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Staat Informationen : Usbekistan

Informationen:


Usbekistan (usbekisch O Ľzbekiston; amtlich Republik Usbekistan, usbekisch O Ľzbekiston Respublikasi) ist ein 448.978¬†km¬≤ gro√üer Binnenstaat in Zentralasien mit 33,2¬†Millionen Einwohnern. Er grenzt im Norden an Kasachstan, im Nordosten an Kirgisistan, im S√ľdosten an Tadschikistan, im S√ľden an Afghanistan und im S√ľdwesten an Turkmenistan. Usbekistan ist neben Liechtenstein der einzige Binnenstaat der Welt, der nur von Binnenstaaten umgeben ist.

Hauptstadt und mit rund 2,5 Millionen Einwohnern größte Stadt der ehemaligen Sowjetrepublik ist Taschkent. Weitere wichtige Städte des islamisch geprägten und autoritär regierten Landes sind Samarkand und Buchara an der historischen Seidenstraße.

Geographie

Usbekistan erstreckt sich zwischen dem 37. und 46. n√∂rdlichen Breitengrad sowie zwischen dem 56. und 73. √∂stlichen L√§ngengrad. Die Ausdehnung des Landes betr√§gt von West nach Ost etwa 1425¬†km und von Nord nach S√ľd etwa 500¬†km.

Die Staatsgrenze hat eine Gesamtlänge von 6893 km. Davon fallen 144 km auf Afghanistan, 2330 km auf Kasachstan, 1314 km auf Kirgisistan, 1312 km auf Tadschikistan und 1793 km auf Turkmenistan.

Zum usbekischen Staatsgebiet geh√∂ren auch die von Kirgisistan umschlossenen Exklaven So Ľx, Shohimardon, Chong-Kara und Jangail, umgekehrt werden die kirgisische Exklave Barak und die tadschikische Exklave Sarvan von usbekischem Territorium umschlossen.

Landschaftszonen

Usbekistan erstreckt sich von den W√ľsten am Aralsee im Westen √ľber ca. 1200¬†km bis zum fruchtbaren Ferghanatal im Osten.

Der von vollst√§ndiger Austrocknung bedrohte Aralsee hatte im Jahr 2004 eine Fl√§che von ungef√§hr 17.000¬†km¬≤. S√ľdwestlich des Sees befindet sich das flachwellige, w√ľstenhafte Ustjurt-Plateau, dessen Westh√§lfte zu Kasachstan geh√∂rt und das ein gro√ües Naturreservat bildet.

Der gr√∂√üte Teil der Fl√§che Usbekistans wird von W√ľsten eingenommen. S√ľd√∂stlich des Aralsees im Tiefland von Turan erstreckt sich die Kysylkum-W√ľste (usbek. Qizilqum), die zwei F√ľnftel der Staatsfl√§che Usbekistans umfasst und sich auf dem angrenzenden Territorium Kasachstans fortsetzt. Sie wird nur durch einige Restmassive unterbrochen, die im Gora Aktau 920¬†m H√∂he erreichen. S√ľdlich davon liegt eine gro√üe Steppenlandschaft, durch die der Amudarja flie√üt.

Im Osten Usbekistans liegen die Turkestan-Gebirgskette und die vorgebirgige Landschaft des Tian Shan sowie Teile des Ferghanatals, einer dichtbesiedelten Senke zwischen dem Tianshan- und dem Alai-Gebirge mit wichtigen landwirtschaftlichen Anbauflächen.

Der h√∂chste Berg Usbekistans mit 4643 Metern liegt im Hissargebirge (Provinz Surxondaryo). Er trug einst den Namen Berg des 22. Kongresses der Kommunistischen Partei, war danach eine Zeit lang namenlos und wird heute Hazrat Sulton genannt. Die tiefste Stelle im Land liegt zw√∂lf Meter unter dem Meeresspiegel in der W√ľste Kysylkum.

Gewässer

Durch Usbekistan flie√üen die zwei wichtigsten Zufl√ľsse des Aralsees und gr√∂√üten Str√∂me Zentralasiens, der Amudarja (usbek. Amudaryo) mit 2539¬†km L√§nge und der Syrdarja (usbek. Sirdaryo) mit 2212¬†km L√§nge. Beide Fl√ľsse liegen jedoch nur mit einem Teil ihres Laufes in Usbekistan.

Die Quellfl√ľsse des Amudarja, in der Antike Oxus genannt, daher kommt auch der klassische Begriff Transoxanien, entspringen au√üerhalb Usbekistans im zu Tadschikistan und Afghanistan geh√∂renden Pamir. Der Amudarja bildet in seinem Mittellauf zun√§chst die usbekisch-afghanische Grenze und verl√§uft sodann parallel zur Grenze Usbekistans zu Turkmenistan, die jedoch nur in einem Teilst√ľck dem Fluss direkt folgt. Sein M√ľndungsbereich geh√∂rt ganz zu Usbekistan.

Die Quellfl√ľsse des Syrdarja entspringen im zu Kirgisistan geh√∂renden Tian Shan. Der Syrdarja durchquert in seinem Mittellauf den zu Usbekistan geh√∂renden Teil des Ferghanatals, flie√üt dann √ľber das Territorium Tadschikistans, s√ľdwestlich von Taschkent erneut eine Strecke durch Usbekistan, w√§hrend sein Unterlauf zu Kasachstan geh√∂rt.

Weitere wichtige Fl√ľsse sind der Surxondaryo (Surchundarja), ein rechter Nebenfluss des Amudarja, der Qashqadaryo (Kaschkadarja), der die Oase von Qarshi (Qarshi) erreicht, und der Zarafshon (Serafschan), der die Oasen von Samarqand (Samarkand) und Buxoro (Buchara) bew√§ssert und schlie√ülich in der W√ľste s√ľdwestlich von Buchara endet, ohne den Amudarja erreicht zu haben.

Zu den gro√üen Bew√§sserungskan√§len geh√∂ren der Gro√üe, N√∂rdliche und S√ľdliche Ferghanakanal.

Die gr√∂√üten Seen des Landes, die nur zum Teil g√§nzlich in Usbekistan liegen, sind neben dem Westlichen Aralsee (G Ľarb orol dengizi) der Aibugirsee, der Sarykamyschsee (Sariqamish ko Ľli), der Aydarsee und der k√ľnstliche Talimardschan-Stausee.

Klima

Das Klima Usbekistans z√§hlt zu der gem√§√üigten Zone. Je nach Region herrschen kontinentales Feuchtklima, gem√§√üigtes Steppenklima oder gem√§√üigtes W√ľstenklima vor. Die Sommer sind meist hei√ü und wolkenlos, die Winter unbest√§ndig und kalt.

Der Jahresniederschlag betr√§gt ‚Ästje nach Region¬†‚Äď nur 50‚Äď400¬†mm, steigt jedoch in den Gebirgen teilweise auf √ľber 1000¬†mm j√§hrlich an. Die Temperaturen schwanken sowohl jahres- als auch tageszeitlich stark.

Tier- und Pflanzenwelt

Aufgrund seiner Gr√∂√üe und der vielen Landschaftszonen und trotz der Tatsache, dass etwa 80¬†% der Landesfl√§che aus W√ľste und Steppe bestehen, bietet Usbekistan eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Knapp zwei Prozent des Landes stehen unter Naturschutz.

In Usbekistan sind gut 4.300 Pflanzenarten nachgewiesen worden, darunter eine Reihe Endemiten (Arten, die nur hier vorkommen). Die Vegetation des Landes ist durch das aride, kontinentale Klima gepr√§gt. Wichtige Vegetationseinheiten des zu 80 Prozent durch Ebenen gekennzeichneten Landes sind trockene, halbw√ľstenartige Formationen, lokal chul genannt, in den Ebenen und H√ľgelland bis etwa 450 bis 500 m H√∂he, mit Saxaul-‚ÄěW√§ldern‚Äú, Artemisia- und Salsola-Steppen, sowie grasreiche Steppen-Vegetation, lokal adyr genannt. In den Gebirgen finden sich auch W√§lder (lokal tau), vorherrschend mit Wacholder-Arten (Juniperus seravschanica, Juniperus semiglobosa, Juniperus turkestanica), seltener mit sommergr√ľnen Laubb√§umen wie Walnuss. Im Hochgebirge finden sich almartige alpine Matten, lokal yailau, bis in eine H√∂he von 4600 Meter. Usbekistan ist ein waldarmes Land, der Waldanteil wurde im Jahr 2014 auf 9.600.000 ha, das sind 21,7 Prozent der Landesfl√§che, gesch√§tzt. Etwa zehn Prozent der Pflanzenarten des Landes sind Endemiten (378 Arten). In der neuesten vorliegenden Ausgabe der Roten Listen wurden 324 Arten als vom Aussterben bedroht aufgef√ľhrt. Besonders artenreich sind in Usbekistan die Gattungen Tragant (Astragalus, 273 Arten), Cousinia (verwandt mit den Kletten, 149 Arten), Lauch (Allium, 137 Arten).

Zu den √ľber 40 S√§ugetierarten z√§hlen Steppenschafarten, wie das Karakulschaf, Rothirsche, Kropfgazellen, Saigas, Braunb√§ren, W√∂lfe, F√ľchse, Luchse, Dachse, Wildschweine und Stachelschweine. Sogar Schneeleoparden sind in den Westausl√§ufern des Tian Shan beheimatet. Der Kaspische Tiger ist heute ausgestorben, durchstreifte aber bis vor wenigen Jahrzehnten das fr√ľher gr√ľne M√ľndungsdelta des Amudarja. Der Gepard ist heute ebenfalls ausgestorben.

√úber 400 Vogelarten kommen in Usbekistan vor, darunter beispielsweise Kragentrappen, Wacholderdrosseln, Rebh√ľhner, Stare, Zwergadler, Geier und Falken.

Hinzu kommen etwa 60 Reptilienarten und √ľber 70 Fischarten.

Umweltproblematik

Die √ľberm√§√üige Wasserentnahme aus Fl√ľssen zur Bew√§sserung von L√§ndereien f√ľr den Baumwollanbau verursacht schwere √∂kologische Sch√§den und eine massive Bodenversalzung. Dazu kommt ein hoher Eintrag von D√ľnger√ľckst√§nden, Herbiziden und Pestiziden, der B√∂den und Grundwasser nachhaltig verunreinigt.

Der Aralsee steht vor seiner Austrocknung, weil seine Zufl√ľsse seit den Zeiten der UdSSR zu stark f√ľr k√ľnstliche Bew√§sserung verwendet wurden. Seine Tiefe halbierte sich, seine Fl√§che verringerte sich von 66.000¬†km¬≤ auf derzeit etwa 8.300¬†km¬≤¬†(Stand: 2015). Das Verschwinden des einst riesigen Sees wird das Klima noch trockener machen.

Es bestehen √úberlegungen, ob man mittels k√ľnstlich hervorgerufenen Regens die derzeitigen j√§hrlichen Niederschl√§ge von 12,2¬†km¬≥ auf √ľber 20¬†km¬≥ steigern k√∂nnte. Versuche in diese Richtung fanden bereits in den siebziger und achtziger Jahren in der Region des Flusses Piskom bei Taschkent, in der Region Qashqadaryo und im Ferghanatal statt.

