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Region Informationen Region: Lombardei

Informationen:


Die Lombardei (italienisch Regione Lombardia, lombardisch Regiun Lumbardia) ist eine norditalienische Region mit einer FlĂ€che von 23.863 kmÂČ und 10.103.969 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019). Sie ist in die elf Provinzen Bergamo, Brescia, Como, Cremona, Lecco, Lodi, Mantua, Monza und Brianza, Pavia, Sondrio, Varese und in die Metropolitanstadt Mailand aufgeteilt. Sie liegt zwischen Lago Maggiore, Po und Gardasee. Die Hauptstadt und grĂ¶ĂŸte Stadt der Region ist Mailand (ital. Milano). Die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt ist Brescia.

Die lombardische Sprache stellt eine Gruppe von verwandten SprachvarietĂ€ten dar, die in der Lombardei, in den piemontesischen Provinzen Verbano-Cusio-Ossola und Novara, im Trentino, im Tessin und in den SĂŒdtĂ€lern GraubĂŒndens gesprochen werden. Sie zĂ€hlt zu den romanischen Sprachen.

Im Mittelalter verstand man unter „Lombardei“ nicht nur die heutige Region Lombardia, sondern den gesamten Nordwesten Italiens, insbesondere einschließlich des Piemonts und Genuas und des heute schweizerischen Tessins. In deutschen Sagen wie z. B. der von Wolfdietrich wird fĂŒr dieses Gebiet auch die Bezeichnung Lampartenland verwendet.

Wappen

Beschreibung: In GrĂŒn ein silbernes Wolkenkreuz nicht völlig als Andreaskreuz gelegt. Es stellt die Camunische Rose dar.

Geographie

Die Lombardei grenzt im Norden an die Schweizer Kantone Tessin und GraubĂŒnden, im Osten an die italienischen Regionen Trentino-SĂŒdtirol und Venetien, im SĂŒden an die Emilia-Romagna und im Westen ans Piemont.

Die Lombardei hat Teil an den großen norditalienischen Seen: dem Lago Maggiore (der die Grenze zum Piemont und zum Tessin bildet), dem Luganersee (Grenze zum Tessin), dem Comersee und Iseosee (beide vollstĂ€ndig lombardisch) und dem Gardasee (Grenze zu Trentino-SĂŒdtirol und Venetien).

Die Landschaftsformung ist sehr unterschiedlich: im Norden die alpinen Regionen etwa das Veltlin, im SĂŒden die Poebene. Das gesamte Territorium entwĂ€ssert ĂŒber den an der sĂŒdlichen Grenze in West-Ost-Richtung fließenden Po, dessen wichtigste NebenflĂŒsse auf lombardischem Gebiet der Ticino, die Adda, der Oglio und der Mincio sind.

Der höchste Gipfel ist der Piz ZupĂČ (ital. Pizzo ZupĂČ) mit 3996 mÂ ĂŒ. M., der höchste Punkt jedoch der Punta Perrucchetti mit 4020 m s.l.m., der jedoch nicht als eigenstĂ€ndiger Gipfel gilt. Beide Punkte liegen in der Berninagruppe, ebenfalls ĂŒber beide Gipfel verlĂ€uft die Grenze nach GraubĂŒnden. Den tiefsten Punkt bildet der Po mit ca. 13 m s.l.m. bei Sermide bei seinem Verlassen der Lombardei.

Verwaltungsgliederung

Die Lombardei besteht aus folgenden elf Provinzen und einer Metropolitanstadt:

Wirtschaft

Die Lombardei ist Italiens fĂŒhrende Wirtschaftsregion, wobei die Agglomeration um die Hauptstadt Mailand die wichtigste Rolle spielt. Mailands Wirtschaftsstruktur wird ĂŒberwiegend durch Handel, Banken und Italiens wichtigste Börse geprĂ€gt. Aber auch im verarbeitenden Gewerbe ist der Großraum Mailand dominant; ferner ist die Industriemetropole Brescia bedeutend.

