisse Besonderheiten zeichnen ausschliesslich die Sprache des bernischen Patriziats aus, die sich aber immer mehr verlieren. Eine zusĂ€tzliche Eigenheit des Berndeutschen ist die Übernahme einiger Wörter aus dem frĂŒheren Unterschichtsquartier Matte, das mit dem Mattenenglisch ĂŒber eine konstruierte Geheimsprache verfĂŒgte, die heute noch folkloristisch gepflegt wird. Die hĂ€ufig verwendeten Worte «jiu/ieu» fĂŒr «ja» oder «Giel/Gieu» fĂŒr «Bub/Knabe» entstammen dem Matteberndeutschen.

Religionsgemeinschaften und Konfessionen

Die Stadt und der Kanton Bern kennen staatlich anerkannte Religionen und Konfessionen: Die evangelisch-reformierte, die evangelisch-lutherische, die römisch-katholische und die christkatholische Konfession sowie die israelitische Religionszugehörigkeit.

Die Mehrheit der Stadtberner Bevölkerung gehört einer Religionsgemeinschaft an. In der VolkszĂ€hlung des Jahres 2000 bezeichneten sich lediglich 16'363 (12,7 Prozent) Personen als konfessionslos, 7855 machten keine Angabe. 2012 waren gemĂ€ss Bundesamt fĂŒr Statistik bereits 25 % der ĂŒber 15-JĂ€hrigen konfessionslos.

FĂŒr die schweizerische Wohnbevölkerung ergaben sich folgende Anteile laut VolkszĂ€hlung des Jahres 2000: evangelisch-reformierte Kirche knapp 59 Prozent, römisch-katholische Kirche knapp 20 Prozent, keine Zugehörigkeit gut 13 Prozent und keine Angabe gut 4 Prozent. Bei den AuslĂ€ndern steht die römisch-katholische Kirche mit 43 Prozent an der Spitze, gefolgt von den islamischen Gemeinschaften mit knapp 15 Prozent, der evangelisch-reformierten Kirche mit ĂŒber 5 Prozent und den christlich-orthodoxen Kirchen mit knapp 5 Prozent. Beinahe 11 Prozent der auslĂ€ndischen Bevölkerung gehört keiner Religionsgemeinschaft an, und 13 Prozent haben keine Angabe zu dieser Frage gemacht.

Zwischen 1999 und 2009 hat die evangelisch-reformierte Kirche ihre Mehrheit verloren: Waren 1999 52 % der Gesamtbevölkerung der Stadt Bern Mitglied dieser Kirche, waren es 2009 noch 44 % und 2013 noch 39,8 %. Auch die Anzahl der Katholiken hat abgenommen: von 27 % 1999 auf 24 % 2009 und 22,5 % 2013.

Christentum

Die Stadt Bern ist seit ihrer GrĂŒndung eine christliche Stadt. Bereits Ende des 12. Jahrhunderts wurde eine Kirche errichtet, die sich wie ihr seit 1255 als Stadtkirche St. Vinzenz belegter Nachfolgebau an der gleichen Stelle befand, an der das heutige spĂ€tgotische MĂŒnster steht.

Reformation

Nachdem sich in Bern 1528 mit der Berner Disputation die Reformation durchgesetzt hatte und 1532 eine Kirchenordnung erlassen worden war, bildete die Stadt eine einzige reformierte Kirchgemeinde mit dem MĂŒnster als Pfarrkirche, die 1720 in fĂŒnf – heute zwölf – reformierte Kirchgemeinden aufgeteilt wurde. Die französischsprachigen Protestanten hatten mit der Französischen Kirche, der Kirche des frĂŒheren Dominikanerklosters, der Ă€ltesten erhaltenen Kirche Berns, seit 1623 ihre eigene Kirche. 46 Prozent der Stadtberner Bevölkerung, rund 60'000 Personen, sind evangelisch-reformiert. Bern ist einer der zehn Schweizer Orte, die 2017 von der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa das Etikett «Reformationsstadt Europas» verliehen bekommen haben.

Katholizismus

Die seit der Reformation zunÀchst nicht mehr vertretene römisch-katholische Kirche unterhÀlt seit 1799 wieder eine Kirchgemeinde in der Stadt, aber erst 1853 gestattete die Berner Regierung den katholischen Einwohnern den Bau einer eigenen Kirche. Die 1858 bis 1864 neben dem Rathaus erbaute katholische Kirche St. Peter und Paul wurde jedoch nach der Abspaltung der Alt- oder Christkatholiken von der römisch-katholischen Kirche nach dem ersten Vatikanischen Konzil 1876 christkatholisch und Sitz des christkatholischen Bischofs. Sie zÀhlt rund 300 Mitglieder.

Die Àlteste römisch-katholische Kirche der Stadt Bern ist die 1899 nach dreijÀhriger Bauzeit eingeweihte Dreifaltigkeitskirche. Knapp 25 Prozent der Bevölkerung Berns oder 31'500 Personen gehören der römisch-katholischen Kirche an.

1963 entstand die italienische Diasporakirche Madonna degli Emigrati.

Orthodoxie

Die christlich-orthodoxe Glaubensgemeinschaft zÀhlt laut VolkszÀhlung des Jahres 2000 weniger als 2000 Personen.

Weitere

Das im Jahr 1831 in Bern gegrĂŒndete Evangelische Gemeinschaftswerk, damals Evangelische Gesellschaft zĂ€hlt zu den grössten freikirchlichen Gemeinden. 1834 wurde in Bern die erste, heute weltweit verbreitete Freie Evangelische Gemeinde gegrĂŒndet. Zur lokalen Sektion der Evangelischen Allianz gehören 33 Kirchgemeinden und evangelische Vereine.

Im Weiteren gibt es die Siebenten-Tags-Adventisten und zwei Gemeinden der Neuapostolischen Kirche.

Judentum

Juden sind in Bern 1259 erstmals urkundlich erwĂ€hnt. Im Jahr 1294 wurden sie des Ritualmordes an einem Kind, das tot aufgefunden worden war und als Rudolf von Bern bekannt wurde, bezichtigt. Obwohl die Obrigkeit nicht an eine Schuld der Juden glaubte, fasste sie den Beschluss, die Aufgebrachtheit der Bevölkerung zu nutzen und die Juden aus der Stadt zu vertreiben, um sich ihrer Schulden bei den jĂŒdischen Geldgebern zu entledigen. Juden dĂŒrften sich jedoch schon bald danach wieder in Bern angesiedelt haben. WĂ€hrend der Zeit der grossen Pest Mitte des 14. Jahrhunderts wurden sie erneut verfolgt und vertrieben. In der Justingerchronik werden die Juden stark verunglimpft, kurz danach wurden sie 1427 auf Beschluss von Schultheiss und Rat der Stadt Bern «fĂŒr ewig» aus der Stadt verbannt. Die auf Karl Howald zurĂŒckgehende Theorie, der Mitte des 16. Jahrhunderts errichtete Kindlifresserbrunnen erinnere an den angeblichen Ritualmord und stelle einen Kinder verschlingenden Juden dar, gilt als ĂŒberholt.

Seit 1848 gibt es in Bern wieder eine jĂŒdische Gemeinde. Eine erste Synagoge bestand seit 1856 in der heutigen Genfergasse, der jĂŒdische Friedhof wurde 1871 angelegt, 1906 wurde die im sogenannten maurischen Stil erbaute Synagoge im Monbijouquartier eingeweiht. 1996 wurde die jĂŒdische Gemeinde Berns öffentlich-rechtlich anerkannt. Sie zĂ€hlt rund 300 Mitglieder.

Islam

Seit 1979 besteht in Bern ein islamisches Zentrum. Die Berner Muslime sind seit 2005 im Dachverband der islamischen Zentren und Moscheevereine des Kantons Bern Umma zusammengeschlossen. GemÀss VolkszÀhlung des Jahres 2000 leben rund 5000 Muslime in Bern, also ungefÀhr 4 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Hinduismus

Die hinduistischen Vereinigungen der Stadt Bern zÀhlen knapp 1500 Mitglieder. 1994 wurde der grösste Tempel der Schweiz in Bern-Bethlehem eröffnet. In Zollikofen bei Bern befindet sich ein Sathya-Sai-Baba-Zentrum.

Persönlichkeiten

In der Stadt geborene Persönlichkeiten werden in der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Bern aufgefĂŒhrt, Biographien von Menschen mit deutlichem Bezug zu Bern werden in der Kategorie Person (Bern) gesammelt.