Bruch des Sardoma-Damms

Am 1. Mai 2020 ist der Damm des Sardoba-Wasserreservoirs in Usbekistan, der erst 2017 in Betrieb genommen wurde, gebrochen. An einem aus Erde gefertigten Abschnitt konnte der Damm der Last der Wassermassen, die bei heftigen Gewittern in der Region Sirdaryo im Osten des Landes niedergegangen waren, nicht standhalten. Laut einer Mitteilung der usbekischen Pr√§sidialverwaltung k√∂nne die Katastrophe als eine Folge der globalen Erw√§rmung und damit einhergehender extremer Wetterereignisse in der Region betrachtet werden und sei auf ‚Äěstarke Regenf√§lle und St√ľrme in der Region‚Äú zur√ľckzuf√ľhren. Es wird auch die Variante einer ‚Äětechnischen‚Äú Katastrophe in Erw√§gung gezogen, da der Sardoba-Staudamm erst 2017 in Betrieb genommen worden war und offenbar Sicherheitsstandards nicht erf√ľllte. Der Dammbruch hat dazu gef√ľhrt, dass bis zum 3. Mai mehr als 100.000 Menschen in Usbekistan und im benachbarten Kasachstan evakuiert werden mussten und Tausende Hektar Ackerland √ľberflutet wurden. Der Pr√§sident Mirziyoyev beauftragte die Regierung, 9,5 Mio. Euro an die Region Sirdaryo zu √ľberweisen, um die Folgen der √úberschwemmungen zu beseitigen und die verletzten Bewohner der Grenzregion (ca. 100 Tsd. Menschen) in Sicherheit zu bringen. Weitere 15 Mio. US-Dollar spendete der in Usbekistan geborene russische Unternehmer Alischer Usmanow.

Bevölkerung

Usbekistan hatte zum 1. Januar 2019 33,255¬†Millionen Einwohner. Die Bev√∂lkerungsdichte betr√§gt 74 Einwohner pro km¬≤ und entspricht damit knapp einem Drittel der Bev√∂lkerungsdichte in Deutschland. Jedoch verteilt sich die Bev√∂lkerung ungleichm√§√üig auf das Land: So liegt die Bev√∂lkerungsdichte im Ferghana-Becken bei √ľber 570, in der Provinz Navoiy hingegen bei nur 8,4 Einwohnern pro km¬≤. Das Bev√∂lkerungswachstum liegt bei knapp einem Prozent. Die Migrationsrate ist mit 0,3 Prozent ebenfalls sehr niedrig (Stand: 2009). Bis 2012 stieg die Einwohnerzahl auf 29,6¬†Millionen und somit die Bev√∂lkerungsdichte auf 66,1 Einwohner pro km¬≤.

Usbekistan ist zudem ein sehr junges Land, denn etwa 10,4 Millionen Menschen, das entspricht knapp 40 % der gesamten Bevölkerung, sind unter 18 Jahre alt. Etwa 17 Millionen Menschen, also ca. 65 % der Bevölkerung, sind unter 30 Jahre alt. Somit ergibt sich ein Durchschnittsalter von nur 22,9 Jahren (Stand: 2007). Die Lebenserwartung bei Geburt liegt bei durchschnittlich 73,8 Jahren, nämlich bei 70,7 Jahren bei Männern und 77,0 Jahren bei Frauen (Stand: 2016).

In Russland lebten 2017 ca. 1.150.000 Personen, die in Usbekistan geboren wurden.

Entwicklung der Bevölkerung

Quelle: UN, Statista

Ethnien

Die Bev√∂lkerung Usbekistans besteht aus √ľber 100 V√∂lkerschaften, davon nach offiziellen Angaben zu 71¬†% aus Usbeken, 5,1¬†% Russen, 5¬†% Tadschiken, 4,1¬†% Karakalpaken, 3,2¬†% Kasachen, 2,7¬†% Tataren, 2,5¬†% Koreanern (letztere sind auch bekannt als Korjo-Saram). Zu den kleineren Minderheiten z√§hlen Turkmenen, Uiguren, Wolgadeutsche, Armenier, Mescheten, Aserbaidschaner und Kurden. Die Deutsche Minderheit in Usbekistan (darunter √ľberwiegend Wolgadeutsche) wird auf etwa 8000 Personen gesch√§tzt (Stand 2018, das entspricht noch ‚Öď im Vergleich zu 2001). Stalin deportierte in den vierziger Jahren rund 40.000 Wolgadeutsche nach Taschkent.

Von tadschikischer Seite wird behauptet, die Anzahl der Tadschiken in Usbekistan sei viel h√∂her als offiziell angegeben. Diese Behauptung wurde in j√ľngster Zeit auch von einigen internationalen Menschenrechtsorganisationen, wie z.¬†B. Human Rights Watch oder Amnesty International, aufgegriffen. Tats√§chlich ist jedoch eine unparteiische Ermittlung des Bev√∂lkerungsanteils der Tadschiken in manchen Landesteilen wie dem Gebiet um die St√§dte Samarkand und Buchara kaum m√∂glich, da die dortige Bev√∂lkerung traditionell zweisprachig (turk- und persischsprachig oder in heutiger Terminologie usbekisch- und tadschikischsprachig) ist und eine Trennung in zwei verschiedene V√∂lker erst durch die moderne amtliche Terminologie eingef√ľhrt worden ist.

Bei offiziellen Erhebungen geben viele B√ľrger tadschikischer Ethnie die usbekische Volkszugeh√∂rigkeit an. W√§hrend der Usbekisierung unter Scharaf Raschidow, dem 1959 bis 1982 amtierenden Generalsekret√§r der Kommunistischen Partei, mussten Tadschiken sich entweder mit der Angabe ‚ÄěUsbeke‚Äú f√ľr den Verbleib in ihrer Region, so z.¬†B. in der Stadt Samarkand, oder aber f√ľr eine Umsiedlung nach Tadschikistan entscheiden. Dennoch wurden auch in letzter Zeit immer mehr Diskriminierungen gegen die Tadschiken berichtet. Im Jahre 2000 kam es zu Zwangsvertreibungen und zur Inhaftierung vieler Tadschiken.

Sprachen

Staatssprache ist das Usbekische, eine Turksprache. In der autonomen Republik Karakalpakistan ist zudem auch die karakalpakische Sprache offizielle Amtssprache. In den St√§dten Samarkand und Buchara ist die tadschikische Sprache weit verbreitet, die russische Sprache ist als Verkehrssprache sowie als Sprache der Bildung und Wirtschaft weiterhin von gro√üer Bedeutung. 57 bis 70 Prozent der Bev√∂lkerung sprechen zumindest ein wenig Russisch. In Medresen (Koranschulen) erfolgt der Unterricht zumeist auf Arabisch. Mangels exakter Bev√∂lkerungsstatistiken existieren nur ungenaue Sch√§tzungen √ľber die Anzahl tadschikischer Muttersprachler. In akademischen Kreisen wird von einem Bev√∂lkerungsanteil von bis zu 30¬†% ausgegangen.

Nach einem Beschluss des usbekischen Parlaments erfolgt seit Mitte der 1990er Jahre der Umstieg vom kyrillischen auf das lateinische Alphabet. De facto sind nun beide Alphabete parallel in Gebrauch. Zudem kam es 1998 zu B√ľcherverbrennungen und Unterdr√ľckungen persischsprachiger (tadschikischer) Zeitungen und Medien. Gut 50 Prozent der insgesamt rund 1,2 Millionen Sch√ľler erlernen Deutsch als Fremdsprache, die Maximalangabe liegt bei 750.000.

Religionen

Ca. 89¬†% der Bev√∂lkerung sind sunnitische Muslime, etwa 8¬†% russisch-orthodox (meist Angeh√∂rige der russischen Minderheit). Dar√ľber hinaus gibt es schiitische Muslime (vor allem in Buchara und Samarkand) sowie Angeh√∂rige anderer christlicher Konfessionen in Usbekistan (Angeh√∂rige der Armenisch-Apostolischen Kirche, der Katholischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Kirche und diverser protestantischer Gemeinden) sowie Juden (ca. 93.000 Gl√§ubige, siehe Usbekische Juden), Buddhisten, Anh√§nger des Bahaismus und Anh√§nger der Lehren Krishnas.

Obwohl die Verfassung S√§kularismus und Religionsfreiheit vorsieht, werden einzelne (besonders protestantische) Christen und christliche Gemeinden oder Gruppen stark benachteiligt. Der Druck auf usbekische Christen hat √ľber die Jahre zugenommen. Nach dem Weltverfolgungsindex belegt Usbekistan den Platz 21 (Stand August 2021). Auch Amnesty International beklagt die eingeschr√§nkte Religionsfreiheit, vor allem f√ľr beh√∂rdlich nicht zugelassene Gruppen wie die christlich-evangelikalen Gemeinden und schiitische Muslime.

Der Ramadan wird von vermutlich 40 % der Muslime in den Städten und 85 % auf dem Land praktiziert.

Im zentralasiatischen Volksislam finden sich bis heute Einfl√ľsse aus zwei weiteren Religionen, dem monotheistischen Zoroastrismus, der zwischen 1800 v.¬†Chr. und 600 v.¬†Chr. vermutlich in Baktrien entstand, und dem Buddhismus. Ebenfalls verbreitet sind Elemente des Schamanismus und volksislamische Fr√∂mmigkeitsformen, was sich beispielsweise in Perlenketten und Amuletten √§u√üert, die vor dem sogenannten B√∂sen Blick sch√ľtzen sollen und in Teilen des Landes verbreitet sind.

Städte und Ballungsräume

Die gr√∂√üten St√§dte Usbekistans sind Taschkent (Toshkent) (ca. 3.140.000 Einwohner), Namangan (ca. 830.000), Andijon (ca. 970.000), Samarkand (Samarqand) (ca. 850.000), Nukus (ca. 240.000) und Buchara (Buxoro) (ca. 430.000) (Stand: 1. Januar 2009). Sie sind gleichzeitig die wichtigsten Ballungsr√§ume des Landes. Der Ballungsraum Taschkent hat dabei √ľber 3,2 Millionen Einwohner. Neben diesen Ballungsr√§umen ist die Region Farg Ľona mit √ľber 500.000 Einwohnern ein weiterer bedeutender Ballungsraum.

Bildung und Soziales

Das Bildungssystem wurde in den letzten Jahren mehrfach leicht reformiert. Die Dauer der Schulausbildung beträgt zwölf Jahre. Danach gibt es die Möglichkeit des Übertritts an verschiedene Hochschulen und Universitäten. In Taschkent befinden sich zudem auch einige englischsprachige Universitäten. Es gibt dank der kostenlosen Bildung der Sowjetzeit weniger als ein Prozent Analphabeten.

Das Gesundheitssystem des Landes basiert zu weiten Teilen noch auf dem sowjetischen System der staatlichen Polikliniken. Daneben entstand in den neunziger Jahren ein privater Gesundheitssektor. Dieser steht jedoch seit einem Parlamentsbeschluss im September 2009 vor dem Aus.

Geschichte

Usbekistan ist in seiner heutigen Form erst in den 1920er Jahren als Sowjetrepublik entstanden. Der Staatsname leitet sich vom Volk der Usbeken ab, deren Bezeichnung wiederum auf Usbek Khan zur√ľckgeht.

Vorislamische Zeit

Im Jahre 1938 wurden in Teshik-Tosh, gelegen zwischen Termiz und Duschanbe (Tadschikistan), zahlreiche Steinwerkzeuge, Tierknochen und das Skelett eines Kindes entdeckt, das auf die Zeit von 30.000 bis 40.000 v. Chr. datiert werden konnte. Dieser Fund stellte die erste paläolithische Entdeckung Zentralasiens dar.

Unter Dareios I. gelangte ganz Zentralasien unter ach√§menidische Herrschaft; diese Herrschaft beendete schlie√ülich Alexander der Gro√üe durch seinen Kriegszug ins Oxus-Jaxartes-Gebiet. Das Gebiet des heutigen Usbekistan war daraufhin Teil der historischen Landschaft Baktrien. Pr√§gende Einfl√ľsse hinterlie√ü die Seidenstra√üe, die seit dem Altertum zu einem Teil durch das heutige Gebiet Usbekistans verlief.