Innerhalb der EU erreichte das BIP pro Einwohner der Lombardei, ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards, einen Indexwert von 127 (EU28: 100) (2015), den zweithöchsten Wert fĂŒr eine italienische Region nach Trentino-SĂŒdtirol (bzw. den zweithöchsten Wert fĂŒr eine italienische NUTS-2 Region nach SĂŒdtirol). Die ArbeitsproduktivitĂ€t der Lombardei war die höchste unter den italienischen Regionen. Das BIP in der Lombardei wurde 2006 von 4.417.000 ErwerbstĂ€tigen erbracht. Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 6,4 % und lag damit unter dem nationalen Durchschnitt.

In der Landwirtschaft spielen die fruchtbaren Ebenen im SĂŒden eine wichtige Rolle.

In der Lombardei gibt es drei VerkehrsflughĂ€fen: Als grĂ¶ĂŸten den Aeroporto internazionale Milano-Malpensa (MXP) in der Provinz Varese, als nĂ€chsten den Aeroporto Enrico Forlanini, besser bekannt als Milano-Linate (LIN) in der NĂ€he von Mailand und den Aeroporto internazionale Orio al Serio (BGY) bei Bergamo, der hauptsĂ€chlich von Fracht- und Billigfluggesellschaften genutzt wird.

Geschichte

Antike

Zur Zeit des Römischen Reiches war das Gebiet der Lombardei Teil von Gallia Transpadana und war ursprĂŒnglich nicht von italischen Völkern, sondern ab dem 4. und 3. vorchristlichen Jahrhundert von Kelten besiedelt. Zusammen mit den anderen Regionen nördlich des Po (Venetien und Piemont) erhielt es 89 v. Chr. nur das latinische BĂŒrgerrecht, nicht die vollen BĂŒrgerrechte. Die vollen BĂŒrgerrechte erhielt es im Jahr 49 v. Chr. Zusammen mit dem Piemont bildete es in Augustus’ Verwaltungsstruktur die 11. Region.

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts gehörte das Gebiet zur Provinz Liguria, deren Hauptstadt Mediolanum (Mailand) war. Hier wirkte Bischof Ambrosius von Mailand. In der Völkerwanderungszeit wurde die spĂ€tere Lombardei zunĂ€chst von den Westgoten erobert (401–412). Im Jahr 452 zogen die Hunnen durch Oberitalien. Von 493 bis 540 und 544 bis 549 war Oberitalien ostgotisch. Durch den oströmischen Kaiser Justinian fiel es wieder an (Ost-)Rom zurĂŒck.

Mittelalter

Im Jahr 568 wurde die Po-Ebene von den Langobarden unter König Alboin erobert. Diese errichteten hier ein langobardisches Königreich mit der Hauptstadt Pavia, das gegen das Jahr 670 fast ganz Italien umfasste, und unter Grimoald (662–671) und Liutprand (712–744) seine grĂ¶ĂŸte rĂ€umliche Ausdehnung erreichte. Das Kernland des langobardischen Reichs trĂ€gt seither den Namen Langobardia oder Lombardia.

Im Jahr 754 griffen die Franken unter Pippin in den Krieg zwischen Papst Stephan II. und den Langobarden ein. Sie besiegten die Langobarden, trennten das Land zwischen dem unteren Po und den Apenninen von der Lombardei ab und schenkten es dem Papst (Pippinische Schenkung). Die Gegend um Bologna und Ravenna fiel somit an den Kirchenstaat. Von 773 bis 774 eroberten die Franken unter Karl dem Großen das langobardische Königreich. Im Zuge der karolingischen Reichsteilungen wurde die Lombardei Mittelpunkt des karolingischen, spĂ€ter ottonischen Königreichs Italien. Die deutschen Könige waren zugleich TrĂ€ger der langobardischen Krone (Reichsitalien). Im Osten und SĂŒdosten des kaiserlich-langobardischen Reichs erstarkten zwei Markgrafschaften, die von Verona und die von Tuscien. Gegen diese stĂ€rkte Kaiser Heinrich III. die StĂ€dte der Lombardei mit Privilegien. Heinrich IV. erschien im Jahr 1077 auf der Burg von Canossa, dem Stammsitz der MarkgrĂ€fin von Tuscien, Mathilde, die sich gegen ihn auf die Seite des Papstes gestellt hatte.

