Länder Länder/Staaten > Europa > Deutschland Deutschland > Rheinland-Pfalz Bundesland Rheinland-Pfalz

Karte Karte: Bundesland Rheinland-Pfalz

Lage Lage, Gebirge

Gebirge in Rheinland-Pfalz: 14
Europa » Rheinisches Schiefergebirge » Eifel
Europa » SĂŒdwestdeutsches Stufenland » Schwarzwald
Europa » Rheinisches Schiefergebirge » HunsrĂŒck
Europa » Rheinisches Schiefergebirge » Hohes Venn
Europa » Rheinisches Schiefergebirge » Taunus
Europa » Rheinisches Schiefergebirge » Westerwald
Europa » Rheinisches Schiefergebirge » Sauerland
Europa » Rheinisches Schiefergebirge » Ardennen
Europa » PfĂ€lzerwald
Europa » SĂŒdwestdeutsches Stufenland » Kraichgau
Europa » Saar-Nahe-Bergland
PfÀlzisch-SaarlÀndisches Muschelkalkgebiet
Oberrheinisches Tiefland
Neckar- und Tauber-GĂ€uplatten

Da von den Grenzen der Gebirge und der Regionen nur die äußersten Punkte berücksichtigt werden, und die Berechnung automatisch passiert, kann es an den Rändern zu fehlerhaften Überschneidungen kommen.
Durch einblenden der Gebirge auf der Karte (Klick auf Gebirge oben links in der Karte) kannst du genau sehen, welche Gebirge in der Region liegen und welche nur daran grenzen.

Region Informationen Bundesland: Rheinland-Pfalz

Informationen:


Rheinland-Pfalz [ˈʁaÉȘÌŻnlantˈpÍĄfaltÍĄs] (LĂ€ndercode RP, AbkĂŒrzung RP oder RLP) ist eine parlamentarische Republik und ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Es entstand 1946 durch die Vereinigung des sĂŒdlichen Teils der preußischen Rheinprovinz, des bayerischen Regierungsbezirks Pfalz sowie westlicher Teile Hessens (wie Rheinhessen)

Mit rund 4,1 Millionen Einwohnern ist es nach Einwohnern das sechstgrĂ¶ĂŸte und nach FlĂ€che das neuntgrĂ¶ĂŸte von 16 LĂ€ndern, bei der Wirtschaftsleistung liegt es im Mittelfeld. Landeshauptstadt und zugleich bevölkerungsreichste Stadt ist Mainz; mit Ludwigshafen am Rhein, Koblenz, Trier und Kaiserslautern liegen vier weitere StĂ€dte mit Funktion als Oberzentren in Rheinland-Pfalz, die drei Erstgenannten sind ebenfalls GroßstĂ€dte. Das gesamte Land Rheinland-Pfalz ist Teil der grenzĂŒberschreitenden europĂ€ischen Großregion Saar-Lor-Lux.

Geographie

Geographische Lage

Rheinland-Pfalz umfasst im Norden vom Rheinischen Schiefergebirge den sĂŒdlichen Teil der Eifel, den HunsrĂŒck, den westlichen Westerwald, das sĂŒdwestliche Siegerland und den nordwestlichen Teil des Taunus sowie im sĂŒdlichen Bereich das Mainzer Becken, das Rheinhessische HĂŒgelland, das NordpfĂ€lzer Bergland, die WestpfĂ€lzische Moorniederung, die Westricher HochflĂ€che, den PfĂ€lzerwald und einen Teil der Oberrheinischen Tiefebene. Es grenzt im Norden an Nordrhein-Westfalen, im Osten an Hessen und Baden-WĂŒrttemberg, im SĂŒden an die französische Region Grand Est und das Saarland, und im Westen an Luxemburg sowie an die Provinz LĂŒttich der belgischen Region Wallonien. Rheinland-Pfalz ist das Bundesland mit der grĂ¶ĂŸten linksrheinischen FlĂ€che.

Landschaft

Rheinland-Pfalz gehört zu den waldreichsten LÀndern in Deutschland, da die WÀlder hier rund 42 Prozent der LandesflÀche bedecken.

FlĂŒsse und Seen

Durch Rheinland-Pfalz fließen die Bundeswasserstraßen Rhein, Mosel, Saar und Lahn. Weitere bedeutende FließgewĂ€sser sind Nahe, Sauer, Our, Glan und Sieg als GewĂ€sser I. Ordnung. Wegen ihrer wasserwirtschaftlichen Bedeutung sind weitere WasserlĂ€ufe als GewĂ€sser II. Ordnung verzeichnet. Es sind dies Speyerbach, Waldlauter, Wieslauter, Wiesbach, Otterbach, Erlenbach, Michelsbach, Pfrimm, Hahnenbach, Simmerbach, Guldenbach, Ellerbach, Ahr, Irsen, Gaybach, PrĂŒm, Enz, Nims, Leukbach, Schwarzbach, Rodalb, Wallhalb, Hornbach, Felsalb, Ruwer, Riveris, Kyll, Oosbach, Salm, Kailbach, Dhron, Kleine Dhron, Lieser, Kleine Kyll, Alf, Üßbach, Flaumbach, Elzbach, Wied, Selz, Nister und Aar. Die restlichen fließenden GewĂ€sser in Rheinland-Pfalz gehören der III. Ordnung an.

Der grĂ¶ĂŸte See ist der Laacher See, der Kratersee eines schlafenden Vulkans. Weitere grĂ¶ĂŸere Seen in der Eifel, die als Maare aus Vulkanen entstanden sind: Meerfelder Maar, GemĂŒndener Maar, Weinfelder Maar, Schalkenmehrener Maar und Pulvermaar.

Berge

Der höchste Berg des Landes ist der Erbeskopf im HunsrĂŒck mit 816,32 m ĂŒber NHN.

Geologie

Der oberflĂ€chennahe geologische Untergrund im rheinland-pfĂ€lzischen Teil des Rheinischen Schiefergebirges im Norden und in der Mitte von Rheinland-Pfalz sind geprĂ€gt von Tonschiefer, Grauwacke und Quarzit des Unteren Devon. Nordöstlich von PrĂŒm und sĂŒdwestlich von Limburg sind auch Kalkstein, Dolomit und Tonschiefer aus dem Mittleren bis Oberen Devon erhalten geblieben. Im SĂŒden, auf einer Linie zwischen Birkenfeld und Kirchheimbolanden schließen sich Sandsteine, Konglomerate und Tonsteine aus dem Carbon und Perm an. Sie werden stellenweise von alten vulkanischen Gesteinen, Andesit und Basalt abgewechselt. Wechsellagerungen der Mitteldeutschen Trias bilden den geologischen Untergrund des Bitburger Gutlandes im Westen und des PfĂ€lzer Waldes im SĂŒden des Bundeslandes. Sedimente aus dem TertiĂ€r und QuartĂ€r, ĂŒberwiegend Mergel, Sande und Kiese, sind typisch fĂŒr Rheinhessen. Eine Besonderheit fĂŒr Rheinland-Pfalz sind die Bildungen des tertiĂ€ren Vulkanismus im Westerwald und des quartĂ€ren Vulkanismus in der Eifel und im Neuwieder Becken.

Aktiver Vulkanismus ist zwar nicht bekannt, dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus frĂŒherer AktivitĂ€t, insbesondere in der Vulkaneifel, aber auch am Pechsteinkopf in der Haardt. Der Laacher See, der grĂ¶ĂŸte See in Rheinland-Pfalz, ist der Kratersee eines alten Vulkans, bei dem sich die Experten bis heute streiten, ob er wirklich ganz erloschen ist. In der Vulkaneifel finden sich weitere Maare sowie Kohlenstoffdioxidquellen, die mit dem Geysir Andernach den höchsten Kaltwassergeysir der Welt ermöglichen. Unter dem Dach des anerkannten nationalen Geoparks Vulkanland Eifel erlĂ€utern drei eingerichtete Geoparks die Geologie der Region und die vulkanischen AktivitĂ€ten der Vergangenheit der Öffentlichkeit. Geologische Bildungen vulkanischen Ursprungs sind Bims und Tuff vor allem im Laacher Seengebiet, Trachyt und Phonolith im Westerwald. Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, doch werden der Rheingraben und das Neuwieder Becken als mĂ€ĂŸig gefĂ€hrdete Erdbebenzone eingestuft. Einen Überblick ĂŒber die geologischen VerhĂ€ltnisse vermittelt die begehbare geologische Karte von Rheinland-Pfalz im GelĂ€nde der Landesgartenschau auf dem Trierer Petrisberg.

Regionen

Rheinland-Pfalz gliedert sich in die folgenden Regionen: im Norden der Westerwald und der sĂŒdwestliche Teil des Siegerlandes, im Westen die Eifel, in der Mitte der HunsrĂŒck, Mosel-Saar – welche Eifel und HunsrĂŒck voneinander trennt, im Osten der Taunus und Rheinhessen sowie im SĂŒden die Pfalz. Dabei bilden die Gebiete Neuwieder Becken, Rhein-Main-Gebiet und Rhein-Neckar-Dreieck besondere Ballungsgebiete, die beiden letzten mit Verbindung zu den benachbarten BundeslĂ€ndern Hessen beziehungsweise Baden-WĂŒrttemberg.

Klima

Das Klima in Rheinland-Pfalz ist geprĂ€gt durch ein gemĂ€ĂŸigtes, humides Klima mit warmen Sommern und milden bis kĂŒhlen Wintern. Nach der effektiven Klimaklassifikation nach Köppen ist dies ein typisches westeuropĂ€isches Klima der Klassifikation Cfb. Das Land gehört allgemein mit Deutschland verglichen zu den wĂ€rmeren BundeslĂ€ndern. Die Variationen des Klimas innerhalb des Landes sind hauptsĂ€chlich begrĂŒndet durch Gebirge und TĂ€ler. In den kĂ€ltesten Regionen, den Höhenlagen des HunsrĂŒcks, der Eifel und des Westerwaldes, werden im Jahresmittel Temperaturen von 7–9 °C erreicht. Diese Regionen sind zudem mit JahresniederschlĂ€gen von ĂŒber 800–900 mm die regenreichsten und die sonnenĂ€rmsten Teile von RLP. Die wĂ€rmsten und gleichzeitig sonnigsten Regionen befinden sich in den FlusstĂ€lern von Nahe, Lahn, Mosel und Rhein mit Jahresmitteltemperaturen ĂŒber 10 °C. In den FlusstĂ€lern befinden sich auch hauptsĂ€chlich die Weinbaugebiete, fĂŒr die das Land bekannt ist. Teile des Oberrheingrabens im SĂŒdosten rund um die StĂ€dte Speyer, Ludwigshafen, Worms und Mainz gehören zu den wĂ€rmsten Gebieten Deutschlands, hier zu erwĂ€hnen sind die Pfalz, die Weinstraße und Rheinhessen. Diese Umgebungen gehören zusammen mit den restlichen tief eingeschnittenen TĂ€lern der großen FlĂŒsse auch zu den trockensten Gebieten von RLP mit NiederschlĂ€gen von unter 600–700 mm im Jahr. Im Regenschatten des Taunus im Norden nehmen die NiederschlĂ€ge im nördlichen Rheinhessen bis auf 500 mm ab.

Der grobe Rest des Landes bewegt sich klimatisch gesehen zwischen den warmen, trockenen Weinbaugebieten der Vorderpfalz und Rheinhessens und den rauen, feuchten Höhen der Eifel, des HunsrĂŒcks.

Geschichte

Das Land Rheinland-Pfalz wurde nach dem Zweiten Weltkrieg am 30. August 1946 gegrĂŒndet. Hervorgegangen ist es hauptsĂ€chlich aus dem sĂŒdlichen Teil der preußischen Rheinprovinz (Regierungsbezirke Koblenz und Trier), aus Rheinhessen, aus dem westlichen Teil von Nassau und aus der zu Bayern gehörenden Rheinpfalz (ohne den Saarpfalz-Kreis). Das Gemeinschaftliche deutsch-luxemburgische Hoheitsgebiet ist das einzige gemeindefreie Gebiet des Landes Rheinland-Pfalz. Dieses Kondominium wird gebildet aus den FlĂŒssen Mosel, Sauer und Our, wo diese an der Grenze zwischen Luxemburg und Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland verlaufen.

Entstehung

Das heutige Rheinland-Pfalz war nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der französischen Besatzungszone und entstand aus der ehemals bayerischen Rheinpfalz, aus den Regierungsbezirken Koblenz und Trier der ehemaligen preußischen Rheinprovinz, aus den linksrheinischen Teilen der ehemals zum Volksstaat Hessen gehörigen Provinz Rheinhessen und aus Teilen der preußischen Provinz Hessen-Nassau (Montabaur).