Das sp√§tantike Zentralasien (ca. 300 bis 750) war ein politisch zersplitterter Raum: Im S√ľdwesten verlief die Grenze zum Sassanidenreich, andere Gebiete wurden von verschiedenen Gruppen (Reiterv√∂lker) kontrolliert (siehe auch Iranische Hunnen).

Zeit muslimischer Dynastien

Mit Beginn des 8. Jahrhunderts konnte sich infolge des arabischen Eroberungszugs des Qutaiba ibn Muslim der Islam etablieren. Kleine sogdische Herrschaften wurden eingegliedert und 751 geh√∂rte Transoxanien endg√ľltig zur islamischen Welt. Die folgenden Jahrhunderte wurden durch die Samaniden in Buchara (819 bis 1005) bestimmt. Das t√ľrkische Element setzte sich durch und die Khane der Karluken regierten als ‚ÄěKara-Chaniden‚Äú in Buchara.

Ab Mitte des 12. Jahrhunderts herrschten die Choresm-Schahs und die verfeindeten, aus China geflohenen, Kara Kitai.

Im Jahre 1220 drangen die Mongolen in Usbekistan ein. Diese Zeit gilt als sehr unbeständig. Es gab immer wieder Kriege unter den Nomaden. Am Ende dieser Zeit stand der neue, heutige usbekische Volksheld Timur Lenk (auch Tamerlan, in Usbekistan Amir Timur), der sich 1370 zum Herrscher von ganz Transoxanien ausrief und den Titel eines Emirs annahm. Er gilt als Herrscher der Gegensätze, der die Wiederherstellung des Mongolischen Reiches anstrebte und dabei mit äußerster Brutalität vorging. Dennoch gilt er ebenfalls als wichtiger Förderer von Kunst und Literatur, der der Region den Beginn eines kulturellen und wissenschaftlichen Aufschwungs ermöglichte.

In der Dynastie der Timuriden folgte ihm sein Enkel Ulugh Beg, ein bekannter Astronom. Die Timuriden herrschten noch bis Anfang des 16. Jahrhunderts. Erst danach begann die Zeit der eigentlichen Usbeken, eines Turkvolks, das urspr√ľnglich aus (West-)Sibirien stammte.

Die Zeit der usbekischen Khanate, mit dem noch bis 1600 zunehmenden Karawanenhandel, gilt als eine Bl√ľtezeit der Kultur und Wissenschaft. Im 17. Jahrhundert erlebte das Land unter der Dynastie der Dschaniden (1599‚Äď1785) eine au√üergew√∂hnliche Stabilit√§t. Die Dschaniden-Dynastie gilt als sehr muslimisch gepr√§gt und f√∂rderte den Bau einer Vielzahl von Moscheen und Medresen.

Mit dem fr√ľhen 18. Jahrhundert begann eine Zeit der inneren Probleme und Unruhen. Das 1710 gegr√ľndete Khanat von Kokand etablierte sich 1740 in Buchara und bezwang den dort herrschenden Khan. Das Gebiet des heutigen Usbekistans bestand zu dieser Zeit √ľberwiegend aus den beiden Khanaten Chiwa und Kokand sowie dem Emirat Buchara.

Russische und sowjetische Herrschaft

Im 19. Jahrhundert begann das Great Game (dt. Gro√ües Spiel) zwischen dem Vereinigten K√∂nigreich und dem Russischen Reich um die Vorherrschaft in Zentralasien. Russland erlangte schlie√ülich die Kolonialherrschaft √ľber Usbekistan. 1868 zeigte sich schlie√ülich die milit√§rische √úberlegenheit Russlands gegen√ľber dem Emirat Buchara und dem Khanat Chiwa. Diese blieben allerdings als eigenst√§ndige Staaten unter russischem Protektorat bestehen. Das Khanat Kokand wurde hingegen vollst√§ndig vom Russischen Reich annektiert. Unter russischer Herrschaft wurden die Gebiete in Zentralasien zum Generalgouvernement Turkestan zusammengefasst. Die Hauptstadt wurde Taschkent, die heutige Hauptstadt Usbekistans.

Im Jahre 1918, nach der Macht√ľbernahme durch die Bolschewiki, wurde aus dem vormaligen Generalgouvernement Turkestan die Turkestanische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb der Russischen SFSR gebildet. Im Khanat Chiwa und im Emirat Buchara wurden 1920 die Volksrepubliken Choresmien und Buchara ausgerufen. Der gest√ľrzte Emir Said Alim Khan von Buchara und seine Verb√ľndeten wurden erst nach Afghanistan vertrieben und schlie√ülich besiegt.

1924/1925 wurde aus der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik Turkestan und den beiden Volksrepubliken Choresmien und Buchara die Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik (Usbekische SSR). Diese erhielt 1925 den Mitgliedsstatus der Sowjetunion. Tadschikistan wurde 1929 als selbst√§ndige Tadschikische SSR ausgegliedert, die Karakalpakische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (Karakalpakische ASSR) hingegen in Usbekistan eingegliedert. Erste Hauptstadt der Usbekischen SSR war Samarkand; erst 1930 ging dieser Status an Taschkent √ľber. Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde 1938 eingef√ľhrt.

1963 wurden 40.000¬†km¬≤ von der Kasachischen SSR an die Usbekische SSR √ľbertragen; Usbekistan in seinen heutigen Grenzen war entstanden.

In den 1930er Jahren fiel ein Gro√üteil der rekrutierten einheimischen Parteif√ľhrung den S√§uberungen Stalins zum Opfer. Es entstand eine stalinistische Partei- und Staatsb√ľrokratie. Die Jahre 1941 bis 1945 waren vom Deutsch-Sowjetischen Krieg gepr√§gt; die Stalin-√Ąra endete 1953.

Von 1959 bis 1983 war Scharaf Raschidow erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Usbekistans und damit de facto Regierungschef.

Am 24. März 1990 wurde Islom Karimov Staatspräsident Usbekistans.

Unabhängigkeit

Am 20. Juni 1991 erkl√§rte das Land seine Unabh√§ngigkeit von der UdSSR. 1991 zerfiel die UdSSR. Pr√§sident wurde Islom Karimov, der schon seit 1989 erster Parteisekret√§r in Usbekistan gewesen war und bei der Pr√§sidentschaftswahl in Usbekistan 1991 zum ersten Pr√§sidenten Usbekistans gew√§hlt wurde. Sein Amt als Pr√§sident Usbekistans √ľbte er bis zu seinem Tode 2016 aus.

In den 1990er Jahren gab es wiederholt innere Konflikte, vor allem im Ferghanatal im Osten des Landes. 1999 starben bei einem Bombenattentat in Taschkent 20 Menschen.

Zu einer Serie von Bombenanschlägen kam es 2004. Am 29. März 2004 starben bei einem Selbstmordattentat mindestens 19 Menschen. Am 30. März 2004 lieferte sich eine Gruppe von vermutlich 20 Extremisten ein Feuergefecht mit der Miliz und sprengte sich nahe der Hauptstadt Taschkent in die Luft. Zudem detonierte eine Autobombe vor einem Staudamm. Am 30. Juli 2004 sprengten sich Terroristen nahe der Botschaften Israels und der Vereinigten Staaten in Taschkent in die Luft und töteten acht Menschen. Offizielle usbekische Stellen beschuldigten die Islamische Bewegung Usbekistan, die dem islamischen Fundamentalismus zugeordnet wird.

Die Islamische Bewegung Usbekistan (IBU) k√§mpfte in den 1990er Jahren haupts√§chlich gegen die Korruption und den autorit√§ren Regierungsstil von Islom Karimov. Verbindungen zu anderen Terrorgruppen gab es zun√§chst nicht. Mit Beginn des Afghanistankrieges 2001 schlug sich die IBU an die Seite der Taliban. 2015 schworen sie dem Islamischen Staat Treue. Dem IS gelang es wiederholt, islamistische Attent√§ter aus Usbekistan f√ľr Terroranschl√§ge in westlichen Gro√üst√§dten zu rekrutieren.

Usbekistan geh√∂rte, wie alle ehemaligen Sowjetrepubliken, zu den L√§ndern mit restriktiven Einreisebedingungen. Erst im Juli 2018 wurde f√ľr 48 Herkunftsl√§nder ein elektronisches Verfahren zum Beantragen eines Touristenvisums f√ľr Usbekistan eingef√ľhrt. 2018 und 2019 wurde in mehreren Schritten die Visumfreiheit eingef√ľhrt, darunter f√ľr alle Staatsb√ľrger der Europ√§ischen Union, Staatsb√ľrger aus dem Schengen-Raum und Staatsb√ľrger weiterer Staaten, darunter der Schweiz, insgesamt heute 64 Staaten und weitere 12 Staaten im E-Visa-Verfahren.

Die Unruhen vom Mai 2005

Im Mai 2005 wurden in der Stadt Andijon im Ferghanatal w√§hrend einer Demonstration 400 bis 600 Menschen durch usbekische Milit√§r- und Polizeikr√§fte erschossen. Die mehrt√§gigen Unruhen, die neben Andijon auch Qorasuv und andere St√§dte nahe der Grenze zu Kirgisistan erfassten, wurden vom Regime Karimov den Islamisten der Hizb ut-Tahrir (Partei der Befreiung) zugeschrieben und deren Bek√§mpfung als Kampf gegen den Terror ausgegeben. Vermutlich wurden sie aber durch soziale und politische Ursachen wie hohe Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Armut und politische Unterdr√ľckung ausgel√∂st.

Die Europ√§ische Union (EU) √§u√üerte sich zun√§chst nicht zu den Vorf√§llen. Sp√§ter erlie√ü die EU aber ein Exportverbot von Waffen nach Usbekistan und ein Einreiseverbot f√ľr hohe usbekische Politiker in die EU. Die Sanktionen wurden Ende 2007 gelockert und bis auf das Waffenembargo im Oktober 2008 aufgehoben. Im Oktober 2009 wurde auch das Waffenembargo aufgehoben.

Politik

Nach der Verk√ľndung der Unabh√§ngigkeit Usbekistans wurden binnen Kurzem die Rechtsgrundlagen des neuen Staates geschaffen. Die Verfassung Usbekistans ist auf Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft mit sozialen Garantien und Grundrechtsschutz ausgerichtet. Die praktische Umsetzung der Verfassung durch die Politik ist jedoch heftiger Kritik wegen mangelnder Rechtsstaatlichkeit und erheblicher Demokratiedefizite ausgesetzt.

Staatspräsident

Aus den ersten direkten Pr√§sidentschaftswahlen am 29. Dezember 1991 ging Islom Karimov mit 86¬†Prozent der Stimmen als Sieger hervor und wurde erster Pr√§sident der unabh√§ngigen Republik Usbekistan. Seine Amtszeit wurde am 26. M√§rz 1995 in einem Referendum bis zum Jahr 2000 verl√§ngert. Am 9. Januar 2000 lie√ü er sich mit 91,9¬†Prozent f√ľr eine weitere Amtszeit best√§tigen. Die Abstimmung wurde von vielen Staaten als nicht frei und wenig demokratisch kritisiert. Der einzige Gegenkandidat erkl√§rte, er habe selbst f√ľr den Pr√§sidenten gestimmt. In einem Referendum am 27. Januar 2002 lie√ü Karimov sich erneut seine Amtszeit bis zum Dezember 2007 verl√§ngern.

