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Staat Informationen : Indonesien

Informationen:


Indonesien (indonesisch Indonesia) ist ein Inselstaat in S√ľdostasien. Mit seinen √ľber 274¬†Millionen Einwohnern ist Indonesien der viertbev√∂lkerungsreichste Staat der Welt sowie der weltgr√∂√üte Inselstaat. Indonesien ist au√üerdem das Land mit der weltweit gr√∂√üten Anzahl an Muslimen.

Indonesien zählt zum größten Teil zum asiatischen Kontinent, sein Landesteil auf der Insel Neuguinea gehört jedoch zum australischen Kontinent. Indonesien grenzt auf der Insel Borneo an Malaysia, auf der Insel Neuguinea an Papua-Neuguinea und auf der Insel Timor an Osttimor.

Das Land verteilt sich auf insgesamt 17.508 Inseln. Auf der Insel Java lebt mehr als die Hälfte der Einwohner Indonesiens. Hier befindet sich auch Indonesiens Hauptstadt Jakarta mit ihren etwa zehn Millionen Einwohnern.

Die Unabhängigkeitserklärung erfolgte am 17. August 1945, am 27. Dezember 1949 wurde sie nach einem Sezessionskrieg von den Niederlanden anerkannt.

Landesname

Der Name Indonesien ist eine Wortsch√∂pfung aus dem Griechischen und setzt sich aus Indo- f√ľr Indien und nesos f√ľr Insel zusammen. Der Name ist eine Analogiebildung zu Polynesien, Mikronesien und Melanesien. Er setzte sich in den europ√§ischen Sprachen durch die Buchreihe Indonesien oder die Inseln des malayischen Archipels des deutschen Geographen und Ethnologen Adolf Bastian durch, deren erster Band 1884 in Berlin erschien.

Geographie

Lage

Die √§quatoriale Inselkette ist bez√ľglich Fl√§che und Einwohnerzahl der gr√∂√üte Staat S√ľdostasiens, der weltgr√∂√üte Inselstaat sowie mit etwa 270¬†Millionen Einwohnern die viertbev√∂lkerungsreichste Nation der Welt. Die Landfl√§che Indonesiens verteilt sich auf 17.508 Inseln, von denen 6.044 bewohnt sind. Die Hauptinseln sind Sumatra, Java, Borneo (indonesisch Kalimantan), Sulawesi und Neuguinea. Indonesien erstreckt sich in nord-s√ľdlicher Ausdehnung von 5¬į 54‚Äô 08‚ÄĚ n√∂rdlicher Breite bis 11¬į 08‚Äô 20‚ÄĚ s√ľdlicher Breite √ľber 1882¬†km, in west-√∂stlicher Ausdehnung von 95¬į 00‚Äô 38‚ÄĚ bis 141¬į 01‚Äô 12‚ÄĚ √∂stlicher L√§nge √ľber 5114¬†km.

N√∂rdlich von Indonesien liegen Malaysia, Singapur, die Philippinen und Palau, √∂stlich Papua-Neuguinea und Osttimor, s√ľdlich Australien und im Westen und S√ľden der Indische Ozean. Gegen die Malaiische Halbinsel mit dem westlichen Malaysia und Singapur wird Indonesien durch die Stra√üe von Malakka abgegrenzt und in Richtung philippinische Inseln durchl√§uft die Grenze die Celebessee.

Das indonesische Inselreich durchzieht eine gro√üe Anzahl von Meerengen, flachen Nebenmeeren und Seebecken. Im Norden verl√§uft eine der wichtigsten Wasserstra√üen, die Stra√üe von Malakka, von der Andamanensee in die Karimata-Stra√üe, die n√∂rdlich in das S√ľdchinesische Meer und s√ľdlich in die Javasee f√ľhrt.

Die Javasee ist zentral gelegen und im S√ľden √ľber Meerengen, wie die Sunda- oder Lombokstra√üe, mit dem indischen Ozean verbunden. Von der Celebessee zieht die Stra√üe von Makassar in die √∂stliche Javasee und die Floressee, die an die Bandasee mit den Molukken angrenzt. Weitere kleinere Meeresgebiete liegen s√ľdlich. √úber dem indonesischen Teil der Insel Neuguinea liegt im Norden der Pazifik und s√ľdlich in Richtung Australien die Arafurasee und weiter westlich die Timorsee.

Zu Indonesien gehören die Großen (außer dem Nordteil Borneos) und die Kleinen Sundainseln (außer Osttimor) sowie die Molukken, und damit der größte Teil des Malaiischen Archipels, außerdem gehört Westneuguinea (ehemals Irian Jaya) zu Indonesien. Damit liegt Indonesien nicht nur in Asien, sondern hat auch Anteil an Australien.

Die größte und wichtigste Stadt Indonesiens ist die Hauptstadt Jakarta, die das Handels- und Finanzzentrum darstellt. Weitere wichtige Städte sind Surabaya, Medan und Bandung.

Regionen

Klima

Indonesien z√§hlt zu den gr√∂√üten Regenwaldgebieten der Welt. Auf Borneo, Sumatra, Westjava, Papua, den Molukken und Sulawesi gibt es immerfeuchtes Tropen-Klima. Temperaturen schwanken im Jahresverlauf kaum und liegen im Mittel zwischen 25¬†¬įC bis 27¬†¬įC. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 95¬†% und vorherrschender Windstille spricht man auch von tropischer Schw√ľle. Die Niederschlagsmenge eines Jahres liegt zwischen 2000¬†mm und 4000¬†mm.

Auf dem √ľbrigen Java, den kleinen Sundainseln und den Aruinseln bestimmt der Monsun das Klima. Er sorgt f√ľr gleichbleibend hohe Temperaturen, die aber innerhalb von 24¬†Stunden Schwankungen von 6¬†¬įC bis 12¬†¬įC unterliegen k√∂nnen. Der Nordostmonsun f√ľhrt vorwiegend trockene Luft mit sich und l√∂st dadurch eine Trockenzeit (Wintermonsun genannt) aus.

In dieser niederschlagsarmen Zeit werfen die B√§ume ihre Bl√§tter ab und durchlaufen eine Art Ruhephase, in der die sogenannten Monsunw√§lder (lichte, gr√ľne W√§lder mit einer ausgepr√§gten Krautschicht) entstehen. Der S√ľdwestmonsun nimmt √ľber dem warmen Meer Feuchtigkeit auf und f√ľhrt √ľber dem Festland zu hohen Niederschl√§gen, die am Tag bis zu 50¬†mm erreichen k√∂nnen und oft zu √úberschwemmungen f√ľhren.

Geologie

Die Landschaftsformen des modernen Indonesiens entwickelten sich ab dem Pleistoz√§n, als die heutige Inselregion noch mit dem asiatischen Festland verbunden war. Der Archipel entstand dann w√§hrend der Tauperiode nach dem ersten Eiszeitalter. Das Land ist vulkanisch gepr√§gt und dadurch sehr gebirgig. Ein Ausl√§ufer des Pazifischen Feuerrings ber√ľhrt lediglich den Nordosten Indonesiens. Die meisten Erdbeben und Vulkane werden durch die Subduktion der √∂stlichen Platte des Indischen Ozeans unter den Sunda-Schelf hervorgerufen. Trotz der Bedrohungen durch Erdbeben und Tsunamis und die h√§ufig aktiven Vulkane (Juni 2004: Mount Bromo und Mount Awu Ausbr√ľche; seit Anfang 2006 Merapi in Zentral-Java mit bedrohlichen Aktivit√§ten, die 2010 zu einem wiederholten Ausbruch f√ľhrten) sind einige Inseln, insbesondere Java, dicht besiedelt, da die B√∂den sehr fruchtbar sind und in Zusammenhang mit dem tropischen Klima eine intensive landwirtschaftliche Nutzung erm√∂glichen.

Flora und Fauna

Durch die geographische Lage beiderseits des √Ąquators besitzt Indonesien ein ausgesprochen tropisches Klima mit Monsunwinden, die von Juni bis September ein trockenes Klima mit wenig Regen und von Dezember bis M√§rz feuchte Luftmassen und viel Niederschlag mit sich bringen.

Die Wallace-Linie, die eine biogeographische Trennlinie von asiatisch (westlich) und australisch (√∂stlich) gepr√§gter Flora und Fauna beschreibt, verl√§uft im n√∂rdlichen Teil des Archipels zwischen Borneo und Sulawesi sowie im s√ľdlichen Teil zwischen Bali und Lombok. Benannt wurde diese Linie nach dem englischen Naturforscher Alfred Russel Wallace, der w√§hrend seiner Reisen zwischen 1854 und 1862 festgestellt hat, dass bestimmte asiatische S√§ugetiere wie Elefanten, Tiger, Tapire und Orang-Utans sehr wohl auf Borneo, Java und Bali vorkommen (oder zumindest in historischer Zeit noch vorkamen), nicht aber auf Sulawesi, den Molukken und den kleinen Sundainseln.

In Indonesien und dem sogenannten Korallendreieck, zwischen Malaysia, Osttimor, den Philippinen, Papua-Neuguinea und den Salomonen, leben nach WWF-Angaben rund 75 Prozent aller bekannten Korallenarten und mehr als 3000 Fischarten, Schildkröten, viele Delphine und Wale sowie große Haie und Rochen.

Im Regenwald wachsen zudem viele seltene Pflanzen, wie Orchideen oder Rafflesien.

Mit seiner besonders gro√üen Artenvielfalt und Biodiversit√§t (in Nord-Borneo und Westneuguinea liegen zwei der f√ľnf Zentren der gr√∂√üten Biodiversit√§t auf der Erde), mit ausgesprochen vielen endemischen Arten, Gattungen und Familien von Pflanzen und Tieren sowie gro√üen √Ėkosystemen geh√∂rt Indonesien zu den Megadiversit√§tsl√§ndern dieser Erde. Aufgrund der gro√üen Gef√§hrdungslage wird Indonesien ‚Äď mit Ausnahme von Westneuguiena ‚Äď als Hotspot der Biodiversit√§t gef√ľhrt.

