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Staat Informationen : Saudi-Arabien

Informationen:


Saudi-Arabien (veraltet auch Saud-Arabien oder Saudisch-Arabien, arabisch¬†ōßŔĄŔÖŔÖŔĄŔÉō© ōßŔĄōĻōĪō®Ŕäō© ōßŔĄō≥ōĻŔąōĮŔäō©¬†al-Mamlaka al- Ņarabńęya as-sa ŅŇędńęya, K√∂nigreich Saudi-Arabien) ist eine absolute Monarchie in Vorderasien. Es liegt auf der Arabischen Halbinsel und grenzt an deren Anrainerstaaten (siehe unten Landesgrenze), an das Rote Meer und den Persischen Golf. Ein Einwohner Saudi-Arabiens wird als Saudi oder auch als Saudi-Araber bezeichnet.

Zwei der drei heiligsten Stätten des Islam, die Kaaba in Mekka und die Prophetenmoschee in Medina, liegen in Saudi-Arabien. Das Land besteht in seinen heutigen Grenzen seit 1932, der Absolutismus als Staatsform wurde in der Grundordnung von 1992 festgeschrieben. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Riad, die zweitgrößte ist die Hafenstadt Dschidda.

Der Islam hanbalitischer Rechtsschule in der speziellen Auspr√§gung des Wahhabismus ist in Saudi-Arabien Staatsreligion, das √∂ffentliche Religionsbild im Land ist fundamentalistisch religi√∂s islamisch-konservativ, und es herrscht eine konservative Auslegung des islamischen Rechts, der Scharia. Saudi-Arabien st√ľtzt und finanziert die Verbreitung des islamistischen Neofundamentalismus. So wurden die Auffassungen der Terrororganisation Islamischer Staat stark durch die saudi-arabische Auslegung des Islam gepr√§gt, deren besonders gewaltt√§tige Fortsetzung sie sind. Zur Situation der Menschenrechte siehe Menschenrechte in Saudi-Arabien; nach dem Global Gender Gap Report rangiert das Land auf einem der weltweit letzten Pl√§tze bez√ľglich Frauenrechte. Meinungsfreiheit ist nicht gegeben, und es werden regelm√§√üig Strafen wie Amputation, Steinigung, Auspeitschung und die Todesstrafe vollzogen, letztere auch f√ľr Homosexualit√§t. Unter dem faktisch regierenden Kronprinzen Mohammed bin Salman wird jedoch eine vorsichtige ‚ÄěModernisierung‚Äú der Gesellschaft eingeleitet.

Saudi-Arabien ist durch seine √Ėlexporte eines der reichsten L√§nder der Welt; nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (kaufkraftbereinigt) stand es 2016 weltweit auf Rang 14. Im Index der menschlichen Entwicklung lag es 2019 auf Rang 36. Dank seines Reichtums kann das Land es sich leisten, seine Bev√∂lkerung mit gro√üz√ľgigen Sozialleistungen zu versorgen und sichert so politische Stabilit√§t im Inneren. Zunehmender Druck auf den Staatshaushalt durch den √Ėlpreisverfall seit Anfang 2015 zwingt das Land, seine Einnahmequellen zu diversifizieren. Mit dem Reformvorhaben ‚ÄěVision 2030‚Äú soll dies verwirklicht werden.

Geographie

Die Arabische Halbinsel besteht gr√∂√ütenteils aus einem ausgedehnten Hochland. Im Westen bildet das Plateau einen steilen Randabbruch, der parallel zur K√ľste des Roten Meeres verl√§uft. Im Nordwesten gibt es praktisch keine K√ľstenebene. Die h√∂chsten Gipfel liegen im S√ľdwesten im Asir-Gebirge. H√∂chster Berg ist der Dschabal Sauda mit 3133 Metern.

√Ėstlich des Randabbruchs f√§llt das unwirtliche Hochland allm√§hlich bis zu den flachen Wassern des Persischen Golfes ab, dessen K√ľste von S√ľmpfen und Salzfl√§chen ges√§umt ist. Das Hochland besteht √ľberwiegend aus einer weiten Sandw√ľste und Landstrichen aus nacktem vulkanischem Gestein. Ein breites W√ľstenband, ‚Äědas Leere Viertel‚Äú Rub al-Chali, erstreckt sich √ľber den gesamten S√ľden des Landes.

Landesgrenze

An Saudi-Arabien grenzen Jordanien (744¬†km gemeinsame Grenze), Irak (814¬†km), Kuwait (222¬†km), Katar (60¬†km), die Vereinigten Arabischen Emirate (457¬†km), Oman (676¬†km) und der Jemen (1458¬†km). Saudi-Arabien und die Insel Bahrain sind durch eine Autobahn, den 26¬†km langen King Fahd Causeway √ľber Br√ľcken, D√§mme und eine k√ľnstliche Insel miteinander verbunden. Auf dieser Insel befindet sich die Staatsgrenze zu Bahrain. Auff√§llig am Grenzverlauf ist, dass er besonders im Norden sehr geradlinig ist ohne gro√üe Ausbuchtungen.

Im Norden, Nordosten und S√ľden grenzt Saudi-Arabien an Nachbarl√§nder, im Osten und Westen ist es vom Roten Meer und dem Persischen Golf begrenzt. Saudi-Arabien hat insgesamt 4431 Kilometer Landgrenze, der l√§ngste Abschnitt ist die Grenze zum Jemen.

Die Grenze zum Jemen wurde in den Jahren 2003 und 2004 durch Sperranlagen gesichert, was zu diplomatischen Verstimmungen zwischen beiden Staaten f√ľhrte. Auch mit anderen Nachbarstaaten kam es zu Grenzkonflikten, so beispielsweise mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (1974) und mit Kuwait (1975). Zwischen 1981 und 1983 wurde die Neutrale Zone zwischen Saudi-Arabien und dem Irak aufgeteilt, 1971 kam es bereits zur Aufteilung der zweiten Neutralen Zone n√∂rdlich von al-Hasa zwischen Saudi-Arabien und Kuwait.

Am Bau der Grenzanlagen und der Grenzsicherung ist EADS, jetzt Airbus Group, beteiligt. F√ľr die Ausbildung des Personals wurden Polizeibeamte aus Deutschland ins Land geschickt.

Klima und Geologie

In Saudi-Arabien herrscht vorwiegend hei√ües und trockenes Klima. Das kontinentale Klima im Landesinneren weist zum Teil betr√§chtliche Temperaturunterschiede auf, vor allem zwischen Tag und Nacht. Im Sommer sind tags√ľber Maximalwerte von 50¬†¬įC m√∂glich, im Winter kann nachts der Gefrierpunkt unterschritten werden. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 28¬†¬įC. Der gr√∂√üte Teil der sp√§rlichen Jahresniederschlagsmenge f√§llt zwischen Dezember und Februar.

Die Versorgung mit Trinkwasser konnte aufgrund des Reichtums des Landes bislang stets sichergestellt werden, obwohl Wasserknappheit ein wachsendes Problem ist, weil sich die Grundwasserreserven langsam ersch√∂pfen. Saudi-Arabien besitzt weder Fl√ľsse noch Seen und begegnet dem Wassermangel mit dem Bau von Tiefbrunnen und Meerwasserentsalzungsanlagen, die einen bedeutenden Teil der Energie verbrauchen. Die K√ľsten am Persischen Golf und am Roten Meer sind teilweise √∂lverschmutzt.

Geologisch liegt Saudi-Arabien auf der Arabischen Platte, die sich nach Osten neigt. Im Westen ragt sie mit dem blo√ügelegten pr√§kambrischen Gestein des Arabischen Schildes, teilweise √ľberdeckt von j√ľngerem Vulkangestein, steil aus der Tihama-Ebene am Roten Meer. W√§hrend die n√∂rdlichen Landschaften, wie die des Hedschas, eher eine Gebirgs- und H√ľgelkette entlang der K√ľste bilden, wird das s√ľdlicher gelegene Asir √§hnlich dem Jemen durch den √ľber weite Strecken mehr als 1000 Meter hohen Randabbruch gepr√§gt. Von dieser k√ľstenparallelen Kante f√§llt das Land sanft nach Osten ab. Von West nach Ost bilden zun√§chst die ausgedehnten Ger√∂llw√ľsten, im Westen von vielen Lavafeldern (Harrat) oder Basaltger√∂ll √ľberdeckt, die monotone Landschaft. Weiter nach Osten haben sich j√ľngere Schichten erhalten, die jeweils mit einer Steilkante beginnen die √§lteren Schichten zu √ľberlagern. Die gr√∂√üte dieser Steilkanten sowohl in H√∂he als auch Ausdehnung ist die Abbruchkante des Dschebel Tuwaiq (Tuwaiq Escarpment), dessen Schichten dem Jura entstammen und dem auf der Westseite unmittelbar ein Sandstreifen vorgelagert ist. Im zentralen Bereich tragen diese Sandstreifen Namen wie (von Norden nach S√ľden) Nafud as-Sirr, Nafud Qunaifidha und Nafud ad-Dahi. Auf der Ebene √∂stlich des Tuwaiq befinden sich die Orte um die Brunnen von Chardsch und die Hauptstadt Riad, w√§hrend weiter n√∂rdlich die Orte des Qasim westlich der n√∂rdlichen Tuwaiq-Ausl√§ufer liegen, die schlie√ülich unter den Sanden der Gro√üen Nafud abtauchen. Diese Ebene, die einen gro√üen Teil der Landschaft Nadschd ausmacht, wird wiederum im Osten durch einen Steilabbruch, dem Buwaib, dessen Schichten der Kreidezeit angeh√∂ren, √ľber weite Strecken begleitet. Auf dessen Ebene verl√§uft der Dahna-Sandstreifen, der die gesamte zentrale Landschaft nach Osten begrenzt. Dieser ist an einigen Stellen √ľber 100 Kilometer breit und speist die Rub al-Chali im S√ľden mit Sand von der Gro√üen Nafud-W√ľste (an-Nafud al-Kabir) im Norden. Weiter nach Osten folgen weitere teilweise gestufte Ebenen, √ľber die sich Ger√∂llw√ľsten auf im Wesentlichen Kalksteingrund erstrecken. Im Osten nehmen dann ausgetrocknete ehemalige Seebecken und Salzfl√§chen zu, bis man die K√ľste erreicht, die sich in geologischen Zeitr√§umen gemessen langsam aus dem Persischen Golf erhebt. Zusammen mit dem allm√§hlichen R√ľckgang des Niederschlages seit einer kurzen Feuchtphase vor wenigen tausend Jahren ‚Äď etwa zu Beginn des Neolithikums (Neolithisches Subpluvial) ‚Äď, bedingt dies eine allm√§hliche Verlandung und Austrocknung entlang der Arabischen K√ľste des Persischen Golfs. Im Norden und S√ľden des Landes pr√§gen die beiden gro√üen W√ľsten der Gro√üen Nafud und des Rub al-Chali die Landschaft. Beide erreichen im Westen das Hochland des westlichen Randgebirges. Das zentrale Tuwaiq Escarpment umfasst wie ein gewaltiger nach Westen offener Bogen den Arabischen Schild, von dem er in der Regel durch die schmalen Sandfelder getrennt ist.

Flora und Fauna

In den meisten Teilen des Landes ist die Vegetation auf niedrige Gr√§ser und kleine Str√§ucher beschr√§nkt. In verstreuten Oasen wachsen Dattelpalmen. Die arabische Oryxantilope war charakteristisch f√ľr die W√ľsten der Arabischen Halbinsel. Die Tiere wurden allerdings in der j√ľngeren Vergangenheit durch die Jagd ausgerottet. Heute leben sie aufgrund von Auswilderungsprogrammen wieder in geringer Zahl in ihren urspr√ľnglichen Lebensr√§umen. Eine Population lebt im Westteil Saudi-Arabiens, in einem riesigen, eingez√§unten Wildreservat, dem Mahazat-as-Sayd-Schutzgebiet. Zur heimischen Fauna Saudi-Arabiens z√§hlen auch verschiedene Gazellen, Arabische W√∂lfe und Nubische Steinb√∂cke. Mantelpaviane leben im Asir-Nationalpark in den Bergen im S√ľdwesten des Landes. Einige Gro√ütiere Arabiens, wie der Gepard und der Strau√ü sind heute ausgestorben, andere wie der Leopard sehr selten geworden. Auch einige Vogelarten sind vom Aussterben bedroht.

Verbreitet sind Wildkatzen, in der W√ľste lebende Flugh√ľhner, h√∂hlenbauende Nagetiere und W√ľstenratten sowie diverse Reptilien und Insekten. Die in Syrien vor wenigen Jahren wiederentdeckten Waldrappen ziehen auch nach Saudi-Arabien. Der Halsbandsittich ist als Neozoon in vielen Siedlungen zu finden. In den K√ľstengew√§ssern des Roten Meeres gibt es besonders in den Korallenriffen viele Meerestiere.

Sehensw√ľrdigkeiten

Mada'in Salih, nahe der Provinzstadt al-Ula auf halbem Weg zwischen Medina und Ha'il im Norden des Landes, ist die bei weitem bekannteste antike St√§tte des Landes. Es handelt sich hierbei um eine ca. 2000 Jahre alte Felsengr√§berst√§tte. Bemerkenswert daran sind die aufgrund der trockenen Witterung gut erhaltenen Felsinschriften auf Aram√§isch und ThamŇędisch. Sehr au√üergew√∂hnlich sind die in dieser Gegend besonders zahlreichen ‚Äď aufgrund von Witterung entstandenen ‚Äď Felsformationen, die dem Betrachter wie Abbildungen von Tier- und Menschengestalten erscheinen. Weitere Sehensw√ľrdigkeiten sind die Wolkenkratzer Kingdom Centre und Al Faisaliyah Center in Riad, die Altstadt von Dschidda, die heiligen St√§tten des Islams oder das Ruinenviertel von Diriyya, das vom Osmanisch-Saudischen Krieg zeugt. Dschabal al-Qara ist eine Sandsteinformation in der Provinz al-Hasa. Sie befindet sich westlich der Stadt Hofuf und ist eine pittoreske, ca. zwei Kilometer lange und 1,2 Kilometer breite Formation.

Bevölkerung

Saudi-Arabien hat eine Bev√∂lkerungszahl von √ľber 33¬†Mio. Einwohnern. Davon sind √ľber 11¬†Mio. Menschen legal im Land lebende Ausl√§nder. Die Bev√∂lkerung ist seit 1950 enorm gewachsen, als sie noch 3,5 Millionen betrug. Die Bev√∂lkerung Saudi-Arabiens lebt haupts√§chlich in den St√§dten und einigen wenigen Oasen. Die urspr√ľnglichen Einwohner waren fast ausschlie√ülich Araber. Heute sind 90¬†% der Bev√∂lkerung arabischer Abstammung, entweder einheimische Saudis oder Menschen aus dem arabischen Raum, vornehmlich √Ągypter, Jordanier, Pal√§stinenser, Syrer und Libanesen. Die restlichen 10¬†% sind zum gr√∂√üten Teil afrikanischer oder asiatischer Abstammung. Nicht-arabischst√§mmige Ausl√§nder sind meist als Gastarbeiter t√§tig. Bei Arbeitsmigranten in Saudi-Arabien kommt das Kafala-System zum Tragen. Das Land wird von etwa 400¬†St√§mmen bewohnt, √ľber ein Zehntel der Einwohner sind Nomaden oder Halbnomaden. Die staatliche Sozialversicherung GOSI steht nur Staatsangeh√∂rigen kostenlos zu ‚Äď dabei leben Millionen von Ausl√§ndern und Gastarbeitern im Land.

Saudi-Arabien hat eine Bevölkerungsdichte von zwölf Einwohnern pro km². 86 % der Menschen leben in den Städten des Landes. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 75,7 Jahre, wobei sie bei Frauen mit 77,8 Jahren höher ist als bei Männern (73,7 Jahre).

Das Durchschnittsalter betr√§gt 2016 bei Frauen 26,2¬†Jahre, bei M√§nnern 27,9¬†Jahre. Das Gesamtdurchschnittsalter betr√§gt 27,2¬†Jahre. Im Jahr 2016 waren 50¬†% der 21¬†Mio. Einheimischen j√ľnger als 30¬†Jahre. Pro 1000 Geburten gibt es 13 F√§lle von Kindersterblichkeit sowie eine M√ľttersterblichkeit von 12 je 100.000¬†Geburten. Damit w√§chst die saudi-arabische Bev√∂lkerung j√§hrlich um 1,5¬†%. Aufgrund des niedrigen Durchschnittsalters in Verbindung mit einer relativ hohen Lebenserwartung hat das Land eine der niedrigsten Todesraten weltweit (3,3 pro 1000 Einwohner). Da die meisten Gastarbeiter im Land m√§nnlich sind, hat das Land einen hohen M√§nner√ľberschuss. 2016 kamen auf 100 Frauen 116 M√§nner. Die Ansteckung durch HIV ist aufgrund der extrem strengen Sexvorschriften, den Sittenw√§chtern und der Pr√ľderie sehr gering. Ein zunehmendes Gesundheitsproblem ist weitverbreitetes √úbergewicht. 2016 waren 69,7¬†% der erwachsenen Bev√∂lkerung √ľbergewichtig und 35,4¬†% waren adip√∂s. Beides z√§hlt zu den h√∂chsten Raten der Welt.

Der Alphabetisierungsgrad der saudi-arabischen Bev√∂lkerung ist mit insgesamt 94,7¬†% √ľber dem Weltdurchschnittsniveau. Dabei sind 91,1¬†% der saudi-arabischen Frauen des Lesens und Schreibens m√§chtig, die M√§nner haben einen Alphabetisierungsrate von 97,0¬†%. (Stand: 2015). In Saudi-Arabien kommen auf 1000¬†Einwohner im Durchschnitt 2,1¬†√Ąrzte sowie 3,3¬†Betten in einem staatlichen Krankenhaus.

Hocharabisch ist Amtssprache, Englisch gilt als Sprache des Handels; au√üerdem gibt es einige arabische Dialekte, die auf m√ľndlichen Gebrauch beschr√§nkt sind, beispielsweise das jemenitische Arabisch im S√ľdwesten.