Politik

Ein Artikel der NZZ bezeichnete 2019 Bern als «die linkeste Grossstadt der Schweiz». Grund dafĂŒr sei der soziostrukturelle Wandel, wobei es einen Unterschied zwischen Stadt und Agglomeration gĂ€be. Nachdem sich Schweizer GrossstĂ€dte Anfang der 1990er Jahre sich zu sozialen Brennpunkten entwickelt hĂ€tten, habe ein vermehrter Zuzug von gut ausgebildeten, wohlhabenden und jungen Menschen die Negativspirale durchbrochen, die StĂ€dte seien als Wohnorte wieder attraktiv.

Gemeinderat

Der Gemeinderat der Stadt Bern umfasst fĂŒnf Mitglieder, die alle vier Jahre von den Stimmberechtigten der Gemeinde Bern gewĂ€hlt werden. Der Berner Gemeinderat wird im Unterschied zu anderen Schweizer Exekutiven nach dem Proporzprinzip gewĂ€hlt. Die letzte Wahl fand am 29. November 2020 statt.

Der Gemeinderat trifft sich wöchentlich zur Sitzung im Erlacherhof. Jedes Mitglied leitet eine der fĂŒnf Direktionen der Stadt. Der StadtprĂ€sident leitet die Sitzungen des Gemeinderats.

StadtprÀsidium

Die Auflistung der StadtprÀsidenten von Bern ab 1832 findet sich im Artikel Liste der StadtprÀsidenten von Bern. Die historische Zusammensetzung des Berner Gemeinderates findet sich im Artikel Gemeinderat (Bern)

Ein Mitglied des Gemeinderats wird von den Stimmberechtigten in direkter Wahl zum StadtprÀsidenten gewÀhlt. Dieser steht der PrÀsidialdirektion vor und leitet die Sitzungen des Gemeinderats. Zudem vertritt er die Stadt nach aussen. Seit 2017 ist Alec von Graffenried von der GFL Berner StadtprÀsident.

Stadtrat

Die Legislative, der Stadtrat, hat 80 Abgeordnete, die wie der Gemeinderat alle vier Jahre, letztmals im November 2020, im Proporzverfahren gewÀhlt werden. In der laufenden Legislaturperiode sind 16 verschiedene Listen im Stadtrat vertreten. Linke und Mitte-links-Parteien bilden zusammen eine klare Mehrheit.

Die stĂ€rkste Partei sind mit 21 Sitzen die Sozialdemokraten, gefolgt vom linken GrĂŒnen BĂŒndnis mit zehn und den GrĂŒnliberalen mit neun Sitzen. SVP, FDP und GrĂŒne Freie Liste (GFL) haben je sieben Sitze, Die Mitte vier (je zwei von der BDP und der CVP). Die Junge Alternative JA! und die Alternative Linke verfĂŒgen je ĂŒber drei Sitze, EVP, JUSO und die Jungen GrĂŒnliberalen je ĂŒber zwei. Mit je einer Person vertreten sind die die radikal-grĂŒne GrĂŒn alternative Partei, die kommunistische Partei der Arbeit und die Jungfreisinnigen. Die nebenstehende Grafik zeigt die Sitzverteilung des Stadtrates nach der Wahl vom 29. November 2020. GewĂ€hlt wurden 55 Frauen und 25 MĂ€nner; somit ergibt sich ein rekordhoher Frauenanteil von 68,75 %.

Der Stadtrat tagt im Berner Rathaus, jeweils jeden zweiten Donnerstagabend. Die Sitzungen sind öffentlich.

Wahlergebnisse der Stadtratswahlen seit 1897 finden sich im Artikel Ergebnisse der Kommunalwahlen in Bern

Nationale Wahlen

Die WÀhleranteile der Parteien anlÀsslich der Nationalratswahlen 2019 betrugen:

* inkl. DM

StÀdtepartnerschaften

Im Gegensatz zu vielen anderen StĂ€dten verzichtet die Stadt Bern auf StĂ€dtepartnerschaften. Eine Ausnahme bildete die befristete StĂ€dtepartnerschaft, die Bern anlĂ€sslich der Fussball-Europameisterschaft 2008 mit Salzburg und den drei Schweizer Austragungsorten Basel, Genf und ZĂŒrich eingegangen war. In seiner Antwort auf eine Interpellation der SP-Fraktion im Stadtrat hĂ€lt der Gemeinderat im Oktober 2008 fest, dass «die Stadt Bern [bisher] bewusst auf eine StĂ€dtepartnerschaft verzichtet [hat]. Diese Haltung wurde vom Gemeinderat erstmals 1979 in Zusammenhang mit einem Postulat [
], das StĂ€dtepartnerschaften fĂŒr Bern vorschlug, ausformuliert. Der Gemeinderat hat seitdem an dieser Strategie festgehalten und alle Anfragen fĂŒr StĂ€dtepartnerschaften abgelehnt. Die Stadt Bern pflegt aktiv Beziehungen zu verschiedensten StĂ€dten. Diese Beziehungen sind meist organisationsbezogen [
] oder themen- beziehungsweise projektspezifisch [
]. Der Gemeinderat ist bereit zu prĂŒfen, ob zusĂ€tzlich eine oder mehrere StĂ€dtepartnerschaften eingegangen werden sollen.»

Ausserdem gehört Bern zu den ZÀhringerstÀdten.

Wappen

Der BĂ€r als Wappentier Berns ist bereits fĂŒr das 13. Jahrhundert belegt. Das erste Wappen Berns soll gemĂ€ss Justingerchronik einen schwarzen, nach heraldisch rechts aufwĂ€rts schreitenden BĂ€ren auf silbernem Hintergrund gezeigt haben. Die Änderung zum heutigen Wappen dĂŒrfte bereits Ende des 13. Jahrhunderts erfolgt sein.

Bei der Trennung von Stadt und Kanton Bern 1831 wurde das Berner Wappen sowohl das Wappen des Kantons wie der Stadt Bern; seit 1944 ist es das Wappen des Amtsbezirks Bern. Die Blasonierung lautet: «In Rot ein goldener RechtsschrÀgbalken, belegt mit einem schreitenden schwarzen BÀren mit roten Krallen.»

Wappen und verbale Marke «Stadt Bern» bilden zusammen die Stadtmarke. FĂŒr alle Dienststellen der Stadtverwaltung gilt: Das Stadtwappen tritt nie alleine auf. Es wird immer zusammen mit der Wortmarke «Stadt Bern» eingesetzt.

Das Berner Wappen ist ebenfalls das Wappen der Stadt New Bern in North Carolina. Ein Unterschied besteht allerdings darin, dass in der Version von New Bern der rote BĂ€renpenis fehlt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Stadt Bern ist das Zentrum der Wirtschaftsregion Bern-Mittelland, die mit rund 350'000 Einwohnern und 298'923 BeschÀftigten etwa einen Drittel des Kantons Bern umfasst. Zusammen mit den Zentren Lausanne und Genf gehört die Stadt Bern zur Greater Geneva Berne area. Am 13. Februar 2017 wurde die Stadt Bern offiziell als Fair Trade Town ausgezeichnet.

GemĂ€ss BetriebszĂ€hlung von 2008 existieren in der Stadt Bern 8605 ArbeitsstĂ€tten mit 152'560 BeschĂ€ftigten, 81'087 MĂ€nner, 71'473 Frauen. Die Arbeitslosenquote betrug 2007 3,5 Prozent. Seit 2011 wird die „Statistik der Unternehmensstruktur“ (STATENT) erhoben. 2015 wurden 14'344 ArbeitsstĂ€tten mit 184'891 BeschĂ€ftigen gezĂ€hlt, was 140'924 VollzeitĂ€quivalenten entspricht. 91,6 % sind im 3. Sektor (Dienstleistungen) tĂ€tig, 8,2 % im Sektor 2 (Industrie und Gewerbe) und im 1. Sektor (Land-/Forstwirtschaft und Fischerei) nur 0,2 %. Der Frauenanteil bei den BeschĂ€ftigten liegt bei 49,2 %. 2018 wurden in der Stadt Bern rund 14'620 ArbeitsstĂ€tten mit insgesamt 188'250 BeschĂ€ftigten bzw. 142'110 VollzeitĂ€quivalenten gezĂ€hlt. Jede achte beschĂ€ftigte Person arbeitete entweder fĂŒr die öffentliche Verwaltung, die Verteidigung oder die Sozialversicherung.