Obwohl Artikel 90 der usbekischen Verfassung vorsieht, dass die f√ľnfj√§hrige Amtszeit des Pr√§sidenten nur einmal verl√§ngert werden kann, lie√ü sich Karimov in weiteren Wahlen wieder best√§tigen, wobei die Gegenkandidaten sich teilweise sogar f√ľr den Amtsinhaber aussprachen. Die Organisation f√ľr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erkl√§rte, dass die Wahl 2007 zahlreiche Kriterien f√ľr demokratische Wahlen nicht erf√ľllt habe. Islom Karimov war bis zu seinem Tod am 2. September 2016 Pr√§sident Usbekistans. Am 8. September 2016 wurde der Premierminister Shavkat Mirziyoyev zum Interimspr√§sidenten ernannt. Seit dem 14. Dezember 2016 ist Mirziyoyev der Pr√§sident von Usbekistan.

Parlament

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Demokratie war die Wahl des Oliy Majlis am 25. Dezember 1994, des ersten auf dem Mehrparteienprinzip basierenden Parlaments in der Geschichte Usbekistans. Seitdem erfolgten zwei Neuwahlen des Parlamentes, die erste davon im Dezember 1999. Das jetzige Parlament wurde am 26. Dezember 2004, mit Stichwahlen im Januar 2005, gewählt. Die nächsten Neuwahlen fanden am 27. Dezember 2009 statt.

Gemäß der Verfassung der Republik Usbekistan ist das Oliy Majlis das höchste repräsentative Staatsorgan, das die gesetzgebende Funktion wahrnimmt.

Bis zu den Wahlen 2004 war das Oliy Majlis ein Einkammer-Parlament. Es setzte sich aus 250 Abgeordneten zusammen, die in den territorialen Ein-Mandat-Wahlbezirken f√ľr die Dauer von f√ľnf Jahren gew√§hlt wurden. Seit dem 26. Dezember 2004 gibt es in Usbekistan ein Zweikammerparlament. Zusammengesetzt ist es aus der unteren, gesetzgebenden Kammer mit 120 Abgeordneten, gew√§hlt auf f√ľnf Jahre, und der oberen Kammer, dem Senat mit 100 Senatoren. 16 Senatoren werden vom Pr√§sidenten ernannt, die anderen, sechs pro Gebiet, werden von den jeweiligen Provinzr√§ten, dem Rat der Stadt Taschkent und dem Rat Karakalpakistans gew√§hlt.

Die Abgeordneten sind in f√ľnf Parteifraktionen und zwei Bl√∂cken vereinigt: Die Fraktion der Volksdemokratischen Partei Usbekistans, die Fraktion der National-demokratischen Partei Fidokorlar, die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Adolat, die Fraktion der Partei Milliy tiklanish, die Fraktion der Partei des Heimatsfortschritts, dem Block, der aus den lokalen Verwaltungsorganen gew√§hlten Abgeordneten und dem Block der W√§hlergruppeninitiativen besteht.

Das Parlament hat zw√∂lf Aussch√ľsse und vier Kommissionen f√ľr s√§mtliche Bereiche des gesellschaftspolitischen und sozial√∂konomischen Lebens.

Die Leitung des Oliy Majlis √ľben der Vorsitzende und seine drei Stellvertreter, die aus den Reihen der Abgeordneten f√ľr die ganze Legislaturperiode gew√§hlt werden, aus. Einer der Stellvertreter des Vorsitzenden des Oliy Majlis ist ein Vertreter der Republik Karakalpakistan, der gegenw√§rtig der Vorsitzende des Joqarg ĽńĪ Ken Ľes, des Parlaments Karakalpakistans, ist.

Um die Arbeit des Oliy Majlis zu organisieren und andere Vollmachten gem√§√ü der Gesetzgebung auszu√ľben, ist der Kengash (Rat) des Oliy Majlis eingesetzt. Er besteht aus dem Vorsitzenden des Oliy Majlis, seinen Stellvertretern, den Vorsitzenden der Aussch√ľsse und Kommissionen sowie den Vorsitzenden der Parteifraktionen und Abgeordnetenbl√∂cke.

Politische Indizes

Innenpolitik und Menschenrechtssituation

Regierungszeit von Islom Karimov

Die Innenpolitik des Landes wurde w√§hrend der 25-j√§hrigen Regierungszeit 1991‚Äď2016 des Pr√§sidenten Karimov praktisch vollst√§ndig vom Pr√§sidenten bestimmt, der auch einen erheblichen Einfluss auf das Parlament hatte. Usbekistan hatte unter seiner Herrschaft den Ruf, einer der repressivsten Staaten der Welt zu sein. √Ėffentliche Proteste der Opposition wurden mit massiver Gewalt unterdr√ľckt. Bei den Unruhen in Mai 2005 gab es nach Sch√§tzungen von Menschenrechtsaktivisten und westlichen Beobachtern ‚Äď eine unabh√§ngige Presse existiert in Usbekistan nicht ‚Äď etwa 500 Todesopfer durch Polizeigewalt.

Zahlreiche Oppositionelle gingen nach Amtsantritt Islom Karimovs bereits in den fr√ľhen 1990er-Jahren ins Exil, etliche mussten f√ľr mehrere Jahre ins Gef√§ngnis, andere sind verschwunden. De facto existiert keine Opposition in Usbekistan, denn nahezu alle Oppositionelle leben im Ausland. Inl√§ndische Oppositionelle m√ľssen mit schweren Repressalien rechnen. Kritische ausl√§ndische Webseiten werden in Usbekistan blockiert.

2004 saßen nach Angaben von Human Rights Watch ca. 7000 politisch und religiös verfolgte Menschen in Haft.

Die Todesstrafe ist in Usbekistan offiziell seit dem Jahr 2008 abgeschafft. Dennoch werden nach Angaben der International Crisis Group in Usbekistan Menschen in den Gef√§ngnissen zu Tode gefoltert. Human Rights Watch sieht ‚ÄěFolter tief im Strafjustizsystem [von Usbekistan] verwurzelt‚Äú. Laut Amnesty International liegen glaubhafte Berichte √ľber routinem√§√üige und allgegenw√§rtige Misshandlungen durch Sicherheitskr√§fte und Sicherheitspersonal vor. Die T√§ter werden nicht bestraft.

Präsidentschaft von Shavkat Mirziyoyev ab 2016

Seit dem Tod Karimovs und der Amts√ľbernahme des neuen Pr√§sidenten Shavkat Mirziyoyev im Dezember 2016 mehrten sich die Anzeichen f√ľr eine sich abzeichnende politische Liberalisierung. Die unter Karimov extrem angespannten Beziehungen zu den Nachbarstaaten verbesserten sich, viele politische Gefangene wurden freigelassen, und erstmals besuchte auch der UN-Hochkommissar f√ľr Menschenrechte das Land. Die Europ√§ische Bank f√ľr Wiederaufbau und Entwicklung, die ihre Aktivit√§ten wegen der innenpolitischen Verh√§ltnisse vor mehr als einem Jahrzehnt eingestellt hatte, nahm diese wieder auf. Bezeichnend war auch die Reaktion auf die Ermordung des Studenten Jasurbek Ibragimov, der am 1. Juni 2017 in Taschkent verstarb. Hier kam es zu spontanen Protesten aus der Zivilgesellschaft, die die Aufkl√§rung des Falles verlangten. Die staatlichen Kr√§fte unterdr√ľckten diese nicht, wie zu Karimov-Zeiten, sondern unterst√ľtzten deren Forderung nach Aufarbeitung des Verbrechens.

Unklar ist allerdings, ob der Kurs der Liberalisierung beibehalten wird, oder ob dieser nur ein taktisches Man√∂ver von Mirziyoyev ist, solange dieser noch nicht seine Machtbasis konsolidiert hat. Der vorsichtige √Ėffnungskurs des neuen Pr√§sidenten weckte auch Hoffnungen f√ľr die Entwicklung der Pressefreiheit in Usbekistan. Doch die Stimmung kippte, als Churschid Mirsachidow, erst seit Februar 2017 Leiter der Nationalen Gesellschaft des usbekischen Radios und Fernsehens, Anfang August desselben Jahres von Mirziyoyew wegen einer kritischen Sendung √ľber den verstorbenen Islom Karimow entlassen wurde. Die usbekische Agentur f√ľr Presse und Information k√ľndigte daraufhin an, hart gegen die Privatmedien vorzugehen. Generaldirektor der Agentur Lasis Tangrijew erkl√§rte: "Wir werden f√ľr die, die unserer Kultur schaden, keine Gnade haben."

Außenpolitik

Usbekistan unterh√§lt politische Beziehungen zu mehr als 100 L√§ndern und hat diplomatische Vertretungen in √ľber 40 L√§ndern; darunter sind zwei Vertretungen in Deutschland. In Taschkent gibt es √ľber 50 Botschaften, darunter ist auch die Deutsche Botschaft in Usbekistan.

Usbekistan bem√ľhte sich in den 1990er und in der ersten H√§lfte der 2000er Jahre, gute Beziehungen sowohl zu Russland als auch zu den USA und Gro√übritannien zu unterhalten. Zurzeit haben sich jedoch die Beziehungen zwischen den USA und Usbekistan abgek√ľhlt, da Karimov die amerikanische Milit√§rbasis r√§umen lie√ü. Ein Grund daf√ľr war, dass die USA die blutigen Unterdr√ľckungen in Andijon verurteilten. Au√üenminister ist Vladimir Norov.

Der usbekische Staat sieht sich weiterhin als Teil der weltweiten Anti-Terror-Koalition. Gr√ľnde daf√ľr sind die Ereignisse von Andijon im Mai 2005 sowie die versuchten Terroranschl√§ge auf Pr√§sident Karimov in den Jahren zuvor. Der islamische Fundamentalismus wird von Regierungsseite als gr√∂√üte Bedrohung des Landes dargestellt und schon seit l√§ngerem bek√§mpft. Doch oft wird dies als Rechtfertigung dazu genutzt, unschuldige, meist lediglich nicht regierungstreue Personen zu inhaftieren.

Aus der Unterst√ľtzung des weltweiten Kampfes gegen Terrorismus resultierte auch die Nutzung des Lufttransportst√ľtzpunktes Termiz durch etwa 80 deutsche Bundeswehrsoldaten, die dort zur logistischen Unterst√ľtzung des ISAF-Einsatzes in Afghanistan bis 2015 stationiert waren.

Unterst√ľtzung erhielt Usbekistan zuletzt 2002 sowohl von der US-Regierung, die 202 Millionen Euro f√ľr dessen Armee und Sicherheitseinheiten √ľberwiesen, als auch von dem damaligen deutschen Au√üenminister Joschka Fischer, der sich mehrfach sehr wohlwollend gegen√ľber dem Regime √§u√üerte.

Mitgliedschaften

  • Vereinte Nationen (UNO)
  • Shanghaier Organisation f√ľr Zusammenarbeit (SOZ)
  • Gemeinschaft Unabh√§ngiger Staaten (GUS)
  • Organisation f√ľr wirtschaftliche Zusammenarbeit (ECO)
  • Organisation der Islamischen Konferenz (OIC)
  • Organisation f√ľr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
  • T√ľrkischer Rat

Aus der GUAM (bis dahin GUUAM) und dem T√ľrkisch-Zentralasiatischen Gipfel (OATCT) trat Usbekistan im Mai 2005 aus.

Usbekistan erkennt nahezu alle internationalen Vertr√§ge und Vereinbarungen an und ist vielen internationalen Abkommen und Konventionen beigetreten. Ein Beitritt zur Welthandelsorganisation ist bisher noch nicht erfolgt. Usbekistan ist aber Beobachter und befindet sich aktiv in Verhandlungen. Gr√ľnde f√ľr den bisher nicht erfolgten Beitritt liegen unter anderem in der unzureichenden Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen. Im Jahr 2001 erfolgte die Aufnahme in die Shanghai Cooperation Organisation. Mit der EU wird auf Grundlage eines Kooperations- und Partnerschaftsabkommens sowie mit der NATO im Rahmen des Programms Partnerschaft f√ľr den Frieden zusammengearbeitet.