Gastarbeiter

In Saudi-Arabien sind knapp 11 Millionen Gastarbeiter besch√§ftigt. Sie kommen zumeist aus dem asiatischen Raum ‚Äď Indien, Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka, Malediven, Malaysia, den Philippinen, Indonesien, Brunei, Iran, der T√ľrkei, Zentralasien ‚Äď und dem afrikanischen Raum ‚Äď Sudan, √Ąthiopien, Eritrea, Dschibuti, Somalia, Kenia, den Komoren, Tschad, Mauretanien und andere. Daneben gibt es noch eine kleinere Anzahl hochqualifizierter Gastarbeiter aus Europa, Nordamerika und anderen Regionen. Diese Gastarbeiter aus westlichen L√§ndern leben meist in Compounds. Dabei handelt es sich um hermetisch abgeriegelte und bewachte Siedlungen. Diese Compounds haben eine autonome Infrastruktur mit Gesch√§ften, Schwimmb√§dern, Sportanlagen und dergleichen. Eine ‚Äěwestliche‚Äú Lebensweise in diesen Compounds wird geduldet. Im Mai 2004 wurden bei einem Terrorangriff auf einen Compound 19¬†Ausl√§nder get√∂tet. Auch die US-Soldaten der United States Military Training Mission (USMTM) in Saudi-Arabien, welche die Streitkr√§fte des Landes ausbilden, leben in solchen Compounds. Hauptsitz der USMTM ist in Taif; daneben gibt es noch verschiedene Au√üenstellen.

Die Gastarbeiter arbeiten vor allem in Bereichen, in denen Saudis nicht arbeiten wollen oder nicht √ľber die notwendigen Qualifikationen verf√ľgen. Etwa 67¬†% der f√ľnf Millionen werkt√§tigen Saudis arbeiten im √∂ffentlichen Dienst. Eine Quotenregelung (‚ÄěSaudisation‚Äú) soll im Jahr 2016 helfen, den Anteil Einheimischer im Privatsektor zu erh√∂hen, so wird zum Beispiel f√ľr die Bauwirtschaft eine Quote von f√ľnf bis sieben Prozent, im Einzelhandel 10‚Äď25¬†% angestrebt.

Religion

Die Haupt- und Staatsreligion ist der hanbalitische Islam in seiner wahhabitischen Prägung, dem 73 % der Bevölkerung, vor allem im Nadschd und im Norden, angehören.

Andere Sunniten stellen 12¬†% der Bev√∂lkerung, Schiiten etwa 10 bis 15¬†%. Die Schiiten leben vor allem im Osten des Landes, ismailitische Schiiten in der s√ľdlichen Provinz Nadschran. Seit Ibn Saud im Jahre 1913 die √∂stliche Provinz al-Hasa eroberte, mussten die Schiiten darauf achten, durch ihre Art der religi√∂sen Praxis die Sunniten nicht zu ‚Äěbel√§stigen‚Äú. Im Laufe der letzten Jahrzehnte, vor allem seit 2009, versch√§rften sich die Spannungen zwischen der sunnitischen Mehrheit und der schiitischen Minderheit. Da sich das saudische Herrscherhaus als W√§chter des reinen (sunnitischen) Islam versteht, toleriert die Regierung antischiitische Propaganda. Zahlreiche saudisch-sunnitische Theologen verurteilen in ihren Schriften schiitische Glaubens√ľberzeugungen und -praktiken; einige ‚Äď wie Nasir al-Umar (Die Lage der Leugner in den L√§ndern des Monotheismus, 1993) ‚Äď, gehen sogar so weit, die Schiiten als ‚ÄěLeugner‚Äú zu bezeichnen und ihnen das Muslim-Sein abzusprechen.

Im Jahre 2012 bezeichneten sich bei einer Umfrage von Gallup 19¬†% der befragten Saudi-Araber als ‚Äěnicht religi√∂s‚Äú und weitere 5¬†% als ‚Äě√ľberzeugte Atheisten‚Äú.

Die beiden heiligsten St√§tten des Islams, die Kaaba in Mekka und die Ruhest√§tte des Propheten Mohammed in Medina, liegen in Saudi-Arabien, so dass das Land j√§hrlich das Ziel von mehreren Millionen Pilgern ist, vor allem w√§hrend des Haddsch. Diebstahl w√§hrend des Haddsch kann mit Zwangsamputation einer Hand oder mit dem Tode bestraft werden. Auch die heilige Zamzam-Wasserquelle, das Tal MinńĀ und der Berg  ŅArafńĀt, auf dem der Prophet Mohammed seine letzte Predigt abhielt, befinden sich in Saudi-Arabien.

Der Einfluss der Geistlichen im Lande ist sehr gro√ü und hat in den letzten Jahren weiter zugenommen. Die dem Islam widersprechende Lebensweise einer Reihe von Mitgliedern des saudischen K√∂nigshauses polarisiert die Gesellschaft. Kommentatoren halten daher eines Tages einen religi√∂s motivierten Staatsstreich durch fundamentalistische Geistliche f√ľr denkbar.

Geistliche in Saudi-Arabien tragen den Titel ‚ÄěScheich‚Äú bzw. ‚ÄěAlim‚Äú. Der Mufti bzw. Gro√ümufti ist der oberste geistige Gelehrte Saudi-Arabiens. Der gegenw√§rtige Mufti, Scheich  ŅAbd al- ŅAzńęz ńÄl asch-Schaich, hat im Jahre 2005 auf der Pilgerfahrt gegen den Terrorismus gepredigt und dessen Taten als ‚ÄěAngriff und Verrufung des Islams‚Äú bezeichnet. Bekannte Gelehrte Saudi-Arabiens waren Abd al-Aziz ibn Baz und Muhammad ibn al-Uthaymin.

Geschichte

Seit Beginn der historischen √úberlieferung war die Arabische Halbinsel, wie Saudi-Arabien fr√ľher genannt wurde, von Semiten bewohnt. Wegen des rauen W√ľstenklimas war das Nomadentum die vorherrschende Wirtschaftsform. Immer wieder stie√üen Akkader, Amoriter und Aram√§er aus der W√ľste in die fruchtbaren Gebiete Mesopotamiens und Syriens vor. Die gr√∂√üte dieser Bewegungen entstand im 7. Jahrhundert mit der Verbreitung des Islams durch Mohammed. Innerhalb weniger Jahrzehnte eroberten Muslime ein Reich, das sich von Spanien bis Indien erstreckte.

Durch die Verlagerung des Reichszentrums verlor Arabien bald wieder seine politische Bedeutung. Die heiligen St√§tten Mekka und Medina im Hedschas (oder HidschńĀz) wurden j√§hrlich von muslimischen Pilgern besucht.

Entstehung des Landes

Seit dem 18. Jahrhundert verb√ľndete sich der arabische Stamm der Saud mit der sehr strenggl√§ubigen islamischen Reformbewegung der Wahhabiten, um auf diese Weise die arabischen Beduinenst√§mme zu einigen und zu unterwerfen.

Ein erster gr√∂√üerer Expansionsversuch unter Emir Saud I. (1803‚Äď1814) provozierte jedoch im Auftrag des ohnm√§chtigen osmanischen Sultans eine Milit√§rintervention des osmanischen Vizek√∂nigs von √Ągypten, Muhammad Ali, dessen Truppen Sauds Sohn Abdallah I. 1818 vernichtend schlugen. Zweimal ‚Äď 1818‚Äď1822 und nochmals 1838‚Äď1843 ‚Äď wurde das saudische Herrschaftsgebiet im Nedschd von √§gyptischen Truppen besetzt. Nach diesen R√ľckschl√§gen gerieten die erheblich geschw√§chten Saudis unter die Oberherrschaft anderer, osmanentreuer arabischer Stammesf√ľrsten. Das Osmanische Reich beobachtete die Lage immer genauestens. (Siehe: Osmanisch-saudischer Krieg)

Erst Emir Abd al-Aziz II. ibn Saud (ab 1902 in Riad regierend) befreite seine Dynastie und deren Stamm von dieser Unterordnung im Osmanischen Reich und nutzte den wahhabitischen Fundamentalismus erneut f√ľr eine siegreiche milit√§rische Expansion in Arabien. 1921 brachte er das Emirat der ńÄl Raschńęd unter seine Kontrolle und vereinigte es mit seinem Territorium zum Sultanat Nadschd. Nach dem Abzug der Briten aus dem K√∂nigreich Hedschas gelang Ibn-Saud 1925 der milit√§rische Sieg √ľber die konkurrierende Dynastie der Haschimiten, die dabei ihr Stammk√∂nigreich Hedschas samt den heiligen St√§dten Mekka und Medina verloren.

Nach weiteren Eroberungen wurden die unterschiedlichen Gebiete am 23.¬†September 1932 zum neuen Einheitsstaat Saudi-Arabien vereinigt. Deshalb ist der 23. September Nationalfeiertag. 1934 kam es zum saudisch-jemenitischen Krieg, der mit einem Sieg Saudi-Arabiens endete. Durch die reichen Erd√∂lvorkommen erlangte Saudi-Arabien ab 1938 Wohlstand und eine gro√üe Bedeutung f√ľr die Wirtschaft der Industrienationen.

Geschichte nach 1945

Saudi-Arabien war 1945 Gr√ľndungsmitglied der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga. Die Arabische Liga versuchte 1948 die Staatsgr√ľndung Israels mit dem Pal√§stinakrieg zu verhindern, in dem sich auch Saudi-Arabien engagierte. In den 1950er Jahren lie√ü der K√∂nig einen Ministerrat zu, der aber nur eine beratende Funktion besitzt. 1960 war das K√∂nigreich ein Gr√ľnderstaat der Organisation erd√∂lexportierender L√§nder (OPEC). Saudi-Arabien unterst√ľtzt immer wieder einzelne Parteien in B√ľrgerkriegsstaaten wie dem Jemen und kommt damit in Konflikt mit anderen arabischen Staaten (da Saudi-Arabien im jemenitischen B√ľrgerkrieg die Royalisten unterst√ľtzte, kam es zu heftigen Spannungen mit √Ągypten, das die Republikaner unterst√ľtzte). 1963 wurde die Sklaverei abgeschafft, wobei die Sklaven durch Gastarbeiter aus den arabischen Nachbarstaaten sowie S√ľd- und S√ľdostasien und Afrika ersetzt wurden. Die Gastarbeiter sind bis heute eine wichtige St√ľtze der Wirtschaft des Landes. In den 1960er und 1970er Jahren kam es immer wieder zu Grenzkonflikten mit dem S√ľdjemen, die 1976 mit einem Friedensvertrag beigelegt werden konnten. Eine endg√ľltige Festlegung der Grenze erfolgte erst 2000. Die √Ėlkrise von 1973 wurde nach Ausbruch des Jom-Kippur-Kriegs durch das √Ėlembargo der OAPEC ausgel√∂st, der Saudi-Arabien als Gr√ľndungsmitglied angeh√∂rt.

Im November 1979 gipfelten Auseinandersetzungen √ľber die Beziehungen mit den USA in der Besetzung der Gro√üen Moschee in Mekka unter der F√ľhrung von DschuhaimńĀn al- ŅUtaibńę und Muhammad ibn Abdallah al-Qahtani. Hauptkritikpunkte der Aufst√§ndischen, die Nachkommen eines IchwńĀn-Stammes und in der saudischen Muslimbruderschaft aktiv waren, waren, neben der Landnahme saudischer Prinzen im Hedschas, das ihrer Meinung nach unislamische Gebaren der Herrschaftsfamilie und die Beziehungen zu den USA. Insgesamt 330 Menschen, darunter Geiseln, Geiselnehmer und Einsatzkr√§fte, kamen durch die Besetzung ums Leben. 63 Aufst√§ndische, darunter al-Utaibi, wurden am 9. Januar 1980 in einer Massenexekution in verschiedenen St√§dten Saudi-Arabiens √∂ffentlich enthauptet.

Golfkriege

Erster Golfkrieg

Im Ersten Golfkrieg (1980‚Äď1988) unterst√ľtzte Saudi-Arabien den Irak gegen den Iran. Aufgrund der islamischen Revolution im Iran und der sowjetischen Besetzung von Afghanistan erfolgte unter K√∂nig Fahd ibn Abd al-Aziz seit 1982 eine verst√§rkte Anlehnung an die Vereinigten Staaten, von denen man sich in der Zwischenzeit etwas distanziert hatte. Damit verbunden sind der Aufbau einer vom Erd√∂l unabh√§ngigen Industrie, gro√üe Investitionen in die Infrastruktur, Stra√üen und Flugh√§fen sowie die Festigung der Beziehung zu den Nachbarstaaten durch Grenzabkommen.

Zweiter Golfkrieg

Die prek√§re Sicherheitslage Saudi-Arabiens wurde im Zweiten Golfkrieg (1990‚Äď1991) deutlich, als der Irak Kuwait besetzte. Saudi-Arabien musste ein B√ľndnis mit den Vereinigten Staaten und anderen westlichen Staaten eingehen, um sich selbst zu sch√ľtzen und die Iraker wieder aus Kuwait zu vertreiben. Saudi-Arabien trug daf√ľr fast 40¬†% der Kriegskosten. Das K√∂nigreich nahm an der ersten gr√∂√üten Infanterieoperation des zweiten Golfkrieges, der Schlacht um Chafdschi, teil und siegte √ľber die irakischen Truppen. Allerdings f√ľhrte die Stationierung US-amerikanischer Truppen im Land zu heftiger Kritik einiger Geistlicher und islamischer Fundamentalisten, die sich zunehmend gegen das K√∂nigshaus richtet und in j√ľngerer Vergangenheit zu gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen und Terroranschl√§gen auf westliche Einrichtungen f√ľhrte.

Dritter Golfkrieg

Im Dritten Golfkrieg (2003) trat das K√∂nigreich anfangs in die so genannte Koalition der Willigen ein, verlie√ü anschlie√üend diese jedoch wieder und untersagte den Vereinigten Staaten die Nutzung ihrer St√ľtzpunkte in Saudi-Arabien. Gegen Ende des Krieges wurde dieses Verbot gelockert.

Entwicklung seit 2010

2011 und 2012 kam es zu Protesten gegen die Regierung. Die Demonstrationen wurden gewaltsam niedergeschlagen und ein strenges Demonstrationsverbot verhängt (siehe Proteste in Saudi-Arabien 2011/2012).

Im Jahr 2015 griff Saudi-Arabien milit√§risch im Jemen auf Seiten der Regierung in den Huthi-Konflikt ein und fliegt seit M√§rz 2015 Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen. Im Dezember wurde unter saudischer F√ľhrung die Islamische Milit√§rkoalition gebildet, ein Milit√§rb√ľndnis vor allem aus vorderasiatischen und nordafrikanischen Staaten. Am 2. Oktober 2018 wurde Jamal Khashoggi im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul von einem Spezialkommando ermordet. Die Tat fand weltweit gro√ües Aufsehen.

Seit dem Fr√ľhjahr 2020 ist auch Saudi-Arabien von der COVID-19-Pandemie erfasst. Der Pilgertourismus nach Mekka und Medina, der 2019 mehr als 20 Mrd. $ (fast 3¬†% des j√§hrlichen Bruttoinlandsprodukts) nach Saudi-Arabien gebracht hatte, brach ein. Der √Ėlpreis sank erheblich. 2019 verzeichnete Riad ein Minus von 35 Mrd. $ im Staatshaushalt; f√ľr 2020 ist ein Minus umgerechnet 79 Mrd. $ prognostiziert worden. Bis 2014 war der Staat praktisch schuldenfrei; dann fiel der √Ėlpreis von mehr als 100 auf rund 50 $ pro Barrel. Seitdem nahm der Staat Schulden auf; die Staatsschuldenquote betr√§gt etwa 35¬†% des BIP.

Politik

Saudi-Arabien ist gemäß den Artikeln 1 und 5 seiner Grundordnung eine absolute Monarchie. Damit ist das Königreich neben Brunei, der Vatikanstadt, Katar, Oman und Eswatini eine der sechs letzten verbliebenen absoluten Monarchien auf der Welt.

Saudi-Arabien versteht sich als Gottesstaat und hat die Scharia in der Verfassung verankert. Diese sieht keine Gewaltenteilung vor: Der alleinregierende Monarch hat nach Artikel 12 der Verfassung die Pflicht, die Einheit der Nation zu erstreben, Zwietracht, Aufruhr und Spaltung dagegen fernzuhalten; nach Artikel 23 soll er das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten. Basierend auf Artikel 12 und 50 kann er in die Legislative, Judikative und Exekutive eingreifen, die ansonsten geltende Unabh√§ngigkeit der Gerichte nach Artikel 46 ist in diesem Falle nicht mehr gesetzlich gesch√ľtzt, da der K√∂nig √ľber den Gesetzen steht. Saudi-Arabien ist Vollmitglied der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenl√§nder.

Im Demokratieindex 2020 der britischen Zeitschrift The Economist belegt Saudi-Arabien Platz 156 von 167 L√§ndern und geh√∂rt damit zu den autorit√§r regierten Staaten. Im L√§nderbericht Freedom in the World 2020 der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Freedom House wird das politische System des Landes als ‚Äěnicht frei‚Äú bewertet. Laut dem Bericht geh√∂rt das politische System des Landes zu den weltweit repressivsten.

Staat und Religion

Das Königreich ist zwar keine Theokratie, kennt jedoch keine Trennung zwischen Staat und Religion. Staatsreligion ist laut Grundordnung der Islam, prägend ist die Strömung der Anhänger des Salafismus bzw. der Wahhabiten.

Der K√∂nig bezeichnet sich seit 1986 als H√ľter der heiligen St√§tten von Mekka und Medina, was ihn und das K√∂nigshaus in der islamischen Welt aufwerten soll. Deshalb legt das K√∂nigshaus gro√üen Wert darauf, die Politik nicht von der Religion zu trennen.

Der K√∂nig soll den Konsens zwischen dem k√∂niglichen Haus Saud, den Klerikern und Religionsgelehrten (Ulema) und anderen wichtigen Elementen der saudischen Gesellschaft wahren. Da die Ulema viel Einfluss auf die Bev√∂lkerung haben, gilt der Konsens mit ihnen als eine wichtige Machtst√ľtze der K√∂nigsfamilie, die langj√§hrige gegenseitige Verbundenheit der K√∂nigsfamilie mit dem islamischen Klerus trug in der Vergangenheit zur Verankerung der Monarchie in Saudi-Arabien bei. In den letzten Jahren hat sich das Verh√§ltnis zwischen den Klerikern und der Regierung verschlechtert.

