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Staat Informationen : Indien

Informationen:


Indien (Aussprache [ňą…™ndiŐĮ…ôn]) ist ein Staat in S√ľdasien, der den gr√∂√üten Teil des indischen Subkontinents umfasst. Indien ist eine Bundesrepublik, die von 28 Bundesstaaten gebildet wird und au√üerdem acht bundesunmittelbare Gebiete umfasst. Der Eigenname der Republik lautet in den beiden landesweit g√ľltigen Amtssprachen BhńĀrat GaŠĻáarńĀjya (Hindi) und Republic of India (Englisch). Die moderne demokratische und s√§kulare indische Republik besteht seit 1949. Seit 1950 gilt die Verfassung Indiens.

Der Himalaya bildet die nat√ľrliche Nordgrenze Indiens, im S√ľden umschlie√üt der Indische Ozean das Staatsgebiet. Indien grenzt an Pakistan, das chinesische Autonome Gebiet Tibet, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Weitere Nachbarstaaten im Indischen Ozean sind Sri Lanka und die Malediven. Hinsichtlich seiner Landesfl√§che ist Indien das siebtgr√∂√üte Land der Erde.

Das Gebiet Indiens ist mindestens seit der bronzezeitlichen Indus-Hochkultur zivilisiert. Der indische Staat ist mit √ľber 1,393 Milliarden Einwohnern (Mai 2020) nach der Volksrepublik China (1,4 Mrd. Ende 2018) das zweitbev√∂lkerungsreichste Land der Erde und somit die bev√∂lkerungsreichste Demokratie der Welt. Bei gleichbleibend hohem Bev√∂lkerungswachstum k√∂nnte Indien schon im Jahr 2022 China √ľberholen. Durch fortschreitende Modernisierung, Bildung, Wohlstand und Verst√§dterung sinkt die Geburtenrate jedoch seit Anfang der 1980er Jahre. Hauptstadt Indiens ist Neu-Delhi, Teil der Metropole Delhi; weitere Ballungsr√§ume sind Mumbai, Kalkutta, Chennai, Bengaluru, Hyderabad, Ahmedabad und Pune.

Die indische Gesellschaft wird trotz verfassungsm√§√üiger Religionsfreiheit vom religi√∂sen hierarchischen Kastensystem bestimmt. Die mit Abstand gr√∂√üte Religionsgruppe sind die Hindus, gefolgt von Muslimen, Christen und den historisch aus Indien stammenden Sikhs, Buddhisten und Jaina. Laut dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) erreicht Indien den Status ‚Äěmittlere menschliche Entwicklung‚Äú und lag im Jahr 2019 auf Rang 129¬†von 189¬†weltweit (im Vergleich VR China auf Rang 85). Wirtschaftlich gilt Indien als Schwellenland. Es geh√∂rt zu den O5- und BRICS-Staaten und der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenl√§nder (G20). Indien ist trotz seines niedrigen Pro-Kopf-Einkommens die drittgr√∂√üte bzw. f√ľnftgr√∂√üte Wirtschaftsmacht der Welt (kaufkraftbereinigt bzw. nominal) und war 2015 erstmals die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der G20-Gruppe.

Herkunft des Namens

Der Name Indien ist vom Strom Indus abgeleitet. Dessen Name geht wiederum √ľber Vermittlung des Altgriechischen (Indos) und Altpersischen (HinduŇ°) auf das Sanskrit-Wort sindhu mit der Bedeutung ‚ÄěFluss‚Äú zur√ľck. Die europ√§ischen Seefahrer bezeichneten ganz S√ľd- und S√ľdostasien als Indien. Davon zeugen noch Begriffe wie Inselindien (‚ÄěInsulinde‚Äú) und der Staatsname Indonesien. Auch die Bezeichnung Ostindien war zur Unterscheidung von den als Westindische Inseln bezeichneten Inseln der Karibik gebr√§uchlich, die Christoph Kolumbus auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien entdeckt hatte. In der Kolonialzeit reduzierte sich die Bezeichnung schrittweise bis auf die heutigen Gebiete von Indien, Pakistan und Bangladesch, um schlie√ülich bei der indischen Staatsgr√ľndung seine heutige Bedeutung anzunehmen.

Von der persischen Form Hind beziehungsweise Hindustan leiten sich auch die Bezeichnung Hindu und der Name der Sprache Hindi her. Der amtliche Name Indiens in den meisten Landessprachen (z.¬†B. Hindi BhńĀrat) stammt von der Sanskrit-Bezeichnung BhńĀrata ab, die ‚Äě(Land) des Bharata‚Äú bedeutet und auf einen mythischen Herrscher verweist.

Geografie und Landesnatur

Landschaftsgliederung

Indien ist mit 3.287.490 Quadratkilometern der siebtgr√∂√üte Staat der Erde. Er erstreckt sich in West-Ost-Richtung vom 68. bis zum 97. √∂stlichen L√§ngengrad √ľber rund 3000 Kilometer. Von Nord nach S√ľd, zwischen dem 8. und dem 37. Grad n√∂rdlicher Breite, betr√§gt die Ausdehnung rund 3200 Kilometer. Indien grenzt an sechs Staaten: Pakistan (2912 Kilometer), China (Autonomes Gebiet Tibet; 3380 Kilometer), Nepal (1690 Kilometer), Bhutan (605 Kilometer), Myanmar (1463 Kilometer) und Bangladesch (4053 Kilometer). Insgesamt betr√§gt die Grenzl√§nge somit 14.103 Kilometer. Da der n√∂rdliche Teil des umstrittenen Kaschmir seit 1949 unter pakistanischer Kontrolle steht (Waffenstillstand nach dem Kaschmir-Konflikt), hat Indien keine gemeinsame Grenze mit Afghanistan mehr. Die K√ľste des Landes ist rund 7000 Kilometer lang.

Die nat√ľrliche Grenze im Norden und Nordosten bildet der Himalaya, das h√∂chste Gebirge der Welt, das im √§u√üersten Nordwesten durch das Hochtal des Indus vom Karakorum und der diesem vorgelagerten Ladakh Range getrennt wird. S√ľdlich an den Himalaya schlie√üen sich die breiten, fruchtbaren Stromebenen der Fl√ľsse Ganges und Brahmaputra an. Im Westen geht das Stromland des Ganges in die W√ľste Thar √ľber, die im Osten und S√ľden vom Aravalligebirge begrenzt wird. S√ľdlich davon liegen die S√ľmpfe des Rann von Kachchh sowie die Halbinsel Kathiawar. Den Nordosten Indiens, einschlie√ülich der Brahmaputra-Ebene, verbindet nur ein schmaler Korridor zwischen Bangladesch und Nepal bzw. Bhutan mit dem √ľbrigen Land. Die Nordostregion wird durch das bis zu 3800¬†Meter hohe Patkai- oder Purvachalgebirge von Myanmar sowie die knapp 2000¬†Meter hohen Khasi-Berge von Bangladesch abgeschirmt.

Das Hochland von Dekkan nimmt den gr√∂√üten Teil der keilf√∂rmig in den Indischen Ozean vorragenden indischen Halbinsel ein. Das Vindhya- und das Satpuragebirge schirmen den Dekkan von der Gangesebene im Norden ab. Im Westen wird er von den bis zu 2700¬†Meter hohen Westghats, im Osten von den flacheren Ostghats begrenzt. Beide Gebirgsz√ľge treffen im S√ľden, wo die Halbinsel spitz zum Kap Komorin zul√§uft, zusammen. Die Westghats fallen steil zur Konkan- und Malabark√ľste entlang des Arabischen Meeres ab. Die Ostghats gehen in die breiteren √∂stlichen K√ľstenebenen am Golf von Bengalen √ľber.

Zu Indien geh√∂ren au√üerdem drei dem indischen Subkontinent vorgelagerte Inselgruppen. Rund 300¬†Kilometer westlich der Malabark√ľste liegen die Korallenatolle von Lakshadweep, das die Inselgruppen der Lakkadiven und Amindiven sowie die Insel Minicoy umfasst. S√ľd√∂stlich der Halbinsel, zwischen 1000 und¬†1600 Kilometer vom indischen Festland entfernt, erstrecken sich die Andamanen und Nikobaren, die zugleich die √∂stliche Grenze des Golfs von Bengalen markieren.

H√∂chster Punkt Indiens ist der Berg Kangchendz√∂nga mit 8586¬†Metern H√∂he. Er liegt im √§u√üersten Westen Sikkims; √ľber ihn verl√§uft die Grenze zu Nepal. Der h√∂chste vollst√§ndig auf indischem Gebiet liegende Berg ist die Nanda Devi mit 7822¬†Metern. Vor dem Beitritt des damaligen K√∂nigreichs Sikkim zur indischen Union im Jahr 1975 war dies auch der h√∂chste Berg Indiens. Der tiefste Punkt ist die zwei Meter unter dem Meeresspiegel gelegene Kuttanad-Senke an der Malabark√ľste.

Fl√ľsse und Seen

Alle gr√∂√üeren Fl√ľsse Indiens entspringen in einer der drei Hauptwasserscheiden des Subkontinents: im Himalaya, in den zentralindischen Vindhya- und Satpura-Bergen oder in den Westghats.

Indiens l√§ngster und bedeutendster Fluss ist der Ganges (Ganga), der im Himalaya entspringt. Seine l√§ngsten Nebenfl√ľsse sind die Yamuna und der Gomti; der Chambal ist ein Zufluss der Yamuna. Der Brahmaputra, dessen Oberlauf seinerseits den Himalaya vom Transhimalaya trennt und der das Land im Nordosten durchflie√üt, vereinigt sich mit dem Ganges und bildet vor der M√ľndung in den Golf von Bengalen ein gewaltiges Delta. An diesem hat Indien im Westen Anteil; der Gro√üteil des Gangesdeltas liegt auf dem Territorium des Nachbarstaates Bangladesch. Fast ein Drittel der Fl√§che Indiens geh√∂rt zum Einzugsgebiet von Ganges und Brahmaputra.

Im √§u√üersten Norden durchquert der Indus in S√ľdost-Nordwest-Richtung das Unionsterritorium Ladakh.

Das Hochland von Dekkan wird von mehreren gro√üen Fl√ľssen entw√§ssert. Die Narmada und der Tapti m√ľnden ins Arabische Meer, w√§hrend Godavari, Krishna, Mahanadi und Kaveri zum Golf von Bengalen flie√üen.

Trotz seiner Gr√∂√üe hat Indien nur wenige gro√üe nat√ľrliche Seen. Zwecks Bew√§sserung und Stromerzeugung wurden im ganzen Land teils riesige Stauseen angelegt. Die gr√∂√üten sind der Hirakud-Stausee (746¬†Quadratkilometer) in Odisha, der Gandhi-Stausee (648¬†Quadratkilometer) in Madhya Pradesh und der Govind-Ballabh-Pant-Stausee (465¬†Quadratkilometer) an der Grenze zwischen Uttar Pradesh und Chhattisgarh.

Geologie

Die Theorie der Kontinentalverschiebung besagt, dass Indien bis gegen Ende des Jura zum S√ľdkontinent Gondwana geh√∂rte. In der Kreidezeit riss es von der Kontinentalscholle der Antarktis ab und driftete in erdgeschichtlich extrem kurzen 50¬†Millionen Jahren quer durch den gesamten Tethys-Ozean gegen den S√ľden der Eurasischen Platte. Das Aufeinandertreffen der beiden Erdteile erfolgte vor gesch√§tzt etwa 43 bis 64 Millionen Jahren am Anfang des Pal√§ogens. In der resultierenden gemeinsamen ‚ÄěKnautschzone‚Äú dieser Krustenbewegungen wurden der Himalaya und benachbarte Gebirgssysteme aufgeschoben (Auffaltung der fr√ľheren Kontinentalr√§nder) und das Hochland von Tibet angehoben.

Obwohl einzelne Krustenteile sich inzwischen miteinander verschwei√üt haben, bewegt sich die Indische Platte bis heute nach Norden, so dass sich der Himalaya j√§hrlich um einige Millimeter hebt ‚Äď ebenso wie andere Faltengebirge der Erde, von denen er eines der j√ľngsten ist. Die ihm vorgelagerten Flussebenen entstanden durch Sedimentablagerungen im Pleistoz√§n. Vielf√§ltiger sind die Gesteinsformationen des Dekkan. Den Gro√üteil nehmen proterozoische Formationen im S√ľden und Osten, der in der Kreidezeit entstandene vulkanische Dekkan-Trapp im Westen und Nordwesten sowie ungeformte Kratone im Nordosten und Norden ein, die zu den √§ltesten Teilen der Erdkruste geh√∂ren.

