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Staat Informationen : Demokratische Republik Kongo

Informationen:


Die Demokratische Republik Kongo (deutsch [ˈkÊ°É”Ć‹go], französisch [kɔ̃ˈgo], abgekĂŒrzt DR Kongo), von 1971 bis 1997 Zaire (frz. ZaĂŻre), auch bekannt als Kongo-Kinshasa oder einfach Kongo, ist eine Republik in Zentralafrika. Sie grenzt (von Norden im Uhrzeigersinn) an die Zentralafrikanische Republik, den SĂŒdsudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia, Angola, den Atlantik und die Republik Kongo. Die DR Kongo ist an FlĂ€che der (hinter Algerien) zweitgrĂ¶ĂŸte und an Bevölkerung der viertgrĂ¶ĂŸte Staat Afrikas. Das Land wird vom Äquator durchzogen; es herrscht ein tropisches Klima. Große Teile des Staatsgebietes sind von tropischem Regenwald bedeckt.

Die etwa 100 Millionen Einwohner lassen sich in mehr als 200 Ethnien einteilen. Es gibt eine große Sprachenvielfalt, die Verkehrssprache ist Französisch. Etwa die HĂ€lfte der Einwohner bekennt sich zur katholischen Kirche, die andere HĂ€lfte verteilt sich auf Kimbanguisten, andere christliche Kirchen, traditionelle Religionen und den Islam. Die Hauptstadt Kinshasa gilt mit ĂŒber 13 Millionen Einwohnern als drittgrĂ¶ĂŸte Stadt Afrikas. StĂ€dte mit ĂŒber einer Million Einwohnern sind Lubumbashi, Mbuji-Mayi, Mbandaka, Kananga und Kisangani.

Das Gebiet des heutigen Staates kam 1885 unter belgische Kolonialherrschaft. Die Herrschaft des belgischen Königs Leopold II. gilt als eines der grausamsten Kolonialregime. Nach der UnabhĂ€ngigkeit 1960 wurde das Land nach mehrjĂ€hrigen innenpolitischen Konflikten 32 Jahre lang von Mobutu Sese Seko diktatorisch regiert. 1997 wurde Mobutu von dem Rebellenchef Laurent-DĂ©sirĂ© Kabila gestĂŒrzt. Auf den Machtwechsel folgte ein weiterer BĂŒrgerkrieg, der aufgrund der Verwicklung zahlreicher afrikanischer Staaten als Afrikanischer Weltkrieg bekannt wurde. 2002 wurde ein Friedensabkommen unterzeichnet. Im Osten des Landes finden aber bis heute weiterhin KĂ€mpfe statt. Erstmals seit 1965 fanden 2006 freie Wahlen statt.

Trotz seines Rohstoffreichtums zÀhlt der Staat, bedingt durch jahrzehntelange Ausbeutung, Korruption, jahrelange Kriege und stÀndige Bevölkerungszunahme, heute zu den Àrmsten LÀndern der Welt.

Landesnamen

Der Name der Demokratischen Republik Kongo Ă€nderte sich in der Vergangenheit mehrmals. Zeitweise verwendete das Land die gleiche amtliche Bezeichnung wie der Nachbarstaat Republik Kongo. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick ĂŒber die historischen Bezeichnungen:

Naturraum

Geographie

Die Demokratische Republik Kongo umfasst als zweitgrĂ¶ĂŸter Staat Afrikas eine FlĂ€che von 2.344.885 kmÂČ und ist somit 6,6-mal grĂ¶ĂŸer als Deutschland und 76,9-mal grĂ¶ĂŸer als die FlĂ€che der ehemaligen Kolonialmacht Belgien.

Sie liegt in Zentralafrika am Äquator. Weil Flora und Fauna sehr vielfĂ€ltig sind, besitzt das Land ein sehr hohes naturrĂ€umliches Potenzial. Deshalb ist die Meinung vieler Experten, dass die Demokratische Republik Kongo heute einer der fĂŒhrenden afrikanischen Staaten wĂ€re, hĂ€tte es keine Kolonialausbeutung und ethnischen Konflikte gegeben.

Rund 60 Prozent des Landes nimmt das Kongobecken mit seinen tropischen RegenwĂ€ldern ein. Es ist in allen Richtungen von BergzĂŒgen mit Höhen von 500 bis 1000 Metern begrenzt. Im SĂŒden wird es vom Katanga-Bergland (frĂŒhere Bezeichnung: Shaba-Bergland) begrenzt, das Teil der Lundaschwelle ist. Im SĂŒden und Osten des Landes steigen die BergzĂŒge zu Hochgebirgen auf wie die Mitumba-Berge und die Kundelungu-Berge im SĂŒden und die Zentralafrikanische Schwelle und Virunga-Vulkane im Osten. Sie erreichen Höhen von bis zu 4500 Metern und sind reich an BodenschĂ€tzen wie Kupfer und Uran. Die höchste Erhebung ist mit 5109 Metern der Margherita Peak im Ruwenzori-Gebirge an der Grenze zu Uganda.

Der grĂ¶ĂŸte und lĂ€ngste Fluss, der durch die Demokratische Republik Kongo fließt, ist der Kongo mit 4374 Kilometern LĂ€nge. Er ist nach dem Nil der zweitlĂ€ngste Fluss des afrikanischen Kontinents. Gemessen an seiner WasserfĂŒhrung von 39.160 mÂł/s ist er der grĂ¶ĂŸte Fluss Afrikas und der zweitgrĂ¶ĂŸte Fluss weltweit. Der Kongo entspringt im SĂŒden des Landes in der Provinz Haut-Katanga im Mitumba-Gebirge und fließt etwa 1000 Kilometer nach Norden, von wo er nach WestsĂŒdwesten umgelenkt wird. Hier besteht auch ein Binnendelta. Anschließend bildet er die Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo, bevor er schließlich in den Atlantischen Ozean mĂŒndet. Zahlreiche FlĂŒsse mĂŒnden in den Kongo. Der mit einer WasserfĂŒhrung von 9.873 mÂł/s bei weitem grĂ¶ĂŸte dieser NebenflĂŒsse ist der aus Angola kommende Kasai, der ebenfalls mehrere NebenflĂŒsse aufweist und in den Gebirgen im SĂŒden entspringt. Ein ebenfalls im SĂŒden entspringender linker Nebenfluss des Kongo, der Lomami, hat sein Quellgebiet in der Provinz Haut-Lomami. Der grĂ¶ĂŸte von Norden kommende Zufluss des Kongos ist der Ubangi, der nahezu ĂŒber seine gesamte LĂ€nge die Grenze zur Zentralafrikanischen Republik und zur Republik Kongo bildet. Die 40 Kilometer lange KĂŒste nördlich der KongomĂŒndung in den Ozean stellt die einzige Öffnung zum Atlantischen Ozean dar. Hier liegen die beiden HafenstĂ€dte Muanda und Banana; außerdem befinden sich dort Erdölvorkommen. Im Osten des Landes befindet sich die Seenkette des Großen Afrikanischen Grabens, die die Ostgrenze bildet. Dazu gehören unter anderem (von Nord nach SĂŒd) der Albertsee, Eduardsee, Kiwusee und Tanganjikasee. Sie birgt darĂŒber hinaus bedeutende BodenschĂ€tze. Hier wurde beispielsweise Erdgas gefunden, im Osten und Nordosten auch Gold und Zinn.

Die Oxisolböden im Kongobecken sind oft stark verwittert und weisen nur eine geringe Fruchtbarkeit auf, wĂ€hrend die höher gelegenen Gebiete im Norden und SĂŒden fruchtbar sind und zum Ackerbau genutzt werden.

Klima

In der Demokratischen Republik Kongo herrscht aufgrund der geographischen Lage ein Äquatorialklima vor. In den meisten Landesteilen gibt es daher ein sehr warmes, tropisches Feuchtklima mit einer Durchschnittstemperatur von rund 20 °C in der Trockenzeit und rund 30 °C in der Regenzeit. Das Klima wird relativ wenig durch Jahreszeiten wie Trocken- und Regenzeit beeinflusst. Dennoch gibt es wegen der sehr großen LandesflĂ€che regionale DisparitĂ€ten.

Durch die nördliche Landesmitte, in welcher die StĂ€dte Mbandaka und Kisangani liegen, verlĂ€uft der Äquator. In diesem rund 300 Kilometer breiten Gebiet gibt es das ganze Jahr ĂŒber heftige RegenfĂ€lle, die durchschnittlich rund 1500–2000 mm betragen, wĂ€hrend die Temperatur konstant bei rund 26 °C bleibt.

Kinshasas Klima ist gekennzeichnet durch eine Jahresdurchschnittstemperatur von ĂŒber 25 °C sowie einer Wechselfolge zwischen den Trockenzeiten (vier Monate insgesamt) und den Regenzeiten, welche ihre extremste AusprĂ€gung in den Monaten November und April haben. Im ganzen Jahr fallen in Kinshasa insgesamt rund 1400 mm Regen.

Im Norden des Landes lĂ€sst der große WaldflĂ€chenanteil, der typisch fĂŒr das Äquatorialklima ist, Platz fĂŒr eine Baumsavanne. Dort beginnt die Trockenzeit, gegensĂ€tzlich zum SĂŒden, meist zwei bis drei Monate vor dem Jahreswechsel und endet rund zwei bis drei Monate nach dem Jahreswechsel. Deshalb fallen hier rund 90 % der JahresniederschlĂ€ge in der Zeit zwischen MĂ€rz und November.

Im SĂŒden beginnt eine Zone des tropischen Klimas, die mit einer Trockenzeit (drei bis sechs Monate, meist Mai bis September) und einer Regenzeit (sechs bis neun Monate, meist Oktober bis April) ausgeprĂ€gte Jahreszeiten aufweist. So gibt es zum Beispiel in Lubumbashi in der Provinz Haut-Katanga sogar sechs Monate relativer Trockenheit und sehr ausgeprĂ€gte Tages-Nacht-Temperaturschwankungen.

Der gebirgige Ostteil der des Landes ist von Höhenklima geprĂ€gt und deutlich kĂŒhler im Vergleich zu den anderen Gebieten. Da die Temperatur dort pro 80 Höhenmeter um durchschnittlich 1 °C sinkt, kann man namhafte klimatische und ökologische Unterschiede beim Anstieg der Gebirge im Nationalpark Virunga und der GefĂ€lle des Ruwenzori-Gebirges feststellen. An den höchsten Punkten dieser Gebiete ist sogar Schneefall nicht ungewöhnlich. Hier fallen auch die meisten NiederschlĂ€ge des Landes.

Es gibt auch eine kleine Zone maritimen Klimas. Im kleinen KĂŒstengebiet im Ă€ußersten Westen, wo auch der Kongo-Fluss mĂŒndet, senkt der kalte Benguelastrom Temperatur und Niederschlagsmenge deutlich ab, sodass es beispielsweise in der Stadt Boma im Jahr durchschnittlich weniger als 800 mm Niederschlag gibt.

Flora und Fauna

In der Demokratischen Republik Kongo liegen die grĂ¶ĂŸten noch existierenden Regenwaldgebiete Afrikas. Da dort neben einer sehr großen Artenvielfalt und BiodiversitĂ€t ausgesprochen viele endemische Arten, Gattungen und Familien von Pflanzen und Tieren und vielfĂ€ltige Ökosysteme vorkommen, wird der Staat zu den MegadiversitĂ€tslĂ€ndern dieser Erde gerechnet. Das Ruwenzori-Gebirge wird aufgrund der großen GefĂ€hrdungslage als Hotspot der BiodiversitĂ€t gefĂŒhrt.

Rund zwei Drittel der LandesflĂ€che sind von tropischem Regen- und Höhenwald bedeckt. In höheren Lagen in ÄquatornĂ€he gibt es vor allem Bergregenwald, Wolken- und Nebelwald. Hier findet man vorrangig BĂ€ume und Pflanzen mit langen StĂ€mmen, dĂŒnner Baumrinde und festen BlĂ€ttern. Beispiele hierfĂŒr sind der Gummibaum und Hartholzpflanzen wie der Teakbaum und MahagonigewĂ€chse. Außerdem gibt es dort Ölpalmen, WĂŒrgefeigen und Aufsitzerpflanzen wie Orchideen. Nördlich und sĂŒdlich der Regenwaldregion befinden sich 200 und 500 Kilometer breite Streifen mit Feuchtsavanne. Diese Verteilung ist niederschlagsbedingt und grĂŒndet sich auf die innertropische Konvergenzzone (ITC). Eine im Feuchtsavannengebiet vorkommende Pflanzengattung ist die Wolfsmilch. Die Feuchtsavanne geht schließlich in die Trockensavanne mit Miombowaldgebieten ĂŒber. Die typische Vegetation besteht dort hauptsĂ€chlich aus Akazien und Sukkulenten.

Obwohl einige SĂ€ugetiere wie der Löwe, der Leopard, das Nashorn, der Elefant, das Zebra, der Schakal, die HyĂ€ne sowie eine Reihe von Antilopenarten bevorzugt in den Savannenregionen leben, gibt es vor allem durch den hohen Waldanteil mit insgesamt 415 sehr viele verschiedene SĂ€ugetierarten im Land. Insbesondere fĂŒnf als UNESCO-Welterbe ausgezeichnete Schutzgebiete, die vier Nationalparks Garamba, Kahuzi-BiĂ©ga, Salonga und Virunga sowie das Okapi-Wildtierreservat, stellen einen wichtigen Lebensraum fĂŒr viele SĂ€ugetiere wie Bonobos, Östliche Gorillas, Okapis und Afrikanische BĂŒffel dar. Besonders die Vielfalt an Menschenaffen ist bemerkenswert: Die Demokratische Republik Kongo beherbergt als weltweit einziges Land drei Menschenaffenarten: neben Gorillas und Bonobos auch Schimpansen. Diese sind dort allerdings kaum noch aufzufinden und akut vom Aussterben bedroht. Auch die Lage der Bonobos ist bedrohlich: der Bestand der Tierart, welche man nirgendwo sonst weltweit in Freiheit beobachten kann, wird derzeit auf rund 3000 Tiere im Staatsgebiet geschĂ€tzt. Vor den 1980er Jahren lag diese Zahl bei ĂŒber 100.000. Hauptgrund des Aussterbens der Menschenaffen sind Wilderer, die das Bushmeat als Delikatesse in den StĂ€dten verkaufen.

Auch bei anderen SĂ€ugetieren besteht das Problem des Artensterbens. Doch im Gegensatz zur Delikatesse Affenfleisch werden andere bedrohte Tierarten vor allem aufgrund des immensen Proteinbedarfs der wegen der sehr hohen FertilitĂ€tsrate der Frauen schnell wachsenden Bevölkerung gejagt. Oftmals ist das Jagen geschĂŒtzter Tierarten fĂŒr Landesbewohner ĂŒberlebenswichtig. Doch auf diese Weise schrumpften die BestĂ€nde mancher Wildtierarten so sehr, dass einige Arten laut Forschungsprognosen schon in rund 50 Jahren ausgestorben sein könnten.

Auch die anderen Tierklassen lassen sich in großer Zahl finden. Es gibt 268 verschiedene Reptilienarten und je ĂŒber eintausend Fisch- und Vogelarten. Sehr groß ist auch die Anzahl an Insektenarten. So gibt es allein ĂŒber 1300 verschiedene Arten von Schmetterlingen. In keinem anderen Land weltweit ist dieser Wert grĂ¶ĂŸer.

Geschichte

Vorkoloniale Geschichte

Die Urbevölkerung des heutigen Staates bestand aus PygmĂ€en, welche heute nur noch eine kleine Minderheit darstellen. Über Jahrhunderte hinweg wanderten Bantuvölker ein. Es entstanden verschiedene Gesellschaftsformen: von JĂ€gern und Sammlern ĂŒber Ackerbaubevölkerungen bis hin zu grĂ¶ĂŸeren Staatswesen.

Unter den dortigen Staaten trat insbesondere das im 14. Jahrhundert gegrĂŒndete Königreich Kongo, eines der grĂ¶ĂŸten afrikanischen Staatswesen ĂŒberhaupt, hervor. Im 15. Jahrhundert erkundeten portugiesische Seefahrer um Diogo CĂŁo das Gebiet der KongomĂŒndung und nahmen 1491 diplomatische Beziehungen zum Kongoreich auf. König Nzinga a Nkuwu († 1509) (spĂ€ter auch JoĂŁo I. von Kongo) ließ sich taufen und entsandte EmissĂ€re nach Lissabon. Es begann eine kurze Phase annĂ€hernd gleichberechtigten Umgangs zwischen dem Kongo und Portugal.