Das B√ľndnis von Monarchie und Religion ist intern wegen einer zur k√∂niglichen Familie illoyalen religi√∂sen Opposition belastet und wird zudem extern, insbesondere seitens der Vereinigten Staaten, als Hemmschuh einer pluralistischen Gesellschaftsordnung kritisiert. Gegen√ľber revolution√§r-islamistischen Gruppierungen erscheint die Schicht der staatstragenden Religionsgelehrten einerseits als stabilisierendes Element. K√∂nig Abdullah bem√ľhte sich dementsprechend, das traditionelle B√ľndnis aus Thron und Religion als eine besondere St√§rke des Systems darzustellen. Andererseits erfordert diese Koalition immer wieder Konzessionen an das religi√∂se Establishment, die hinzunehmen im internationalen Kontext zusehends schwieriger wird.

Die Reformschritte wurden in einen muslimisch gef√§rbten Diskurs eingebunden, sodass es angesichts der Notwendigkeit, das muslimische Erbe nun auch gegen islamistischen Terror zu verteidigen, unklar ist, ob die Islamisierung des Diskurses eine politische M√§√üigung weiterer Bev√∂lkerungskreise herbeif√ľhren wird. Die Regierung baut darauf, mit dem Konzept einer islamischen Regierung die Initiative gegen√ľber den weiter radikalisierten Kritikern zur√ľckzugewinnen und die eigene ‚Äď islamische ‚Äď Legitimit√§t damit zu retten. F√ľr nicht wenige Beobachter erscheint der Vorsto√ü der Regierung hingegen als ein halbherziges Vorgehen, das lediglich den Mangel an Legitimit√§t auf Seiten der Regierung offenlege.

Königshaus

Bisherige Könige

Seit der Staatsgr√ľndung 1932 durch Ibn Saud wurde das K√∂nigreich von sechs Monarchen regiert:

Die Artikel 9 bis 13 der Grundordnung behandeln explizit das K√∂nigshaus. Die Thronfolge folgt dem Senioratsprinzip, wobei es m√∂glich ist, dass ein Prinz √ľbersprungen oder vorzeitig ernannt werden kann, siehe Thronfolge in Saudi-Arabien. Laut Artikel 9 ist die K√∂nigsfamilie der Kern der saudischen Gesellschaft.

Staatsoberhaupt

Der Monarch (Malik) ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef und zugleich Kustos der beiden heiligen St√§dte. Er ist ‚Äělegibus solutus‚Äú (lateinisch f√ľr ‚Äěvon den Gesetzen losgel√∂st‚Äú), das bedeutet, dass er den Gesetzen, die er selbst erl√§sst, nicht untersteht. Gem√§√ü den Artikeln 60 und 61 der Grundordnung ist der K√∂nig oberstes sicherheitspolitisches Gremium und der oberste Befehlshaber der Streitkr√§fte. Er besitzt damit die alleinige und uneingeschr√§nkte (absolute) Vollmacht √ľber die Polizei, die Mutawwa, den Geheimdienst (al-Muchabarat al-'Amma) und das saudische Milit√§r.

Vom 1. August 2005 bis zu seinem Tod am 23. Januar 2015 war dies König und Premierminister Abdullah ibn Abd al-Aziz Al Saud. Sein Stellvertreter und somit zweiter Regierungschef war seit Juni 2012 Kronprinz Salman ibn Abd al-Aziz., der ihm auf den Thron folgte. Am 29. April 2015 ersetzte König Salman ibn Abd al-Aziz den bisherigen Kronprinzen Muqrin ibn Abd al-Aziz durch seinen Neffen Prinz Mohammed ibn Naif und diesen später wiederum durch seinen Sohn Mohammed bin Salman. Auch der Rest der königlichen Familie hat wichtige Regierungsämter inne. Die 13 Provinzen werden von Prinzen oder engen Verwandten der königlichen Familie regiert.

Seit der saudischen Staatsgr√ľndung 1932 herrschten einschlie√ülich Salman sieben K√∂nige √ľber das Reich, alle aus dem Hause der Al Saud. Muss ein neuer K√∂nig ernannt werden, so tritt der Rat der √Ąltesten des K√∂nigshauses zusammen, um ihn zu ernennen. Die f√ľhrenden Mitglieder der k√∂niglichen Familie w√§hlen im Falle einer Vakanz den neuen K√∂nig aus ihrer Mitte. Der K√∂nig ist die h√∂chste Revisionsinstanz und hat das Begnadigungsrecht. Er selber steht √ľber dem Gesetz, die Machtf√ľlle des K√∂nigs wird theoretisch durch die Regeln der Scharia und der saudischen Tradition eingeschr√§nkt, in der Praxis jedoch ist sie unbegrenzt. Er besitzt die alleinige Staatsgewalt und kann mit unbegrenzten Befugnissen regieren. Der K√∂nig kann sich dabei auf Artikel 55 der Grundordnung st√ľtzen, diese r√§umt ihm als ‚ÄěF√ľhrer und √úberwacher der Politik der Nation‚Äú diese Rolle ein.

Regierung

Die Regierung besteht aus dem 1953 eingerichteten Ministerrat unter Vorsitz des K√∂nigs, der auch den Posten des Premierministers bekleidet. Schl√ľsselressorts wie Inneres und Verteidigung sind von wichtigen Mitgliedern der k√∂niglichen Familie besetzt. Insgesamt bestehen folgende Ministerien:

  • Au√üenministerium: Adel al-Dschubeir
  • Ministerium f√ľr Arbeit und soziale Angelegenheiten
  • Ministerium f√ľr Bildung
  • Ministerium f√ľr Erd√∂l und Bodensch√§tze: Chalid Al-Falih
  • Ministerium f√ľr Finanzen und Volkswirtschaft
  • Ministerium f√ľr Gesundheit
  • Ministerium f√ľr Handel / Handelsministerium
  • Ministerium f√ľr Hochschulbildung
  • Ministerium f√ľr Industrie und Elektrizit√§t
  • Ministerium f√ľr Information / Informationsministerium
  • Ministerium f√ľr Inneres / Innenministerium: Mohammed ibn Naif
  • Ministerium f√ľr islamische Angelegenheiten, fromme Stiftung, Verk√ľndung des Islams und Orientierung: SńĀlih ibn  ŅAbd al- ŅAzńęz ńÄl asch-Schaich
  • Ministerium f√ľr Justiz / Justizministerium
  • Ministerium f√ľr kommunale und l√§ndliche Angelegenheiten
  • Ministerium f√ľr Landwirtschaft und Wasserwirtschaft
  • Ministerium f√ľr √∂ffentliche Arbeiten und Wohnungsbau
  • Ministerium f√ľr Pilgerfahrt
  • Ministerium f√ľr Planung / Planungsministerium
  • Ministerium f√ľr Post- und Telekommunikation (Communications and Informations Technology Commission CITC)
  • Ministerium f√ľr Verkehrswesen / Verkehrsministerium
  • Ministerium f√ľr Verteidigung: Mohammed bin Salman
  • Ministerium f√ľr zivile Dienste

Seit Februar 2009 sind auch Frauen offiziell an der Regierung des Landes beteiligt, die erste von ihnen war Nura bint Abdullah al-Fayez.

Beratende Versammlung

Ein Parlament existiert in Saudi-Arabien nicht, doch besteht seit 1992 die Beratende Versammlung (auch SchŇęrńĀ-Rat) mit 150 Mitgliedern, die vom K√∂nig f√ľr jeweils vier Jahre f√ľr diese Position ernannt werden. Die Beratende Versammlung ber√§t die Regierung, nimmt zu Gesetzesvorhaben Stellung und kann eigene Gesetzesvorhaben einbringen. √úber ein Budgetrecht verf√ľgt sie nicht. Die Grundz√ľge des Regierungssystems wurden im M√§rz 1992 durch mehrere Dekrete K√∂nig Fahds geregelt. Erstmals wurde bei dieser Gelegenheit das Verfahren bei der Thronfolge kodifiziert. Im Zuge des k√∂niglichen Reformprogramms wurde gleichzeitig die beratende Versammlung geschaffen. Im Reformprogramm war auch ein Rahmenplan f√ľr die Gr√ľndung beratender Gremien auf Provinzebene enthalten.

Im September 1993 erlie√ü K√∂nig Fahd weitere Reformdekrete, mit denen er dem beratenden Gremium eine Gesch√§ftsordnung gab und dessen Mitglieder ernannte. Der K√∂nig verk√ľndete zudem den Ministerrat betreffende Reformen, die unter anderem eine Beschr√§nkung der Amtszeit auf vier Jahre vorsahen und zudem Regelungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten der Minister und anderer hoher Offizieller enthielt. Die Gesch√§ftsordnungen der 13 Provinzr√§te und ihre Mitglieder wurden gleichfalls 1993 bekanntgegeben.

Im Juli 1997 wurde die Anzahl der Mitglieder des beratenden Gremiums von 60 auf 90 erhöht. Im Mai 2001 erfolgte nochmals eine Erweiterung auf 120 und im Jahr 2005 auf 150 Mitglieder. Da viele der alten Mitglieder bei den Erweiterungen nicht wieder ernannt wurden, hat sich die Zusammensetzung des Gremiums stark verändert. Die Rolle des Rates wird auch in Anbetracht der wachsenden Erfahrung des Gremiums stufenweise erweitert.

In die beratende Versammlung, der vorher nur M√§nner angeh√∂rt hatten, wurden im Juni 2006 erstmals sechs Frauen berufen. Seit Januar 2013 sind in dem Gremium erstmals √ľber 30 weibliche Mitglieder vertreten. Sie machen somit ein F√ľnftel der Delegierten aus. In drei Aussch√ľssen stellen sie die stellvertretenden Vorsitzenden. Bei den Wahlen im Jahr 2015 besa√üen zudem erstmals Frauen und M√§nner das aktive sowie passive Wahlrecht.

Opposition

Es gibt keine legalen politischen Parteien. Opposition, Gewerkschaften und Streiks sind vom K√∂nig offiziell verboten. Traditionellerweise hat jeder B√ľrger anl√§sslich √∂ffentlicher Audienzen Zugang zu hohen Beamten und das Recht, sich mit Petitionen direkt an sie zu wenden.

Es gibt in Saudi-Arabien drei nennenswerte Parteien, die aber aufgrund des Parteienverbotes im Untergrund arbeiten und strafrechtlich verfolgt werden:

  • Gr√ľne Partei Saudi-Arabiens
  • Kommunistische Partei in Saudi-Arabien
  • Arab Socialist Action Party ‚Äď Arabian Peninsula

Die bekannteste oppositionelle Gruppe jedoch ist die Movement for Islamic Reform in Arabia (MIRA) mit Sitz in London. Sie tritt f√ľr Gewaltenteilung, Meinungsfreiheit und Frauenrechte ein, Dinge, die die MIRA der saudischen Regierung abspricht. Die Gruppe hatte im Jahr 2003 zu einer Demonstration in Saudi-Arabien aufgerufen, bei der von der saudischen Polizei √ľber 350 Verhaftungen vorgenommen wurden. Der Vorsitzende der MIRA ist der Arzt Sa'ad al-Faqih. Die saudische Regierung wie auch die mit der saudischen Regierung verb√ľndete US-Regierung stufen ihn und seine Gruppe als terroristisch ein und verweigern daher jegliche Verhandlung.

Innenpolitische Entwicklung

Demokratisierung

Unter K√∂nig Fahd begann eine Reform der langsamen ‚Äědemokratischen √Ėffnung‚Äú. Doch eine Demokratisierung des Landes nach westlichem Vorbild kam f√ľr Fahd nicht in Betracht, dies begr√ľndete er folgenderma√üen: ‚ÄěDie Menschen dieser Region in der Welt sind f√ľr das demokratische Verst√§ndnis der westlichen Staaten der Welt ungeeignet‚Äú.

Die Reformen erfolgten, ohne dass die Begriffe von Demokratie und Rechtsstaat im politischen Diskurs Saudi-Arabiens anzutreffen gewesen w√§ren. Hinsichtlich der Prinzipien der Volkssouver√§nit√§t, der Gewaltenteilung und der Menschenrechte bestehen offene Ber√ľhrungs√§ngste. Artikel 1 der Grundordnung h√§lt fest, dass der Koran und die Tradition des Propheten (Sunna) die Verfassung des K√∂nigreiches bilden. Demnach ist es nicht die Aufgabe der Politik, Konsens innerhalb der Bev√∂lkerung herzustellen, sondern ‚Äď nach Auffassung der ‚Äěreinen Lehre‚Äú ‚Äď die Gebote und Verbote Gottes im gesellschaftlichen Leben zur Geltung zu bringen. Da des Weiteren die Tendenz zu einer s√§kularen und weltlichen Demokratie die Legitimit√§t der Regierung in Frage stellen w√ľrde, ist die Einf√ľhrung s√§kularer und demokratischer Prinzipien unwahrscheinlich.

Erstarken des Fundamentalismus

Saudi-Arabien gilt heute neben Pakistan als weltweites Zentrum des islamischen Fundamentalismus. Die Muslimbr√ľder gibt es im K√∂nigreich seit den 1930er Jahren. Sie treten jedoch weder als Reformbewegung noch als Partei auf. Obwohl ihre Vorstellungen von der Staatsreligion, dem Salafismus, abweichen und es Meinungsverschiedenheiten gibt, werden sie von der saudischen Regierung geduldet. Der saudische Innenminister kritisierte die Muslimbruderschaft in der Vergangenheit des √Ėfteren. Ihr Einfluss auf die einheimische Bev√∂lkerung ist eher gering. Die Werke von Sayyid Qutb sind erlaubt, sie werden durch geistliche Autorit√§ten teils gelobt und teils kritisiert. Allerdings wurden in letzter Zeit die Werke einiger islamischer ‚ÄěHitzk√∂pfe‚Äú verboten.

In den 1990er Jahren kam es immer wieder zu Unf√§llen bei der j√§hrlichen Pilgerfahrt, dem Haddsch, zu Anschl√§gen auf ausl√§ndische Truppen und Protesten gegen das K√∂nigshaus. Top-Terroristen wie Ibn al-Chattab und Osama bin Laden stammen aus Saudi-Arabien, 15 der 19 Attent√§ter vom 11. September 2001 stammen ebenfalls aus dem K√∂nigreich. Die pro-westliche Au√üenpolitik und seit einigen Jahren auch Innenpolitik der K√∂nigsfamilie tr√§gt wesentlich zur St√§rkung des Fundamentalismus bei. Das erkl√§rte strategische Ziel der Terroristen ist es, die saudische K√∂nigsfamilie zu st√ľrzen. Bereits fr√ľher kam es zu schweren Anschl√§gen und Geiselnahmen mit dem Ziel, die k√∂nigliche Familie zu st√ľrzen, so auch in den 1970er Jahren unter Juhaiman al-Utaibi. Auch nach dem 11.¬†September kam es immer wieder zu schweren Terroranschl√§gen im K√∂nigreich. Die Ziele sind in der Regel staatliche Einrichtungen wie Polizeigeb√§ude sowie Einrichtungen, die f√ľr den Westen, insbesondere die USA, stehen, wie etwa die US-Botschaft in Dschidda, die 2004 angegriffen wurde.

Nach der Terrorwelle 2003 begann erstmals eine √∂ffentliche Diskussion √ľber Extremismus und Fundamentalismus in der eigenen Gesellschaft, die immer offener auch in den Medien des Landes und im Rahmen des institutionalisierten ‚ÄěNationalen Dialogs‚Äú ausgetragen wird. Viele Jugendliche sehen in religi√∂sem Eifer eine M√∂glichkeit des Protests gegen westlichen Einfluss, vor allem gegen die als dominant und ungerecht empfundene US-Politik im Nahen und Mittleren Osten.

Laut dem saudischen Innenminister Naif ibn Abd al-Aziz Al Saud wurden in den Jahren 2003 und 2004 22 Terroranschl√§ge im K√∂nigreich ver√ľbt, dabei sollen 90 Zivilisten und 37 saudische Sicherheitskr√§fte get√∂tet worden sein. Im selben Zeitraum seien bei Zusammenst√∂√üen mit der Polizei 92 Extremisten get√∂tet und 52 Terrorangriffe vereitelt worden. Durch die erh√∂hten Sicherheitsma√ünahmen hat sich das Versammlungsverbot versch√§rft, man ger√§t oft in Kontrollen durch schwerbewaffnete Sicherheitskr√§fte.

Menschenrechte

In Saudi-Arabien werden Menschenrechte nur dann anerkannt, wenn sie mit den Scharia-Gesetzen in Einklang stehen. Die absolut regierende k√∂nigliche Familie geht konsequent gegen oppositionelle Stimmen und Kritiker vor. Dies f√ľhrt unter anderem dazu, dass in Saudi-Arabien viele Menschenrechte missachtet bzw. verletzt werden.

Der Jahresbericht 2007 der Organisation Amnesty International listet unter anderem die folgenden Tatbestände auf:

  • Inhaftierung gewaltloser politischer Oppositioneller
  • Anwendung von K√∂rperstrafe bei M√§nnern (meistens Auspeitschungen)
  • Unterdr√ľckung der Meinungs- und Religionsfreiheit
  • Haft ohne Anklage und Gerichtsverfahren
  • Ausweisung von Ausl√§ndern, denen in ihrer Heimat die Todesstrafe droht
  • Ausweisung politisch Verfolgter
  • als Hadd-Strafe die Amputation von K√∂rperteilen
  • Anwendung der Todesstrafe, u.¬†a. wegen ‚ÄěHexerei‚Äú; mitunter verbunden mit anschlie√üender Zurschaustellung

In Saudi-Arabien wurden nach Angaben von Amnesty International 2015 mindestens 158 Menschen hingerichtet. Die meisten Hinrichtungen werden durch Enthauptung vollstreckt. Seit 1985 (bis Juni 2015) sind mindestens 2208 Menschen der Todesstrafe zum Opfer gefallen.