Die lombardischen StĂ€dte nahmen – auch durch die KreuzzĂŒge – einen starken wirtschaftlichen Aufschwung und wurden – begĂŒnstigt durch die anderweitig interessierten Kaiser Lothar von Supplinburg und Konrad III. – politisch unabhĂ€ngig. Oftmals gingen sie BĂŒndnisse mit dem Papst gegen den Kaiser ein. Mit ihrer UnabhĂ€ngigkeit nahmen sie auch die AusĂŒbung der königlichen Rechte (Regalien) in ihrer Umgebung fĂŒr sich in Anspruch.

Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) forderte im Jahr 1158 wĂ€hrend des Reichstags auf den Ronkalischen Feldern (sĂŒdöstlich von Mailand) die RĂŒckgabe der Regalien an die Krone. Durch die Weigerung der lombardischen StĂ€dte kam es zum Krieg und zur Bildung des Lombardischen StĂ€dtebundes gegen den Kaiser (1167). Im Jahr 1176 unterlag Friedrich I. den lombardischen StĂ€dten in der Schlacht von Legnano (nordwestlich von Mailand). Im Frieden von Konstanz anerkannte er im Jahr 1183 den Lombardischen StĂ€dtebund und ĂŒberließ die innerhalb der Stadtmauern gelegenen Regalien den StĂ€dten. Unmittelbar anschließend verbĂŒndete sich Mailand mit dem Kaiser und gestattete die dortige Krönung des Sohnes Friedrichs, Heinrichs VI., zum König von Italien. Daraufhin verbĂŒndete sich der Papst mit den Welfen, und in der Lombardei entstanden ĂŒberall zwei politische Parteien, die der Ghibellinen (Waiblinger, Staufer) und der Guelfen (Welfen).

Im Jahr 1232 sah sich Friedrich II. einer Opposition aus seinem Sohn Heinrich VII. und den lombardischen StĂ€dten gegenĂŒber, die gemeinsam gegen das von Friedrich bestĂ€tigte Statutum in favorem principum opponierten. Nach dem Sieg ĂŒber Heinrich schlug Friedrich fĂŒnf Jahre darauf, 1237, auch die lombardischen StĂ€dte in der Schlacht von Cortenuova zwischen Bergamo und Brescia.

Auch nach dem Ende der Staufer standen sich in den lombardischen StĂ€dten weiter papsttreue und kaisertreue Parteien gegenĂŒber. In den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten entstanden Patrizier-Dynastien, die die Macht in den Stadtstaaten untereinander aufteilten. In Mailand herrschten seit 1311 die von Heinrich VII. eingesetzten Visconti. Unter Gian Galeazzo Visconti (1385–1402) eroberte Mailand weite Teile der Lombardei, insbesondere die NachbarstĂ€dte Pavia, Piacenza, Parma und Cremona, außerdem Bergamo, Brescia, Verona, Como und das Veltlin. Genua, Mantua und Modena blieben unabhĂ€ngig. Turin und das Piemont blieben beim Herzogtum Savoyen. 1395 wurde Mailand Herzogtum innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Das Herzogtum Mailand wurde zum VorlĂ€ufer der heutigen Region Lombardia, und die Geschichte der Lombardei wurde zunehmend zur Geschichte Mailands.

Im folgenden Konflikt mit der Republik Venedig verlor Mailand den Nordosten der Po-Ebene wieder. Im Jahr 1406 fiel Verona an Venedig, im Jahr 1428 auch Bergamo und Brescia.