In der Neuzeit lieferte das Kongoreich Sklaven in die amerikanischen Kolonien, die Einnahmen aus dem Sklavenhandel ließen eine reiche Oberschicht in den afrikanischen HafenstĂ€dten entstehen.

Vom 16. Jahrhundert an war das Kongoreich im Niedergang begriffen. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts erfolgte die völlige Zerstörung des Königreiches sowie seine Ausbeutung und PlĂŒnderung durch SklavenjĂ€ger. Nach diesem Zerfall wurde die portugiesischen Vorherrschaft durch die der NiederlĂ€nder und Briten abgelöst. Am Anfang des 18. Jahrhunderts war das Kongoreich fast vollstĂ€ndig zerfallen. 1866 zogen die letzten Portugiesen ab.

In den 1870er Jahren bereiste der Waliser Henry Morton Stanley als erster EuropĂ€er das Hinterland. Er schlug vor, den Kongo dem britischen Kolonialreich anzugliedern. Die britische Regierung lehnte dies ab, weil sie sich vor allem fĂŒr die Nilquellen interessierte.

„Kongo-Freistaat“/Belgische Kolonialzeit

Der belgische König Leopold II. jedoch, von dem Gedanken an ein Kolonialreich seit langem fasziniert, wollte die Gelegenheit nutzen. 1885 vereinnahmte Leopold den Kongo im Nachgefolge der Kongokonferenz als seinen „Privatbesitz“. Nominell war der neu geschaffene Staat vollstĂ€ndig selbststĂ€ndig gegenĂŒber der Kolonialmacht Belgien. Der Kongo-Freistaat besaß eine eigene Regierung in Boma, die nur Leopold Rechenschaft abzulegen hatte, eine eigene Armee (die „Force Publique“), sowie eigene diplomatische Vertretungen in anderen Staaten. Die einheimische Bevölkerung war von den politischen und militĂ€rischen Eliten des Staates ausgeschlossen. Dieser Status jenseits allen Völkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig. Da mit dem Kongo zugleich auch alle seine Bewohner als rechtloser Privatbesitz angesehen wurden, kam es bei der wirtschaftlichen Ausbeutung (Kautschukboom) zu solch grausamen Exzessen, dass sie als so genannte KongogrĂ€uel 1908 international fĂŒr Aufsehen und Empörung sorgten und Leopold zur Übergabe des Kongo als „normale“ Kolonie an den belgischen Staat zwangen.

Zwar verbesserten sich die VerhÀltnisse nun ein wenig, aber nach wie vor wurden der Kongo und seine Bevölkerung von der autoritÀren Kolonialmacht Belgien ausgebeutet.

Die Demokratische Republik Kongo wurde ursprĂŒnglich als Belgisch Kongo von einer gesetzgebenden Versammlung und regionalen Versammlungen verwaltet, in denen nur von Kolonialbehörden ernannte EuropĂ€er saßen. Gegen Ende der 1950er Jahre gab es zwar eine grĂ¶ĂŸere Beteiligung von Afrikanern, aber bis zur UnabhĂ€ngigkeit, als die Kolonie in Zaire umbenannt wurde, kein volles Wahlrecht.

Mit den weltweit in den Kolonien zunehmenden UnabhĂ€ngigkeitsbestrebungen wuchs auch im Kongo der Druck nach staatlicher Selbstbestimmung. Nach ersten Unruhen in der Hauptstadt LĂ©opoldville und unter dem Druck der Weltöffentlichkeit zog sich Belgien Anfang 1959 schlagartig aus dem Kongo zurĂŒck und hinterließ ein Chaos.

UnabhÀngigkeit und Kongokrise

Am 30. Juni 1960 wurde die „Republik Kongo“ unabhĂ€ngig. Joseph Kasavubu, FĂŒhrer der Alliance des Bakongo (ABAKO), wurde StaatsprĂ€sident. Der bedeutende Panafrikanist und FĂŒhrer der kongolesischen UnabhĂ€ngigkeitsbewegung, Patrice Lumumba, wurde der erste MinisterprĂ€sident des jungen Landes, das er allerdings aufgrund mangelnder FachkrĂ€fte und angesichts sezessionistischer Bestrebungen, insbesondere in der Provinz Katanga, nicht zusammenzuhalten vermochte. Insbesondere die kontinuierlichen Interventionen Belgiens, der USA, aber auch der Sowjetunion fĂŒhrten zu einem allmĂ€hlichen Zerreißen der jungen Nation. Lumumba wurde schließlich vom MilitĂ€r abgesetzt und verhaftet. Zwar konnte er der Haft kurz entfliehen, wurde aber kurze Zeit spĂ€ter wieder ergriffen, seinem Gegner MoĂŻse TschombĂ© – dem SezessionistenfĂŒhrer in Katanga – ausgeliefert und anschließend ermordet. Eine Beteiligung der CIA sowie des belgischen Geheimdienstes wurde im Jahr 2000 bestĂ€tigt, weswegen die belgische Generalstaatsanwaltschaft 2012 ein Ermittlungsverfahren eröffnete.

Diktatur Mobutu

1965 putschte der frĂŒhere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu, und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der lĂ€ngsten und korruptesten kleptokratischen Diktaturen Afrikas. MoĂŻse TschombĂ© konnte zeitweise ĂŒber Teile des Kongos mit einer Söldnerarmee, die ĂŒberwiegend aus EuropĂ€ern bestand, herrschen. Einen Höhepunkt der SöldneraktivitĂ€t im Kongo stellt die Besetzung von Bukavu durch TschombĂ©s europĂ€ische Söldner von August bis November 1967 dar. Mobutu begann eine Afrikanisierung des Landes und versuchte, die europĂ€ischen EinflĂŒsse im Land zu eliminieren. EuropĂ€ische Unternehmen wurden verstaatlicht.

Das Erlassgesetz zum Referendum Act N°67-223 vom 3. Mai 1967 erkannte das Recht aller Kongolesen unabhĂ€ngig vom Geschlecht, sich am Verfassungsreferendum zu beteiligen, an. Damit war das Frauenwahlrecht eingefĂŒhrt. Das Gesetz ĂŒber die Wahlen zur gesetzgebenden Versammlung und den PrĂ€sidentenwahlen vom 17. April 1970 gab MĂ€nnern und Frauen explizit das passive Wahlrecht, wie dies schon in der Verfassung von 1967 vorgesehen gewesen war.

1971 wurde das Land in Zaire umbenannt. Mobutu errichtete einen Einparteienstaat mit einem bizarren Personenkult, der erhebliche UnterstĂŒtzung aus westlichen LĂ€ndern erhielt, und bekĂ€mpfte dafĂŒr den Einfluss der Sowjetunion in Afrika. 1977/78 wurde mit internationaler, unter anderem belgischer und französischer MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Regierung Mobutu Sese Seko die Shaba-Invasion der Front national de libĂ©ration du Congo des RebellenfĂŒhrers Nathaniel Mbumba aus Angola niedergeschlagen (Schlacht um Kolwezi).

Kongokriege

Unter dem Eindruck des Niedergangs der zairischen Wirtschaft und dem Ende des Ost-West-Konflikts stimmte Mobutu ab 1990 einer schrittweisen Demokratisierung des Landes zu, die aber zu keinem Erfolg fĂŒhrte. Das Ende der Diktatur Mobutus begann stattdessen mit dem Völkermord in Ruanda, in dessen Folge Hunderttausende der am Völkermord beteiligten Hutu nach Zaire flohen. Einer Allianz der neuen ruandischen Tutsi-Regierung und verschiedener Mobutu-Gegner gelang es schließlich innerhalb weniger Monate, ganz Zaire zu erobern und den schwer kranken und international mittlerweile isolierten Mobutu zu stĂŒrzen. Der Rebellenchef Laurent-DĂ©sirĂ© Kabila wurde 1997 neuer PrĂ€sident und benannte Zaire wieder in Demokratische Republik Kongo um.

Die einstigen VerbĂŒndeten hatten sich rasch zerstritten, und 1998 versuchten erneut von Ruanda gestĂŒtzte Rebellenorganisationen, von Osten aus das Land zu erobern. Eine Intervention von Angola und Simbabwe auf Seiten Kabilas konnte den Sturz der Regierung aber abwenden, und es entwickelte sich ein jahrelanger Stellungskrieg; das Land wurde schließlich in mehrere Machtbereiche aufgespalten. Langwierige Verhandlungen beendeten 2003 den Krieg, alle Kriegsparteien bildeten eine gemeinsame Übergangsregierung.

Der Kongokrieg hatte schwerwiegende sozioökonomische Auswirkungen auf das Land. Wirtschaft und Sozialsysteme, die bereits vor dem Krieg am Boden lagen, brachen völlig zusammen, ganze Landstriche wurden weitgehend entvölkert. Die Zahl der Opfer ist unbekannt, Hochrechnungen gehen von mehr als drei Millionen indirekter Kriegsopfer aus.

Nachkriegszeit

Bereits im Januar 2001 fiel Laurent-DĂ©sirĂ© Kabila einem Attentat zum Opfer, und sein Sohn Joseph Kabila erbte seine Stellung als StaatsprĂ€sident. Joseph Kabila gewann schließlich die im Friedensvertrag vorgesehene Wahl im Jahre 2006 und ist damit erster frei gewĂ€hlter PrĂ€sident der Demokratischen Republik Kongo seit 1965. Mit Kabila fĂŒhrt zum ersten Mal seit 1960 ein Mann den Staat, der zu GesprĂ€chen zur Befriedung und Stabilisierung der Region bereit ist. Ihm im Wege steht dabei allerdings der fast vollstĂ€ndige Zerfall der Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft des Landes und insbesondere die AusplĂŒnderung der Ă€ußerst rohstoffreichen Ostprovinzen des Kongo, in denen die Zentralregierung fast völlig machtlos ist, durch Uganda, Ruanda und verschiedene lokale Machthaber.

Konflikt im Ostkongo

In den Gebieten Kivu und Ituri im Osten findet auch nach Ende des zweiten Kongokrieges weiterhin ein bewaffneter Konflikt statt, weil die dortigen lokalen Milizen nicht an den Friedensverhandlungen beteiligt waren.

Zwischen August 2007 und Januar 2009 eskalierte der Konflikt: Im dritten Kongokrieg kĂ€mpften in Nordkivu die kongolesischen StreitkrĂ€fte, UN-Truppen der MONUC und Mai-Mai-Milizen gegen die Rebellen des Nationalkongress zur Verteidigung des Volkes (CNDP) unter der FĂŒhrung des Tutsi Laurent Nkunda, eines ehemaligen Generals der Rebellenorganisation RCD. Nkunda behauptete, die lokale Tutsi-Bevölkerung gegen die Hutu-Extremisten der Demokratischen KrĂ€fte zur Befreiung Ruandas (FDLR) zu verteidigen, die auf kongolesischem Gebiet operieren und von Nkunda der Zusammenarbeit mit der kongolesischen Regierung bezichtigt werden.

Ende 2008 eroberte die CNDP immer grĂ¶ĂŸere Gebiete im Nordkivu, Verhandlungen zwischen Regierung und Rebellen unter Vermittlung der UN blieben erfolglos. Im Dezember 2008 schlossen die kongolesische Regierung und Ruanda ein Abkommen ĂŒber eine gemeinsame BekĂ€mpfung der FDLR. Ruandische Soldaten marschierten in den Kongo ein und verhafteten Nkunda, der wenige Tage zuvor von der CNDP fĂŒr abgesetzt erklĂ€rt worden war. Im MĂ€rz 2009 unterzeichneten Regierung und CNDP ein Friedensabkommen. Hoffnungen, dass nach dem Ende der CNDP und der Zusammenarbeit zwischen kongolesischer Regierung und Ruanda im Kampf gegen die FDLR nun auch eine Befriedung der Ostprovinzen möglich sei, erfĂŒllten sich nicht.

Ab etwa 2010 operierten Dutzende bewaffneter Gruppierungen in den Kivuprovinzen. Deren StĂ€rken reichen von wenigen Dutzend bis zu mehreren tausend KĂ€mpfern. An vielen Gruppen sind desertierte Soldaten der FARDC oder andere SicherheitskrĂ€fte beteiligt. Zu den grĂ¶ĂŸten zĂ€hlen die FDLR, die RaĂŻa Mutomboki, die Alliance des patriotes pour un Congo libre et souverain und die Nyatura. Die Bewegung 23. MĂ€rz wurde im April 2012 von ehemaligen Mitgliedern der CNDP aus Unzufriedenheit ĂŒber die Umsetzung des Friedensabkommens gegrĂŒndet. Sie erlangte maßgeblich Kontrolle im Territorium Rutshuru und erregte großes Aufsehen durch die zwischenzeitliche Einnahme der Provinzhauptstadt Goma. Nach mehreren gescheiterten Verhandlungsrunden mit der Regierung und der Etablierung einer UN-Eingreiftruppe unterlag sie Anfang November 2013 schließlich militĂ€risch.

Bevölkerung

Die Demokratische Republik Kongo zĂ€hlt im Jahr 2020 etwas mehr als 100 Millionen Einwohner und ist damit der viertbevölkerungsreichste Staat Afrikas. Die Bevölkerungsdichte ist mit etwas mehr als 43 Einwohner pro kmÂČ eher gering. Das Bevölkerungswachstum zĂ€hlt mit ĂŒber 3 % zu den höchsten der Welt; jede Frau bringt durchschnittlich 5,8 Kinder zur Welt, wobei der Wert seit einigen Jahren sinkt. 2019 waren 46 % der Bevölkerung unter 15 Jahren alt, das Median-Alter wurde fĂŒr 2020 auf 17 Jahre geschĂ€tzt. Der Kongo hat damit eine der jĂŒngsten Bevölkerungen der Welt. Im weltweiten Vergleich hat das Land laut Fund For Peace die problematischste Demografieentwicklung aller Staaten. Eine VolkszĂ€hlung fand zuletzt 1984 statt. Damals lag die Bevölkerungszahl noch bei etwa 30 Millionen, seitdem hat sich die Bevölkerungszahl also mehr als verdreifacht. FĂŒr Mitte des Jahrhunderts wird deshalb mit fast 200 Millionen Einwohnern in der DR Kongo gerechnet.

Die Lebenserwartung lag 2019 bei 60,7 Jahren. WĂ€hrend der BĂŒrgerkriege ab Mitte der 1990er Jahre kam es zu einer bis heute anhaltenden ausgeprĂ€gten Landflucht; zwischen 2005 und 2010 wuchs die Stadtbevölkerung jĂ€hrlich im Mittel um 5,1 %.

Stadtentwicklung

Die mit Abstand grĂ¶ĂŸte Agglomeration des Landes ist die Hauptstadt Kinshasa mit rund 12 Millionen Einwohnern. Damit konzentrieren sich 14 % der Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo auf dieses Gebiet. Neben der Großregion Kinshasa konzentriert sich die Bevölkerung vor allem auf die Bergbauprovinzen Katanga, Kasai-Occidental und Kasai-Oriental.

Die Stadtbevölkerung steigt in fast allen GroßstĂ€dten des Staates durch anhaltende Landflucht stark an. 2015 lebten 42,5 % der Einwohner in stĂ€dtischen Gebieten, die Zuwachsrate betrug zwischen 2010 und 2015 rund 4 % jĂ€hrlich. Im Landesosten können die Einwohnerzahlen, bedingt durch FlĂŒchtlingsbewegungen, erheblich schwanken, 2008 waren dort nach UN-Angaben zwischen 500.000 und einer Million Menschen auf der Flucht.

Ethnien

WĂ€hrend der Kolonialzeit wurden auch im Kongo Ethnien konstruiert. Einige dieser ethnischen IdentitĂ€ten beruhen auf prĂ€modernen Stammeszugehörigkeiten, andere, wie zum Beispiel die Baluba, wurden gĂ€nzlich neu konstruiert. Heute existieren weit mehr als 200 Ethnien in der DRK. Von den Angehörigen dieser Ethnien verstehen sich etwa 80 % als Bantu. Die meisten Bewohner des Landes werden nur einigen wenigen Ethnien zugerechnet, davon die vier großen Bantuvölker: die beiden grĂ¶ĂŸten Gruppen sind Bakongo (16 %) und Baluba (18 %), daneben sind auch die Mongo (13 %) und die Banjaruanda (10 %) zahlenmĂ€ĂŸig stark.