Im Jahr 2004 wurde die ‚ÄěNationale Beh√∂rde f√ľr Menschenrechte‚Äú gegr√ľndet. Ihre Aufgabe sollte es sein, Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren und weiterzuleiten. Ihr langfristiges Ziel ist die Verbesserung der Menschenrechtslage. Die Beh√∂rde unterstand dem Innenministerium. Heute gibt es eine National Society for Human Rights in Saudi-Arabien.

Terrorismusproblem

In Jahresbericht 2007 weist Amnesty International darauf hin, dass besonders im Krieg gegen den Terror das V√∂lkerrecht mehrmals missachtet wurde. Nach wie vor kam es in mehreren Landesteilen zu Zusammenst√∂√üen zwischen Sicherheitskr√§ften und bewaffneten Gruppierungen. Bei Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskr√§ften im Bezirk al-Yarmuk, Region Riad, sollen im Februar in einer Pension mindestens f√ľnf M√§nner get√∂tet worden sein, die auf der Fahndungsliste der Regierung f√ľr verd√§chtige Mitglieder des Netzwerks al-Qaida standen.

Zahlreiche Menschen, die im Verdacht standen, Kontakte zum Terrornetzwerk Al-Qaida zu unterhalten, wurden verhaftet. In den Monaten März, Juni und August wurden dem Vernehmen nach allein in Mekka, Medina und in der Hauptstadt Riad mehr als 100 Menschen festgenommen.

Fouad Hakim, ein Verdächtiger wurde laut Amnesty International offensichtlich von Dezember 2006 bis zur Freilassung im November 2007 ohne Anklage festgehalten. Der Arzt Muhiddin Mugne Haji Mascat wurde mehrere Monate inhaftiert, weil er einen Terrorverdächtigen ärztlich behandelt haben soll.

Im Juli 2006 kamen der Libyer Abdullah Hassan und der britische Staatsangehörige Abdel Hakim Mohammed Jellaini ohne Anklageerhebung frei, ihnen wurde vorgeworfen, terroristische Organisationen mit finanziellen Mitteln zu versorgen. Ihre Reisepässe allerdings wurden eingezogen, so dass sie das Land nicht verlassen können.

Im Mai und Juni 2006 wurden 24 H√§ftlinge mit saudischer Staatsb√ľrgerschaft und ein H√§ftling mit chinesischer Staatsb√ľrgerschaft aus dem Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base entlassen und nach Saudi-Arabien gebracht. Bei ihrer Ankunft wurden sie von Sicherheitskr√§ften verhaftet und eingesperrt. Einige von ihnen wurden wegen Urkundenf√§lschung zu einem weiteren Jahr Haft verurteilt, andere freigelassen.

Meinungsfreiheit

Im Jahr 2020 rangierte Saudi-Arabien auf der Rangliste der Pressefreiheit, herausgegeben von der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen, auf Platz 170 von 180. Hauptgrund daf√ľr ist die strikte Zensur und strafrechtliche Verfolgung von Kritik am K√∂nigshaus. So wurde der regierungskritische Internetjournalist Fouad Ahmad al-Fahrhan am 10.¬†Dezember 2007 festgenommen und wurde erst am 26.¬†April 2008 ohne Anklage wieder freigelassen.

In Saudi-Arabien sitzen 3 Journalisten in Haft. Au√üerdem sind sieben Blogger und B√ľrgerjournalisten in Haft.

Demonstrationen sind (Stand 2008) verboten, es herrscht ein generelles Versammlungsverbot. Ungef√§hr 2000 Menschen protestierten im Juli und im August 2006 in mehreren St√§dten des Landes gegen die Bombenangriffe Israels auf den Libanon im Libanonkrieg 2006. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Personen festgenommen. Im September demonstrierten 300 Schiiten gegen die fortdauernde Inhaftierung mehrerer Glaubensbr√ľder, die im April 2000 im Zusammenhang mit Protesten und Ausschreitungen festgenommen worden waren. Einige Demonstranten wurden verhaftet.

Im Februar 2007 durfte die Tageszeitung Shams sechs Wochen lang nicht erscheinen. Die Zeitung hatte die Mohammed-Karikaturen im Rahmen ihrer Kampagne f√ľr Aktionen gegen die Karikaturen abgedruckt.

Im März 2007 wurde Mohsen al-Awaji festgenommen, nachdem er im Internet Artikel veröffentlicht hatte, in denen er die Behörden und die Königliche Familie kritisierte und die Abschaffung der Zensur von Internetseiten forderte. Er wurde nach acht Tagen ohne Anklageerhebung wieder freigelassen.

In den Jahren vor 2008 verbesserte sich die Meinungsfreiheit in Saudi-Arabien etwas. Es gab √∂ffentliche Diskussionen √ľber Themen, die fr√ľher als Tabu galten.

Im Juli 2013 wurde der liberale Internetaktivist Raif Badawi zu sieben Jahren Haft und 600 Stockhieben verurteilt. Der Rechtsgelehrte Abd al-Rahman al-Barrak erlie√ü zuvor im M√§rz 2012 ein Rechtsgutachten, in dem er Badawi zu einem Ungl√§ubigen erkl√§rte, ‚Äěder angeklagt und verurteilt werden muss, wie er es verdient‚Äú. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Badawi den Islam beleidigt habe. Weiterhin wurde er wegen Ungehorsams gegen√ľber seinem Vater verurteilt. Der Todesstrafe entging er, indem er dreimal das islamische Glaubensbekenntnis aussprach und damit best√§tigte, dass er Muslim sei. Raif Badawi gr√ľndete 2008 das Forum ‚ÄěFreie Saudische Liberale‚Äú, mit dem er eine Debatte √ľber Politik und Religion in dem konservativen K√∂nigreich ansto√üen wollte. Badawi habe dort ‚Äď so die Anklage ‚Äď in einigen Beitr√§gen Muslime, Christen, Juden und Atheisten als gleichwertig bezeichnet. Das Berufungsgericht erh√∂hte das Strafma√ü auf zehn Jahre Gef√§ngnis und 1000 Hiebe, zu vollstrecken mit je 50 Pr√ľgelhieben in 20 aufeinander folgenden Wochen nach dem Freitagsgebet. Am Freitag, dem 9.¬†Januar 2015, wurde die serielle Folterung Raif Badawis begonnen. Die Tageszeitung Kurier interviewte Badawis Ehefrau Ensaf Haidar, die mit Kindern seit 2013 in Kanada lebt: Der Gef√§ngnisarzt ist √ľberzeugt, dass das Auspeitschen am 30.¬†Januar 2015 fortgesetzt werden wird. Sie fordert die Schlie√üung des Abdullah-Zentrums in Wien und bedankt sich bei allen, die sich daf√ľr einsetzen. Sie hat Angst, dass seine Wunden wegen Diabetes, die Badawi entwickelte, als er festgenommen wurde, nicht verheilen. Er leidet auch unter unhygienischen Haftbedingungen und Unterern√§hrung.

Am 17. September 2015 wurde bekannt, dass das Gnadengesuch des Schiiten Ali Mohammed an-Nimr, der als 17-J√§hriger in letzter Instanz zum Tod durch Enthauptung mit nachfolgend postmortaler Kreuzigung verurteilt worden war, abschl√§gig beschieden wurde. Amnesty International wirft der saudischen Regierung vor, dass das Gest√§ndnis Ali Mohammed an-Nimrs unter Folter zustande kam und keine Beweise f√ľr die behauptete Gewaltanwendung an-Nimrs vorl√§gen. Ali Mohammed an-Nimr ist ein Verwandter des ebenfalls zum Tode verurteilten ‚Äď und am 2. Januar 2016 hingerichteten ‚Äď regierungskritischen schiitischen Freitags-Predigers der Stadt al-Awamia, Ajatollah Nimr an-Nimr.

Religionsfreiheit

Das √∂ffentliche Praktizieren anderer Religionen als des wahhabitischen Islam ist in Saudi-Arabien verboten, daher ist auch die Religionsfreiheit der Schiiten beschr√§nkt, sie werden von den religi√∂sen Autorit√§ten nicht als Muslime anerkannt. Die Schiiten d√ľrfen Br√§uche, die mit dem sunnitischen Islam nicht vereinbar sind, z.¬†B. die Mut Ņa-Ehe oder das Gedenkfest f√ľr Imam Hussain (Aschura), nicht √∂ffentlich aus√ľben. Sie d√ľrfen Moscheen betreiben, diese werden jedoch offiziell nicht als Moscheen angesehen. Entsprechend wird in den Schulen ausschlie√ülich wahhabitischer Religionsunterricht erteilt.

Wer sich offen zu einer anderen nichtsunnitischen Gruppe wie den Aleviten, Ahmadiyya oder Drusen bekennt, kann bestraft werden. Besonders Bahai (= Gläubige der nachislamischen Weltreligion Bahai) erleiden religiöse Verfolgungen.

Nach der strikten Interpretation der Staatsreligion darf sich auf dem Land, worauf sich die zwei heiligen Stätten befinden, kein nichtislamisches Gotteshaus befinden. Allerdings gibt es z. B. zwei deutsche Schulen in Saudi-Arabien, in denen diese Gesetze nicht gelten; innerhalb des Schulgeländes gelten deutsche Gesetze. Die negative Religionsfreiheit (die Freiheit der Menschen, keiner Religion anzugehören) ist in Saudi-Arabien stark eingeschränkt.

Auch f√ľr Gastarbeiter und Diplomaten ist es bei Strafe verboten, einen Gottesdienst zu feiern, eine Taufe oder eine Krankensalbung zu empfangen. Kirchen, Synagogen oder andere nichtislamische Gebetsh√§user gibt es nicht, und die Errichtung solcher ist verboten. Falls die Regeln gebrochen werden, kann dies mit Verhaftung, Auspeitschung und Folter geahndet werden. Der Weltverfolgungsindex f√ľr Christen aus dem Jahr 2017, der vom Missions- und Hilfswerks Open Doors ver√∂ffentlicht wird, sch√§tzt die Benachteiligung des Christentums in Saudi-Arabien im weltweiten Vergleich aktuell am vierzehnth√∂chsten ein.

Auf Apostasie ‚Äď den Abfall vom Islam ‚Äď steht die Todesstrafe; sie wurde auch bereits f√ľr dieses Delikt verh√§ngt und vollstreckt. Bei der Bestrafung von Christen wegen Verst√∂√üen gegen das Missionierungs-Verbot kann das Strafma√ü je nach Nationalit√§t unterschiedlich ausfallen. Staatsangeh√∂rige westlicher Verb√ľndeter ‚Äď z.¬†B. der Vereinigten Staaten, Frankreich, Deutschland oder √Ėsterreich ‚Äď werden meist diskret des Landes verwiesen, w√§hrend Missionare aus anderen und, aus der Sicht Saudi-Arabiens, ‚Äěunbedeutenderen‚Äú L√§ndern ‚Äď z.¬†B. den Philippinen ‚Äď inhaftiert und gelegentlich hingerichtet werden.

Stellung der Frau

In Saudi-Arabien haben Frauen nicht die gleichen Rechte wie M√§nner. Alle Frauen m√ľssen in der √Ėffentlichkeit bodenlange Gew√§nder und Kopft√ľcher tragen. M√§nner k√∂nnen mit Strafen ‚Äď zum Teil archaischen Strafen wie Peitschenhieben ‚Äď belegt werden, wenn sie sich in der √Ėffentlichkeit mit Frauen zeigen. Saudi-Arabien wird im Global Gender Gap Report 2017 des Weltwirtschaftsforums √ľber Geschlechtergerechtigkeit auf Platz 138 von insgesamt 144 L√§ndern eingeordnet.

Viele Berufe waren den Frauen nicht zugänglich. Heute ist den Frauen fast jeder Beruf zugänglich, allerdings unter der Voraussetzung von Vollverschleierung und strikter Geschlechtertrennung am Arbeitsplatz. Sie sind dadurch in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Eine Zustimmung eines männlichen Verwandten zu einem Studium oder Arbeitsaufnahme ist mittlerweile nicht mehr gesetzlich erforderlich.

Rechtsvorschriften

In Saudi-Arabien sind die Rechte der Frauen eingeschränkt, das Land hat die UN-Frauenrechtskonvention am 7. September 2000 mit Vorbehalten gegen Artikel 9 Abs. 1 und Artikel 29 Abs. 1 ratifiziert, das Zusatzprotokoll zur Frauenrechtskonvention bisher nicht ratifiziert.

Die Rechtslage von Frauen wird durch die wahhabitisch-konservative Auslegung des Islams bestimmt. Einheimische Frauen unterliegen in der Regel einer gesetzlichen m√§nnlichen Vormundschaft. Sie sind nicht gesch√§ftsf√§hig und k√∂nnen Rechtsgesch√§fte nicht ohne Zustimmung ihres m√§nnlichen Vormundes t√§tigen. Der m√§nnliche Vormund ist bis zur Ehe in der Regel der Vater, die Br√ľder oder ggf. ein Onkel. Ab der Ehe ist der Ehemann der m√§nnliche Vormund. Der m√§nnliche Vormund ist f√ľr die Straftaten der Frau mitverantwortlich, bei kleineren Delikten ist es oft der Fall, dass der m√§nnliche Vormund sich vor Gericht zu verantworten hat, bei gr√∂√üeren Delikten in der Regel beide. Seit 2004 d√ľrfen Frauen ihre Firmen selbst f√ľhren, d.¬†h. die eigene Verantwortung daf√ľr tragen.

Frauen k√∂nnen sich vor Gericht von ihrem m√§nnlichen Vormund entbinden lassen, m√ľssen daf√ľr aber nachweisen k√∂nnen, dass dieser sie misshandelt, vergewaltigt, qu√§lt oder zwingt, Dinge zu tun, die nicht mit dem Islam vereinbar sind (z.¬†B. Prostitution oder analer Geschlechtsverkehr). Der m√§nnliche Vormund wird f√ľr diese Vergehen daraufhin zur Rechenschaft gezogen, au√üer es gibt nach der Entbindung eine au√üergerichtliche Einigung zwischen dem Ehepaar (z.¬†B. Entsch√§digungssumme).

Inzwischen ist es zwar Pflicht, dass jede Frau einen Personal- bzw. Reiseausweis besitzt, sie durfte diesen aber bis August 2019 nur mit schriftlicher Zustimmung ihres m√§nnlichen Vormunds erneuern, und das Land bis August 2019 nur mit seiner Genehmigung verlassen. Seit August 2019 haben Frauen in Saudi-Arabien Reisefreiheit. Seit Anfang 2008 d√ľrfen Frauen alleine in einem Hotel wohnen, dies war ihnen vorher nur in der Begleitung eines ‚Äěm√§nnlichen gesetzlichen Vormundes‚Äú gestattet.

Deswegen sind im K√∂nigreich oft Bereiche anzutreffen, die einem Geschlecht vorbehalten sind, z.¬†B. Busse, Einkaufszentren oder Restaurants. Hessah Al-Oun, die Vorsitzende des Stadtrates von Rawda, eines Stadtteils von Dschidda, setzte im M√§rz 2008 den Bau eines √∂ffentlichen (staatlichen) Freizeit- und Sportparks f√ľr Frauen durch. Bis dahin wurden solche Einrichtungen nur von privaten Besitzern angeboten.

Im Gesundheitssystem werden Frauen sowohl als Berufst√§tige als auch als Patientinnen benachteiligt. Frauen d√ľrfen als Krankenschwester nicht im Freien arbeiten. Die Behandlung einer kranken Frau durch m√§nnliche Sanit√§ter wird auch in dringlichen Notf√§llen mitunter durch den Vorgang des Verschleierns der Frau vor einem Rettungstransport zur Behandlung in einer Klinik behindert. Es kam vor, dass einem Rettungssanit√§ter bei zuhause einsetzender Geburt nur das Betrachten dieser erlaubt wurde; bei diagnostizierter Abklemmung der Nabelschnur durch den Kopf des herausdr√§ngenden Kindes und erkl√§rter Prognose akuter Lebensgefahr wurde dem Rettungssanit√§ter in Riad vom Vater des Kindes das Ber√ľhren der Frau und damit sein sachgerechtes Einschreiten verboten; das Kind starb beim Transport. Zwei Rettungssanit√§ter aus Deutschland und Human Rights Watch beklagen einige konkrete, nach europ√§ischen Standards vermeidbare Todesf√§lle von Frauen. Bekannt wurde z.¬†B. auch der Tod einer Studentin infolge eines Herzinfarkts, nachdem die zu Hilfe gerufenen Not√§rzte vom Sicherheitspersonal √ľber zwei Stunden lang daran gehindert wurden, den Frauen-Trakt der Uni zu betreten. Im M√§rz 2002 starben in Mekka 15 M√§dchen, die aus einer brennenden Schule unverschleiert nicht ins Freie gelassen wurden.

Von ‚Äěfaktischer Sklaverei‚Äú spricht ein philippinischer Parlamentsausschuss √ľber die Arbeitsbedingungen von Hausarbeiterinnen. Denn Gastarbeiter ben√∂tigen einen B√ľrgen (in der Regel der Arbeitgeber) im Land. Hausarbeiterinnen klagten gem√§√ü einer HRW-Umfrage aus 2008 zu einem Drittel √ľber sexuelle √úbergriffe, viele in Folge von Vergewaltigungen Neugeborene werden ausgesetzt.

Wahlrecht

Zwar garantierte ein Gesetz aus dem Jahr 1977 allen B√ľrgern das Wahlrecht, ohne besondere Beschr√§nkungen f√ľr Frauen aufzuf√ľhren. Im Jahr 2000 unterzeichnete Saudi-Arabien einen internationalen Vertrag, in dem es sich verpflichtete sicherzustellen, dass Frauen bei allen Wahlen unter denselben Bedingungen wie M√§nner w√§hlen d√ľrfen. Das Wahlgesetz vom August 2004 garantierte ein allgemeines Wahlrecht ohne Einschr√§nkungen. Jedoch durften nur M√§nner an den Teilkommunalwahlen von 2005 teilnehmen. Technische Gr√ľnde, wie etwa die Schwierigkeit, ein Wahllokal f√ľr Frauen einzurichten, wurden als Erkl√§rung daf√ľr herangezogen, warum Frauen nicht teilnahmen. Auf Basis eines Dekrets aus dem Jahr 2011 ‚Äď erlassen w√§hrend der Umw√§lzungen des Arabischen Fr√ľhlings ‚Äď wurden schlie√ülich auch Frauen in Saudi-Arabien im Dezember 2015 erstmals zu Kommunalwahlen zugelassen. 20 Frauen wurden gew√§hlt.