Am 10. Juli 1945 ging die Besatzungshoheit im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz von den US-Amerikanern auf die Franzosen ĂŒber. Diese gliederten das Gebiet zunĂ€chst provisorisch in zwei „OberprĂ€sidien“, Rheinland-Hessen-Nassau (fĂŒr die bislang preußischen Regierungsbezirke bzw. Gebiete Koblenz, Trier und Montabaur) und Hessen-Pfalz (fĂŒr die bisher bayerische Rheinpfalz und das zuvor hessen-darmstĂ€dtische Rheinhessen). Die Errichtung des Landes wurde am 30. August 1946 als letztes Land in den westlichen Besatzungszonen durch die Verordnung Nr. 57 der französischen MilitĂ€rregierung unter General Pierre KƓnig angeordnet. Es wurde zunĂ€chst als „rhein-pfĂ€lzisches Land“ bzw. als „Land Rheinpfalz“ bezeichnet; der Name Rheinland-Pfalz wurde erst mit der Verfassung vom 18. Mai 1947 festgelegt.

Die damalige französische Regierung wollte sich ursprĂŒnglich die Möglichkeit offenlassen, nach der Umwandlung des Saarlandes in ein Protektorat noch weitere linksrheinische Gebiete zu annektieren. Als Amerikaner und Briten jedoch mit der Bildung deutscher LĂ€nder vorangegangen waren, gerieten die Franzosen zunehmend unter Druck und folgten schließlich mit den LĂ€ndern Baden, WĂŒrttemberg-Hohenzollern und Rheinland-Pfalz deren Beispiel. Eine Anbindung des Saarlandes an Rheinland-Pfalz untersagte die französische MilitĂ€rregierung jedoch. Mainz wurde in der Verordnung als Hauptstadt bestimmt und die „Gemischte Kommission“, als oberstes Staatsorgan beauftragt mit der Landesverwaltung und der Vorbereitung einer Beratenden Landesversammlung, nahm dort ihre Arbeit auf. Wegen der KriegsschĂ€den und Zerstörungen verfĂŒgte Mainz nicht ĂŒber ausreichend VerwaltungsgebĂ€ude; daher wurde der Sitz von Landesregierung und Landtag provisorisch in Koblenz eingerichtet. Am 22. November 1946 fand dort die konstituierende Sitzung der Beratenden Landesversammlung statt, in der ein Verfassungsentwurf erarbeitet wurde. Zuvor hatte es Kommunalwahlen gegeben. Wilhelm Boden wurde (nach kurzer Amtszeit als OberregierungsprĂ€sident von Rheinland-Hessen-Nassau) am 2. Dezember von der französischen MilitĂ€rregierung zum provisorischen MinisterprĂ€sidenten des neugebildeten Landes ernannt.

Anfangsjahre

Adolf SĂŒsterhenn legte der Beratenden Landesversammlung einen Verfassungsentwurf vor, der nach mehreren Verhandlungen am 25. April 1947 in namentlicher Schlussabstimmung mit der absoluten Mehrheit der CDU und gegen die Stimmen von SPD und KPD verabschiedet wurde. Dazu war es unter anderem deshalb gekommen, weil der Verfassungsentwurf deutlich an Staatstheorien des politischen Katholizismus angelehnt war und unter anderem nach Konfessionen getrennte Schulen vorsah. Am 18. Mai 1947 wurde die Verfassung fĂŒr Rheinland-Pfalz in einem Volksentscheid durch 53 % der Wahlberechtigten angenommen. WĂ€hrend der katholische Norden und Westen des neuen Landes die Verfassung mehrheitlich annahm, wurde sie in Rheinhessen und der Pfalz von der Mehrheit abgelehnt. Am gleichen Termin fand die erste Wahl zum Landtag Rheinland-Pfalz statt. Die konstituierende Sitzung erfolgte am 4. Juni 1947 im großen Rathaussaal von Koblenz. Wilhelm Boden wurde hier zum ersten MinisterprĂ€sidenten von Rheinland-Pfalz gewĂ€hlt. Schon einen Monat spĂ€ter folgte ihm Peter Altmeier in diesem Amt.

Die Verfassungsorgane (Landesregierung, Landtag und Verfassungsgerichtshof) richteten ihren provisorischen Sitz in Koblenz ein. In der Folgezeit begann ein Tauziehen zwischen Koblenz und Mainz, die beide ihre Eignung als Landeshauptstadt in der öffentlichen Diskussion hervorhoben. MinisterprĂ€sident Altmeier setzte sich von Anfang an fĂŒr Mainz als Hauptstadt ein, weil er sich im Klaren war, dass der SĂŒden des Landes, vor allem die Pfalz, das weit im Norden gelegene und vormals preußische Koblenz nicht als Landesmetropole akzeptieren wĂŒrde. Der rheinland-pfĂ€lzische Landtag beschloss daher am 16. Mai 1950 die Verlegung des Landtages und der Landesregierung von Koblenz nach Mainz. In Koblenz verblieben nach Umzug der Landesregierung und des Landtages nach Mainz viele Landesbehörden und Gerichte, so beispielsweise der Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz und die Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz. Außerdem wurden 1952 das Bundesarchiv und die Bundesanstalt fĂŒr GewĂ€sserkunde in Koblenz angesiedelt.

Konsolidierung

Ein GemeinschaftsgefĂŒhl entwickelte sich nur sehr zögerlich im „Land aus der Retorte“, das weitgehend ohne RĂŒcksicht auf historisch gewachsene Zugehörigkeiten der Einwohner entstanden war. Ihm wurden wenige Überlebenschancen eingerĂ€umt, zumal es kaum grĂ¶ĂŸere industrielle Zentren gab. Einen gewissen Wirtschaftsaufschwung zog die Ansiedlung zahlreicher MilitĂ€rstĂŒtzpunkte, sowohl der Alliierten als auch der Bundeswehr, nach sich. 1956 fanden aufgrund von Artikel 29 GG in den damaligen Regierungsbezirken Koblenz, Trier, Montabaur, Rheinhessen und Pfalz Volksbegehren statt, bei denen es um die Angliederung der betreffenden Regionen an Nordrhein-Westfalen, Hessen bzw. Bayern und Baden-WĂŒrttemberg ging. Alle Volksbegehren außer denen im Regierungsbezirk Pfalz erhielten die erforderliche Mehrheit; doch bis zur endgĂŒltigen DurchfĂŒhrung der dadurch notwendigen Volksentscheide zogen fast 20 Jahre ins Land. Bei der Abstimmung vom 19. Januar 1975 wurde in keiner der betroffenen Regionen eine Mehrheit fĂŒr eine Umgliederung (und auch nicht das notwendige Quorum von 25 % der Stimmberechtigten) erreicht. Damit wurde der Schlussstrich unter eine jahrzehntelange Diskussion gezogen. Lediglich der AKK-Konflikt beschĂ€ftigt die Politik bis heute.

KulturdenkmÀler

Das junge Rheinland-Pfalz ist mit seiner ĂŒber 2000 Jahre alten Vorgeschichte reich an kulturellen SchĂ€tzen. Zahlreiche StĂ€dte im Land gehen auf eine römische GrĂŒndung zurĂŒck. So hinterließen die Römer einige bedeutende Bauten und eine Vielzahl archĂ€ologisch nachgewiesener Relikte. Im Mittelalter waren es deutsche Könige und Kaiser, Erzbischöfe und KurfĂŒrsten sowie zahlreiche andere auf dem Gebiet des heutigen Landes herrschende ReichsstĂ€nde, die eine Vielzahl von historisch bedeutenden Bauwerken hinterließen. Auch BesatzungsmĂ€chte wie Schweden (im DreißigjĂ€hrigen Krieg) und Frankreich (mehrfach zwischen 1688 und 1930) und nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reichs die Staaten Preußen, Hessen, Bayern sowie kleinere Territorien hinterließen ihre Spuren.

BodendenkmÀler, Kirchen und profane Bauwerke

Der Goloring bei Wolken ist ein vorgeschichtliches Erdwerk und eingetragenes Bodendenkmal. Das Eifel-Stonehenge gilt als eine der bedeutendsten Anlagen in Rheinland-Pfalz. Auch auf dem Donnersberg existiert noch ein keltischer Ringwall, der teilweise restauriert wurde.

Zahlreiche Bauwerke zeugen noch heute von der kulturellen Pracht aus römischer Zeit. Insbesondere in den alten römischen ProvinzhauptstĂ€dten Trier (Augusta Treverorum) und Mainz (Mogontiacum) ist eine Vielzahl römischer Bauwerke erhalten geblieben. In Trier sind dies die Porta Nigra, das Amphitheater, die Kaiserthermen, die Konstantinbasilika sowie als Ă€lteste erhaltene BrĂŒcke in Deutschland die RömerbrĂŒcke. Am Rhein kann Mainz noch ein Römisches Theater, Teile eines römischen AquĂ€dukts (die so genannten Römersteine), Reste der römischen Stadtbefestigung, die Reste eines Heiligtum der Isis und Mater Magna sowie mehrere römische DenkmĂ€ler, im Rhein geborgene Römerschiffe und eine Vielzahl anderer Funde vorweisen. Daneben finden sich in zahlreichen weiteren StĂ€dten Überreste römischer Baukunst, die meistenteils mit der Zeit verfallen oder ĂŒberbaut worden sind. Dazu zĂ€hlen beispielsweise die Igeler SĂ€ule, ein oberirdisch erhaltenes römisches Grabmal, sowie der Limes.

Nach der Christianisierung am Ende der römischen Zeit und wĂ€hrend der Frankenherrschaft entwickelten sich im Land die Territorialherrschaften der Erzbischöfe und spĂ€teren KurfĂŒrsten von Kurtrier, Kurmainz und Kurköln neben der weltlichen Herrschaft der Kurpfalz. Das gesamte Mittelalter war vom Bau großzĂŒgig angelegter Kirchenbauten gekennzeichnet. In Trier entstand mit dem Bau des Trierer Doms die Ă€lteste Bischofskirche Deutschlands. Anderenorts errichteten die römisch-deutschen Kaiser oder die Erzbischöfe prĂ€chtige Kirchen des hohen Mittelalters. Die drei Kaiserdome zu Mainz, Speyer und Worms sind epochale Werke der Architekturgeschichte. Auch die romanischen Bauten der Abtei Maria Laach und der Basilika St. Kastor in Koblenz sind herausragende Bauten ihrer Zeit. Die Liebfrauenkirche in Trier ist einer der ersten gotischen Bauten auf deutschem Boden. Auch die Oppenheimer Katharinenkirche zĂ€hlt zu den bedeutenden gotischen Sakralbauten im heutigen Rheinland-Pfalz. Einmalig in Deutschland ist die in den Jahren 1482 bis 1484 in Idar-Oberstein erbaute Felsenkirche.

Daneben befinden sich in Rheinland-Pfalz mittelalterliche Profanbauwerke: In Bingen ĂŒberquert mit der DrususbrĂŒcke die Ă€lteste SteinbrĂŒcke des Mittelalters in Deutschland die Nahe, und in Koblenz ist die BalduinbrĂŒcke ĂŒber die Mosel erhalten.

Auch aus dem Barock gibt es in Rheinland-Pfalz eine Vielzahl von Sakral- und Profanbauten. Die damaligen Metropolen Mainz und Trier verfĂŒgen heute noch ĂŒber einen Bestand barocker Bauten. Gerade Mainz hatte bis zum Zweiten Weltkrieg den Ruf einer „Barockstadt“: die Westgruppe des Mainzer Domes war von Franz Ignaz Michael Neumann barock ĂŒberbaut; neben der Augustinerkirche, der Peterskirche und der Ignazkirche gibt es in Mainz mehrere barocke Ordensniederlassungen, Profanbauten und Adelshöfe; viele andere zu ihrer Zeit als herausragend bekannte Bauten wie die Jesuitenkirche, die Domdechanei und das Schloss Favorite sind untergegangen. In Trier stammt die Innenausstattung von St. Paulin von Balthasar Neumann; KurfĂŒrstliches Palais, Schloss Monaise und das Quinter Schloss sind Beispiele fĂŒr barocke Profanbauten in Trier. Auch in den (damaligen) Bischofssitzen Speyer und Worms und in Koblenz als Residenz der Trierer Erzbischöfe sowie in zahlreichen anderen Orten haben sich Barockbauten erhalten.

In der Zeit der Romantik wurden insbesondere im Mittelrheintal historisierende GebĂ€ude in mittelalterlichen Formen errichtet: Bei Bingen steht der Binger MĂ€useturm, ein ehemaliger Wehr- und Wachturm; in Rhens erinnert der Königsstuhl an die an dieser Stelle hĂ€ufig durchgefĂŒhrten Verhandlungen der KurfĂŒrsten zu den Wahlen der römisch-deutschen Könige.

In Trier wurde 1818 Karl Marx geboren. Ein Museum, das Karl-Marx-Haus, berichtet ĂŒber sein Leben und sein Werk. Ab dem 19. Jahrhundert gehörte das Rheinland zu Preußen. Nach dem Tode Kaiser Wilhelms I. errichtete die preußische Provinzialverwaltung in Koblenz das monumentale Reiterdenkmal am Deutschen Eck, direkt an der MĂŒndung der Mosel in den Rhein gelegen.