Die restlichen 20 % der Landesbewohner setzen sich zu 18 % aus sudansprachigen Völkern, zu 2 % aus Niloten und aus 20.000 bis 50.000 PygmÀen zusammen. Von den etwa 100.000 EuropÀern (meist Belgier), die zum Zeitpunkt der UnabhÀngigkeit im Land lebten, sind bis heute etwa 20.000 geblieben.

Bereits vor der UnabhĂ€ngigkeit schĂŒrte die belgische Kolonialmacht RivalitĂ€ten zwischen den Volksgruppen; diese werden bis heute als maßgebliche Ursache fĂŒr die Kriege und Konflikte im Land genannt.

Im Jahre 2017 waren 0,8 % der Bevölkerung im Ausland geboren. Im Land leben 280.000 FlĂŒchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik. Weitere grĂ¶ĂŸere AuslĂ€ndergruppen kommen aus Ruanda und Angola.

Sprachen

In der Demokratischen Republik gibt es eine Sprachenvielfalt, die im Land Ă€hnlich groß ist wie die Vielfalt an Volksgruppen: Insgesamt wird die Anzahl der Sprachen und Dialekte des Kongo mit 214 angegeben. Aufgrund der kolonialen Vergangenheit nimmt das Französische den Rang der Amts-, Literatur- und Bildungssprache ein. Daneben gibt es vier offizielle Nationalsprachen: Lingala, Kikongo ya leta, Tschiluba und eine kongolesische Variante des Swahili, deren Rechtschreibung 1974 geregelt wurde. Auch diese wurden in der Kolonialzeit von Belgien festgelegt, um die Sprachenvielfalt zu begrenzen. Kikongo ya leta vor allem in den beiden Provinzen Kongo Central und Bandundu, wĂ€hrend Tshiluba vor allem in den beiden Provinzen Kasai-Occidental und Kasai-Oriental gesprochen wird. Der Ursprung des Lingala befindet sich in dem Land selbst. Diese Sprache, die der Volksgruppe der Bangala zuzuordnen ist, breitete sich aus der Region Équateur entlang der FlĂŒsse aus. Gefördert wurde diese Ausbreitung durch die EuropĂ€er, die es als Kommunikationssprache nutzten, spĂ€ter durch die Diktatur von Mobutu, der sich durch die Medien auf Lingala an sein Volk wandte, und heute durch die Popmusik. Swahili ist eine Verkehrssprache in ganz Ostafrika, welche, wenngleich sie im Kongo wenig Muttersprachler hat, diesen Status auch im Osten des Landes besitzt. Außerdem wurde nach dem Ende des Mobutu-Regimes Swahili offizielle Armeesprache und dadurch im gesamten Landesgebiet zunehmend populĂ€rer. Artikel 1 der Verfassung bestimmt neben Französisch als „offizieller Sprache“: «  langues nationales sont le kikongo, le lingala, le swahili et le tshiluba». Laut Artikel 142 sind alle Gesetze binnen 60 Tagen in diesen Sprachen zu veröffentlichen. Im Osten des Landes ist Swahili die vorherrschende Sprache der Kommunikation und wird auch in Schulen und auf Ämtern benutzt. Weitere Sprachen sind beispielsweise das mit Tschiluba nah verwandte Kiluba, Chokwe und Kikongo.

In den nationalen Medien herrscht unter den vier Sprachen weitgehende Gleichverteilung; in den Regionalmedien wird jedoch die jeweilige Regionalsprache bevorzugt. Schriftsprache ist weiterhin Französisch, doch in der jĂŒngsten Vergangenheit werden oft französischsprachige Texte mit Wörtern der einheimischen Sprachen verknĂŒpft, denen hĂ€ufig die Funktion eines Stilmittels zukommt.

Religionen

Indigene Religionen

Indigene Glaubenssysteme drehen sich meist um die Geister der Vorfahren und um Hexer und Zauberer (ndoki), die mit diesen kommunizieren können. Des Weiteren glaubt man an die Existenz von Geistern des Wassers, der Fruchtbarkeit und Ă€hnlichen MĂ€chten (mbumba), die entweder unsichtbar sind oder in Form von natĂŒrlichen Objekten (besonders geformten Felsen, BĂ€umen oder auch Menschen mit besonderen Eigenschaften wie Albinos) annehmen und die entsprechend verehrt werden. Die Vorstellung von DĂ€monen, vor denen man sich schĂŒtzen muss, verlangt die Herstellung von Fetischen und anderen Objekten.

Katholische Kirche

Die dominierende Religion ist das Christentum und innerhalb dessen die römisch-katholische Kirche. Bereits nach dem ersten Kontakt mit den portugiesischen Entdeckern unter Diogo CĂŁo 1482 blieben Missionare im Land. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden die ersten Schulen gebaut, und man ĂŒberzeugte den König und seine unmittelbare Umgebung, sich taufen zu lassen. Die Region der Kongo-MĂŒndung gehört somit neben Angola und Mosambik zu jenen Gebieten in Afrika, wo die MissionierungsbemĂŒhungen der Portugiesen am erfolgreichsten waren.

Nach dem Zerfall des Königreichs gab es im 19. Jahrhundert eine zweite Phase der Missionierung. 1878 errichteten protestantische Missionare in der heutigen Hafenstadt Matadi einen ersten Posten. Die frĂŒheste katholische Mission dieser „zweiten Evangelisierung des Kongo“ entstand 1880 in Boma. Die Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens (Congregatio Immaculati Cordis Mariae, CICM) ĂŒbernahm das 1886 gegrĂŒndete „Apostolische Vikariat Belgisch-Kongo“ und errichtete Missionsstationen in Kwamouth (1888) und Leopoldville (1899). 1892 grĂŒndeten Jesuiten in Kwango ihre erste Missionsstation. Andere Orden folgten. 1906 sicherte eine Übereinkunft zwischen dem Vatikan und Leopold II. den katholischen belgischen Missionen je 100 bis 200 Hektar unbefristeten Landbesitz zu. Bedingung war, dass jede Missionsstation eine Schule unter staatlicher Aufsicht zur landwirtschaftlichen und handwerklichen Ausbildung unterhielt. Nach dem Ersten Weltkrieg betrieben 22 Missionsgesellschaften von Belgien aus die Kongo-Mission. Vor allem das Schulsystem war in katholischer Hand. 1926 wurden alle staatlichen Schulen im Kongo den katholischen Missionen anvertraut, wobei die Kolonialregierung betrĂ€chtliche Summen fĂŒr den Betrieb zur VerfĂŒgung stellte. Nichtkatholische Schulen erhielten erst ab 1946 staatliche UnterstĂŒtzung. Die Voraussetzung fĂŒr den Schulbesuch der Kinder war die Taufe. 1930 gab es 640.000 Katholiken (zehn Prozent der Gesamtbevölkerung). 1959 waren es 5,5 Millionen (40 Prozent). Mit dem System der Missionsstationen, die Kirche, Schule und Krankenhaus an einem Ort zusammenfĂŒhrten, bildete die katholische Kirche im ganzen Land eine Infrastruktur aus, die sich bis heute erhalten hat. Sie wuchs damit zu einer mĂ€chtigen Kraft in der Gesellschaft.

Das VerhĂ€ltnis von Kirche und Staat war bis zur staatlichen UnabhĂ€ngigkeit von verschiedenen Tendenzen geprĂ€gt. Die ersten Missionare sahen durch ihre NĂ€he zur einheimischen Bevölkerung Unterschiede zwischen dem kolonialen System wirtschaftlicher Ausbeutung und einer Entwicklung gemĂ€ĂŸ christlich-sozialen Vorstellungen und standen dem Unternehmen König Leopolds II. hĂ€ufig kritisch gegenĂŒber. Die großen Missionsstationen nach dem Ersten Weltkrieg banden die Missionare jedoch enger in das koloniale System ein. Der UnabhĂ€ngigkeitsbewegung stimmten fĂŒhrende Kirchenvertreter zunĂ€chst nur zögerlich zu.

Anfang der 1970er Jahre stellte sich Mobutu mit seiner Kampagne der „AuthentizitĂ€t“ auch gegen das Christentum und die katholische Kirche. Christliche Vornamen wurden verboten. Die katholischen Schulen und die katholische UniversitĂ€t wurden verstaatlicht. SpĂ€ter wurden die Schulen wieder an die Kirche zurĂŒckgegeben, da der staatliche Apparat mit deren Verwaltung und FĂŒhrung ĂŒberfordert war. In den 1970er Jahren entstanden einheimische Schwesternkongregationen. Mehr Schwarze wurden zu Priestern geweiht, FĂŒhrungspositionen in der Kirche mit Afrikanern besetzt. Der Vatikan erkannte einen eigens entworfenen Zairischen Messritus offiziell an.

Bei der beginnenden Demokratisierung zu Beginn der 1990er Jahre spielte die katholische Kirche eine bedeutende Rolle. Laurent Monsengwo Pasinya, der damalige Erzbischof von Kisangani und spĂ€tere Erzbischof von Kinshasa, wurde zum PrĂ€sidenten der Nationalkonferenz (ConfĂ©rence Nationale Souveraine) gewĂ€hlt. Als Mobutu im Januar 1992 die Nationalkonferenz auflöste, protestierten weite Teile der Bevölkerung mit dem berĂŒhmten „Marsch der Christen“. Nach dem Sturz Mobutus und den anschließenden Kriegen riefen die FĂŒhrer religiöser Gemeinschaften zum Frieden auf und forderten Demokratisierungsprozesse ein. Die Bischofskonferenz hat ein stĂ€ndiges BĂŒro eingerichtet, das den Demokratisierungsprozess unterstĂŒtzt. Im Konflikt zwischen afrikanischen Staaten engagiert sich die katholische Kirche auf der Ebene der gemeinsamen Bischofskonferenz von Burundi, Ruanda und Kongo fĂŒr Dialog und Versöhnung. Finanziell und teilweise auch personell ist sie noch immer vom Ausland abhĂ€ngig. Seit November 2010 stellt das Land mit Laurent Monsengwo Pasinya auch einen zum Konklave berechtigten Kardinal.

Protestantische Kirchen

1878 kamen die ersten protestantischen Missionare in die Kongo-Region. WĂ€hrend der Existenz des Kongo-Freistaats (1885 bis 1908) veröffentlichten einige von ihnen die missbrĂ€uchliche Behandlung und Ausbeutung von einheimischen Arbeitern durch die Kolonialgesellschaften und die Kolonialverwaltung. Dies fĂŒhrte mit dazu, dass Leopold II. seinen „Freistaat“ an Belgien ĂŒbergeben musste. Im Unterschied zur katholischen Kirche, die enger mit dem Staat und den Kolonialgesellschaften verbunden war, hatten die protestantischen Missionare zunĂ€chst weniger Vertrauen von Seiten der Regierung und bekamen staatliche UnterstĂŒtzung fĂŒr von ihnen betriebene KrankenhĂ€user und Schulen erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Kolonialstaat hatte den verschiedenen Missionsgesellschaften unterschiedliche Territorien zugewiesen. Zur Zeit der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung waren etwa 46 protestantische Gruppen aktiv, zumeist aus Nordamerika, Großbritannien und Skandinavien. Sie waren zunĂ€chst locker in einem Komitee verbunden. SpĂ€ter schlossen sie sich zur „Eglise du Christ“ („Kirche Christi“) zusammen. Dieser Verbund wurde stark von Diktator Mobutu kontrolliert. Seit der UnabhĂ€ngigkeit gingen das Eigentum der Missionsgesellschaften und die internen FĂŒhrungspositionen zunehmend in die HĂ€nde von Einheimischen ĂŒber. Die Regierung Mobutu suchte durch enge Verbindungen zur FĂŒhrung der „Kirche Christi“ ein Gegengewicht zur Kritik der mĂ€chtigen katholischen Kirche aufzubauen. Im Gegenzug half die Regierung dem protestantischen Kirchenbund, neue religiöse Bewegungen und Splittergruppen durch rechtliche und formale Hindernisse in deren Ausbreitung zu behindern.

Afrikanische Kirchen

Die Kimbanguistenkirche wird zu den afrikanischen Kirchen gezĂ€hlt. Sie wurde wĂ€hrend der Kolonialzeit von Simon Kimbangu gegrĂŒndet, der sich als Erlöser der Schwarzen von der belgischen UnterdrĂŒckung ausgab. Die Kimbanguisten ĂŒberstanden die BekĂ€mpfung durch die Kolonialmacht und haben heute je nach Quelle zwischen 5 Millionen und 10 Millionen AnhĂ€nger.

Der bis nach Europa verbreitete pfingstlerische Combat Spirituel hat sein Zentrum im Kongo und allein in Kinshasa rund 50.000 Mitglieder. StaatsprĂ€sident Joseph Kabila ist der prominenteste AnhĂ€nger dieser Religionsgruppe. Der Combat Spirituel wird von der Öffentlichkeit kritisch gesehen, seitdem bekannt wurde, dass vereinzelte Mitglieder gewaltsame Exorzismusriten an Kindern ausfĂŒhren. Die Leitung der Kirche distanziert sich zwar von diesen VorfĂ€llen, bekennt sich allerdings zum grundsĂ€tzlichen Glauben an die Hexerei von Kindern.

Seit der UnabhĂ€ngigkeit haben sich zahlreiche weitere christliche Mikrokirchen und Sekten gebildet, deren Zahl von einem Dutzend in den 1960er Jahren auf ĂŒber 1000 heute angestiegen ist. Sie bilden sich hĂ€ufig um charismatische, wirtschaftlich erfolgreiche Personen, wobei magische Praktiken eine bedeutende Rolle spielen (z. B. Unverletzbarkeit von Kriegern mittels Verabreichung von Weihwasser). Vielfach zeigt sich eine enge Verflechtung religiöser und erfolgsorientierter materieller Motive.

Soziale Situation

Die Bevölkerung des Kongo zĂ€hlt zu den Ă€rmsten der Welt. Eine Untersuchung der kongolesischen Regierung von 2006 ergab folgende Zahlen: 76 % der Bevölkerung konnten ihre Kinder nicht zur Schule schicken, 79 % waren unterernĂ€hrt, 81 % hatten keinen ausreichenden Wohnraum und 82 % keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Im Jahr 2012 lebten nach Angaben der Weltbank 77,1 % der Bevölkerung von weniger als 2 Dollar pro Tag und damit in absoluter Armut. Die Armut ist recht unterschiedlich verteilt, in der Ă€rmsten Provinz Équateur oder in den besonders vom Krieg betroffenen Kivuprovinzen wurden die höchsten Werte festgestellt.

In den Provinzen Ituri, Kivu und Kasai im Osten des Landes leiden im Jahr 2018 rund fĂŒnf Millionen Menschen an Hunger; mehr als 13 Millionen Menschen sind insgesamt auf humanitĂ€re UnterstĂŒtzung angewiesen.

Sozialsystem

Das Sozialsystem des Landes zĂ€hlt zu den schlechtesten der Welt. Theoretisch ist das seinerzeit vorbildliche, noch aus der Kolonialzeit stammende Sozialversicherungssystem weiterhin in Kraft. Faktisch ist es aber nicht funktionsfĂ€hig, allein schon deshalb, weil es heute kaum feste ArbeitsverhĂ€ltnisse gibt. Ab 1992 stellte die Regierung jahrelang den Unterhalt der Sozialsysteme komplett ein. Staatsbedienstete erhielten keine GehĂ€lter mehr. Nach dem Sturz Mobutus versuchte die neue Regierung zwar, wieder GehĂ€lter zu bezahlen. Dies geschah aber nur unregelmĂ€ĂŸig und reichte nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Es bĂŒrgerte sich ein, dass jeder BĂŒrger staatliche Dienstleistungen direkt bezahlte. Solche Zahlungen, die sowohl an Lehrer und Ärzte als auch an Beamte oder Polizisten erfolgen, werden im kongolesischen Französisch als la motivation bezeichnet. Versuche der Regierung, diese Praxis zu verbieten und den Staatsbediensteten wieder GehĂ€lter zu bezahlen, hatten wenig Erfolg: Weder BĂŒrger noch Angestellte trauen der Regierung zu, dass diese regelmĂ€ĂŸig gezahlt werden.

Soziale Dienste werden vor allem von der katholischen Kirche betrieben, die unter anderem deswegen in der Bevölkerung ein hohes Ansehen genießt.