Mit Soraya Obaid wurde 2001 zum ersten Mal eine saudische Frau die Direktorin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen.

Fahrverbot f√ľr Frauen bis 2018

Frauen durften bis zum Jahr 2018 nicht Auto fahren. Zwar gab es kein offizielles Verbot, jedoch wurden seit dem Jahr 1957 keine F√ľhrerscheine an Frauen ausgegeben. Im Oktober 2005 erkl√§rte K√∂nig Abdullah, dass sich daran in n√§chster Zeit nichts √§ndern werde. Mehrfach gab es Protestaktionen und Aktionen des zivilen Ungehorsams durch Frauen. Der K√∂nig selbst unterst√ľtzte die Aufhebung des Fahrverbotes, machte diese jedoch von der Zustimmung der Allgemeinheit abh√§ngig. Am 26.¬†September 2017 k√ľndigte die staatliche saudische Presseagentur SPA an, die Regierung werde im Auftrag K√∂nig Salmans Regularien erarbeiten, um das Fahrverbot f√ľr Frauen ab Mitte 2018 aufzuheben. Am 4.¬†Juni 2018 gab Saudi-Arabien erstmals F√ľhrerscheine an Frauen aus: Zehn Frauen, die bereits einen F√ľhrerschein eines anderen Staates hatten und einen zus√§tzlichen Test ablegten, erhielten an diesem Tag ihre Fahrerlaubnis. Seit dem 24.¬†Juni 2018 ist es Frauen mit F√ľhrerschein offiziell gestattet, selbst am Steuer eines Kraftfahrtwagens zu sitzen. Offizielle saudi-arabische Stellen rechneten damit, dass etwa 2000 Frauen zu diesem Zeitpunkt den F√ľhrerschein erworben haben w√ľrden. L√§ngerfristig wurde mit Hunderttausenden bis Millionen neuen Verkehrsteilnehmerinnen gerechnet und die Automobilindustrie machte im Vorfeld in Anzeigen ihr Interesse an den neuen potentiellen Kundinnen deutlich. L√§ngerfristig wird auch mit einer Steigerung des Wirtschaftswachstums durch die vermehrte Teilnahme von Frauen am Wirtschaftsleben gerechnet.

Frauen ist es seit 2013 gestattet, Fahrrad zu fahren, allerdings nur, sofern sie dies in Erholungsgebieten in Begleitung eines männlichen Verwandten und unter Wahrung der gesetzlichen Bekleidungsvorschriften tun.

Bildung und Frauen-Universität

Erst seit 1966 d√ľrfen M√§dchen Schulen besuchen. Inzwischen ist im Bildungssektor die Liberalisierung so weit vorangeschritten, dass die Mehrheit der Studierenden Frauen sind. Sie m√ľssen die Vorlesungen von m√§nnlichen Dozenten am Bildschirm verfolgen, da in der Universit√§t wie im gesamten √∂ffentlichen Raum der Grundsatz gilt, dass Frauen keinerlei pers√∂nlichen Kontakt zu nichtverwandten M√§nnern und M√§nner keinerlei pers√∂nlichen Kontakt zu nichtverwandten Frauen haben d√ľrfen. Eine Zustimmung eines m√§nnlichen Verwandten zur Aufnahme eines Studiums ist mittlerweile nicht mehr erforderlich.

In Riad gibt es mit der Princess Nora bint Abdul Rahman University eine sehr gro√üfl√§chige Frauenuniversit√§t. Nur durch automatischen Fahrbetrieb konnten bei einem internen Verkehrsmittel beide Bedingungen erf√ľllt werden, dass Frauen keine Fahrzeuge steuern ‚Äď und (ohne Aufsicht) nicht mit m√§nnlichem Fahrpersonal zusammentreffen.

Situation von Ausländern

In Saudi-Arabien leben bei einer Gesamtbev√∂lkerungszahl von ca. 33 Millionen Menschen etwa elf Millionen Ausl√§nder. Laut Sch√§tzungen des TV-Senders al Jazeera von 2013 halten sich bis zu 1,5 Millionen Ausl√§nder ohne g√ľltige Aufenthaltserlaubnis im Land auf. Eine gro√üe Zahl von Menschen aus nord- und ostafrikanischen L√§ndern arbeitet im Dienstleistungsgewerbe und Baugewerbe in Saudi-Arabien zu Lohntarifen weit unter denen f√ľr saudische Arbeiter. Der saudische Staat will die meist illegale Besch√§ftigung eind√§mmen und gr√ľndete 2013 eine eigene 1200 Mann starke Einsatztruppe, die seitdem L√§den, Baustellen, Restaurants und andere Arbeitspl√§tze durchk√§mmt. Saudi-Arabien hatte im April 2013 den Einwanderern eine Frist von sieben Monaten zur Legalisierung ihres Aufenthalts gesetzt. Etwa eine Million Menschen reisten daraufhin aus und rund vier Millionen weitere fanden feste Arbeitspl√§tze und durften im Land bleiben.

Bei Unruhen in einem √ľberwiegend von Ausl√§ndern bewohnten Viertel Riads im November 2013 sind nach Polizeiangaben Menschen get√∂tet worden. Im Stadtteil Manfuhah h√§tten Einheimische und Ausl√§nder die Polizei mit Steinen und Messern angegriffen, woraufhin Sicherheitskr√§fte eingeschritten seien. Ein Saudi-Araber und ein weiterer Mensch mit unbekannter Identit√§t seien get√∂tet worden. Weitere 68 Menschen wurden verletzt und mehr als 560 Menschen von der Polizei festgenommen. Hunderte illegale Einwanderer stellten sich nach den Ausschreitungen der Polizei und wurden mit Bussen in ein Abschiebezentrum gebracht.

Auslandsbeziehungen

Saudi-Arabien genießt bei den anderen islamischen Ländern einen Sonderstatus, weil sich die zwei heiligsten Städte des Islams in diesem Land befinden.

Saudi-Arabien ist ein enger Verb√ľndeter der Vereinigten Staaten. Das gute Verh√§ltnis zu den Vereinigten Staaten ist ein zentrales Element der saudischen Au√üenpolitik. Die Vereinigten Staaten und das K√∂nigreich unterzeichneten im Februar 1945 einen Vertrag √ľber eine Milit√§rbasis im Persischen Golf, zur Pal√§stina-Frage und ein Milit√§rb√ľndnis. Seitdem gelten die Vereinigten Staaten als enger Verb√ľndeter des K√∂nigreiches. W√§hrend des dritten Golfkrieges jedoch verweigerte Saudi-Arabien den USA anfangs die Nutzung ihrer Milit√§rst√ľtzpunkte auf saudischem Boden.

Die engen Beziehungen zwischen den beiden L√§ndern lassen sich als Tausch von Zugang zu √Ėl gegen Sicherheitsgarantien beschreiben. Die USA werden in weltweiten Medien deswegen oft als amerikanische Hegemonial- und Schutzmacht Saudi-Arabiens oder als gro√üer Bruder beschrieben. Im Gegenzug forderten die USA in der Vergangenheit des √Ėfteren die Erh√∂hung der Erd√∂llieferungen an ihre Raffinerien, um den Preis zu senken und die Wirtschaftslage im Lande zu entspannen, zuletzt im M√§rz 2008 bei einem Treffen von Vizepr√§sident Dick Cheney mit K√∂nig Abdullah.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien beruhen zu einem Gro√üteil auf wirtschaftlichen Interessen und einem r√ľstungs- und sicherheitspolitischen Austausch. Im Hinblick auf den Hegemonialstreit mit dem Iran (bei der Milit√§rintervention im Jemen 2015, in Syrien und im Irak) warnte der deutsche Auslandsnachrichtendienst BND allerdings vor einer zunehmend destabilisierenden Rolle Saudi-Arabiens, wobei das Wirken des seit Januar 2015 amtierenden saudischen Verteidigungsministers Mohammed bin Salman besonders kritisch betrachtet wurde: ‚ÄěDie bisherige vorsichtige diplomatische Haltung der √§lteren F√ľhrungsmitglieder der K√∂nigsfamilie‚Äú werde durch eine ‚Äěimpulsive Interventionspolitik ersetzt‚Äú.

In j√ľngster Zeit nehmen die Beziehungen Saudi-Arabiens zur T√ľrkei und besonders zu der Volksrepublik China zu.

Haltung im Nahostkonflikt

An den milit√§rischen Handlungen der Arabisch-Israelischen Kriege nahm das K√∂nigreich nicht teil; es unterst√ľtzte aber die gemeinsame Sache der Araber durch massive finanzielle Hilfe an die Pal√§stinenser-Organisationen sowie durch zeitweilige Reduzierung der Erd√∂llieferungen in die westliche Welt unter K√∂nig Faisal. Siehe: √Ėlkrise.

Saudi-Arabien befindet sich seit 1948 (Palästinakrieg) mit Israel offiziell im Kriegszustand, der Staat Israel wird weiterhin nicht anerkannt, politische Kontakte beider Länder gibt es nicht.

In den letzten Jahren setzt sich das K√∂nigreich f√ľr eine friedliche L√∂sung des Nahostkonfliktes ein. Aus saudischer Sicht sind ohne ein Engagement der USA im Friedensprozess Fortschritte nicht zu erreichen.

Im Jahr 2002 startete Abdullah die sogenannte ‚Äěarabische Friedensinitiative‚Äú, in der viele den Beginn des saudischen Versuchs sahen, Frieden mit Israel zu schlie√üen. Der Plan sah die √úbergabe fast der gesamten israelisch besetzen Gebiete an die Pal√§stinenser vor sowie die Anerkennung des Pal√§stinenserstaates mit der Hauptstadt Ost-Jerusalem. Im Gegenzug bot Abdullah erstmals weitreichende Konzessionen an, darunter das Ende des arabisch-israelischen Konfliktes, einen Friedensvertrag sowie die Anerkennung Israels und die Aufnahme ‚Äěnormaler Beziehungen‚Äú zwischen den arabischen Staaten und Israel. Der Plan wurde nach Kritik aus Israel wie auch aus arabischen Staaten aufgegeben.

K√∂nig Abdullah gelang es, die verfeindeten pal√§stinensischen F√ľhrer der Organisation Fatah und der islamistischen Terrorgruppe Hamas in der heiligen Stadt Mekka am 8. Februar 2007 zu einem Friedensvertrag zu weisen. Dieser sollte sich aber mittelfristig als wirkungsloses Mittel herausstellen, um die inneren Konflikte der Pal√§stinenser nachhaltig zu l√∂sen. Die Hamas verlangte von der saudischen Regierung in der Vergangenheit des √Ėfteren, dass sie nicht an Frieden mit Israel f√∂rdernden Ma√ünahmen wie der Nahost-Konferenz in den USA teilnehmen soll.

Beziehungen zum Iran und Syrien

Um den Atomstreit mit dem Iran zu entsch√§rfen, setzte Saudi-Arabien auf Diplomatie und eine friedliche L√∂sung, obwohl es inoffiziell im ‚ÄěKalten Religionskrieg‚Äú mit dem schiitischen Iran liegt. Ende 2007 wurde Mahmud Ahmadinedschad von K√∂nig Abdullah zum Haddsch eingeladen, dies hatte vor allem einen symbolischen Wert, da es das erste Mal in Saudi-Arabiens Geschichte war, dass ein K√∂nig einen schiitischen F√ľhrer offiziell zum Haddsch einlud. Es sollen dabei auch politische Themen besprochen worden sein. Beide L√§nder machten anschlie√üend klar, dass sie auf ‚Äěfriedliche Koexistenz‚Äú setzten. Die saudische Regierung sagte, dass sie gemeinsam mit den anderen Golfstaaten einen Milit√§rschlag gegen den Iran vermeiden und in der Angelegenheit des iranischen Atomprogrammes schlichten wolle. Das K√∂nigreich machte einen fr√ľheren Kompromissvorschlag f√ľr die friedliche Nutzung der Atomenergie im Nahen und Mittleren Osten: In einem neutralen Land soll Uran angereichert werden und den Staaten des Nahen Ostens zur Verf√ľgung gestellt werden. Die iranische Regierung wies die Idee jedoch umgehend als ‚Äěbedeutungslos‚Äú zur√ľck.

Auch Saudi-Arabien hatte ein eigenes Atomprogramm. Im Zuge des B√ľrgerkrieges in Syrien stellte sich Saudi-Arabien auf die Seite der Opposition, welche sie auch mit Waffen beliefert. Ebenso unterst√ľtzt wird ein Milit√§rschlag gegen Assad.

Seit der Hinrichtung des prominenten schiitischen Klerikers Nimr al-Nimr am 2. Januar 2016 zusammen mit 46 weiteren Personen, unter denen sich Terroristen, aber auch friedliche Oppositionelle befanden, herrscht eine ernsthafte diplomatische Krise mit dem Iran. Am 3. Januar 2016 st√ľrmten iranische Demonstranten die saudische Botschaft in Teheran und setzten sie teilweise in Brand. Der oberste F√ľhrer des Iran, Ajatollah Chamenei, drohte dem saudischen K√∂nigshaus mit der ‚ÄěRache Gottes‚Äú. Noch am selben Tag gab daraufhin der saudische Au√üenminister den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Iran bekannt. Am 4. Januar gab Saudi-Arabien auch die Beendigung aller wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Iran inklusive des Flugverkehrs sowie die Ausweisung aller iranischen Staatsangeh√∂rigen bekannt.

Internationale Hilfsgelder

Der als streng dogmatisch geltende salafistische Islam ist vor allem im K√∂nigreich verbreitet, Saudi-Arabien gilt als dessen Heimat. Diese Str√∂mung des Islams breitet sich durch finanzielle Hilfe Saudi-Arabiens und des K√∂nigs bei der Errichtung von Moscheen und Koranschulen in aller Welt weiter aus. Das Land steht damit im Verdacht, weltweit sunnitischen Extremismus zu exportieren. Saudi-Arabien unterst√ľtzt ebenfalls andere konservative Str√∂mungen des Islams, so z.¬†B. auch die Deobandis und die Ahl-i Hadńęth.

Beim Kampf der islamischen Milizen in Afghanistan, der Mudschahedin, gegen die sowjetische Armee in den 1980er Jahren stellte das K√∂nigreich rund die H√§lfte der Finanzen zu Verf√ľgung, die andere H√§lfte kam von den USA. Seit dem Jahre 2000 hat das K√∂nigreich √ľber 307 Millionen US-Dollar Hilfsgelder f√ľr die Pal√§stinenser bereitgestellt, weitere 230 Millionen f√ľr Afghanistan, auch unter der Herrschaft der Taliban.

Seit dem US-Einmarsch im Irak hat das K√∂nigreich 1 Milliarde US-Dollar zinsg√ľnstige Darlehen an das Land verteilt und 187 Millionen US-Dollar Direkthilfe geleistet. Dazu kommen die privaten 10,3 Millionen US-Dollar des Prinzen al-Walid ibn Talal.

Des Weiteren sicherte der K√∂nig f√ľr die kommenden Jahre dem Libanon 500 Millionen US-Dollar f√ľr den Wiederaufbau des Landes nach dem Libanonkrieg 2006 und weitere 250 Millionen Dollar f√ľr die Pal√§stinenser zu. Weitere nennenswerte Hilfsgelder flie√üen in den Sudan.

Hilfsgelder flie√üen auch in die pakistanische R√ľstungsindustrie. Weitgehend gesichert ist, dass Saudi-Arabien das pakistanische Atom-Programm ‚Äězu einem nicht unerheblichen Teil finanziert hat‚Äú, inoffiziell wird von 50¬†% gesprochen. Nach dem Erdbeben in Kaschmir 2005 stellte das K√∂nigreich zudem 153 Millionen US-Dollar Hilfsgelder zur Verf√ľgung.

Inoffizielle Spendengelder, mit denen die Regierung nach eigenen Angaben nicht direkt zu tun hat, flie√üen unter anderem auch an die radikalislamische Hamas und sogar an die schiitische Terrororganisation der Hisbollah. Von den Millionen, die an saudische Hilfsorganisationen gespendet werden, sollen auch ein Teil in den Irak und nach S√ľdostasien zu sunnitischen Widerstandsgruppen gehen.

K√∂nig-Abdullah-Zentrum f√ľr interreligi√∂sen und interkulturellen Dialog

Das K√∂nig-Abdullah-Zentrum f√ľr interreligi√∂sen und interkulturellen Dialog wurde von K√∂nig Abdullah 2011 gegr√ľndet, 2012 in Wien er√∂ffnet und wird von Spanien und √Ėsterreich mitgetragen. Das Zentrum sieht sich als inter-Regierungs-Organisation, welche den globalen Dialog und die Kooperation sowie den gegenseitigen Respekt zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens und Kultur st√§rken m√∂chte.

Im Januar 2015 wurde in √Ėsterreichs Politik die Aufl√∂sung der Kooperation diskutiert, da die Ziele der Organisation im Widerspruch zur Menschenrechtspolitik des Landes gesehen wurden.

Mitgliedschaft in Organisationen

Saudi-Arabien war 1981 Gr√ľndungsmitglied des Golf-Kooperationsrats (Gulf Cooperation Council, GCC) und ist dessen F√ľhrungsmacht, weiterhin geh√∂rt es der Bewegung der Blockfreien Staaten an. Es ist das einzige arabische Land bei den G-20-Treffen. Das K√∂nigreich ist daneben Mitglied in folgenden internationalen Organisationen:

Verwaltung

Provinzen

Das Land ist in 13 Provinzen (Singular: minŠĻ≠aqa, Plural: manńĀŠĻ≠iq) unterteilt. Au√üerdem sind die Provinzen in insgesamt 118 Gouvernements gegliedert.

Alle Provinzgouverneure werden vom K√∂nig ernannt. D√∂rfer werden in der Regel von einem Dorf- oder √Ąltestenrat regiert.