Im Jahr 2017 wurden Zahlen bis zur Ebene der Statistischen Bezirke veröffentlicht. Die Arbeitslosenquote fĂŒr die Stadt Bern betrug 2,7 %, die der Statistischen Bezirke bewegt sich zwischen 0,5 % und 4,3 %. Der Arbeitslosenanteil wurde anhand der registrierten Arbeitslosen Ende 2016 in Prozent der wirtschaftlichen Wohnbevölkerung im erwerbsfĂ€higen Alter (15- bis 64-JĂ€hrige) ermittelt und ist nicht mit der durch das SECO ermittelten Arbeitslosenquote zu verwechseln.

Fast die HĂ€lfte des Bruttoinlandproduktes des Kantons Bern von 90'409 Millionen Franken stammt 2018 aus der Agglomeration Bern (38'480 Millionen Franken). Pro Einwohner wurden 146'600 Franken BIP in der Agglomeration erwirtschaftet (Kanton: 77'900 Franken, Schweiz: 81'000 Franken) Das Jahreswachstum von 1,5 % ĂŒber die letzten 10 Jahre entspricht dem der Schweiz insgesamt.

Die Stadt Bern ist nicht nur Sitz der stÀdtischen und kantonalen, sondern als Bundesstadt auch der eidgenössischen Verwaltung und damit das grösste Verwaltungszentrum der Schweiz. Zudem haben die Bundesbetriebe Post, die Schweizerischen Bundesbahnen sowie die Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn BLS ihren Hauptsitz in Bern. Hinzu kommen nationale Organisationen wie zum Beispiel Swissmedic, das schweizerische Heilmittelinstitut, die diplomatischen Vertretungen und der Weltpostverein.

Nach der öffentlichen Verwaltung weist im tertiÀren Sektor das Gesundheits- und Sozialwesen am meisten BeschÀftigte auf. Im zweiten Sektor steht das Baugewerbe an erster Stelle, gefolgt vom Druck- und Verlagswesen.

Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen von Bern zĂ€hlen ferner der Energiemarkt (die BKW Energie AG ist alleinige Betreiberin des Kernkraftwerks MĂŒhleberg), die Textilindustrie, der Maschinenbau, die Elektrotechnik, die Telekommunikation mit der Ascom, in der die Berner Hasler-Gruppe aufgegangen ist, sowie die Produktion von PrĂ€zisionsinstrumenten und MessgerĂ€ten. Auch die chemische Industrie ist in Bern vertreten mit der – aus dem vom Schweizerischen Roten Kreuz in Bern 1949 errichteten Zentrallaboratorium Blutspendedienst entstandenen – CSL Behring, der aus dem Schweizerischen Serum- & Impfinstitut Bern (Berna) hervorgegangenen, seit 2006 zur hollĂ€ndischen Crucell gehörenden Berna Biotech und der Galenica.

Bern ist zudem bekannt als Herstellungsort der Schokolade Toblerone, die von der Chocolat Tobler AG neben anderen Schokoladeprodukten von 1908 bis 1984 im LĂ€nggassquartier hergestellt worden war. Von der Tobler AG ist nur die Toblerone ĂŒbrig geblieben, die von Mondelēz International in Bern-BrĂŒnnen mit einer Belegschaft von rund 220 Personen produziert und zum grössten Teil exportiert wird. Die ehemalige Toblerfabrik in der LĂ€nggasse beherbergt seit 1993 die «Unitobler», einen Teil der UniversitĂ€t Bern.

Ebenfalls ein Unternehmen aus der Stadt Bern ist die Wander AG, die seit 1904 das GetrĂ€nk Ovomaltine – im englischen Sprachraum Ovaltine genannt – herstellt. Seit 2002 ist die Wander AG eine Tochtergesellschaft des britischen Nahrungsmittelkonzerns Associated British Foods und hat ihren Sitz in Neuenegg.

Der Bankensektor ist neben den Filialen der Grossbanken mit einigen lokalen Banken vertreten; die 1834 gegrĂŒndete Berner Kantonalbank war die erste Kantonalbank der Eidgenossenschaft. In Bern befindet sich die staatliche MĂŒnzprĂ€geanstalt, in der alle Schweizer MĂŒnzen geprĂ€gt werden.

Tourismus

Bern ist eines der meistbesuchten Zentren des nationalen und internationalen StĂ€dtetourismus. Laut einem Bericht des BAK Basel Economics, einer Basler Arbeitsgruppe fĂŒr Konjunkturforschung, aus dem Jahr 2008 liegt Bern im Vergleich 43 internationaler StĂ€dtedestinationen unter den besten Zehn.

Bern gehört zudem gemÀss dem StÀdteranking der Unternehmensberatung Mercer zu den zehn StÀdten mit der höchsten LebensqualitÀt weltweit.

Im Jahr 2007 wurden 665'104 Übernachtungen in Hotelbetrieben verzeichnet. AuslĂ€ndische GĂ€ste machen etwa 59 Prozent der Übernachtungen aus. An erster Stelle stehen GĂ€ste aus Deutschland mit rund 30 Prozent der Übernachtungen auslĂ€ndischer Besucher, gefolgt von GĂ€sten aus den Vereinigten Staaten mit 9 Prozent, dem Vereinigten Königreich und Italien mit je 6 Prozent und Frankreich mit 5 Prozent. Die durchschnittliche Bettenbesetzung in den Jahren 2006 bis 2008 betrug 56 Prozent der vorhandenen Betten. Die meisten GĂ€ste werden in den Monaten Juni bis August gezĂ€hlt.

Medien

Bern hat zwei Tageszeitungen, die Berner Zeitung und den Bund, sowie das einmal wöchentlich erscheinende Gratisblatt BĂ€rnerbĂ€r. – Bemerkenswert ist, dass beide Tageszeitungen zur zĂŒrcherischen TX Group gehören, bis Ende 2016 auch der BĂ€rnerbĂ€r – Das offizielle amtliche Publikationsorgan der Stadt und Region Bern ist der Anzeiger Region Bern. Es erscheint mittwochs und freitags und wird an alle Haushalte, Unternehmen und Verwaltungen kostenlos verteilt, ausser es wurde eine offizielle VerzichtserklĂ€rung eingereicht. 2020 kam es beim Anzeiger Region Bern zu einem Management-Buy-out. Voraussichtlich 2022 soll der Anzeiger als digitale Publikation erscheinen.

In Bern befindet sich eines der vier Hauptstudios von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Studio Bern werden die wichtigsten Radio-Informationssendungen wie die stĂŒndlichen Nachrichten und die tĂ€glichen Sendungen «Heute Morgen», «Rendez-vous», «TagesgesprĂ€ch», «Echo der Zeit» und «Info 3» und auch alle Sportsendungen hergestellt, ebenso wie die wöchentlichen Hintergrundsendungen «Samstagsrundschau», «International», «Trend» und die Sondersendungen zum Beispiel zu Abstimmungen und Wahlen. Ausserdem wird hier das Regionaljournal fĂŒr die Region Bern-Freiburg-Wallis produziert.

Im Weiteren existieren drei private regionale Radiosender, Energy Bern, Radio Bern 1 und Radio RaBe, sowie der Regionalfernsehsender TeleBĂ€rn.

Seinen Hauptsitz in der Stadt Bern hat auch das Webradio Radio Blind Power, das von blinden, sehbehinderten und sehenden Jugendlichen produziert und betrieben wird und sich fĂŒr die Integration von blinden und sehbehinderten Menschen einsetzt.

Verkehr

Öffentlicher Verkehr

Der Berner Hauptbahnhof ist ein bedeutender Eisenbahn- und Busknotenpunkt. Er erzielt nach dem ZĂŒrcher Hauptbahnhof mit 150'000 Bahnreisenden pro Tag die schweizweit höchste Benutzerfrequenz. Auf zwölf normalspurigen Hauptgeleisen (Geleise 1–10, 12 und 13) werden die ZĂŒge aus der gesamten Schweiz und viele internationale ZĂŒge wie EuroCity, TGV und ICE abgefertigt; angeschlossen als Kopfbahnhof ist der RBS-Tiefbahnhof mit vier meterspurigen Geleisen (Geleise 21–24). Ausser dem Hauptbahnhof gibt es auf Berner Gemeindegebiet mehrere kleine, zum Teil alte Bahnhöfe, die als Haltestellen der S-Bahn dienen: Felsenau (RBS), Tiefenau (RBS), Wankdorf, Europaplatz (SBB und GBS), Stöckacker, BĂŒmpliz Nord, BĂŒmpliz SĂŒd, Bern-BrĂŒnnen (direkt neben dem Westside-Einkaufszentrum), Riedbach, und WeissenbĂŒhl.