Gesundheit

Die medizinische Lage in der Demokratischen Republik Kongo ist sehr schlecht. Ein öffentliches Gesundheitssystem ist kaum vorhanden, viele der ohnehin kaum ausgebauten Einrichtungen wurden infolge des Krieges zerstört. So gibt es nur einen Arzt pro 10.000 Menschen, in anderen Staaten ist dieser Wert teilweise 40-mal so hoch. 2005 betrugen die Gesundheitsausgaben der Zentralregierung weniger als eine Million US-Dollar. Laut den Daten der WHO betrugen die Gesundheitsausgaben im Jahr 2009 rund 2 % des Bruttoinlandsprodukts (circa 220 Mio. US-Dollar) oder umgerechnet etwa 3 US-Dollar pro Einwohner.

Zur mangelhaften Versorgungssituation kommt auch das Problem, dass in den lĂ€ndlichen Regionen nur 29 % und in den StĂ€dten 82 % der Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Insgesamt belĂ€uft sich die Zahl der Kongolesen ohne Trinkwasserzugang laut einer UN-Studie von 2011 auf rund 51 Millionen, obwohl der Staat ĂŒber mehr als 50 % der Wasserressourcen Afrikas verfĂŒgt. Außerdem besteht nur fĂŒr ein knappes Drittel der Kongolesen die Möglichkeit, SanitĂ€reinrichtungen zu nutzen. Durch den dadurch hervorgerufenen Mangel an Hygiene treten hĂ€ufig verschiedene Durchfallerkrankungen auf, ebenfalls weit verbreitet sind andere Infektionskrankheiten wie Typhus und Hepatitis A. Die Demokratische Republik Kongo hat eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten, laut Angaben der UN waren es 2019 ca. 97 Tote pro 1.000 Lebendgeborene unter fĂŒnf Jahren. Erhebungen aus dem Jahr 2010 kommen auf jĂ€hrlich 540.000 gestorbene Kinder unter fĂŒnf Jahren. Ebenfalls sehr hoch sind die Werte fĂŒr SĂ€uglings- (126 TodesfĂ€lle je 1.000 Geburten) und MĂŒttersterblichkeit (580 TodesfĂ€lle pro 100.000 Geburten). Laut Aussagen des PrĂ€sidenten der kongolesischen Kinderarztvereinigung von MĂ€rz 2013 gibt es im Kongo etwa 85 KinderĂ€rzte, davon ca. 50 in der Hauptstadt Kinshasa und 20 in der Provinz Katanga.

Weiterhin herrscht ganzjĂ€hrig ein sehr hohes Malariarisiko im gesamten Land, wĂ€hrend des Krieges soll allein diese Krankheit hunderttausende Tote pro Jahr gefordert haben, ĂŒber ein Drittel davon Kinder unter fĂŒnf Jahren. Sehr verbreitet ist auch die Schlafkrankheit, von der 1999 fast zwei Prozent der Bevölkerung betroffen waren. Im Februar 2005 breitete sich in Bas-Uele im Nordwesten des Landes die Lungenpest aus, die WHO berichtete von 61 Toten. Eine weitere Ausbreitung konnte aber verhindert werden. Im Juni 2006 wurden weitere 100 Pesttote im Distrikt Ituri gemeldet.

In der Demokratischen Republik Kongo wurde das Zaire-Ebolavirus erstmals entdeckt, welches nach dem Fluss Ebola nahe dem Ursprungsort benannt wurde. Mit einer LetalitĂ€tsrate von 60–90 % ist dies die gefĂ€hrlichste Spezies des Ebolavirus, das in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976 immer wieder auftritt.

Die HIV-Rate lag im Kongo 2012 bei rund 1,1 % der Erwachsenen, was knapp einer halben Million Menschen entspricht. Dieser Wert ist verglichen mit den Daten anderer Staaten Subsahara-Afrikas eher niedrig. Die Krankheit fordert jedes Jahr rund 30.000 Todesopfer.

Bildung

Die Alphabetisierungsrate von rund 77 % (MÀnner 88,5 %, Frauen 66,5 %, Zahlen von 2016) ist im Kongo weitaus besser als in Staaten wie Mali oder Niger. Dennoch ist sie durch den Krieg und die damit verbundene Auflösung vieler staatlicher Strukturen seit Mitte der 1990er Jahre deutlich gesunken um sich mit Ende der Konflikte wieder zu erholen: Im Jahr 1995 konnten 77 % der Menschen lesen und schreiben.

Schulen

Formal ist zwar eine Grundbildung vorgeschrieben (6. bis 12. Lebensjahr) und staatlich garantiert, faktisch ist aber ein öffentliches Bildungssystem kaum existent. Die meisten Schulen erhalten keine staatliche UnterstĂŒtzung. Daher mĂŒssen die Eltern die Lehrer direkt bezahlen. Bedingt durch den Krieg ging der Anteil der Kinder, die eine Schule besuchen, von rund 70 % auf nunmehr etwa 40 % zurĂŒck, weil fĂŒr große Teile der Bevölkerung das Schulgeld unerschwinglich geworden ist. Die UnterrichtsqualitĂ€t wird generell als schlecht betrachtet, sodass die erworbenen Kenntnisse zumeist unzureichend sind und viele Schulabsolventen keine angemessenen Lese- und Schreibkompetenzen vorweisen können. Ein weiteres Problem ist der Mangel an Lehrpersonal. 2008 kamen auf einen Lehrer 39 SchĂŒler. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist mit einer weiteren Verschlechterung des Bildungswesens zu rechnen.

UniversitÀten

Bis zur Mitte der 1950er Jahre existierte im damaligen Belgisch-Kongo keine UniversitĂ€tsausbildung. Es gab einige AusbildungsstĂ€tten fĂŒr Lehrer, fĂŒr technische und medizinische Berufe, fĂŒr Agrarwissenschaft und öffentliche Verwaltung sowie religiöse Seminare. Diese fĂŒhrten jedoch nicht zu anerkannten StudienabschlĂŒssen. 1953 wurde in Kinshasa die Katholische UniversitĂ€t Lovanium gegrĂŒndet. Sie war eng verbunden mit der Katholischen UniversitĂ€t von Löwen in Belgien. 1956 wurde in Lubumbashi eine staatliche UniversitĂ€t eröffnet. 1963 entstand unter protestantischer Schirmherrschaft eine dritte UniversitĂ€t bei Kisangani. Nach der UnabhĂ€ngigkeit wurde eine Reihe von Fachhochschulen geschaffen.

Im August 1971 wurden die drei UniversitĂ€ten zur UniversitĂ© Nationale du Zaire vereinigt mit separaten Standorten in Kinshasa, Lubumbashi und Kisangani. Aufgrund von Problemen, die diese extreme Zentralisierung mit sich brachte, kam es 1981 wieder zur Aufteilung in selbstĂ€ndige UniversitĂ€ten an diesen drei Orten. Die wiederhergestellten UniversitĂ€ten waren nun jedoch komplett in staatlicher Hand. Obwohl die Zentralisierung des UniversitĂ€tssystems letztendlich rĂŒckgĂ€ngig gemacht worden war, bestehen manche der 1971 geschaffenen Organe zur Koordination des kongolesischen UniversitĂ€tswesens bis heute.

Im Jahr 1989 wurde das staatliche UniversitĂ€tsmonopol schließlich offiziell beendet und die Bildung privater UniversitĂ€ten ermöglicht. In diese Zeit fiel auch eine generelle Krise des kongolesischen Bildungssektors. Durch eine generelle ökonomische Krise des Staates konnten Bildungseinrichtungen nunmehr kaum noch unterstĂŒtzt werden und eine Vielzahl von Stipendien wurden gestrichen sowie StudiengebĂŒhren erhoben. Nachfolgende Studentenproteste wurden gewaltsam unterdrĂŒckt, was zu einer zweijĂ€hrigen Schließung aller staatlichen UniversitĂ€ten fĂŒhrte. Durch diesen Niedergang der staatlichen UniversitĂ€ten erhielten private Institutionen mehr und mehr Zulauf. Trotz der offiziellen Öffnung des Systems fĂŒr private Einrichtungen haben deren AbschlĂŒsse formal immer noch nicht dieselbe GĂŒltigkeit wie die staatlicher UniversitĂ€ten. Dies hat zur Folge, dass Absolventen privater UniversitĂ€ten nicht im öffentlichen Dienst arbeiten können und teilweise Probleme haben, ihr Studium beispielsweise im Ausland fortzufĂŒhren.

Die kongolesischen UniversitĂ€ten gehörten einst zu den besten Afrikas. Heute ist die UnterrichtsqualitĂ€t unzureichend. Es fehlt sowohl an Lehrmaterial als auch an qualifiziertem Lehrpersonal. Korruption ist auch hier anzutreffen. So werden AbschlĂŒsse hĂ€ufig durch Bestechung erworben.

Arbeitsmarkt

Zum Zeitpunkt der UnabhĂ€ngigkeit war ein Drittel der arbeitsfĂ€higen Bevölkerung in einem festen ArbeitsverhĂ€ltnis. Bis in die 1990er Jahre sank dieser Anteil auf 15–20 %, wobei die Einkommen erheblich gefallen waren und nicht mehr zum Leben ausreichten. Seitdem ist fast jeder gezwungen, zusĂ€tzliches Geld im informellen Sektor zu verdienen, bereits in den 1980er Jahren war das reale Einkommen im Durchschnitt dreimal so hoch wie offiziell gezahltes Gehalt. Die Zahl fester ArbeitsverhĂ€ltnisse ging seitdem weiter zurĂŒck, wĂ€hrend des Krieges betrug ihr Anteil nicht einmal mehr 5 %, ein Drittel der Bevölkerung verfĂŒgte ĂŒber gar kein Geldeinkommen.

Politik

Politisches System

Die Verfassung von 2006 definiert den Kongo als einen sĂ€kularen, demokratischen Rechtsstaat mit einem semiprĂ€sidentiellen Regierungssystem. Der PrĂ€sident wird vom Volk in allgemeinen, freien und gleichen Wahlen fĂŒr fĂŒnf Jahre direkt gewĂ€hlt. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Er ernennt den Premierminister und dessen Kabinett. Es gibt ein Zweikammersystem, bestehend aus Oberhaus (Senat) und Unterhaus (Nationalversammlung). Die 108 Mitglieder des Senats werden fĂŒr fĂŒnf Jahre von den Provinzparlamenten gewĂ€hlt, die Nationalversammlung mit 500 Abgeordneten wird vom Volk gewĂ€hlt. 61 Sitze werden nach Mehrheitswahlrecht bestimmt, die ĂŒbrigen nach VerhĂ€ltniswahl in offenen Listen.

In der Praxis erfĂŒllt der Staat, abgesehen von der erfolgreichen Wahl 2006, in keiner Weise die Merkmale einer Demokratie und eines Rechtsstaates. Eine Gewaltenteilung existiert nur in der Theorie, es gibt praktisch keine unabhĂ€ngige Justiz, und Gesetze werden nicht durchgesetzt. Alle staatlichen Institutionen sind hochgradig korrupt und unzuverlĂ€ssig und es ist seit Jahrzehnten allgemein ĂŒblich, dass Posten in staatlichen Institutionen und Betrieben zur persönlichen Bereicherung ausgenutzt werden.

Die territoriale SouverÀnitÀt der Regierung ist insbesondere im Osten des Landes nicht mehr gegeben. Aufgrund ihrer InstabilitÀt wird die Demokratische Republik Kongo als gescheiterter Staat bezeichnet, gleichwohl keine der zahlreichen Rebellengruppen, die seit der UnabhÀngigkeit existierten, je die LegitimitÀt des Staates in Frage oder sezessionistische Forderungen stellten.

Verfassung

Am 16. Mai 2005 beschloss das 2003 ernannte Übergangsparlament den Entwurf einer neuen Verfassung. Die Macht des PrĂ€sidenten wird darin eingeschrĂ€nkt. Der Premierminister ist nun nicht mehr dem PrĂ€sidenten verantwortlich, sondern der Mehrheitsfraktion im Parlament. Am 27. Oktober 2005 sollte das Volk ĂŒber die neue Verfassung abstimmen.

Der Abstimmung ging eine langwierige, von EU und UN unterstĂŒtzte WĂ€hlerregistrierung voraus. Jeder WĂ€hler erhielt einen fĂ€lschungssicheren Personalausweis, und trotz diverser Boykottaufrufe ließen sich insgesamt 25.650.751 WĂ€hler registrieren, von geschĂ€tzt 28 Millionen prinzipiell Wahlberechtigten. Nachdem die WĂ€hlerregistrierung erheblich lĂ€nger als geplant gedauert hatte (in abgelegenen Gebieten Équateurs und Bandundus wurden die letzten WĂ€hler erst im Februar 2006 registriert), wurde die Abstimmung schließlich verschoben.

Am 18. und 19. Dezember 2005 stimmten 84,3 % der WĂ€hler bei einer Wahlbeteiligung von 62 % in einem Verfassungsreferendum fĂŒr die Annahme der neuen Verfassung. Die Zustimmung war je nach Landesteil unterschiedlich verteilt, in Kinshasa stimmten aufgrund der dortigen Boykottkampagnen nur etwas mehr als 50 % dafĂŒr, in den Kivuprovinzen lag sie bei ĂŒber 90 %. Am 18. Februar 2006 trat die neue Verfassung in Kraft.

Wahlen

Am 30. Juli 2006 fanden die Wahlen fĂŒr das PrĂ€sidentenamt und das Parlament statt. Es war die erste freie Wahl im Kongo seit 1965. Es gab 43 Bewerber fĂŒr das PrĂ€sidentenamt, darunter zahlreiche frĂŒhere RebellenfĂŒhrer, und ĂŒber 60 Parteien fĂŒr das Parlament. Unterschiedliche Programme hatten die Kandidaten nicht zu bieten, es ging lediglich um die Frage, wer das Land zukĂŒnftig regieren durfte. Der Wahlkampf war von Gewalt, willkĂŒrlichen Verhaftungen und Hetzkampagnen der Presse ĂŒberschattet. FĂŒr den Fall, dass die ehemaligen Kriegsherren die Ergebnisse nicht anerkennen wĂŒrden, wurden schwere Unruhen bis hin zu einem erneuten Ausbruch des BĂŒrgerkriegs befĂŒrchtet. Zur Absicherung der Wahl entsandte die EU zusĂ€tzlich zur UN-Mission MONUC eine eigene MilitĂ€rmission, die EUFOR RD Congo.

Der Wahltag selbst verlief weitgehend friedlich. Im ersten Wahlgang erhielt Kabila 44,8 %, Jean-Pierre Bemba 20,0 % und Antoine Gizenga 13,1 %, die Anteile aller anderen Kandidaten lagen bei weit unter 10 %. Die Ergebnisse der Parlamentswahl verhielten sich Ă€hnlich: Die PPRD (Kabila) erhielt 111 von 500 Sitzen, die MLC (Bemba) 64 und die PALU (Gizenga) 34, der Rest ging an zahlreiche kleine Parteien und unabhĂ€ngige Kandidaten. Die Ergebnisse waren wie schon bei dem Verfassungsreferendum sehr unterschiedlich verteilt, in den Ostprovinzen, die wĂ€hrend des Krieges unter Rebellenkontrolle standen, erzielte Kabila sehr hohe Ergebnisse, wĂ€hrend im Westen die Stimmen breiter verteilt waren. Die befĂŒrchteten Unruhen blieben weitgehend aus, es kam lediglich zu begrenzten Gefechten zwischen den Truppen Bembas und Kabilas in Kinshasa.

Da keiner der Kandidaten fĂŒr das PrĂ€sidentenamt eine absolute Mehrheit erreicht hatte, fand am 29. Oktober 2006 eine Stichwahl statt, die Kabila mit 58,05 % der Stimmen gewann. Die Ergebnisse waren wieder ungleich verteilt, die westlichen Provinzen Équateur, Bas-Congo, Kinshasa und Kasai fielen Bemba zu, der Osten Kabila.

Die nĂ€chste Wahl fand am 27. November 2011 statt. Im Vorfeld dieser Wahlen gab es Auseinandersetzungen um eine VerfassungsĂ€nderung, die nach Auffassung der Opposition die Wiederwahl Kabilas begĂŒnstigte. Am 12. Januar 2011 stimmte die Nationalversammlung und am folgenden Tag auch der Senat fĂŒr eine Abschaffung der Stichwahl um das PrĂ€sidentenamt. Demnach reicht die einfache Mehrheit im ersten Wahlgang. In der Wahl, bei der es einzelne Hinweise auf UnregelmĂ€ĂŸigkeiten bzw. Wahlbetrug gab, wurde Kabila mit 48,95 % wiedergewĂ€hlt, sein wesentlicher Konkurrent Étienne Tshisekedi erhielt 32,33 %.