Naturkatastrophen

Indien wird immer wieder von verschiedenen Naturkatastrophen heimgesucht, besonders √úberschwemmungen, die w√§hrend des Sommermonsuns durch extreme Niederschlagsmengen im ganzen Land auftreten k√∂nnen. W√§hrend der trockenen Jahreszeit oder bei Ausbleiben der Monsunregenf√§lle kommt es dagegen h√§ufig zu D√ľrren. Auch Zyklone und dadurch bedingte Flutwellen, vor allem an der Ostk√ľste, kosten oft viele Menschenleben und richten verheerende Sch√§den an. In einigen Gebieten besteht auch erh√∂hte Erdbebengefahr, namentlich im Himalaya, den Nordoststaaten, Westgujarat und der Region um Mumbai. Am 26. Dezember 2004 verursachte ein Seebeben im Indischen Ozean einen verheerenden Tsunami, der an der Ostk√ľste und auf den Andamanen und Nikobaren 7793¬†Menschenleben forderte und schwerste Verw√ľstungen anrichtete.

Klima

Mit Ausnahme der Bergregionen herrscht in Nord- und Zentralindien vornehmlich subtropisches Kontinentalklima, im S√ľden und in den K√ľstengebieten dagegen ein st√§rker maritim gepr√§gtes tropisches Klima. So treten im Norden im Jahresverlauf teils erhebliche Temperaturschwankungen auf. In den n√∂rdlichen Tiefebenen herrschen im Dezember und Januar 10 bis¬†15¬†¬įC; in der hei√üesten Zeit zwischen April und Juni sind H√∂chsttemperaturen von 40¬†bis √ľber 50¬†¬įC m√∂glich. Im S√ľden ist es dagegen ganzj√§hrig (relativ konstant) hei√ü.

Die Niederschlagsmengen werden im ganzen Land ma√ügeblich vom Indischen Monsun beeinflusst. Der S√ľdwest- oder Sommermonsun setzt in den meisten Landesteilen im Juni ein und bringt je nach Region bis September oder Oktober ergiebige Niederschl√§ge. Auf Grund der sehr unterschiedlichen Topographie ist die Niederschlagsverteilung h√∂chst ungleichm√§√üig. Die st√§rksten Regeng√ľsse gehen an der Westk√ľste, in den Westghats, an den H√§ngen des Himalayas und in Nordostindien nieder. Am trockensten ist es in der Thar. Die aus Zentralasien kommenden Nordost- oder Wintermonsunwinde zwischen Oktober und Juni bringen kaum Feuchtigkeit, daher gehen in den meisten Gegenden 80¬†bis √ľber 90¬†% der j√§hrlichen Gesamtniederschlagsmenge w√§hrend der Sommermonate nieder. Nur der S√ľdosten erh√§lt auch w√§hrend des Nordostmonsuns Regen, da die Luftstr√∂mungen √ľber dem Golf von Bengalen Feuchtigkeit aufnehmen.

Vegetation

Der Gr√∂√üe des Landes und den verschiedenen klimatischen Bedingungen in den einzelnen Landesteilen entsprechend weist Indien eine gro√üe Landschaftsvielfalt auf. Dabei reicht die Pflanzenwelt Indiens von Hochgebirgsvegetation im Himalaya bis zu tropischen Regenw√§ldern im S√ľden. Weite Teile der urspr√ľnglichen Vegetationsdecke sind heute zerst√∂rt, stattdessen ist Indien √ľberwiegend durch Kulturlandschaften gepr√§gt. Nur noch etwa ein F√ľnftel des Landes ist bewaldet, wobei offizielle Angaben hierzu schwanken und auch degradierte Gebiete sowie offene W√§lder mit einbeziehen. F√ľr das Jahr 2015 wird eine Waldfl√§che von 701.700 km¬≤ angegeben: 21,3¬†% der Landesfl√§che (3.287.300 km¬≤). 2001 betrugen die Werte noch 768.400 km¬≤ und 23,4¬†% ‚Äď in 14¬†Jahren schrumpfte Indiens Waldfl√§che um 9,5¬†%.

In den tieferen Lagen des Himalayas erstrecken sich noch ausgedehnte W√§lder. Da die Niederschl√§ge an den H√§ngen des Gebirges von Ost nach West abnehmen, finden sich im Osthimalaya immergr√ľne subtropische und gem√§√üigte Feucht- und Regenw√§lder, die nach Westen hin lichter und trockener werden. Laubw√§lder mit Eichen und Kastanien herrschen vor; charakteristisch f√ľr den Osthimalaya sind Rhododendren. In h√∂heren Lagen dominieren Nadelb√§ume, insbesondere Zedern und Kiefern. Die steppen- und w√ľstenartigen Hocht√§ler in Ladakh und anderen Teilen des westlichen Innerhimalayas gehen in das trockene Hochland von Tibet √ľber. Die Vegetationsgrenze liegt bei etwa 5000 Metern.

Der schwer zug√§ngliche Nordosten ist teils noch dicht bewaldet. Besonders hohe Niederschlagsmengen erm√∂glichen dort halbimmergr√ľne Feuchtw√§lder.

Der weitaus gr√∂√üte Teil der Gangesebene, des Dekkans und der angrenzenden Randgebirge war fr√ľher von Monsunw√§ldern bedeckt; heute gibt es davon nur noch Reste, zumeist in Bergregionen. Die landwirtschaftlich intensiv genutzten Ebenen sind dagegen praktisch waldfrei. Monsunw√§lder werfen w√§hrend der Trockenperioden Laub ab. Je nach Niederschlagsmenge und L√§nge der Trockenperiode unterscheidet man zwischen Feucht- und Trockenw√§ldern. W√§lder, die zwischen 1500 und 2000¬†Millimeter Jahresniederschlag erhalten, werden in der Regel als laubabwerfende Feuchtw√§lder bezeichnet. Sie herrschen im nord√∂stlichen Dekkan, Odisha und Westbengalen sowie im Lee der Westghats vor. Bei Niederschl√§gen zwischen 1000 und 1500¬†Millimetern im Jahr spricht man von laubabwerfenden Trockenw√§ldern; diese dominieren in Indien. Wegen der d√ľnneren Baumkronen haben Monsunw√§lder ein dichtes Unterholz. Die charakteristische Baumart des Nordens ist der Sal (Shorea robusta), im zentralen und westlichen Dekkanhochland ist es der Teakbaum (Tectona grandis) und den S√ľden der Halbinsel pr√§gen Sandelholzb√§ume (Santalum album). Bambusarten sind weit verbreitet.

In den trockeneren Teilen Indiens, wie Rajasthan, Gujarat, dem Westrand des Gangestieflandes oder dem zentralen Dekkan, wachsen die insbesondere medizinisch genutzten, endemischen Niemb√§ume. Im ariden Klima haben sich offene Dornw√§lder ausgebildet, die in der W√ľste Thar in Halbw√ľstenvegetation mit vereinzelten Dornb√ľschen √ľbergehen.

In den feuchten Westghats gibt es noch relativ gro√üe zusammenh√§ngende Teile der urspr√ľnglichen, immergr√ľnen oder halbimmergr√ľnen Feuchtw√§lder. Sie sind durch die f√ľr tropische Regenw√§lder typische Stockwerkgliederung gepr√§gt. Einige der hoch wachsenden Baumarten des obersten Stockwerkes werfen jahreszeitbedingt ihr Laub ab, darunter wachsende Arten sind dagegen immergr√ľn. Aufsitzerpflanzen wie Orchideen und Farne kommen in gro√üer Vielfalt vor.

Mangroven, salzwasserresistente Gezeitenw√§lder, sind nur an der Ostk√ľste Indiens verbreitet. Die Sundarbans im Ganges-Brahmaputra-Delta weisen die dichtesten Mangrovenbest√§nde des Landes auf. Weitere Gezeitenw√§lder befinden sich in den M√ľndungsdeltas von Mahanadi, Godavari und Krishna.

Tierwelt

Dank seiner Landschaftsvielfalt findet man in Indien eine √§u√üerst artenreiche Tierwelt vor. Man sch√§tzt, dass etwa 350 S√§ugetier-, 1200 Vogel-, 400 Reptilien- und 200 Amphibienarten dort heimisch sind. Viele Arten kommen allerdings nur noch in R√ľckzugsgebieten wie W√§ldern, S√ľmpfen, Berg- und H√ľgell√§ndern vor. In indischen Gew√§ssern leben zudem mehr als 2500 Fischarten.

Indiens gr√∂√üte S√§ugetierart ist der Indische Elefant, der neben dem K√∂nigstiger wohl auch am bekanntesten ist. Der Tiger war lange Zeit vom Aussterben bedroht, durch Einrichtung von Tigerschutzgebieten konnten sich die Best√§nde aber wieder erholen. Dennoch gibt es nur wenige tausend Exemplare in freier Wildbahn. Au√üer dem Tiger leben noch andere Gro√ükatzen in Indien, darunter Leoparden und L√∂wen. Letztere sind ausschlie√ülich im Gir-Nationalpark in Gujarat, dem letzten R√ľckzugsgebiet des Asiatischen L√∂wen, anzutreffen. Der seltene Schneeleopard bewohnt die hohen Gebirgsregionen des Himalaya. Die bekannteste und weitverbreitetste der kleineren Raubtierarten ist der Mungo.

Das Panzernashorn lebt nur noch in Sumpf- und Dschungelgebieten in Assam, vor allem im Kaziranga-Nationalpark.

Weit verbreitet sind dagegen Paarhufer. Dazu geh√∂ren unter anderem Wildschweine, Muntjaks, Sambars, Axishirsche, Schweinshirsche, Barasinghas, Wasserb√ľffel, Gaur sowie mehrere Antilopenarten.

Die Pferdeartigen sind durch den Kiang im Himalaya und den Khur, eine Unterart des Asiatischen Esels, in der Halbw√ľste von Gujarat vertreten.

Auch Affen sind in Indien h√§ufig anzutreffen. Rhesusaffen gelten den Hindus als heilig, d√ľrfen nicht bel√§stigt werden und haben sich daher sogar in St√§dten ausgebreitet. Im S√ľden des Landes wird der vom etwas kleineren Indischen Hutaffen ersetzt. Die in ganz Indien verbreiteten Hanuman-Languren werden ebenfalls als heilig erachtet. Daneben gibt es weitere Langurenarten sowie Makaken.

In den Trockengebieten des Nordwestens leben noch einige indische Halbesel, die sich vor allem im Dhrangadhra-Wildreservat im Kleinen Rann von Kachchh aufhalten. Im feuchten Osten des Landes leben dagegen Arten des tropischen Regenwaldes, wie Wei√übrauengibbons und Nebelparder. Weiterhin erw√§hnenswerte S√§ugetiere sind die Rothunde, Streifenhy√§nen, Bengalf√ľchse, die haupts√§chlich Graslandschaften bewohnen, und die dichte W√§lder bevorzugenden Lippenb√§ren. Im Ganges, Brahmaputra und deren Nebenfl√ľssen findet sich gelegentlich noch der Gangesdelfin.

Indiens Vogelwelt ist mit √ľber 1200 einheimischen Arten ‚Ästmehr als in ganz Europa¬†‚Äď √ľberaus vielf√§ltig. Dazu kommen im Winter unz√§hlige Zugv√∂gel aus Nordasien. Der Pfau gilt als Nationalvogel und ist weit verbreitet. H√§ufig sind auch Tauben, Kr√§hen, Weberv√∂gel, Spechte, Pittas, Drongos, Sittiche, Nektarv√∂gel und Pirole. In Feuchtgebieten leben St√∂rche, Reiher, Kraniche, Ibisse und Eisv√∂gel. Unter den Greifv√∂geln waren Schmutz- und Bengalgeier am verbreitetsten. W√§hrend letzterer in den 1980er Jahren noch allgegenw√§rtig war, ist er jedoch zusammen mit zwei nah verwandten Arten unabsichtlich durch ein Veterin√§rmedikament fast vollst√§ndig ausgerottet worden.

Etwa die H√§lfte aller in Indien heimischen Reptilienarten sind Schlangen wie die Brillenschlange, die K√∂nigskobra und der Tigerpython. In Feuchtgebieten findet man aber auch Sumpfkrokodile. Sehr selten ist der scheue, fischfressende Gangesgavial. Eine Besonderheit ist das Vorkommen von Cham√§leons im s√ľdlichen Indien und Sri Lanka, die ansonsten in S√ľdasien fehlen.

Natur und Umweltschutz

Mit einer sehr gro√üen Artenvielfalt und Biodiversit√§t (insbesondere in einem schmalen Streifen an der feuchttropischen S√ľdwestk√ľste), ausgesprochen vielen endemischen Arten, Gattungen und Familien von Pflanzen und Tieren sowie vielf√§ltigen √Ėkosystemen wird Indien zu den Megadiversit√§tsl√§ndern dieser Erde gerechnet. Zudem werden aufgrund der gro√üen Gef√§hrdungslage die Regenw√§lder der Westghats als Biodiversit√§ts-Hotspot gef√ľhrt.

Indien verf√ľgt √ľber eine umfangreiche Umweltschutzgesetzgebung, die aber in vielen F√§llen nur mangelhaft umgesetzt wird. Knapp 5¬†% der Landesfl√§che sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen, deren Zahl sich auf fast 600 bel√§uft, darunter 92 Nationalparks.