Umweltsituation

Gewässerzustand

Aus dem Flugzeug und selbst von Satellitenaufnahmen deutlich zu sehen ist die vom b√∂rsennotierten US-Unternehmen Freeport-McMoRan √ľber 250¬†km¬≤ zerst√∂rende Flussentsorgung durch Minenabraum der Grasberg-Mine in Westneuguinea. Das Verfahren der Flussentsorgung (englisch ‚Äěriverine disposal‚Äú) ist in den USA und anderen Bergbau betreibenden Industriestaaten wegen ihrer Langzeitumweltsch√§den verboten. Auch Indonesien hat 2001 ein solches Verbot erlassen. F√ľr Freeport-McMoRan gelten, dank guter Beziehungen zur indonesischen Regierung, die Klauseln des unver√∂ffentlichten Konzessionsvertrages, in denen keine Umweltauflagen enthalten sind. Neben dem Abraum stellen saure Grubenw√§sser das Hauptumweltproblem dar, das auch den benachbarten Lorentz-Nationalpark bedroht.

An der K√ľste von Sulawesi tritt das Ph√§nomen der Korallenbleiche auf. Es wird versucht, der Zerst√∂rung durch k√ľnstliche Korallenriffe zu begegnen. Dabei werden Stahlkonstruktionen unter schwachen Gleichstrom gesetzt, was eine Mineralakkretion und eine Besiedelung mit Korallen zur Folge hat. Diese Biorock-Technologie wurde von dem Architekten Wolf Hilbertz entwickelt.

Die Cyanid- und Dynamitfischerei ist inzwischen verboten. Trotzdem ist besonders die Cyanidfischerei noch vielerorts an der Tagesordnung.

Gemeinsam mit f√ľnf weiteren Anrainerstaaten hat sich Indonesien zum Schutz des Korallendreiecks entschlossen. Auf einer Konferenz in Manado (Indonesien) wurde beschlossen, ein F√ľnftel der k√ľstennahen Gew√§sser, in denen Korallen, Mangroven und Seegras vorkommen, zur Schutzzone zu erkl√§ren. Daf√ľr stehen 300 Millionen Dollar zur Verf√ľgung. Dieses Geld soll helfen, ein Drittel aller Korallenriffe weltweit und Tausende Fischarten zu sch√ľtzen.

Waldzustand

Der Regenwald Indonesiens gilt als der artenreichste weltweit. Dennoch werden gro√üe Waldfl√§chen abgeholzt. Prognosen des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen zufolge werden bis zum Jahr 2022 98¬†% der W√§lder Indonesiens degradiert oder verschwunden sein. Die CO2-Emissionen Indonesiens sind zu 80¬†% auf Entwaldung zur√ľckzuf√ľhren. Neben legalem ist der illegaler Holzeinschlag f√ľr die Entwaldung von bis zu knapp zwei Millionen Hektar pro Jahr verantwortlich. Im Zeitraum von 1985 bis 1997 wurden etwa 17 Prozent des indonesischen Waldes abgeholzt. Etwa 88¬†% des Indonesischen Holzes stammen aus illegalem Einschlag. Die Zerst√∂rung des Habitats Regenwald spiegelt sich auch im Artenbestand Indonesiens wider: Das Land hat derzeit die l√§ngste Liste an vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Die Gattung der Orang-Utan, die noch auf Sumatra und Borneo vorkommt, ist hier eine der Flaggschiffarten.

In den volkswirtschaftlichen Rechnungen werden Prim√§rw√§lder oftmals als unproduktiv angesehen, da der Regenwald kaum Produkte f√ľr den Verkauf auf den nationalen M√§rkten oder dem Weltmarkt erzeugt. F√ľr die lokale Bev√∂lkerung bildet der Regenwald und dessen traditionelle Nutzungen wie Jagd, Fischfang, Sammeln von Waldprodukten, kleinteiliger Einschlag und Wanderfeldbau hingegen oftmals die Lebensgrundlage. International agierende Land- und Forstwirtschafte Unternehmen lassen den Regenwald roden oder abbrennen, um Plantagen anzulegen. Dabei wird vor allem Holz zur Verarbeitung in der Papierherstellung eingeschlagen und auf den gerodeten Fl√§chen Palm√∂lplantagen zur Energiegewinnung errichtet. Auf der Suche nach Bodensch√§tzen wird ebenfalls Regenwald abgeholzt. Beim Abbrennen der W√§lder, insbesondere in Gebieten mit Torfhaltigen B√∂den, werden enorme Mengen des in der Vegetation gebundenen Kohlenstoffs freigesetzt. Die dabei entstehenden Emissionen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid beschleunigen die weltweite globale Erw√§rmung. Daneben entsteht starker Rauch, der sich zeitweise bis √ľber die Nachbarl√§nder Malaysia, Singapur und Brunei ausbreitet, dort gesundheitliche und wirtschaftliche Sch√§den anrichtet und zu politischen Konflikten f√ľhrt. Besonders stark und monatelang anhaltend war der Rauch in den Jahren 1983/84, 1997/98 und 2006. In dem 2010er Jahren kam es beinahe j√§hrlich zu verheerenden unkontrollierten Waldbr√§nden durch die Brandrodung. 2015 wurden insgesamt 21.633 Feuer gez√§hlt, berichtete die Regierung. Im Vergleich zu 2018 hat sich die Waldbrandfl√§che 2019 bereits in den ersten f√ľnf Monaten fast verdoppelt.

Die Böden auf den Inseln Indonesiens sind meist nährstoffarm. Eine agrarwirtschaftliche Nutzung ist deshalb nur eingeschränkt möglich. Teile der indigenen Bevölkerung betreibt deshalb Wanderfeldbau auf kleinen im Regenwald gerodeten Parzellen. Größere Flächen werden von eingewanderten Siedlern (transmigrasi) gerodet. Die gerodeten Flächen werden oft nur einige Jahre bebaut und dann degradiert aufgegeben. Oft siedelt sich dort dann das Elefantengras (Saccharum ravennae) an.

Natur- und Umweltschutz

Indonesien geh√∂rt zu den Hotspots der Artenvielfalt und beherbergt neben wertvollen Wald√∂kosystemen gro√üe Best√§nde an tropischen Korallen. Zahlreiche Naturschutzorganisationen aus Indonesien und westlichen L√§ndern setzen sich f√ľr den Erhalt der Natur vor Ort ein. Dennoch werden derzeit (2013) in Indonesien j√§hrlich 2 Millionen Hektar Urwald vor allem im Tieflandregenwald Sumatras gerodet und in Palm√∂lplantagen umgewandelt, wodurch Indonesien Brasilien in Bezug auf das Ausma√ü der Regenwaldzerst√∂rung √ľberholt hat.

Insgesamt wird durch die Waldzerst√∂rung mehr CO2 freigesetzt als durch die Beimischung zum Kraftstoff eingespart wird. Eine Folge ist z.¬†B., dass Orang-Utans und andere Primaten durch die Rodungen ihren Lebensraum verlieren und auf den Plantagen als Sch√§dlinge bek√§mpft werden. Weitere Folgen sind heftige Landkonflikte mit einheimischen Kleinbauern, Erosion, D√ľrregefahr und zunehmende Waldbr√§nde (so 2009 und 2019 auf Borneo, 2010, 2011 und 2019 auf Sumatra). Waren 1990 noch zwei Drittel Indonesiens mit Wald bedeckt, so war es 2010 nur noch gut die H√§lfte (94¬†Millionen Hektar); davon entfielen wiederum nur noch die H√§lfte auf unber√ľhrte Naturw√§lder.

Naturereignisse

Es kommt häufig zu Erdbeben und vulkanischen Aktivitäten.

Die gr√∂√üte Erdbebenkatastrophe der j√ľngeren Geschichte Indonesiens war das Seebeben im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004. Als am Morgen gegen 7:58¬†Uhr Ortszeit die Erde vor der Nordwestk√ľste Sumatras bebte, wurden viele Orte schwer besch√§digt. Es war ‚Äď mit 9,1 auf der Richterskala ‚Äď das drittst√§rkste jemals gemessene Erdbeben (schwerstes Erdbeben am 22.¬†Mai 1960 in Chile mit St√§rke 9,5; zweitst√§rkstes das Karfreitagerdbeben 1964 in Alaska (9,2)). Nur ca. 15¬†Minuten sp√§ter wurden die Menschen, vor allem an der Westk√ľste Sumatras in der Region um Banda Aceh und Meulaboh, von einem bis zu 15¬†Meter hohen Tsunami √ľberrascht. In wenigen Minuten wurden ganze K√ľstengebiete verw√ľstet. Es starben allein in Indonesien √ľber 170.000 Menschen.

Ein Erdbeben der St√§rke 6,2 mit katastrophalen Auswirkungen ereignete sich am 27. Mai 2006 in Zentral-Java bei Yogyakarta. Dabei starben nach Regierungsangaben ann√§hernd 5800 Menschen, bis zu 57.800 wurden verletzt, mehr als 130.000 H√§user wurden zerst√∂rt oder schwer besch√§digt und bis zu 650.000 Menschen obdachlos. Au√üerdem f√ľhrte es zu einer weiteren Verst√§rkung der Aktivit√§ten des Vulkans Merapi.

Seit dem 29. Mai 2006 bildete sich in der N√§he von Sidoarjo ein Schlammvulkan auf Java. 100¬†¬įC hei√üer Schlamm quoll und quillt bis heute aus der Erde, tausende Menschen wurden evakuiert.

Am 17. Juli 2006 ereignete sich ein Erdbeben vor Java mit anschlie√üendem Tsunami. 525 Menschen starben und 38.000 wurden obdachlos. Betroffen war vor allem die Stadt Pangandaran auf der indonesischen Insel Java. Die Weiterleitung der Tsunami-Warnung wurde verpasst. Ein Erdsto√ü der St√§rke 6,2 ereignete sich erneut am 19. Juli 2006 vor der indonesischen K√ľste, erkl√§rte das Erdbebenwarnzentrum in Jakarta und gab diesmal die Warnung weiter.