Renaissance und Neuzeit

1450 riss Francesco Sforza in Mailand die Macht an sich. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts geriet die Lombardei in den Blick der neuen GroßmĂ€chte Frankreich, Habsburgermonarchie und der Schweiz und wurde fĂŒr etwa ein halbes Jahrhundert zu deren Kriegsschauplatz. ZunĂ€chst verbĂŒndete sich Mailand unter Ludovico Sforza mit Frankreich zwecks Eroberung Neapels. Anschließend kĂ€mpfte Frankreich an der Seite der Schweiz gegen Mailand und besetzte dieses 1500. Die Schweiz erhielt 1503 Bellinzona. Parma und Piacenza wurden pĂ€pstlich. Nachdem Neapel 1504 spanisch geworden war und Spanien per Heirat an Habsburg gebunden war, kĂ€mpften Frankreich und Habsburg gemeinsam mit dem Papst gegen Venedig, das Bergamo und Brescia vorĂŒbergehend wieder verlor (1509). Anschließend verbĂŒndete sich der Papst mit Habsburg und England gegen Frankreich, das Mailand 1512 wieder rĂ€umen musste. Das Veltlin wurde 1512 von den GraubĂŒndnern besetzt; der Papst verlor Parma und Piacenza. 1515 gewann Frankreich unter Franz I. mit seinem Sieg ĂŒber die Schweizer bei Marignano Mailand zurĂŒck. 1516 erkannte Spanien die französische Herrschaft ĂŒber Mailand an; der neue (habsburgische) König Karl I. (Kaiser Karl V.) fĂŒhlte sich aber nach seiner Thronbesteigung im gleichen Jahr nicht daran gebunden. 1525 besiegte Karl Franz bei Pavia, worauf Mailand und Genua im Frieden von Madrid 1526 wieder (formal) unabhĂ€ngig wurden. 1535 fiel Mailand endgĂŒltig an Habsburg, und mit der Erbteilung 1556 wurde es spanisch. Parma und Piacenza wurden 1545 zum Herzogtum Parma; Modena und Mantua blieben unabhĂ€ngige HerzogtĂŒmer, wĂ€hrend Brescia und Bergamo venezianisch blieben.

Infolge des Spanischen Erbfolgekriegs wurden Mantua 1708, Mailand 1714 und Parma 1735 österreichisch. Der Westen des Herzogtums vom Valle Antigorio bis hinunter nach Piacenza fiel 1713/1748 an das Haus Savoyen und ging im Königreich Sardinien-Piemont auf.

Französische Revolution und Napoleonische Zeit

In seinem Italienfeldzug ab MĂ€rz 1796 konnte Napoleon rasch große Teile Norditaliens – die Lombardei sowie Teile des Kirchenstaats und Sardinien-Piemonts – erobern. UnterstĂŒtzt wurde er dabei von der verbreiteten Abneigung der Italiener gegen die österreichische Fremdherrschaft. Sie sprachen sich fĂŒr eine Demokratie und gegen Feudalismus und Klerikalismus aus. Obwohl das Direktorium eigentlich andere PlĂ€ne hatte, arbeitete Napoleon auf die Errichtung einer eigenstĂ€ndigen Republik im Norden Italiens hin.

Napoleon beseitigte die österreichische Herrschaft in Mailand und Mantua ebenso wie die SelbstĂ€ndigkeit Venedigs. Im Oktober 1796 wurde sĂŒdlich des Po die Cispadanische Republik gegrĂŒndet, am 9. Juli 1797 nördlich des Po die Transpadanische Republik, die im Wesentlichen das Territorium der Lombardei umfasste. Im Laufe des Jahres wurde die Republik in Cisalpinische Republik umbenannt, und es wurden ihr die Cispadanische Republik, Teile Venetiens, die wĂ€hrend des Winterfeldzugs gegen Österreich annektiert worden waren, sowie das damals schweizerische Veltlin angegliedert. Die Gebiete westlich von Mailand kamen mit dem Piemont unter französische MilitĂ€rverwaltung. Das Herzogtum Parma blieb zunĂ€chst erhalten.