Wirtschaftsbeziehungen

Russland, China, S√ľdkorea, Deutschland und Kasachstan sind die f√ľnf wichtigsten Lieferl√§nder Usbekistans. Das Importvolumen betrug im Jahr 2008 sieben Milliarden US-Dollar, das Exportvolumen ca. 10,4 Milliarden US-Dollar. Importiert werden √ľberwiegend Maschinen, Nahrungsmittel und Chemikalien. Hauptexportg√ľter sind Baumwolle, Gold und Erdgas.

In der zentralen Frage der W√§hrungskonvertibilit√§t hat Usbekistan einen wichtigen Schritt nach vorn unternommen. Seit dem 15. Oktober 2003 gilt volle Konvertibilit√§t. Gleichzeitig versucht die Regierung, makro√∂konomische Stabilit√§t √ľber eine stark reglementierte Geldpolitik zu erreichen. Mit der au√üergew√∂hnlich starken Kontingentierung der Bargeldmenge sollen Wirtschaft und Handel kontrolliert, die W√§hrung stabil gehalten und die Inflation einged√§mmt werden. Dies behindert das Wirtschaftsleben. Allerdings gab es 2005 ein Wachstum von sieben Prozent; es ist ein solider Haushalt und ein positiver Au√üenhandelssaldo erreicht worden. Doch makro√∂konomische Stabilit√§t bringt noch kein wirkliches Wachstum im Handel und Privatsektor sowie Wohlstand mit sich.

Beziehungen zu Russland

Mitte November 2005 haben der russische Pr√§sident Wladimir Putin und sein usbekischer Amtskollege Islom Karimov in Moskau einen milit√§rischen Beistandspakt unterzeichnet. Wie es darin hei√üt, wird ein milit√§rischer Angriff auf einen der beiden Staaten als ‚ÄěAggression gegen beide Seiten‚Äú gewertet: ‚ÄěIm Fall einer Aggression gegen eine der Vertragsparteien wird die andere Seite jede notwendige, auch milit√§rische Hilfe anbieten‚Äú. Berichten zufolge r√§umt der Vertrag zudem beiden L√§ndern das Recht auf eine gegenseitige Nutzung ihrer milit√§rischen Infrastruktur ein. Karimov bezeichnete den Vertrag ausdr√ľcklich als ‚Äěhistorisches Abkommen‚Äú. ‚ÄěRussland war und bleibt unser treuester Verb√ľndeter.‚Äú Putin w√ľrdigte das russische Verh√§ltnis zu Usbekistan in √§hnlicher Weise.

Kommentatoren gilt die Vereinbarung als Best√§tigung daf√ľr, dass sich Usbekistan in Zukunft in erster Linie an Russland binden und weniger stark an US-Interessen orientieren will. Russland verst√§rke damit seinen Einfluss in dem zentralasiatischen Land. F√ľr die Seidenstra√üenstrategie der USA bedeutet das Abkommen nach √úberzeugung vieler Beobachter einen herben R√ľckschlag (s. auch: The Great Game).

Der Russlandkurs von Karimovs Nachfolger Mirziyoyev hat keine nennenswerte Ver√§nderung erfahren. ‚ÄěDie Beziehungen zu Russland waren, sind und werden auch in der Zukunft von strategischer Partnerschaft begleitet sein‚Äú ‚Äď betonte der usbekische Pr√§sident w√§hrend seines ersten offiziellen Russland-Besuches in Moskau im April 2017.

Beziehungen zu Deutschland

Deutschland ist einer der wichtigsten Partner Usbekistans in Westeuropa. Dies geht unter anderem auf die Tatsache zur√ľck, dass Deutschland einer der wichtigsten Abnehmer von usbekischem Erdgas ist. Der ehemalige deutsche Au√üenminister Frank-Walter Steinmeier gilt als politischer Freund Usbekistans und setzte sich auf Ebene der Europ√§ischen Union f√ľr ein Ende aller Sanktionen gegen Usbekistan und usbekische Politiker ein. Ende Februar 2008 reiste eine deutsche Delegation unter F√ľhrung des damaligen Wirtschaftsministers Glos nach Usbekistan und Turkmenistan. Die etwa 100 Mann starke Delegation wurde durch Diplomaten aus dem Au√üenministerium und Repr√§sentanten der Wirtschaft unterst√ľtzt. Vertreten waren unter anderem Deutsche Bank, EADS, MAN, RWE, Siemens, Taklog International Transports GmbH, Thyssenkrupp und Wintershall. Bei den bilateralen Gespr√§chen hatte besonders das Thema Energieversorgung mit Erdgas einen hohen Stellenwert.

Es gibt etwa 55 deutsche Firmenvertretungen in Usbekistan (etwa 15 mit entsandten Deutschen), darunter Siemens und drei deutsche Banken, die sowohl Baumwollhandel als auch Liefergeschäfte mit Usbekistan finanzieren.

Beziehungen zu Kasachstan

Ethnisch, kulturell und historisch betrachtet sind Usbekistan und Kasachstan eng miteinander verbunden. Die Grundlagen der zwischenstaatlichen Beziehungen wurden mit den Vertr√§gen √ľber die "Ewige Freundschaft" in den Jahren 1997 und 1998 geschaffen.

2006 kam es zum ersten Besuch eines usbekischen Pr√§sidenten in Kasachstan. W√§hrend seines letzten Besuches im November 2014 hob der usbekische Pr√§sident Islom Karimow die Bedeutung des Nachbarlandes f√ľr sein Land hervor: "Kasachstan ist uns am n√§chsten stehendes Land und unterst√ľtzte das usbekische Volk stets in schwierigen Zeiten."

Unter den zentralasiatischen Staaten ist Usbekistan der größte Handelspartner Kasachstans. Mehr als zwei Drittel aller kasachischen Importe aus Zentralasien stammen aus Usbekistan.

Beziehungen zu Kirgisistan

Das Verh√§ltnis zu Kirgisistan ist seit vielen Jahren politisch angespannt. Parallel zu den im Jahr 2010 ausgebrochenen innenpolitischen Unruhen in Kirgisistan, die den Sturz des Pr√§sidenten Kurmanbek Bakijew zur Folge hatte, eskalierte die Lage in s√ľdkirgisischen Provinzen Osch und Dschalalabat, wo es zu ethnischen Auseinandersetzungen zwischen Kirgisen und Usbeken gekommen war. Zehntausende Usbeken fl√ľchteten daraufhin nach Usbekistan. Offiziellen Angaben zufolge starben bei den Zusammenst√∂√üen 170 Menschen, Medien sprachen von 2000 Todesopfern. Wegen des anhaltenden Fl√ľchtlingsandrangs hatte die usbekische Seite sogar die gemeinsame Grenze geschlossen. Auch Grenzstreitigkeiten wie im Falle des Konflikts um den Ungar-Too belasteten das Verh√§ltnis der beiden Staaten.

Militär

Usbekistan selbst hat 52.500 Soldaten im Dienst. Die Streitkr√§fte bestehen aus der Armee, den Luftstreitkr√§ften und den milit√§rischen Sicherheitskr√§ften, die dem Innenministerium unterstehen und nicht mit der Miliz zu verwechseln sind. Dar√ľber hinaus besteht eine Art Nationalgarde, die dem nationalen Sicherheitsdienst unterstellt und f√ľr die Sicherheit wichtiger Pers√∂nlichkeiten des Landes verantwortlich ist. Marinestreitkr√§fte besitzt das Land nicht. Laut Verteidigungsgesetz von 1992 ist die Armee eine Verteidigungsarmee. Der derzeitige (Stand April 2014) Verteidigungsminister Usbekistans ist Qobul Raimovich Berdiyev.

Nach den Terroranschl√§gen vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten bewilligte die usbekische Regierung auf Anfrage den USA die Stationierung der US-Luftwaffe auf dem Karshi-Khanabad Flughafen im S√ľden von Usbekistan. Dieser St√ľtzpunkt spielte in der Folge eine wichtige Rolle in der Aufkl√§rung und bei Angriffen auf Al-Qaida-K√§mpfer in Afghanistan. Nachdem die Anschl√§ge im Mai 2005 in der Stadt Andijon, bei denen mehr als 400 Zivilisten den Tod fanden, von der US-Regierung verurteilt worden waren, wurden die US-Truppen aufgefordert, den Luftwaffenst√ľtzpunkt innerhalb von 180 Tagen zu r√§umen. Die letzten US-Truppen hatten danach im November 2005 Usbekistan verlassen.

Seit einem Erlass des Staatspr√§sidenten Karimov im November 2008 findet die Einberufung f√ľr den einj√§hrigen Grundwehrdienst nur noch einmal im Jahr statt. Zudem wurde ein Dienst f√ľr die Einberufung einer Mobilisationsreserve eingef√ľhrt.

In Usbekistan waren von 2002 bis 2015 etwa 100 Soldaten der Bundeswehr stationiert. Die Deutschen nutzten den St√ľtzpunkt Termiz, 500 Kilometer s√ľdlich von Taschkent, zur Versorgung der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF).

Miliz

Die usbekische Miliz, so die Bezeichnung der Polizei in einigen Staaten der ehemaligen Sowjetunion, ist wegen der in ihren Reihen grassierenden Korruption ber√ľchtigt. Sie genie√üt daher in weiten Teilen der Bev√∂lkerung keinen guten Ruf. Auf Land- und Zugangsstra√üen zu St√§dten werden in regelm√§√üigen Abst√§nden Kontrollpunkte aufgebaut. Vorbeifahrende m√ľssen diese Kontrollpunkte langsam passieren und werden teilweise zu genauerer Kontrolle angehalten. Die Autokennzeichen werden oft aufgezeichnet, was eine Kontrolle der Bev√∂lkerung erm√∂glicht. Innerhalb der gr√∂√üeren St√§dte stehen am Stra√üenrand ebenfalls Milizion√§re, meist etwa alle zwei- bis f√ľnfhundert Meter. Die ohnehin schon starke Pr√§senz der Miliz wurde als Folge der Unruhen im Mai 2005 noch weiter ausgebaut.

Verwaltungsgliederung

Usbekistan ist in zw√∂lf Provinzen (usbekisch viloyat, Pl. viloyatlar; in Sowjetzeiten Oblast), eine autonome Republik (usbekisch respublika) und eine Stadt (shahar) mit Provinzrang gegliedert. Die Provinzen und die autonome Republik sind in 157 Kreise (tuman, vgl. Gliederung ehemaliger sowjetischer F√∂rderationssubjekte bzw. Rajons) und 26 kreisfreie St√§dte gegliedert, die Hauptstadt (mit Provinzrang) in elf Stadtkreise. Den Kreisen sind insgesamt 91 St√§dte, 1049 st√§dtische Siedlungen oder Kleinst√§dte (shacharcha) sowie 1457 ‚ÄěLandgemeinden‚Äú (qishloq fuqarolar yig Ľin, w√∂rtlich ‚ÄěDorfb√ľrgerversammlung‚Äú) unterstellt. 15 st√§dtische Siedlungen und zw√∂lf ‚ÄěLandgemeinden‚Äú sind verschiedenen kreisfreien St√§dten unterstellt, au√üerdem eine Stadt (Yangiobod, zur kreisfreien Stadt Angren). Eine st√§dtische Siedlung (Ulug Ľbek) ist dem Kreis Mirzo Ulug Ľbek der Hauptstadt Taschkent unterstellt (alle Angaben mit Stand 1.¬†Januar 2011).

Der autonomen Republik garantiert die usbekische Verfassung das Recht, per Volksabstimmung eine Loslösung von der Republik Usbekistan zu beschließen. Außerdem stehen ihr eine eigene Verfassung und eigene Gesetze zu, solange sie in Einklang mit der usbekischen Verfassung stehen.