GemĂ€ĂŸ der Verfassung sollte 2016 wieder eine PrĂ€sidentschafts- und Parlamentswahl durchgefĂŒhrt werden. Die Wahlen wurde aber mehrfach verschoben und fanden schließlich am 30. Dezember 2018 statt. Die Verfassung ließ dabei eine erneute Kandidatur Kabilas nicht zu. An seiner Stelle wurde der Oppositionspolitiker FĂ©lix Tshisekedi – der Sohn Étienne Tshisekedis – als PrĂ€sident gewĂ€hlt. Das Wahlergebnis war offenbar grob gefĂ€lscht: Sowohl die Daten der katholischen Bischofskonferenz Kongos (die 40.000 Wahlbeobachter im ganzen Land im Einsatz hatte) als auch DatensĂ€tze der Wahlkommission CĂ©ni von 62.716 elektronischen Wahlmaschinen (die rund 15 der 18 Millionen abgegebenen Stimmen erfassten), die der Financial Times zugespielt wurden, widersprachen klar dem angeblichen Wahlsieg Tshisekedis; laut diesen Daten hatte der Kabila-Kritiker Martin Fayulu die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten.

Regierung

2006 bis 2012

Nach den Wahlen wurde am 30. Dezember 2006 Antoine Gizenga, der alte LumumbistenfĂŒhrer der 1960er Jahre, zum Premierminister ernannt, am 7. Februar stand die neue, aus 60 Ministern und Vizeministern bestehende Regierung. Erstmals seit Jahrzehnten gab es wieder eine Regierung, die eine gute RegierungsfĂŒhrung zumindest versuchte. Die Erfolge der neuen Regierung blieben gering, Gizenga war der Situation nicht mehr gewachsen, die Macht im Land blieb bei PrĂ€sident Kabila und beim MilitĂ€r. Am 25. September 2008 reichte Gizenga altersbedingt seinen RĂŒcktritt ein, Nachfolger wurde am 10. Oktober 2008 Haushaltsminister Adolphe Muzito. Er gehört ebenfalls der PALU an; dies war wegen eines Koalitionsabkommens zwischen den Regierungsparteien PPRD, PALU und UDEMO eine der Bedingungen bei der Neubesetzung des Postens. Zusammen mit Muzito wurden 16 Minister neu ernannt. Die Mehrheit der Minister der Koalition hielt Kabilas PPRD.

Seit 2012

Muzito trat am 7. MĂ€rz 2012 zurĂŒck. Nachfolger als Premierminister wurde am 18. April 2012 der bisherige Finanzminister Augustin Matata Ponyo, der 2016 durch Samy Badibanga abgelöst wurde. Von 2017 bis 2019 war Bruno Tshibala Premierminister.

Menschenrechte

Der Kongo ist eines der LĂ€nder, in denen die Menschenrechte wenig geachtet werden. Dies trifft insbesondere auf die Kriegsgebiete zu, wo die Kriegsparteien kaum RĂŒcksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen.

Vergewaltigung war und ist in der Demokratischen Republik Kongo eine Kriegswaffe. In den Jahren 2006 bis 2009 wurden allein von dem Hilfswerk „Heal Africa“ 12.000 vergewaltigte Frauen betreut. Die Organisation geht von der zehnfachen Zahl an Vergewaltigungen aus. Laut einer Studie sind rund 39 % aller Frauen und 24 % aller MĂ€nner im Land mindestens einmal in ihrem Leben Opfer einer Vergewaltigung geworden. Immer wieder gibt es Berichte ĂŒber Massenvergewaltigungen, etwa 2010 in Luvungi.

Sowohl Angehörige bewaffneter Gruppen als auch staatliche SicherheitskrĂ€fte verĂŒbten routinemĂ€ĂŸig Folterungen und Misshandlungen, insbesondere gegen vermeintliche politische Gegner. Zu den Foltermethoden gehörten SchlĂ€ge, Verletzungen durch Messerstiche, Vergewaltigungen und das AufhĂ€ngen von Personen an GitterstĂ€ben. In den meisten Hafteinrichtungen und GefĂ€ngnissen herrschten derart harte Bedingungen, dass sie grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung gleichkamen. In Berichten hieß es regelmĂ€ĂŸig, dass Gefangene an UnterernĂ€hrung und behandelbaren Krankheiten starben.

Ein weiterer humanitĂ€rer Krisenschwerpunkt ist die Nordost-Region der Provinz Orientale, wo die aus Uganda stammenden Lord’s Resistance Army (LRA) im Gefolge einer gescheiterten gemeinsamen MilitĂ€raktion von der Demokratischen Republik Kongo, Sudan und Uganda seit Dezember 2007 wiederholt grausame Attacken auf die Zivilbevölkerung verĂŒbt. Die LRA wird fĂŒr den Tod von ĂŒber 1.200 Menschen und die EntfĂŒhrung von ĂŒber 600 Kindern seit September 2008 verantwortlich gemacht.

2008 verurteilten MilitĂ€rgerichte mindestens 50 Menschen zum Tode, darunter auch Zivilisten. Es wurden allerdings keine Hinrichtungen gemeldet – so Amnesty International. SicherheitskrĂ€fte der Regierung und bewaffnete Gruppen ĂŒberfielen und entfĂŒhrten Menschenrechtsverteidiger, schĂŒchterten sie ein und bedrohten sie mit Mord. In Nord-Kivu mussten viele, die sich fĂŒr die Menschenrechte einsetzten, untertauchen oder fliehen. Andere wurden zur Zielscheibe, weil sie an der Aufarbeitung politisch brisanter Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren. Im Jahr 2008 befanden sich SchĂ€tzungen zufolge immer noch 3000 bis 4000 Kinder in den Reihen bewaffneter Gruppen.

In einem im Dezember 2009 von Human Rights Watch veröffentlichten Bericht wird detailliert die gezielte Tötung von mehr als 1400 Zivilisten zwischen Januar und September 2010 wĂ€hrend zwei aufeinander folgender kongolesischer MilitĂ€roperationen gegen die ruandische Hutu-Miliz „Demokratischen KrĂ€fte zur Befreiung Ruandas“ (FDLR) dokumentiert. Sowohl kongolesische Regierungssoldaten als auch FDLR-Rebellenmilizen haben Zivilisten angegriffen, ihnen vorgeworfen, mit dem Gegner zu kollaborieren, und sie „bestraft“, indem sie mit Macheten zu Tode gehackt wurden. Beide Seiten haben darĂŒber hinaus Zivilisten bei Fluchtversuchen erschossen oder sie absichtlich in ihren HĂ€usern verbrannt. Einige Opfer wurden gefesselt, bevor ihnen, einem Zeugen zufolge, die Kehlen „wie HĂŒhnern durchgeschnitten“ wurden. Die Mehrheit der Opfer waren Frauen, Kinder und Ă€ltere Menschen.

Am 1. Oktober 2010 veröffentlichte das Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen fĂŒr Menschenrechte (OHCHR) einen ausfĂŒhrlichen Bericht ĂŒber schwerste Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen internationalen humanitĂ€ren Rechts auf dem Territorium der Demokratischen Republik Kongo im Zeitraum von MĂ€rz 1992 bis Juni 2003. Die Regierung von Ruanda hatte vor der Veröffentlichung dieses Berichts vergeblich Änderungen verlangt. Hintergrund war, dass einige der schwersten dokumentierten Verbrechen von Angehörigen der Rwandan Patriotic Army (RPA) und der mit ihnen verbĂŒndeten Alliance des forces dĂ©mocratiques pour la libĂ©ration du Congo-ZaĂŻre (AFDL) begangen worden waren. Sie könnten nach Aussage des Berichts möglicherweise als Genozid bezeichnet werden.

HomosexualitÀt in der Demokratischen Republik Kongo ist legalisiert.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

Die Demokratische Republik Kongo gehört einer Reihe von politischen und wirtschaftlichen Vereinigungen an:

  • AEC (Afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft)
  • Organisation Afrikanischer, Karibischer und Pazifischer Staaten
  • AU (Afrikanische Union)
  • BAD (Afrikanische Entwicklungsbank)
  • COMESA (Gemeinsamer Markt fĂŒr das Östliche und SĂŒdliche Afrika)
  • G33 (Zusammenschluss verschiedener EntwicklungslĂ€nder)
  • ICGLR (Internationale Konferenz der Region der Großen Seen)
  • OIF (Internationale Organisation der Frankophonie)
  • SADC (SĂŒdafrikanische Entwicklungsgemeinschaft)
  • UN (Vereinte Nationen)

MilitÀr

Das Land gab 2017 knapp 0,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 295 Millionen US-Dollar fĂŒr seine StreitkrĂ€fte aus.

Die kongolesischen StreitkrĂ€fte (französisch Forces ArmĂ©es de la RĂ©publique DĂ©mocratique du Congo – FARDC) entstanden in ihrer heutigen Form nach dem Zweiten Kongokrieg, als die Regierungsarmee mit den verschiedenen RebellenstreitkrĂ€ften zusammengelegt wurde. 2003 meldeten Regierung und Rebellen ĂŒber 300.000 Soldaten fĂŒr die Eingliederung in die neuen StreitkrĂ€fte, nach einer unabhĂ€ngigen SchĂ€tzung waren es aber allenfalls 200.000 Soldaten. Die SollstĂ€rke der FARDC sollte bei etwa 120.000 Mann liegen. Bis 2008 waren aber erst etwa 45.000 Mann in 15 Brigaden einsatzbereit. Bei Aufstellung der neuen StreitkrĂ€fte wurden „gemischte“ Einheiten gegrĂŒndet, das heißt in der FARDC dienen Soldaten verschiedener BĂŒrgerkriegsparteien in ein und derselben Einheit.

Der Neuaufbau der Armee ist noch lange nicht abgeschlossen, die alten Strukturen der Rebellen bestehen weiter fort, zehntausende Soldaten befinden sich außerhalb der regulĂ€ren Befehlsstrukturen unter dem Kommando ehemaliger BĂŒrgerkriegsgenerĂ€le. Dies ist vor allem im Osten des Landes, in den Kivuprovinzen der Fall, in der bis heute verschiedene lokale Milizen die Macht ausĂŒben.

Die FARDC hat sowohl mit starken Organisations- als auch Moralproblemen zu kĂ€mpfen. Die Soldaten sind unzureichend ausgebildet und ausgerĂŒstet, der Sold wird nur unregelmĂ€ĂŸig ausbezahlt und reicht nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Moral der Truppe ist entsprechend schlecht und die Desertationsrate hoch. Bei KĂ€mpfen im Kivu kam es immer wieder zu Massendesertationen tausender Soldaten. Zahlreiche Menschenrechtsverletzungen gehen auf KrĂ€fte der FARDC zurĂŒck, regelmĂ€ĂŸig kommt es zu Übergriffen auf Zivilisten mit PlĂŒnderungen und Vergewaltigungen seitens der Angehörigen der FARDC.

Verwaltungsgliederung

In der Demokratischen Republik Kongo herrscht traditionell eine streng zentralistische Verwaltung. Das Land war bis 2015 in zehn Provinzen und den Hauptstadtdistrikt gegliedert. Die 2005 beschlossene Verfassung sah eine Dezentralisierung vor, bei der die 11 Gebietskörperschaften in 26 neue Provinzen mit eigenen Parlamenten aufgeteilt werden sollten. 40 % der auf dem Gebiet einer neuen Provinz eingenommenen Steuern sollten kĂŒnftig dort verbleiben. Diese Verwaltungsreform sollte erst 2011 komplett umgesetzt worden sein. Im Januar 2011 wurde die Neuaufteilung des Landes durch eine VerfassungsĂ€nderung abgesagt, allerdings wurde die Neugliederung im Jahr 2015 doch umgesetzt.

Die folgende Tabelle gibt die derzeitigen Provinzen des Landes mit FlÀche und ehemaliger Provinzzugehörigkeit an. Kinshasa wird offiziell nicht als Provinz, sondern als Hauptstadtdistrikt bezeichnet.

Wirtschaft

Jahrzehntelange Misswirtschaft, extreme Korruption und jahrelange BĂŒrgerkriege machten den Kongo, der kurz nach der UnabhĂ€ngigkeit eines der wirtschaftlich am höchsten entwickelten LĂ€nder Afrikas war und ĂŒber die grĂ¶ĂŸten NaturreichtĂŒmer des Kontinents verfĂŒgt, zu einem der Ă€rmsten LĂ€nder der Welt, das in allen Entwicklungsindikatoren weit hinten angesiedelt ist.

Das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrÀgt etwa 41,61 Milliarden US-Dollar, das BIP pro Einwohner ungefÀhr 495 US-Dollar (etwa 450 Euro). Die Frauenerwerbsquote liegt bei etwa 71 %. Trotz einem jahrelangen Wirtschaftsaufschwung in der Regierungszeit von Joseph Kabila ist die DR Kongo das zweitÀrmste Land der Welt.

Die Inflationsrate ist bestÀndig hoch und betrug 2011 13,3 %, seit Jahrzehnten dient daher der US-Dollar als ZweitwÀhrung und Wertaufbewahrungsmittel.

Charakteristisch fĂŒr das Land ist der große informelle Sektor, der nicht in die Berechnung des BIP einfließt. Bereits in den 1980er Jahren soll die informelle Wirtschaft dreimal so groß wie die offizielle gewesen sein. Grund fĂŒr diese Entwicklung waren und sind die extreme Korruption und die mangelnde EffektivitĂ€t staatlicher Organe, die ein solides Wirtschaften enorm erschweren. Von staatlicher Seite werden erst in jĂŒngster Zeit Anstrengungen unternommen, den Zustand zu Ă€ndern.

Seit Abschaffung einer Einheitsgewerkschaft 1990 besitzt das Land nun zwar mehrere unabhÀngige Gewerkschaften, welche aber kaum noch Einfluss auf die Unternehmen haben.

Wirtschaftsgeschichte

Die Wirtschaft des Landes erlebte in den vergangenen Jahrzehnten eine wechselvolle Entwicklung. In vorkolonialer Zeit war das heutige Staatsgebiet eine bedeutende Quelle fĂŒr SklavenhĂ€ndler. Die von Sansibar aus operierenden islamischen SklavenhĂ€ndler, die von lokalen Herrschern und Milizen unterstĂŒtzt wurden, beuteten das Land weit schwerwiegender aus als die EuropĂ€er im Westen des Landes. Die europĂ€ische Kolonialisierung ab 1876 setzte sich die Beendigung des Sklavenhandels zum Ziel. Der Widerstand der SklavenhĂ€ndler wurde blutig niedergeschlagen. Nach Errichtung des Kongo-Freistaats durch Belgien begann eine in der Kolonialgeschichte beispiellose AusplĂŒnderung des Landes. Der Bevölkerung wurde Zwangsarbeit auferlegt, um Baumwolle, Elfenbein, Palmöl und vor allem Kautschuk zu exportieren (KongogrĂ€uel).

Mit der GrĂŒndung von Belgisch-Kongo 1908 rĂŒckte der Bergbau zum Hauptwirtschaftszweig auf, es wurden vor allem Kupfer und Diamanten abgebaut. Nachdem König Leopold den Kongo an die belgische Regierung abgetreten hatte, stieg es bis in die 1950er-Jahre zum viertgrĂ¶ĂŸten Kupferproduzenten der Welt auf. Auch seine anderen BodenschĂ€tze waren fĂŒr die westlichen MĂ€chte lebenswichtig: Kobalt, Tantal – und Uran. Das Uran aus Katanga aus der Mine Shinkolobwe bei Jadotville hatte dazu beigetragen, den Ausgang des Zweiten Weltkriegs zu entscheiden; das Manhattan-Projekt wurde mit Uran aus dieser Mine bestĂŒckt. Die UMHK-Mine Shinkolobwe produzierte bis 1960 Uran fĂŒr US-Atomwaffen.

Es entstanden ein modernes, dichtes Straßennetz und ein effizientes Gesundheitssystem, welches auch den Lebensstandard der Einheimischen hob. In den letzten Jahren vor der UnabhĂ€ngigkeit zĂ€hlte die Kolonie zu den wirtschaftlich am höchsten entwickelten afrikanischen Staaten, der Wohlstand war jedoch extrem zugunsten der immer zahlreicher werdenden belgischen Siedler verteilt: Die HĂ€lfte des Volkseinkommens lag bei den 1 % EuropĂ€ern; die Kongolesen hingegen blieben von gesellschaftlicher und politischer Teilhabe weitgehend ausgeschlossen.