Wasserknappheit ist eines der gr√∂√üten Umweltprobleme Indiens. Staud√§mme und k√ľnstliche Bew√§sserungssysteme sollen die Wasserversorgung in trockenen Gebieten sicherstellen. √úberm√§√üige Bew√§sserung ist einer der Hauptgr√ľnde f√ľr die vielerorts sinkenden Grundwasserspiegel; zudem sind sch√§tzungsweise 60¬†% der landwirtschaftlichen Nutzfl√§chen von Bodenerosion, Versalzung oder Vern√§ssung betroffen. Dar√ľber hinaus wird abgeholzt, √ľberm√§√üig bew√§ssert und ged√ľngt.

Die Wasser- und Sanit√§rversorgung in Indien hat sich seit den 1980er Jahren drastisch verbessert. W√§hrend nahezu die gesamte Bev√∂lkerung Indiens heute Zugang zu Toiletten hat, haben dennoch viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser und Abwasserinfrastruktur. Verschiedene Regierungsprogramme auf nationaler, bundesstaatlicher und kommunaler Ebene haben zu einer raschen Verbesserung der Sanit√§rversorgung und der Trinkwasserversorgung gef√ľhrt. Einige dieser Programme laufen noch.

Verschmutztes und verseuchtes Wasser tr√§gt wesentlich zur Entstehung und Verbreitung von Infektionskrankheiten bei. NGOs wie die Water Literacy Foundation und staatliche Stellen wie das Ministry of Drinking Water and Sanitation bem√ľhen sich um eine Verbesserung der Situation. 1980 wurde der Abdeckungsgrad der l√§ndlichen Abwasserentsorgung auf 1¬†% gesch√§tzt, dieser erreichte 2018 95¬†%. Der Anteil der Inder mit Zugang zu verbesserten Wasserquellen ist von 72¬†% im Jahr 1990 auf 88¬†% im Jahr 2008 erheblich gestiegen.

Gleichzeitig werden lokale Regierungsinstitutionen, die mit der Bereitstellung von Trinkwasser und sanit√§ren Einrichtungen beauftragt sind, als schwach angesehen und verf√ľgen nicht √ľber die finanziellen Mittel, um ihre Aufgaben zu erf√ľllen. Dar√ľber hinaus verf√ľgen nur zwei indische St√§dte √ľber eine kontinuierliche Wasserversorgung und nach einer Sch√§tzung aus dem Jahr 2018 haben noch immer etwa 8¬†% der Inder keinen Zugang zu verbesserten sanit√§ren Einrichtungen.

Die Luftverschmutzung ist insbesondere in den indischen Metropolen sehr hoch. Fabrikanlagen, Kleinindustrie, Kraftwerke (darunter zahlreiche Kohlekraftwerke), Verkehr und private Haushalte emittieren zahlreiche Luftschadstoffe, unter anderem gro√üe Mengen an Feinstaub. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation war Delhi im Jahr 2014 in Hinsicht auf Luftqualit√§t die schmutzigste Stadt der Welt. Kalkutta war 1984 die erste Stadt, die ein U-Bahn-Netz in Betrieb nahm, 2002 folgte Delhi. Mumbai und Chennai haben ein vergleichsweise gut ausgebautes Zugnetz. LKWs, Busse, √ľber 5.000 Diesellokomotiven, Autorikshas, private PKWs, Motorr√§der und Mopeds tragen zur Luftverschmutzung bei. Die Zahl der PKW pro 1000 Einwohner gilt als sehr gering. Die CO2-Emission hat in der Vergangenheit stark zugenommen; Ursachen waren unter anderem das Bev√∂lkerungswachstum, die fortschreitende Industrialisierung und zunehmender Verkehr. Indien galt 2015 als das Land mit den drittgr√∂√üten Treibhausgas-Emissionen weltweit; es emittierte pro Kopf 1,6 Tonnen. Indien unterzeichnete am 2. Oktober 2016 das √úbereinkommen von Paris.

Die unzureichenden technischen Anlagen in Fabriken f√ľhren oft zu Beeintr√§chtigungen oder vermeidbaren Emissionen. In Bhopal traten 1984 in der Pestizid-Fabrik der amerikanischen Union Carbide (UCC) hochgiftige Gase aus (Katastrophe von Bhopal). Innerhalb von Tagen starben 7000 Menschen, 15.000 weitere starben an Sp√§tfolgen, Tausende erlitten chronische Gesundheitssch√§den.

Schutzgebiete

Indienweit gibt es im M√§rz 2019 insgesamt 868 Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz (PA: Protected Areas), mit einem Anteil von 5¬†% an Indiens geografischer Gesamtfl√§che von 3.287.000 Quadratkilometern (inklusive der von Indien verwalteten Teile von Kaschmir) ‚Äď ein Zuwachs von 11.000 km¬≤ oder 0,35¬†% seit 2009:

Geschichte

Vorgeschichte und klassisches Zeitalter

Die Industal-Zivilisation, gr√∂√ütenteils im heutigen Pakistan gelegen, war eine der fr√ľhen Hochkulturen der Welt, mit einer eigenen Schrift, der bisher nicht entzifferten Indus-Schrift. Um etwa 2500 v.¬†Chr. existierten dort geplante St√§dte wie Harappa, mit einer Kanalisation, Seeh√§fen und B√§dern, w√§hrend angenommen wird, dass in S√ľdindien noch weniger entwickelte Verh√§ltnisse herrschten. Weiter √∂stlich machen sich andere arch√§ologische Komplexe bemerkbar wie die so genannte Kupfer-Hort-Kultur. Ab 1700 v.¬†Chr. setzte aus bislang unbekannten Gr√ľnden der Zerfall der Indus-Kultur ein.

Eine f√ľr die weitere Entwicklung Indiens sehr wichtige Periode war die vedische Zeit (etwa 1500 bis 500 v.¬†Chr.), in der die Grundlagen der heutigen Kultur geschaffen wurden. √úber die politische Entwicklung ist weitaus weniger bekannt als √ľber die religi√∂se und philosophische Entwicklung. Gegen Ende der vedischen Zeit wurden die Upanishaden geschaffen, die in vielerlei Hinsicht die Basis der in Indien entstandenen Religionen Hinduismus, Buddhismus und Jainismus bilden. In diese Zeit fallen die Urbanisierung in der Gangesebene und der Aufstieg regionaler K√∂nigreiche wie Magadha.

Ab dem 6.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. entfaltete sich der Buddhismus, der rund 500 Jahre lang neben dem Hinduismus die ma√ügebliche Geistesstr√∂mung Indiens darstellte. Im 4.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. entstand mit dem Maurya-Reich erstmals ein indisches Gro√üreich, das unter Ashoka fast den gesamten Subkontinent beherrschte. Ashoka wandte sich nach zahlreichen Eroberungsz√ľgen dem Buddhismus zu, den er im eigenen Land und bis nach Sri Lanka, S√ľdostasien und im Mittleren Osten zu verbreiten suchte. Im 3. Jahrhundert v. Chr. bl√ľhten die Prakrit-Literatur und die tamilische Sangam-Literatur im s√ľdlichen Indien auf. W√§hrend dieser Zeit herrschten im s√ľdlichen Indien die drei tamilischen Dynastien Chola, Pandya und Chera. Nach dem Tod von Ashoka zerfiel das Maurya-Reich allm√§hlich erneut in zahllose Kleinstaaten, die erst im 4.¬†Jahrhundert n.¬†Chr. von den Gupta wieder zu einem Gro√üreich in Nordindien geeint werden konnten, deren Reich im fr√ľhen 6. Jahrhundert auch infolge der Angriffe der Hunas unterging. Mit dem Buddhismus √ľbte Indien einen wesentlichen kulturellen Einfluss auf den gesamten Bereich von Zentral- und Ostasien aus. Die Ausbreitung des Hinduismus und Buddhismus √ľber Indochina bis in das heutige Indonesien pr√§gte Geschichte und Kultur dieser L√§nder. Als letzter gro√üer F√∂rderer des Buddhismus in Indien gilt Harshavardhana, dessen Herrschaft im Nordindien des 7.¬†Jahrhunderts den √úbergang zum indischen Mittelalter markiert.

Indisches Mittelalter und Mogulzeit

Arabische Eroberungsz√ľge im 8.¬†Jahrhundert brachten den Islam nach Nordwestindien. Als die Araber versuchten, nach Gujarat und dar√ľber hinaus vorzudringen, wurden sie vom indischen K√∂nig Vikramaditya II der westlichen Chalukya-Dynastie besiegt. Vom 8. Jahrhundert bis zum 10. Jahrhundert herrschten die drei Dynastien Rashtrakuta, Pala und Pratihara √ľber einen gro√üen Teil Indiens und k√§mpften untereinander um die Vorherrschaft in Nordindien. Im S√ľden Indiens herrschten die Chola-Dynastie und die Chalukya-Dynastie vom 10. Jahrhundert bis zum 12. Jahrhundert. Zu einer Dominanz muslimischer Staaten im Norden sowie zur Islamisierung gr√∂√üerer Teile der dortigen Bev√∂lkerung kam es jedoch erst mit den Invasionen zentralasiatischer islamischer M√§chte ab dem 12.¬†Jahrhundert. Das Sultanat von Delhi weitete seine Macht sogar kurzzeitig auf den S√ľden aus, dennoch blieb sein kultureller Einfluss auf den Norden begrenzt. Der Mongoleneinfall des Jahres 1398 schw√§chte das Sultanat, so dass die hinduistischen Regionalreiche wiedererstarkten. Erholen konnten sich die muslimischen Herrscher erst im 16.¬†Jahrhundert mit der Gr√ľndung des Mogulreiches, das f√ľr rund 200 Jahre zur bestimmenden Kraft des Nordens wurde und noch bis 1857 Bestand hatte. Herausragende Herrscher wie Akbar I., Jahangir, Shah Jahan und Aurangzeb dehnten nicht nur die Grenzen des Reiches bis auf den Dekkan aus, sondern schufen auch ein funktionierendes Verwaltungs- und Staatswesen und f√∂rderten die K√ľnste. Auch die philosophische Bildung war hoch und ging von den konkurrierenden Schulen in Delhi und Lucknow aus. W√§hrend man in Delhi besonders eine R√ľckkehr zu den fr√ľhislamischen Lehren forderte, wurde in Lucknow Logik, Recht und Philosophie, insbesondere der Aristotelismus, gelehrt. Hinduistische K√∂nigt√ľmer gab es w√§hrend ihrer Zeit nur noch in S√ľdindien, etwa in Vijayanagar. Im sp√§ten 17. Jahrhundert wurde das hinduistische Maratha-Reich gegr√ľndet, das im 18. Jahrhundert das Mogulreich √ľberrannte und einen gro√üen Teil Nordindiens eroberte. Geschw√§cht von den Angriffen der Marathen, war das Reich nach Aurangzebs Tod erheblich destabilisiert. Aus dem Niedergang der inneren Sicherheit und der schlechten Vernetzung von Zentrum und Provinzen resultierte eine politische Dezentralisierung, welche wiederum einherging mit √∂konomischer Umorientierung. Regionale M√§rkte wurden gest√§rkt und eine neue soziale Gruppe aus erfolgreichen H√§ndlern entstand. Durch sie wurde Indien auch intellektuell umgepr√§gt: Der Ruf nach sozialer Gleichheit wurde laut. Sie pflegten engen Kontakt mit Europa und standen in starkem Kontrast zu der hierarchisch-elit√§ren Erbaristokratie des Landes. Somit wurde das 18. Jahrhundert in Indien zu einer Zeit des Umbruchs, in der regionale Herrscher, europ√§ische Handelsm√§chte und der geschw√§chte Mogul um die Vorherrschaft √ľber das Land rangen.

Europäische Kolonialherrschaft und Unabhängigkeitsbewegung

Nachdem Vasco da Gama 1498 den Seeweg nach Indien entdeckt hatte und so der lukrative Indienhandel f√ľr Europ√§er zug√§nglich wurde, begann Portugal ab 1505 kleinere K√ľstenst√ľtzpunkte zur Kontrolle der Handelsrouten zu erobern bzw. zu errichten (vgl. Portugiesisch-Indien). Im 17. Jahrhundert engagierten sich auch andere europ√§ische M√§chte in Indien, von denen sich die Briten am Ende durchsetzen konnten. Von 1756 an unterwarf die britische Ostindien-Kompanie (British East India Company) von ihren Hafenst√ľtzpunkten Calcutta (heute: Kolkata), Madras (heute: Chennai) und Bombay (heute: Mumbai) aus weite Teile Indiens. Der vorher bestehende Einfluss der europ√§ischen Kolonialm√§chte Portugal, Niederlande und Frankreich wurde von ihr weitgehend beseitigt. Loyale F√ľrsten behielten Staaten mit begrenzter Souver√§nit√§t wie Hyderabad, Bhopal, Mysore oder Kaschmir. 1857/58 erhoben sich Teile der Bev√∂lkerung Nordindiens im Sepoy-Aufstand gegen die Herrschaft der Ostindien-Kompanie. Nach der Niederwerfung des Aufstandes wurde diese aufgel√∂st und Indien der direkten Kontrolle durch Gro√übritannien unterstellt. Die britischen Monarchen trugen ab 1877 (bis 1947) zus√§tzlich den Titel Empress of India bzw. Emperor of India (Kaiser(in) von Indien).