Übersicht der größten Städte

Die gr√∂√üten St√§dte Saudi-Arabiens sind Riad, Dschidda, Mekka, Medina, Dammam, Hofuf und Ta'if. Mekka und Medina sind f√ľr Nicht-Muslime v√∂llig gesperrt. Die ersten vier sind Millionenst√§dte. Saudi-Arabien verf√ľgt als weltweit gr√∂√üter Roh√∂lexporteur √ľber eine florierende Wirtschaftsentwicklung und eine in allen Belangen ausgezeichnete Infrastruktur: Angefangen von einer komplett freien medizinischen Versorgung bis hin zur Verbindung aller wichtigen St√§dte √ľber ein autobahn√§hnliches Stra√üennetz.

Riad

Die gr√∂√üte Stadt Saudi-Arabiens ist die Hauptstadt Riad mit rund 4,1 Millionen Einwohnern. Sie liegt ca. 150 Kilometer n√∂rdlich des n√∂rdlichen Wendekreises zwischen den beiden gr√∂√üten W√ľsten des Landes, relativ zentral im √∂stlichen Teil der Landesmitte. Riad ist seit der Unabh√§ngigkeit Saudi-Arabiens im Jahre 1932 Hauptstadt. Historisch ist Riad ein sehr wichtiger Durchreiseort des arabischen Raums, der Pilgerwege nach Mekka und Medina, der wichtigsten Pilgerst√§tten des Islams. In Riad befindet sich seit 1824 der Hauptpalast des K√∂nigshauses Saud. Riad, manchmal im Deutschen auch Er-Riad geschrieben, war urspr√ľnglich eine Oase, die sich nach und nach zur Metropole entwickelte, besonders nach dem √Ėlboom in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Dschidda

Die zweitgr√∂√üte Stadt ist Dschidda am Roten Meer. Dschidda hat 2,8 Millionen Einwohner und ist der wichtigste Exporthafen f√ľr Erd√∂lprodukte und Vieh (Ziegen, Schafe und Kamele). Die Stadt ist ca. 300 Jahre alt und hat seit 1947 eine gigantische Entwicklung durchlebt: Damals hatte sie ca. 30.000 Einwohner und war auf eine kleine Fl√§che innerhalb ihrer Stadtmauern begrenzt. Heute kann man die Ausma√üe der Stadt am besten an ihrer Prachtstra√üe ‚ÄěCorniche‚Äú festmachen, die, von Hotels und Pal√§sten ges√§umt, 60¬†km an der K√ľste des Roten Meeres entlangf√ľhrt. Die Stadt liegt eingebettet zwischen dem Meer und dem Asir-Gebirge.

Mekka

Als N√§chstes ist Mekka zu nennen, die wichtigste Stadt des Islams. Im Zentrum der Stadt befindet sich das wichtigste Heiligtum des Islams, die Kaaba, das wichtigste Ziel der islamischen Pilgerreisen (Haddsch). In Mekka leben rund 1,5 Millionen Menschen. Zur Zeit des Haddsch halten sich mehrere Millionen Pilger in der Stadt auf. Die Anreise erfolgt allermeist √ľber den Hafen und den Flughafen von Dschidda und dann noch gut 100¬†km weit auf dem Landweg. Sie werden zum gro√üen Teil in Zeltst√§dten untergebracht und von der saudischen Regierung mit Essen und Trinken versorgt.

Mekka hat historisch eine gro√üe Bedeutung als Handelsstadt und Knotenpunkt vieler Karawanenrouten aus Asien und Afrika nach Europa. Alle Muslime weltweit beten in Richtung Mekka/der Kaaba. Mekka befindet sich im Landesinneren ungef√§hr 200 Kilometer s√ľdlich des n√∂rdlichen Wendekreises im mittleren Westen des Landes. Wegen ihrer besonderen religi√∂sen Bedeutung wechselte die Herrschaft √ľber die Stadt in der Geschichte oft, je nachdem welche muslimische Macht gerade den gr√∂√üten Einfluss hatte.

Medina

Medina hat rund 1,75 Millionen Einwohner und ist die zweitheiligste Stadt der Muslime. Sie liegt in der Mitte des Landes, westlich von Riad. In Medina begann 622 die islamische Zeitrechnung, als der Prophet Mohammed von Mekka in die Oase Yathrib, das heutige Medina, zog (Hidschra). Mohammed ist in Medina begraben, was die Stadt zu einem wichtigen Pilgerort macht. Medina war eine bedeutende Karawanenstadt und ein wichtiges Handelszentrum, das 1932 von den Truppen des saudischen Königs gegen die Armee der Haschimiten erobert und dem Königreich einverleibt wurde.

Nicht-Muslimen ist das Betreten der beiden heiligen Städte Mekka und Medina verboten.

Streitkräfte

Die Streitkr√§fte des K√∂nigreiches Saudi-Arabien (arabisch¬†ōßŔĄŔāŔąōßō™ ōßŔĄŔÖō≥ŔĄō≠ō© ōßŔĄŔÖŔĄŔÉŔäō© ōßŔĄōĻōĪō®Ŕäō© ōßŔĄō≥ōĻŔąōĮŔäō©) mit einer Gesamtst√§rke von ungef√§hr 230.000 Mann gelten nach denen Israels als eine der schlagkr√§ftigsten des Nahen Ostens. Sie bestehen aus den f√ľnf Teilstreitkr√§ften

  • Bodenstreitkr√§fte
  • Luftstreitkr√§fte
  • Marine
  • Nationalgarde (SANG), die auch im Inland die Polizei unterst√ľtzt
  • Saudi Special Emergency Forces, eine Antiterroreinheit

Es gibt keine Wehrpflicht, die Streitkr√§fte sind eine reine Berufsarmee, das Mindestalter f√ľr den Eintritt betr√§gt achtzehn Jahre. In den saudischen Streitkr√§ften k√∂nnen auch Frauen dienen. Auch aufgrund des starken Bev√∂lkerungswachstums konnte das saudi-arabische Milit√§r in den letzten Jahrzehnten erheblich ausgebaut werden. Mitte der 1980er Jahre lag die Truppenst√§rke noch bei ca. 60.000 Mann.

Mit 63 Milliarden US-Dollar hatte das Land 2016 die weltweit vierth√∂chsten Milit√§rausgaben hinter den USA, China und Russland. Saudi-Arabien gab mehr als 10¬†% seiner Wirtschaftsleistung f√ľr seine Streitkr√§fte aus, eine der h√∂chsten Raten der Welt und eine Belastung f√ľr den Staatshaushalt des Landes.

Waffenkauf in Deutschland

Bild am Sonntag berichtete, dass der Bundessicherheitsrat am 21. Januar 2015 beschlossen hat, Waffenexporte nach Saudi-Arabien zu stoppen, indem Exportantr√§ge abgelehnt oder vertagt wurden. 2013 genehmigte der Bundessicherheitsrat der BRD noch Waffenexporte f√ľr 360 Millionen Euro. In einer Umfrage von Emnid f√ľr Bild am Sonntag lehnten 60¬†% der Deutschen (503 Befragte) angesichts der Menschenrechtsverletzungen ab, √ľberhaupt weiter Gesch√§fte mit Saudi-Arabien zu machen, Waffenexporte dorthin lehnten 78¬†% ab. Laut R√ľstungsexportbericht wurden 2016 dennoch f√ľr fast 500 Millionen Euro R√ľstungsg√ľter von der Bundesregierung bewilligt. Der ehemalige Bundesminister f√ľr Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, sprach dabei von ‚Äěrestriktiver und verantwortungsvoller R√ľstungsexportpolitik‚Äú.

Zwar stiegen die Waffenimporte Saudi-Arabiens zwischen 2011 und 2015 stark an, allerdings sind die Hauptversorger von Waffen f√ľr Saudi-Arabien die USA (46¬†%), das Vereinigte K√∂nigreich (30¬†%) und Spanien (5,9¬†%).

Wirtschaft

Saudi-Arabien ist die gr√∂√üte Volkswirtschaft im arabischen Raum, so ist das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 38-mal so gro√ü wie das des Jemen und 16-mal so gro√ü wie das von √Ągypten. Das Land stellte 1993 einen Beitrittsantrag f√ľr die WTO und wurde 2005 aufgenommen. Der Beitritt hat die internationale √Ėffnung des saudischen Marktes beschleunigt. Die Wertpapierb√∂rse ist der Tadawul.

Das K√∂nigreich erwirtschaftete 2006 den gr√∂√üten √úberschuss aller Zeiten (ca. 70 Milliarden US-Dollar bei einem Aktivsaldo von 150 Milliarden US-Dollar) und √ľbertraf damit den Rekord√ľberschuss von 2005 (ca. 55,5 Milliarden US-Dollar) erheblich. Nach den Bodensch√§tzen ist der Dienstleistungssektor, insbesondere der Tourismus mit allj√§hrlich mehr als drei Millionen Pilgern, ein wichtiger Wirtschaftssektor.

Das reale Wirtschaftswachstum lag 2015 bei 3,5 %. Die Währung im Königreich ist der Saudi-Riyal, er hat eine feste Wechselkursbindung zum US-Dollar. 12 % der Saudis erwirtschaften in der Landwirtschaft 3 % des BIP, während 25 % der Beschäftigten in der Industrie tätig sind. Mit 63,7 % des BIP erwirtschaftet dieser Sektor den größten Gewinn. Mit 63 % Beschäftigung im Dienstleistungssektor ist dieser der größte Sektor. Dort werden 33 % des BIP erwirtschaftet.

Im Jahre 2015 f√ľhrte Saudi-Arabien Waren im Werte von 201,5 Milliarden US-Dollar (davon √Ėl und √Ėlprodukte: ca. 90¬†%) aus, w√§hrend sich die Importe auf 163,8 Milliarden US-Dollar beliefen, sodass ‚Äď wie in den Vorjahren ‚Äď in der Handelsbilanz ein stabiler √úberschuss von 37,7 Milliarden US-Dollar bestand, der in den letzten Jahren aufgrund des √Ėlpreisverfalls abnahm. Die wichtigsten Empf√§ngerl√§nder saudi-arabischer Ausfuhren sind China, Japan, die USA und inzwischen auch S√ľdkorea und Indien; die wichtigsten Einfuhrl√§nder sind die USA, China, Japan, Deutschland und S√ľdkorea. Die Einfuhren aus Deutschland nehmen kontinuierlich zu, so ist der Import von Maschinen aus Deutschland im Jahre 2006 um 55,2¬†% und der Import von Eisen- und Stahlerzeugnissen um 90,16¬†% gestiegen. Im Jahr 2015 f√ľhrte Saudi-Arabien Waren im Wert von 7,3 Mrd. Euro aus Deutschland ein. Die Ausfuhren beliefen sich auf 0,9 Milliarden Euro.

Im Jahr 2005 sollen die ca. sechs Millionen Gastarbeiter √úberweisungen in ihre Heimatl√§nder in H√∂he von 14 Milliarden US-Dollar get√§tigt haben. Das Land h√§lt hohe Devisenreserven (492 Mrd. USD im April 2017). Das Land verf√ľgt mit dem Public Investment Fund und mit den SAMA Foreign Holdings (Teil der Saudi Arabian Monetary Authority) √ľber zwei Staatsfonds.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegte Saudi-Arabien Platz 30 von 137 L√§ndern (Stand 2017‚Äď2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegte das Land 2017 Platz 64 von 180 L√§ndern. Nach dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International lag Saudi-Arabien 2020 von 180 L√§ndern zusammen mit beispielsweise Italien auf dem 52. Platz.

Bislang galten gro√üz√ľgige Subventionen auf Wasser und Benzin. Dieser Kurs wurde jedoch nun deutlich angepasst. Ab sofort gibt es eine Mehrwertsteuer ‚Äď und Benzin ist drastisch teurer. Ein Liter Super kostet nun umgerechnet 45 Euro-Cent ‚Äď mehr als doppelt so viel wie zuvor. Damit wolle man den schnellen Anstieg des Energieverbrauchs im Land bremsen, so das Ministerium.

Bodenschätze

Die wichtigsten Bodenschätze Saudi-Arabiens sind: Erdöl, Erdgas, Gold, Kalkstein, Gips, Marmor, Ton, Salz, Eisenerz und Phosphor.

Erdöl

Saudi-Arabien besitzt die weltweit zweitgr√∂√üten Erd√∂lreserven und geh√∂rt zu den gr√∂√üten F√∂rderern. Das Land ist ein f√ľhrendes Mitglied der OPEC. Die Erd√∂lf√∂rderung wurde 1938 von der Standard Oil of California (SoCal) aufgenommen und ab 1944 erfolgte der √Ėlexport. Die heutige Erd√∂lf√∂rdergesellschaft Saudi Aramco ging 2019 an die B√∂rse und gilt seitdem als der wertvollste Konzern der Welt.

Im Jahre 2000 stammten 12,3¬†% des weltweit gef√∂rderten Erd√∂ls aus Saudi-Arabien. Die Vorr√§te belaufen sich auf 35 bis 36 Milliarden Tonnen bzw. 262,7 Milliarden Barrel, was 25¬†% aller bekannten Erd√∂lreserven der Welt sind. Das Land besitzt die achtgr√∂√üte Raffineriekapazit√§t der Welt. Da die aus der Raffinierung hergestellten Produkte wie Heiz√∂l, Benzin, Kerosin und Diesel den Bedarf im K√∂nigreich bei weitem √ľbersteigen, werden diese an L√§nder exportiert, die keine eigene Raffinerie-Industrie besitzen.

Mit Ausnahme des vor√ľbergehenden √Ėlboykotts im Gefolge des Jom-Kippur-Krieges hat das K√∂nigreich f√ľr den Westen eine verl√§ssliche und konstruktive Rolle gespielt, insbesondere w√§hrend des Kalten Krieges und der Islamischen Revolution im Iran. Auch der Zweite Golfkrieg im Jahr 1991 w√§re ohne Saudi-Arabien schwerlich f√ľhrbar gewesen: Es warf seine gesamte Reservekapazit√§t auf den Markt, um den Verlust irakischer und kuwaitischer Produktion auszugleichen, und stabilisierte so die M√§rkte. Die Bedeutung Saudi-Arabiens bemisst sich nicht allein anhand hoher Produktion und √Ėlvorkommen, sondern auch anhand seiner Rolle als ‚ÄěEngpassbegleicher‚Äú im Welt√∂lmarkt: Es verf√ľgt √ľber Reservekapazit√§ten, die in Zeiten der Angebotsknappheit auf den Markt geworfen und in Zeiten des √úberflusses wieder zur√ľckgezogen werden k√∂nnen.

In der Vergangenheit (bis 2006) f√∂rderte Saudi-Arabien pro Tag am meisten Erd√∂l, zuletzt √ľber 9 Millionen Barrel. Im Jahre 2006 wurden weltweit 3,942 Milliarden Tonnen Erd√∂l gef√∂rdert, das meiste davon, 525,0 Millionen Tonnen, aus dem K√∂nigreich (siehe Erd√∂l/Tabellen und Grafiken). Seit 2007 f√∂rdert Russland mit √ľber 9,4 Millionen Barrel pro Tag mehr, w√§hrend die F√∂rderung Saudi-Arabiens erstmals seit 2004 auf unter 9 Millionen, n√§mlich durchschnittliche 8,7 Millionen Barrel pro Tag, zur√ľckging. Ghawar, das gr√∂√üte Erd√∂lfeld der Welt, aus dem etwa 6¬†% der Weltf√∂rderung stammen, liegt im K√∂nigreich. Experten gehen davon aus, dass Saudi-Arabien gezielt seine F√∂rdermengen gedrosselt hat, um den √Ėlpreis zu erh√∂hen. Die Vereinigten Staaten forderten in j√ľngster Zeit des √Ėfteren, die F√∂rderquoten wieder zu erh√∂hen. Im M√§rz 2008 hat das K√∂nigreich eine h√∂here F√∂rderung in Aussicht gestellt; man werde seine F√∂rderung und Raffineriekapazit√§ten wieder hochfahren, das Land werde mit Produzenten und Verbrauchern zusammenarbeiten, um ‚Äěsch√§dliche Spekulationen‚Äú zu vermeiden. In einem Krisengipfel am 22.¬†Juni 2008, sagte K√∂nig Abdullah, man wolle die F√∂rderung auf 9,7 Millionen Barrel pro Tag erh√∂hen, um den √Ėlpreis zu senken. Saudi-Arabien ist der gr√∂√üte Erd√∂lexporteur weltweit, im Jahr 2006 f√∂rderte das K√∂nigreich 525 Millionen Tonnen Erd√∂l, davon exportierte es 360 Millionen Tonnen, das entspricht 16,2¬†% des exportierten Erd√∂ls weltweit (siehe Erd√∂l Tabelle f√ľr Export).

Das K√∂nigreich gilt als die Hauptst√ľtze der weltweiten Erd√∂lproduktion: √ľber 16¬†% des weltweiten Erd√∂ls kommen ausschlie√ülich aus diesem Staat mit 49 bekannten √Ėlfeldern und 28 Gasfeldern. 92¬†% der saudischen Produktion 2002 stammen aus nur sieben Riesen√∂lfeldern; die sechs davon mit einer F√∂rdermenge von mehr als 300.000 Fass pro Tag sind:

(mbpd: Millionen Fässer pro Tag)

Peak Oil

In j√ľngster Zeit ist zu erkennen, dass die Erd√∂lproduktion aus diesen sieben Feldern zur√ľckgeht, allerdings ist der Grad der Erschlie√üung der saudischen √Ėlfelder nach wie vor nicht mit dem der US-amerikanischen vergleichbar.

Im April 2006 gab Aramco bekannt, dass s√§mtliche ihrer √§lteren √Ėlfelder ihre Stagnationsphase erreicht haben und die F√∂rderrate um 8¬†% pro Jahr fallen werde. Dies stimmt mit den Ergebnissen des texanischen Investmentbankers und √Ėlexperten Matthew Simmons √ľberein. Eine Steigerung der F√∂rderung in diesen alten Feldern gelang nur mit deutlich mehr Bohrt√ľrmen, eine weitere Steigerung der Erd√∂lproduktion ist daher nur mit der Anzapfung anderer Erd√∂lfelder m√∂glich.

Mit dem Manifa-Erdölfeld besitzt Saudi-Arabien einen weiteren beachtlichen Vorrat an Erdöl, der noch nicht angezapft wurde.