Die Wirren nach der UnabhĂ€ngigkeit (Kongo-Krise) und die Ausreise vieler Belgier hatten zunĂ€chst einen wirtschaftlichen Einbruch zur Folge, von dem sich das Land aber innerhalb weniger Jahre erholte. Von hohen Rohstoffpreisen getragene, teilweise zweistellige Wachstumsraten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre ermöglichten große, aber unrentable Bauprojekte wie den Inga-Staudamm und die HGÜ Inga-Shaba. Es wurde erwartet, dass sich das Land innerhalb weniger Jahre zur Industrienation entwickeln wĂŒrde. Als infolge der Ölkrise ab 1973 die Rohstoffpreise zu sinken begannen, begann auch der Niedergang der zairischen Wirtschaft. Die immer weiter ausufernde Korruption Mobutus und seiner kleptokratischen Herrschaftsclique sorgte dafĂŒr, dass Exporteinnahmen nicht mehr reinvestiert wurden und die Wirtschaftsbetriebe verfielen. WĂ€hrend der 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre befand sich die Wirtschaft im freien Fall, zwischen 1990 und 1994 hatte sich das Bruttoinlandsprodukt fast halbiert, die Kupferproduktion war um ĂŒber 90 % gesunken, die Inflationsrate dreistellig. Immer grĂ¶ĂŸere Teile der Wirtschaft wanderten in den informellen Sektor ab. Zwar stabilisierte sich die Lage kurzzeitig wieder, aber die Kriege ab 1996 fĂŒhrten zu einem weiteren RĂŒckgang der Wirtschaftsleistung.

Nach Kriegsende begann, getragen durch hohe Rohstoffpreise und internationale Investitionen im bedeutenden Bergbausektor, ein erneuter Aufschwung. Der Ausbruch der Finanzkrise 2008 belastete mit sinkenden Rohstoffpreisen und rĂŒcklĂ€ufigen Investitionen auch die kongolesische Wirtschaft außerordentlich stark.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (KaufkraftparitÀt) angeben.

Rohstoffe

Bergbau

Allgemeines

Der Kongo zĂ€hlt zu den rohstoffreichsten LĂ€ndern der Welt. Bergbauprodukte sind daher seit Jahrzehnten Hauptexportgut, wichtigster Devisenbringer des Landes und Haupteinnahmequelle des Staates. Gefördert werden vor allem Diamanten (Kasai), Gold (Kivu, Ituri), Kupfer (Katanga), Coltan (Kivu) sowie Mangan, Blei, Zink und Zinn (Katanga). Der Reichtum an mineralischen Rohstoffen fĂŒhrte wiederholt zu politischen und bewaffneten Konflikten im Land.

SĂŒdafrika hat nach 1994 sein außenwirtschaftliches Engagement in der DR Kongo unter neuen politischen PrĂ€missen zunehmend ausgebaut. Im Fokus der BemĂŒhungen steht dabei die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur im SĂŒden des Landes. Ein wichtiger Akteur ist dabei die sĂŒdafrikanische IDC. Ein weiteres von der IDC unterstĂŒtztes Investitionsfeld bildet der Kupferbergbau.

Die Volksrepublik China schloss 2007 mit der DR Kongo ein Abkommen ab, auf dessen Grundlage ein Darlehen von 5 Mrd. US-Dollar, 2008 auf 9 Mrd. erhöht, fĂŒr Infrastrukturbauten gewĂ€hrt wurde. Als davon profitierende Sektoren wurden genannt: Rohstofferkundungen sowie der Ausbau der Verkehrs- und Sozialinfrastruktur in der Provinz Katanga. Ein Jointventure mit dem Namen Sicomines zwischen GĂ©camines, Sinohydro und der China Railway Engineering Corporation wurde vereinbart.

Es kommt wiederholt zu grĂ¶ĂŸeren UnfĂ€llen in Minen. Eine Goldmine in Kamituga in der Provinz Sud-Kivu ist am 11. September 2020 eingebrochen, nachdem vom benachbarten Fluss Njali (Hoch-)Wasser in die Mine geronnen war. Mindestens 50 Bergleute starben.

Coltan-Thematik

Besondere Bekanntheit hat seit Ende des 20. Jahrhunderts der Abbau des Erzes Coltan erlangt. Es enthĂ€lt die wirtschaftlich bedeutsamen Metalloxidminerale Columbit und Tantalit, aus denen Niob und Tantal gewonnen werden. Tantal ist fĂŒr die Produktion elektronischer GerĂ€te von großer Bedeutung, Niob dient als Legierungszusatz in der Stahlproduktion bei der Herstellung hitzebestĂ€ndiger Metallbauteile fĂŒr die Luft- und Raumfahrtindustrie.

Die noch in der Kolonialzeit und den ersten Jahren nach der UnabhĂ€ngigkeit entstandenen Förderanlagen an einigen Orten sind heute mangels Instandhaltung weitgehend zerfallen, der Wiederaufbau kommt nur schleppend voran. Artisanaler Bergbau, der weitgehend ohne maschinelle UnterstĂŒtzung erfolgt, stellt daher heute einen bedeutsamen Wirtschaftszweig mit vielen ErwerbstĂ€tigen, dem grĂ¶ĂŸten Anteil am Bruttoinlandsprodukt und an den Exporten dar. Diese Wirtschaftsform entzieht sich weitgehend staatlicher Kontrolle.

WĂ€hrend des Krieges war der Verkauf von BodenschĂ€tzen wichtigste Einnahmequelle sowohl fĂŒr die Regierung als auch die Rebellen, auch die Nachbarstaaten und private Gesellschaften waren an der jahrelangen systematischen AusplĂŒnderung des Landes beteiligt.

Nach wie vor wird der Osten des Landes, in dem sich die meisten BodenschĂ€tze befinden, zu großen Teilen nicht von der Regierung, sondern von aufstĂ€ndischen Milizen kontrolliert. Die SchĂŒrfer mĂŒssen ihre Erze zu Preisen, die weit unter Weltmarktpreisen liegen, an ExporthĂ€ndler verkaufen, die von den lokalen Machthabern konzessioniert sind. Dieses System beschert den Bewaffneten stetige Einnahmen und ermöglicht damit die Finanzierung des Krieges. ZukĂŒnftig soll ein Zertifizierungssystem fĂŒr kongolesische Rohstoffe dafĂŒr sorgen, dass diese legal gehandelt werden.

Der Import von Coltan aus der DR Kongo steht in den Industriestaaten seit Jahren in der Kritik, weil damit westliche Unternehmen indirekt maßgeblich zur Aufrechterhaltung des Kriegszustandes beitragen. Verschiedene Nichtregierungsorganisationen organisierten immer wieder Boykottkampagnen gegen Coltan aus dem Kongo, ließen dabei aber außer Acht, dass der Coltanexport Haupteinnahmequelle der Bevölkerung des Kivu ist.

Um die Geldquellen der Profiteure dieser GeschĂ€fte trockenzulegen, verhĂ€ngte die Regierung am 11. September 2010 einen totalen Stopp sĂ€mtlicher BergbauaktivitĂ€ten fĂŒr die Provinzen Nord-Kivu, Sud-Kivu und Maniema im Osten des Kongos, der SchĂŒrfer, HĂ€ndler, Exporteure und Inhaber von Abbaurechten betraf. Dadurch konnten die BergbauaktivitĂ€ten jedoch nicht gestoppt werden, vielmehr wurden sie in den illegalen Bereich gedrĂ€ngt. WĂ€hrend kriminelle Unternehmen profitierten, brach die sonstige Wirtschaft in der Kivu-Region fast vollstĂ€ndig zusammen. Deshalb wurde das Bergbauverbot im MĂ€rz 2011 wieder aufgehoben.

Erdöl

Die Erdölreserven im gesamten Staatsgebiet werden auf 180 Millionen Barrel geschĂ€tzt, im Jahr 2009 wurden tĂ€glich rund 16.360 Barrel Erdöl gefördert. Die Regierung forciert die Erdölförderung, missachtet aber dabei hĂ€ufig Umwelt- und Sicherheitsbedenken. Im Jahr 2010 erhielten SOCO, Dominion Petroleum und das Staatsunternehmen Cohydro Konzessionen fĂŒr die Ölförderung im Nationalpark Virunga, der zum Weltnaturerbe zĂ€hlt und mitten in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet liegt. Auf Druck von EU-Kommission, UNESCO und zustĂ€ndigen UN-Stellen wurde die Genehmigung des Projekts jedoch im MĂ€rz 2011 von der Regierung zurĂŒckgenommen.

Das Land besitzt Erdgasreserven von 991,1 Millionen Kubikmetern, derzeit findet jedoch noch keine Förderung statt.

Landwirtschaft

WĂ€hrend der Kolonialzeit wurde die Landbevölkerung zum Anbau von FeldfrĂŒchten fĂŒr den Export gezwungen, in den Jahren vor der UnabhĂ€ngigkeit entstanden auch von EuropĂ€ern geleitete Agrargroßbetriebe. Seit 1960 ging die landwirtschaftliche Produktion stetig zurĂŒck. Besonders die Verstaatlichung ab 1973, in der viele produktive Betriebe enteignet wurden, verursachte einen deutlichen Einbruch bei der Erzeugung von Agrarprodukten. Seitdem wird die Landwirtschaft vor allem zugunsten des lukrativeren artisanalen Bergbaus vernachlĂ€ssigt. In den meisten lĂ€ndlichen Regionen herrscht heute Subsistenzwirtschaft; ein Transport der Ernte in die StĂ€dte wĂ€re aufgrund mangelhafter Verkehrswege ohnehin kaum möglich.

Nur knapp drei Prozent der LandflĂ€che wird landwirtschaftlich genutzt, dennoch macht die Landwirtschaft mehr als die HĂ€lfte des Bruttoinlandsprodukts aus und beschĂ€ftigt fast zwei Drittel der erwerbstĂ€tigen Bevölkerung. Die Produktion von Nahrungsmitteln reicht fĂŒr den Eigenbedarf nicht aus, das Land muss deshalb solche importieren.

Typische Agrarprodukte sind Maniok, Zuckerrohr, Kaffee, Palmöl, Kautschuk und Bananen. Ebenfalls besteht eine nennenswerte Holzwirtschaft.

Industrie

Der industrielle Sektor konzentriert sich heute auf die Gewinnung und Verarbeitung der erschlossenen mineralischen BodenschĂ€tze. Es werden mit den Metallrohstoffen und Halbfabrikaten große Abnehmer im Weltmarkt beliefert. WĂ€hrend des Wirtschaftsbooms um das Jahr 1970 wurde zwar mit dem Aufbau einer importsubstituierenden Industrie begonnen, diese war aber gegenĂŒber Importen nicht konkurrenzfĂ€hig und verschwand bis in die 1990er Jahre fast völlig. Industrielle Großbetriebe bestehen heute kaum noch. Die verarbeitende Industrie besteht ĂŒberwiegend aus Kleinbetrieben, die KonsumgĂŒter wie Textilien, Schuhe oder Zigaretten produzieren bzw. in der Lebensmittelverarbeitung tĂ€tig sind.

Finanz- und Bankensektor

Laut einer EinschĂ€tzung des International Monetary Funds aus dem Jahr 2014 ist der Finanz- und Bankensektor der Demokratischen Republik Kongo nur oberflĂ€chlich vorhanden und unterentwickelt. Zentralbank des Landes ist die Banque Centrale du Congo (BCC). Laut der WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft KPMG waren im Kongo im Jahr 2017 20 kommerzielle Banken aktiv. Es gibt eine staatliche Versicherungsanstalt und ein Sozialversicherungsinstitut. Stand 2014 gab es 143 Mikrofinanzinstitute, 59 Geldtransferagenturen sowie 16 WĂ€hrungshĂ€user. Die Demokratische Republik Kongo verfĂŒgt weder ĂŒber einen Aktien- noch ĂŒber einen Kapitalmarkt.

Das Land ist eines der LĂ€nder, in denen nach wie vor der Großteil der Bevölkerung vom konventionellen Bankensektor ausgeschlossen ist. Laut einer SchĂ€tzung aus dem Jahr 2017 haben nur 26 % aller Kongolesen ein Bankkonto. Wie in vielen anderen afrikanischen LĂ€ndern wird auch in der Demokratischen Republik Kongo ein betrĂ€chtlicher Teil des Finanzsektors durch im Ausland lebende StaatsbĂŒrger beeinflusst. Im Jahr 2017 gaben rund 40 % der Bevölkerung an, regelmĂ€ĂŸig finanzielle RĂŒckĂŒberweisungen zu senden oder zu erhalten.

Außenhandel

GrĂ¶ĂŸter Handelspartner der Demokratischen Republik Kongo ist heute bei Weitem die Volksrepublik China, welche 2017 mehr als 40 % aller Exporte sowie knapp 20 % der Importe des Landes ausmachte. Andere wichtige Exportdestinationen sind Sambia, SĂŒdafrika, SĂŒdkorea und Finnland, importiert wird neben China noch aus Belgien, Indien, Sambia, SĂŒdafrika und Tansania.

2017 exportierte das Land Waren im Wert von rund 11 Milliarden US-Dollar. Die Hauptexportprodukte sind Diamanten, Kupfer, Gold, Cobalt, Germanium, Uran, ferner Holz sowie Rohöl, Kaffee und Kakao. Den Ausfuhren stehen Importe im Wert von 10,82 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. Es handelt sich bei den Einfuhren zumeist um Maschinen und Fahrzeuge aller Art sowie um Nahrungsmittel und Treibstoffe.

Die Außenhandelsbilanz des gesamten Landes ist zumeist nahezu ausgeglichen, allerdings bestehen innerhalb des Landes hohe Ungleichgewichte, denn nahezu alle ExportgĂŒter werden in nur wenigen Landesteilen produziert. Lokale Handelsbilanzdefizite werden zumeist durch informellen Handel, der in den Statistiken nicht auftaucht, ausgeglichen.

Neben einer differenzierten Investitionskooperation mit SĂŒdafrika erhielt die DRC UnterstĂŒtzung auf dem Gebiet des Technologietransfers, der öffentlichen Verwaltung und der Versorgung mit HandelsgĂŒtern und Serviceleistungen. Im Jahre 2012 war SĂŒdafrika mit einem Anteil von 21,6 Prozent am DRC-Importvolumen der grĂ¶ĂŸte Außenhandelspartner des Landes.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 5,8 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 5,4 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 0,9 % des Bruttoinlandsprodukts.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 21,5 % des BIP. 2010 wurden der Demokratischen Republik Kongo Staatsschulden in Höhe von ca. 12 Milliarden US-Dollar erlassen; 2009 entsprach die Staatsverschuldung noch 138,3 % des BIP und war damit, gemessen an der Wirtschaftsleistung, eine der höchsten der Welt.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 11,2 % (2009)
  • Bildung: 4,6 % (2008)
  • MilitĂ€r: 2,5 %

Infrastruktur

Die Demokratische Republik Kongo steht großen Herausforderungen gegenĂŒber, was die Infrastruktur betrifft. Die bewaffneten Konflikte der nĂ€heren Vergangenheit haben dazu gefĂŒhrt, dass die Einrichtungen entweder direkt beschĂ€digt oder ihr Erhalt vernachlĂ€ssigt wurden. Somit ist mehr als die HĂ€lfte der Anlagen dringend erneuerungsbedĂŒrftig. Um auf den Stand eines durchschnittlichen Entwicklungslandes zu kommen, mĂŒsste die Demokratische Republik Kongo jĂ€hrlich etwa 5,3 Milliarden US-Dollar bzw. 75 % ihres Bruttoinlandsproduktes von 2006 aufwenden, gleichzeitig geht aktuell jĂ€hrlich fast eine halbe Milliarde US-Dollar durch ineffiziente Infrastruktur verloren.