Wirtschaft

In der ehemaligen Sowjetunion war Usbekistan eines der ärmeren Gebiete. Mehr als 60 % der Bevölkerung lebten in schwach besiedelten ländlichen Gemeinschaften. Heute ist Usbekistan der drittgrößte Baumwollexporteur der Welt, ein bedeutender Förderer von Erdgas, Gold und Kupfer sowie örtlicher Produzent von chemischen Produkten und Maschinen.

In der Folge der Unabh√§ngigkeit 1991 versuchte die damalige Regierung, die Planwirtschaft nach sowjetischem Muster mit Unterst√ľtzungsgeldern und starker Kontrolle von Produktion und Preisen aufzufangen. 1994 begann man aufgrund der starken Inflation, die Wirtschaft zu reformieren. Das Investitionsklima f√ľr ausl√§ndische Investoren sollte verbessert, die Rolle des Staates langsam zur√ľckgefahren, die Privatisierung weiter vorangetrieben und eine strengere Geldpolitik eingef√ľhrt werden. Der Staat ist aber weiterhin ein dominierender Faktor in der usbekischen Wirtschaft und die Reformen sind insoweit fehlgeschlagen, dass sie die dringend gebrauchten strukturellen Ver√§nderungen nicht erbrachten. Der IWF schob 1996 einen 185-Millionen-Dollar-Kredit auf, weil die damalige politische Lage in Usbekistan eine Erf√ľllung der Fonds-Konditionen unm√∂glich machte. Aufgrund der Asien- und Russland-Krise wurden der Export und die Geldpolitik weiter gestrafft. Ein Hauptgrund f√ľr die derzeitige Stagnation ist die Wirtschaftspolitik, die ausl√§ndische Investoren verprellt.

Im Laufe der letzten Jahre ist das BIP laut offiziellen Angaben kontinuierlich um mindestens acht Prozent gewachsen. Im Jahr 2016 lag das Wachstum bei 7,8 Prozent. Im darauffolgenden Jahr ist das Wachstum um 2,5 Prozent auf 5,3 Prozent zur√ľckgegangen. Gem√§√ü den Angaben der usbekischen Statistikagentur ist das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2018 um 5,1 Prozent gegen√ľber dem Vorjahr gewachsen. 2019 waren es 5,5 Prozent. Die Inflationsrate stieg gleichzeitig auf 19,2 Prozent gegen√ľber 14 Prozent im Vorjahr.

Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2020 bei 6,1 %. Von allen 2019 statistisch erfassten Beschäftigten waren 5,7 Millionen im formellen und 7,8 Millionen im informellen Sektor tätig. Seit 2019 forciert die Regierung die Legalisierung von Arbeitsplätzen und gewann dadurch 308.000 mehr Beschäftigte im formellen Sektor. Die Gesamtzahl der Beschäftigten wurde 2017 auf 18,1 Millionen geschätzt; davon sind 41,6 % Frauen.

Kennzahlen

Alle Angaben auf Basis der Statistik des Internationalen Währungsfonds.

Landwirtschaft

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Anbaugebiete sind das dicht besiedelte Ferghana-Becken im Osten und die Regionen um die St√§dte Taschkent, Samarkand und Buchara. Knapp 80¬†% der landwirtschaftlichen Nutzfl√§che dienen dem Anbau von Baumwolle. Weite Teile der heutigen Anbaufl√§chen m√ľssen k√ľnstlich bew√§ssert werden. Dies f√ľhrt zu massiven Problemen der Bodenversalzung und zum baldigen Austrocknen des Aralsees.

Acker- und Gartenbau

In Usbekistan werden verschiedenste Getreide-, Gem√ľse- und Obstsorten angebaut. Besonderer Beliebtheit, auch weit √ľber die Landesgrenzen hinweg, erfreuen sich die usbekischen K√ľrbisse. Seit einer Reduzierung der Anbaufl√§chen f√ľr Baumwolle nimmt der Acker- und Gartenbau zu. Die meisten Agrarprodukte werden direkt auf den lokalen M√§rkten angeboten und kaum exportiert.

Baumwolle

Baumwolle ist in Usbekistan ein allgegenw√§rtiges Thema und das wichtigste Agrarprodukt des Landes. Sie ist ein so zentrales Element der Kultur Usbekistans, dass man sie sogar auf dem Wappen des Landes findet. Es gibt Springbrunnen in Form einer Baumwollkapsel und Hochh√§user und Mauern mit stilisierten Baumwolldarstellungen. Neben dem Anbau von Baumwolle f√ľr den Export wird auch Baumwollsamen√∂l hergestellt, das in der K√ľche Usbekistans h√§ufig verwendet wird.

Die Baumwollernte 2008 betrug in etwa 3,6 Millionen Tonnen Rohbaumwolle. Usbekistan war mit 1,1 Millionen Tonnen hochwertiger Baumwolle auf dem sechsten Platz der weltgr√∂√üten Baumwollproduzenten. Im Jahr 2009 betrug die Baumwollernte nur noch etwa 3,4 Millionen Tonnen Rohbaumwolle, was √ľberwiegend damit zu tun hat, dass Teile der Anbaufl√§chen jetzt f√ľr andere landwirtschaftliche Produkte genutzt werden.

Die √ľberwiegend in staatlicher Hand befindliche usbekische Baumwollproduktion beruht zum Teil auf Kinderarbeit und zwangsweise einberufenen Studenten. Usbekistan erlie√ü zwar 2008 ein Verbot, Kinder auf den Baumwollfeldern einzusetzen. Dies geschah auf Druck internationaler Unternehmen der Bekleidungsindustrie, wie unter anderem Walmart, Tesco, Gap Inc., H&M und C&A. Beobachtern zufolge kommt es dennoch immer wieder in vielen Landesteilen zum Einsatz von Kindern bei der Ernte.

Seidenherstellung

In und um Margilan liegt das Zentrum der usbekischen Seidenherstellung. Entlang von B√§chen und Kan√§len finden sich Maulbeerb√§ume, welche die Nahrungsgrundlage f√ľr die Seidenraupe sind. Die Seidenf√§den werden zu Stoffen verarbeitet und teilweise exportiert.

Bergbau

Usbekistan ist reich an Bodenschätzen wie Erdgas, Gold, Kupfer und Uran. Weitere wichtige Bodenschätze sind Silber, Blei, Zink, Wolfram, Molybdän und Kaolin.

Viele der Rohstoffe werden bisher kaum abgebaut.

Erdgas

An der Förderung von Erdgas in Usbekistan ist eine Vielzahl internationaler Unternehmen beteiligt. Nahezu alle Investitionen erfolgen in Kooperation mit der usbekischen Holdinggesellschaft Usbekneftegas, die sich in staatlicher Hand befindet.

Die Erschlie√üung der Erdgasf√∂rderung in der Region Buchara ‚Äď Chiwa l√§uft in Zusammenarbeit mit Lukoil Overseas seit 2004 und wird vermutlich 2008 abgeschlossen. Die F√∂rderung hat eine geplante Laufzeit von 35¬†Jahren. Die Vorkommen sind geologisch auf ungef√§hr 283 Milliarden m¬≥ gesch√§tzt. Die F√∂rderung im Ustjurt-Plateau wurde in Zusammenarbeit mit Zarubezhneftegaz, einer Tochtergesellschaft von Gazprom, und der schweizerischen Gas Project Development Central Asia AG, Gazprom hat hier ebenfalls 50¬†% Anteil, 2004 wieder aufgenommen und soll bis 2017 die vorhandenen etwa acht Milliarden m¬≥ Erdgas f√∂rdern. Sinopec, eine chinesische Gesellschaft, plant bis 2010 Investitionen in bestehende F√∂rdergebiete und auch in die Erkundung neuer F√∂rdergebiete in den Regionen Andijon und Namangan sowie Buchara, Chiwa und Ustjurt. Die schweizerische Zeromax GmbH ist an der Erschlie√üung und Nutzung der neuen Gaslagerst√§tten in der Region Buchara ‚Äď Chiwa sowie an den Erkundungen in der Region Tandyrtschi beteiligt. Die Erkundung der Vorkommen im Aralseebecken wird durch ein Konsortium aus Lukoil Overseas (russisch), Petronas Carigali Overseas (malaysisch), CNPC International Ltd. (chinesisch) und KNOC Aral Ltd. (koreanisch) vorgenommen. Ein entsprechendes Abkommen wurde Ende 2006 ausgehandelt.

Ende Juni 2008 begann der Bau einer Gaspipeline von der Region Buchara bis nach China. Partner auf chinesischer Seite ist CNPC. Die Baukosten des ersten Teilabschnitts mit einer Länge von 500 Kilometern sollen etwa zwei Milliarden US-Dollar betragen. Die beiden Linien sollen Ende 2009 und im Jahr 2011 fertiggestellt werden.

Erdöl

Die Erd√∂lf√∂rderung in Usbekistan ist weit weniger bedeutend als die Erdgasf√∂rderung. Bei einer Produktion von etwa 100.000 Barrel pro Tag und einem Verbrauch von √ľber 150.000 Barrel pro Tag muss Usbekistan, trotz seiner nachgewiesenen Vorkommen von 600 Millionen Barrel Roh√∂l, netto √Ėl importieren.

Metalle

Metallverh√ľttung ist in den Bergbauregionen Angren und Olmaliq angesiedelt. Der Goldexport bringt derzeit noch wesentlich h√∂here Deviseneinnahmen als der Erdgasexport.

Usbekistan ist derzeit der weltweit f√ľnftgr√∂√üte Produzent des radioaktiven Metalls Uran. Da es keinerlei Bedarf an Uran im Inland gibt, ist die komplette Produktion zum Export bestimmt. Die Reserven werden auf 186.000 Tonnen gesch√§tzt, bei einer derzeitigen F√∂rderrate von 1.500 Tonnen pro Jahr. Seit 2007 lief ein f√ľnfj√§hriges Investitionsprogramm, das den j√§hrlichen Aussto√ü um etwa 150¬†% auf 3.500 Tonnen pro Jahr vergr√∂√üern sollte. Dazu wurden alte Minen wiederer√∂ffnet, neue Lagerst√§tten erschlossen und bestehende modernisiert.

Industrie

In Asaka im Ferganatal produziert Uz-DaewooAvto j√§hrlich etwa 190.000 Kleinwagen (Stand: 2009) der Typen Daewoo Matiz, Daewoo Nexia und Damas f√ľr den zentralasiatischen Markt. Uz-Daewoo war ehemals ein Joint Venture von UzAvtoprom mit dem s√ľdkoreanischen Automobilhersteller GM Daewoo, ist aber seit der finanziellen Krise von Daewoo 1998 komplett in usbekischer Hand. Seit Oktober 2007 ist General Motors ein Joint Venture mit UzAvtoprom unter dem Namen GM Daewoo Auto & Technology Uzbekistan eingegangen (siehe: GM Uzbekistan). Im Februar 2008 wurden weitere Vereinbarungen unterzeichnet, wobei GM 25¬†% des Joint Ventures h√§lt. Im Werk von UzAvtoSanoat werden bereits die Modelle Chevrolet Captiva, Epica und Tacuma hergestellt. GM unterst√ľtzt UzAvtoSanoat durch sein H√§ndlernetz, Autos der Marke Chevrolet, die in Usbekistan produziert wurden, in den Staaten der GUS zu verkaufen. Mit geplanten 5.000 Mitarbeitern sollen j√§hrlich 250.000 Autos der Typen Chevrolet Captiva, Chevrolet Epica, Chevrolet Lacetti und Tacuma hergestellt werden.