Burgen, Schlösser und Festungen

Die heutigen Bestandteile des Landes Rheinland-Pfalz hatten, vormals ĂŒber tausend Jahre lang, einer Vielzahl von weltlichen und geistlichen Landesherren gehört, z. B. den einflussreichen KurfĂŒrsten von der Pfalz, von Mainz, von Köln und von Trier (die drei letztgenannten waren zugleich auch Erzbischöfe) oder auch Rittern, denen eine geringere Bedeutung zukam und deren – anfangs nicht erblicher – Stand sich aus dem Lehnswesen entwickelte. Heiraten und Erbteilungen hatten zu immer weiteren Umschichtungen und Zersplitterungen beigetragen, so dass ein wahrhafter Flickenteppich von Herrschaftsbereichen entstanden war.

Jeder Landesherr, der etwas auf sich hielt, also auch der kleinste, war bestrebt, zumindest mit einem Bauwerk auf seine Bedeutung hinzuweisen, sei es mit einer Burg, einer Festung oder einem Schloss. So sind vor allem die RĂ€nder der Mittelgebirge (Eifel, Haardt) und der FlusstĂ€ler (Mittelrhein, Mosel) von Burgen oder Festungen gesĂ€umt, das Massiv des Donnersberges im NordpfĂ€lzer Bergland war gar von fĂŒnf Burgen umringt, und in den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten wie Mainz, Koblenz und Trier fallen besonders die prunkvollen Schlösser und PalĂ€ste auf.

Zwar hatten die großen Kriege (Bauernkrieg, DreißigjĂ€hriger Krieg, PfĂ€lzischer Erbfolgekrieg, Napoleonische Kriege) immer wieder Zerstörungen angerichtet, doch aus den TrĂŒmmern geschleifter Burgen oder niedergebrannter Schlösser waren hĂ€ufig Nachfolgebauten erstanden, welche die untergegangenen an Pracht noch ĂŒbertrafen. Und auch die SchĂ€den, die – vor allem in StĂ€dten – durch die Beschießungen und Bombardements der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts verursacht wurden, sind mittlerweile weitgehend beseitigt.

Mittelrhein

Das Mittelrheintal ist seit 200 Jahren Anziehungspunkt fĂŒr Touristen und heute Heimat von rund 450.000 Menschen. Die Landschaft weist einen außergewöhnlichen Reichtum an kulturellen Zeugnissen auf. Seine besondere Erscheinung verdankt das Mittelrheintal einerseits der natĂŒrlichen Ausformung der Flusslandschaft, andererseits der Gestaltung durch den Menschen. Seit zwei Jahrtausenden ist es einer der wichtigsten Verkehrswege fĂŒr den kulturellen Austausch zwischen der Mittelmeerregion und dem Norden Europas. Im Herzen Europas gelegen, mal Grenze, mal BrĂŒcke der Kulturen, spiegelt das Tal die Geschichte des Abendlandes exemplarisch wider. Mit seinen hochrangigen BaudenkmĂ€lern, den rebenbesetzten HĂ€ngen, seinen auf schmalen Uferleisten zusammengedrĂ€ngten Siedlungen und den auf FelsvorsprĂŒngen aufgereihten Höhenburgen gilt es als Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft. Nicht zuletzt inspirierte es Heinrich Heine zur Dichtung seines Loreleylieds.

Die herausragendsten Burgen sind die Marksburg als einzig unzerstörte Höhenburg im Mittelrheintal, die Burg Pfalzgrafenstein auf einer Felsinsel inmitten des Rheins, sowie Burg Rheinfels, die im Laufe der Zeit zu einer Festung ausgebaut wurde. Das Schloss Stolzenfels steht wie kein anderes Schloss als Synonym fĂŒr die Rheinromantik, die sich nicht nur auf die Rezeption vorhandener Bauten beschrĂ€nkte, sondern auch zu Restaurierungen und Neubauten anregte. In Koblenz war das KurfĂŒrstliche Schloss die letzte Residenz des KurfĂŒrsten von Trier, bis französische Revolutionstruppen den Kurstaat zerschlugen. Die mĂ€chtigste Festung in Rheinland-Pfalz, die Festung Koblenz, wurde im 19. Jahrhundert von den Preußen erbaut. Als Teil des Befestigungssystems thront bis heute die Festung Ehrenbreitstein ĂŒber dem Rheintal.

Mosel/Eifel

Auch das Flusstal der Mosel ist gespickt mit Höhenburgen. Zu nennen sind hier besonders die Reichsburg Cochem sowie die Burg Thurant mit ihren beiden Bergfrieden. Mithilfe der Festung Mont Royal wollte Frankreich seine Interessen in der Region sichern. Aber bereits im Jahr ihrer Fertigstellung wurde sie wieder abgerissen. VerlĂ€sst man das Tal Richtung Norden in die Eifel, so gelangt man zur Burg Eltz bei MĂŒnstermaifeld. Die Burg, in einem kleinen Flusstal gelegen, gilt vielen als die schönste Burg Deutschlands. Einst zierte sie den 500 DM-Schein der dritten Serie der Deutschen Mark. Ähnlich wie Schloss BĂŒrresheim und Burg Lissingen zĂ€hlt sie zu den ganz wenigen Burgen, die nie zerstört worden sind.

In Mayen mit seiner noch vorhandenen mittelalterlichen Stadtbefestigung erhebt sich die Genovevaburg und unweit der Stadt liegt mit dem Schloss BĂŒrresheim ein niemals erobertes oder verwĂŒstetes Juwel. Weitere bedeutsame Burgen in der Eifel waren die Neuerburg, die Burg Schönecken und die beiden Manderscheider Burgen.

HunsrĂŒck

Auf den Höhen des HunsrĂŒcks sind zahlreiche Burgen, zumeist als Ruinen, zu finden. Einige Burgen sind teilweise wiederaufgebaut und somit Besuchern zugĂ€nglich geworden. Nennenswert sind die Burg Kastellaun, die Burg Balduinseck, die Schmidtburg, die Burg Waldeck, die Ehrenburg und die Burg Baldenau, eine der wenigen Wasserburgen im HunsrĂŒck. Bedeutende Schlösser sind das bewohnte Schloss GemĂŒnden sowie das Schloss Simmern. Relativ wenig Überreste sind von den Ă€lteren Burgen zu finden, die zum Teil aus keltischem Ursprung stammen: die Altburg bei Bundenbach, die Alteburg im Soonwald, die Burg Koppenstein, die Wildenburg und der Ringkopf.

Rheinhessen

Im 17. Jahrhundert wurde Mainz stark befestigt. Die dazugehörende Mainzer Zitadelle, der wichtigste Überrest der Festungszeit, gilt als bedeutendstes historisches Bauwerk der Stadt neben dem Mainzer Dom. Die KurfĂŒrsten von Mainz residierten im KurfĂŒrstlichen Schloss zu Mainz. Die Ingelheimer Kaiserpfalz aus dem 8. Jahrhundert war Aufenthaltsort und Regierungssitz frĂ€nkischer Kaiser und Könige. Das Alzeyer Schloss ist aus einer 1118 fertiggestellten staufischen Reichsburg hervorgegangen und wurde im 16. Jahrhundert zum Schloss ausgebaut.

Pfalz

Gegen 2000 Jahre Ă€lter als die viel berĂŒhmteren Burgen der Pfalz sind eindrucksvolle keltische Befestigungen, z. B. auf dem Donnersberg der Keltenwall oder auf der Haardt die Heidenmauer, eine 26 ha große Siedlung. Im Mittelalter, mit der Zunahme des Einflusses des FĂŒrstengeschlechts der Salier, entstand dann auf dem Gebiet der heutigen Pfalz eines der Machtzentren auf deutschem Boden, was sich auch in der KurwĂŒrde manifestierte. Eine der bedeutendsten Burgen war die Reichsburg Trifels; hier wurden einst die Reichskleinodien verwahrt, und der englische König Richard Löwenherz war der wohl berĂŒhmteste Gefangene. Geschichte geschrieben haben jedoch auch die Burgen der Leininger Grafen entlang der NordhĂ€lfte der Deutschen Weinstraße – wie z. B. die Burg Neuleiningen mit dem umliegenden mittelalterlichen Ort – oder der heute noch bewohnte Berwartstein des angeblichen Raubritters „Hans Trapp“. Und auf seiner belagerten Burg Nanstein starb 1523 der „letzte Ritter“ Franz von Sickingen an einer schweren Verwundung. In der spĂ€teren Geschichte war das Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße Schauplatz des Hambacher Festes und gilt seither als Symbol der deutschen Demokratiebewegung.

UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz

Bislang wurden vier rheinland-pfĂ€lzische SehenswĂŒrdigkeiten bzw. Ensembles in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen:

  • 1981: Der Speyerer Dom
  • 1986: Die römischen BaudenkmĂ€ler sowie der Dom und die Liebfrauenkirche in Trier
  • 2002: Die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz
  • 2005: Der 550 km lange Obergermanisch-RĂ€tische Limes zwischen Rheinbrohl und Eining (lĂ€nderĂŒbergreifend)

Rheinland-Pfalz hat im Sommer 2012 bei der Konferenz der Kultusminister fĂŒr drei weitere Kulturerbe die Aufnahme in die deutsche Vorschlagsliste beantragt:

  • die drei rheinischen Kaiserdome von Mainz, Speyer und Worms – der bestehende Welterbestatus fĂŒr den Speyrer Dom soll auf das Gesamtensemble der drei Dome ausgeweitet werden (Bereits 1981 hatte der Internationale Rat fĂŒr Denkmalpflege (ICOMOS) in seiner Stellungnahme fĂŒr das Welterbe-Anerkennungsverfahren fĂŒr den Speyerer Dom die drei Dome als „Hauptwerke der romanischen Baukunst in Deutschland“ bezeichnet).
  • das Erbe der SchUM-StĂ€dte, der drei rheinischen jĂŒdischen Zentren Schpira (Speyer), Warmaisa (Worms) und Magenza (Mainz);
  • die Sayner HĂŒtte in Bendorf.

Kultur

Als Bestandteil der Großregion nahm Rheinland-Pfalz am Programm Kulturhauptstadt Europas 2007 teil. Rheinland-Pfalz hat in Dijon, der Partnerstadt von Mainz, eine stĂ€ndige kulturelle Vertretung, das Haus Rheinland-Pfalz, das den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen Burgund und Rheinland-Pfalz fördert.

Theater

In Rheinland-Pfalz gibt es fĂŒnf grĂ¶ĂŸere Theater. Im Einzelnen sind dies das Staatstheater Mainz und drei Stadttheater, nĂ€mlich das Theater im Pfalzbau Ludwigshafen, das Theater Koblenz und das Stadttheater Trier. Das Pfalztheater Kaiserslautern wird vom Bezirksverband Pfalz getragen und nimmt daher eine Sonderstellung zwischen dem Staatstheater des Landes und den Stadttheatern ein. Mit seinem Jahresetat von 18,2 Millionen Euro (2008) ist es finanziell besser ausgestattet, als die stĂ€dtischen BĂŒhnen des Landes oder das Staatstheater SaarbrĂŒcken im benachbarten Saarland. Daneben arbeiten viele mittelgroße und zahllose kleine BĂŒhnen bis hin zum reinen Amateurtheater.

Film

Im Jahr 2001 wurde mit FILMZ, das erste Langfilmfestival in Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen. Die fĂŒnftĂ€gige Veranstaltung findet alljĂ€hrlich um das Adventswochenende in der Landeshauptstadt Mainz statt.

2005 erhielt auch die Stadt Ludwigshafen am Rhein ein eigenes Filmfestival, das aus einer Initiative des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg hervorging. Das Festival des deutschen Films wird allsommerlich auf der Ludwigshafener Parkinsel in zwei Kinozelten veranstaltet.

Das Hachenburger Filmfest des Neuen Deutschen Films fand 2009 zum dritten Mal statt.

Museen

Die Landesmuseen von Rheinland-Pfalz befinden sich in Mainz, Trier und Koblenz. Das inklusive VorgÀngerinstitutionen seit 1803 bestehende Landesmuseum Mainz, eines der Àltesten Museen in Deutschland, beheimatet die bedeutendste kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung des Landes, das Rheinische Landesmuseum in Trier zeigt in seinen Abteilungen die Kunst der Renaissance und des Barock sowie das römische Trier und das Landesmuseum Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein versteht sich als technisches Museum mit zusÀtzlichen Abteilungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region.

Weitere bedeutende Museen sind das Mittelrhein-Museum und die Wehrtechnische Studiensammlung in Koblenz; das Römisch-Germanische Zentralmuseum und Gutenberg-Museum in Mainz; das Historische Museum der Pfalz und das Technik Museum in Speyer sowie das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen.

Die beiden großen Freilichtmuseen des Landes sind das Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof und das Rheinland-PfĂ€lzische Freilichtmuseum Bad Sobernheim. Die Bergbaugeschichte des Landes wird in derzeit (2009) in 14 Besucherbergwerken und mehreren montanhistorischen Freilichtmuseen dokumentiert.

Veranstaltungen

  • Der Kultursommer Rheinland-Pfalz bietet ein umfangreiches Kulturprogramm in den Monaten Mai bis Oktober.
  • Mit dem Rheinland-Pfalz-Tag wird seit 1984 ein jĂ€hrliches Landesfest veranstaltet.