Wirtschaftsverhältnis zu den USA in Erdöl betreffenden Fragen

Das K√∂nigreich rechnet seine √Ėllieferungen in US-Dollar ab. Nach der anhaltenden Dollarschw√§che im Februar und M√§rz 2008 wies der Zentralbankgouverneur des Landes das Ger√ľcht zur√ľck, dass es Pl√§ne gebe, die Lieferungen in Euro abzurechnen. Diese Nachricht lie√ü die US-Wirtschaft aufatmen, denn Saudi-Arabien ist der gr√∂√üte ausl√§ndische √Ėllieferant und die Vereinigten Staaten sind gr√∂√üter Abnehmer des saudischen Erd√∂ls. Eine Abrechnung in Euro w√ľrde den Einkaufspreis in Dollar steigern und der US-Wirtschaft schwer schaden.

Erdgas

Saudi-Arabien besitzt die viertgrößten Erdgasreserven weltweit, in der Förderung rangiert es (ARAMCO) auf dem siebten Platz (siehe auch: Erdgas/Tabellen und Grafiken). Saudi-Arabien gehört mit zu den Ländern, die in der sogenannten strategischen Ellipse liegen.

Elektrizitätsversorgung

√Ėl und Gas

Saudi-Arabien deckt seinen Strombedarf fast ausschlie√ülich mit √Ėl- und Gaskraftwerken (Stand 2017).

Erneuerbare Energie

Zuk√ľnftig sollen die Energiequellen weiter diversifiziert werden. Binnen sechs Jahren sollen Erneuerbare Energien wie Windenergie und Solarenergie 10 Prozent der Stromerzeugung decken. Erste Ausschreibungen f√ľr Wind- und Solarenergie fanden bereits statt. Laut Energieminister Chaled al-Falih soll der Umbau der Stromversorgung √§hnlich einschneidende Effekte haben wie die Entdeckung der √Ėlquellen w√§hrend der 1930er Jahre. Mit Stand 2013 sollten bis 2032 ca. 41 GW an Photovoltaikanlagen installiert werden. Im M√§rz 2018 wurden von dem Unternehmen Softbank und dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman deutlich umfangreichere Ausbaupl√§ne f√ľr die Photovoltaik vorgestellt. Demnach soll in Saudi-Arabien bis 2030 ein Solarpark entstehen, der nach und nach auf eine Leistung von 200 GW ausgebaut wird. Die Investitionssumme f√ľr das Projekt wird mit ca. 200 Mrd. Dollar angegeben. Gegen√ľber dem gegenw√§rtigen, aus √Ėl und Gas bestehenden Strommix Saudi-Arabiens, soll der Solarstrom etwa 40 Mrd. Dollar an Stromkosten einsparen.

Atomkraft

L√§ngerfristig setzt die Regierung auch auf Kernenergie, zu den Bodensch√§tzen geh√∂rt n√§mlich auch uranhaltiges Erz. Im M√§rz 2018 verabschiedete das Kabinett ein Konzept zur Errichtung von 16 Nuklearkraftwerken im Land. Da sich aber die Urananreicherungsanlagen auch zur Herstellung waffenf√§higen Materials eignen, entsteht damit im Nahen Osten eine neue Gefahr. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman teilte dazu unmissverst√§ndlich mit: ‚ÄěSaudi-Arabien will keine Atombombe besitzen. Wenn der Iran aber eine baut, werden wir, ohne jeden Zweifel, so schnell wie m√∂glich nachziehen‚Äú. Die USA mit ihrer Firma Westinghouse Electric sind stark an dem Auftrag zum Bau der Kernkraftwerke im Land interessiert, der einen Umfang von mindestens 80 Milliarden Dollar ausmacht. 2020 d√ľrfte der erste Reaktor nahe der Hauptstadt in Betrieb gehen.

Arbeitsmarkt

Die gesamte Arbeitslosenrate lag im Jahr 2017 bei 5,8¬†% und f√ľr die einheimische Bev√∂lkerung bei 12,8¬†%. 2005 arbeiteten 6,7¬†% aller Arbeitskr√§fte in der Landwirtschaft, 21,4¬†% in der Industrie und 71,9¬†% im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 13,8 Millionen gesch√§tzt.

Den Frauen wird zwar das Recht auf Besch√§ftigung in allen Bereichen einger√§umt. Sie d√ľrfen allerdings nachts nicht arbeiten, haben jedoch Anspruch auf Mutterschutz und in gr√∂√üeren Betrieben (ab 50 Mitarbeiter) auf Tagesm√ľtter oder sogar (ab 100 Mitarbeiterinnen) auf einen Kindergarten. Frauen stellen derzeit (2017) 16,2¬†% der Besch√§ftigten, inzwischen weisen Frauen eine h√∂here Hochschulabsolventenquote auf als M√§nner. Frauen arbeiten haupts√§chlich in den Bereichen Erziehung, soziale Dienste, Gesundheit und Medien.

Am 23. April 2006 trat ein neues Arbeitsgesetz in Kraft. Wichtigstes arbeitsmarktpolitisches Instrument darin ist das Saudisierungsprogramm, das die ca. sechs Millionen Gastarbeiter zunehmend durch eigene Staatsangeh√∂rige ersetzen soll. Die Unternehmen sind verpflichtet, ihren Anteil an saudi-arabischen Arbeitskr√§ften auf 75¬†% zu erh√∂hen. Der Arbeitsminister kann diesen Prozentsatz herabsetzen, wenn keine qualifizierten saudi-arabischen Arbeitskr√§fte zur Verf√ľgung stehen.

Das neue Arbeitsgesetz st√§rkt die Rechte der Gastarbeiter: Arbeitgeber sind zu schriftlichen Arbeitsvertr√§gen sowie zur √úbernahme s√§mtlicher Kosten der Ein- und Ausreise und zur Gew√§hrung von Urlaub verpflichtet. Andererseits sieht das Gesetz auch eine Ausbildungsverpflichtung der Betriebe vor, um die Gastarbeiter schrittweise durch saudische Arbeitskr√§fte zu substituieren. Eine strikte Visumpolitik begleitet dieses Programm. So soll nach dem Willen des Arbeitsministers die Zahl der Visa f√ľr ausl√§ndische Arbeitnehmer erheblich ‚Äď um 100.000 Visa j√§hrlich ‚Äď reduziert werden. Gleichzeitig gibt es Mindestquoten f√ľr den Einsatz einheimischer Arbeitskr√§fte in der Privatwirtschaft, um der Jugendarbeitslosigkeit vorzubeugen; diese bevorzugen jedoch Arbeitspl√§tze in der Verwaltung und sind in der Regel schlecht qualifiziert.

Wegen des Einbruchs der Erl√∂se aus dem Erd√∂lexport und der wegfallenden Subventionierung vieler Arbeitspl√§tze sowie der absehbaren Einkommensverluste der F√ľhrungselite und der Mittelschichten wird eine stark steigende Arbeitslosigkeit unter den ca. 9 Millionen ausl√§ndischen Arbeitern vorhergesagt; jedoch k√∂nnen wichtige Positionen in der Privatwirtschaft nicht mit den daf√ľr nicht hinreichend qualifizierten Inl√§ndern besetzt werden. Es droht also gerade bei den Inl√§ndern ein Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit.

Industrie

Etwa 25 % der Beschäftigten im Königreich Saudi-Arabien sind im Industriesektor tätig.

Der bedeutendste Industriezweig ist die Erd√∂lraffinerie, gefolgt von der Erdgasraffinerie. Au√üerdem sind Grunderzeugnisse der Petrochemie, D√ľnger, Zement, Stahl, Textilien wichtige Exportprodukte.

Der K√∂nig setzte 2005 den Grundstein f√ľr die Errichtung der King Abdullah Economic City.

Landwirtschaft

Wassermangel und wenig fruchtbare B√∂den setzen der landwirtschaftlichen Nutzung nat√ľrliche Grenzen. Lebensmittel m√ľssen zu einem hohen Prozentsatz importiert werden: 2011 wurden Lebensmittel f√ľr 15 Milliarden US-Dollar eingef√ľhrt.

Seit den 1970er Jahren wurden in der arabischen W√ľste gro√üe Farmen errichtet, in denen bei k√ľnstlichem Klima und mit gro√üem finanziellem Aufwand Rinder gez√ľchtet werden, um das Land unabh√§ngiger von Fleischimporten zu machen (so ist die Al Safi Farm mit wenigstens 37.000 Rindern die gr√∂√üte Kuhfarm der Welt). Dar√ľber hinaus wird praktisch alles mit unterschiedlichem Aufwand angebaut. Besonders viel Wasser verbrauchen dabei die Pflanzen mit langen Vegetationsperioden (Mais, Reis) und die Milchwirtschaft. Das Wasser f√ľr die Landwirtschaft stammt aus Wadis, Tiefbrunnen, Oasen und Meerwasserentsalzung. Durch den √Ėlreichtum gibt es kaum finanzielle Grenzen. Die erst seit dem √Ėlboom bekannten Tiefbrunnen greifen jedoch auf fossile Ressourcen zur√ľck und werden irgendwann ersch√∂pft sein. Die erneuerbaren nat√ľrlichen Quellen liegen bei etwa 120¬†m¬≥ pro Jahr und Einwohner (Deutschland: 2080¬†m¬≥/Jahr). Saudi-Arabien vermeidet dadurch jedoch auch politische Abh√§ngigkeiten, welche der Wasserimport von anderen L√§ndern wie dem Irak bringen w√ľrde. Das starke Bev√∂lkerungswachstum sowie politische Pl√§ne f√ľr einen weiteren Ausbau industrieller und landwirtschaftlicher Anlagen erh√∂hen den Verbrauch von Wasser und Strom um circa 8¬†% pro Jahr. Sch√§tzungen zufolge sind bis 2025 Investitionen von 250 Mrd. US-Dollar notwendig, um den steigenden Verbrauch zu befriedigen. Den Hauptanteil der Kosten will die saudische Regierung aufbringen. Teile der Investitionen kommen aus der Privatwirtschaft.

Vision 2030

Die ‚ÄěVision 2030‚Äú ist ein ehrgeiziges wirtschaftliches Projekt der saudischen F√ľhrung, dessen Details am 25. April 2016 von Kronprinz Mohammed bin Salman verk√ľndet wurden. Der Plan sieht vor, Saudi-Arabiens Abh√§ngigkeit vom Erd√∂l deutlich zu verringern. So soll der Anteil von √Ėl und Gas am Bruttoinlandsprodukt Saudi-Arabiens von heute 47¬†% auf 11¬†% im Jahr 2030 gesenkt werden. Mit Investitionen von 109 Milliarden Dollar will Saudi-Arabien Weltmarktf√ľhrer im Bereich der Photovoltaik werden; mindestens ein Viertel der Elektrizit√§t soll aus Sonnenenergie gewonnen werden. Insgesamt soll im Rahmen der gr√ľnen saudi-arabischen Initiative die H√§lfte des Energieverbrauchs durch erneuerbare Energiequellen erzeugt werden. Teil der Vision 2030 ist, den Anteil der Frauen an der Erwerbsbev√∂lkerung erheblich zu erh√∂hen. Des Weiteren will das Land gezielt in die Ausbildung der jungen Bev√∂lkerung und ihre Besch√§ftigungssituation sowie in die Infrastruktur des K√∂nigreiches investieren. Um an das ben√∂tigte Geld zu kommen, wird es Steuererh√∂hungen geben und Teile des staatlichen √Ėlkonzerns Saudi Aramco sollen verkauft werden. Das Land versucht zudem ausl√§ndische Investoren anzulocken und plant daf√ľr H√ľrden f√ľr ausl√§ndische Investitionen abzubauen. Der Plan, das Land f√ľr den weltweiten Tourismus (abseits von muslimischen Pilgern) zu √∂ffnen, wird trotz der Einf√ľhrung eines Tourismus-Visums teilweise als √ľberambitioniert und unrealistisch bewertet, da er einen Mentalit√§ts- und Kulturwechsel seiner Bev√∂lkerung sowie der politischen F√ľhrung voraussetzt.

Der Plan gilt als Lieblingsprojekt des jungen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

Kennzahlen

Staatshaushalt

Aufgrund hoher √Ėlpreise ab 2003 ‚Äď als weltweit gr√∂√üter Erd√∂lproduzent ‚Äď konnte Saudi-Arabien in der Gesamtschau betrachtet, trotz Wirtschaftsschwankungen und Weltwirtschaftskrise ab 2007, massive Haushalts√ľbersch√ľsse erwirtschaften. So lag 2010 das Haushaltsdefizit bei 23,4 Mrd. USD. Der Haushalts√ľberschuss stieg jedoch 2011 mit 77,63 Mrd. USD auf 99,75 Mrd. USD 2012, sackte dann 2013 auf einen √úberschuss von 54,9 Mrd. USD, fiel 2014 mit den Sinken des √Ėlpreises auf ein Defizit von 39 Mrd. USD und schlie√üt 2015 mit einem Haushaltsdefizit von 98 Mrd. USD. Um das Defizit von ca. 15¬†% des BIP im Jahr 2015 zu verringern, k√ľndigte die Regierung an, Subventionen f√ľr Wasser, Strom und Treibstoff zu k√ľrzen.

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 236,7 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 149,7 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 15,1¬†% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Die Staatsverschuldung betrug 2016 79,3 Milliarden US-Dollar oder 12,4 % des Bruttoinlandsprodukts.

Von der amerikanischen Ratingagentur Standard & Poor‚Äôs werden die Staatsanleihen des Landes mit der Note A‚ąí bewertet (Stand Januar 2019).

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 3,3¬†%
  • Bildung: 6,8¬†% (2004)
  • Milit√§r: 10,0¬†% (2005)

Infrastruktur

Straßennetz

Das Straßennetz ist 221.372 km lang, wovon 47.529 km (inklusive 3891 km Schnellstraßen) befestigt sind. 2013 kamen in Saudi Arabien insgesamt 27,4 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit 7900 Personen im Straßenverkehr ums Leben.

Schienenverkehr

Das Schienennetz ist 3500 Kilometer lang und wird von der Saudi Railways Organisation (SRO) betrieben. Die erste Eisenbahnstrecke war die heute stillgelegte Hedschasbahn. Der Eisenbahnverkehr soll u. a. durch den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Medina nach Mekka stark ausgebaut werden.

Luftfahrt

Es gibt drei internationale Flugh√§fen: Flughafen Dammam, Flughafen Dschidda und Flughafen Riad. Die nationale Fluglinie ist Saudi Arabian Airlines. Etwa die H√§lfte aller Reisenden sind Pilger nach Mekka. Da sich Pilgerreisen auf einen Monat im Jahr konzentrieren, wird der nur 100¬†km entfernte Flughafen von Dschidda f√ľr ausl√§ndische Pilger entsprechend ausgebaut.

Schifffahrt

Eine √ľberragende Stellung nehmen die beiden √Ėlh√§fen Ra's Tanura bei Dammam am Persischen Golf und Yanbu am Roten Meer ein.

Die K√ľstenschifffahrt ist von gro√üer regionaler Bedeutung f√ľr Handel und Verkehr. Ein gro√üer Teil der Pilger aus der Region reist per Schiff √ľber den daf√ľr gro√üz√ľgig ausgebauten Hafen Dschidda zum etwa 100¬†km entfernten Mekka an.

Pipelines

Eine Ost-West-Pipeline f√ľhrt von den √Ėlfeldern am Persischen Golf nach Yanbu am Roten Meer. Sie ist 2200 Kilometer lang.

Kultur

Mag der Reichtum das Land √§u√üerlich auch v√∂llig ver√§ndert haben, halten die Saudis jedoch unbeirrbar am salafistischen Islam fest. Das Festhalten am dogmatischen Salafi-Islam gilt als wichtiger Garant f√ľr das √úberleben der Monarchie.

Die Kultur des Landes ist wesentlich vom Islam geprägt. Das Land nimmt in der islamischen Welt eine Sonderstellung ein, da auf dem Staatsgebiet die beiden heiligen Städte Mekka und Medina liegen. Die Kultur und das gesellschaftliche Leben in Saudi-Arabien folgen genau festgelegten Regeln: denen der salafistischen Konfession der islamischen Religion.

Saudi-Arabien versucht, dem Rest der islamischen Welt ein Vorbild in der Auslegung des Korans und der durch die Scharia vorgeschriebenen Lebensart zu sein, was auch Erfolg zu haben scheint. Viele Gastarbeiter und Muslime im Ausland betrachten Saudi-Arabien als vorbildlichen islamischen Staat. Dies zeigt sich in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, etwa auch im Kalender. Im Königreich gilt gemäß Artikel 2 seiner Grundordnung die islamische Zeitrechnung. Das Wochenende ist seit dem 28./29. Juni 2013 am Freitag und Samstag, zuvor war der Donnerstag teilweise ein Ruhetag und der Freitag ein kompletter Ruhetag.

Dadurch, dass das K√∂nigshaus Al Saud auf seiner Verantwortung gegen√ľber dem Islam beharrt, waren lange Zeit √∂ffentliche Theater, Kinos und Schauspielh√§user verboten. Seit 2018, in Folge der Vision 2030, sind Kinos wieder zugelassen. Theater und Schauspielh√§user sollen errichtet werden. Wendet sich das beispielsweise in der Literatur dargestellte Thema der Theologie oder der Darstellung anderer L√§nder zu, wird es meistens tabuisiert und gilt als verp√∂nt. Seit der Er√∂ffnung von Kinos erlangen diese immer mehr Beliebtheit.

Das kulturelle Erbe des Landes wird zum Beispiel auf dem allj√§hrlich veranstalteten Dschanadriyya-Kultur-Festival gepflegt. Hier gelangen traditionelle Musik und T√§nze zur Auff√ľhrung.

Medien

Ein Teil der Medien in Saudi-Arabien geh√∂rt dem Staat, dar√ľber hinaus existieren private Medien. Diese werden jedoch durch das saudische Kulturministerium √ľberwacht. Inhalte gegen das K√∂nigshaus sind verboten. Jede Zeitung, jedes Magazin und jeder Fernsehsender braucht eine k√∂nigliche Erlaubnis, um erscheinen und senden zu k√∂nnen.