Diese Phase endete mit dem Zweiten Koalitionskrieg im April 1799, und die von den Franzosen errichteten Republiken in Italien brachen unter dem Vormarsch der russischen Armeen des Generals Suworow zusammen. Nach seinem Staatsstreich am 9. November ĂŒberquerte Napoleon abermals die Alpen und konnte die österreichisch-russische Armee wieder zurĂŒckdrĂ€ngen. Nach der Schlacht von Marengo wurde die Cisalpinische Republik wieder errichtet.

Nach den FriedensschlĂŒssen von LunĂ©ville und Amiens wandelte Napoleon die Cisalpinische Republik mittels einer konstituierenden Versammlung in Lyon in eine italienische Republik um. An deren Spitze wurde auf französischen Druck Napoleon selbst fĂŒr zehn Jahre gewĂ€hlt. Weitgehend auf reprĂ€sentative Funktionen beschrĂ€nkt war der VizeprĂ€sident Francesco Melzi d’Eril, ein lombardischer Adliger. Es gab eine Verfassung und eine legislative Versammlung, aber in der Praxis wurde das Staatsgebilde weitgehend von Frankreich aus gesteuert.

Nach der GrĂŒndung des Französischen Kaiserreichs 1804 wurden auch die italienischen Staaten nun offiziell in Monarchien umgewandelt. Napoleon selbst wurde am 26. Mai 1805 mit der alten langobardischen Eisernen Krone gekrönt, nachdem sein Bruder Joseph die KönigswĂŒrde abgelehnt hatte. Sein Stiefsohn EugĂšne de Beauharnais wurde Vizekönig. Parma wurde dem französischen Empire angegliedert.

Risorgimento

Nach dem Sturz Napoleons 1814 ĂŒbergab EugĂšne Mailand ohne Widerstand an das Kaisertum Österreich. Der Wiener Kongress gab Habsburg außer Mailand auch Venetien – einschließlich der zuvor venetianischen Teile der Lombardei – und stellte im ĂŒbrigen Italien weitgehend die vornapoleonischen VerhĂ€ltnisse wieder her. Die Lombardei und Venetien wurden zum Königreich Lombardo-Venetien zusammengefasst, als dessen Könige die österreichischen Kaiser fungierten, wenn auch die Verwaltung von Österreich getrennt war.

Die starke AbhĂ€ngigkeit von der Wiener Regierung, die Polizeimethoden und die von Deutschsprachigen dominierte BĂŒrokratie wurden bald zum Ärgernis fĂŒr die Italiener. Die Ideen der Carbonari schwappten aus SĂŒditalien in die Lombardei ĂŒber. Das politische Ziel – eine Vereinigung Norditaliens unter dem sardisch-piemontesischen König Karl Albert, eine Konföderation der italienischen Staaten oder eine italienische Republik – war noch umstritten. Allen diesen Richtungen war gemeinsam, dass die Österreicher aus Norditalien vertrieben werden sollten.

Als die Revolutionen 1848/1849 in mehreren europĂ€ischen Regionen ausbrachen, kam es in Mailand zu den AufstĂ€nden der Cinque giornate (18. bis 22. MĂ€rz), und die österreichischen Truppen mussten sich aus der Stadt zurĂŒckziehen. FĂŒr die Lombardei bildete sich eine Provisorische Regierung, die bis zum 6. August tĂ€tig war und auch MĂŒnzen mit den Umschriften ITALIA LIBERA/DIO LO VUOLE (Italien frei, Gott will es) und GOVERNO PROVVISORIO DI LOMBARDIA (Provisorische Regierung der Lombardei) prĂ€gte und in Umlauf gab. Wenige Wochen spĂ€ter erklĂ€rte das Piemont Österreich den Krieg und marschierte in die Lombardei ein. So wie die Revolution anderswo in Europa zusammenbrach, wurden auch die alten ZustĂ€nde in der Lombardei wiederhergestellt.