Festspiele und Festivals:

  • FILMZ – Festival des deutschen Kinos, Mainz
  • Nibelungenfestspiele, Worms
  • Antikenfestspiele, Trier
  • Altstadtfest Trier
  • Rock am Ring, NĂŒrburgring, eines der grĂ¶ĂŸten Rockfestivals in Europa
  • Nature One Festival, Pydna (ehemalige Raketenbasis) bei Kastellaun
  • Festspiele Ludwigshafen, Ludwigshafen am Rhein
  • Festival des deutschen Films, Metropolregion Rhein-Neckar, Ludwigshafen am Rhein
  • Burgfestspiele, Mayen
  • Lukasmarkt, Mayen
  • Wein- und Festspiele, Oppenheim
  • Gaukler- und Kleinkunstfestival, Koblenz
  • DĂŒrkheimer Wurstmarkt, grĂ¶ĂŸtes Weinfest der Welt, Bad DĂŒrkheim
  • Karl-May-Festspiele, Mörschied
  • Karl-May-Festspiele, Pluwig

Besonders im Rheinland zĂ€hlt außerdem der Straßenkarneval zum traditionellen Brauchtum. Bedeutend ist die Mainzer Fastnacht mit dem grĂ¶ĂŸten Rosenmontagszug des Landes; aber auch in anderen StĂ€dten wird der Karneval gefeiert, so beispielsweise beim Trierer Karneval, Koblenzer Karneval oder in Ludwigshafen.

Am Mittelrhein findet jĂ€hrlich an verschiedenen Orten das Feuerwerk Rhein in Flammen statt. Dabei fahren Personenschiffe im Konvoi den Rhein entlang und ermöglichen so einen Blick auf die von verschiedenen Burgen gezĂŒndeten Feuerwerke. Das grĂ¶ĂŸte Feuerwerksspektakel im Rahmen von Rhein in Flammen wird alljĂ€hrlich am zweiten Samstag im August von der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz abgeschossen und von hunderttausenden Zuschauern verfolgt.

Gartenschau

In der Stadt Koblenz fand die Bundesgartenschau 2011 statt, die erste Bundesgartenschau in Rheinland-Pfalz. Nach Verlautbarung der Landesregierung war sie die grĂ¶ĂŸte Veranstaltung in der Geschichte des Landes. Mit einer erreichten Besucherzahl von ĂŒber 3,5 Millionen Menschen war sie die erfolgreichste Bundesgartenschau seit EinfĂŒhrung des elektronischen ZĂ€hlsystems im Jahr 1997.

Die erste rheinland-pfĂ€lzische Landesgartenschau fand im Jahr 2000 in Kaiserslautern statt. Im Jahr 2004 wurde die Ausrichtung der Landesgartenschau durch die Stadt Trier ĂŒbernommen, danach folgte 2008 die Stadt Bingen. Die folgende Landesgartenschau wurde im Jahr 2015 durch die Stadt Landau ausgerichtet. Diese sollte eigentlich bereits 2014 stattfinden, musste jedoch aufgrund mehrerer Bombenfunde auf dem GelĂ€nde verschoben werden. 2023 soll die fĂŒnfte rheinland-pfĂ€lzische Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler stattfinden.

Parks

Die spĂ€tere deutsche Kaiserin Augusta ließ ab 1856 in Koblenz die Rheinanlagen als Park gestalten. Sie war auch Gönnerin des katholischen Pfarrers Kraus und unterstĂŒtzte seine Bestrebungen, die heute nach ihm benannten Pfarrer-Kraus-Anlagen, eine Landschaftsbilderbibel, zu schaffen.

Mit dem Barfußpark bei Bad Sobernheim wurde 1992 eine neuartige und beliebte Freizeiteinrichtung entwickelt. Diese fand an vielen Orten des deutschsprachigen Raums Nachahmung.

In Rheinland-Pfalz befinden sich folgende Natur-, Freizeit- und Tierparks:

  • Geopark Vulkanland Eifel
  • Tiergarten Worms
  • Zoo Kaiserslautern
  • Zoo Landau in der Pfalz
  • Zoo Neuwied
  • Eifelpark in Gondorf
  • Holiday Park in Haßloch
  • Kurpfalz-Park in Wachenheim
  • Wild- und Freizeitpark Klotten in Klotten
  • Wild- und Wanderpark SĂŒdliche Weinstraße in Silz
  • Hochwildschutzpark HunsrĂŒck in Rheinböllen
  • Wildfreigehege Wildenburg bei Kempfeld
  • Eifel-Zoo bei LĂŒnebach, nahe PrĂŒm
  • Wildpark Rheingönheim Ludwigshafen am Rhein
  • Wildpark Daun an der Deutschen Wildstraße

Hochschulen

Zur Bildungslandschaft in Rheinland-Pfalz gehören sechs UniversitĂ€ten, elf Fachhochschulen und die Deutsche UniversitĂ€t fĂŒr Verwaltungswissenschaften Speyer

  • Deutsche UniversitĂ€t fĂŒr Verwaltungswissenschaften Speyer
  • Johannes Gutenberg-UniversitĂ€t Mainz
  • Technische UniversitĂ€t Kaiserslautern
  • UniversitĂ€t Koblenz-Landau – Standorte: Koblenz, Landau
  • UniversitĂ€t Trier
  • Technische Hochschule Bingen
  • Hochschule der Deutschen Bundesbank – Standort: Hachenburg
  • Hochschule fĂŒr Finanzen – Standort: Edenkoben
  • Hochschule fĂŒr öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz – Standort: Mayen
  • Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz – Standort: Hahn
  • Hochschule Kaiserslautern – Standorte: Kaiserslautern I und II, Pirmasens und ZweibrĂŒcken
  • Hochschule Koblenz – Studienorte: Koblenz, Höhr-Grenzhausen, Remagen
  • Hochschule Ludwigshafen am Rhein (mit Ostasieninstitut)
  • Hochschule Mainz
  • Hochschule Trier – Standorte: Trier, Idar-Oberstein, Umwelt-Campus Birkenfeld
  • Hochschule Worms
  • Katholische Hochschule Mainz
  • WHU – Otto Beisheim School of Management (ehemals: Wissenschaftliche Hochschule fĂŒr UnternehmensfĂŒhrung), Vallendar bei Koblenz (private UniversitĂ€t)
  • Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar der Gesellschaft des Katholischen Apostolates (Pallottiner) (kirchliche UniversitĂ€t)

KĂŒche

Die KĂŒche in Rheinland-Pfalz wird durch die milden Temperaturen an Rhein und Mosel bestimmt. Wichtiger Exportartikel ist der Wein aus der Pfalz, aus Rheinhessen, vom Mittelrhein, aus dem Nahe- und dem Ahrtal sowie aus dem Weinbaugebiet Mosel. Bekannte Nahrungsmittel sind der PfĂ€lzer Saumagen, Weck, Worscht un Woi, Lewwerknepp, SpundekĂ€s und HandkĂ€s (Mainzer KĂ€se). Im gesamten nördlichen Landesteil, besonders aber um Idar-Oberstein, ist der Spießbraten verbreitet, im Birkenfelder Land gilt Kartoffelwurst (Grumbierewurscht) als SpezialitĂ€t.

Im HunsrĂŒck, aber auch darĂŒber hinaus, werden gerne gefĂŒllte KlĂ¶ĂŸe (KartoffelklĂ¶ĂŸe je nach Region gefĂŒllt mit Hackfleisch, Leberwurst o. À.) gegessen.

Im Grenzgebiet zu Frankreich sind außerdem Gerichte wie Flammkuchen oder Zwiebelkuchen populĂ€r.

Im Norden von Rheinland-Pfalz sind Kröbbelsche (auch Kartoffelpuffer oder Reibekuchen genannt) und Döppekooche (Kartoffelbreiauflauf mit Mettwurst oder Speck) und auch rheinischer Sauerbraten beliebt.

In der Region Trier gibt es Terdisch (Sauerkraut mit Kartoffelstampf). Beliebt ist auch (vor allem in der Pfalz) die Kombination von Grumbeersupp unn Quetschekuche, also Kartoffelsuppe und Pflaumenkuchen.

Weinhauptstadt Mainz/Rheinhessen

Seit Mai 2008 sind Mainz und Rheinhessen Mitglied im Great Wine Capitals Global Network (GWC), einem Zusammenschluss der bekanntesten WeinbaustÀdte weltweit. Neben Mainz befinden sich in diesem Verbund StÀdte und Regionen wie Bilbao: Rioja, Bordeaux: Bordeaux (Weinbaugebiet), Florenz: Toskana, Kapstadt: Cape-Winelands, Mendoza: Mendoza, Melbourne/Region Melbourne, Porto: Dourotal sowie San Francisco: Napa Valley.

Orden, Ehrenzeichen und EhrenbĂŒrgerschaft

Das Land Rheinland-Pfalz vergibt folgende Orden und Ehrenzeichen:

  • Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz
  • EhrenbĂŒrgerschaft des Landes Rheinland-Pfalz
  • Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz
  • Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz

DarĂŒber hinaus werden in Rheinland-Pfalz verliehen:

  • Carl-Zuckmayer-Medaille
  • Justizrat (Ehrentitel fĂŒr Juristen, keine Amtsbezeichnung)

Politik

Bis zur Landtagswahl 1991 war die CDU im strukturell eher lĂ€ndlich-kleinstĂ€dtisch geprĂ€gten Rheinland-Pfalz, das einen hohen Anteil an Mitgliedern christlicher Kirchen, vor allem Katholiken, aufweist, die dominierende Partei. Von 1971 bis 1987 regierte sie dort mit absoluter Mehrheit (Kabinette Kohl I, II und III, Vogel I, II, III und IV). 1991 wurde die SPD Rheinland-Pfalz erstmals stĂ€rkste Partei bei einer Landtagswahl in Rheinland-Pfalz; Rudolf Scharping wurde MinisterprĂ€sident (rot-gelbes Kabinett Scharping). Als Faktoren fĂŒr die Verluste der CDU gelten die jahrelange Zerstrittenheit der rheinland-pfĂ€lzischen CDU und der Umstand, dass Bundeskanzler Helmut Kohl ein Wahlversprechen gebrochen hatte – er hatte im Wahlkampf vor der Bundestagswahl am 2. Dezember 1990 verkĂŒndet, die Wiedervereinigung solle ohne Steuererhöhungen finanziert werden.

Als Scharping nach der Bundestagswahl 1994 in die Bundespolitik wechselte, wurde Kurt Beck zum neuen MinisterprÀsidenten gewÀhlt. Die SPD war bei den Landtagswahlen 1996, 2001, 2006, 2011 und 2016 stÀrkste Partei. Beck blieb bis Januar 2013 MinisterprÀsident; ihm folgte Malu Dreyer (Kabinette I, II und III).

Die FDP wurde nur bei den Wahlen 1983 und 2011 nicht in den Landtag gewÀhlt. In allen anderen Wahlperioden war sie stets die drittstÀrkste Fraktion im Landtag; lediglich seit 2016 ist sie (hinter der AfD) die viertstÀrkste Fraktion.
Die GrĂŒnen hatten in Rheinland-Pfalz lange einen schweren Stand. 2001 schafften sie knapp den Einzug in den Landtag; 2006 scheiterten sie mit 4,6 % an der FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde. Die Landtagswahl 2011 fand am 27. MĂ€rz statt, 16 Tage nach dem Beginn der Nuklearkatastrophe von Fukushima. Die GrĂŒnen erhielten 15,4 Prozent der Stimmen; SPD und GrĂŒne bildeten eine Koalition (→ Kabinett Beck V).

Verfassung

Das Land Rheinland-Pfalz geht auf die Verordnung Nummer 57 der französischen Besatzungsmacht vom 30. August 1946 zurĂŒck. Diese ordnete die Bildung eines „rheinpfĂ€lzischen“ Landes an. Ein erster Verfassungsentwurf entstand „im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott, dem Urgrund des Rechts und Schöpfer aller menschlichen Gemeinschaft, von dem Willen beseelt, die Freiheit und WĂŒrde des Menschen zu sichern, das Gemeinschaftsleben nach dem Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit zu ordnen, den wirtschaftlichen Fortschritt aller zu fördern und ein neues demokratisches Deutschland als lebendiges Glied der Völkergemeinschaft zu formen“ in der so genannten Beratenden Landesversammlung. Deren Mitglieder wurden von den rheinland-pfĂ€lzischen Kreis- und Gemeindeversammlungen bereits im November 1946 gewĂ€hlt.

Die konstituierende Sitzung dieser Beratenden Landesversammlung fand am 22. November 1946 in Koblenz statt. Kurz darauf, am 4. Dezember 1946, wurde eine vorlÀufige Landesregierung unter Wilhelm Boden (CDU) gebildet. Nachdem die Landesverfassung durch Volksabstimmung am 18. Mai 1947 angenommen wurde, wÀhlte man den bisherigen Landeschef Boden am 13. Juni zum ersten MinisterprÀsidenten des neuen Landes. Am 9. Juli 1947 wurde Peter Altmeier (CDU) sein Nachfolger.