1885 wurde in Bombay der Indian National Congress (Kongresspartei) gegr√ľndet. Er forderte zun√§chst nicht die Unabh√§ngigkeit Indiens, sondern lediglich mehr politische Mitspracherechte f√ľr die einheimische Bev√∂lkerung. Seine Mitglieder waren vorwiegend Hindus und Parsen. Die muslimische Oberschicht blieb auf Abstand, da ihr Wortf√ľhrer Sayyid Ahmad Khan bef√ľrchtete, dass sie durch Einf√ľhrung des Mehrheitsprinzips aus der Verwaltung gedr√§ngt w√ľrden. Stattdessen wurde 1906 die Muslimliga als Interessenvertretung der Muslime gegr√ľndet.

Die weitestgehende Aufteilung der Politik in religi√∂se Gruppen lag vor allem darin begr√ľndet, dass sich im 19. und 20. Jahrhundert aus unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften mit flie√üenden √úberg√§ngen einheitliche Religionen (Hinduismus, Islam, ‚Ķ) mit bestimmten Inhalten und festen Abgrenzungen nach au√üen entwickelten. Auf der Suche nach einer einenden Idee in einer Kolonie mit vielen verschiedenen V√∂lkern bot sich der Glaube als verbindende (schon immer existierende) Instanz an. Trotzdem gab es nicht ausschlie√ülich religi√∂sen Nationalismus, und auch dieser konnte in seinem Absolutheitsanspruch sehr unterschiedlich sein.

Im Ersten Weltkrieg verhielt sich die gro√üe Mehrheit der Bev√∂lkerung loyal. Aus Ver√§rgerung dar√ľber, dass die Briten an der Aufteilung des Osmanischen Reiches beteiligt waren, schlossen sich nun auch viele Muslime der Unabh√§ngigkeitsbewegung an.

Am Zweiten Weltkrieg nahm Indien mit einer zun√§chst 200.000 Mann starken Freiwilligenarmee, die im Laufe des Krieges auf √ľber zwei Millionen Soldaten anwuchs, auf Seiten Gro√übritanniens teil. Bei Kriegsende waren mehr als 24.000 indische Soldaten gefallen, √ľber 11.000 vermisst und zwei Millionen Menschen verhungert (siehe Hungersnot in Bengalen 1943). Auf der anderen Seite gab es aber auch Bestrebungen, vor allem vorangetrieben durch Subhash Chandra Bose, mit einer indischen Freiwilligenarmee im B√ľndnis mit den Achsenm√§chten gegen die britische Kolonialmacht die Freiheit Indiens zu erk√§mpfen.

Der gewaltfreie Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft, vor allem unter Mohandas Karamchand Gandhi und Jawaharlal Nehru, f√ľhrte 1947 zur Unabh√§ngigkeit. Gleichzeitig verf√ľgte die Kolonialmacht die Teilung der fast den gesamten indischen Subkontinent umfassenden Kolonie Britisch-Indien in zwei Staaten, die s√§kulare Indische Union sowie die kleinere Islamische Republik Pakistan. Die Briten erf√ľllten damit die seit den 1930er Jahren lauter werdenden Forderungen der Muslimliga und ihres F√ľhrers Muhammad Ali Jinnah nach einem eigenen Nationalstaat mit muslimischer Bev√∂lkerungsmehrheit.

Entwicklungen seit der Unabhängigkeit

Die Teilung f√ľhrte zu einer der gr√∂√üten Vertreibungs- und Fluchtbewegungen der Geschichte. Ungef√§hr 10 Millionen Hindus und Sikhs wurden aus Pakistan vertrieben, etwa 7 Millionen Muslime aus Indien. 750.000 bis eine Million Menschen kamen ums Leben.

Die durch Schutzvertr√§ge an die Briten gebundenen F√ľrstenstaaten hatten schon vor der Unabh√§ngigkeit ihren Beitritt zur Indischen Union erkl√§rt. Lediglich zwei standen dem Eingliederungsprozess der F√ľrstent√ľmer ernsthaft im Weg. Der muslimische Herrscher des fast ausschlie√ülich hinduistischen Hyderabad wurde durch einen Einmarsch indischer Truppen zu Fall gebracht. In Kaschmir verz√∂gerte der Maharadscha, selbst Hindu bei √ľberwiegend muslimischer Bev√∂lkerung, seine Entscheidung. Nachdem muslimische K√§mpfer in sein Land eingedrungen waren, entschied er sich schlie√ülich doch zum Beitritt zu Indien, welches daraufhin den gr√∂√üten Teil des ehemaligen F√ľrstentums besetzte. Pakistan betrachtete den Beitritt als unrechtm√§√üig, was zum Ersten Indisch-Pakistanischen Krieg um Kaschmir (1947 bis 1949) f√ľhrte. Seitdem schwelt in der Grenzregion der Kaschmir-Konflikt, der 1965 auch den Zweiten Indisch-Pakistanischen Krieg und 1999 den Kargil-Krieg zur Folge hatte.

Am 26. November 1949 trat Indien dem Commonwealth of Nations bei und am 26. Januar 1950 trat die vor allem von Bhimrao Ambedkar ausgearbeitete Verfassung in Kraft, durch die Indien zur Republik wurde. Grenzstreitigkeiten f√ľhrten 1962 zu einem kurzen Krieg mit der Volksrepublik China, dem sogenannten Indisch-Chinesischen Grenzkrieg. Die indische Unterst√ľtzung einer Unabh√§ngigkeitsbewegung im damaligen Ostpakistan f√ľhrte 1971 zu einem dritten Krieg Indiens gegen Pakistan mit folgender Teilung Pakistans und Gr√ľndung des neuen, ebenfalls islamisch gepr√§gten Staates Bangladesch.

Innenpolitisch bestimmte unter Jawaharlal Nehru, Premierminister 1947 bis 1964, und danach noch bis Anfang der 1970er Jahre die Kongresspartei √ľberlegen die junge, unabh√§ngige Demokratie. Oppositionsparteien konnten bestenfalls auf Bundesstaaten- oder kommunaler Ebene ihren Einfluss geltend machen. Erst als Nehrus Tochter Indira Gandhi, die 1966 Premierministerin wurde, die Partei zentralisierte und ihre eigene Machtposition auszubauen versuchte, gelang es der Opposition, sich auf Bundesebene zu formieren. Ein Gericht in Allahabad befand Gandhi 1975 einiger Unregelm√§√üigkeiten bei den Wahlen des Jahres 1971 f√ľr schuldig. Anstatt den R√ľcktrittsforderungen ihrer politischen Gegner zu folgen, rief sie den Notstand aus und regierte bis 1977 per Dekret. Demokratische Grundrechte wie Presse- und Versammlungsfreiheit waren stark eingeschr√§nkt. Die zunehmende Unzufriedenheit der Bev√∂lkerung mit dem de facto diktatorischen Regime √§u√üerte sich 1977 in einer deutlichen Wahlniederlage Indira Gandhis. Zwischen 1977 und 1979 stellte daher erstmals nicht die Kongresspartei, sondern eine Koalition unter F√ľhrung der Janata Party die Regierung Indiens.

In den Wahlen von 1980 gelang es Indira Gandhi, an die Macht zur√ľckzukehren. In ihre zweite Amtsperiode f√§llt die Zuspitzung des Konflikts im Punjab, wo sikhistische Separatisten einen eigenen Staat forderten. Als sich militante Sikhs im Goldenen Tempel in Amritsar verschanzten, ordnete Indira Gandhi 1984 die Operation Blue Star an. Indische Truppen st√ľrmten den Tempel und beendeten dessen Besetzung. Daraufhin kam es zu blutigen Ausschreitungen, die in der Ermordung Indira Gandhis durch ihre Sikh-Leibw√§chter gipfelten. Ihr Sohn Rajiv Gandhi √ľbernahm die Regierungsgesch√§fte, war aber nicht in der Lage, die von ihm geplanten Reformvorhaben wirkungsvoll umzusetzen. Ein Bestechungsskandal im Zusammenhang mit dem schwedischen R√ľstungskonzern Bofors sch√§digte sein Ansehen schlie√ülich derma√üen, dass die Opposition 1989 einen klaren Sieg √ľber Gandhis Kongresspartei erringen konnte. Nach zweij√§hriger Unterbrechung gelangte sie von 1991 bis 1996 jedoch erneut an die Macht. Die Regierung von P. V. Narasimha Rao leitete die wirtschaftliche √Ėffnung und au√üenpolitische Neuorientierung des seit Nehru sozialistisch ausgerichteten Landes ein. Zum Reformprogramm geh√∂rten unter anderem die Privatisierung von Staatsbetrieben, die Aufhebung von Handelsbeschr√§nkungen, die Beseitigung b√ľrokratischer Investitionshemmnisse und Steuersenkungen. Die Wirtschaftsreformen wurden von sp√§teren Regierungen fortgef√ľhrt.

Seit den 1980er Jahren verzeichnet der Hindu-Nationalismus einen deutlichen Aufschwung. Die Auseinandersetzung um die anstelle eines bedeutenden Hindutempels errichtete Babri-Moschee in Ayodhya (Uttar Pradesh) entwickelte sich zu einer der bestimmenden innenpolitischen Streitfragen. 1992 zerst√∂rten hinduistische Extremisten das muslimische Gotteshaus, was zu schweren Ausschreitungen in weiten Teilen des Landes f√ľhrte. Der politische Arm der Hindu-Nationalisten, die Bharatiya Janata Party (BJP), f√ľhrte zwischen 1998 und 2004 eine Regierungskoalition an und stellte mit Atal Bihari Vajpayee den Regierungschef. 2004 unterlag sie jedoch √ľberraschend der neu aufgestellten Kongresspartei unter Sonia Gandhi. Die Witwe des 1991 w√§hrend des Wahlkampfes ermordeten Rajiv Gandhi verzichtete nach Protesten der Opposition wegen ihrer italienischen Abstammung auf das Amt als Premierministerin. Stattdessen √ľbernahm Manmohan Singh diese Stellung, der als Finanzminister unter Rao die wirtschaftliche Liberalisierung Indiens wesentlich mitgestaltet hatte. Bei der Wahl 2009 konnte die Kongresspartei ihre Mehrheit noch ausbauen und Singh blieb bis 2014 Premierminister. Bei der Wahl 2014 erreichte die oppositionelle BJP einen erdrutschartigen Sieg und ihr Spitzenkandidat Narendra Modi wurde zum Ministerpr√§sidenten gew√§hlt.

Heute sind die fundamentalen Probleme Indiens trotz des deutlichen wirtschaftlichen Aufschwungs noch immer die ausgedehnte Armut als auch die starke √úberbev√∂lkerung, die zunehmende Umweltverschmutzung sowie ethnische und religi√∂se Konflikte zwischen Hindus und Muslimen. Dazu tritt der fortdauernde Streit mit Pakistan um die Region Kaschmir. Besondere Brisanz erh√§lt der indisch-pakistanische Gegensatz durch die Tatsache, dass beide Staaten Atomm√§chte sind. Indien hatte 1974 erstmals einen Atomwaffentest durchgef√ľhrt. Auf weitere Kernwaffenversuche im Jahre 1998 reagierte Pakistan mit eigenen Atomwaffentests.

In den letzten Jahren war eine Annäherung zwischen Indien und Pakistan zu bemerken. So fanden Gefangenenaustausche statt und wurden Verbindungen in der Kaschmirregion geöffnet.

Terrorismus und ethnische Konflikte

Seit 1986 k√§mpfen verschiedene Gruppierungen im mehrheitlich muslimischen Kaschmir mit gewaltsamen Mitteln f√ľr die Unabh√§ngigkeit ihrer Region oder den Anschluss an Pakistan (Kaschmir-Konflikt). Immer wieder werden in der Region Anschl√§ge auf Einrichtungen des indischen Staates, so im Oktober 2001 auf das Regionalparlament von Jammu und Kashmir in Srinagar, auf die in Kaschmir stationierten Streitkr√§fte oder gegen hinduistische Dorfbewohner und Pilger ver√ľbt.

Doch nicht nur in Kaschmir, sondern auch in anderen Teilen Indiens kam es wiederholt zu terroristischen Anschl√§gen, die kaschmirischen Separatisten oder islamistischen Terrororganisationen wie Laschkar-e Taiba zugeschrieben wurden. Die bisher schlimmste Anschlagsserie fand am 12. M√§rz 1993 statt, als zehn Bombenexplosionen auf die B√∂rse und Hotels in Mumbai sowie Z√ľge und Tankstellen 257 Menschen t√∂teten und 713 Personen verletzten. Im Dezember 2001 st√ľrmten Islamisten das Parlament in Neu-Delhi, wobei 14 Menschen ums Leben kamen. 52 Tote gab es im August 2003, als zwei mit Sprengstoff beladene Taxis in Mumbai explodierten. Nach drei Bombenexplosionen auf M√§rkten in Neu-Delhi waren im Oktober 2005 62 Opfer zu beklagen. Im M√§rz 2006 starben bei einem Doppelanschlag auf den Bahnhof und einen Tempel in der Stadt Varanasi 20 Menschen. Bei Bombenanschl√§gen auf Z√ľge in Mumbai wurden im Juli 2006 rund 200 Menschen get√∂tet und mehr als 700 Personen verletzt. Am 18. Februar 2007 explodierten im ‚ÄěFreundschafts-Express‚Äú, der einzigen Zugverbindung zwischen Indien und Pakistan, 100 Kilometer n√∂rdlich von Delhi zwei Brandbomben. Dabei kamen mindestens 65 Menschen ums Leben.