Im Anschluss daran versuchte Cavour von Piemont aus mit französischer UnterstĂŒtzung, die Lombardei von Österreich zu lösen. 1859 kam es zum von Österreich erklĂ€rten Sardinischen Krieg. Nach Niederlagen bei Magenta (zwischen Mailand und Novara) und Solferino (sĂŒdlich des Gardasees) trat Österreich die Lombardei einschließlich der vormals venezianischen Gebiete um Bergamo und Brescia an Frankreich ab. 1860 trat Frankreich gemĂ€ĂŸ dem Vertrag von Turin die Lombardei im Tausch gegen Savoyen und die Grafschaft Nizza an Sardinien-Piemont ab. Parma und Modena blieben unabhĂ€ngig. Im MĂ€rz 1861 machte sich der piemontesische König zum König von Italien. Die Lombardei ist seither italienische Provinz.

Zweiter Weltkrieg

Mussolini grĂŒndete nach seiner Befreiung durch die Deutschen auf dem Gran Sasso d’Italia seine vollstĂ€ndig von Deutschland abhĂ€ngige und seit September 1943 von deutschen Truppen besetzte Italienische Sozialrepublik. Die Lombardei wurde zusammen mit dem Piemont und Venetien erst in den letzten Kriegstagen befreit, nachdem die Alliierten am 19. April 1945 bei Bologna nach Norden durchgebrochen waren.

Gegenwart

Seit dem Zweiten Weltkrieg zĂ€hlt die Lombardei zu den wirtschaftsstĂ€rksten Regionen Italiens. Im Jahr 2015 erwirtschaftete die Region das zweithöchste Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt (35.885 Euro) von allen Regionen Italiens und lag damit etwa ein Drittel ĂŒber dem italienischen Durchschnitt (27.044 Euro) und 118 % ĂŒber dem Wert der Ă€rmsten italienischen Region Kalabrien (16.468 Euro). Das wirtschaftliche Ungleichgewicht innerhalb Italiens und die Tatsache, dass viele Steuereinnahmen der Lombardei an die Zentralregierung nach Rom abgegeben werden mĂŒssen, hat zu regionalistischen und sezessionistischen Bestrebungen gefĂŒhrt. Am 10. MĂ€rz 1982, offiziell am 12. April 1984, grĂŒndete Umberto Bossi eine Lega Autonomista Lombarda, die zur Keimzelle der spĂ€teren politischen Partei Lega Nord wurde.

Am 22. Oktober 2017 fand ein konsultatives Referendum ĂŒber eine vergrĂ¶ĂŸerte Lokalautonomie der Lombardei statt.

Mit Stand 15. Juni 2020 (91.917 Infizierte, 16.457 Tote) ist die Lombardei die am stÀrksten von der COVID-19-Pandemie in Europa betroffene Region. Fast die HÀlfte aller italienischen Covid-19-Opfer starben in der Lombardei.

Literatur

  • Lydia L. Dewiel: Lombardei und Oberitalienische Seen. Kunst und Landschaft zwischen Alpen und Po-Ebene. 5. Auflage. DuMont, Köln 1999, ISBN 3-7701-4396-5.
  • Heinz Schomann: Lombardei – KunstdenkmĂ€ler und Museen. Reclam, Stuttgart 1981, ISBN 3-15-010305-3.

Weblinks

  • WebprĂ€senz der Region Lombardei (italienisch, englisch)
  • Lombardia Storica – portale regionale di risorse storiche e archivistiche
  • Italien – Kultur in den Regionen: Lombardia Lombardei. Archiviert vom Original am 1. Januar 2002; abgerufen am 7. MĂ€rz 2018. 
  • Lombardei (Geschichtlicher Überblick)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

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auch: Lombardia; Lumbardia, Lombardia, Lombardy, Lombardie
Wappen/Flagge: Lombardei

ISO 3166-2:
Bezeichnung der Region: Region

Fläche ca.: 23984.00 km²

Länge der Grenze ca.: km


Ausdehnung / Grenzen (dezimale Koordinaten nach WGS 84):
nördlichster Punkt: 46.635388
südlichster Punkt: 44.679776
westlichster Punkt: 8.497747
östlichster Punkt: 11.429455

 
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