Artikel 79 Absatz 1 der Landesverfassung sieht vor, dass der Landtag „das vom Volk gewĂ€hlte oberste Organ der politischen Willensbildung“ ist. „Er vertritt das Volk, wĂ€hlt den MinisterprĂ€sidenten und bestĂ€tigt die Landesregierung, beschließt die Gesetze und den Landeshaushalt, kontrolliert die vollziehende Gewalt und wirkt an der Willensbildung des Landes mit in der Behandlung öffentlicher Angelegenheiten, in europapolitischen Fragen und nach Maßgabe von Vereinbarungen zwischen Landtag und Landesregierung.“

Das Land wird beim Bund durch einen BevollmÀchtigten vertreten, dessen Sitz in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin ist.

Landtagswahlen

Die Wahlen zum Landtag Rheinland-Pfalz finden alle fĂŒnf Jahre statt. Der Landtag umfasst 101 Mitglieder und hat seinen Sitz im Deutschhaus in Mainz. Bei den letzten Landtagswahlen zum 18. Landtag am 14. MĂ€rz 2021 blieb die SPD stĂ€rkste Kraft. Dabei zogen die Freien WĂ€hler mit 5,4 Prozent der Stimmen erstmals in den Landtag ein. Der 18. Landtag konstituierte sich am 18. Mai 2021. Die nĂ€chste Wahl findet voraussichtlich 2026 statt.

MinisterprÀsidenten

Oberste Landesbehörden

Die Staatskanzlei (als Behörde des Regierungschefs) und die Ministerien des Landes Rheinland-Pfalz sind die Verwaltungsorgane der Landesregierung, die vom Landesparlament bestellt wird. Sie werden von den Ministern im Rahmen der Richtlinienkompetenz des MinisterprÀsidenten geleitet. Ihre GeschÀftsbereiche werden durch Anordnung festgelegt.

Hoheitszeichen

Die Landesflagge besteht aus der deutschen Trikolore, der bis zur HĂ€lfte des roten Querstreifens in der oberen Ecke an der Stange das rheinland-pfĂ€lzische Landeswappen aufgelegt ist. Dieses wiederum besteht aus dem PfĂ€lzer Löwen, dem Kreuz des Erzbistums und KurfĂŒrstentums Trier sowie dem Mainzer Rad und erinnert damit an die bis 1801 existierenden KurfĂŒrstentĂŒmer Trier, Mainz und Pfalz im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Der gesamte Wappenschild ist als Sinnbild der VolkssouverĂ€nitĂ€t von einer goldenen Volkskrone fĂŒnf stilisierter WeinblĂ€tter ĂŒberhöht.

Das Kfz-Kennzeichen des Landtags Rheinland-Pfalz, der Ministerien sowie der Polizei Rheinland-Pfalz ist RPL.

Verwaltungsgliederung

Rheinland-Pfalz ist in 24 Landkreise, 12 kreisfreie StĂ€dte, 29 verbandsfreie StĂ€dte und Gemeinden (davon acht große kreisangehörige StĂ€dte) sowie 129 Verbandsgemeinden, denen 96 verbandsangehörige StĂ€dte und 2164 Ortsgemeinden angehören, untergliedert. Am 31. Dezember 2017 gab es in den Landkreisen des Landes 3.009.555 Einwohner und in den zwölf kreisfreien StĂ€dten 1.064.124.

Als einziger höherer Kommunalverband existiert in der ehemals bayerischen Pfalz der Bezirksverband Pfalz, der auf Druck der ehemaligen Besatzungsmacht Frankreich in der Landesverfassung verankert wurde. Das politische Gremium dieser Gebietskörperschaft ist der Bezirkstag Pfalz.

Siehe auch:

  • Liste der Landkreise und kreisfreien StĂ€dte in Rheinland-Pfalz
  • Liste der StĂ€dte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz
  • Liste der Verbandsfreien Gemeinden und der Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz

Landkreise

(Auflistung mit Kfz-Kennzeichen)

Kreisfreie StÀdte

(Auflistung mit Kfz-Kennzeichen)

Große kreisangehörige StĂ€dte

(Auflistung mit Kfz-Kennzeichen)

BezirksverbÀnde

Ehemalige Regierungsbezirke

Rheinland-Pfalz bestand von 1946 bis 1968 aus fĂŒnf, danach bis 1999 aus drei Regierungsbezirken:

  • Koblenz (bis 1999)
  • Montabaur (bis 1968), spĂ€ter Regierungsbezirk Koblenz
  • Pfalz (bis 1968), spĂ€ter Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz
  • Rheinhessen (bis 1968), spĂ€ter Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz
  • Rheinhessen-Pfalz (1968–1999)
  • Trier (bis 1999)

Zum 1. Januar 2000 wurden die drei verbliebenen Bezirksregierungen von Koblenz, Trier und Rheinhessen-Pfalz in neue Strukturen ĂŒberfĂŒhrt, deren ZustĂ€ndigkeiten nicht mehr regional, sondern funktional bestimmt sind und sich teilweise auf das ganze Land erstrecken:

  • Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Trier
  • Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord; SĂŒdrhein und Westnassau), Koblenz
  • Struktur- und Genehmigungsdirektion SĂŒd (SGD SĂŒd; Pfalz und Rheinhessen), Neustadt an der Weinstraße

Dennoch existieren die Grenzen der ehemaligen Regierungsbezirke fĂŒr die NUTS-2-Regionen weiter.

Landesbehörden und Gerichte

Landesbehörden und Landesbetriebe

  • Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Trier
  • Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Koblenz
  • Struktur- und Genehmigungsdirektion SĂŒd, Neustadt an der Weinstraße
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz
  • Landesuntersuchungsamt mit Standorten in Koblenz, Landau, Mainz, Speyer und Trier
  • Landesamt fĂŒr Geologie und Bergbau, Mainz
  • Landesamt fĂŒr Umwelt, Mainz
  • Landesamt fĂŒr Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz, Koblenz
  • Landesbetrieb Daten und Information
  • Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung
  • Landesbetrieb MobilitĂ€t Rheinland-Pfalz
  • Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz
  • Landesforstverwaltung
  • Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz
    • Landeshauptarchiv Koblenz
    • Landesarchiv Speyer
  • PĂ€dagogisches Landesinstitut
  • Rechnungshof des Landes Rheinland-Pfalz, Speyer
  • Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz
  • Polizei Rheinland-Pfalz
  • UniversitĂ€tsmedizin der Johannes Gutenberg-UniversitĂ€t Mainz
  • Landeskrankenhaus Rheinland-Pfalz
  • Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Bad Ems
  • Landesamt fĂŒr Steuern Rheinland-Pfalz
  • Landeszentrale fĂŒr UmweltaufklĂ€rung Rheinland-Pfalz (LZU)
  • Landesamt fĂŒr Soziales, Jugend und Versorgung, Mainz/Koblenz
  • Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule Rheinland-Pfalz

Gerichte

  • Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz in Koblenz
  • Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in Mainz
  • Arbeitsgerichte in Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz und Trier
  • Landessozialgericht Rheinland-Pfalz in Mainz
  • Sozialgerichte in Koblenz, Mainz, Speyer und Trier
  • Finanzgericht Rheinland-Pfalz in Neustadt an der Weinstraße
  • Oberlandesgericht Koblenz
  • Landgerichte in Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz, und Trier
  • PfĂ€lzisches Oberlandesgericht ZweibrĂŒcken
  • Landgerichte in Frankenthal (Pfalz), Kaiserslautern, Landau in der Pfalz, und ZweibrĂŒcken
  • Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz
  • Verwaltungsgerichte in Koblenz, Mainz, Neustadt an der Weinstraße und Trier

Partnerschaften

Rheinland-Pfalz unterhÀlt Partnerschaften mit:

  • Deutschland ThĂŒringen im Projekt LĂ€nderpartnerschaft Ost-West ab 1990,
  • Frankreich Burgund-Franche-ComtĂ© in Frankreich,
  • Polen der polnischen Woiwodschaft Oppeln,
  • Belgien der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens,
  • Tschechien der Mittelböhmischen Region in Tschechien,
  • Ruanda der Republik Ruanda in Ostafrika,
  • Vereinigte Staaten dem US-Bundesstaat South Carolina,
  • China Volksrepublik der chinesischen Provinz Fujian

sowie freundschaftliche Beziehungen mit

  • Japan der japanischen PrĂ€fektur Iwate.

Seit 1982 besteht eine Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda. Eine solche Partnerschaft zwischen einem deutschen Land und einem Entwicklungsland gab es bis dahin noch nicht. Der Großteil der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit des Landes Rheinland-Pfalz konzentriert sich folglich auch auf das kleine ostafrikanische Land.

So wurde zu diesem Zweck der Verein Partnerschaft Rheinland-Pfalz-Ruanda e. V. gegrĂŒndet. Außerdem wird das zustĂ€ndige Referat „Entwicklungszusammenarbeit“ im rheinland-pfĂ€lzischen Innenministerium auch schlicht als „Ruandareferat“ bezeichnet. Jedoch sind es insbesondere die Projekte im Kleinen, die die Partnerschaft ausmachen. So engagieren sich regelmĂ€ĂŸig Schulen und andere Einrichtungen in Rheinland-Pfalz an Projekten mit Bezug zum Partnerland. Es gibt ein eigenes KoordinierungsbĂŒro in Kigali, der Hauptstadt Ruandas, in der rheinland-pfĂ€lzische Mitarbeiter die DurchfĂŒhrung der diversen Projekte ĂŒbersehen und sich um den kulturellen Austausch kĂŒmmern.

Seit 1997 verbindet Rheinland-Pfalz und den US-amerikanischen Bundesstaat South Carolina eine offizielle Regionalpartnerschaft. AnfĂ€nglich wurden sog. Transatlantische Konferenzen auf Fachebene ausgetragen. Heute konzentrieren sich die AktivitĂ€ten eher auf den zivilgesellschaftlichen sowie den Bildungsbereich. So bestehen verschiedene UniversitĂ€tsaustausche sowie Projekte im Bereich Schule und Sport. Die Atlantische Akademie in Kaiserslautern bietet regelmĂ€ĂŸig landeskundliche SchĂŒlerworkshops zum Partnerstaat an. Das Online-Projekt Transatlantic Partners, das von der Multimediainitiative der Landesregierung rlpinform getragen und im Rahmen einer studentischen Arbeitsgemeinschaft an der UniversitĂ€t Koblenz-Landau (Campus Landau) sowie einer Partnerredaktion an der Francis Marion University in Florence, SC organisiert wird, dokumentiert die Partnerschaft und bietet vielfĂ€ltige Informationen sowie Austauschmöglichkeiten.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz seit 1815:

Die Einwohnerzahl stieg in den fĂŒnfzig Jahren zwischen 1950 und 2000 von ca. drei Millionen auf ĂŒber vier Millionen Menschen. Einem fast kontinuierlichem Anstieg auf fast 3,7 Millionen Einwohner bis Anfang der 1970er-Jahre folgte, bedingt durch den sogenannten Pillenknick, eine ca. 20-jĂ€hrige Phase leichten RĂŒckgangs und der Stagnation, bis die Bevölkerungszahl seit 1987 und insbesondere seit Anfang der 90er-Jahre infolge des Mauerfalls und des EuropĂ€ischen Einigungsprozesses und den damit einhergehenden hohen WanderungsĂŒberschĂŒssen auf das heutige Niveau stieg. Im Jahre 1996 ĂŒberstieg die Bevölkerungszahl des Landes Rheinland-Pfalz erstmals die Vier-Millionen-Marke.

2004 wurde ein Bevölkerungshöchststand von 4.061.105 ermittelt. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird die Einwohnerzahl aber mit großer Wahrscheinlichkeit wieder abnehmen. Bereits 2005 diagnostizierte das Statistische Landesamt die „Trendwende“. Zum Stichtag 31. MĂ€rz 2011 schrumpfte die Bevölkerung wieder unter die Marke von vier Millionen Menschen. Im Extremfall sinkt die Bevölkerungszahl bis zum Jahre 2050 um rund 25 Prozent wieder auf das Niveau von 1950. Selbst bei einer gĂŒnstigen Entwicklung wird die Zahl bis dahin um 314.000 Personen sinken.

Dabei verteilt sich dieser BevölkerungsrĂŒckgang ganz unterschiedlich auf die verschiedenen Regionen. Am wenigsten betroffen sein werden wohl die Landkreise in unmittelbarer Nachbarschaft der grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte, d. h. die Landkreise, die an die StĂ€dte Mainz, Ludwigshafen, Koblenz, Kaiserslautern und Trier grenzen. Am schlimmsten betroffen sein wird aller Voraussicht nach die SĂŒdwestpfalz, insbesondere die StĂ€dte ZweibrĂŒcken und Pirmasens.

Bevölkerungsprognose

In der Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung „Wegweiser Kommune“ von 2011 wird Rheinland-Pfalz ein leichter BevölkerungsrĂŒckgang (4,5 Prozent bis 2030) vorausgesagt.

Quelle: Bertelsmann Stiftung

GrĂ¶ĂŸte StĂ€dte

Einwohnerzahlen der grĂ¶ĂŸten Gemeinden

Die Einwohnerzahlen der grĂ¶ĂŸten Gemeinden in Rheinland-Pfalz werden jeweils zum Jahresende in der folgenden Tabelle aufgelistet:

Religionen

Konfessionsstatistik

Ende 2019 hatte Rheinland-Pfalz 39,4 % katholische, 26,3 % protestantische Einwohner und 34,2 % der Bevölkerung hatten entweder eine andere oder keine Religionszugehörigkeit.