Am 25. August 2007 kam es in Hyderabad zu zwei Bombenexplosionen, bei denen mindestens 42 Personen starben und viele weitere verletzt wurden. Eine dritte Bombe wurde gefunden und konnte entschärft werden. Welches Ziel der oder die Attentäter mit den Bombenanschlägen in gut besuchten Freizeitorten verfolgten, wurde zunächst nicht bekannt. (Hyderabad hat mit fast 40 % den höchsten muslimischen Bevölkerungsanteil der indischen Metropolen.)

Eine Serie von Bombenanschl√§gen ersch√ľtterte Indien 2008. Am 25. Juli explodierten zwei Bomben vor Polizeistationen und sechs weitere Bomben in Bengaluru (Bangalore). Innerhalb von 15¬†Minuten wurden bei den acht Bombenanschl√§gen zwei Menschen get√∂tet und sechs Menschen verletzt. Eine Explosionsserie von 16 Bomben innerhalb von 90 Minuten in der Millionenmetropole Ahmedabad im westindischen Bundesstaat Gujarat forderte am 26. Juli 2008 mindestens 130 Tote und √ľber 280 Verletzte. Eine mutma√ülich muslimische Terrorgruppe Indische Mudschaheddin, vermutlich eine Splittergruppe der radikal-islamischen Laschkar-e Taiba, bekannte sich zu den Terroranschl√§gen in Ahmedabad. Bei den Anschl√§gen in Mumbai am 26. November 2008 kam es in der indischen Metropole Mumbai innerhalb kurzer Zeit zu 17 Explosionen, Angriffen mit Schnellfeuerwaffen und zu Geiselnahmen an zehn verschiedenen Stellen der Stadt durch eine Gruppe von etwa zehn Angreifern, die sich in mehrere Gruppen aufgeteilt hatten. Nach Angaben der indischen Beh√∂rden hat es dabei mindestens 239 Verletzte und 174 Tote gegeben.

Nach einer im Dezember 2019 erlassenen Staatsb√ľrgerschaftsreform, die religi√∂s verfolgten Fl√ľchtlingen, mit Ausnahme von Muslimen, schneller Asyl in Indien gew√§hrt, kam es im selben Monat und zu Beginn des Jahres 2020 zu starken Protesten der muslimische Bev√∂lkerung in Indien.

Bevölkerung

Demografie

2019 betrug die Einwohnerzahl Indiens 1.380.004.000. Damit ist Indien nach der VR China der bevölkerungsreichste Staat der Erde. Die Bevölkerungsdichte beträgt 388 Einwohner pro Quadratkilometer (Deutschland: 231 pro Quadratkilometer). Gleichwohl ist die Bevölkerung höchst ungleichmäßig verteilt. Sie ballt sich vor allem in fruchtbaren Landstrichen wie der Gangesebene, Westbengalen und Kerala, während der Himalaya, die Berggegenden des Nordostens sowie trockenere Regionen in Rajasthan und auf dem Dekkan nur eine geringe Besiedlungsdichte aufweisen. So leben in Bihar durchschnittlich 1106 Menschen auf einem Quadratkilometer, während es in Arunachal Pradesh nur 17 sind.

Am 11. Mai 2000 √ľberschritt Indiens Bev√∂lkerungszahl offiziell die Milliardengrenze. W√§hrend es von 1920 ‚Ästdamals hatte Indien 250 Millionen Einwohner¬†‚Äď 47 Jahre bis zu einer Verdoppelung der Bev√∂lkerung dauerte, waren es von 1967 bis 2000 nur noch 33 Jahre. Das Wachstum der Bev√∂lkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten nur wenig abgeschw√§cht und liegt im Moment bei 1,4¬†% pro Jahr, was einem j√§hrlichen Bev√∂lkerungszuwachs von 15 Millionen Menschen entspricht. Damit verzeichnet Indien im Moment den gr√∂√üten absoluten Zuwachs aller Staaten der Erde. Der relative Zuwachs liegt jedoch nur wenig √ľber dem Weltdurchschnitt.

Sch√§tzungen zufolge wird sich das Bev√∂lkerungswachstum in Indien in den n√§chsten Jahrzehnten kaum abschw√§chen, und Indien wird die Volksrepublik China bis zum Jahre 2025 als bev√∂lkerungsreichstes Land der Erde abgel√∂st haben. Durch fortschreitende Modernisierung, Bildung, Wohlstand und Verst√§dterung sinkt die Geburtenrate zwar bereits, das Bev√∂lkerungswachstum erkl√§rt sich jedoch nicht aus einer gestiegenen Geburtenrate, sondern aus der in den letzten Jahrzehnten gestiegenen Lebensdauer. Dies ist unter anderem auf eine Verbesserung der Gesundheitsf√ľrsorge zur√ľckzuf√ľhren. In der Mortalit√§t hatte Indien bereits 1991 mit Deutschland gleichgezogen (10 pro 1000), f√ľr 2006 wird sie auf 8,18 pro 1000 gesch√§tzt. Die Geburtenziffer blieb allerdings hoch (1991: 30 pro 1000) und sinkt allm√§hlich (2016: 19,3 pro 1000). Die Fruchtbarkeitsrate ging von 5,2 Kindern je Frau (1971) auf 3,6 (1991) zur√ľck, im Jahr 2013 lag sie bei 2,3.

Das durchschnittliche Alter der indischen Bev√∂lkerung lag 2015 bei 26,7 Jahren, w√§hrend die durchschnittliche Lebenserwartung f√ľr M√§nner 66,2 Jahre (1971 waren es nur 44 Jahre) und f√ľr Frauen 69,1 Jahre (1971 waren es nur 46 Jahre) betrug. In Deutschland sind es zum Vergleich bei M√§nnern 78 Jahre und bei Frauen 83 Jahre. Ein Drittel der Bev√∂lkerung ist j√ľnger als 15 Jahre. Indien geh√∂rt auch zu den L√§ndern, in denen es deutlich mehr M√§nner gibt: Laut der Volksz√§hlung 2011 kommen auf 1000 M√§nner 943 Frauen. Dieser √úberschuss an M√§nnern tr√§gt in manchen Regionen des Landes zur Destabilisierung bei, wie Henrik Urdal von der Harvard Kennedy School zeigt.

In den letzten drei√üig Jahren wurde die Verst√§dterung Indiens zu 60¬†% von nat√ľrlichem Bev√∂lkerungswachstum (in den St√§dten) getragen. Zuwanderung (aus l√§ndlichen Gebieten) trug zu einem F√ľnftel des Wachstums st√§dtischer Bev√∂lkerung bei. Ein weiteres F√ľnftel des Wachstums verteilt sich gleichm√§√üig auf die Bildung neuer St√§dte durch statistische Umklassifizierung und durch die Ausdehnung von Grenzen oder Sprawl. Damit hat Indien heute 46 St√§dte mit mehr als einer Million Einwohnern (Stand: Volksz√§hlung 2011). Allein der Ballungsraum Mumbai hat mittlerweile √ľber 28 Millionen Einwohner und damit eine gr√∂√üere Bev√∂lkerung als ganz Australien. Dennoch stellt die st√§dtische Bev√∂lkerung mit einem Anteil an der Gesamteinwohnerzahl von lediglich 31,2¬†% (Volksz√§hlung 2011) eine Minderheit dar. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung schreitet die Urbanisierung Indiens schnell voran und j√§hrlich w√§chst die st√§dtische Bev√∂lkerung Indiens um knapp 10 Millionen an. In den St√§dten Indiens wird nahezu die gesamte Wirtschaftsleistung erbracht.

Die Entstehung von Slums ist ein gro√ües Problem in Indiens St√§dten. In Mumbais Slum Dharavi leben gesch√§tzt 1 Million Menschen auf engstem Raum unter katastrophalen Bedingungen, womit es das gr√∂√üte Elendsviertel weltweit ist. Die Urbanisierung verl√§uft in Indien deutlich weniger geplant als z.¬†B. in China ab, und gesch√§tzt 30¬†% der st√§dtischen Bev√∂lkerung leben in ungeplanten Behausungen und Slums, insgesamt √ľber 90 Millionen Menschen.

Sch√§tzungsweise 25 Millionen indische Staatsb√ľrger und Personen indischer Herkunft (Non-resident Indians und Persons of Indian Origin) leben im Ausland. W√§hrend englischsprachige westliche Staaten wie die USA, Gro√übritannien und Kanada vor allem gut ausgebildete Fachkr√§fte anziehen, sind in den Golfstaaten (besonders Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait und Saudi-Arabien) viele Inder als ‚ÄěBilligarbeitskr√§fte‚Äú angestellt, seltener auch in h√∂heren Positionen. W√§hrend der britischen Kolonialzeit wurden Inder als Arbeiter in anderen Kolonien angeworben, daher leben viele Personen indischer Abstammung in Malaysia, S√ľdafrika, Mauritius, Trinidad und Tobago, Fidschi, Guyana und Singapur. Sie besitzen in der Regel die Staatsb√ľrgerschaft des jeweiligen Landes. √úberweisungen von Auslandsindern an ihre Angeh√∂rigen in Indien stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.

Nachfolgend sind die Einwohnerzahlen Indiens zwischen 1700 und 2050 aufgef√ľhrt (2025 und 2050 sind Prognosen) ‚Äď zu beachten sind Ver√§nderungen des Gebiets im Verlauf der Zeit: Zahlenangaben bis 1875 sind berechnet nach dem Gebietsstand von Britisch-Indien (einschlie√ülich Bangladesch, Myanmar und Pakistan), ab 1900 in den heutigen Grenzen der Republik Indien:

Ethnische Zusammensetzung

Indien ist ein Vielv√∂lkerstaat, dessen ethnische Vielfalt ohne weiteres mit der des gesamten europ√§ischen Kontinents vergleichbar ist. Etwa 72¬†% der Bev√∂lkerung sind Indoarier. 25¬†% sind Draviden, die haupts√§chlich im S√ľden Indiens leben. 3¬†% entfallen auf sonstige V√∂lkergruppen, vor allem tibeto-birmanische, Munda- und Mon-Khmer-V√∂lker im Himalayaraum sowie Nordost- und Ostindien.

8,6¬†% der Einwohner geh√∂ren der indigenen Stammesbev√∂lkerung an, die sich selbst als Adivasi bezeichnet, obwohl sie ethnisch h√∂chst uneinheitlich ist. Die indische Verfassung erkennt mehr als 600 St√§mme als sogenannte Scheduled Tribes an. Sie stehen meist au√üerhalb des hinduistischen Kastensystems und sind trotz bestehender Schutzgesetze sozial stark benachteiligt. Hohe Bev√∂lkerungsanteile haben die Adivasi in der Nordostregion (besonders in Mizoram, Nagaland, Meghalaya, Arunachal Pradesh, Manipur, Tripura, Sikkim) sowie in den ost- und zentralindischen Bundesstaaten Jharkhand, Chhattisgarh, Odisha und Madhya Pradesh. Auf Grund der sozialen Diskriminierung genie√üen linksradikale Gruppierungen wie die maoistischen Naxaliten bei Teilen der Adivasi starken R√ľckhalt. Dazu kommen separatistische Bewegungen verschiedener V√∂lker ‚Ästetwa der mongoliden Naga, Mizo und Bodo, aber auch der indoarischen Assamesen¬†‚Äď in Nordostindien, wo Spannungen zwischen der einheimischen Bev√∂lkerung und zugewanderten Bengalen, gr√∂√ütenteils illegale Einwanderer aus Bangladesch, f√ľr zus√§tzliches Konfliktpotenzial sorgen.

Im Jahre 2017 waren, laut offiziellen Zahlen, 0,4¬†% der Bev√∂lkerung im Ausland geboren. Die Zahl der illegal eingewanderten Bangladescher in Indien wird auf bis zu 20 Millionen gesch√§tzt. Die rund 100.000 in Indien lebenden Exiltibeter, die seit der chinesischen Besetzung Tibets in den 1950er Jahren aus ihrer Heimat geflohen sind, werden dagegen offiziell als Fl√ľchtlinge anerkannt und besitzen eine Aufenthaltsgenehmigung. Des Weiteren leben etwa 60.000 tamilische Fl√ľchtlinge aus Sri Lanka auf indischem Gebiet.