Die S-Bahn Bern verbindet die Stadt durch 13 Linien mit Thun, dem Emmental, Biel, Solothurn, Neuenburg, Freiburg und Schwarzenburg und der weiteren Agglomeration. Die S-Bahn wird von der BLS AG und dem Regionalverkehr Bern–Solothurn (RBS) betrieben. Letzterer betreibt auch die Bahnstrecke Bern–Worb Dorf.

Sowohl die Gurtenbahn von Wabern auf den Gurten wie die Marzilibahn, die als rentabelste Kleinbahn der Schweiz gilt, sind privat, ebenso der Mattenlift im Volksmund auch als Senkeltram bekannt.

Das stĂ€dtische Verkehrsnetz von Bernmobil verbindet das Stadtzentrum mit den Aussenbezirken und den Vororten. Es umfasst die fĂŒnf Linien der Strassenbahn, die drei Linien des Trolleybus Bern sowie fĂŒnfzehn Autobuslinien. Der zentrumsnahe Verkehr wird dabei ĂŒberwiegend von Bernmobil abgewickelt. Der Busverkehr in die weitere Agglomeration wird von Postautolinien und vom RBS abgedeckt.

Im Norden von Bern gibt es zwei privat betriebene PersonenfĂ€hren ĂŒber die Aare von und zur Engehalbinsel: die FĂ€hre Reichenbach–Engehalbinsel die ĂŒber die Gemeindegrenze nach Unterzollikofen fĂŒhrt, und die FĂ€hre ZehndermĂ€tteli in Bremgarten. Die FĂ€hre Bodenacker bei der Elfenau liegt bereits nicht mehr auf dem Gebiet der Stadt Bern, sondern ĂŒberquert die Aare bei der GĂŒrbemĂŒndung von Muri nach Kehrsatz, wird von der Stadt jedoch mitfinanziert, gleich wie die FĂ€hre Reichenbach und die FĂ€hre ZehendermĂ€tteli–Bremgarten.

Das öffentliche Veloverleihsystem in der Stadt Bern wurde 2018 eingefĂŒhrt und wird von PubliBike betrieben. Zudem wurde im November 2020 die Bewilligung an die zwei E-Scooter-Verleihsysteme Tier und Voi erteilt.

Veloverkehr

Der Veloverkehr in Bern hatte 2015 einen Anteil von 15 % am Modalsplit, gemessen als Anteil der Wege als Hauptverkehrsmittel. Die Stadt plant die Schaffung eines sternförmigen Netzes an Velohauptrouten, welche das Stadtzentrum mit der Agglomeration verbinden. Die Velohauptrouten werden entlang von Hauptverkehrsachsen gefĂŒhrt, werden wenn möglich baulich von der Autofahrbahn abgetrennt und, gegenĂŒber normalen Velostreifen, mit einer höheren Minimalbreite von 1,80 Metern und einer höheren angestrebten Breite von 2,50 Metern realisiert. Stand 2020 sind die beiden Hauptrouten Bern-Wankdorf und Bern-Köniz realisiert, weiter wurden Etappen der Hauptroute Bern-Ostermundigen umgesetzt.

Strassenverkehr

Die Stadt Bern besitzt seit den 1970er-Jahren eine Autobahnumfahrung, die den innerstĂ€dtischen Autoverkehr entlastet und AnschlĂŒsse an alle wichtigen Schweizer Autobahnen hat. Die A1 verbindet Bern mit Genf und ZĂŒrich, die A12 mit Freiburg und Lausanne, und die A6 mit Biel und Thun. Auf Stadtautobahnen sind zwischen 60 und 100 km/h, in der Stadt Bern maximal 80 km/h erlaubt. Bern ist Knotenpunkt der Hauptstrassen 1, 6, 10 und 12. Neben den zahlreichen Tempo-30-Zonen in den Quartieren, wird vermehrt die zulĂ€ssige Höchstgeschwindigkeit auch auf den Hauptstrassen auf 30 km/h bezw. auf 20 km/h reduziert. Bis 2025 wird Tempo 30 auf den meisten stĂ€dtischen Strassen eingefĂŒhrt und die HĂ€lfte der rund 17'000 öffentlichen ParkplĂ€tze aufgehoben, die bestehenden verteuert. Bisher gibt es bereits ĂŒber 130 Begegnungszonen in der Stadt Bern und eine Velostrasse, welche zuerst als Pilotprojekt vom Bundesamt fĂŒr Strassen errichtet wurde.

Flugverkehr

Der 1929 eröffnete Flughafen Bern-Belp liegt weniger als zehn Kilometer sĂŒdöstlich vom Stadtzentrum Berns in der Gemeinde Belp. Er ist mit dem Bus Linie 160 vom Bahnhof Belp oder mit dem Auto von der A6 erreichbar.

Der Lufttransportdienst des Bundes, welcher der Luftwaffe untersteht, ist in Bern-Belp stationiert. Er unterhĂ€lt eine Flotte von Flugzeugen und Helikoptern fĂŒr den Bundesrat und das Bundesamt fĂŒr Zivilluftfahrt.

Linienverkehr findet seit dem Konkurs im Sommer 2018 der in Bern ansĂ€ssigen Fluggesellschaft SkyWork Airlines nicht mehr statt. Air Engiadina (spĂ€ter umbenannt in Swisswings) hatte von 1992 bis zu deren Konkurs 2002 Bern bedient. Die SWISS hatte sich 2003 zurĂŒckgezogen. Mehrere kleine Fluggesellschaften gaben kĂŒrzere Gastspiele. Eine ĂŒber Crowdfunding finanzierte neue virtuelle Airline Flybair soll 2020 den Betrieb aufnehmen und kooperiert dazu mit Helvetic Airways.

Öffentliche Versorgung

Die Energie- und Wasserversorgung sowie die Kehrichtverwertung der Stadt Bern werden von Energie Wasser Bern (ewb), einem öffentlich-rechtlichen Unternehmen in Besitz der Stadt Bern, wahrgenommen. ewb versorgt die Stadt als Partnerin der Wasserverbund Region Bern AG ĂŒber ein 388 Kilometer langes Versorgungsnetz mit rund 14 Millionen Kubikmetern Trinkwasser. Das Wasser stammt zu 81,4 Prozent aus Grundwasser und zu 18,6 Prozent von Quellen aus dem Emmental, dem Aaretal, aus Kiesen und aus Schwarzenburg.

Die beiden Wasserkraftwerke Felsenau und Matte, die Energiezentrale Forsthaus und weitere kleinere Produktionsanlagen erzeugen vor Ort einen Teil der ElektrizitĂ€t, die in der Stadt Bern verbraucht wird. Im Übrigen wird die ElektrizitĂ€tsversorgung der Stadt Bern ĂŒber zwei 220-kV-Zuleitungen sichergestellt. 84 Prozent des Energieverbrauchs der Stadt werden durch Erdöl, Erdgas und Uran gedeckt (Stand 2009). Die BKW Energie betreibt auf dem Dach des 2005 eröffneten Stadions Wankdorf das weltweit grösste in ein Stadion integrierte Solarkraftwerk.

Die Mattenschwelle leitet ca. 40 m3/s Wasser aus der Aare in das Wasserkraftwerk Matte, das eine elektrische Leistung von 1,1 MW erzeugt.

Der TrĂ€gerverein «Energiestadt» hat die Stadt Bern bereits 1998 mit dem gleichnamigen Label, dem Leistungsausweis fĂŒr eine konsequente und zukunftsorientierte Energiepolitik, ausgezeichnet. Seit 2010 ist die Stadt Bern zudem mit dem European Energy Award Gold prĂ€miert, dem höchsten Zertifikat fĂŒr nachhaltige Klimapolitik, das auf europĂ€ischer Ebene vergeben wird.