Am 6. M√§rz 2007 ereignete sich ein Erdbeben der St√§rke 6,3 in Westsumatra mit √ľber 70 Toten und mehreren Hundert Verletzten (Stand 6.¬†M√§rz). Das Beben und eines der mehreren leichteren Nachbeben waren noch im √ľber 400¬†km entfernten Singapur zu sp√ľren, so dass dort mehrere Hochh√§user evakuiert wurden.

Am 16. November 2008 wurde auf der zentralindonesischen Insel Sulawesi erneut ein Erdbeben der Stärke 7,7 registriert.

Am 4. Januar 2009 um 2:43 Uhr ereignete sich ein Erdbeben mit der Stärke 7,2 in Westneuguinea, das von 18 Nachbeben gefolgt wurde, von denen um 5:33 Uhr das stärkste mit 7,6 auf der Richterskala registriert wurde. Bei den Beben wurden mindestens vier Menschen getötet (Stand 4. Januar 2009 18:28 Uhr).

Bevölkerung

Die Bevölkerung Indonesiens ist in den letzten Jahrzehnten rasant angewachsen. Sie stieg von 69 Millionen im Jahr 1950 auf rund 274 Millionen im Jahr 2020. Das Wachstum hat sich inzwischen verlangsamt, dennoch wächst die Bevölkerung jährlich um 3 Millionen. Bis Mitte des Jahrhunderts wird Indonesien voraussichtlich mehr als 300 Millionen Einwohner haben. Die Geburtenrate pro Frau betrug 2015 noch 2,5 Kinder und sank seit 1950 kontinuierlich. Die Lebenserwartung bei der Geburt lag im Zeitraum von 2010 bis 2015 bei 68,6 Jahren (Männer: 66,6 Jahre, Frauen 70,7 Jahre). Das Medianalter betrug 2016 29,2 Jahre.

Entwicklung der Bevölkerung seit 1950

Quelle: UN World Population Prospects

Bevölkerungsdichte

Die Bev√∂lkerungsdichte ist auf den indonesischen Inseln sehr unterschiedlich. Auch zwischen den Regionen einzelner Inseln gibt es starke Unterschiede. W√§hrend in den Provinzen Papua, Maluku und Nordmolukken im Durchschnitt maximal 30 Personen auf einem Quadratkilometer leben, liegt die Bev√∂lkerungsdichte auf dem indonesischen Teil Borneos zwischen 10 und 100 Einwohnern/km¬≤ und auf Sumatra zwischen 30 und 300 Einwohnern/km¬≤. Auf Java ist sie mit √ľber 1.000 Einwohnern/km¬≤ am h√∂chsten (Vergleich: Stadtstaat Hamburg: 2.395/km¬≤). Dort befinden sich auch die am dichtesten besiedelten Provinzen Jakarta und Yogyakarta, die allerdings im Wesentlichen nur die Stadt und das direkte Umland umfassen.

Java besitzt aufgrund des fruchtbaren Bodens und der Hauptstadt eine sehr hohe Bev√∂lkerungsdichte, was zu einem gro√üen Fortschrittsgef√§lle zwischen den Inselgruppen gef√ľhrt hat. Die Regierung siedelt deshalb im Rahmen des Transmigrations-, des Transmigrasi-Projektes seit 1969 Familien aus Java auf d√ľnner besiedelte Inseln um, was wiederum zu vielen Konflikten und Problemen gef√ľhrt hat.

Volksgruppen

Laut der indonesischen Volksz√§hlung von 2001 leben in Indonesien insgesamt fast 360 verschiedene V√∂lker, von denen die meisten malaiischer Herkunft sind. Erst gegen Ende der niederl√§ndischen Kolonialzeit wurde die Bezeichnung Indonesier gegen√ľber der bis dahin √ľblichen eigenen Stammesbezeichnung bevorzugt. Allerdings gibt es starke regionale Autonomie- und Sezessionsbestrebungen. Vor diesem Hintergrund sahen sich alle nationalen Regierungen mit der Herausforderung konfrontiert, aus der ethnischen Vielfalt eine gemeinsame Nation zu schmieden. Nation-building war und ist deshalb ein Leitmotiv indonesischer Politik.

Die einzelnen Völker verteilen sich wie folgt: Javaner (41,7 %), Sundanesen (15,4 %), Malaien (3,4 %), Maduresen (3,3 %), Batak (3,0 %), Minangkabau (2,7 %), Betawi (2,5 %), Bugis (2,5 %), Bantenesen (2,1 %), Banjaresen (1,7 %), Balinesen (1,5 %), Sasak (1,3 %), Makassaresen (1,0 %), Cirebon (0,9 %), Chinesen (0,9 %), Gorontalo (0,8 %), Achinesen (0,4 %) (wobei aufgrund des Krieges nur etwa die Hälfte der Bevölkerung des Bundesstaates Aceh erfasst wurde), Torajas (0,4 %)

Malaiische Völker

Den größten Bevölkerungsanteil stellen mit einem Anteil von rund zwei Dritteln die Jungmalaien, zu denen die Javaner, Sundanesen und Maduresen gehören. Etwa 5 % der Bevölkerung sind Altmalaien, darunter die Dayak auf Borneo, die Batak auf Sumatra und die Toraja auf Sulawesi.

Malaiische V√∂lker stellen in Sumatra, Java, Sulawesi, Bali und durch Einwanderung mittlerweile auch auf Borneo die Mehrheit. Dagegen leben im Osten vorwiegend V√∂lker, die aus Vermischung von malaiischen Einwanderern und der urspr√ľnglichen melanesischen Bev√∂lkerung hervorgegangen sind. In Westneuguinea besteht die urspr√ľngliche Bev√∂lkerung ausschlie√ülich aus Melanesiern (Papua), deren Anteil aber durch malaiische Zuwanderung auf etwa die H√§lfte der Bev√∂lkerung gesunken ist.

Dazu kommen noch z. B. die Achinesen, Torajas, Bajau, Bauzi, Lampung, Tengger, Osing, Badui, Minangkabau, Gorontalo und viele andere Gruppen, die aber meist weniger als ein Prozent an der Gesamtbevölkerung stellen und Gruppen gemischter ethnischer Herkunft, wie etwa die auf Sumba lebenden Wewewa, die zur Hälfte malaiischer und melanesischer Herkunft sind. Außerdem leben noch vereinzelt polynesische Völker in dem Inselstaat.

Minderheiten sind die nur noch in R√ľckzugsgebieten anzutreffenden Restgruppen von V√∂lkern, die schon vor Ankunft der Malaien auf den Inseln lebten, darunter Kubu, Lubu, Ulu und Sakai.

Als zahlenm√§√üig gr√∂√üte Ethnie sind die Javaner in Indonesien die politisch dominierende Gruppe. Durch das umstrittene Programm Transmigrasi wurde versucht, das Problem der Bev√∂lkerungskonzentration auf der Insel Java (ca. 1000 Einwohner pro km¬≤) zu l√∂sen, was vor allem auf Borneo und Sulawesi zu blutigen Zusammenst√∂√üen mit der heimischen Bev√∂lkerung f√ľhrte.

Chinesische Minderheit

In Indonesien leben insgesamt 7,89 Millionen Überseechinesen, die meisten davon auf der Hauptinsel Java. Doch auch auf Sumatra und Borneo sind Chinesen heimisch. Die meisten Chinesen kamen in das Land, als Indonesien noch eine niederländische Kolonie war.

Nach der Erlangung der Unabh√§ngigkeit Indonesiens 1949 wurden viele Chinesen au√üer Landes gedr√§ngt. Die Regierung verbannte Chinesen ohne indonesische Staatsb√ľrgerschaft aus kleinen Orten und beraubte Zehntausende ihrer Lebensgrundlage. Pr√§sident Sukarno wollte damit den Pribumi (den einheimischen Indonesiern) die Kontrolle √ľber den Handel in den D√∂rfern verschaffen. Mit der Volksrepublik schloss man 1956 ein Abkommen zur Verminderung der doppelten Staatsb√ľrgerschaft. Nach der Machtergreifung Suhartos und dem Massaker in Indonesien 1965‚Äď1966 an mutma√ülichen Kommunisten (auch die Chinesen wurden beschuldigt, Kommunisten zu sein), verk√ľndete Suharto einen Pr√§sidialerlass √ľber ‚ÄěDie Politik zur L√∂sung des chinesischen Problems‚Äú und einen weiteren zu Religion, Glauben und chinesischen Gebr√§uchen.

Chinesischsprachige Schulen wurden geschlossen, Kulturvereinigungen wurden aufgel√∂st, der Verkauf chinesischsprachiger B√ľcher und Zeitschriften, sogar die Verwendung chinesischer Schriftzeichen in Kalendern, bei Firmenzeichen oder an Gesch√§ften wurde verboten. Eine einzige staatlich kontrollierte chinesischsprachige Tageszeitung wurde erlaubt. Die Indonesierung chinesischer Namen wurde massiv vorangetrieben. Merkmale kultureller Identit√§t wie zum Beispiel die Feier des chinesischen Neujahrsfestes wurden verboten bzw. in private Haushalte verbannt. Die Ausweise vieler ethnischer Chinesen unterscheiden sich anhand eines speziellen Codes von denen der Pribumi. Im Februar 1998 r√§umte sogar ein Vertreter des indonesischen Verteidigungsministeriums ein, ethnische Chinesen s√§hen sich Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn sie als Beamte oder beim Milit√§r Karriere machen wollten, und w√ľrden zudem beim Zutritt zu staatlichen Universit√§ten benachteiligt.

Die Überarbeitung der diskriminierenden Gesetze wurde am 16. September 1998 von dem damaligen Präsidenten Bacharuddin Jusuf Habibie in einem Erlass angeordnet.