Straßenverkehr

Der Kongo erbte bei seiner UnabhĂ€ngigkeit ein teils sehr gutes Straßennetz von ĂŒber 100.000 Kilometern LĂ€nge, das sich ĂŒber das gesamte Land erstreckte. Unzureichende Wartung wĂ€hrend der Herrschaft Mobutus sorgte dafĂŒr, dass in den 1990er Jahren nur noch etwa 10.000 Kilometer Straße befahrbar waren, die Überlandstraßen waren fast vollstĂ€ndig verschwunden. Die LĂ€nge des Straßennetzes wird heute mit rund 150.000 Kilometer angegeben, von denen nur rund 3000 Kilometer asphaltiert sind; es gibt in der Welt kaum ein Land, das ein so dĂŒnnes Straßennetz hat wie die Demokratische Republik Kongo. Auf 1000 kmÂČ kommen im Schnitt gerade 1 km befestigter und 14 km unbefestigter Straße. Weniger als die HĂ€lfte des Straßennetzes befindet sich in annehmbaren Zustand und die Wiederherstellung vernĂŒnftiger Straßenverbindungen zwischen den BallungsrĂ€umen des Landes gehört zu den dringendsten Aufgaben der Regierung. Die niedrige Bevölkerungsdichte, das Klima und die Topographie lassen den Unterhalt eines gut ausgebauten Straßennetzes aber sehr teuer werden, so dass das Land etwa 5 % seines Bruttonationalproduktes jĂ€hrlich allein fĂŒr den Unterhalt seiner Verkehrsinfrastruktur ausgeben mĂŒsste. Das ist ein Vielfaches dessen, was fĂŒr öffentliche Investitionen in den letzten Jahren zur VerfĂŒgung gestanden ist. Als Konsequenz des Ganzen kostet es dreimal so viel, GĂŒter auf der Straße wie auf dem Wasserweg zu transportieren, der Straßentransport ist in der Demokratischen Republik Kongo dreimal so teuer wie in seinen NachbarlĂ€ndern.

Der Straßenverkehr gilt als extrem unsicher. 2013 kamen in der DR Kongo insgesamt 33,2 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit ĂŒber 22.000 Personen im Straßenverkehr ums Leben. Die Rate an Verkehrstoten ist noch weitaus höher wenn man sie der niedrigen Motorisierungsrate des Landes gegenĂŒberstellt. 2007 kamen im Land 5 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner (in Deutschland waren es ĂŒber 500 Fahrzeuge).

Schienenverkehr

In der Kolonialzeit wurde der Ausbau eines Eisenbahnnetzes vorangetrieben, vorrangig zum effizienteren Transport der Rohstoffe, die per Bahn schneller aus dem Landesinneren an die KĂŒste gelangen konnten. Heute verfĂŒgt die Demokratische Republik Kongo auf dem Papier ĂŒber rund 5100 Kilometer Gleis in mehreren voneinander unabhĂ€ngigen Netzen. Die Chemin de Fer Matadi-Kinshasa (CFMK) betreibt eine 366 km lange Verbindung zwischen Kinshasa und dem Hafen Matadi. Diese eingleisige Strecke stammt in ihrer heutigen StreckenfĂŒhrung aus den 1930er Jahren. Die SociĂ©tĂ© Nationale des Chemins de fer du Congo (SNCC) betreibt ein weitaus grĂ¶ĂŸeres Netz mit Zentrum im SĂŒdosten des Landes, wobei die wichtigste Verbindung zwischen Kolwezi und der Grenze zu Sambia verlĂ€uft und teilweise bereits zu Kolonialzeiten durch die 50-Hz-Arbeitsgemeinschaft elektrifiziert wurde. Über die SNCC verlassen Rohstoffe, vor allem Kupfer, das Land. Die SNCC ist von Ilebo ĂŒber den Fluss Kongo mit Kinshasa und damit der CFMK verbunden. Nachdem in Angola bis 2014 die Benguelabahn wiedererrichtet wurde, soll sie innerhalb der DR Kongo mit dem Netz der SNCC verbunden werden, was Kupferexporte ĂŒber den Atlantikhafen Lobito ermöglichen wird. Die Infrastruktur der SNCC ist alt und in sehr schlechtem Zustand, so dass mehr und mehr Rohstoffe ĂŒber die Straße befördert werden. Die Uelle-Bahnen werden grĂ¶ĂŸtenteils schon lange nicht mehr bedient, jedoch wurde der Abschnitt zwischen Bumba und Aketi im Jahr 2005 wiederhergestellt.

Im Vergleich mit den Eisenbahnnetzen seiner NachbarlĂ€nder verkehren auf den Schienen des Kongo sehr wenige ZĂŒge, die Indikatoren fĂŒr Effizienz und ZuverlĂ€ssigkeit sind deutlich schlechter und die Preise fĂŒr die GĂŒter- wie Personenbeförderung deutlich höher.

Schiffsverkehr

Der Hafen von Matadi ist mit 2,5 Millionen Tonnen KapazitĂ€t der wichtigste Seehafen der Demokratischen Republik Kongo. Er liegt nahe der Kongo-MĂŒndung, hat jedoch den Nachteil, dass er aufgrund der geringen Tiefe des Flusses nur von kleinen Schiffen erreicht wird, womit er vom Umladen in Pointe-Noire abhĂ€ngt. WĂ€hrend Matadi fĂŒr den Westteil des Landes von hoher Bedeutung ist, liegen die HĂ€fen fĂŒr die StĂ€dte im Osten der Demokratischen Republik Kongo an der afrikanischen OstkĂŒste: Mombasa fĂŒr den Nordosten, Daressalam und Durban fĂŒr den SĂŒdosten.

Der Hafen von Matadi ist auch im afrikanischen Kontext ineffizient bei gleichzeitig hohen Kosten, darĂŒber hinaus muss er regelmĂ€ĂŸig ausgebaggert werden. Dies gilt auch fĂŒr die kleineren HĂ€fen Boma und Banana. Der direkte Zugang zum Tiefseehafen Pointe-Noire ist fĂŒr die Demokratische Republik Kongo durch den desolaten Zustand der Bahn- und Straßeninfrastruktur in der benachbarten Republik Kongo versperrt.

Angesichts der schlechten Straßen und Gleise hat der Schiffsverkehr auf den FlĂŒssen die grĂ¶ĂŸte Bedeutung fĂŒr das Land. Mehr als 15.000 km des Kongo und seiner NebenflĂŒsse sind schiffbar. Schlechte Wartung der Schiffe und nicht mehr funktionierende Leitsysteme fĂŒhren jedoch immer wieder zu UnglĂŒcken mit zahlreichen Todesopfern.

Flugverkehr

Aufgrund des schlechten Straßensystems und der geographischen GrĂ¶ĂŸe des Landes kommt dem Luftverkehr erhebliche Bedeutung zu. WĂ€hrend des Krieges waren viele StĂ€dte nur per Flugzeug erreichbar, Reisen auf dem Landweg waren durch die RebellenprĂ€senz zu gefĂ€hrlich. Von großer Bedeutung ist der Luftfrachtverkehr, die abgebauten BodenschĂ€tze werden vor allem im Osten des Landes auf dem Luftweg abtransportiert, weil die Straßen unter Rebellenkontrolle stehen. Im Land gibt es fast 200 FlugplĂ€tze, aber nur 26 mit befestigter Landebahn. GrĂ¶ĂŸter Flughafen ist der Flughafen Ndjili in Kinshasa, weitere internationale FlughĂ€fen befinden sich in den StĂ€dten Lubumbashi, Bukavu, Goma und Kisangani.

Aufgrund schlechter Wartung und mangelnder Sicherheitskontrollen kam es in Kongo wiederholt zu FlugzeugunglĂŒcken, weshalb alle rund 50 kongolesischen Fluggesellschaften auf der schwarzen Liste der EU-Kommission stehen. Die einstmals grĂ¶ĂŸte Linie Hewa Bora musste 2011 nach einem Absturz ihren Betrieb einstellen. Viele InlandsflĂŒge werden von Kongolesen als Umsteigeverbindungen ĂŒber das Ausland gebucht, um die einheimischen Luftlinien zu umgehen. Somit ist die Schaffung einer effizienten Aufsichtsbehörde ĂŒber den Luftverkehr von oberster Dringlichkeit.

Energie- und Wasserversorgung

Die Demokratische Republik Kongo gewinnt elektrische Energie fast ausschließlich aus Wasserkraft. Die beiden grĂ¶ĂŸten Kraftwerke sind die zwei Inga-StaudĂ€mme am Unterlauf des Kongo. Sie gingen 1972 (Inga I) bzw. 1982 (Inga II) in Betrieb und versorgen sowohl die Hauptstadt Kinshasa als auch Bergbaubetriebe in Katanga mittels der HGÜ Inga-Shaba mit Strom.

Die Demokratische Republik Kongo hat das grĂ¶ĂŸte Wasserkraft-Potenzial Afrikas. Es betrĂ€gt 100 GW, ist kostengĂŒnstig zu erschließen und könnte neben dem Kongo selbst auch die ExportmĂ€rkte im sĂŒdlichen Afrika versorgen. Bis dato ist das Potenzial jedoch weitgehend ungenutzt, im Jahr 2009 waren nur 2,4 GW Leistung installiert, die VernachlĂ€ssigung wĂ€hrend der BĂŒrgerkriege hat jedoch dazu gefĂŒhrt, dass nur 1 GW ĂŒberhaupt einsatzbereit ist. Der im Mai 2013 angekĂŒndigte Ausbau der Inga-StaudĂ€mme kann als Schritt in Richtung der Entwicklung des riesigen Potenzials verstanden werden.

In der Demokratischen Republik Kongo haben etwa 30 % der Bevölkerung Zugang zu Leitungswasser, meist öffentlich oder auch im eigenen Haus. Fast ein Viertel der Bevölkerung ist jedoch auf OberflĂ€chen-Wasser angewiesen. Besorgniserregend ist, dass dieser Anteil steigt. Der Anteil der Bevölkerung, die nicht einmal Zugang zu einer Latrine hat, liegt bei einem Sechstel, auch dieser Anteil steigt. Der öffentliche Wasserversorger heißt Regideso, er agiert bei weitem weniger effizient als seine Pendants in anderen afrikanischen Staaten. 40 % des Wassers gehen in seinem Netz verloren und nur 70 % des konsumierten Wassers wird bezahlt.

Internet und Telekommunikation

WĂ€hrend die Zahl der Internetnutzer in der Demokratischen Republik Kongo immer noch deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt liegt, gab es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg, von weniger als 2 % der Bevölkerung im Jahr 2012 zu 8,6 % in 2017. Zu dieser positiven Entwicklung trug vor allem die Fertigstellung des West Africa Cable System, einem durch viele afrikanische Staaten verlaufenden See-Telekommunikationskabel von SĂŒdafrika nach Großbritannien, im Jahr 2013 bei. Der Verbindungspunkt des Systems im Kongo ist die Kleinstadt Muanda. Dennoch haben nach wie vor nur wenige Kongolesen regelmĂ€ĂŸigen Zugang zum Internet, was hauptsĂ€chlich an den extrem hohen Preisen liegt. Eine verlĂ€ssliche Internetflatrate kann 100 US-Dollar im Monat kosten, fĂŒr die meisten Menschen mehr als ein Monatsgehalt.

Das Telefonnetz des staatlichen Betreibers OCPT ist unzuverlĂ€ssig und unzureichend, es gibt daher nur rund 10.000 FestnetzanschlĂŒsse im ganzen Land. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen hat sich die Mobiltelefonie in der Demokratischen Republik Kongo schnell entwickelt. Die Nutzungsrate von Mobiltelefonen ist heute verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hoch, im Jahr 2017 gab es 42 HandyvertrĂ€ge per 100 Einwohner. Der lebhafte Wettbewerb zwischen den vier Anbietern fĂŒhrt zu niedrigen Preisen, wie auch in den NachbarlĂ€ndern.

Kultur

Literatur

Ein bekannter Autor war Valentin-Yves Mudimbe, der die archaischen und gewaltsamen Strukturen der postkolonialen Stammesgesellschaft in der Zeit der politischen Wirren der 1960er Jahre beschrieb. Ins Englische ĂŒbersetzt wurde sein Buch Before the Birth of the Moon (zuerst frz. 1976), ins Deutsche ein ErzĂ€hlungsband. Als Lyrikerin und durch Kurzgeschichten wurde ClĂ©mentine Nzuji bekannt. Verschiedene Autoren emigrierten unter der Herrschaft Mobutus nach Kongo (Brazzaville) und Europa, so auch In Koli Jean Bofane, der seit 1993 in Belgien lebt und auch in Deutschland durch die BĂŒcher Warum der Löwe nicht mehr König der Tiere ist und Congo Inc.: Le Testament de Bismarck bekannt wurde.

Medien

Trotz der in der Verfassung des Landes garantierten Informations- und Pressefreiheit ist die Pressefreiheit im Land laut „Reporter ohne Grenzen“ derzeit in einer „schwierigen Situation“. Die Organisation fĂŒhrt die Demokratische Republik Kongo im weltweiten Medienindex 2017 auf dem 154. von 180 PlĂ€tzen. Die Medien im Land sind zum ĂŒberwiegenden Teil im Besitz oder unter dem Einfluss politischer Gruppierungen. Die Journalisten sind finanziell von ihren Auftraggebern abhĂ€ngig, eine Situation die unabhĂ€ngige Berichterstattung auch ohne direkte staatliche Interventionen einschrĂ€nkt. Die QualitĂ€t der Berichterstattung ist allgemein schlecht. Die Journalisten sind unzureichend ausgebildet, schlecht bezahlt, korrupt und durch ihre Auftraggeber in der Berichterstattung eingeschrĂ€nkt. Kritische Journalisten werden bedroht, erpresst, verhaftet und gelegentlich ermordet, sodass Selbstzensur weit verbreitet ist. Urheberrechte werden selten beachtet. Das Land hat drei bedeutsame Nachrichtenagenturen:

  • Agence Congolaise de Presse (staatliche Nachrichtenagentur)
  • Digital Congo (Agentur der PrĂ€sidentenfamilie)
  • Documentation et Informations Africaines (D.I.A.) (kirchliche Nachrichtenagentur seit 1970)

Fernsehen und Hörfunk

Das Radio ist das reichweitenstĂ€rkste Medium des Landes und ist auch im lĂ€ndlichen Raum sehr verbreitet. 2007 gab es im Land 2 staatliche und ĂŒber 200 private, lokale Radiosender. Die UNO betreibt das landesweit empfangbare Radio Okapi; daneben sind die auslĂ€ndischen Sender BBC World Service und Radio France Internationale zu empfangen. RFI musste 2009 zeitweilig den Betrieb im Kongo einstellen, nachdem der Sender Kritik an der kongolesischen Armee geĂŒbt hatte. Ende 2012 wurde zeitweilig die Ausstrahlung von Radio Okapi unterbunden, laut Mutmaßungen infolge eines Interviews mit dem PrĂ€sidenten der Bewegung 23. MĂ€rz, offiziell jedoch aus administrativen GrĂŒnden. Das Fernsehen wurde 1978 eingefĂŒhrt und verbreitete anfangs Mobutus Propaganda, der sich als vom Himmel auf die Erde herabschwebender Halbgott darstellen ließ.

Heute gibt es neben dem staatlichen Radio-TĂ©lĂ©vision nationale congolaise (RTNC) bis zu 50 weitere, zumeist lokale, Privatsender wie Radio TĂ©lĂ©vision Groupe L’Avenir (RTG@). Allgemein ist das Programm aus Geldknappheit qualitativ eher schlecht, so werden zumeist Musik, Wiederholungen oder politische Reden ausgestrahlt.

Printmedien

Zeitungen sind mit einem Preis von etwa einem US-Dollar fĂŒr die meisten Kongolesen unerschwinglich und daher wenig verbreitet. Grund fĂŒr die hohen Preise ist der fehlende Anzeigenmarkt, wodurch sich die Zeitungen fast vollstĂ€ndig ĂŒber den Verkaufspreis finanzieren mĂŒssen. Der Zeitungsmarkt konzentriert sich fast nur auf die Landeshauptstadt Kinshasa, der Vertrieb auf dem flachen Land ist mangels Infrastruktur zu teuer. In Kinshasa gibt es neun regelmĂ€ĂŸig erscheinende Zeitungen, von denen sechs der Opposition und drei der Regierung zugewandt sind. Im ganzen Land dĂŒrfte es ĂŒber 200 Zeitungen geben, die allerdings mitunter nur sehr unregelmĂ€ĂŸig erscheinen.