Es gibt seit ĂŒber 200 Jahren sowohl freiwillige Feuerwehren (die Milizfeuerwehren Nachtwache und Brandcorps) und seit ĂŒber 100 Jahren eine Berufsfeuerwehr in Bern. Bern kann auf die Feuerwehrpflicht bzw. die Feuerwehrersatzabgabepflicht verzichten. Seit 1. Januar 2020 bilden die Berufsfeuerwehr, beide Milizfeuerwehren (Freiwillige Feuerwehr), die SanitĂ€tspolizei Bern, die Zivilschutzorganisation Bern plus und das Katastrophenmanagement die neue Abteilung Schutz und Rettung Bern mit insgesamt 300 Berufs- und 1'000 MilizeinsatzkrĂ€ften.

Bildung und Forschung

Schulsystem

Die Volksschulen in der Stadt Bern werden von Stadt und Kanton Bern gemeinsam getragen. Die Aufsicht ĂŒber die KindergĂ€rten und Schulen haben die Schulinspektorate, beauftragt durch die Erziehungsdirektion des Kantons Bern. Die Schulen sind in sechs Schulkreise aufgeteilt.

Der Besuch eines Kindergartens ist in der Stadt Bern seit 2013 obligatorisch und dauert zwei Jahre.

Die obligatorische Schulzeit betrĂ€gt neun Jahre. Sechs davon sind Primarschule, drei Jahre Sekundarstufe I, die in Real- und Sekundarschule aufgeteilt ist und fĂŒr die es drei verschiedene Modelle gibt. Vom 3. Schuljahr an wird Französisch als erste Fremdsprache unterrichtet, ab dem 5. Schuljahr lernen die SchĂŒler Englisch. FĂŒr Kinder mit Lernschwierigkeiten bestehen verschiedene Klein- und Sonderklassen. Neben den öffentlichen Schulen bestehen in Bern mehrere private, zum Teil staatlich subventionierte Schulen.

Der Übertritt in die Mittelschule oder Sekundarstufe II erfolgt nach dem achten oder neunten Schuljahr. Das Gymnasium dauert vier Jahre und wird mit der MaturitĂ€t abgeschlossen. Es gibt in Bern zwei öffentliche Gymnasien, das Gymnasium Kirchenfeld und das Gymnasium Neufeld, sowie das private Freie Gymnasium und drei weitere private Schulen, die Gymnasialklassen fĂŒhren.

Hochschulen und Forschung

Die 1834 gegrĂŒndete, kantonale UniversitĂ€t Bern ist mit rund 18'500 Studierenden (Herbstsemester 2019) die viertgrösste universitĂ€re Hochschule der Schweiz und bietet als klassische VolluniversitĂ€t in acht FakultĂ€ten ein grosses Angebot von StudiengĂ€ngen an. Zudem besitzt Bern eine UniversitĂ€tsklinik, das Inselspital. Ebenfalls von der UniversitĂ€t Bern betrieben wird der Botanische Garten Bern. Die UniversitĂ€tsbibliothek in der Altstadt hat einen Bestand von ĂŒber zwei Millionen BĂŒchern und Medien.

International bekannt wurde die UniversitÀt Bern unter anderem

  • durch die erste Habilitation einer Frau 1898, der Philosophin Anna Tumarkin, Europas erster Professorin, die das Recht hatte, Doktoranden und Habilitanden zu prĂŒfen und im Senat der UniversitĂ€t Einsitz zu nehmen;
  • durch Emil Theodor Kocher, Dozent an der Medizinischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Bern, der 1909 als erster Chirurg den Nobelpreis fĂŒr Medizin erhielt;
  • und durch Walter Benjamin, der an der Berner UniversitĂ€t 1919 ĂŒber den «Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik» promovierte.

In der Stadt Bern befinden sich mehrere Departemente der dezentralen staatlichen Berner Fachhochschule, an der rund 5000 Personen studieren; so die Fachbereiche Wirtschaft und Verwaltung, Gesundheit, Soziale Arbeit und die Hochschule der KĂŒnste Bern.

Der UniversitÀt angegliedert ist die PÀdagogische Hochschule, weitere Berufsschulen sind die Swiss Jazz School, die grösste Berufsschule der Schweiz, die Gewerblich Industrielle Berufsschule, und die Wirtschaftsinformatikschule Schweiz.

Seit 2002 besteht der Verein zur akademischen Förderung Swissuni – UniversitĂ€re Weiterbildung Schweiz.

Kultur

Kinos

In Bern befinden sich zahlreiche Kinos. Neben kommerziell agierenden HÀusern gibt es diverse Programmkinos. Das Kino Rex zeigt monatliche Retrospektiven zu internationalen Persönlichkeiten und Premieren von sogenannten Independentproduktionen. In der Altstadt kann man das Kellerkino finden, das mit dem Kino Rex kooperiert und die dort gezeigten Premieren spÀter in das Programm nimmt. Das Lichtspiel / Kinemathek verbindet eine Art Museum mit einem Kino und einer Kinemathek.

Mit knapp 33'000 Besuchern war das US-amerikanische Survival-Abenteuer «The Revenant» in der Stadt Bern der grösste Kinoerfolg des Jahres 2016. Beinahe 28'000 Besucher lockte der zweiterfolgreichste Animationsfilm «The Secret Life of Pets» in die Berner KinosÀle. «Zootropolis» (auch «Zootopia», «Zoomania»), ein Animationsfilm aus dem Hause Disney, war der drittmeist besuchte Film in den Berner Kinos.

Museen und Galerien

Bern hat viele Museen, die sich auf die ganze Stadt verteilen. Im Zentrum an der Hodlerstrasse befindet sich das 1879 eröffnete Kunstmuseum, das Àlteste Kunstmuseum der Schweiz, mit einer permanenten Sammlung, das Werke aus acht Jahrhunderten beherbergt. In unmittelbarer NÀhe befindet sich der «Progr», das erste Gymnasium und spÀtere Progymnasium Berns, das heute als Ausstellungs- und Veranstaltungsort dient.

Im Kirchenfeld beim Helvetiaplatz liegen das ursprĂŒnglich als Landesmuseum geplante Historische Museum, das neben seiner Sammlung auch Wechselausstellungen zeigt und 2005 das Einstein Museum eingerichtet hat, das Schweizerische Alpine Museum und die Kunsthalle, die mehrere der Gegenwartskunst gewidmete Einzel- und Gruppenausstellungen pro Jahr zeigt. Nicht weit davon entfernt sind das Museum fĂŒr Kommunikation und das der Burgergemeinde gehörende Naturhistorische Museum mit seiner Dioramenschau.

Weit ausserhalb der Innenstadt an der Autobahn A6 befindet sich das im Juni 2005 eröffnete, von Renzo Piano entworfene Zentrum Paul Klee, das mit rund 4000 Werken des mit Bern eng verbundenen Malers Paul Klee eine der grössten einem einzelnen KĂŒnstler gewidmeten Sammlungen aufweist.

Die zahlreichen Kunstgalerien befinden sich mehrheitlich in der Altstadt. Mit der Galerie Kornfeld hat Bern ein Auktionshaus fĂŒr schweizerische und internationale Kunst.

Ebenfalls in der Altstadt, an der Kramgasse 49, befindet sich das Einsteinhaus. In der Wohnung im zweiten Stock, die Albert Einstein und seine erste Frau Mileva Marić von 1903 bis 1905, dem annus mirabilis, bewohnten, wurde ein Museum eingerichtet.

Theater

Das Stadttheater Bern ist ein vom Kanton, von der Stadt und den umliegenden Gemeinden subventioniertes Ensembletheater, das AuffĂŒhrungen in allen drei Sparten, Schauspiel, Musiktheater und Ballett, bietet. Seit 2007 hat das Theater am Kornhausplatz eine zweite SpielstĂ€tte in einer stillgelegten Fabrik, in den Vidmarhallen in Bern-Liebefeld.

Das Theater an der Effingerstrasse ist ein Kammerspieltheater, das jĂ€hrlich etwa 200 AuffĂŒhrungen zeigt. Im ehemaligen Schlachthof befindet sich seit 1998 das Schlachthaus Theater Bern, ein mit öffentlichen Geldern subventioniertes Gastspieltheater fĂŒr die freie Theaterszene der Schweiz. Die ehemalige Dampfzentrale im Marzili ist ein Kulturzentrum fĂŒr zeitgenössischen Tanz und zeitgenössische Musik. Auch die Reitschule hat ein Theater, das Theater Tojo.

In der Altstadt befinden sich mehrere Klein- und Kellertheater, darunter das Berner Puppentheater, und mit dem Theater am KĂ€figturm hat Bern auch ein Boulevardtheater.