Religion

Mit ungef√§hr 230 Millionen Muslimen stellt Indonesien den Staat mit der gr√∂√üten muslimischen Bev√∂lkerung der Welt dar (siehe auch Liste der L√§nder nach Religion). Der Islam ist jedoch nicht Staatsreligion. Allerdings m√ľssen sich alle B√ľrger des Inselstaates zu einer von f√ľnf anerkannten Weltreligionen bekennen. Dies wird durch die Staatsideologie Pancasila fest vorgeschrieben. Die B√ľrger k√∂nnen demnach nur den Lehren von Islam, Christentum (katholisch und evangelisch), Buddhismus, Konfuzianismus oder Hinduismus folgen. Dies stellt eine erhebliche Einschr√§nkung der Religionsfreiheit dar. Manche Volksgruppen geben daher eine dieser offiziellen Religionen an, praktizieren jedoch tats√§chlich weiterhin ihren traditionellen Glauben.

87 % der Indonesier sind Muslime (etwa 225 Millionen). Dabei hängen die meisten der sunnitischen Richtung an. In Indonesien leben nur etwa 100.000 Schiiten. Viele Indonesier praktizieren eine synkretistische Form des Islam. Anhänger dieser Form wurden vom Ethnologen (Kultur- und Sozial-Anthropologen) Clifford Geertz als Abangan bezeichnet, im Gegensatz zu den Santri, die sich am dogmatischen Islam orientieren.

In Indonesien ist im Zuge der Demokratisierung eine vermehrte Hinwendung zur Religion und ein Rechtsruck der Gesellschaft zu verzeichnen.

26 Millionen Indonesier, also etwa 10¬†% der Bev√∂lkerung, sind Christen (etwa 7¬†% evangelisch und 3¬†% Mitglieder der r√∂misch-katholischen Kirche in Indonesien). Das Christentum gelangte bereits vereinzelt im 16. Jahrhundert zu den Inseln. Viele bis dahin nichtislamisierte V√∂lker, wie etwa die Torajas in S√ľdsulawesi oder die Batak in Nordsumatra, wurden erst im 19. und 20.¬†Jahrhundert zum Christentum missioniert. Bei der Missionierung der Batak spielten deutsche Missionare eine entscheidende Rolle. Die Bewohner des heutigen Ost-Nusa Tenggara sowie die der Molukken (Gew√ľrzinseln) konvertierten bereits im 16. und 17.¬†Jahrhundert (damals portugiesisch besetzte Gebiete). In einigen Gebieten Indonesiens sind Christen in der Mehrheit, was sich jedoch aufgrund der Transmigrasi und der unterschiedlichen Geburtenraten zu √§ndern begonnen hat. Katholisch ist vor allem der Osten Indonesiens (Flores, Westtimor) gepr√§gt. Abgesehen davon leben viele Christen auch in den Gro√üst√§dten Javas und Sumatras. Zusammenst√∂√üe zwischen Muslimen und Christen haben seit 1999 mehr als 10.000 Menschen das Leben gekostet. In Westneuguinea h√§lt die Welle der Gewalt gegen die animistisch-christliche Papua-Bev√∂lkerung bis heute an.

1,8¬†% der Bev√∂lkerung sind Hindus (besonders auf Bali und auf Lombok verbreitet) und 1¬†% Buddhisten (meist Angeh√∂rige der chinesischen Minderheit). Zudem gibt es eine sehr kleine j√ľdische Minderheit.

Ahnenkult und Geisterglaube der traditionellen ethnischen Religionen haben nach wie vor einen großen Stellenwert bei vielen Indonesiern, insbesondere bei den indigenen Gruppen.

Gesundheit

Als Verursacher von Gesundheitsproblemen in Indonesien gelten schlechte Luftqualit√§t durch industrielle Umweltverschmutzung, M√ľtter- und Kindersterblichkeit, Gesundheitssch√§den durch eine hohe Raucherrate (√ľber 50¬†% der m√§nnlichen Bev√∂lkerung) und diverse √ľbertragbare Tropenkrankheiten. 2014 gab das Land 2,9¬†% der Wirtschaftsleistung f√ľr das Gesundheitswesen aus, was deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt liegt. In Indonesien gibt es zudem einen starken √Ąrztemangel (laut WHO kamen 2012 nur 0,2 √Ąrzte auf je 1000 Einwohner), und landesweit fehlen 500.000 Krankenhausbetten. Die M√§ngel sind dabei besonders gro√ü auf abgelegenen Inseln und in den l√§ndlichen Regionen des Landes. Trotzdem gelang eine starke Verbesserung der meisten Gesundheitsindikatoren. Die Kindersterblichkeit sank von 85 pro 1000 Geburten im Jahr 1990 auf 27 im Jahr 2015, und die durchschnittliche Lebenserwartung stieg auf knapp 70 Jahre. Indonesiens HIV-Infektionsrate betrug nur 0,1¬†% der Bev√∂lkerung. 2014 f√ľhrte Indonesien die universelle Gesundheitsvorsorge ‚ÄěNationale Gesundheitsversicherung‚Äú (Jaminan Kesehatan Nasional) ein, die bis 2019 die gesamte Bev√∂lkerung erfassen soll. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Regierung des Landes das nationale Gesundheitswesen f√ľr private, ausl√§ndische Investoren ge√∂ffnet. Der Gesundheitssektor z√§hlt deshalb zurzeit zu den am schnellsten expandierenden Teilen der indonesischen Wirtschaft.

Entwicklung der Lebenserwartung in Indonesien seit 1950:

Quelle: UN, Statista

Soziale Strukturen

Über 27 % der insgesamt 241 Millionen Indonesier leben in Armut, wobei es große regionale Unterschiede gibt. Während in Java, der Hauptinsel des Landes, etwa 23 % in Armut leben, gibt es manche Provinzen, besonders im Osten, in denen der Anteil der armen Bevölkerung bei 44 % liegt.

Besonders in Großstädten wie Jakarta gibt es ausgedehnte Slums. Auf Java gibt es etwa 1,7 Millionen Straßenkinder.

Im Jahr 2015 waren 7,9¬†% der Bev√∂lkerung unterern√§hrt. Im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei 17,8¬†%. Die mittlere Schulbesuchsdauer der √úberf√ľnfundzwanzigj√§hrigen stieg von 3,3 Jahren im Jahr 1990 auf 7,9 Jahre im Jahr 2015 an. Die Bildungserwartung f√ľr die aktuelle Generation liegt bei 12,9 Jahren. 2015 konnten 93,6¬†% der Bev√∂lkerung lesen und schreiben.

Menschenrechte

Obwohl die Justiz zuvor nur selten Menschenrechtsverletzungen verfolgte, ratifizierte Indonesien 2005 den Internationalen Pakt √ľber b√ľrgerliche und politische Rechte sowie den Internationalen Pakt √ľber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. In den Jahren 2006 und 2007 wurden verschiedene Regelungen des Strafgesetzbuches f√ľr verfassungswidrig erkl√§rt, die davor der Verfolgung Oppositioneller dienten. Laut Amnesty International geschehen jedoch weiterhin schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen: Mindestens 117 Personen waren im Jahr 2008 als gewaltlose politische Gefangene inhaftiert. In Indonesien wird f√ľr verschiedene Verbrechen die Todesstrafe verh√§ngt und seit Mai 2004 vermehrt angewandt.

Seit dem R√ľcktritt von Pr√§sident Suharto im Jahre 1998 wurden viele Beschr√§nkungen der Meinungsfreiheit f√ľr Parteien, Gewerkschaften und die √ľbrige Zivilgesellschaft aufgehoben. Dennoch sind weiterhin Flaggen, die die Unabh√§ngigkeit einzelner Regionen Indonesiens symbolisieren, verboten. 2006 stufte das Verfassungsgericht drei Artikel des Strafgesetzbuches als verfassungswidrig ein, die die ‚ÄěBeleidigung des Pr√§sidenten‚Äú unter Strafe stellten. Die Artikel waren zur Einschr√§nkung der Meinungsfreiheit herangezogen worden. Im Juli 2007 wurden zwei weitere Artikel f√ľr verfassungswidrig erkl√§rt, die ebenfalls bei kritischen √Ąu√üerungen √ľber Regierungsinstitutionen zur Verfolgung f√ľhrten und laut Amnesty International zur Verfolgung von Oppositionellen missbraucht worden waren.

W√§hrend die Menschen in Indonesien √ľberwiegend einem moderaten Islam anh√§ngen, gilt in der Provinz Aceh seit 2001 die Scharia. Als Teil eines Friedensabkommens mit der Zentralregierung zur Beendigung der Separatistenk√§mpfe in der Provinz erhielt Aceh 2005 einen halbautonomen Status. Dort geht die islamische Religionspolizei massiv gegen als ‚Äěunislamisch‚Äú deklarierte Verhaltensweisen vor: Wer Kleidervorschriften missachtet, wird bestraft, auf vorehelichen Geschlechtsverkehr steht dort die Pr√ľgelstrafe. Anderes abweichendes Verhalten im Alltag kann mit zur Abschreckung inszenierten ‚ÄěUmerziehungsma√ünahmen‚Äú geahndet werden, wie im Dezember 2011 eine Gruppe Punks erfahren musste. Im Juni 2012 wurde ein bekennender 30-j√§hriger Atheist zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Blasphemiegesetze, Zensur und Drohungen von radikalen politischen und religi√∂sen Gruppierungen behindern in Indonesien die journalistische Freiheit. Stark eingeschr√§nkt sind au√üerdem die M√∂glichkeiten der unabh√§ngigen Berichterstattung √ľber das indonesische Milit√§r und die Situation in der unruhigen Westpapua-Region.

Geschichte

Die indonesische Bev√∂lkerung stammt urspr√ľnglich von austronesischen V√∂lkern ab, die vor Beginn unserer Zeitrechnung in mehreren Einwanderungswellen ins Land kamen. Der Fund des Java-Menschen beweist, dass die Insel bereits vor ca. 1,8 Millionen Jahren besiedelt war.