Sprachen und Schriften

In Indien werden weit √ľber 100 verschiedene Sprachen gesprochen, die vier verschiedenen Sprachfamilien angeh√∂ren. Neben den beiden √ľberregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch erkennt die indische Verfassung die folgenden 21 Sprachen an: Assamesisch, Bengalisch, Bodo, Dogri, Gujarati, Kannada, Kashmiri, Konkani, Maithili, Malayalam, Marathi, Meitei, Nepali, Oriya, Panjabi, Santali, Sanskrit, Sindhi, Tamil, Telugu und Urdu. Die meisten dieser Sprachen dienen in den Bundesstaaten, in denen sie von einer Bev√∂lkerungsmehrheit gesprochen werden, auch als Amtssprachen. Englisch ist Verwaltungs-, Unterrichts- und Wirtschaftssprache. Von den Verfassungssprachen geh√∂ren 15 der indoarischen, vier der dravidischen (Telugu, Tamilisch, Kannada und Malayalam), zwei der tibetobirmanischen bzw. sinotibetischen Sprachfamilie (Bodo, Meitei) und jeweils eine der austroasiatischen (Santali) und der germanischen (englisch) an.

In letzter Zeit gab es Versuche, den Gebrauch des Sanskrit wiederzubeleben. Sanskrit ist eine klassische, heute nicht mehr als Erst- oder Muttersprache verwendete Sprache, die in Indien einen √§hnlichen Stellenwert besitzt wie das Lateinische in Europa. Sie geh√∂rt ebenfalls zu den offiziell anerkannten Verfassungssprachen, wird aber nirgends als Amtssprache verwendet. Das Central Board of Secondary Education (CBSE) hat in den Schulen, die es reguliert, Sanskrit zur dritten der unterrichteten Sprachen gemacht. In diesen Schulen ist der Sanskritunterricht f√ľr die f√ľnften bis achten Schulklassen obligatorisch.

√úber die Beibehaltung des Status des Englischen als Amtssprache wird alle 15 Jahre neu entschieden. Englisch gilt weiterhin als Prestige-Sprache und wird nur von einer privilegierten Minderheit der Bev√∂lkerung flie√üend gesprochen. Wenn sich Menschen unterschiedlicher Sprachgemeinschaften begegnen, sprechen sie im Norden entweder Hindi oder Englisch miteinander, im S√ľden eine der dravidischen Sprachen oder Englisch.

Neben den Verfassungssprachen sind auch noch Hindustani, der im Norden Indiens weit verbreitete ‚ÄěVorg√§nger‚Äú von Hindi und Urdu, Rajasthani als Oberbegriff der Dialekte Rajasthans und Mizo erw√§hnenswert. Bihari ist der Oberbegriff f√ľr die Dialekte in Bihar, wozu auch Maithili, Bhojpuri und Magadhi geh√∂ren.

Die meisten Sprachen weisen unterschiedliche Schriftsysteme auf. W√§hrend f√ľr Hindi, Marathi, Nepali, Konkani und Sanskrit eine gemeinsame Schrift verwendet wird (Devanagari), werden Telugu, Tamilisch, Kannada, Malayalam, Gujarati, Oriya, Panjabi und Santali durch eine jeweils eigene Schrift charakterisiert. F√ľr Bengalisch, Asamiya und Meitei wird eine weitere Schrift (Bengalische Schrift) verwendet. Urdu wird in arabischer Schrift geschrieben, Kashmiri und Sindhi werden in arabischer Schrift oder auch in Devanagari geschrieben.

Religionen

Zusammensetzung

Auf dem indischen Subkontinent entstanden vier der gro√üen Religionen: Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus. Der Islam kam infolge von Handel und Eroberungen durch das Mogulreich, das Christentum durch fr√ľhe Missionierungen im ersten Jahrhundert und dann durch den Kolonialismus, der Zoroastrismus (Parsismus) aufgrund von Einwanderungen ins Land. Indien bietet daher eine au√üerordentlich reichhaltige Religionslandschaft. Obwohl der Buddhismus √ľber Jahrhunderte die bevorzugte Religion war, starb der Hinduismus nie aus und konnte seine Stellung als dominierende Religion langfristig behaupten. Im Mittelalter brachten indische H√§ndler und Seefahrer den Hinduismus bis nach Indonesien und Malaysia. Obwohl Indien bis heute ein hinduistisch gepr√§gtes Land ist, hat Indien nach Indonesien und Pakistan die weltweit drittgr√∂√üte muslimische Bev√∂lkerung (etwa 140 Millionen), und nach dem Iran die zweitgr√∂√üte Anzahl von Schiiten.

Die Religionen verteilen sich nach der Volkszählung 2011 wie folgt: 79,8 % Hindus, 14,2 % Muslime, 2,3 % Christen, 1,7 % Sikhs, 0,7 % Buddhisten, 0,4 % Jainas und 0,7 % andere (zum Beispiel traditionelle Adivasi-Religionen, Bahai oder Parsen). Insgesamt 0,2 % der Inder gaben bei der Volkszählung keine Religionszugehörigkeit an oder gaben an, ohne Religion zu sein.

Die Wurzeln des Hinduismus liegen im Veda (w√∂rtlich: Wissen), religi√∂sen Texten, deren √§lteste Schicht auf etwa 1200 v.¬†Chr. datiert wird. Die Bezeichnung ‚ÄěHinduismus‚Äú wurde jedoch erst im 19.¬†Jahrhundert allgemein √ľblich. Er verbindet viele Str√∂mungen mit √§hnlicher Glaubensgrundlage und Geschichte, die besonders bei den Lehren von Karma, dem Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) und dem Streben nach Erl√∂sung √ľbereinstimmen. Er kennt keinen einzelnen Religionsstifter, kein einheitliches Glaubensbekenntnis und keine religi√∂se Zentralbeh√∂rde. Die wichtigsten popul√§ren Richtungen sind der Shivaismus, der Vishnuismus und der Shaktismus. Daneben ist die Indische Volksreligion regional und lokal weit verbreitet. Religi√∂se Lehrer (Gurus) und Priester haben einen gro√üen Stellenwert f√ľr den pers√∂nlichen Glauben.

Die Adivasi (Ureinwohner) widersetzten sich oft den Missionsversuchen der gro√üen Religionen und behielten teilweise ihre eigene Religion. Die indigenen V√∂lker Indiens haben einiges mit dem Hinduismus gemeinsam, so etwa den Glauben an die Reinkarnation, eine √§u√üere Vielfalt von G√∂ttern und eine Art von Kastenwesen. Nicht selten werden lokale Gottheiten oder Stammesgottheiten einfach in das hinduistische Pantheon integriert ‚Äď eine Herangehensweise, die historisch zur Ausbreitung des Hinduismus beigetragen hat. Besonders heute besteht eine starke Tendenz der ‚ÄěHinduisierung‚Äú (in der Indologie ‚ÄěSanskritisierung‚Äú), gesellschaftliche Sitten der Hindus und deren Formen der Religionsaus√ľbung werden √ľbernommen.

Der Buddhismus ist heute vor allem als Neobuddhismus bei den ‚ÄěUnber√ľhrbaren‚Äú (Dalit) popul√§r, besonders im Bundesstaat Maharashtra (‚ÄěBauddha‚Äú). Die Dalit versuchen auf diese Art und Weise, den Diskriminierungen des Kastensystems zu entkommen. Mehr als 10¬†% der indischen Bev√∂lkerung geh√∂rt der Kaste der Dalit an. Ins Leben gerufen wurde diese Bewegung durch den Rechtsanwalt Bhimrao Ramji Ambedkar (1891‚Äď1956), der selbst einer unber√ľhrbaren Kaste angeh√∂rte. Hinzu kommen kleinere Gruppen tibetischer Buddhisten in den Himalaya-Gebieten von Ladakh, Sikkim und Arunachal Pradesh sowie die tibetische Exilgemeinde in Dharamsala, dem Sitz des amtierenden Dalai Lama sowie der tibetischen Exilregierung. Aus der Sicht fundamentalistischer Hindus geh√∂ren auch Muslime, Buddhisten und Christen zu den Unber√ľhrbaren, die nach dieser Definition etwa 240¬†Millionen Menschen und damit fast 20¬†% der indischen Bev√∂lkerung umfassen w√ľrden.

Die Parsen, die heute haupts√§chlich in Mumbai leben, bilden eine kleine, √ľberwiegend wohlhabende und einflussreiche Gemeinschaft (etwa 70.000 Menschen). Nicht zuletzt auch durch ihr ausgepr√§gtes soziales Engagement spielen sie trotz geringer Bev√∂lkerungsanzahl in der indischen Gesellschaft eine wichtige Rolle. In Europa sind sie durch ihre Bestattungsgepflogenheiten (‚ÄěT√ľrme des Schweigens‚Äú) bekannt. Auch die Jainas sind oft wohlhabend, da sie aufgrund ihres Glaubens, der das T√∂ten von Lebewesen verbietet, √ľberwiegend Kaufleute und H√§ndler sind. Parsen und Jainas geh√∂ren meist der Mittel- und Oberschicht an.

Die Mehrheit der indischen Muslime geh√∂rt der sunnitischen Richtung an, au√üerdem leben mehr als 20 Millionen Schiiten in Indien. Dar√ľber hinaus existieren kleinere Glaubensrichtungen innerhalb des Islam: Eher fundamentalistisch ist die Dar ul-Ulum in Deoband im n√∂rdlichen Bundesstaat Uttar Pradesh, auf die sich unter anderem die afghanischen Taliban berufen, wenn auch in radikal verk√ľrzter Interpretation. Die Situation der Muslime in Indien ist schwierig. Sie sind √§rmer und weniger gebildet als der Durchschnitt. In Politik und Staatsdienst sind sie unterrepr√§sentiert. Zu bemerken ist jedoch, dass der ehemalige Staatspr√§sident Indiens, A. P. J. Abdul Kalam, ein Muslim war. Die Anzahl der Muslime in Indien steigt schneller als die der restlichen Bev√∂lkerung und bis 2050 k√∂nnte Indien √ľber 300 Millionen muslimische Einwohner haben.

Die Sikhs sind hauptsächlich im Nordwesten Indiens (Punjab) beheimatet. Ihre Stellung in der Gesellschaft ist geprägt durch den Erfolg vor allem im militärischen Bereich, aber auch im politischen Leben. Der ehemalige indische Premierminister Manmohan Singh ist ein Sikh.

53 n.¬†Chr. soll ein Apostel Jesu, Thomas, nach Indien gekommen sein und dort entlang der s√ľdlichen Malabark√ľste mehrere christliche Gemeinden gegr√ľndet haben. Die ‚ÄěThomaschristen‚Äú in Kerala f√ľhren ihren Ursprung auf den Apostel Thomas zur√ľck. Portugiesische Missionare f√ľhrten im sp√§ten 15. Jahrhundert den r√∂mischen Katholizismus ein und verbreiteten ihn entlang der Westk√ľste, etwa in Goa, so dass r√∂mische Katholiken heute den gr√∂√üten Anteil an der christlichen Bev√∂lkerung Indiens stellen. Die Briten zeigten zwar wenig Interesse an der Missionierung, dennoch konvertierten viele Stammesv√∂lker im Nordosten (Nagaland, Mizoram, Meghalaya, Manipur, Arunachal Pradesh) zur Anglikanischen Kirche oder anderen evangelischen Konfessionen. In j√ľngerer Zeit traten auch Angeh√∂rige unber√ľhrbarer Kasten sowie Adivasi zum Christentum √ľber, um der Ungerechtigkeit des Kastensystems zu entkommen.

Als Indien seine Unabhängigkeit erlangte, lebten auch noch rund 25.000 Juden in Indien. Nach 1948 verließen jedoch die meisten von ihnen ihre Heimat gen Israel. Heute wird die Zahl der in Indien verbliebenen Juden auf 5000 bis 6000 geschätzt, wovon die Mehrheit in Mumbai lebt.

Religiöse Konflikte

Der Laizismus, die Trennung von Staat und Religion, zählt zu den wesentlichsten Grundsätzen des indischen Staates und ist in seiner Verfassung verankert. Seit Jahrhunderten bestehen verschiedene Glaubensrichtungen zumeist friedlich nebeneinander. Dennoch kommt es manchmal zu regional begrenzten, religiös motivierten Auseinandersetzungen.

Bei der Teilung Indiens 1947 und beim Bangladesch-Krieg 1971 kam es zwischen Hindus und Muslimen zu massiven Ausschreitungen. Unruhen zwischen Anh√§ngern der beiden Glaubensrichtungen brechen in Indien in gewissen Zeitabst√§nden immer wieder aus. Ein Konfliktpunkt ist nach wie vor Kaschmir, dessen √ľberwiegend muslimische Bev√∂lkerung teilweise gewaltt√§tig f√ľr die Unabh√§ngigkeit oder den Anschluss an Pakistan eintritt. Gesch√ľrt werden sie seit den sp√§ten 1980er Jahren durch den aufkeimenden Hindu-Nationalismus (Hindutva) und islamischen Fundamentalismus. Einer der H√∂hepunkte der Auseinandersetzungen war die Erst√ľrmung und Zerst√∂rung der Babri-Moschee in Ayodhya (Uttar Pradesh) durch extremistische Hindus im Dezember 1992, da das islamische Gotteshaus einst an der Stelle eines bedeutenden Hindu-Tempels errichtet worden war, der den Geburtsort Ramas markieren sollte. Die letzten Unruhen traten 2002 in Gujarat auf, als 59 Hindu-Aktivisten (kar sevaks) in einem Zug verbrannt wurden. Infolge der eskalierenden Gewalt kamen etwa 2000 Menschen um, haupts√§chlich Moslems. Die politische Situation in Kaschmir kostete seit 1989 aufgrund der Aktivit√§ten islamistischer Terroristen √ľber 29.000 Zivilpersonen das Leben.