Laut einer SchÀtzung des Integrationsministeriums von 2016 leben 200.000 Menschen muslimischen Glaubens in Rheinland-Pfalz, was einem Bevölkerungsanteil von 5,0 % entspricht.

GemĂ€ĂŸ Zensus 2011 gehörten damals 1,0 % der Bevölkerung einer evangelischen Freikirche, 1,1 % einer christlich-orthodoxen Kirche, 0,1 % einer jĂŒdischen Gemeinde und 2,3 % sonstigen in Rheinland-Pfalz anerkannten öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften an (dazu zĂ€hlen u. a. Altkatholiken und Zeugen Jehovas).

Diözesen der römisch-katholischen Kirche in Rheinland-Pfalz

  • Erzbistum Köln
  • Bistum Trier
  • Bistum Limburg
  • Bistum Mainz
  • Bistum Speyer

Landeskirchen der evangelischen Kirche in Rheinland-Pfalz

  • Evangelische Kirche im Rheinland
  • Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
  • Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)

Sprachen

In Rheinland-Pfalz werden hauptsĂ€chlich westmitteldeutsche Dialekte gesprochen, die zum MittelfrĂ€nkischen und zum RheinfrĂ€nkischen gehören. Ein kleines Gebiet im SĂŒden der Pfalz gehört zum Sprachgebiet des SĂŒdfrĂ€nkischen, welches zu den oberdeutschen Dialekten gehört.

Im Altertum gehörte der grĂ¶ĂŸte Teil des Landes zu Gallien, Trier war in der SpĂ€tantike Hauptstadt der Provinz Belgica prima und zeitweise eine der HauptstĂ€dte des Gesamtreiches der Römer. Die Bevölkerungsmischung aus eingewanderten Römern und romanisierten Kelten blieb auch nach der frĂ€nkischen Eroberung bestehen, ihre Sprache, das Moselromanische, hielt sich bis ins hohe Mittelalter an der Mosel, war aber isoliert von der ĂŒbrigen Romania durch die rein frĂ€nkischsprachigen Gebiete im heutigen Westen von Rheinland-Pfalz und im heutigen Luxemburg, siehe auch: MoselfrĂ€nkisch.

Im östlichen Teil des Landes fand bereits in römischer Zeit eine Durchmischung von keltischen und germanischen StĂ€mmen statt. In der Völkerwanderung besiedelten Alemannen und Franken diesen Teil des Landes. Aus der Vermischung entstanden verschiedene Variationen der pfĂ€lzischen Dialekte. Durch die jahrhundertelange Tradition der Auswanderung aufgrund von Armut oder religiösen Überzeugungen bildete das PfĂ€lzische die Grundlage fĂŒr verschiedene auslandsdeutsche Mundarten. Russlanddeutsche, Banater, Amische (Pennsylvania Dutch) und von einem Teil der DeutschstĂ€mmigen in Brasilien (Riograndenser HunsrĂŒckisch) haben sich teilweise bis heute diesen Dialekt bewahrt.

Ethnien

Knapp drei Viertel (2,97 Mio., 74 %) der Rheinland-PfĂ€lzer sind laut Statistischem Landesamt 2018 der Ethnie nach Deutsche und besitzen keinen Migrationshintergrund. Rund ein Viertel haben Migrationshintergrund (1,04 Mio., 26 %), d. h., dass mindestens ein Elternteil nicht-deutscher Herkunft ist. Darunter befinden sich auch knapp 450.000 AuslĂ€nder mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit. Die fĂŒnf hĂ€ufigsten HerkunftslĂ€nder sind dabei die TĂŒrkei (58.000), Polen (44.000), Syrien (39.000) sowie Italien und RumĂ€nien (je 30.000).

Gesundheit

Die durchschnittliche Lebenserwartung lag im Zeitraum 2015/17 bei 78,6 Jahren fĂŒr MĂ€nner und bei 83,0 Jahren fĂŒr Frauen. Die MĂ€nner belegen damit unter den deutschen BundeslĂ€ndern Rang 4, wĂ€hrend Frauen Rang 10 belegen. Regional hatten 2013/15 der Rhein-Pfalz-Kreis (Erwartung der Gesamtbevölkerung: 81,96 Jahre), Mainz (81,84) und Mainz-Bingen (81,79) die höchste, sowie der Donnersbergkreis (79,39), Birkenfeld (79,21) und Pirmasens (77,35) die niedrigste Lebenserwartung. Pirmasens belegte außerdem auch deutschlandweit den letzten Platz.

2015 gab es in Rheinland-Pfalz 87 KrankenhĂ€user mit 25.282 Betten sowie 3 Tageskliniken mit 87 PlĂ€tzen. Das Land hatte 7.835 Ärzte und ĂŒber 48.000 weitere BeschĂ€ftigte in KrankenhĂ€usern.

Wirtschaft

Rheinland-Pfalz steht in Deutschland vor allem fĂŒr Wein und Sekt, gleichwohl ist der Industrieanteil an der Wirtschaftsleistung höher als im Bundesdurchschnitt. Mit einer Exportquote von ca. 46 Prozent liegt das Land in der Spitzengruppe der deutschen BundeslĂ€nder. Ein Grundpfeiler der Wirtschaft ist neben Außenwirtschaft und Industrie der Mittelstand. Auch der Tourismus spielt eine gewichtige Rolle. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EU ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreichte Rheinland-Pfalz im Jahr 2014 einen Index von 112,0 (EU-28: 100,0).

Die Arbeitslosenquote ist mit 4,4 % (Oktober 2021) nach Baden-WĂŒrttemberg (3,5 % (Oktober 2021)) und Bayern (2,9 % (Oktober 2021)) die niedrigste in der Bundesrepublik Deutschland.

2014 betrug das Bruttoinlandsprodukt in Rheinland-Pfalz etwa 127,6 Milliarden Euro.

Die zehn wichtigsten Standorte sozialversicherungspflichtiger BeschÀftigung sind (Arbeitsortangaben):

Industrie

Bedeutende Branchen sind in der chemischen Industrie die BASF in Ludwigshafen (der grĂ¶ĂŸte Arbeitgeber des Landes), pharmazeutische Industrie Boehringer Ingelheim (zweitgrĂ¶ĂŸter Arbeitgeber), Fahrzeug- und Maschinenbau z. B. Daimler-Werk in Wörth am Rhein (das grĂ¶ĂŸte Lkw-Werk der Welt), Wirtgen Group in Windhagen (WeltmarktfĂŒhrer fĂŒr Straßenbaumaschinen), KSB Aktiengesellschaft in Frankenthal (grĂ¶ĂŸter deutscher Pumpenhersteller), Opel-Werk Kaiserslautern, Stabilus Koblenz (WeltmarktfĂŒhrer bei der Herstellung von Gasdruckfedern), Schottel (Schiffsmaschinenbau), Lebensmittelhersteller Griesson - de Beukelaer (fĂŒhrender GebĂ€ckkonzern), die Schott AG (Herstellerin von Glas und Glaskeramik) in Mainz sowie die GetrĂ€nkehersteller Bitburger Brauerei, Koblenzer Brauerei Koblenz und Gerolsteiner Brunnen. In Trier werden seit 1873 Zigaretten von ehemals Johann Neuerburg genannt Haus Neuerburg, R. J. Reynolds Tobacco Company und heute JT International Germany und seit 1925 von Heintz van Landewyck hergestellt.

Dienstleistungen

Die Dienstleistungsbranche stĂŒtzt sich ĂŒberwiegend auf kleinere Unternehmen, wobei dieser Wirtschaftssektor unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Daneben gibt es im Land aber auch bundesweit fĂŒhrende Unternehmen im Dienstleistungssektor wie beispielsweise die Debeka Koblenz (Versicherungen) und United Internet, einen der fĂŒhrenden Internetdienstanbieter in Deutschland. Besonderes Gewicht hat der Handel mit einheimischen BodenschĂ€tzen und land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen (Wein, Holz, Ton, Steine etc.) sowie mit Schmuck.

Bedeutende Einkaufszentren in Rheinland-Pfalz sind die Römerpassage in Mainz, das Löhr-Center und das Forum Mittelrhein in Koblenz, das Rathaus-Center in Ludwigshafen, die Rheingalerie in Ludwigshafen sowie die Trier-Galerie in Trier. Die Lotto Rheinland-Pfalz GmbH mit Sitz in Koblenz ist die Lottogesellschaft des Landes Rheinland-Pfalz.

Seit 2008 ist Mainz einer der vier Hauptsitze der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. Die der WestLB gehörende Westdeutsche ImmobilienBank hat ihren Sitz in Mainz, ebenso die beiden Förderbanken des Landes, nĂ€mlich die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) und die Landestreuhandbank Rheinland-Pfalz (LTH). Die Sparkassen in Rheinland-Pfalz bilden ein wichtiges RĂŒckgrat in der Finanzierung des Mittelstands sowie der Wirtschaftsförderung und Standortsicherung. Zudem engagieren sie sich durch Spenden und Sponsoring in betrĂ€chtlicher Höhe fĂŒr Kultur, Sport, Wissenschaft und Soziales.

Energieversorgung

Das einzige Kernkraftwerk in Rheinland-Pfalz, das KKW MĂŒlheim-KĂ€rlich, wurde 1986 fertiggestellt. Es musste wegen einer fehlerhaften Baugenehmigung 1988 vom Netz genommen werden. Der RĂŒckbau sollte bis 2012 im Wesentlichen abgeschlossen sein und bis 2013 sollen nur noch die Dampferzeuger und der eigentliche ReaktordruckbehĂ€lter in der Anlage verbleiben.

Land- und Forstwirtschaft

Große Teile von Rheinland-Pfalz waren bis in die 1960er Jahre vor allem landwirtschaftlich geprĂ€gt. 1957 waren noch 36 % aller ErwerbstĂ€tigen in der Land- und Forstwirtschaft beschĂ€ftigt. Heute spielt die Landwirtschaft vor allem im Rheinhessischen HĂŒgelland und im Oberrheingraben eine Rolle. Die landwirtschaftliche NutzflĂ€che umfasst rund 719.400 Hektar, das entspricht etwa 36 % des Landes. Diese FlĂ€chen werden von etwa 24.700 Betrieben genutzt.Ökologische Landwirtschaft wird auf rund 10 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen FlĂ€che betrieben.

Forstwirtschaftlich bedeutsam sind der PfĂ€lzerwald, der HunsrĂŒck und der Westerwald.

Weinbau

In Rheinland-Pfalz gibt es in den sechs Weinanbaugebieten Ahr, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Rheinhessen und Pfalz eine bestockte RebflĂ€che von insgesamt ca. 64.000 ha. Von den etwa 102.000 ha in Deutschland besitzt Rheinland-Pfalz damit den grĂ¶ĂŸten Anteil. Im Durchschnitt der Jahre werden im Land zwischen 6,0 und 6,5 Millionen Hektoliter Wein geerntet, von denen etwa 1,6 Millionen Hektoliter in den Export gehen.

Die am hĂ€ufigsten angebauten Weißweinrebsorten (ca. 45.563 ha) sind in absteigender Reihenfolge: Riesling, MĂŒller-Thurgau (Rivaner), Silvaner, Kerner, Scheurebe, Weißer Burgunder, Bacchus, Grauburgunder (RulĂ€nder), Faberrebe, Huxelrebe, Ortega, Chardonnay, Morio-Muskat, Elbling, GewĂŒrztraminer, Reichensteiner, Ehrenfelser, Siegerrebe, Optima, Regner, WĂŒrzer, Sauvignon Blanc, Auxerrois. Bei den Rotweinrebsorten (ca. 18.648 ha) sind dies in absteigender Reihenfolge: Dornfelder, Blauer Portugieser, SpĂ€tburgunder, Regent, St. Laurent, Dunkelfelder, Merlot, MĂŒllerrebe, Cabernet Sauvignon, Heroldrebe, FrĂŒhburgunder, Cabernet Mitos, Acolon, Cabernet Dorsa, Domina.

Das Land selbst bewirtschaftet vier StaatsweingĂŒter in Oppenheim, Bernkastel-Kues, Bad Kreuznach und Neustadt an der Weinstraße.

Bedeutsam sind auch die Sektkellereien: Kupferberg und Goldhand (Weinbau in Mainz), Deinhard (Koblenz), Bischöfliche WeingĂŒter (Trier), Sektkellerei Bernard-Massard (Trier), Schloss Wachenheim (Wachenheim an der Weinstraße) und Faber, beide gehören der GĂŒnther Reh AG (Trier) sowie viele mittelstĂ€ndische Erzeuger von Winzersekt. Einige grĂ¶ĂŸere deutsche Handelskellereien wie zum Beispiel Reh Kendermann haben ihren Sitz in Rheinland-Pfalz.