Im ersten Jahrtausend n. Chr. gewannen der Buddhismus und der Hinduismus Einfluss auf Indonesien und verschmolzen mit Glaubensvorstellungen der urspr√ľnglichen Bauernkultur. Wegen der g√ľnstigen Lage an der Seehandelsroute von China nach Indien bl√ľhte der Handel und es entstanden mehrere Handelsreiche.

Das einflussreichste und bekannteste K√∂nigreich Srivijaya auf Sumatra bestand seit ca. 500 und √ľbernahm bis ca. 700 die Herrschaft √ľber ganz Sumatra und Java, Teile Borneos und die malaiische Halbinsel. Ab dem 11. Jahrhundert begann das Reich zu zerfallen, unter anderem durch Angriffe der indischen Chola-K√∂nige, die unliebsame Handelskonkurrenz ausschalten wollten. Zwischen 1275 und 1290 √ľbernahm schlie√ülich der K√∂nig von Singhasari die Herrschaft √ľber den gr√∂√üten Teil Indonesiens. Auf Java gewann ab 1293 das Reich von Majapahit an Bedeutung, das bald √ľber die ehemaligen Gebiete von Srivijaya herrschte.

Ab dem 15. Jahrhundert besuchten immer mehr arabische H√§ndler Indonesien und die Konversion zum Islam begann. Hinduismus und Buddhismus √ľberleben bis heute nur auf den Inseln Bali (siehe beispielsweise: Besakih) und Lombok, wo sich eine indigene (mehrheitlich aber hinduistisch gepr√§gte) Mischkultur herausgebildet hat.

1487 umfuhr der Portugiese Bartolomeu Diaz erstmals das Kap der Guten Hoffnung und bereitete damit die Entdeckung des Seeweges nach Indien durch Vasco da Gama vor. In der Folge stie√üen die Europ√§er in den indonesischen Raum vor, um den bislang von Malaien, Arabern und Chinesen betriebenen Gew√ľrzhandel zu √ľbernehmen. Nach fast 100-j√§hriger portugiesischer Dominanz setzten sich um 1600 die Niederl√§nder als Kolonialherren durch. Als Niederl√§ndisch-Indien war Indonesien eine der ersten holl√§ndischen Kolonien. Bis zum Jahr 1908 hatten die Niederlande, von Java ausgehend, ihren Machtbereich auf den gesamten indonesischen Archipel ausgedehnt. Lediglich die Provinz Aceh (Atjeh) im Norden Sumatras vermochte zu widerstehen, wurde aber nach einem √ľber drei√üigj√§hrigen Krieg ebenfalls unterworfen.

Im Fr√ľhjahr 1942 begann die japanische Armee Niederl√§ndisch-Indien zu besetzen. Ihr Interesse galt kriegswichtigen Rohstoffreserven und der Verbesserung ihrer strategischen Position. Im M√§rz 1942 kapitulierten die Niederl√§nder. Die fast 350-j√§hrige Zeit ihrer Kolonialherrschaft war vor√ľber. Noch unter japanischer Besatzung erkl√§rte sich Indonesien im M√§rz 1943 von den Niederlanden unabh√§ngig. Die Herrschaft der Japaner endete am 15.¬†August 1945 mit deren Kapitulation.

Am 17. August 1945 riefen Sukarno und Mohammad Hatta die Unabh√§ngigkeit Indonesiens aus. Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckte sich zun√§chst auf die Inseln Java, Sumatra und Madura. Die √ľbrigen Inseln wurden meist von den Niederl√§ndern kontrolliert. In einer Verfassung von 1945 Jahr wurde das Wahlrecht Frauen und M√§nnern verliehen, doch geschah diese Einf√ľhrung des Frauenwahlrechts in einer politisch un√ľbersichtlichen Situation mit unklaren Machtverh√§ltnissen.

Im Niederl√§ndisch-Indonesischen Krieg (1947/48) eroberten die Niederlande zwar fast das gesamte Gebiet, k√§mpften aber weiterhin gegen eine indonesische Guerilla und verloren vor allem die Sympathie der Welt√∂ffentlichkeit, nicht zuletzt wegen des Massakers am 9.¬†Dezember 1947 in dem Dorf Rawagede (Westjava) mit 431 Toten, bei dem nur zehn M√§nner √ľberlebten. Die Sch√§tzungen zur Gesamtzahl der get√∂teten indonesischen Zivilisten bewegen sich heute zwischen einigen zehntausend und zweihunderttausend. Unter amerikanischem Druck mussten die Niederlande im August 1949 (abermals) Verhandlungen mit der Republik Indonesien aufnehmen. Am 27.¬†Dezember 1949 wurde in Amsterdam die √úbergabe der Souver√§nit√§t unterzeichnet, Niederl√§ndisch-Neuguinea blieb jedoch vorl√§ufig unter kolonialer Verwaltung.

Bis 1954 bestand noch eine Niederländisch-Indonesische Union, die jedoch am Streit um Neuguinea zerbrach. 1955 wurden erstmals Wahlen abgehalten. Im neuen Parlament nach 1955 saßen mit 18 von 257 Parlamentsabgeordneten nur wenige Frauen. In der Regierung war kein weibliches Mitglied. In der Folgezeit war der Fortschritt gering.

Die Bildung des Nachbarstaates Malaysia 1963 wurde von Indonesien abgelehnt, was zum als Konfrontasi bezeichneten Konflikt zwischen den beiden Staaten f√ľhrte.

Am 30. September/1. Oktober 1965 kam es zu einem Putschversuch von Teilen des Milit√§rs. Der rechtsgerichtete General Suharto schlug den Aufstand nieder und erkl√§rte die am Putschversuch unbeteiligte kommunistische Partei PKI zum Schuldigen. Er verbot sie und veranlasste in der Folge ein Massaker des Milit√§rs unter tats√§chlichen und angeblichen Kommunisten, bei dem nach Sch√§tzungen von Amnesty International in den folgenden Monaten fast eine Million Menschen get√∂tet wurden. Zu den Opfern geh√∂rte auch die chinesische Bev√∂lkerungsminderheit. Unterst√ľtzung erhielt Suharto von den USA (1963‚Äď1969 regiert von US-Pr√§sident Lyndon B. Johnson).

Suharto zwang Sukarno zur Niederlegung seines Amtes. Drei Jahre später folgte die Eingliederung von Westneuguinea. Als sich 1975 die Unabhängigkeit der Kolonie Portugiesisch-Timor abzeichnete, begannen indonesische Truppen zunächst die Grenzgebiete getarnt zu besetzen. Nach der Ausrufung der Unabhängigkeit Osttimors am 28. November folgte neun Tage später die offene Invasion.

Nach der Wirtschaftskrise im Jahre 1998 kam es zu ersten Protesten. Die Gewalt erreichte ihren H√∂hepunkt in den Tagen vom 12. bis zum 14. Mai 1998 in Jakarta. Zudem wurden Korruptionsvorw√ľrfe √ľber Pr√§sident Suharto laut und Bacharuddin Jusuf Habibie forderte den R√ľcktritt des Pr√§sidenten. Schlie√ülich willigte Pr√§sident Suharto in seinen R√ľcktritt ein und Bacharuddin Jusuf Habibie √ľbernahm vorerst die Macht. Im Oktober 1999 wurde Abdurrahman Wahid erster frei gew√§hlter Staatspr√§sident des Landes, zwei Jahre sp√§ter Megawati Sukarnoputri, Tochter des Staatsgr√ľnders Sukarno.

Am 12. Oktober 2002 ereignete sich der Terroranschlag auf der Touristeninsel Bali, der 202 Tote und mehr als 300 Verletzte forderte. Im Sommer 2004 fanden erstmals direkte Pr√§sidentschaftswahlen statt, bei denen kein Kandidat eine Mehrheit erreichen konnte. Bei einer Stichwahl am 20.¬†September siegte der Herausforderer und fr√ľhere General Susilo Bambang Yudhoyono. Ihm folgte 2014 Joko Widodo.

In den letzten Jahren wurde Indonesien immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. Am 26. Dezember 2004 zerst√∂rte ein Tsunami gro√üe Teile der Provinz Aceh auf Sumatra und forderte viele Todesopfer. 2006 gab es in Yogyakarta ein Erdbeben der St√§rke 6, wobei auch das Weltkulturerbe Prambanan stark besch√§digt wurde. 2007 war der Vulkan ‚ÄěAnak Krakatau‚Äú stark aktiv. 2018 zerst√∂rte ein Erdbeben und ein darauffolger Tsunami die Stadt Palu und ihre Umgebung, die Zahl der Todesopfer wurde auf 1200 gesch√§tzt.

Politik

Administrative Gliederung

Indonesien gliedert sich derzeit in 31 Provinzen (Provinsi), zwei Sonderregionen und den Hauptstadtdistrikt (Daerah Khusus Ibukota) Jakarta. Die administrative Ebene unter den Provinzen bilden 501 Regierungsbezirke (Kabupaten), die seit der Verwaltungsreform 2001 eine große administrative Bedeutung besitzen.

In den letzten Jahren wurden mehrere neue Provinzen und Regierungsbezirke von den bestehenden abgetrennt, wie zum Beispiel die Provinzen Papua Barat 2003, Sulawesi Barat 2004 und Kalimantan Utara 2012. Weitere √Ąnderungen in der administrativen Gliederung sind in Planung.

Seit der Unabhängigkeit bestehen Bestrebungen, das von Fluten und Erdbeben heimgesuchte sowie dicht besiedelte Jakarta als Hauptstadt abzulösen. Mögliche Kandidaten liegen auf Borneo, wodurch zudem die Dominanz der Javaner in Indonesien besser ausbalanciert werden soll.