Auch bei anderen Religionen traten Konflikte auf. Die Forderungen sikhistischer Separatisten nach einem unabh√§ngigen Sikhstaat namens ‚ÄěKhalistan‚Äú gipfelten 1984 in der Erst√ľrmung des Goldenen Tempels in Amritsar durch indische Truppen (Operation Blue Star) und der Ermordung der damaligen Premierministerin Indira Gandhi durch ihre eigenen Sikh-Leibw√§chter. Insgesamt kamen bei den Unruhen im Jahre 1984 mehr als 3000 Sikhs ums Leben.

In einigen Bundesstaaten ist es zu Pogromen gegen Christen gekommen. So wurden in der zweiten Jahresh√§lfte 2008 bei religi√∂s motivierten Unruhen in Orissa mindestens 59 Christen get√∂tet. In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage vom 4. Dezember 2008 nennt die deutsche Bundesregierung folgendes Ausma√ü der Gewalt gegen Christen in Orissa (Odisha): 81 Christen sind ums Leben gekommen, 20.000 Menschen befinden sich in Fl√ľchtlingslagern, 40.000 weitere haben sich in W√§ldern versteckt. 4677 H√§user, 236 Kirchen und 36 weitere kirchliche Einrichtungen wurden zerst√∂rt.

Soziale Probleme

Nach Angaben der Weltbank haben heute 44¬†% der Einwohner Indiens weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verf√ľgung. Auch wenn die Ern√§hrungssituation seit den 1970er Jahren entscheidend verbessert werden konnte, ist noch immer mehr als ein Viertel der Bev√∂lkerung zu arm, um sich eine ausreichende Ern√§hrung leisten zu k√∂nnen. Unter- und Fehlern√§hrung wie Vitaminmangel ist vornehmlich in l√§ndlichen Gebieten ein weit verbreitetes Problem, wo der Anteil der Armen besonders hoch ist. Die regionale Aufteilung des Problems l√§sst sich am Hunger-Index f√ľr Indien klar erkennen, der Bundesstaat Madhya Pradesh f√§llt hier besonders ins Auge. 2007 waren 46¬†% der Kinder in Indien mangelern√§hrt, nach Angaben von UNICEF sterben in Indien j√§hrlich 2,1 Millionen Kinder vor dem f√ľnften Lebensjahr. Kinderarbeit wird haupts√§chlich auf dem Land geleistet, da das Einkommen vieler Bauernfamilien nicht zum √úberleben ausreicht. Hoch verschuldete Bauern m√ľssen oft nicht nur ihr Ackerland verkaufen, sondern auch ihre Dienstleistungen an die Grundherren verpf√§nden. Dieses als Schuldknechtschaft bezeichnete Ph√§nomen stellt bis heute eines der gr√∂√üten Hindernisse in der Armutsbek√§mpfung dar. 2006 haben sch√§tzungsweise 17.000 Bauern wegen hoher Verschuldung Selbstmord begangen. Die schlechten Lebensbedingungen im l√§ndlichen Raum veranlassen viele Menschen zur Abwanderung in die St√§dte (Urbanisierung). Dabei sind die wuchernden Metropolen des Landes kaum in der Lage, ausreichend Arbeitspl√§tze f√ľr die Zuwanderer zur Verf√ľgung zu stellen. Das Ergebnis sind hohe Arbeitslosigkeit und Unterbesch√§ftigung. Fast ein Drittel der Einwohner der Millionenst√§dte lebt in Elendsvierteln. Dharavi in Mumbai ist mit mehr als einer Million Menschen der gr√∂√üte Slum Asiens.

Nach der Volksz√§hlung 2011 werden 16,6¬†% der indischen Bev√∂lkerung zu den so genannten Unber√ľhrbaren (Scheduled Castes) gerechnet, 8,6¬†% z√§hlen zur indischen Stammesbev√∂lkerung (Adivasi, offiziell Scheduled Tribes). Da beide Gruppen einem Missbrauch (Diskriminierung, wirtschaftliche Ausbeutung, teilweise auch Verfolgung und Gewalt) durch andere Kasten-Inder ausgesetzt sind, sieht die indische Verfassung eine F√∂rderung der sozial Benachteiligten in Form von Quoten vor. √úber diese ‚Äěpositive Diskriminierung‚Äú werden in Universit√§ten, berufsbildenden Institutionen und Parlamenten bis zu 50¬†% der Pl√§tze f√ľr die Scheduled Castes (Angeh√∂rige der unteren Kasten) reserviert. Die Kastenfrage nimmt in der indischen Innenpolitik eine h√∂chst brisante Stellung ein. Eine Ausweitung der Quoten auf niedere Kasten auf Vorschlag der umstrittenen Mandal-Kommission rief 1990 heftige Proteste von Angeh√∂rigen h√∂herer Kasten hervor und f√ľhrte zum Sturz von Premierminister Vishwanath Pratap Singh.

Unzureichende schulische Bildung sowie Beratung in Fragen der reproduktiven Gesundheit hatte zur Folge, dass die Zahl der HIV-Infizierten ab den 1980er und 1990er Jahren rasch angestiegen ist, seit 1986 die ersten Infektionsf√§lle bekannt wurden. 2008 trugen rund 2,27 Millionen Inder im Alter zwischen 15 und 49 Jahren das Virus. Die Zahl der Infizierten liegt damit weltweit an dritter Stelle hinter S√ľdafrika und Nigeria. In den Jahren nach 2002 ist ein prozentualer R√ľckgang an Infizierten zu verzeichnen. 2002 waren 0,45¬†% der erwachsenen indischen Bev√∂lkerung infiziert, 2007 waren es 0,34¬†% und 2008 0,29¬†%. Die √úbertragungswege des HI-Virus werden f√ľr 2009/10 mit 87,1¬†% zwischen Heterosexuellen angegeben. Hierf√ľr ist haupts√§chlich der weitverbreitete ungesch√ľtzte Geschlechtsverkehr mit Prostituierten verantwortlich. Die √úbertragung von Mutter zu Kind betr√§gt 5,4¬†% und zwischen Homosexuellen 1,5¬†%. Drogenabh√§ngige sind mit 1,5¬†% an der Gesamtzahl der √úbertragungsf√§lle beteiligt.

Stellung der Frau

In der vaterrechtlich geprägten indischen Gesellschaft sind Frauen trotz der rechtlichen Gleichstellung der Geschlechter nach wie vor sehr benachteiligt (siehe unten zum Frauenwahlrecht).

Mitgift-Problematik

Traditionell wurde Frauen zur Hochzeit eine Mitgift (englisch dowry) zum Aufbau eines eigenen Haushalts mitgegeben. Obwohl dies seit 1961 gesetzlich verboten ist, wird auch heute noch h√§ufig eine solche Mitgift aus rein wirtschaftlichen Erw√§gungen von den Brauteltern verlangt. In manchen F√§llen √ľbersteigt die geforderte ‚ÄěAussteuer‚Äú das Jahreseinkommen der Familie der Braut. Gelegentlich kommt es zu so genannten Mitgiftmorden, wenn die Angeh√∂rigen der Braut nicht in der Lage waren, die hohen Forderungen nach der Eheschlie√üung zu erf√ľllen. Diese dowry-Problematik tr√§gt in nicht unerheblichem Ma√üe dazu bei, dass M√§dchen meist geringer angesehen sind als Jungen oder gar als unerw√ľnscht gelten.

Die Praxis der Mitgiftforderung fördert zudem ausbeuterische Arbeitsverhältnisse wie das Sumangali-Prinzip (Kinderarbeit), da arme Eltern ihre Töchter in der Hoffnung auf eine selbst erwirtschaftete Mitgift bereitwillig den Rekrutierern mitgeben.

Abtreibung weiblicher Föten

In Indien werden deutlich mehr weibliche F√∂ten abgetrieben als m√§nnliche: Laut der Volksz√§hlung 2011 kamen auf 1000¬†Jungen nur 914¬†M√§dchen (47,75¬†% = 109 Jungen zu 100 M√§dchen)¬†‚Äď im Jahr 2001 waren es noch 927 M√§dchen (48,11¬†%, 108:100; jeweils unter 7¬†Jahren). In der Gesamtbev√∂lkerung kamen im Jahr 2011 auf 1000 m√§nnliche 940 weibliche Inder (48,45¬†%, 106:100)¬†‚Äď im Jahr 2001 waren es 933 weibliche (48,27¬†%, 107:100).

Sexualisierte Gewalt

Laut einer Studie der Thomson Reuters Stiftung war Indien im Jahr 2018 das gef√§hrlichste Land f√ľr Frauen weltweit. Indien lag innerhalb der 10 gef√§hrlichsten L√§nder (inklusive USA und Saudi-Arabien) auf Rang¬†1 in 3 von 6¬†Bereichen: kulturelle Unterdr√ľckung und Misshandlung von Frauen, sexualisierte Gewalt gegen Frauen sowie Menschenhandel und Zwangsprostitution. Im Jahr 2016 wurden demnach 40.000¬†Vergewaltigungen in Indien gemeldet.

Frauen-Indizes

Im Global Gender Gap Report 2020 des Weltwirtschaftsforums, der die Gleichstellung von M√§nnern und Frauen in 153¬†L√§ndern misst, liegt Indien nur auf Rang¬†112 mit einem Gender-Gap von 33,2¬†%: Frauen erreichen nur zwei Drittel des Stands der M√§nner in wirtschaftlicher und bildungsm√§√üiger Hinsicht sowie bez√ľglich Gesundheit und politischer Beteiligung.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) ermittelte zum Jahr 2018 den Index der geschlechtsspezifischen Ungleichheit (GII: Gender Inequality Index) unter 162¬†L√§ndern: Indien lag auf Rang¬†122 mit nur 39¬†% Frauen mit sekund√§rer Schulbildung (M√§nner: 63,5¬†%) und 23,6¬†% Erwerbsbeteiligung (M√§nner: 78,6¬†%). Beim Index der geschlechtsspezifischen Entwicklung (GDI: Gender Development Index) lag Indien auf Rang¬†153 von 166¬†L√§ndern: Alleine beim Pro-Kopf-Einkommen bestand ein Unterschied von 75,5¬†% (2.625¬†$ Jahreseinkommen gegen√ľber 10.712¬†$ von M√§nnern).

Politik und Staat

Politisches System

Gem√§√ü der Verfassung von 1950 ist Indien eine parlamentarische Demokratie. Indien ist, nach der Zahl der B√ľrger, die gr√∂√üte Demokratie der Erde. Das indische Parlament ist die gesetzgebende Gewalt und besteht aus zwei Kammern: dem Unterhaus (Lok Sabha) und dem Oberhaus (Rajya Sabha). Das Unterhaus wird auf f√ľnf Jahre nach dem Prinzip des Mehrheitswahlrechtes gew√§hlt. Wahlberechtigt ist jeder Staatsb√ľrger, der das 18. Lebensjahr vollendet hat. Das Oberhaus ist die Vertretung der Bundesstaaten auf nationaler Ebene. Seine Mitglieder werden von den Parlamenten der Staaten gew√§hlt.

Im Demokratieindex¬†2020 der britischen Zeitschrift The Economist belegt Indien Platz 53 von 167 L√§ndern und gilt damit als eine ‚Äěunvollst√§ndige Demokratie‚Äú. Im L√§nderbericht¬†Freedom in the World¬†2017 der US-amerikanischen¬†Nichtregierungsorganisation¬†Freedom House¬†wird das politische System des Landes als ‚Äěfrei‚Äú bewertet. Laut dem Bericht gibt es in Indien allerdings Probleme bei der Wahrung der B√ľrgerrechte und in einigen Gebieten wie z.¬†B. dem indischen Teil Kaschmirs sind Meinungsfreiheit und demokratische Grundrechte nur unzureichend gew√§hrleistet.

Die Parteienlandschaft des Landes ist √§u√üerst vielf√§ltig (vgl. Liste der politischen Parteien in Indien). Viele Parteien sind zwar auf bestimmte Bundesstaaten beschr√§nkt, dennoch ergibt sich immer wieder die Notwendigkeit, Koalitionen zu bilden. Die National Democratic Alliance (NDA) war eine Koalition, die zu Beginn ihrer Regierungszeit 1998 aus 13 Parteien bestand (unter F√ľhrung der BJP).