In Taschkent findet die Produktion der Militärtransportflugzeuge Il-76 und der Passagierflugzeuge IL-114 statt, Russland ist aber bestrebt, die Produktion nach Uljanowsk zu verlegen.

Weiterer Maschinenbau steht meist in Zusammenhang mit der Landwirtschaft, insbesondere der Herstellung von Baumwollprodukten.

Tourismus

Der Tourismus in Usbekistan befindet sich im Aufbau. Die Infrastruktur entspricht noch nicht durchg√§ngig den Anspr√ľchen eines international ausgerichteten Tourismus. In Taschkent, Samarkand, Buchara und Chiwa entsprechen mittlerweile viele Hotels dem internationalen Standard u.¬†a. mit kostenlosem Internetzugang. Oft sind in den Hotels Geldautomaten oder Bankfilialen untergebracht, sodass man sich jederzeit problemlos mit Bargeld versorgen kann. Derzeit ist der meiste Tourismus entlang der Seidenstra√üe zu finden, die das Land in fast der gesamten L√§nge durchzieht. Beliebte Reiseziele sind die antiken St√§dte Samarkand, Buchara und Chiwa. Optimale Reisezeiten sind Fr√ľhling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober), da der Sommer sehr hei√ü ist. Im Ugom-Chatqol-Nationalpark ist zudem Wintersport in Form von Heliskiing m√∂glich. Zentren des inl√§ndischen Tourismus sind unter anderem Chimgon und Beldersoy, die als leicht erreichbares Erholungsgebiet f√ľr die Bev√∂lkerung Taschkents dienen.

Seit Februar 2019 k√∂nnen alle Staatsb√ľrger der Europ√§ischen Union, Staatsb√ľrger aus dem Schengen-Raum und Staatsb√ľrger weiterer Staaten, darunter der Schweiz, visafrei einreisen. Damit stieg die Zahl der Staaten, deren Staatsb√ľrger kein Visum ben√∂tigen, auf nunmehr 64. Zudem wurde etlichen Staatsb√ľrgern weiterer Staaten der Zugang zum E-Visa-System gestattet. Damit stieg die Zahl der Staaten mit Zugang auf 76.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 21,23 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 21,09 Mrd. US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 0,1¬†% des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 11,6 % des BIP.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Gesundheit: 4,7¬†%
  • Bildung: 9,4¬†% (1991)
  • Milit√§r: 2,0¬†% (2005)

Außenwirtschaft und Außenwirtschaftspolitik

Usbekistans Integration in den Welthandel wird durch die prononcierte Importsubstitutionspolitik des Landes behindert. Ein wichtiger Grund f√ľr diese Politik ist die Tatsache, dass Usbekistan kapitalintensive Industrien (beispielsweise die Automobilindustrie) aufgebaut hat, obwohl im Land das Kapital relativ knapp ist. Ein anderer Grund ist die veraltete Technik in anderen Industriezweigen. Die in diesen Fabriken produzierten G√ľter w√ľrden einem freien Wettbewerb mit importierten G√ľtern nicht standhalten k√∂nnen. Daher wird die usbekische Produktion durch hohe, teilweise prohibitive Importz√∂lle gesch√ľtzt.

Der Zustrom ausl√§ndischen Kapitals, insbesondere in Form von Direktinvestitionen, ist geringer als in allen anderen Nachfolgestaaten der fr√ľheren Sowjetunion. Die Auswanderung von Arbeitskr√§ften, insbesondere von qualifizierten Arbeitskr√§ften, ist hingegen sehr hoch. Mindestens 2 Millionen Usbeken arbeiteten alleine in Russland. Im Jahr 2012 √ľberwiesen die Gastarbeiter 5,7 Milliarden Dollar nach Usbekistan, das entsprach einem Zehntel der usbekischen Wirtschaftsleistung.

Infrastruktur

Verkehr

Struktur

Usbekistan verf√ľgt im Vergleich zu seinen Nachbarn √ľber eine relativ gute Infrastruktur, wenn auch die geographische Lage und der fehlende Zugang zum Meer Restriktionen f√ľr den G√ľterverkehr bedeuten. Usbekistan ist neben Liechtenstein der einzige Binnenstaat, an den nur Binnenstaaten angrenzen, was manchmal auch als doppelter Binnenstaat bezeichnet wird. Der gr√∂√üte Teil des Verkehrs wird auf der Stra√üe abgewickelt.

Die Anteile am G√ľterverkehr verteilen sich nach der Tonnage auf den Stra√üenverkehr mit 90,7¬†%, Pipelines (Erd√∂l und Gas) mit 4,7¬†% und Eisenbahn mit 4,6¬†%. Der Personenverkehr findet zu 98,5¬†% auf der Stra√üe statt, 1,2¬†% entfallen auf die Luftfahrt und 0,3¬†% auf die Eisenbahn.

Straßen

Die L√§nge des Stra√üennetzes betr√§gt √ľber 81.600¬†Kilometer, wovon 71.237¬†Kilometer mit festem Fahrbahnbelag ausgestattet sind (Stand: 2007). Von herausragender Bedeutung ist die Strecke Taschkent‚ÄďSamarkand‚ÄďBuchara‚ÄďUrganch-Nukus entlang der alten Seidenstra√üe; die Strecke ist allerdings √ľber gro√üe Distanzen in sehr schlechtem Zustand. Die Fernverkehrsstra√üe M-39 (Almaty, Kasachstan-Taschkent-Samarkand-Termez) f√ľhrt in einem Abschnitt zwischen Taschkent und Samarkand durch kasachisches Gebiet und muss daher f√ľr den Transit zwischen beiden St√§dten umfahren werden. Die M-37 verbindet Samarkand mit Buchara und f√ľhrt weiter nach Aschgabat in Turkmenistan. Zwischen Buchara und Urganch f√ľhrt zun√§chst eine nicht richtungsgetrennte Hauptstra√üe (A-380) durch die W√ľste. Diese Strecke mit einem dann folgenden ca. 250 km langen, neuen Autobahnabschnitt zwischen Buchara‚ÄďUrganch ist Teil der Europastra√üe 40 (Letzteres zwischen Buchara und Urganch durch turkmenisches Gebiet), die auch zwischen dem Kaspischen Meer und Aralsee nordwestlich aus dem Land hinaus nach Kasachstan f√ľhrt, dort aber nur als ‚Äěunbefestigte Piste‚Äú vorhanden ist. Weitere Nationalstra√üen auf usbekischem Gebiet sind die M-34 von Taschkent √ľber Guliston nach Duschanbe in Tadschikistan, die M-41 von Termez √ľber Duschanbe ins kirgisische Gebiet.

Schienenverkehr

Die Eisenbahn wird von der staatlichen O Ľzbekiston Temir Yo Ľllari (UTY) betrieben. Das Schienennetz wurde zwischen 1991 und 2007 um rund 500¬†Kilometer auf eine L√§nge von etwa 3950¬†Kilometer erweitert. Die neu gebauten Strecken waren vielfach n√∂tig, um Transitfahrten durch Nachbarstaaten zu vermeiden. Der Gro√üteil des Schienennetzes ist eingleisig und soll ausgebaut werden. Die Strecken um Taschkent, also im Wesentlichen von der Hauptstadt aus nach S√ľdwesten und in das benachbarte Kasachstan, wurden elektrifiziert. Die Elektrifizierung der Strecken wird weiter vorangetrieben.

Seit 2003 verkehrt zwischen Taschkent und Samarkand der Registon mit einer Fahrtzeit von drei Stunden und 40¬†Minuten, seit 2005 der Sharq zwischen Taschkent und Kogon (nahe Buchara) mit einer Fahrtzeit von sieben Stunden. Im Juli 2011 wurde der erste 250¬†km/h schnelle Talgo geliefert, der die Fahrzeit Taschkent‚ÄďSamarkand auf zwei Stunden verk√ľrzt. Diese Schnellbahnstrecke f√ľhrt aktuell bis Buchara; an einem Ausbau der Strecke bis Urganch wird gearbeitet. ‚Äď Daneben gibt es noch den Zug 49/50 als t√§gliche Tagesrandverbindung Samarkand‚ÄďTaschkent‚ÄďSamarkand, der westlichen Standard aufweist.

Sehr wichtig ist die 2016 er√∂ffnete Verbindung von Taschkent ins Ferghana-Tal. Die Verbindung f√ľhrt durch das Gebirge mit dem 19¬†km langen Kamchiq-Tunnel. Erst dieser Tunnel erm√∂glichte die innerusbekische Eisenbahnverbindung vom Ferghana-Tal mit dem Rest des Landes. Die Eisenbahn-Linien im Tal f√ľhren durch die Nachbarl√§nder und sind aktuell gesperrt.

Taschkent besitzt seit 1977 eine U-Bahn mit einem 36,2 km umfassenden Netz. Seit 2018 ist es erlaubt, die U-Bahn und in den Bahnhöfen zu fotografieren.

Wasserwege

1.100 Kilometer der Wasserwege sind schiffbar. Die starken Wasserentnahmen aus dem Amudarja schränken den Schiffsverkehr jedoch stark ein. Der einzige nennenswerte Hafen befindet sich in Termiz.

Luftverkehr

Usbekistan besitzt eine staatliche Fluggesellschaft Uzbekistan Airways (usbek. O Ľzbekiston havo yo Ľllari), die sowohl Binnenfl√ľge, als auch internationale Fl√ľge, so unter anderem nach Frankfurt am Main anbietet. Taschkent verf√ľgt √ľber einen internationalen Flughafen. Der zweite internationale Flughafen ist Urganch. Uzbekistan Airways bietet unter anderem Fl√ľge nach Frankfurt, Istanbul, Rom und Mumbai an. Auch Nukus, Samarkand und Buchara werden von Moskau aus angeflogen.

Energieversorgung

Die Stromversorgung in Usbekistan erfolgt mit 220 Volt Netzspannung und 50¬†Hz Netzfrequenz. Produziert wird der Strom in Kohle-, Gas- und Wasserkraftwerken. Die Chorvoq-Talsperre liefert beispielsweise einen Teil des Stromes f√ľr Taschkent und Chirchiq.

In weiten Teilen Taschkents existiert ein Fernwärmenetz, welches die Versorgung mit Heißwasser sichert. Viele Haushalte sind zudem an das Gasnetz angeschlossen.

Die Energieversorgung gilt in den Städten als zuverlässig, nicht jedoch auf dem Land. Es kommt dort häufiger zu Stromausfällen.

Telekommunikation und Post

Das Telekommunikationsnetz stammt zu weiten Teilen noch aus sowjetischer Zeit und bedarf somit dringender Modernisierung. Die staatliche Telefongesellschaft Uzbektelecom hat zur Modernisierung des Netzes einen Kredit der japanischen Regierung √ľber 110¬†Millionen USD in Anspruch genommen. Zu den etwa 1,821¬†Millionen Telefonanschl√ľssen (Stand: 2007) kommen 22,8¬†Millionen Mobilfunkanschl√ľsse (Stand: Januar 2018). Es gibt f√ľnf Mobilfunkprovider: Die usbekischen Firmen UCell (ehemals Coscom), Uzmobile und Perfectum Mobile sowie die russischen Unternehmen Mobile TeleSystems (MTS) und VimpelCom mit dem Markennamen Beeline (ehemals Unitel). Ein landesweiter Ausbau des GSM-Netzes steht allerdings noch aus, UCell hat hierzu im November 2007 einen Vertrag mit Nokia Siemens Networks abgeschlossen. Die Mobilfunkbetreiber planten 2009 etwa 200¬†Millionen USD in den Netzaufbau von UMTS und WiMAX und in Modernisierung der Netze zu investieren. Ende 2008 soll UMTS in Taschkent in den Regelbetrieb gehen.