Politisches System

Die ehemalige niederl√§ndische Kolonie ist heute eine Pr√§sidialrepublik ‚Äď der Pr√§sident ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte. Die Verfassung von 1945 sieht die Gewaltenteilung vor. Der Pr√§sident ernennt die Mitglieder seines Kabinetts, die nicht Mitglieder des Parlaments sein m√ľssen. Die Amtszeit des Pr√§sidenten ist auf zwei Amtsperioden √† 5 Jahre beschr√§nkt. Nach dem Sturz Suhartos 1998 wurden umfangreiche Reformen umgesetzt. Das Unterhaus (Abgeordnetenhaus) hat 500 auf f√ľnf Jahre gew√§hlte Abgeordnete (bis 2004 waren 38 davon vom Pr√§sidenten ernannte Milit√§rs). Die beratende Volksversammlung, die fr√ľher den Pr√§sidenten w√§hlte und √ľbergreifende politische Themen ber√§t, besteht aus dem Abgeordnetenhaus, 135 Vertretern der Provinzen sowie 65 Vertretern von Standesorganisationen und kommt damit auf 700 Mitglieder.

Seit einer Verfassungs√§nderung 2004 ist der Majelis Permusyawaratan Rakyat (MPR) ein Zweikammerparlament. Dieses h√∂chste Legislativorgan besteht aus den 550 Abgeordneten des DPR (Dewan Perwakilan Rakyat) und 128 Regionalvertretern (DPD). Der DPD (Dewan Perwakilan Daerah) ist eine im Rahmen der Dezentralisierungspolitik neu geschaffene 2. Kammer. Die Versammlung der Regionalvertreter hat jedoch lediglich Anh√∂rungs- und Vorschlagsrechte im Gesetzgebungsverfahren und ist daher keine vollwertige legislative ‚Äězweite Kammer‚Äú. Im Parlament sind derzeit (2017) zehn Parteien vertreten ‚Äď die gr√∂√üte Fraktion ist die mit rund 19¬†% der Stimmen (Wahl vom 9.¬†April 2014) gew√§hlte Partai Demokrasi Indonesia ‚Äď Perjuangan (PDI-P) des Pr√§sidenten Joko Widodo.

Seit den Wahlen 2004 ist Indonesien in der Weltöffentlichkeit als demokratischer Staat anerkannt.

Präsident

Seit 2004 wird der Pr√§sident direkt vom Volk gew√§hlt. Erster direkt gew√§hlter Pr√§sident wurde der fr√ľhere General Susilo Bambang Yudhoyono. Der ehemalige Sicherheitsminister erhielt bei der Stichwahl am 20.¬†September 2004 fast 61¬†Prozent der Stimmen. Er l√∂ste damit die bisherige Staatschefin Megawati Sukarnoputri ab, die nur auf gut 39¬†Prozent kam. Schon beim ersten Wahlgang am 5.¬†Juli 2004 hatte der Ex-General die meisten Stimmen erzielt, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Deshalb war eine Stichwahl gegen die zweitplatzierte Megawati n√∂tig geworden. Die Tochter von Republikgr√ľnder Sukarno war im Sommer 2001 an die Staatsspitze ger√ľckt, nachdem ihr Vorg√§nger Abdurrahman Wahid aus dem Amt gedr√§ngt worden war. 2014 und 2019 gewann Joko Widodo die Wahlen.

Parteien

Indonesien hat ein Mehrparteiensystem mit einer gro√üen Anzahl von Parteien. Vorherrschende Partei unter Suharto war Golkar. Ihr Einfluss ist weiterhin gro√ü, aber nicht mehr dominant. Der ehemalige Pr√§sident Yudhoyono kandidierte bei der Pr√§sidentschaftswahl 2004 f√ľr die neu gegr√ľndete Demokratische Partei, seine Vorg√§ngerin und Kontrahentin Megawati f√ľr die PDI-P.

Politische Indizes

Außenpolitik

Indonesien ist eine Regionalmacht. Geleitet wird die Au√üenpolitik des Landes dabei vom Wahlspruch ‚Äěbebas dan aktif‚Äú, was sich als ‚Äěunabh√§ngig und aktiv‚Äú √ľbersetzen l√§sst. Jakarta vermeidet so eine enge Anbindung an M√§chte au√üerhalb der s√ľdostasiatischen Region, das gilt f√ľr die Volksrepublik China wie f√ľr die USA, und versucht stattdessen, einen eigenen Weg in den internationalen Beziehungen zu finden. So war Indonesien ein wichtiges Mitglied der Blockfreien Bewegung im Kalten Krieg. Getragen wird dieser Anspruch auf Unabh√§ngigkeit und Bedeutung von Indonesiens kolonialen Erfahrungen und seiner demographischen und geographischen Gr√∂√üe.

Beziehungen zu ASEAN und EU

Innerhalb der ASEAN nimmt das bev√∂lkerungsreichste Land S√ľdostasiens seit der Gr√ľndung des Staatenbundes 1967 eine f√ľhrende Rolle ein, indem zum Beispiel das Generalsekretariat der ASEAN in Jakarta beheimatet ist und die Initiative zur Verbundsgr√ľndung auf den ersten Pr√§sidenten zur√ľckgeht. Auf globaler Ebene sieht sich Jakarta als F√ľrsprecher der Entwicklungsl√§nder, deren Stimme es zum Beispiel im Rahmen der G20 Geh√∂r verschaffen will.

Seitens Europas erf√§hrt das Land in den letzten Jahren verst√§rkt Aufmerksamkeit. So unterzeichneten Jakarta und die Europ√§ische Union im November 2009 ein ‚ÄěPartnership and Cooperation Agreement‚Äú (PCA). Derzeit wird √ľber ein dar√ľber hinausgehendes Handelsabkommen verhandelt: Die Verhandlungen wurden offiziell am 18. Juli 2016 mit dem Ziel aufgenommen, den Marktzugang zu erleichtern und neue M√§rkte zu schaffen, den Handel zwischen Indonesia und der EU zu intensivieren und die Direktinvestitionen auszuweiten. Die 9. Runde des "Indonesia-EU Comprehensive Economic Partnership Agreement (CEPA)" fand vom 2. bis 6 Dezember in Br√ľssel statt.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

Indonesien war viele Jahre Mitglied in der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Da aber die eigenen Erdölvorkommen fast erschöpft sind, wurde es zu einem Netto-Importeur von Erdöl. Unter anderem aus diesem Grund hat das Land am 28. Mai 2008 seinen Austritt aus der OPEC bekanntgegeben.

Indonesien ist Mitglied der Vereinten Nationen. 1965 war das Land aus der Organisation ausgetreten, trat aber 1966 wieder ein. Ferner ist es Mitglied im Internationalen Währungsfonds und in der Welthandelsorganisation.

Militär

Die Streitkräfte Indonesiens heißen Tentara Nasional Indonesia (TNI) und bestehen aus etwa 250.000 Soldaten. Sie sind in Heer, Marine und Luftwaffe untergliedert. Das Heer hat mit etwa 196.000 Soldaten die bei weitem größten Kapazitäten. Lange Zeit gehörte auch die indonesische Landespolizei zu den Streitkräften. Im April 1999 begann man mit der Ausgliederung der Landespolizei, dieser Prozess wurde im Juli 2000 formell abgeschlossen. Mit 150.000 Angestellten hat die Polizei eine weit kleinere Mannschaftsstärke als in den meisten anderen Staaten. Hinzu kommen noch etwa 120.000 Mitglieder der örtlichen Polizei, so dass sich die Gesamtstärke auf etwa 270.000 Personen beziffern lässt.

Indonesien gab 2017 knapp 0,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 8,2¬†Milliarden Dollar f√ľr seine Streitkr√§fte aus. Indonesien lag 2018 auf Platz 94 von 155 L√§ndern im Globalen Militarisierungsindex (GMI). Gem√§√ü dem Ranking von Global Firepower (2018) besitzt das Land die 15. st√§rkste milit√§rische Kapazit√§t weltweit und die 7. st√§rkste in Asien.

Wirtschaft

Allgemeines

Die Wirtschaft des Next-Eleven-Staates Indonesien basiert auf dem Prinzip der Marktwirtschaft, wird an vielen Stellen aber von der Regierung beeinflusst. Einige gro√üe Unternehmen sind in Staatsbesitz. 1997/1998 ersch√ľtterte eine Wirtschaftskrise verschiedene Staaten in Ost- und S√ľdostasien, wovon auch Indonesien stark betroffen war (Asienkrise). Die W√§hrung verlor 75¬†% ihres Wertes und viele Betriebe gingen bankrott. Danach konnte sich die indonesische Wirtschaft aber stabilisieren und z√§hlt mit Wachstumsraten von 5 bis 6¬†% pro Jahr zu den am schnellsten expandierenden der Welt. Der mittelfristige Ausblick gilt dank Rohstoffvorkommen, einer jungen Bev√∂lkerung und einem dynamischen regionalen Umfeld als positiv. Indonesien war 2017 bereinigt nach Kaufkraft die acht-gr√∂√üte Wirtschaftsmacht der Welt (Platz 16 nach nominellen Wechselkursen). Die W√§hrung ist die Indonesische Rupiah.

Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2017 3800 US-Dollar pro Kopf (12.400 KKB), jedoch lebt ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Fast ein Drittel der Beschäftigten ist in der Landwirtschaft tätig.

Die Arbeitslosenquote wird 2017 mit 5,6¬†% angegeben, allerdings sind viele Besch√§ftigungsverh√§ltnisse informeller Natur und Unterbesch√§ftigung ist weit verbreitet. 2016 arbeiteten 32¬†% aller Arbeitskr√§fte in der Landwirtschaft, 47¬†% im Dienstleistungssektor und 21¬†% in der Industrie. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2016 auf 125 Millionen gesch√§tzt, davon 38,2¬†% Frauen.

Viele multinationale Unternehmen nutzen den nat√ľrlichen Reichtum Indonesiens und haben hier Niederlassungen. So betreibt z.¬†B. der Daewoo-Logistics-Konzern aus S√ľdkorea gro√üfl√§chige Pflanzungen, auf denen z.¬†B. Mais und Palm√∂l angebaut werden. Das Palm√∂l wird direkt in Indonesien weiterverarbeitet.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, belegt Indonesien Platz 50 von 140 L√§ndern (Stand 2018). Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit belegt Indonesien 2020 Platz 54 von 180 L√§ndern.