Musik

Das 1877 gegrĂŒndete Berner Symphonieorchester ist das Stadtorchester von Bern. Dem Orchester, das sowohl als Symphonieorchester im Kultur Casino wie auch als Opernorchester im Stadttheater auftritt, gehören rund 100 Musiker an. Kleiner ist das Berner Kammerorchester, das sich der Ă€lteren und neueren klassischen Musik annimmt und an verschiedenen AuffĂŒhrungsorten in der Stadt auftritt. Die aus 14 ausgebildeten Solisten bestehende Camerata Bern gehört zu den fĂŒhrenden Kammerorchestern Europas; das seit 1981 bestehende Berner Quintett I Salonisti hat mit seinem Auftritt als Bordorchester im Film Titanic WeltberĂŒhmtheit erlangt.

Der Jazz ist in Bern gut vertreten. Im Hotel Innere Enge befindet sich der Jazzclub «Marians Jazzroom», die «Mahogany Hall» existiert schon seit 1968, der Verein BeJazz hat seit 2007 in den Vidmarhallen ein Clublokal.

Bern ist bekannt fĂŒr seinen Mundartrock, der auf die berndeutschen Chansons der 1960er-Jahre (u. a. von Mani Matter) zurĂŒckgeht. Bekannte Berner Rockmusiker und Bands sind bzw. waren Polo Hofer, Patent Ochsner, Span, GölĂ€, Stephan Eicher und ZĂŒri West und Roland Zoss.

Zudem gibt es in der Stadt Bern eine grosse Anzahl Chöre mit verschiedenen Repertoires von volkstĂŒmlich bis klassisch; weit ĂŒber die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist zum Beispiel der Berner Kammerchor oder die Berner Kantorei.

Kulturzentren

Die Stadt Bern verfĂŒgt unter anderem ĂŒber das alternative Kulturzentrum Reithalle, die Dampfzentrale Bern (Kulturzentrum fĂŒr zeitgenössischen Tanz und Musik) und das Jugendzentrum Gaskessel.

Tierpark

In Bern gibt es den Tierpark DÀhlhölzli mit der Aussenstelle BÀrenPark am BÀrengraben, wo in einem grossen AussengelÀnde gegenwÀrtig drei BraunbÀren als Berner Wappentiere leben

Festivals

Das bekannteste Festival ist das Gurtenfestival, das im Juli auf dem Gurten stattfindet. Das Festival, bei dem internationale Musikstars auftreten, wird von Zehntausenden besucht und zÀhlt zu den grössten der Schweiz.

Ebenfalls im Sommer gibt es das Strassenmusikfestival Buskers und ein Gratis-Outdoor-Festival von BeJazz in der Altstadt. Im Herbst werden das Internationale Kurzfilmfestival shnit (shnit International Shortfilmfestival), im SpĂ€therbst das lesbisch-schwule Filmfestival «Queersicht» sowie alternierend mit dem Musikfestival die Biennale Bern veranstaltet. Im Winter organisiert der Verein BeJazz ein Jazzfestival. Im FrĂŒhling finden das Internationale Jazzfestival Bern, das schweizerische Theaterfestival fĂŒr zeitgenössisches Theater «Aua wir leben», alle zwei Jahre das Musikfestival Bern sowie das SonOhr Hörfestival statt.

Volksfeste

JĂ€hrlich am vierten Montag im November findet in Bern der «ZibelemĂ€rit» statt; auf diesem Markt werden traditionell vor allem Zwiebeln verkauft, rund 30 Tonnen an ĂŒber 600 MarktstĂ€nden. Durch Besucher, die schon frĂŒh am Morgen anreisen, und eine ausgelassene Stimmung durch Konfetti und Plastik-HĂ€mmerchen, mit denen die Kinder den Erwachsenen auf den Kopf schlagen, erhĂ€lt der ZibelemĂ€rit den Charakter eines Volksfestes. Der ZibelemĂ€rit zĂ€hlt zu den Ă€ltesten JahrmĂ€rkten der Schweiz und ist der grösste Markt in Bern.

Seit 1957 findet jeweils an einem Mittwoch nach den Eisheiligen der Berner «Granium-MÀrit» (Geranium-Markt) statt. Im Jahr 1982 wurden insgesamt 19'949 Geranien verkauft. 1984 wurde die Stadt Bern vom europÀischen Wettbewerb Entente Florale Europe zur «schönsten Blumenstadt Europas» gewÀhlt. Seit 1997 wird am Berner Geranium-Markt im Rahmen des Wettbewerbs «Bern in Blumen» ein «Geraniumkönig» gewÀhlt.

Zu den weiteren MĂ€rkten in Bern zĂ€hlen unter anderem der «BĂ€remĂ€rit» (BĂ€renmarkt), der GemĂŒse-, FrĂŒchte- und Blumenmarkt, der jeden Dienstag und Samstag unter anderem auf dem Bundesplatz stattfindet, und der Weihnachtsmarkt.

Seit 1982 findet im FrĂŒhjahr in der Berner Altstadt mit ĂŒber 50'000 Besuchern die drittgrösste Fasnacht der Schweiz statt. Der Berner Fasnachtsauftakt beginnt am 11. November um 11:11 Uhr auf dem BĂ€renplatz. Zu diesem Zeitpunkt wird der Berner «FasnachtsbĂ€r» fĂŒr seine Winterruhe in den KĂ€figturm eingeschlossen. Dieser Anlass wird von verschiedenen Guggenmusiken aus der Stadt Bern und Umgebung begleitet. UngefĂ€hr drei Monate spĂ€ter, am Donnerstag nach dem Aschermittwoch, wird die BĂ€rner Fasnacht beim KĂ€figturm mit der BĂ€renbefreiung und der anschliessenden «YchĂŒblete» (Eintrommeln) eröffnet. Dabei wird der FasnachtsbĂ€r geweckt und aus seinem KĂ€fig befreit.

Von 1996 bis 2005 fand jeweils am Bundesfeiertag das Aareleuchten-Fest statt, das vom Schweizer Hilfswerk Swissaid organisiert wurde. Nach dem Vorbild von hinduistischen und buddhistischen Licht- und Wasserfesten wurden am spĂ€teren Abend im Mattequartier Lichtschiffchen in die Aare gesetzt, die in einer Lichterkette aareabwĂ€rts zogen. Nachdem Swissaid diesen Anlass im Jahr 2005 zum letzten Mal durchfĂŒhrte, findet nun jĂ€hrlich am 1. August auf dem Waisenhausplatz ein «Lichtermeer zu Lande» statt, das von Procap, der grössten Schweizer Selbsthilfeorganisation von Menschen mit Behinderung, organisiert wird. Bis ins Jahr 2019 wurde das 1. August-Feuerwerk der Stadt Bern auf dem Gurten gezĂŒndet.

Jeweils im September findet mitten in Bern auf dem Bundesplatz die «Sichlete» statt. Dieser seit 1999 durchgefĂŒhrte Anlass ist eine Art Erntedankfest mit Alpabzug und Tierschau, das der stĂ€dtischen Bevölkerung das Leben der Landleute nĂ€herbringen soll.

SehenswĂŒrdigkeiten

Die HauptsehenswĂŒrdigkeit Berns ist die Altstadt, die seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe ist. Die UNESCO hat die Aufnahme Berns in die Liste des Welterbes damit begrĂŒndet, dass Bern ungeachtet der Änderungen, die die Stadt seit ihrer GrĂŒndung im 12. Jahrhundert erfahren hat, «ein positives Beispiel dafĂŒr darstellt, wie eine Stadt ihre mittelalterliche Struktur beibehalten und sich den zunehmend komplexeren Funktionen, die sie zu erfĂŒllen hat, insbesondere den Aufgaben einer Hauptstadt eines modernen Staates, anpassen kann.»