Tourismus

Der Tourismus ist fĂŒr Rheinland-Pfalz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die Analysen fĂŒr den Tourismus in Rheinland-Pfalz ergeben fĂŒr das Jahr 2015: Mit 7,18 Milliarden Euro Bruttoumsatz und 3,32 Milliarden Euro Einkommenswirkung, sowie etwa 148.000 beschĂ€ftigten Personen gehört der Tourismus zu den tragenden SĂ€ulen der Wirtschaft des Landes. Insgesamt ĂŒbernachteten 2019 nach offiziellen Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems 25.869.203 GĂ€ste in Rheinland-Pfalz. Zum Vorjahr bedeutete dies einen Zuwachs von 0,9 Prozent.

Hinzu kommt ein Steueraufkommen aus dem Tourismus von 679 Millionen Euro. Das Land partizipiert im Rahmen des LĂ€nderfinanzausgleiches an der Umsatz- und Einkommensteuer. Diese Zahlen entstehen, weil jĂ€hrlich Millionen von Urlaubern zum Camping oder Wellnessaufenthalt, KurgĂ€ste, StĂ€dte-, Wein-, Eventreisende ebenso TagesausflĂŒgler zum Beispiel zum Wandern oder Radfahren ins Land kommen, nicht zu vergessen GeschĂ€ftsreisende und Tagungsteilnehmer. Eine besondere touristische Attraktion in der Pfalz ist die 85 km lange Deutsche Weinstraße. Neben ihr existiert noch die an der Oberen Nahe und im HunsrĂŒck liegende, ca. 70 Kilometer lange Deutsche Edelsteinstraße bei Idar-Oberstein. Seit 2015 besteht der Nationalpark HunsrĂŒck-Hochwald, der ca. 10.120 Hektar umfasst.

Infrastruktur

Luftverkehr

Der grĂ¶ĂŸte Flughafen in Rheinland-Pfalz ist der Flughafen Frankfurt-Hahn, der im HunsrĂŒck unweit der Gemeinde Hahn liegt. Dieser ist mit dem ca. 100 Kilometer entfernten Flughafen Frankfurt am Main nicht zu verwechseln. Er wurde 1993 aus einem US-MilitĂ€rflugplatz in einen zivilen Flughafen konvertiert. Im Passagierverkehr wird der „Low-cost-Flughafen“ vor allem von verschiedenen Billigfluggesellschaften, insbesondere von Ryanair, bedient. Über die seit 2011 vierspurig ausgebaute B 50 ist der Flughafen mit der A 61 verbunden. Die seit langem diskutierte Reaktivierung der HunsrĂŒckbahnstrecke ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der zweite Flughafen mit regelmĂ€ĂŸigen, auch internationalen Verbindungen war der Flugplatz ZweibrĂŒcken, entstanden aus der ZweibrĂŒcken Air Base, die von 1953 bis 1991 von den alliierten LuftstreitkrĂ€ften (Royal Canadian Air Force 1953–1969, United States Air Force 1969–1991) genutzt wurde. Am 3. November 2014 wurde dort der kommerzielle Linienverkehr eingestellt.

Kleinere VerkehrslandeplÀtze befinden sich in Ailertchen, Bitburg, Koblenz-Winningen, Lachen-Speyerdorf, Mainz-Finthen, Pirmasens, Speyer, Trier-Föhren und Worms.

Straßenverkehr

Von Nord nach SĂŒd verlaufen die Bundesautobahnen 1, 3, 60, 61, 62, 63 und 65, von West nach Ost die A 6, A 8, A 48, A 64, A 602 und A 650. Etwa 861 km Autobahnstrecke verlaufen durch Rheinland-Pfalz. Die MoseltalbrĂŒcke, die Überquerung der A 61 ĂŒber die Mosel, war zu ihrer Erbauungszeit die höchste AutobahnbrĂŒcke Europas. Im Mittelrheintal wurde eine Überquerung des Rheins ĂŒber die MittelrheinbrĂŒcke zwischen St. Goar und St. Goarshausen geplant. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl 2011 kamen SPD und GrĂŒne ĂŒberein, das Projekt „MittelrheinbrĂŒcke“ vorerst nicht zu bauen, wĂ€hrend der als HochmoselĂŒbergang bezeichnete GroßbrĂŒckenbau realisiert wurde. Der lĂ€ngste Straßentunnel ist mit 1540 m der Malbergtunnel bei Bad Ems.

Der öffentliche Personennahverkehr ist in sechs VerkehrsverbĂŒnde unterteilt. Dies sind im Einzelnen die VerbĂŒnde Karlsruhe, Rhein-Main, Rhein-Mosel, Rhein-Nahe, Rhein-Neckar und Region Trier.

Schienenverkehr

Wichtigste Knotenbahnhöfe des Schienenpersonenfernverkehrs sind Mainz Hauptbahnhof, Koblenz Hauptbahnhof, Ludwigshafen (Rhein) Hauptbahnhof, Bahnhof Montabaur, Neustadt an der Weinstraße Hauptbahnhof, Trier Hauptbahnhof und Kaiserslautern Hauptbahnhof. Als wichtige Bahnstrecken verlaufen entlang des Rheins die Rechte und die Linke Rheinstrecke sowie die Bahnstrecke Mainz–Mannheim. An der Mosel befindet sich die Moselstrecke, durch den Westerwald verlĂ€uft die 2004 fertiggestellte Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main. Die Anbindung von Mitteldeutschland an Paris ĂŒber Mannheim, Kaiserslautern und SaarbrĂŒcken verlĂ€uft durch den PfĂ€lzerwald mit der Bahnstrecke Mannheim–SaarbrĂŒcken. Der lĂ€ngste Eisenbahntunnel ist mit 4205 m der Kaiser-Wilhelm-Tunnel bei Cochem.

FĂŒr den Ausbau des GĂŒterfernverkehrsnetzes wurden nach Aussagen eines Bahnsprechers Bundesmittel fĂŒr den Mainzer Nordkopf in Höhe von 48 Millionen Euro bewilligt. Die erhöhte LeistungsfĂ€higkeit wird unter anderem auch daher benötigt, da 2016 der Gotthard-Basistunnel in der Schweiz eröffnet wurde und sich der GĂŒterverkehr zwischen Nordsee und Mittelmeer (und damit quer durch Rheinland-Pfalz) mit 40 Millionen Tonnen nahezu verdoppeln wird. Die Planung einer Neubautrasse fĂŒr den SchienengĂŒterverkehr zur Entlastung der Rheintalstrecke Rhein-Main-Cargo befindet sich 2012 noch in einer frĂŒhen Evaluierungsphase.

Wasserstraßen und HĂ€fen

Der Rhein ist die wichtigste Wasserstraße in Rheinland-Pfalz. Daneben sind nur noch die Mosel, seit ihrer Kanalisierung 1958 bis 1964, und die Saar fĂŒr den Personen- und Transportschiffverkehr von Bedeutung. Die Lahn ist in ihrem Mittel- und Unterlauf schiffbar, wird aber fast nur noch touristisch genutzt.

Der Ludwigshafener Rheinhafen ist der grĂ¶ĂŸte und leistungsfĂ€higste öffentliche Hafen in Rheinland-Pfalz und einer der bedeutendsten BinnenhĂ€fen Deutschlands. Er umfasst ein Gebiet von ĂŒber 150 ha und schlug im Jahr 2005 7,1 Millionen Tonnen GĂŒter um. Das 2011 eingeweihte Container-Terminal des Zoll- und Binnenhafens Mainz hat eine FlĂ€che von 8 Hektar die fĂŒr eine Lagerung von 10.300 TEU geeignet sind, einen Umschlag von 1,3 Millionen Tonnen und wird jĂ€hrlich von 2200 Schiffen angelaufen. Weitere wichtige BinnenhĂ€fen befinden sich in Andernach (Jahresumschlag ĂŒber 2,8 Millionen Tonnen) sowie in Germersheim, Worms, Bendorf, Koblenz, Wörth am Rhein und Trier.

Seilbahn

In Koblenz verkehrt mit der Rheinseilbahn seit dem 2. Juli 2010 die grĂ¶ĂŸte Seilbahn Deutschlands. Die erste in einem stĂ€dtischen Umfeld gebaute und 890 Meter lange Dreiseilumlaufbahn verbindet die Rheinanlagen in Höhe der Kastorkirche mit dem Plateau vor der Festung Ehrenbreitstein. Sie kann mit 18 Kabinen fĂŒr jeweils 35 Passagiere pro Stunde etwa 3800 Menschen in jede Richtung befördern. Mit dieser FörderkapazitĂ€t von insgesamt 7600 Menschen pro Stunde ist sie weltweit unĂŒbertroffen. Sie wurde als Attraktion und ökologisch sinnvolle Verkehrsverbindung zur Bundesgartenschau 2011 errichtet. Um den UNESCO-Welterbe-Status der Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal nicht zu gefĂ€hrden, wurde in einem Konzessionsvertrag vereinbart, die Seilbahn bis November 2013 zu betreiben und danach wieder abzubauen. Die UNESCO hat aber am 19. Juni 2013 in Phnom Penh auf der 37. Sitzung des Welterbekomitees beschlossen, den Betrieb bis 2026 zu erlauben. In diesem Jahr endet die technisch lĂ€ngstmögliche Betriebsdauer.

MilitÀr

Bundeswehr

Am 12. November 1955 zogen die ersten Soldaten des Heeres der neugegrĂŒndeten Bundeswehr in die Krahnenberg-Kaserne in Andernach ein. Die Bundeswehr hat seitdem wichtige Standorte in Rheinland-Pfalz. So war Koblenz bis Ende der 1980er-Jahre die grĂ¶ĂŸte Garnisonsstadt Deutschlands. Trotz der Schließung einiger Kasernen verblieben hier weiterhin viele zentrale militĂ€rische und zivile Einrichtungen. In Koblenz befinden sich das Ehrenmal des Deutschen Heeres, Kommando SanitĂ€tsdienst der Bundeswehr, Bundesamt fĂŒr AusrĂŒstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, das Zentrum Innere FĂŒhrung und das Bundeswehrzentralkrankenhaus. Bis zur Auflösung hatten das HeeresfĂŒhrungskommando, das SanitĂ€tsfĂŒhrungskommando und das Bundesamt fĂŒr Wehrtechnik und Beschaffung ihren Sitz in Koblenz. Die Luftwaffe hat das Taktische Luftwaffengeschwader 33 auf dem Fliegerhorst BĂŒchel stationiert. Aus dem Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr in Mayen wird der Truppenbetreuungssender der Bundeswehr „Radio Andernach“ gesendet. Der TruppenĂŒbungsplatz Baumholder wird seit 1937 genutzt und seit 1960 von der Bundeswehr verwaltet. Seit 1957 ist in Trier die Wehrtechnische Dienststelle 41 der Bundeswehr tĂ€tig. Im Jahr 1956 wurde die Artillerieschule der Bundeswehr in Idar-Oberstein stationiert. Dort werden mittels modernster Technik Soldaten der Bundeswehr und verbĂŒndeter StreitkrĂ€fte fĂŒr die Panzerhaubitze 2000 und andere Waffensysteme ausgebildet. Auch ist in Idar-Oberstein ein MobilitĂ€tszentrum der BwFuhrparkService GmbH angesiedelt, dessen Fahrzeuge im ganzen sĂŒdwestdeutschen Raum eingesetzt werden.

AuslÀndische StreitkrÀfte

Eine bedeutende Rolle in der Entwicklung des Landes spielen seit den 1950er-Jahren auslĂ€ndische StreitkrĂ€fte. Rheinland-Pfalz galt in der NATO als wichtigster regionaler MilitĂ€rstandort der alliierten Luftverteidigung. Der Kommandobunker Börfink im HunsrĂŒck etwa diente der LuftĂŒberwachung Mitteleuropas im Kalten Krieg. Ebenfalls im HunsrĂŒck befand sich bis Ende der 1980er die Atomraketenbasis Pydna. Besonders die US-StreitkrĂ€fte waren und sind prĂ€sent. Bis zu 69.000 US-Soldaten waren im Kalten Krieg in Rheinland-Pfalz stationiert. Im Juni 2006 waren es 27.200. Bis heute unterhalten die USA mit der Ramstein Air Base und der Spangdahlem Air Base zwei wichtige StĂŒtzpunkte der US Air Force, deren Bedeutung nach der 2005 erfolgten Schließung der Rhein-Main Air Base in Frankfurt am Main weiter gestiegen ist. Die US Air Force nutzt Ramstein, den grĂ¶ĂŸten NATO-Flughafen in Europa, hauptsĂ€chlich als Drehkreuz fĂŒr Fracht- und Truppentransporte fĂŒr die Regionen Europa, Afrika und Naher Osten sowie als Ziel von EvakuierungsflĂŒgen, da sich im nahen Landstuhl das grĂ¶ĂŸte US-amerikanische Krankenhaus (Landstuhl Regional Medical Center) außerhalb der USA befindet. Das Miesau Army Depot in der NĂ€he von Miesau gilt als das grĂ¶ĂŸte Munitionsdepot in Deutschland und das grĂ¶ĂŸte Munitionsdepot der US Army außerhalb der USA. Wegen der zahlreichen in Rheinland-Pfalz stationierten MilitĂ€rflugzeuge wird das Land auch „FlugzeugtrĂ€ger Rheinland-Pfalz“ genannt. Baumholder ist die grĂ¶ĂŸte amerikanische Garnisonsstadt in Deutschland; hier befindet sich unter anderem das Hauptquartier der 2. Brigade der 1. US-Panzerdivision.