Internet

In Saudi-Arabien ist das Internet seit 1999 √ľber die staatliche Telekommunikationsbeh√∂rde KACST verf√ľgbar; es wird von einer speziellen Abteilung √ľberwacht und ist zensiert. Haupts√§chlich sind Seiten, die als unmoralisch, unislamisch oder oppositionell eingestuft werden, zensiert. Die saudi-arabischen Beh√∂rden geben offiziell an, dass sie den Zugriff auf rund 400.000 Webseiten verhindern. Ihr Ziel ist dabei ‚Äědie B√ľrger vor anst√∂√üigen Inhalten und solchen Inhalten, die soziale Normen und die Prinzipien des Islams verletzen, zu sch√ľtzen‚Äú. Die gesperrten Seiten besch√§ftigen sich allerdings prim√§r nicht mit ‚Äěanst√∂√üigen‚Äú oder religi√∂sen Themen, sondern mit politischen Inhalten gegen das K√∂nigshaus. Umgehungsversuche werden aufgezeichnet und zur Anzeige gebracht; Internetcaf√©s haben alle eine bestimmte Lizenz zu erwerben und werden regelm√§√üig von den Beh√∂rden kontrolliert.

64,7¬†% der Bev√∂lkerung nutzten 2016 das Internet. Gerade f√ľr Jugendliche ist es eine der wenigen Unterhaltungsm√∂glichkeiten aufgrund des Mangels an kulturellen Angeboten. Saudi-Arabien hat eine der h√∂chsten Nutzungsraten von Twitter weltweit.

Fernsehen

Das Fernsehen in Saudi-Arabien unterliegt ebenfalls einer Kontrolle durch das Kulturministerium. So kommt es oft vor, dass westliche Filme, Serien und Zeichentrickfilme an einigen Stellen zensiert oder geschnitten werden. Kritik an der Regierung ist ebenfalls verboten und wird unterbunden. Das Fernsehprogramm der religi√∂sen Sender und der staatlichen Sender (Saudi TV) wird f√ľnfmal am Tag w√§hrend der Gebetszeiten unterbrochen und schaltet live zum Gebet, zur gro√üen Moschee nach Mekka oder Medina. Die gr√∂√üten Sender im Lande sind:

  • Saudi TV 1 (Staatsfernsehen)
  • Saudi TV 2 (Staatsfernsehen)
  • Ekhbariya TV
  • Al Ryadiah TV
  • Al Majd TV
  • MBC (saudischer Medienkonzern mit mehreren Fernsehsendern, hat seinen Hauptsitz jedoch in der Dubai Media City in Dubai).

Neun saudi-arabische Fernsehsender sind auch √ľber das Satellitenfernsehen zu empfangen. √úber Eutelsat Hot Bird (13¬į Ost), √ľber BADR (26¬į Ost) und √ľber Eurobird 9 (9¬į Ost).

Es werden aber auch viele ausl√§ndische Sender, vor allem aus den arabischen Nachbarstaaten, empfangen, der beliebteste unter diesen ist der in Katar ans√§ssige Sender Al Jazeera. Dieser unterliegt nicht der Zensur der saudischen Beh√∂rden und sendet kontroverse Ansichten und Kritik an der saudischen Regierung. Offiziell ist der Empfang des Senders verboten, saudischen Firmen ist es verboten, Werbung bei Al Jazeera zu buchen. Die saudische Regierung versuchte mehrmals einen mehrheitlichen Anteil an Al Jazeera zu kaufen und somit die Kontrolle √ľber den Sender zu erlangen, scheiterte jedoch dabei. Als Konkurrenz zu Al Jazeera wurde al-Arabiya mit saudischen Geldern gegr√ľndet.

Zeitungen (Auswahl)

Zeitungen genie√üen mehr Freiheiten als andere Medien, ihre ver√∂ffentlichten Texte werden nicht vor dem Erscheinen gepr√ľft, d√ľrfen aber auch nicht oppositionell sein, in diesem Falle kann das Kulturministerium das Erscheinen der jeweiligen Zeitung verhindern und die Exemplare zur√ľckrufen lassen. Die Texte werden in der Regel nach dem Erscheinen gepr√ľft. Oppositionelle Journalisten werden strafrechtlich verfolgt.

Die größten Zeitungen im Lande sind:

Kino

Die konservative F√ľhrung des K√∂nigreichs hat im Zuge der Re-Islamisierung Anfang der 1980er-Jahre Kinos verboten. Im Dezember 2017 hat die saudische Regierung mitgeteilt, wieder √∂ffentliche Kinos erlauben zu wollen. Am 18. April 2018 wurde das erste Kino des Landes in Riad er√∂ffnet, die US-amerikanische Kette AMC hat daf√ľr die Konzession erhalten. Im Zuge der ‚ÄěVision 2030‚Äú sollen bis dahin 350 Kinos entstehen.

Ehe

Die Ehe wird nicht als Sakrament verstanden, sondern als ziviler Vertrag. Dieser Vertrag soll von Zeugen unterschrieben werden und legt eine gewisse Brautgabe fest, die von dem Mann an die Frau zu zahlen ist.

Der Ehevertrag kann auch eine bestimmte Summe festlegen, die im Falle einer Scheidung an die Frau zu zahlen ist, oder bestimmte andere Bedingungen festlegen, z.¬†B. der Frau das Recht zusichern, sich scheiden zu lassen in dem Fall, dass der Mann eine zweite Frau heiratet, oder dass in diesem Fall der Frau das Sorgerecht f√ľr die Kinder zusteht. Im Scheidungsfall verbleiben Kinder im Normalfall bei ihrem Vater, Kleinkinder bei der Mutter. Nach islamischem Verst√§ndnis sind die intimen Lebensbereiche von heiratsf√§higen Frauen und M√§nnern grunds√§tzlich getrennt; die Ehe ist der einzige Ort, in dem diese Trennung legitimerweise aufgehoben ist. Ein Mann hat das Recht, bis zu vier Frauen zu heiraten.

Heiratswillige Paare m√ľssen sich Gen-Tests unterziehen. Die Tests geben Aufschluss √ľber die m√∂gliche Gef√§hrdung der k√ľnftigen Nachkommenschaft durch eine genetisch bedingte Sichelzellen- oder Mittelmeer-An√§mie. Die Regierung hat bekannt gegeben, einen HIV-Test ebenfalls als Voraussetzung f√ľr die Eheschlie√üung einzuf√ľhren.

Die Scheidungsrate im K√∂nigreich ist f√ľr ein Land im Nahen Osten relativ hoch, fast die H√§lfte aller geschlossenen Ehen wird nach drei Jahren geschieden. Im Falle einer Scheidung ist der Mann zum Unterhalt an die Frau verpflichtet, M√§nner k√∂nnen keine Unterhaltsforderung an Frauen stellen. Nach einer Scheidung muss die Frau mindestens vier Monate warten, um erneut zu heiraten. Das Gesetz ist direkt dem Koran entnommen und soll Missverst√§ndnisse bei der Vaterschaft ausschlie√üen.

Bildung

Es besteht eine neunj√§hrige Schulpflicht f√ľr beide Geschlechter. Von der Grundschule bis zum Hochschulabschluss √ľbernimmt der Staat die Ausbildungskosten. Die Einschulungsquote liegt bei 91¬†%. In Saudi-Arabien stieg die mittlere Schulbesuchsdauer √ľber 25-J√§hriger von 5,7 Jahren im Jahr 1990 auf 9,6 Jahre im Jahr 2015 an. Die Bildungserwartung der aktuellen Generation betr√§gt bereits 16,1 Jahre. Es gibt acht Universit√§ten und 65 Colleges, unter anderem in Hofuf, Zahran, Dschidda, Medina und Riad. 17 Colleges sind den Frauen vorbehalten. Wie in der ganzen Gesellschaft herrscht Geschlechtertrennung: Bildungseinrichtungen sind entweder nur f√ľr M√§nner oder nur f√ľr Frauen. Vorlesungen von m√§nnlichen Dozenten verfolgen die Sch√ľlerinnen an einem Bildschirm.

Frauen stellen inzwischen den größten Teil des Lehrpersonals an Schulen und Universitäten. So sind 60 % aller saudischen Professuren mit Frauen besetzt. Unter den Lehrern sind 56 % weiblich. Während in der Vergangenheit viele Lehrer aus dem Ausland kamen, sind es nun aufgrund einer ausgeprägten Nationalisierungspolitik meist Saudis; sie gelten als weniger gut qualifiziert.

Die Geschlechtertrennung in Schulen ist gleichzeitig die Grundbedingung der sexuellen Aufklärung im Schulunterricht; seit Kurzem werden ebenfalls Themen unterrichtet, die den sozialen Kontakt und Umgang mit dem anderen Geschlecht erläutern. Man erhofft sich dadurch zusätzlich die Senkung der Scheidungsrate.

Saudi-Arabien verf√ľgt √ľber ein gro√ües Bildungsangebot in Bezug auf die islamische Religion. Neben den islamischen Wissenschaften liegt ein weiterer Schwerpunkt im Bereich der technischen Wissenschaften. Im Bereich Erd√∂l und dessen Verarbeitung verf√ľgt das K√∂nigreich √ľber renommierte Bildungseinrichtungen.

Die Unterrichtssprache an den Universitäten des Landes ist in der Regel Englisch. Die meiststudierten Sprachen sind Englisch, Deutsch, Französisch und Japanisch.

Ihre ‚ÄěGrundbildung‚Äú erhalten die saudischen Kinder in Koranschulen, die es in jedem kleinen Dorf gibt. Jungen und M√§dchen werden gleicherma√üen unterrichtet. Etwas √ľber die H√§lfte der Universit√§tsabsolventen sind weiblich; interne Studien haben ergeben, dass die weiblichen Absolventen besser abschneiden als die m√§nnlichen.

Als n√ľtzlichen Baustein einer auf Toleranz und moderne Inhalte ausgerichteten Lehre sieht man dabei auch das Studium im Ausland an, f√ľr das jedes Jahr Tausende Regierungsstipendien vergeben werden, der Staat stellt f√ľr die Bildung seit einiger Zeit den zweitgr√∂√üten (nach dem Milit√§rischen) Einzelbetrag seines Staatshaushalts zur Verf√ľgung.

Auch in den neuen, 2007 auf Druck der Vereinigten Staaten, reformierten Schulb√ľchern wird zwar nicht mehr gegen den schiitischen Zweig des Islams gehetzt, wohl aber gegen Christen, Juden und nichtmuslimische Religionen.

Die Regierung lie√ü zur F√∂rderung des wissenschaftlichen Austauschs eine 36 Quadratkilometer gro√üe Insel der freien Forschung errichten, auf ihr wurde die King Abdullah University of Science and Technology (KAUST), eine Eliteuniversit√§t, errichtet. Die Kosten hierf√ľr betragen 12,5 Milliarden US-Dollar. Auf dem Campus sollen 2000 Studenten und 600 Fakult√§tsmitglieder aus aller Welt arbeiten, mit bester technologischer Ausr√ľstung ausgestattet sein und international vernetzt Spitzenforschung betreiben. Es ist eine Kooperation mit zahlreichen westlichen und asiatischen Staaten geplant. Mit Israel wurde sie ausgeschlossen, da das K√∂nigreich den Staat Israel nicht anerkennt, es keine diplomatischen Beziehungen gibt und daher kein Visum f√ľr israelische Staatsb√ľrger ausgestellt werden kann. Frauen und M√§nner studieren gemeinsam, Frauen ist ebenfalls das Autofahren auf der Insel erlaubt.

Sport

Die beliebteste Sportart ist Fußball, gefolgt von Pferde- und Kamelrennen.

Die saudi-arabische Fu√üballnationalmannschaft nahm an der Fu√üball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA teil und erreichte dort das Achtelfinale. Sie nahm dar√ľber hinaus an den Endrunden 1998 in Frankreich, 2002 in S√ľdkorea/Japan, 2006 in Deutschland und 2018 in Russland teil, schied dort aber jeweils in der Gruppenphase aus. F√ľr die Turniere 2010 und 2014 verpasste sie die Qualifikation.

Sport f√ľr Frauen ist zwar erlaubt, jedoch nur in geschlossenen Komplexen, zu denen M√§nner keinen Zutritt haben. So finden Frauenfu√üball-Spiele in geschlossenen Stadien bzw. auf privaten Anwesen statt, zu denen nur Frauen Zutritt haben; auch die Schiedsrichter sind Frauen. Weiblicher Mannschaftssport wird √ľberwiegend privat organisiert. Im Zuge der Olympischen Spiele 2012 in London und der Teilnahme einer saudi-arabischen Springreiterin mehren sich die Forderungen, M√§dchensport offiziell zuzulassen und zu f√∂rdern. Seit Januar 2018 ist Frauen der Zutritt zu den Sportstadien zu den Fu√üballspielen saudi-arabischer Mannschaften gestattet.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung hat die Nationalmannschaft von Saudi-Arabien am 16. September 2006 in der Leverkusener BayArena vor 14.500 Zuschauern das Finale gegen die Mannschaft aus den Niederlanden gewonnen (9:8 n. E.). Nach regulärer Spielzeit hatte es 4:4 gestanden.

Eine weitere, insbesondere unter wohlhabenden Mitgliedern der Gesellschaft, beliebte Sportart ist die Falkenjagd, die eine lange Tradition unter den Beduinenvölkern hat.

Ab dem Jahr 2020 veranstaltet die Amaury Sport Organisation (ASO) die Rallye Dakar und die Saudi Tour.

Feiertage

Nationalfeiertage

Am 23. September 2006 wurde der Nationalfeiertag zu einem offiziellen Feiertag erklärt, an dem alle Behörden und Geschäfte im Königreich geschlossen sind. Alle Missionen und Konsulate des Königreichs im Ausland sind ebenfalls geschlossen.

Islamische Feiertage

Gem√§√ü Artikel 2 der Grundordnung sind das  Ņń™d al-fitr und das  Ņń™d al-AdhńĀ die einzigen offiziellen Feiertage im K√∂nigreich. Sie sind im islamischen Mondkalender festgelegt, weshalb sich ihr Datum im gregorianischen Kalender jedes Jahr √§ndert.

Literatur

  • Hussein Hamza Bindagji: Atlas of Saudi Arabia. Oxford University Press, Oxford 1378 A. H. / 1978 A.D., ISBN 0-19-919101-8.
  • Helmut Blume: Saudi-Arabien. Natur, Geschichte, Mensch und Wirtschaft. Horst Erdmann Verlag, T√ľbingen / Basel 1976, ISBN 3-7711-0228-6.
  • Hans Karl Barth, Konrad Schliephake: Saudi Arabien (= Perthes L√§nderprofile). Klett-Perthes, Gotha und Stuttgart 1998, ISBN 3-623-00689-0.
  • Robert Baer: Sleeping With The Devil: How Washington Sold Our Soul for Saudi Crude. Crown, New York 2003, ISBN 1-4000-5021-9.
  • Henner F√ľrtig: Demokratie in Saudi Arabien? (= Forschungsschwerpunkt Moderner Orient; Arbeitshefte; 6). Klaus Schwarz Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-86093-076-1 (online).
  • Dore Gold: Hatred‚Äôs Kingdom. How Saudi Arabia Supports the New Global Terrorism. Regnery, Washington D.C. 2004, ISBN 0-89526-061-1.
  • Joseph A. Kechichian: Legal and Political Reforms in Saudi Arabia. Routledge Chapman & Hall, Abingdon (Oxfordshire) 2012, ISBN 978-0-415-63018-4 (eingeschr√§nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Sandra Mackey: The Saudis. Inside the Desert Kingdom. Houghton Mifflin, Boston 1987, ISBN 0-395-41165-3.
  • Pascal M√©noret: The Saudi Enigma. A History. Zed Books, London / New York 2005, ISBN 1-84277-605-3.
  • Madawi al-Rasheed: A History of Saudi Arabia. Cambridge University Press, Cambridge 2002, ISBN 0-521-64335-X; 2. Auflage 2010, ISBN 978-0-521-76128-4 (gebunden) bzw. ISBN 978-0-521-74754-7 (Paperback).
  • Madawi Al-Rasheed: Contesting the Saudi State. Islamic Ideas from a New Generation. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-85836-6.
  • Madawi Al-Rasheed: Kingdom without Borders. Saudi Arabia‚Äôs Political, Redligious and Media Frontiers. Columbia University Press, New York 2009, ISBN 978-0-231-70068-9.
  • Matthew R. Simmons: Twilight in the Desert. The Coming Saudi Oil Shock and the World Economy. Wiley, Hoboken NJ 2005, ISBN 0-471-73876-X.
  • Guido Steinberg: Saudi-Arabien. Politik Geschichte Religion. C. H. Beck, M√ľnchen 2004, ISBN 3-406-51112-0.
  • Alexei Vassiliev: The History of Saudi Arabia. New York University Press, New York 2000, ISBN 0-8147-8809-2.
  • Who‚Äôs who in the Saudi Arabia 2006. Asia Pacific Infoserv, Sydney 2006, ISBN 0-9758426-3-3.

Weblinks

  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Saudi-Arabien
  • Regierungsseite Saudi-Arabiens (arabisch/englisch)
  • L√§nderinformationen des deutschen Ausw√§rtigen Amtes, des √∂sterreichischen Bundesministeriums f√ľr Europa, Integration und √Ąu√üeres und des Eidgen√∂ssischen Departements f√ľr ausw√§rtige Angelegenheiten zu Saudi-Arabien
  • L√§nderprofil des Statistischen Bundesamtes
  • Karte der umgebenden Region (PDF; 159¬†kB)
  • Der Spiegel" Artikel-Dossier
  • Die Zeit Artikel-Dossier
  • S√ľddeutsche Zeitung Artikel-Dossier
  • Verwaltungskarten von 13 Provinzen

Einzelnachweise


 

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Abk Name O
SA.BA Al Bahah  
SA.HS Al Hudud ash Shamaliyah  
SA.JF Al Jawf  
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SA.QS Al Quassim  
SA.RI Ar Riyad  
SA.SH Ash Sharqiyah  
SA.HA Ha'il  
SA.JZ Jizan  
SA.MK Makkah  
SA.NJ Najran  
SA.TB Tabuk  
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Flagge: Saudi Arabia

Name englisch: Saudi Arabia
Hauptstadt: Riyadh
Kfz: KSA
ISO: SA
ISO3: SAU
Fläche: 1960582 km²
Tld: .sa
Wärung Einheit: SAR
Währung: Rial
Vorwahl: 966

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 32.154284
südlichster Punkt: 16.379528
westlichster Punkt: 34.5489979
östlichster Punkt: 55.6666999


 
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