Der Altstadtcharakter ist im Bereich unterhalb der Zytglogge am besten erhalten; oberhalb sind nur noch wenige Bauten vorhanden, die Ă€lter als 150 Jahre alt sind. Die Altstadt ist geprĂ€gt durch ihre SandsteingebĂ€ude mit ihren Lauben, die sich ĂŒber eine LĂ€nge von gut sechs Kilometern erstrecken und eine der lĂ€ngsten gedeckten Einkaufsstrassen Europas bilden. Ein barockes Kleinod ist das Rathaus zum Äusseren Stand. An der Junkernstrasse steht das Wohnhaus BĂ©atrice von Wattenwyl und die ehemalige Eidgenössische Landestopographie mit der Adresse Hallwylstrasse 4

In der Stadt Bern sind ĂŒber 100 Brunnen zu besichtigen. Typisch sind die elf Figurenbrunnen aus dem 16. Jahrhundert, die sich auf den regelmĂ€ssig angeordneten Gassen befinden. Der Stadtbach, frĂŒher eine offene Kanalisation, verbindet auch gegenwĂ€rtig unter- und oberirdisch die Brunnen miteinander. Im Keller der Staatskanzlei befindet sich der Lenbrunnen, die Ă€lteste Zisterne von Bern. Auf dem Waisenhausplatz steht seit 1983 der von Meret Oppenheim gestaltete Oppenheimbrunnen.

An der Stelle, wo vermutlich bereits vor der StadtgrĂŒndung die Burg Nydegg stand, befindet sich der Nydegghof mit der gotischen, mehrmals umgebauten Nydeggkirche, dem ZĂ€hringerdenkmal und Überresten der Burg. Der Nydeggstalden wurde nach dem Stadtbrand von 1405 errichtet; im Innern zahlreicher HĂ€user hat sich bis ins SpĂ€tmittelalter zurĂŒckgehende Bausubstanz erhalten, die bei einigen HĂ€usern auch noch aussen sichtbar ist.

An der Flanke der Altstadt auf Höhe des KÀfigturms befindet sich der Bundesplatz mit den BundeshÀusern und dem ParlamentsgebÀude, dem Hauptsitz der Berner Kantonalbank in einem als Gesellschaftshaus erbauten Neurenaissancebau, der neubarocken Schweizerischen Nationalbank, die neue Bollwerkpost und der Spar- und Leihkasse, heute Valiant Bank. Dem Bundeshaus vorgelagert ist die Bundesterrasse und die noch als ehemalige Befestigungsanlage erkennbare Kleine Schanze.

Die UntertorbrĂŒcke, eine der Ă€ltesten spĂ€tmittelalterlichen BrĂŒcken der Schweiz, verbindet die Stadt mit der sogenannten Felsenburg, einem zu Wohnungen umgebauten Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem LĂ€uferplatz steht der LĂ€uferbrunnen.

Der Rathausplatz mit dem Vennerbrunnen wird vom spÀtgotischen nach dem Stadtbrand zwischen 1406 und 1417 neu erbauten Rathaus beherrscht. In unmittelbarer Nachbarschaft steht die neugotische christkatholische Kirche St.-Peter-und-Paul aus dem 19. Jahrhundert.

Der MĂŒnsterplatz wird dominiert durch das spĂ€tgotische MĂŒnster, das nach der Grundsteinlegung im frĂŒhen 15. Jahrhundert erst im spĂ€ten 19. Jahrhundert mit den Turmaufbauten vollendet werden konnte. Sowohl das StiftsgebĂ€ude des Chorherrenstifts wie das Tscharnerhaus wurden von Albrecht StĂŒrler geplant. Auch der Mosesbrunnen stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Das ĂŒbrige Stadtgebiet Berns wurde grösstenteils ab dem 19. Jahrhundert besiedelt. Die neueren Quartiere sind mit der Altstadt durch HochbrĂŒcken verbunden.

Am Ende der NydeggbrĂŒcke befindet sich der BĂ€rengraben. Hier wurden von 1858 bis 2009 BĂ€ren gehalten, die Symboltiere Berns. Ein neuer, grösserer BĂ€renpark wurde im Oktober 2009 eröffnet. Oberhalb liegt der Rosengarten mit hervorragender Sicht auf die Altstadt. ErwĂ€hnenswert ist zudem die Kirche Bruder Klaus an der Segantinistrasse.

Sport

SportstÀtten

In Bern stand ĂŒber 50 Jahre das Stadion Wankdorf. Es wurde nach dem Berner Quartier benannt, in dem es sich befand. Gebaut wurde es 1920, nachdem der alte Spitalacker-Platz bezĂŒglich der TribĂŒne zu klein war. Damals passten in das Wankdorf gerade einmal etwa 11'000 Personen. Im Laufe der Jahre wurde das Stadion immer wieder ausgebaut; so bot es zu Spitzenzeiten mehr als 60'000 PlĂ€tze. Das alte Wankdorf war ĂŒber die Landesgrenzen hinaus bekannt, vor allem durch das sogenannte Wunder von Bern. Damals wurde im Wankdorf das Finale der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 ausgetragen, das Deutschland gegen die favorisierten Ungarn fĂŒr sich entscheiden konnte. Dieser Sieg wird gelegentlich «Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland» genannt. Das Stadion blieb fast 50 Jahre bestehen, einzig die KapazitĂ€t wurde wieder verringert. Im Jahr 2001 wurde das alte Wankdorf gesprengt und als Stade de Suisse neu aufgebaut, das seit 2020 ebenfalls den traditionsreichen Namen trĂ€gt. Es bietet Platz fĂŒr 31'783 Zuschauer und ist somit das zweitgrösste Fussballstadion der Schweiz. Der Bau kostete rund 350 Millionen Franken.

Die PostFinance-Arena ist mit derzeit 17'031 PlĂ€tzen die grösste Eissporthalle der Schweiz und eine der grössten in ganz Europa. Sie wurde im Jahre 1967 gebaut und 1969 ĂŒberdacht. Besonders charakteristisch ist ihre riesige Stehplatzrampe mit einer KapazitĂ€t von 10'331 PlĂ€tzen – die weltweit grösste in einem Eishockeystadion.

Die Stadt Bern hat mehrere Hallen- und FreibÀder. Das Àlteste Hallenbad befindet sich in der Innenstadt beim Hirschengraben. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Das bekannteste Freibad ist das Marzilibad an der Aare, ein weiteres Aareflussbad ist in der Lorraine. Beliebt sind das Bad Weyermannshaus und das Wellenbad Ka-We-De, die im Winter zur Eisbahn werden. Im Gegensatz zu den meisten andern Schweizer StÀdten sind die FreibÀder mit öffentlich-rechtlicher TrÀgerschaft in der Stadt Bern bis auf wenige Ausnahmen kostenlos.

Sportvereine

Der Fussballclub BSC Young Boys spielt in der Raiffeisen Super League, der höchsten schweizerischen Liga. Er wurde vierzehnmal Schweizer Meister, zuletzt 2020 und 7-mal Schweizer-Cup-Sieger, zuletzt 2020. Die U21 der Young Boys spielt in der 1. Liga. Der etwas Àltere Stadtclub und Traditionsverein FC Bern war Anfang des letzten Jahrhunderts erfolgreich.

Der Stadtberner Eishockeyclub SC Bern spielt in der höchsten Eishockeyliga der Schweiz, der National League A, und ist seit 1959 sechzehnmal Schweizer Meister geworden, zuletzt in der Saison 2018/19. Europaweit hat der SCB bei Heimspielen den höchsten Zuschauerdurchschnitt.

Der BSV Bern Muri wurde 1951 als TV Oberseminar gegrĂŒndet und ist heute einer der grössten Handballclubs der Schweiz. Er wurde dreimal Meister in der Nationalliga A, das letzte Mal im Jahr 1985. Aktuell spielt der Verein in der höchsten nationalen Spielklasse.

Der Stadtturnverein Bern wurde 1873 gegrĂŒndet und gehört mit rund 2000 Mitgliedern zu den grössten Turnvereinen der Schweiz. Bekannt ist der STB vor allem durch seinen Mitgliedsverein STBern Leichtathletik. Der STBern Leichtathletik ist der grösste und einer der erfolgreichsten Leichtathletik-Vereine der Schweiz. In weniger beachteten Sportarten haben insbesondere der American-Football-Verein Bern Grizzlies und der Baseball- und Softball-Verein Bern Cardinals einige internationale Erfolge aufzuweisen. Die Rolling Thunder Bern sind 7-maliger Schweizer Meister im Powerchair-Hockey. Sie spielen seit der GrĂŒndung der Nationalliga 2013 ununterbrochen in der obersten Liga.

Sportveranstaltungen

Bern war einer von sechs Spielorten der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 und einer von acht Spielorten der Fussball-Europameisterschaft 2008. Weiterhin war Bern Spielort der Eishockey-Weltmeisterschaften 1971, 1990 und 2009 und wurde zum Austragungsort der Eiskunstlauf-Europameisterschaften 2011 erkoren.