Bergbau

Der Gold- und Kupferproduzent PT Freeport Indonesia, eine Tochter von Freeport-McMoRan Gold & Copper, ist gr√∂√üter Steuerzahler des Staates. Er betreibt in Westneuguinea die gr√∂√üte Goldmine der Welt. Ein weiterer in Indonesien t√§tiger Konzern ist Newmont Mining. Im Januar 2014 verh√§ngte die Regierung ein teilweises Exportverbot f√ľr unverarbeitete Erze, um die verarbeitende Wirtschaft im Lande zu st√§rken. Kupfer- und Eisenerz mussten jedoch auf Druck amerikanischer Unternehmen, die die F√∂rderung zeitweise eingestellt hatten, vom Verbot ausgenommen werden. Freeport ist nun angeblich bereit, in Schmelzanlagen zu investieren.

Landwirtschaft

Die Hauptprodukte der Landwirtschaft zur Nahrungsmittelproduktion waren in Indonesien 2008 Reis (60.279.897 t), Cassava (20.834.241 t) (als Nahrungsmittel und zur St√§rkeproduktion), Mais (15.860.299 t), Rohrzucker (2.266.812) und die S√ľ√ükartoffel (1.824.40 t). Au√üerdem wurden im selben Jahr unter anderem Palm√∂l (10.869.365 t), Tee (114.332 t) und Kautschuk (450.526 t) geerntet. Indonesien ist der dritt-gr√∂√üte Reisproduzent (Stand: 2016).

Heute ist Indonesien der gr√∂√üte Palm√∂lproduzent der Welt, nachdem erst 1911 mit dem Anbau begonnen wurde. √Ėlpalmen werden heute auf 13¬†Millionen Hektar angebaut, das ist die dreifache Fl√§che der Schweiz (zum Vergleich: 1968: 120.000 ha, 2004: 5,5¬†Millionen ha). Als kritisch wird angesehen, dass viele Erntefl√§chen durch Rodungen des tropischen Regenwaldes gewonnen werden. Dabei wird der Lebensraum u. a. von Elefanten und Tigern gef√§hrdet. Die EU-Agrarsprit-Richtlinie hat jedoch zur weiteren Intensivierung des Anbaus gef√ľhrt. In vielen Teilen des Landes, v.¬†a. in Sumatra, sind daher heftige Landkonflikte wegen der Umwandlung von Regenwald oder Siedlungsland in Palm√∂lplantagen entstanden. Wilmar, der weltgr√∂√üte Palm√∂lkonzern, ist in Indonesien ans√§ssig. Unter anderem beliefert er Unilever, Nestl√© und Procter & Gamble.

Export

Einige Exportprodukte sind Gold, Kupfer, Nickelerz, Kohle, Holzprodukte, Agrarprodukte (Palm√∂l, Reis, Erdn√ľsse, Kakao, Kaffee), Textilien und Mineralien. Indonesien ist mit j√§hrlichen 23¬†Millionen Tonnen (2002) weltgr√∂√üter Exporteur von Fl√ľssigerdgas. Hauptabnehmer sind Japan und China.

Der Gro√üteil des international gehandelten Tropenholzes Merbau kommt aus Westneuguinea und wird dort zu 90¬†% illegal geschlagen. In allen anderen L√§ndern sind die nat√ľrlichen Standorte von Merbau durch exzessiven Einschlag schon lange ersch√∂pft.

Tourismus

Der Tourismus ist f√ľr das Land eine wichtige Einnahmequelle. Allein Bali wird jedes Jahr von ca. vier Millionen Touristen besucht, die vornehmlich aus Australien, den USA, Europa, Japan und China kamen. Allerdings hat der Tourismus in Indonesien durch die Bombenanschl√§ge auf Bali (2002 und 2005) und wiederholte Terrorwarnungen insbesondere durch australische Beh√∂rden in den letzten Jahren deutliche Einbu√üen erlebt. Insgesamt wurde das Land 2015 von 9,9¬†Millionen Touristen besucht die Ausgaben von 10,8¬†Milliarden US-Dollar machten. In Indonesien gibt es insgesamt acht UNESCO-Welterbest√§tten.

Java zieht mit dem Weltkulturerbe Borobudur (buddhistisch) und Prambanan (hinduistisch) und der f√ľr Batik bekannten Stadt Yogyakarta Touristen an. Auch die touristisch erschlossenen Vulkane Bromo, Tangkuban Perahu und Kawah Putih (beide bei Bandung), Badeorte wie Pangandaran und weitere an der Westk√ľste sowie kulturell interessante Orte wie Bandung und Cirebon und das durch hinduistische Tempel gepr√§gte Dieng-Plateau locken Touristen an. Auch die auf Java gelegene Hauptstadt Jakarta ist trotz der un√ľberschaubaren Gr√∂√üe und ihres unsicheren Rufes ein touristisches Ziel.

Sumatra hat landschaftlich und kulturell einiges zu bieten. Daneben sind die artenreichen Nationalparks beliebte Tourismusziele. Die Inseln Komodo, Rinca und Padar umfasst der Komodo-Nationalpark, wo der Komodowaran heimisch ist. Nordsulawesi, insbesondere das Gebiet um Manado (v.¬†a. Bunaken und die Lembeh-Stra√üe) und die Togian-Inseln sind als Taucherparadies bekannt, das Toraja-Hochland im S√ľdwesten Sulawesis hingegen vor allem f√ľr seinen Totenkult.

F√ľr Westneuguinea, bekannt f√ľr seine Vielzahl teilweise noch sehr abgeschieden und traditionell lebender ethnischer Gruppen, ist eine besondere polizeiliche Erlaubnis (Surat Jalan) n√∂tig, um Ziele im Landesinneren besuchen zu k√∂nnen. S√§mtliche Orte der Reise m√ľssen genau eingetragen sein. Reisende sind verpflichtet, sich mit diesem Formular am Zielort bei der √∂rtlichen Polizei zu melden. Journalisten erhalten seit 2003 keine Einreisegenehmigung f√ľr Westneuguinea.

Bankwesen

Die Mehrheit der Bev√∂lkerung verf√ľgt √ľber kein Bankkonto, gleichzeitig leiden private Unternehmen unter einer restriktiven Kreditvergabe. Insgesamt summierten sich 2016 alle ausstehenden Bankkredite auf nur 36¬†% des Bruttoinlandsprodukts (BIP); deutlich weniger als in Vietnam und auf den Philippinen (je 44¬†% des BIP) oder in Thailand (92¬†% des BIP). Gleichzeitig geh√∂rt der indonesische Bankensektor zu den weltweit profitabelsten √ľberhaupt, was auch auf hohe Gewinnmargen bei der Kreditvergabe zur√ľckzuf√ľhren ist. W√§hrend die indonesische Zentralbank im Jahr 2016 den Leitzins von gut 7¬†% auf unter 5¬†% senkte, verlangten die Banken f√ľr Firmenkredite immer noch etwa 13¬†% Zinsen, f√ľr Mikrokredite sogar um 20¬†%.

Größte indonesische Banken nach Ausleihungen sind die mehrheitlich in Staatsbesitz befindlichen Bank Mandiri und Bank Rakyat Indonesia (BRI), letztere ein Pionier im Mikrofinanzbereich und einer der weltweit größten Anbieter von Mikrokrediten. Größte private Bank ist die Bank Central Asia (BCA).

Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 151,40¬†Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 128,70¬†Milliarden US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 2,4¬†% des BIP.
Die Staatsverschuldung betrug 2016 260,1 Milliarden US-Dollar oder 27,9¬†% des BIP. Von der Ratingagentur Standard & Poor‚Äôs werden die Staatsanleihen des Landes mit der Note BBB‚ąí bewertet und der Ausblick gilt als stabil (Stand 2018). Die Anleihen des Landes gelten damit als anlagew√ľrdig.

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

  • Bildung: 3,6¬†%
  • Gesundheit: 2,5¬†%
  • Milit√§r: 3,0¬†% (2005)

Das Milit√§r f√ľhrt eine Reihe von Unternehmen und Stiftungen, sodass sein Etat in Wirklichkeit gr√∂√üer ist als hier angegeben.

Infrastruktur

Die wirtschaftliche Entwicklung Indonesiens leidet unter hohen Transportkosten, deren Anteil am Bruttoinlandsprodukt auf 24 % bis 27 % geschätzt wird. Auf Grund dieser hohen Transportkosten kann der Preis eines Sacks Zement in wenig industrialisierten, abgelegenen Regionen das Zehnfache des Preises in einem industriellen Ballungszentrums betragen. Die Regierung versucht diesem Problem mit einem Programm zu Ausbau der maritimen Infrastruktur zu begegnen, mit dem die Transportkosten auf unter 20 % des Bruttoinlandsprodukts gesenkt werden sollen.

Straßenverkehr

Die Länge aller Straßen im Land betrug 2011 insgesamt 496.607 km, wovon 283.102 km asphaltiert sind. Trotz bedeutender Investitionen in das Straßennetz sind weite Teile in einem schlechten Zustand. Im Straßenverkehr passieren deshalb viele schwere Unfälle. 2013 kamen in Indonesien insgesamt 15,3 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit 38.000 Personen im Straßenverkehr ums Leben. Die Zahl der Automobile ist mit 68 auf 1000 Einwohner noch relativ gering. Beliebte Fortbewegungsmittel im Land sind Motorräder und Motorroller.

Luftverkehr

Auf Grund seiner Ausdehnung und der teilweise schlechten Infrastruktur am Boden ist Indonesien in weiten Teilen nur mit dem Flugzeug erschlossen. Nach der Liberalisierung des Marktes im Jahr 1999 kam es daher in ganz Indonesien zu einem starken Wachstum des Luftverkehrs, welches aber zu Lasten der Sicherheit ging. Nach einer Unfallserie unter Beteiligung mehrerer Fluggesellschaften verh√§ngte die Europ√§ische Union daher im Jahr 2007 ein europaweites Landeverbot f√ľr s√§mtliche indonesischen Fluggesellschaften. Im Kern besteht dieses Verbot bis heute, nur sind Garuda Indonesia, Airfast Indonesia, Ekspres Transportasi Antarbenua, Indonesia Air Asia, Citilink, Lion Air sowie Batik Air von diesem Landeverbot mittlerweile ausgenommen (Stand Februar 2018).