KĂŒche

Das Hauptnahrungsmittel in der Demokratischen Republik Kongo ist Maniok, dessen Wurzeln gekocht, gebraten, zu Brot oder Fufu-Brei verarbeitet oder als AtiĂ©kĂ© konsumiert werden, außerdem Taro, Mais und Reis; letztere vor allem in Kasai und Katanga. Die BlĂ€tter der Maniok-Pflanze werden ebenfalls konsumiert: Pondu ist ein im ganzen Land verbreitetes, hĂ€ufig an Festtagen zubereitetes Gericht, bei dem feingeschnittene Maniok-BlĂ€tter gekocht und dann in Palmöl geschmort werden. Dazu isst man hĂ€ufig gestampfte ErdnĂŒsse.

Außerdem sind die Kongolesen relativ große Konsumenten von Fleisch, neben Rindfleisch (vor allem in Kivu) sowie GeflĂŒgel-, Schweine- und Hammelfleisch kommen auch hĂ€ufig Wildtiere wie Krokodil, BĂŒffel, Schlange oder Insekten (Bushmeat) auf den Tisch. Bedingt durch die große Anzahl von FlĂŒssen wird auch viel Fisch konsumiert, hĂ€ufig getrocknet oder gesalzen. In der Regel ist das Essen scharf gewĂŒrzt, wobei GewĂŒrze wie Chili, Ingwer, Knoblauch und Pfeffer, manchmal auch Koriander, KĂŒmmel, Sesam, Muskat oder schwarzer Kardamom zum Einsatz kommen. Als Zwischenmahlzeit dienen oft FrĂŒchte wie Ananas, Bananen, Papayas, Mangos und KokosnĂŒsse.

Fremde KĂŒchen haben auf die Kochkunst des Kongo wenig Einfluss gehabt; zu nennen ist hier jedoch der von den Portugiesen ĂŒbernommene gesalzene Stockfisch.

Kunst

Das Kunstzentrum des Landes ist Kinshasa, dort befindet sich Zentralafrikas einzige Kunstakademie universitĂ€ren Niveaus, die AcadĂ©mie des Beaux-Arts de Kinshasa. Die bekanntesten KĂŒnstler des Landes unterrichten hier. Neben der Galerie der Akademie wird Kunst im französischen und belgischen Kulturzentrum und in der kommerziellen Galerie Symphonie des Arts prĂ€sentiert, ebenso wie in den privaten Studios der bekannteren KĂŒnstler wie Claudy Khan, Henri Kalama Akulez und Lema Kusa.

Die traditionellen und auch modernen Kulturformen des Landes werden seit November 2019 im neuen Nationalmuseum in Kinshasa prÀsentiert. Die bedeutendste Sammlung der materiellen und immateriellen Kultur des Kongo besitzt noch immer das Afrikamuseum in Belgien.

Musik

Die Musik des Landes war schon immer sehr vielfÀltig. Sie hat einen langen Entwicklungsprozess zu ihrer heutigen Form hinter sich:

In der prĂ€kolonialen Zeit gab es in der Demokratischen Republik Kongo sehr viele verschiedene Arten der traditionellen afrikanischen Musik, welche von Region zu Region variierten und sich meist in religiösen GesĂ€ngen ausdrĂŒckten. Diese besaßen Tonsysteme mit fĂŒnf-, sechs- und siebentönigen Tonleitern.

WĂ€hrend der Kolonialzeit bildete sich dann in den 1920er Jahren eine grĂ¶ĂŸere Musikszene in der Koloniehauptstadt LĂ©opoldville (heute Kinshasa). Sie bestand sowohl aus Kongolesen als auch aus westafrikanischen AuslĂ€ndern wie den Hausa und französischen und US-amerikanischen Soldaten. So bildete sich nach und nach der Soukous-Musikstil heraus, welcher auch heute noch typisch fĂŒr die Kongoregion ist. Neben dem Gesang waren die damals wichtigsten Instrumente Gitarre, Schlagzeug, Akkordeon und Klarinette. Nach und nach kamen Saxophone, Trommeln und spĂ€ter E-Gitarren hinzu. Es entstand auch ein Soukous-Tanz, welcher vor allem vom Rumba-Tanz inspiriert wurde. Der bekannteste kongolesische SĂ€nger der 1950er Jahre war Wendo. Er veröffentlichte den Hit Marie-Louise, der von vielen als Ausgangspunkt fĂŒr die moderne kongolesische Musik gesehen wird.

Nach der UnabhĂ€ngigkeit des Landes 1960 entstanden immer mehr kleinere Musikgruppen in LĂ©opoldville, die das MusikgeschĂ€ft stetig wachsen ließen. Bands wie African Jazz und OK Jazz erreichten europaweite Bekanntheit und tourten vor allem durch Belgien. In den 1970er Jahren begann aber die Phase der Zaiko-Generation, welche vor allem gitarrenlastig war und von Musikern wie Papa Wemba oder der Musikgruppe Madilu System vertreten wurde.

Auch heute noch treten die bekanntesten Musikgruppen des Landes auch international auf, doch der Musikstil hat sich weiter gewandelt: Neben der besonders in kongolesischen Diskotheken beliebten schnellen Soukous-Variante N’dombolo, zu der sehr körperbetont getanzt wird, gibt es erfolgreiche kongolesische Weltmusik-Gruppen. Zu ihnen zĂ€hlt die Band Staff Benda Bilili, die 2009 auf der World Music Expo den KĂŒnstler-Preis fĂŒr Weltmusik gewann. Die Gruppe wurde wie das Orchestre Symphonique Kimbanguiste durch einen Dokumentarfilm bekannt. Beim Orchestre Symphonique Kimbanguiste handelt es sich um das einzige Symphonieorchester Zentralafrikas. Einem breiteren Publikum in Europa ist der kongolesische SĂ€nger und TĂ€nzer Jessy Matador bekannt, seit er fĂŒr Frankreich beim Eurovision Song Contest 2010 auftrat. Er verkörpert die moderne kongolesische Popmusik. In Gbadolite, einer Stadt im Norden des Landes und nahe dem Fluss Ubangi, in der PrĂ€sident Mobutu einen neuen Regierungs-Palast erbauen ließ, ließ Mobutu eine wertvolle Orgel aus Deutschland in die Kirche, die unmittelbar neben dem Palast liegt, von der bekannten Orgelbauwerkstatt Oberlinger aus Windesheim einbauen. Die berĂŒhmtesten Organisten der Welt wurden zu Konzerten eingeladen und die Bevölkerung war begeistert als sie das erste Mal Werke von Johann Sebastian Bach oder Max Reger hörten.

Kino

Erste Filmstudios entstanden bereits in der Zeit der belgischen Kolonialherrschaft. Aufgrund des Mangels an finanziellen Mitteln und technischer AusrĂŒstung sind Filmproduktionen in der DR Kongo gering geblieben. Lediglich zwei kongolesische Regisseure konnten beim Panafrikanischen Film- und Fernsehfestival eine Auszeichnung gewinnen, nĂ€mlich Kwamy Mambu Nzinga und Mwenze Ngangura.

Sport

Fußball

Der dominierende Sport in der Demokratischen Republik Kongo ist der Fußball. Obwohl die Stadien hĂ€ufig in einem sehr schlechten Zustand sind, sind Fußballspiele in der Lage, eine große Anzahl an Zuschauern anzuziehen. Die grĂ¶ĂŸten Erfolge der Nationalmannschaft des Landes liegen indes schon weit zurĂŒck: Die Auswahl gewann die Afrikameisterschaften von 1968 und 1974; 1974 war das damalige Zaire zudem der erste schwarzafrikanische Teilnehmer bei einer Fußballweltmeisterschaft, blieb dort aber chancenlos. Angesichts der wenigen Aufstiegsmöglichkeiten versuchen die kongolesischen Fußballer, im Ausland bei einem Club anzuheuern. Zu jenen, die dabei GlĂŒck und Erfolg hatten, gehörten Muntubile Santos und EugĂšne Kabongo in den 1980er Jahren. Eine nationale Fußballliga gibt es in der Demokratischen Republik Kongo nicht. Der Versuch, eine landesweite Liga zu etablieren, wurde in den 1980er Jahren zwar unternommen, nach zwei Spielzeiten jedoch aufgegeben. Die Infrastruktur erwies sich als zu schwach, die Distanzen zu groß und die finanziellen Möglichkeiten zu gering. Der Landesmeister wird deshalb in regionalen Ligen ermittelt, deren beste Mannschaften im K.O.-System gegeneinander um die Coupe du Congo spielen. Der derzeit mit Abstand erfolgreichste Fußballverein des Kongo ist Tout Puissant Mazembe aus Lubumbashi. Der Club, der Mois Katumbi, dem reichen Gouverneur der Provinz Katanga, gehört, gewann in den Jahren 2009 und 2010 die CAF Champions League und zog 2010 als erste afrikanische Fußballmannschaft ĂŒberhaupt ins Finale der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft ein. Außer Mazembe konnten der AS Vita Club und der Daring Club Motema Pembe die CAF Champions League gewinnen. Andere bekannte Vereine sind der FC Bilima, FC Saint Eloi Lupopo und Lubumbashi Sport. Das mit einer KapazitĂ€t von 80.000 PlĂ€tzen mit Abstand grĂ¶ĂŸte Stadion des Landes ist das Stade des Martyrs. Dort tragen die Hauptstadtvereine Daring Club Motema Pembe und Inter Kinshasa Fußballspiele aus.

Andere Sportarten

Weitere Sportarten spielen eine untergeordnete Rolle. International konnte die Basketballmannschaft der Damen auf sich aufmerksam machen. Des Weiteren genießen Boxen und Catchen eine gewisse PopularitĂ€t.

1968 nahmen erstmals Athleten Zaires an den Olympischen Sommerspielen teil. Danach kam es 1984 wieder zu einer Teilnahme. Seitdem nehmen Athleten der DR Kongo und ihrer VorgÀngerstaaten ununterbrochen an den Sommerspielen teil, ohne allerdings dabei eine Medaille errungen zu haben.

In der Zeit der Diktatur von Mobutu Sese Seko wurden Sportereignisse auch zu Propagandazwecken benutzt, um die Macht Mobutus zu stĂ€rken und dem Staat Zaire internationale Anerkennung zu sichern. HierfĂŒr ist vor allem der Boxkampf Rumble in the Jungle zwischen George Foreman und Muhammad Ali zu nennen, der 1974 im Stade Tata RaphaĂ«l in Kinshasa stattfand. Es war das erste weltweit beachtete Sportereignis auf afrikanischem Boden.

Feiertage

Zur Erinnerung an die UnabhĂ€ngigkeit von Belgien 1960 wird am 30. Juni der Jour de l’IndĂ©pendance gefeiert. Dies ist der Nationalfeiertag der Demokratischen Republik Kongo, insgesamt gibt es aber neben diesem eine Reihe weiterer gesetzlicher Feiertage, an denen die meisten öffentlichen Institutionen und GeschĂ€fte geschlossen bleiben:

Siehe auch

Literatur

  • Andrea Böhm: Gott und die Krokodile. Eine Reise durch den Kongo. Pantheon Verlag, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-570-55125-7.
  • Tom Burgis: Der Fluch des Reichtums – Warlords, Konzerne, Schmuggler und die PlĂŒnderung Afrikas. Westend, Frankfurt 2016, ISBN 978-3-86489-148-9.
  • Ludo De Witte: Regierungsauftrag Mord: der Tod Lumumbas und die Kongo-Krise. Forum Verlag Leipzig, Leipzig 2001, ISBN 3-931801-09-8.
  • Kevin C. Dunn: Imagining the Congo. The International Relations of Identity. Palgrave MacMillan, New York 2003, ISBN 1-4039-6160-3.
  • Westport 2002, ISBN 0-313-31696-1. Ch. Didier Gondola: The history of Congo. Greenwood Press. (z. T. online)
  • Jeanne M. Haskin: The Tragic State of the Congo. From Decolonization to Dictatorship. Algora Publishing, New York 2005, ISBN 0-87586-417-1.
  • Adam Hochschild: Schatten ĂŒber dem Kongo – Die Geschichte eines fast vergessenen Menschheitsverbrechens. Reinbek 2002, ISBN 3-499-61312-3.
  • Dominic Johnson: Kongo. Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens. 2., aktualisierte Auflage. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-86099-743-7.
  • Lara JĂŒssen: Kriegsökonomie in der Demokratischen Republik Kongo. Tectum Verlag, Marburg 2007, ISBN 978-3-8288-9327-6.
  • Medard Mpiana Kabanda: Nichtregierungsorganisationen als Herz der Zivilgesellschaft und SĂ€ule der Demokratie in Zentralafrika? Verlag Dirk Koentopp, OsnabrĂŒck 2006, ISBN 3-938342-13-7.
  • Kongo – Geschichte eines geschundenen Landes. In: Weltmission Heute 55 – LĂ€nderheft. Hamburg 2004.
  • Olivier Lanotte: Guerres Sans FrontiĂšres – RĂ©publique DĂ©mocratique du Congo. BrĂŒssel 2003, ISBN 2-87027-835-7.
  • Kalala Ilunga Matthiesen: Die Demokratische Republik Kongo – Eine Analyse aus staatstheoretischer, verfassungsrechtlicher und völkerrechtlicher Sicht. Hamburg/ MĂŒnster 2005, ISBN 3-8309-1459-8.
  • Georges Nzongola-Ntalaja: The Congo from Leopold to Kabila. A People’s History. Palgrave MacMillan, New York 2002, ISBN 1-84277-053-5. books.google.de
  • David Van Reybrouck: Kongo: Eine Geschichte. Suhrkamp, Berlin 2012, ISBN 978-3-518-42307-3.
  • Christian P. Scherrer: Genocide and Crisis in Central Africa. Conflict Roots, Mass Violence, and Regional War. Praeger, Westport 2002, ISBN 0-275-97224-0. books.google.de
  • David Seddon, Leo Zeilig Dave Renton: The Congo: Plunder and Resistance. Palgrave Macmillan, New York 2007, ISBN 978-1-84277-485-4.
  • Thomas Turner: The Congo Wars: Conflict, Myth, and Reality. Zed Books, London/New York 2007, ISBN 978-1-84277-689-6 books.google.de
  • Dieter H. Kollmer, Bernhard Chiari (Hrsg. im Auftrag des MilitĂ€rgeschichtlichen Forschungsamtes): Wegweiser zur Geschichte: Demokratische Republik Kongo. 3., ĂŒberarbeitete Auflage. Paderborn/MĂŒnchen/Wien/ZĂŒrich 2008, ISBN 978-3-506-75745-6, mgfa.de (Memento vom 30. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 4 MB)
  • Michela Wrong: Auf den Spuren von Mr. Kurtz: Mobutus Aufstieg und Kongos Fall. Ed. Tiamat, Berlin 2002, ISBN 3-89320-058-4.
  • Tim Butcher: Blood river – Ins dunkle Herz des Kongo. Malik / National Geographic, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-492-40340-5.

Weblinks

  • Offizielle Webseite des PrĂ€sidenten der D.R. Kongo (französisch)
  • LĂ€nderinformationsportal der GIZ
  • LĂ€nder- und Reiseinformationen des AuswĂ€rtigen Amtes
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in der Demokratischen Republik Kongo
  • CIA World Factboobk
  • Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit der DR Kongo
  • CongoForum – aktuelle Nachrichten und Pressemitteilungen aus der DR Kongo (französisch, niederlĂ€ndisch, englisch)
  • Deutschsprachiges Hintergrundmaterial und aktuelle Nachrichten aus der DR Kongo
  • UN-Mission in der DR Kongo
  • Website des von der MONUSCO getragenen französischsprachigen Radio Okapi
  • Kongo-Echo (Blog von Dominic Johnson)

Einzelnachweise

  • (J) Dominic Johnson: Kongo – Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens. 2., aktualisierte Auflage. Verlag Brandes & Apsel, 2009, ISBN 978-3-86099-743-7.



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (0)

Abk Name O
CD.BN Bandundu  
CD.BC Bas-Congo  
CD.KC Kasaï-Occidental  
CD.KR Kasaï-Oriental  
CD.KT Katanga  
CD.KN Kinshasa City  
Maniema  
Nord-Kivu  
CD.HC Orientale  
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Flagge: Democratic Republic of the Congo

Name englisch: Democratic Republic of the Congo
Hauptstadt: Kinshasa
Kfz: CGO
ISO: CD
ISO3: COD
Fläche: 2345410 km²
Tld: .cd
Wärung Einheit: CDF
Währung: Franc
Vorwahl: 243

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 5.3920026
südlichster Punkt: -13.459035
westlichster Punkt: 12.1855092
östlichster Punkt: 31.3146115


 
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