JĂ€hrlich findet in Bern mit dem Grand Prix von Bern der grösste Breitensport-Anlass der Schweiz statt. An dieser Laufveranstaltung nehmen regelmĂ€ssig ĂŒber 25'000 LĂ€ufer aus dem In- und Ausland teil. Die Originalstrecke verlĂ€uft teilweise durch die historische Altstadt und der Aare entlang.

Der ebenfalls in Bern stattfindende Schweizer Frauenlauf steht nur Frauen offen und ist mit knapp 13'000 Teilnehmerinnen der grösste Frauenlauf in Europa und der grösste Frauensportanlass in der Schweiz. Der 5-Kilometer-Hauptlauf lockt als Teil des Post-Cups auch ElitelĂ€uferinnen an. Seit 2005 gibt es zusĂ€tzlich eine 10-Kilometer-Strecke. Ausserdem gibt es eine 15-Kilometer-Strecke fĂŒr Walking und Nordic Walking. Der Frauenlauf fĂŒhrt seit 2005 durch die Berner Innenstadt und endet auf dem Bundesplatz.

Das «Bern Open» ist heute das bestbesetzte Curling-Turnier Europas und zÀhlt im internationalen Curling als eines der bedeutendsten Turniere ausserhalb der Curling-Hochburg Kanada.

Im Bremgartenwald lag die Bremgarten-Rundstrecke, auf der von 1931 bis 1955 Motorsportveranstaltungen stattfanden.

Im WeissenbĂŒhl wurden 2009 und 2011 die Beachvolleyball Amateur Schweizermeisterschaften ausgetragen.

Der Bern E-Prix war ein Automobilrennen der FIA-Formel-E-Meisterschaft und wurde am 22. Juni 2019 im Rahmen der FIA-Formel-E-Meisterschaft 2018/19 ausgetragen.

Siehe auch

  • Stadtteile der Stadt Bern
  • Liste der KulturgĂŒter in Bern
  • Liste von SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt Bern
  • Fahne und Wappen des Kantons und der Stadt Bern
  • Liste von Persönlichkeiten des Kantons Bern
  • Burgergemeinde Bern

Literatur

  • Armand Baeriswyl: Stadt, Vorstadt und Stadterweiterung im Mittelalter. ArchĂ€ologische und historische Studien zum Wachstum der drei ZĂ€hringerstĂ€dte Burgdorf, Bern und Freiburg im Breisgau (= Schweizer BeitrĂ€ge zur Kulturgeschichte und ArchĂ€ologie des Mittelalters. Band 30). Schweizerischer Burgenverein, Basel 2003, ISBN 3-908182-14-X (zugl.: ZĂŒrich, Univ., Diss., 2001).
  • Emil Erne: Stadtpolitik zwischen Patriziat und Frauenmehrheit. Der Aufbau der Gemeindeorganisation und die KĂ€mpfe um die politische Macht. In: Robert Barth (Hrsg.): Bern – die Geschichte der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert. 2., unverĂ€nd. Auflage. StĂ€mpfli, Bern 2003, ISBN 3-7272-1271-3, S. 109–168. 
  • Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Bern. Stadt Bern:
    • Paul Hofer, Georges Herzog: Die Stadt Bern. Band III. Die Staatsbauten der Stadt Bern (Rathaus, KornhĂ€user, ZeughĂ€user, Stift usw.) (= KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 19). Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. BirkhĂ€user, Basel 1947, OCLC 884607561.
      • Paul Hofer: Die Staatsbauten der Stadt Bern (= KunstdenkmĂ€ler des Kantons Bern. Band 3; KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 19). UnverĂ€nd. Nachdruck mit NachtrĂ€gen von Georges Herzog. 1982, ISBN 3-7643-1391-9.
      • Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Bern. Band III. Die Stadt Bern. NachtrĂ€ge zu Band 3. BirkhĂ€user, Basel 1982, OCLC 917628879.
    • Paul Hofer: Die Stadt Bern (= Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Bern. Band 1: Stadtbild, Wehrbauten, Stadttore, Anlagen, DenkmĂ€ler, BrĂŒcken, Stadtbrunnen, SpitĂ€ler, WaisenhĂ€user. Bd. 2: GesellschaftshĂ€user und Wohnbauten; = Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 28, Band 40). 2 BĂ€nde. BirkhĂ€user, Basel 1952–1959, OCLC 611792171.
    • Paul Hofer, Luc Mojon: Die Kirchen der Stadt Bern. Antonierkirche, Französische Kirche, Heiliggeistkirche und Nydeggkirche (= Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Bern. Bd. 5; Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 58). BirkhĂ€user, Basel 1969, OCLC 61843273.
    • Luc Mojon: Das Berner MĂŒnster (= Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Bern. Band 4; Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 44). BirkhĂ€user, Basel 1960, OCLC 46284900.
  • Richard Feller: Geschichte Berns. 4 BĂ€nde. 4., korr. Aufl. Lang, Bern 1974, OCLC 2968839.
  • Bernhard Furrer: The Town of Berne (= Schweizerische KunstfĂŒhrer. Nr. 553/555; Ser. 56). Hrsg. von Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. GSK, Bern 1994, ISBN 3-85782-553-7.
  • Fridolin Limbach: Die schöne Stadt Bern. Die bewegte Geschichte der alten «MĂ€rit»- oder «Meritgasse», der heutigen Gerechtigkeits- und Kramgasse und der alten ZĂ€hringerstadt Bern. Handdrucke, Zeichnungen, Bau- und Hausgeschichten, Chroniken, alte Drucke, Berner Mandate, Regierungserlasse und Karten. 2. Auflage. Benteli, Bern 1988, ISBN 3-7165-0273-1 (Einleitung von Hans Strahm).
  • Historischer Verein des Kantons Bern: Festschrift zum 800-Jahr-JubilĂ€um der Stadt Bern 1191–1991. In: Berner Zeitschrift fĂŒr Geschichte und Heimatkunde, Bd. 53, 1991, S. 3–98 (Digitalisat).
  • Christian LĂŒthi, Bernhard Meier (Hrsg.): Bern – eine Stadt bricht auf. SchauplĂ€tze und Geschichten der Berner Stadtentwicklung zwischen 1798 und 1998. Haupt, Bern/Stuttgart/Wien 1998, ISBN 3-258-05721-4.
  • Rainer C. Schwinges u. a. (Hrsg.): Berns mutige Zeit. Das 13. und 14. Jahrhundert neu entdeckt (= Berner Zeiten. Band [1]). Schulverlag blmv, Bern 2003, ISBN 3-292-00030-0; StĂ€mpfli, Bern 2003, ISBN 3-7272-1272-1.
  • Hans Strahm: Geschichte der Stadt und Landschaft Bern. Francke, Bern 1971, DNB 997277920.
  • Anne-Marie Dubler, Hans GrĂŒtter, Urs Martin Zahnd, Beat Junker, Bruno Fritzsche, Alfred Kuert: Bern (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. November 2016.
  • Verzeichnis sĂ€mtlicher Burger der Stadt Bern; aus amtlichen Quellen bearbeitet. StĂ€mpfli, Bern 1853–1914 (Digitalisat. In: uni-duesseldorf.de).
  • Franz A. Roedelberger: Bern-Buch. Buchverlag Verbandsdruckerei AG, Bern 1953, OCLC 742740921.
  • Valerius Anshelm: Berner-Chronik, von Anfang der Stadt Bern bis 1526, 6 BĂ€nde.

Weblinks

  • Offizielle Website der Stadt Bern
  • Anne-Marie Dubler, Hans GrĂŒtter, Urs Martin Zahnd, Beat Junker, Bruno Fritzsche, Alfred Kuert: Bern (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. November 2016.
  • Bern auf der Plattform ETHorama
  • Berchtold Weber: Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern. In: DigiBern (PDF; 8,4 MB)
  • Statistische JahrbĂŒcher der Stadt Bern (SĂ€mtliche BĂ€nde bis ins Jahr 1930 stehen als PDF unter Alle JahrbĂŒcher zur VerfĂŒgung.)
  • Bern – Prototype Communes auf sfa-laboratory.ch
  • Interaktives 360°-Gigapixel-Panoramafoto, das die Stadt Bern aus der Vogelperspektive zeigt (als HTML oder mit Flash-Player)

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auch: Berna, Berne
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ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Kanton

Fläche ca.: 5921.90 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 47.34526
südlichster Punkt: 46.32643
westlichster Punkt: 6.86163
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