Usbekistan ist mit √úberland- und Funkleitungen √ľber Kasachstan und Russland an internationale Netze angeschlossen. Derzeit befindet sich das Trans-Asia-Europe-Glasfasernetz (TAE) im Aufbau, das sich an der Seidenstra√üe orientierend von Frankfurt (Main) bis nach Shanghai erstreckt.

Bisher gibt es in Usbekistan nur knapp 38.200 Internetanschl√ľsse (Stand: 2008). Die Internetanschl√ľsse sind derzeit f√ľr gro√üe Teile der Bev√∂lkerung noch kaum erschwinglich. So kostet ein ADSL-Anschluss mit 1¬†MBit/s Daten√ľbertragungsrate und 2¬†GB Traffic etwa 40¬†USD pro Monat. Viele Usbeken sind daher auf die Nutzung von Internetcaf√©s angewiesen und so erreicht die Zahl der Internetnutzer 2.460.000 Personen (Stand: Januar 2009). Die derzeitigen Engp√§sse bei der internationalen Anbindung machen sich auch bei der Nutzung von Internet in Usbekistan bemerkbar.

Die usbekische Post ist kaum mit der Post in Europa vergleichbar. Eine Zustellung bis an den privaten Briefkasten erfolgt in der Regel nicht. Allerdings kann die Post problemlos in alle Welt verschickt werden. Eine Briefsendung nach Deutschland benötigt in der Regel zwischen einer und drei Wochen. Die usbekischen Briefmarken sind meist äußerst liebevoll mit Motiven aus Kultur und Tierreich gestaltet.

Kultur

Im Unterschied zu den Bev√∂lkerungen in den Nachbarl√§ndern Kasachstan, Kirgisistan und Turkmenistan, die bis heute im Nomadentum wurzeln und lange nur oberfl√§chlich islamisiert waren, war die Region des heutigen Usbekistan schon seit dem fr√ľhen Mittelalter ein Kerngebiet islamischer Kultur. Wesentlich daf√ľr war die hochentwickelte, persisch gepr√§gte Stadtkultur. Insbesondere die alten Zentren in der heutigen Landesmitte, Buchara und Samarkand, haben kulturell eine au√üergew√∂hnliche Geschichte. Sie brachten viele bedeutende Philosophen, Wissenschaftler und Theologen hervor. Die ber√ľhmtesten sind:

  • der Universalgelehrte al-BńęrŇęnńę,
  • der Mathematiker al-Chwarizmi,
  • der Traditionswissenschaftler al-BuchńĀrńę und
  • der Arzt und Philosoph Ibn Sina.
  • Scheich Baha-ud-Din Naqschband gr√ľndete dort den Orden der Naqschbandi-Derwische, der noch heute bis in die T√ľrkei und nach Pal√§stina verbreitet ist.
  • der Astronom und Wissenschaftler Ulugh Beg.

Die Sprache und Kultur Persiens wird noch heute von vielen Menschen im Umkreis dieser St√§dte gepflegt, w√§hrend sich die Staatssprache Usbekisch aus ostt√ľrkischen Idiomen entwickelte. Der gr√∂√üte Dichter des Landes, Mir  ŅAli Schir NawńĀ ĺi im 15. Jahrhundert, stammte aus Herat und hat auf Tschagataiisch und Persisch gedichtet.

Die Kunstmusik Usbekistans fu√üt auf unterschiedlichen Formen der in arabischen L√§ndern und in Zentralasien verbreiteten musiktheoretischen Grundlage Maqam. Die komplexen Rhythmen und melodischen Strukturen √§hneln denen der iranischen Musik. Am bekanntesten ist der in Buchara, Samarkand und im angrenzenden Tadschikistan gepflegte Stil Schaschmaqam (‚Äěsechs Maqame‚Äú). Der Alti-yarim Makom (‚Äěsechseinhalb MaqńĀme‚Äú) ist der Regionalstil der n√∂rdlichen Landesteile, w√§hrend im Ferghanatal der in seinem Umfang reduzierte Tschahar Maqam (‚Äěvier Maqame‚Äú) von Usbeken und Tadschiken gespielt wird.

Zu den √§ltesten und wichtigsten kulturellen √úberlieferungen des Landes geh√∂rt das traditionelle indoiranische Neujahrsfest Nouruz (usbekisch Navro Ľz), das im Fr√ľhling feierlich begangen wird. Navro Ľz ist ein gesetzlicher Feiertag.

Medien

In Usbekistan erscheinen drei national verbreitete Tageszeitungen, darunter die turkmenischsprachige Khalk suzi und die russischsprachige Prawda Wostoka (russisch –ü—Ä–į–≤–ī–į –í–ĺ—Ā—ā–ĺ–ļ–į). Das Fernsehen ist staatlich, es werden zwei Programme ausgestrahlt.

Der staatliche Rundfunksender UzTV besteht aus vier Fernsehkan√§len, wovon drei landesweit √ľbertragen werden. Die private Fernsehgesellschaft Kamalak-TV ist f√ľr die √úbertragung ausl√§ndischer Fernsehsender zust√§ndig, bietet aber auch eigene Sender an. Seit September 2008 werden in Taschkent die Programme auch √ľber DVB-T verbreitet. F√ľr die Zukunft ist ein landesweiter Ausbau von DVB-T und DVB-H geplant.

Neben den staatlichen Radiosendern haben sich Mitte der 1990er-Jahre auch einige private Sender etablieren können. Der Sendebetrieb findet ausschließlich auf dem FM-Band statt.

Wie Reporter ohne Grenzen 2017 berichtete, m√ľssen Journalisten staatlicher Medien eine Erlaubnis einholen, wenn sie mit ausl√§ndischen Diplomaten sprechen wollen. In Usbekistan sitzen 10 Journalisten im Gef√§ngnis.

Im Jahr 2018 nutzten 55 Prozent der Einwohner Usbekistans das Internet.

K√ľche

Die usbekische K√ľche ist sehr abwechslungsreich, so z√§hlt sie mehr als tausend Gerichte. Typisch f√ľr die usbekische K√ľche sind Suppen wie Sho Ľrva und Naryn, dem Bachor (Salat), den Hauptgerichten Plov oder Manti als auch Lag Ľmon ‚Ästwas sowohl als Hauptgericht als auch als Nachspeise gereicht wird¬†‚Äď und Halva. Ganzj√§hrig wird vor allem gr√ľner Tee (ko Ľk choy) in Teeh√§usern, den sogenannten Choyxonas, getrunken. Im Sommer dagegen werden Ayron, ein gek√ľhlter Joghurt, und Fruchts√§fte bevorzugt. Alkoholische Getr√§nke finden im Allgemeinen keinen gro√üen Zuspruch, au√üer Wein, von dem, f√ľr ein √ľberwiegend muslimisch bev√∂lkertes Land, ausgesprochen viel getrunken wird.

Die Geschichte der usbekischen K√ľche, bzw. die Herkunft der verschiedenen usbekischen Gerichte, l√§sst sich teilweise mehrere Jahrhunderte zur√ľckverfolgen. Daher lassen sich die auch noch heute √ľblichen traditionellen Rituale beim Zubereiten der Speisen erkl√§ren. Heute wie auch vor mehreren Jahrhunderten ist die usbekische K√ľche aufgrund der Lage, Sprache, Kultur und Religion des Landes eng mit der orientalischen K√ľche und der anderer turksprachiger L√§nder verbunden.

Literatur

  • Rustam Burnashev, Irina Chernykh: Das politische System Usbekistans. In: Jakob Lempp, Sebastian Mayer, Alexander Brand (Hrsg.): Die politischen Systeme Zentralasiens. Interner Wandel, externe Akteure, regionale Kooperation. Springer VS, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-31633-4, S. 57‚Äď74.
  • Bernhard Chiari und Magnus Pahl (Hrsg.): Usbekistan (=¬†Wegweiser zur Geschichte). Verlag Ferdinand Sch√∂ningh, Paderborn 2009, ISBN 978-3-506-76880-3 (bundeswehr.de [PDF]).¬†
  • Katharina F√ľllenbach: Usbekistan. Notizen zu einer Reise im Herbst 2019. Tredition, Hamburg 2020. ISBN 978-3-74699-083-5.
  • Thomas Kunze: Zentralasien. Portrait einer Region.Christoph Links Verlag, Berlin 2018. ISBN 978-3-86153-995-7.
  • Craig Murray: Murder in Samarkand. A British Ambassador‚Äôs Controversial Defiance of Tyranny in the War on Terror. Mainstream Publishing, London & Edinburgh 2006.
  • Judith Peltz, Daniel Lepetit: Usbekistan. Entlang der Seidenstra√üe nach Samarkand, Buchara und Chiwa. Trescher, Berlin 2017 (11. Auflage), ISBN 3-89794-390-5.
  • Britta Wollenweber, Peter Franke: Usbekistan ‚Äď Land zwischen Orient und Okzident. Der Reisef√ľhrer f√ľr den Hintergrund. Wostok Verlag, Juli 2007 (2. Auflage), ISBN 3-932916-34-4.
  • Resul Yalcin: The rebirth of Uzbekistan: politics, economy and society in the post-Soviet era. 1. Auflage, Garnet [u.¬†a.], Reading [u.¬†a.] 2002.

Studien und Zeitschriftenartikel

  • Sebastian Schiek: Usbekistan wagt sich an ein Update (PDF; 105¬†kB). In: SWP-Aktuell 2017/A 68. Stiftung Wissenschaft und Politik, Oktober 2017.
  • Manfred Sapper, Volker Weichsel, Andrea Huterer (Hg.): Machtmosaik Zentralasien. Traditionen, Restriktionen, Aspirationen. Osteuropa 8-9/2007. ISBN 978-3-8305-1217-2
    • Matteo Fumagalli: Usbekische Zwickm√ľhle Staatsnationalismus und Auslandsusbeken. S. 237‚Äď244
    • Imke Dier√üen: Ohne Konsequenz Menschenrechtspolitik gegen√ľber Usbekistan. S. 377‚Äď388
    • Martha Brill Olcott: Ohne Linie. Der Westen und Usbekistan nach Andischan. S. 389‚Äď400
    • J√∂rn Happel: Shukrullos Erinnerungen. Ein usbekisches Leben im 20. Jahrhundert S. 605‚Äď616

Weblinks

  • Linkkatalog zum Thema Usbekistan bei curlie.org (ehemals DMOZ)
  • Staatsportal der Republik Usbekistan (usbekisch, englisch, russisch)
  • L√§nderinformationen des Ausw√§rtigen Amtes zu Usbekistan

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (13)

Bezeichnung der Regionen: Provinz
Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Andijon 41.073 40.386 71.582 73.148  
Buxoro 41.493 38.94 62.18 65.365  
Ferghana 40.775 39.875 70.354 72.228  
Jizzax 41.201 39.485 66.614 68.697  
Karakalpakstan 45.559 40.986 55.976 62.471  
Kashkadarya 39.557 37.967 64.368 67.678  
Namangan 41.55 40.617 70.397 72.196  
Navoi 43.723 39.464 61.743 66.801  
Samarkand 40.627 39.291 65.121 67.504  
Sirdaryo 40.952 39.82 68.092 69.124  
Surxondaryo 39.003 37.185 66.493 68.361  
Tashkent 42.291 40.182 68.649 71.253  
Xorazm 42.006 40.506 60.049 62.447  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Flagge: Uzbekistan

Name englisch: Uzbekistan
Hauptstadt: Tashkent
Kfz: UZ
ISO: UZ
ISO3: UZB
Fläche: 447400 km²
Tld: .uz
Wärung Einheit: UZS
Währung: Som
Vorwahl: 998

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 45.590075
südlichster Punkt: 37.1722571
westlichster Punkt: 55.9982179
östlichster Punkt: 73.148946


 
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