Im Land waren auch VerbÀnde der Forces françaises en Allemagne stationiert, darunter in Trier und in Landau je eine Panzerdivision. In und bei Trier lebten zeitweise bis zu 30.000 Soldaten inklusive ihrer Familien. In den 1990er Jahren zogen sie ab.

Kernwaffen

Die Vereinigten Staaten und Großbritannien lagerten wĂ€hrend des Kalten Krieges bis zu 5000 Kernwaffen in deutschen Bunkern. Bis 2004 existierten in Deutschland noch 150 Atombomben in den Bunkern der LuftwaffenstĂŒtzpunkte Ramstein (130) und BĂŒchel (20); hier besteht die so genannte Nukleare Teilhabe. Im Juli 2007 wurde bekannt, dass der Fliegerhorst BĂŒchel wahrscheinlich seit 2004 der einzige Standort in Deutschland ist, an dem sich Atomwaffen befinden. Nur in BĂŒchel trainiert die deutsche Luftwaffe weiterhin den nuklearen Einsatz durch Jagdbomber vom Typ Tornado.

Medien

Mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen ist in Mainz eine der grĂ¶ĂŸten Sendeanstalten Europas beheimatet. Daneben betreibt der SĂŒdwestrundfunk mit dem SWR Fernsehen ein Drittes Fernsehprogramm sowie mit den Radiostationen SWR1 Rheinland-Pfalz, SWR2, SWR3, SWR4 Rheinland-Pfalz und DASDING landesweite Hörfunk-Programme. ZusĂ€tzlich gibt es die landesweit ausgestrahlten privaten Radiostationen RPR1, BigFM und Rockland Radio sowie die lokalen Betreiber Antenne Koblenz 98.0, Antenne Bad Kreuznach, Antenne Kaiserslautern, Antenne Landau, Antenne Mainz, Antenne Pfalz, Cityradio Trier, Radio Idar-Oberstein, Radio Pirmasens und Radio Quer. AFN versorgt die hauptsĂ€chlich in der Pfalz und der Eifel stationierten amerikanischen Soldaten mit Rundfunk in englischer Sprache. Metropol FM sendet fĂŒr die tĂŒrkischen MitbĂŒrger im Raum Mainz, Koblenz und Ludwigshafen.

Am 1. Januar 1984 startete die Ära des Privatfernsehens im Rahmen des Ludwigshafener Kabelpilotprojekts. Es ging die „PKS“ (Programmgesellschaft fĂŒr Kabel- und Satellitenrundfunk) aus einem Kellerstudio in Ludwigshafen auf Sendung. Ein Jahr spĂ€ter wurde hieraus der inzwischen bundesweit zweitgrĂ¶ĂŸte private Fernsehsender Sat.1. In verschiedenen StĂ€dten des Landes werden regionale Fernsehprogramme angeboten. Im Norden sind dies wwtv, TV Mittelrhein und rheinahr.tv sowie im Osten und SĂŒden das Rhein-Neckar Fernsehen und gutenberg.tv. Landesweit gibt es 16 unterschiedliche BĂŒrgerrundfunksender. Seit 2006 gestalten SchĂŒler das SRRP Radio & TV. Das digitale Fernsehen (DVB-T) kann in Rheinland-Pfalz seit Ende 2008 landesweit empfangen werden.

Als regionale Tageszeitungen erscheinen Rhein-Zeitung, Allgemeine Zeitung (Mainz), Rheinpfalz, Pirmasenser Zeitung, PfÀlzischer Merkur und Trierischer Volksfreund.

Der Medienstandort Rheinland-Pfalz wird auch durch die beiden Langfilmfestivals, FILMZ – Festival des deutschen Kinos in Mainz und das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen, gestĂŒtzt.

Sport

Fußball

Seit der Saison 2009/10 spielt der 1. FSV Mainz 05 ununterbrochen in der höchsten deutschen Fußballklasse, der Bundesliga, vorher war dort der Verein bereits von 2004 bis 2007 vertreten. Der viermalige Deutsche Meister 1. FC Kaiserslautern gehört nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga seit 2018 der 3. Liga an.

In der seit 2012/13 bestehenden viertklassigen Regionalliga SĂŒdwest spielen in der Saison 2020/21 mit dem FC Rot-Weiß Koblenz, dem 1. FSV Mainz 05 II und dem FK Pirmasens drei Mannschaften aus Rheinland-Pfalz.

Die 1969 gegrĂŒndete Frauenfußballabteilung des SC 07 Bad Neuenahr errang 1978 die deutsche Meisterschaft. Der Verein war GrĂŒndungsmitglied der Frauenfußball-Bundesliga. Er gehörte nach drei Auf- und Abstiegen seit 1997 ununterbrochen dieser Spielklasse an, aus der er sich 2013 aus finanziellen GrĂŒnden zurĂŒckzog. Erster Deutscher Meister im Frauenfußball wurde 1974 der TuS Wörrstadt, der auch von 1993 bis 1996 in der Frauenfußball-Bundesliga spielte. Der Frauenfußballabteilung des TuS Niederkirchen (heute 1. FFC 08 Niederkirchen) gelang 1993 ebenfalls der Gewinn der deutschen Meisterschaft. Auch der Niederkirchener Verein war GrĂŒndungsmitglied der Frauenfußball-Bundesliga und gehörte ihr bis 2000 und nochmals 2003/04 an.

Motorsport

Auf dem NĂŒrburgring in der Vulkaneifel finden neben anderen Rennsportveranstaltungen seit 1951 regelmĂ€ĂŸig Formel-1-Rennen statt, als Großer Preis von Deutschland oder Großer Preis von Europa. Die Rallye Deutschland kam im Jahr 2000 von Adenau nach Trier und ist seit 2002 ein Lauf zur FIA-Rallye-Weltmeisterschaft. Von 1991 bis 2011 zĂ€hlte das Trierer Bergrennen zur FIA-Europa-Bergmeisterschaft. Im Motorradsport zu erwĂ€hnen sind u. a. das traditionelle Sandbahnrennen in Herxheim an Christi Himmelfahrt vor bis zu 20.000 Zuschauern, das Sandbahnrennen in Altrip an Fronleichnam sowie das Grasbahnrennen in ZweibrĂŒcken.

Radsport

Mit dem Team Gerolsteiner war von 1998 bis 2008 in der Eifel eine Top-Mannschaft des Profi-Radsports beheimatet. Die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt ist ein internationales, fĂŒnftĂ€giges Rad-Etappenrennen und gehört zur UCI Europe Tour.

Sonstige Sportarten

Im Gewichtheben haben Athleten des AC Mutterstadt ĂŒber 100 deutsche Meisterschaften erreicht.

Die DJK/MJC Trier wurde 2003 deutscher Handballmeister bei den Damen. Bei den Herren spielt die TSG Friesenheim in der Saison 2010/11 in der 1. Handball-Bundesliga. Die TSG Haßloch war der letzte deutsche Feldhandballmeister.

Die Herrenmannschaften des DĂŒrkheimer HC und der TG Frankenthal waren mehrfach Deutscher Meister im Hockey, Feld und Halle. Beide feierten auch internationale Erfolge.

Der VfK Schifferstadt ist im Ringen der Verein mit den meisten deutschen Meisterschaften.

Im Rudern ist beim Mainzer-Ruder-Verein das Landesleistungszentrum angesiedelt. Der Verein zĂ€hlt darĂŒber hinaus zusammen mit dem Ludwigshafener Ruderverein zu den grĂ¶ĂŸten und mit jeweils mehreren Olympiasiegern auch zu den erfolgreichsten und traditionsreichsten Rudervereinen des Bundeslandes.

Die Gladiators Trier spielen in der zweiten deutschen Basketball-Bundesliga.

Der TTC ZugbrĂŒcke Grenzau spielt in der Tischtennis-Bundesliga und konnte zahlreiche Titel auf deutscher und europĂ€ischer Ebene erringen. Bei den Damen wurde der FSV Kroppach sechsmal Deutscher Meister, auch sie konnten international Titel erringen.

Die Schachvereine SC Bann und SC Remagen spielten beziehungsweise spielen in der 1. Schachbundesliga, die SG Turm Trier 1877 spielte mit der 1. Mannschaft seit der Saison 2005/06 in der 2. Schachbundesliga, Staffel SĂŒd, und von der Saison 2007/08 bis zur Saison 2016/17 in der 1. Schachbundesliga. Sie wechselte dann zur britischen Four Nations Chess League. Bei den Frauen spielt der TSV Schott Mainz in der Bundesliga.

Die Damenmannschaft des Golfclub Rheinhessen Hofgut Wißberg St. Johann e. V. spielt in der Saison 2008 erstmals in der 1. Bundesliga des DGV.

Der EHC Neuwied spielte bis 2000 in der zweithöchsten Eishockeyliga, in welcher er in den Jahren 1997 und 1998 die Meisterschaft gewinnen konnte.

Im American Football sind die Kaiserslautern Pikes sehr erfolgreich und haben innerhalb von fĂŒnf Jahren den Aufstieg aus der Landesliga (5. Liga) in die German Football League 2 (2. Bundesliga), in der die „Hechte“ seit 2009 spielen, geschafft.

Siehe auch

Literatur

  • Kreuz – Rad – Löwe. Rheinland-Pfalz und seine Geschichte. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2012;
    • Band 1 (Von den AnfĂ€ngen der Erdgeschichte bis zum Ende des Alten Reiches), ISBN 978-3-8053-4510-1.
    • BĂ€nde 2 (Vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis ins 21. Jahrhundert) und 3 (Historische Statistik), ISBN 978-3-8053-4291-9.
  • Hans-Martin Braun, Carsten Braun: Naturschönheiten in Rheinland-Pfalz. Literaturverlag Dr. Gebhardt und Hilden, Idar-Oberstein 2000, ISBN 3-932515-23-4.
  • Heinz CĂŒppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. ISBN 3-933203-60-0.
  • Heinz Fischer: Rheinland-Pfalz und Saarland – eine geographische Landeskunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, ISBN 3-534-08892-1.
  • Michael Kißener: Kleine Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz. 1945–2005. Wege zur Integration eines „Nachkriegsbundeslandes“. Braun, Karlsruhe 2006, ISBN 3-7650-8345-3.
  • Karin Leydecker, Enrico Santifaller: Baustelle Heimat. ArchitekturfĂŒhrer Rheinland-Pfalz 1945–2005. Schnell und Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1759-7.
  • Hans-JĂŒrgen WĂŒnschel (Hrsg.): Rheinland-Pfalz – BeitrĂ€ge zur Geschichte eines neuen Landes. Knecht-Verlag, Landau 1997.
  • Peter Haungs: 40 Jahre Rheinland-Pfalz: Eine politische Landeskunde. Mainz 1986.
  • Ulrich Sarcinelli, JĂŒrgen Falter, Gerd Mielke: Politische Kultur in Rheinland-Pfalz. Mainz 2000.
  • ArchĂ€ologie in Rheinland-Pfalz. Verlag Philipp von Zabern, Mainz (erscheint seit 2002 jĂ€hrlich).
  • Ulrich Sarcinelli, Timo S. Werner: Entwicklung und Wandel des Parteiensystems in Rheinland-Pfalz. Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Rheinland-Pfalz, Mainz 2010.
  • Rheinland-Pfalz. Unser Land im Überblick. Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Rheinland-Pfalz, Mainz 2009.
  • BlĂ€tter zum Land, herausgegeben von der Landeszentrale fĂŒr politische Bildung RLP.
  • Rheinland-Pfalz. Kultur und Wirtschaft. Mushakesche Verlagsanstalt / Franzmathes Verlag, Trautheim 1953.

Weblinks

  • Website des Landes Rheinland-Pfalz
  • Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
  • Geoportal-Wasser Rheinland-Pfalz – Auskunftssysteme
  • Luftreinhaltung Rheinland-Pfalz
  • Rheinland-PfĂ€lzische Bibliographie
  • Literatur von und ĂŒber Rheinland-Pfalz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Kommentar User Meinungen und Kommentare


Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

Touren in dieser Region Touren in dieser Region

Bücher und Karten Bücher und Karten

auch: Rhineland-Palatinate
Wappen/Flagge: Rheinland-Pfalz

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Bundesland

Fläche ca.: 20097.10 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 50.9423256
südlichster Punkt: 48.9664472
westlichster Punkt: 6.1122494
östlichster Punkt: 8.5083135

 
Deutschland - Bundesland Rheinland-Pfalz: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
Bundesland Rheinland-Pfalz in Deutschland. Schaue dir die Lage und viele weitere Informationen an. Höchste Gipfel und höchste Hütten.

Twitter twitter.com/deinebergede Instagram instagram.com/deineberge.de Facebook facebook.com/DeineBerge Frage Kontakt Fragen, Fehler, Lob, Kritik?
Schreib uns eine Nachricht.