Die staatliche Luftverkehrsgesellschaft Garuda Indonesia wurde 1950 mit Unterst√ľtzung der KLM gegr√ľndet, welche die Flugzeuge der 1947 aufgel√∂sten KNILM (Koninklijke Nederlandsch-Indische Luchtvaart Maatschappij) √ľbernommen hatte.

Seeverkehr

Zwischen den gr√∂√üeren indonesischen Inseln verkehren Passagierf√§hren der staatlichen F√§hrreederei Pelni, welche in den 1950er Jahren im Inlandsverkehr die Rolle der niederl√§ndischen KPN √ľbernommen hat. Seit 1983 verf√ľgtdie Pelni ein Monopol f√ľr den innerindonesischen Passagierverkehr. Eingesetzt werden unter anderem bei der deutschen Meyer Werft gefertigte F√§hren der Baureihen 1000, 2000 und 3000 sowie der dort konzipierten, aber bei einer lokalen Werft gebauten Baureihe 500.

Internet

Auch das Internet wird wie die meisten anderen Informationsmedien in Indonesien vielfach gemeinschaftlich genutzt. So wie eine Zeitung im Durchschnitt von sechs Menschen gelesen wird, teilt man sich Internetzug√§nge, Computer oder Pl√§tze in Internetcaf√©s. Im Vergleich zu anderen s√ľdostasiatischen L√§ndern ist die Anzahl der Benutzer im Vergleich zur Bev√∂lkerung relativ gering. Die meisten Benutzer nutzen das Internet in Warnets (Internetcafes), nur 1,1¬†Prozent besitzt einen eigenen Computer. Im Jahr 2019 nutzten 48 Prozent der Einwohner Indonesiens das Internet.

Wichtiger jedoch als die blo√üe Zahl der Nutzer ist ihre geographische Verteilung. Indonesiens immense geographische Ausdehnung hat seit jeher politische und infrastrukturelle Probleme mit sich gebracht. Verst√§rkt durch die aggressive Java-zentristische Entwicklungspolitik der Neuen Ordnung hinken die Au√üeninseln (sprich alles au√üerhalb Javas und Balis, welche vor allem aufgrund ihres touristischen Potenzials mit der entsprechenden Infrastruktur bedacht sind), was Schulen, Stra√üen, Telefonleitungen etc. betrifft, massiv hinterher. Auch die geographische Verteilung von Internetcaf√©s und Internetnutzern macht hier keine Ausnahme. W√§hrend in der Hauptstadt Jakarta auf 20.000 Menschen ein Internetcaf√© kommt, gibt es in Sumatra, Westnusatenggara (NTB), Sulawesi und Maluku ein Internetcaf√© auf eine Million Menschen. Auch die Telefondichte, elementare Voraussetzung f√ľr die private Internetnutzung, zeigt ein √§hnliches Bild. Im Durchschnitt kommen drei Telefone auf 100 Menschen. Zieht man die Zentrierung vor allem auf die Inseln Java und Bali mit in Betracht, ist der Zustand f√ľr NTB und weiter √∂stlich gelegene Provinzen noch nicht modern genug. Andererseits ist der Zugang auch an eine Form technischen Wissens gekn√ľpft, die nicht jedem gel√§ufig ist.

Kultur

Die indonesische Kultur (Musik, Literatur, Malerei) wurde im 9. und 10. Jahrhundert zuerst vom Buddhismus, und ab dem 13. Jahrhundert zunehmend vom Hinduismus geprägt. Eine weitere hochentwickelte Kunst ist die Batik, die in Indonesien seit Jahrhunderten beheimatet ist. In aufwendiger Technik werden reiche Muster mit Blumen und Vogelmotiven, Spiralen und phantasievoller Struktur entwickelt. Heute ist die Batik ein Exportprodukt Indonesiens.

Kalender, Feiertage

Vor allem auf Java und Bali ist der Pawukon-Kalender verbreitet.

Esskultur

Durch die Vielzahl der V√∂lker Indonesiens bestehen gro√üe Unterschiede zwischen den Kulturen der einzelnen Regionen. Reis ist in den meisten Regionen Indonesiens ein Grundnahrungsmittel, das bis zu dreimal am Tag gegessen wird. Dort durchziehen Reisterrassen das Land. Viele Mythen erz√§hlen, dass der Reis ein Geschenk des Himmels ist. Im Osten reicht die melanesische auf Wurzeln basierende Kultur nach Indonesien hinein. Im 17.¬†Jahrhundert f√ľhrten die Portugiesen den Maniok aus Amerika in die Region ein. Zun√§chst auf den Molukken, sp√§ter kam Maniok auch nach Java. Die Kolonialm√§chten f√∂rderten den Anbau, um Hungersn√∂ten entgegen zu treten.

Literatur

Musik

Die Nationalhymne Indonesia Raya wurde von Wage Rudolf Soepratman komponiert. Das klassische indonesische Orchester heißt gamelan.

Theater

Das javanische Wort f√ľr jede Art dramatischer Inszenierung mit Puppen oder menschlichen Darstellern ist wayang. Am bekanntesten ist das Schattenspiel wayang kulit. Ein Spiel mit rundplastischen Stabpuppen ist wayang golek und flache Holzpuppen hei√üen wayang klitik. Das sehr alte Bildrollendrama wayang beber ist nahezu verschwunden.

Film

Siehe auch

  • Liste der St√§dte in Indonesien

Literatur

  • Genia Findeisen: Frauen in Indonesien ‚Äď Geschlechtergleichheit durch Demokratisierung? Eine Analyse des Demokratisierungsprozesses aus Frauenperspektive. Johannes Herrmann Verlag, Wettenberg 2008. ISBN 978-3-937983-11-0
  • Martin Jankowski: Indonesien lesen ‚Äď Notizen zu Literatur und Gesellschaft. Essays und Gespr√§che. Regiospectra Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-940132-66-6
  • Anett Keller: Indonesien 1965ff. Die Gegenwart eines Massenmordes. Ein politisches Lesebuch. Regiospectra Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-940132-68-0
  • Matti Justus Schindeh√ľtte: Zivilreligion als Verantwortung der Gesellschaft ‚Äď Religion als politischer Faktor innerhalb der Entwicklung der Pancasila Indonesiens. Abera, Hamburg 2006. ISBN 978-3-934376-80-9
  • Fritz Schulze: Kleine Geschichte Indonesiens. Von den Inselk√∂nigreichen zum modernen Gro√üstaat. C.H. Beck, M√ľnchen 2015, ISBN 978-3-406-68152-3.¬†
  • Franz Magnis-Suseno: Garuda im Aufwind. Das moderne Indonesien. Dietz, Bonn 2015, ISBN 978-3-8012-0464-8

Weblinks

  • Webpr√§senz Indonesische Botschaft in Berlin
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Indonesien
  • L√§nderprofil des Statistischen Bundesamtes
  • Indonesia ‚Äď Dossier aus dem CIA World Factbook (englisch)

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (33)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Aceh 5.91 2.015 95.013 98.283  
Bali -8.055 -8.852 114.448 115.715  
Bangka-Belitung -1.489 -3.242 105.126 108.294  
Banten -5.881 -7.003 105.118 106.766  
Bengkulu -2.236 -5.499 101.027 103.765  
Gorontalo 1.041133 0.3057512 121.1612453 123.5522944  
Jakarta -6.059 -6.382 106.684 106.989  
Jambi -0.746 -2.782 101.114 104.532  
Jawa Barat -5.913776 -7.820934 106.374775 108.8338797  
Jawa Tengah -5.832 -8.226 108.547 111.673  
Jawa Timur -5.726 -8.778 110.944 115.896  
Kalimantan Barat 1.74343 -2.918895 108.5949 114.181999  
Kalimantan Selatan 2.0810503 -5.585365 108.8358 116.4352  
Kalimantan Tengah 0.752575 -4.1763 110.838336 116.5585  
Kalimantan Timur 4.403894 -2.40019 113.7972487 118.9908  
Kepulauan Riau 4.772 -0.662 103.315 109.114  
Lampung -3.752 -5.93 103.608 105.91  
Maluku -2.72122 -8.34266 125.343663 134.9079  
Maluku Utara 2.650585 -2.475178 123.992645 129.651062  
Nusa Tenggara Barat -8.083 -9.111 115.845 119.204  
Nusa Tenggara Timur -8.062931 -10.997407 117.344055 125.169182  
Papua -0.4000327 -9.1457534 134.505904 141.0549412  
Papua Barat 4.675649 -4.31892 129.298158 135.218864  
Riau 2.555 -1.085 100.066 103.814  
Sulawesi Barat -0.834 -3.574 118.758 119.873  
Sulawesi Selatan -1.8927917 -7.493791 117.042537 122.218947  
Sulawesi Tengah 1.354 -3.246 119.487 123.89  
Sulawesi Tenggara 1.3742939 -3.92528 119.4469434 132.8168  
Sulawesi Utara 5.565 0.267 123.097 127.146  
Sumatera Barat 0.888 -3.334 98.594 101.843  
Sumatera Selatan -1.750111 -4.891785 102.076968 106.087792  
Sumatera Utara 4.295 -0.587 97.064 100.444  
Yogyakarta -7.56 -8.201 110.043 110.844  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Flagge: Indonesia

Name englisch: Indonesia
Hauptstadt: Jakarta
Kfz: RI
ISO: ID
ISO3: IDN
Fläche: 1919440 km²
Tld: .id
Wärung Einheit: IDR
Währung: Rupiah
Vorwahl: 62

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 6.217
südlichster Punkt: -11.1083
westlichster Punkt: 94.7351
östlichster Punkt: 141.0425


 
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