Der Pr√§sident als Staatsoberhaupt wird von einem Gremium der Abgeordneten des Bundes und der L√§nder auf f√ľnf Jahre gew√§hlt. Seit 2017 hat Ram Nath Kovind das Amt inne. Die Verfassung sieht vor, dass Bundesstaaten unter President‚Äôs rule gestellt werden k√∂nnen, wenn das Land als ‚Äěunregierbar‚Äú gilt. Dies war in der Vergangenheit in mehreren Bundesstaaten der Fall. Das Pr√§sidentenamt ist jedoch √ľberwiegend von zeremoniellen oder repr√§sentativen Aufgaben gepr√§gt, die politische Macht liegt beim Premierminister. √úblicherweise erteilt der Premierminister dem Pr√§sidenten einen entsprechenden ‚ÄěRat‚Äú, der in der Regel befolgt wird. Zuletzt lie√ü Premierminister P. V. Narasimha Rao nach den Unruhen in Ayodhya 1993 alle vier BJP-Landesregierungen ihres Amtes entheben und die L√§nder unter President‚Äôs rule stellen. Der Pr√§sident ist auch oberster Befehlshaber der Streitkr√§fte.

Der Regierungschef in den Bundesstaaten sowie in drei von acht Unionsterritorien ist der Chief Minister, der vom Parlament des jeweiligen Gebiets gewählt wird.

Verwaltungsgliederung

Indien ist in 28 Bundesstaaten (engl. States) und acht Unionsterritorien (engl. Union Territories) gegliedert, die sich in insgesamt √ľber 600 Distrikte (engl. Districts) unterteilen. In einigen Bundesstaaten werden mehrere Distrikte zu Divisionen (engl. Divisions) zusammengefasst. Den Distrikten untergeordnet sind parallel und teils √ľberlappend die Tehsils (oder auch Taluks), Bl√∂cke und Subdivisions. Die unterste Verwaltungsebene stellen die D√∂rfer selbst dar, die mitunter in sogenannten Hoblis zusammengefasst sein k√∂nnen.

W√§hrend die Unionsterritorien von der Zentralregierung in Neu-Delhi verwaltet werden, verf√ľgt jeder Bundesstaat √ľber ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Der Regierung eines Bundesstaats steht der Chief Minister vor, der allerdings formal einem vom indischen Pr√§sidenten ernannten Gouverneur mit weitgehend repr√§sentativen Aufgaben untergeordnet ist. Letzterem werden bei Anwendung der President‚Äôs rule die Regierungsgesch√§fte √ľbertragen.

Die Kommunalverwaltung obliegt in größeren Städten mit mehreren hunderttausend Einwohnern den Municipal Corporations, in kleineren Städten den Municipalities. Im ländlichen Raum wird der dreistufige Panchayati Raj angewandt. Dieses System umfasst gewählte Räte (Panchayats) auf Dorf- und Block-, aber auch auf Distriktebene. Die Zuständigkeiten der Kommunalverwaltungen sind je nach Bundesstaat unterschiedlich gestaltet.

Vor der Unabh√§ngigkeit umfasste Indien sowohl selbstst√§ndige F√ľrstenstaaten unter britischer Aufsicht als auch britische Provinzen (englisch Presidencies), die von britischen Kolonialverwaltern regiert wurden. Nach der Unabh√§ngigkeit wurden die ehemaligen F√ľrstenstaaten von einem ernannten Gouverneur, die ehemaligen Provinzen jedoch von einem gew√§hlten Parlament und einem gew√§hlten Gouverneur regiert. Im Jahre 1956 beseitigte der States Reorganisation Act die Unterschiede zwischen ehemaligen Provinzen und F√ľrstent√ľmern und schuf einheitliche Bundesstaaten mit einer gew√§hlten Regionalregierung. Bei der Neuordnung der Bundesstaaten wurde die jeweilige Muttersprache der Bewohner als Grundlage der Grenzziehung verwendet. Am 1. Mai 1960 wurde der bisherige Staat Bombay in die neuen ethnischen Staaten Gujarat und Maharashtra aufgeteilt. 2000 entstanden drei neue Bundesstaaten: Jharkhand aus den s√ľdlichen Teilen von Bihar, Chhattisgarh aus den √∂stlichen Teilen von Madhya Pradesh und Uttarakhand (bis 2006 Uttaranchal) aus dem nordwestlichen Teil von Uttar Pradesh. Zum 2. Juni 2014 entstand aus Teilen des Bundesstaates Andhra Pradesh als neuer, 29. Bundesstaat Telangana; seine Hauptstadt ist Hyderabad. Zum 31. Oktober 2019 wurde der Bundesstaat Jammu und Kashmir aufgel√∂st und auf die Unionsterritorien Jammu und Kashmir und Ladakh aufgeteilt. Die Unionsterritorien Dadra und Nagar Haveli und Daman und Diu wurden am 28. Januar 2020 zu Dadra und Nagar Haveli und Daman und Diu zusammengelegt.

Bundesstaaten

Die folgende Liste zeigt die 28 Bundesstaaten Indiens, ihre Abk√ľrzungen entsprechen der ISO-Norm (31766-2:IN)¬†‚Äď wo das Autokennzeichen davon abweicht, ist es eingeklammert angeh√§ngt:

Unionsterritorien

Städte

Hauptstadt Indiens ist Neu-Delhi innerhalb der Grenzen von Delhi, das mit rund 11 Millionen Einwohnern die zweitgr√∂√üte Stadt des Landes darstellt und mit mehr als 16 Millionen Einwohnern die zweitgr√∂√üte Agglomeration. Delhi ist kultureller Mittelpunkt der hindisprachigen Gemeinschaft des Nordens. Indiens gr√∂√üte Stadt und wirtschaftliches Zentrum ist jedoch Mumbai (Bombay). Die Metropole an der Westk√ľste z√§hlt mehr als 12,5 Millionen Einwohner, in der Agglomeration rund 18 Millionen. An dritter Stelle folgt Bengaluru (Bangalore). In der 8,5-Millionen-Stadt im s√ľdlichen Dekkan-Hochland sind zahlreiche Hochtechnologiefirmen angesiedelt, was ihr den Beinamen ‚ÄěSilicon Valley Indiens‚Äú eingebracht hat. Viertgr√∂√üte Stadt ist das ebenfalls in S√ľdindien gelegene Hyderabad mit 6,8 Millionen Einwohnern, gefolgt vom westindischen Ahmedabad mit 5,6 Millionen Einwohnern. Chennai (Madras), die mit 4,7 Millionen Einwohnern siebtgr√∂√üte Stadt Indiens, ist als kultureller Mittelpunkt S√ľdindiens und insbesondere der Tamilen bekannt. Kalkutta, die wichtigste Metropole des Ostens, liegt mit 4,5 Millionen Menschen an achter Stelle. Sie gilt als intellektuelles Zentrum.

Die folgende Liste zeigt die 20 größten städtischen Gebiete laut der Volkszählung in Indien 2011:

Rechtssystem

Die Geschichte des modernen indischen Rechts begann mit der Gr√ľndung der britischen East India Company zu Sylvester 1600.

Frauenwahlrecht

1950 wurde ein umfassendes Frauenwahlrecht eingef√ľhrt. Die Vorgeschichte dazu reicht aber bis ins 19. Jahrhundert zur√ľck: Laut Berichten aus dem Jahr 1900 wurde die Beteiligung von Frauen an Lokalwahlen in Bombay mit einem Zusatz zum Bombay Municipal Act (1888) erm√∂glicht: Hausbesitzer durften dann unabh√§ngig vom Geschlecht w√§hlen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass einige Frauen bei den Stadtratswahlen von Bombay schon viele Jahre vorher mit abstimmten.

1918 unterst√ľtzte der Nationale Indische Kongress die Einf√ľhrung des aktiven Frauenwahlrechts, und die Verfassungsreformen von 1919 erm√∂glichten es den gesetzgebenden Versammlungen in den Provinzen, √ľber die Einf√ľhrung selbst zu entscheiden. Die Provinz Madras, in der die antibrahmanische Partei die Mehrheit hatte, war die erste, die Frauen 1921 das Stimmrecht gab; andere Provinzen folgten. Frauen, die das Wahlrecht auf Provinzebene besa√üen, durften auch an den Wahlen zur Zentralen Gesetzgebenden Versammlung teilnehmen.

1926 erhielten Frauen auch das passive Wahlrecht. 1926 wurde Sarojini Naidu die erste Kongresspr√§sidentin. 1935 dehnte der Government of India Act, der 1937 in Kraft trat, das Wahlrecht f√ľr beide Geschlechter weiter aus. Er sah vor, dass Frauen w√§hlen konnten, wenn sie eine von mehreren Bedingungen erf√ľllten: Grundeigentum, ein bestimmtes Ma√ü an Bildung, das das Lesen und Schreiben einschloss oder der Status einer Ehefrau, falls der Mann wahlberechtigt war.

Die √Ąnderung einer weiteren Bestimmung zeigte einen wichtigen Wandel im Verst√§ndnis dessen an, was man unter B√ľrgerrechten verstand: Einige Sitze in den gesetzgebenden Versammlungen der Provinzen waren f√ľr Frauen reserviert; M√§nner konnten diese Mandate nicht √ľbernehmen. Diese Vorschriften garantierten, dass Frauen auch tats√§chlich gew√§hlt wurden. Die Regelung hatte auch zur Folge, dass Frauen sich auch √ľber diese Quote hinaus um Mandate bewarben, und sorgte daf√ľr, dass f√§hige Frauen ihr K√∂nnen als Abgeordnete und Ministerinnen unter Beweis stellen konnten. 1937 fanden die ersten Wahlen nach diesen neuen Regeln statt. Von den 36 Millionen Stimmberechtigten waren sechs Millionen Frauen.

Ende 1939 hatten alle Provinzen das Frauenwahlrecht eingef√ľhrt. Zwar war dies ein grunds√§tzlicher Fortschritt, doch das Wahlrecht war an Grundeigentum gebunden. Da viele Inder kein Land besa√üen, erhielten relativ wenige M√§nner und noch viel weniger Frauen infolge der Reformen von 1919 das Wahlrecht.

1947 erlangte Indien die Unabh√§ngigkeit¬†‚Äď bis dahin hatte es weder f√ľr Frauen noch f√ľr M√§nner ein allgemeines Wahlrecht gegeben. 1949 arbeitete die Konstituierende Versammlung eine neue Verfassung aus. Weibliche Abgeordnete, die selbst von der Quotenregelung profitiert hatten, sprachen sich gegen die Fortf√ľhrung dieser Praxis aus. Die neue Verfassung, die am 26. Januar 1950 in Kraft trat, sah ein allgemeines aktives und passives Wahlrecht f√ľr alle Erwachsenen vor. Doch in den Landesteilen, die bei der Teilung zu Pakistan wurden, mussten Frauen jahrelang auf das allgemeine Wahlrecht warten.

Siehe oben zur aktuellen Stellung der Frau

Gewaltenteilung

Da in Indien Gewaltenteilung herrscht, ist die Judikative streng von Legislative und Exekutive getrennt. Oberster Gerichtshof des Landes ist der Supreme Court in Neu-Delhi mit 26 Richtern, die vom Präsidenten ernannt werden. Den Vorsitz hat der Chief Justice of India. Streitigkeiten zwischen den Staaten und der Zentralregierung fallen in seine Zuständigkeit. Außerdem stellt er die höchste Berufungsinstanz des Landes dar. Dem Supreme Court untergeordnet sind 21 High Courts der Bundesstaaten.

Ab der dritten Rechtsebene (Distriktebene) wird zwischen Zivil- und Strafgerichten unterschieden. Zivile Rechtsstreitigkeiten fallen in den Metropolitan Districts (Stadtdistrikten) in den Zust√§ndigkeitsbereich der City Civil Courts, welche den District Courts der Landdistrikte entsprechen. F√ľr das Strafrecht sind in Stadt- und Landdistrikten die Sessions Courts verantwortlich. Au√üerdem existieren Sondergerichte f√ľr spezielle Bereiche wie Familien- und Handelsrecht. Die Rechtsprechung einfach gelagerter Streitf√§lle der untersten Ebene findet in den Panchayati Rajs der D√∂rfer (Gram Panchayat) statt.

Infolge der britischen Rechtspraxis der Kolonialzeit findet in Indien heute noch vielfach das Common Law Anwendung, das sich nicht allein auf Gesetze, sondern in hohem Ma√üe auf ma√ügebliche Urteile hoher Gerichte in Pr√§zedenzf√§llen st√ľtzt. Die Gerichtssprache ist Englisch, auf den unteren Ebenen kann aber auch in der jeweiligen regionalen Amtssprache verhandelt werden.

Eine Besonderheit im sonst s√§kularen Indien ist seine Gesetzgebung im Familien- und Erbrecht, die jeweils eigene Regelungen f√ľr Hindus (diese gilt auch f√ľr Sikhs, Jains und Buddhisten), f√ľr Muslime, f√ľr Christen und f√ľr Parsen aufrechterh√§lt (siehe hierzu Ehe im Hinduismus#Gesetzgebung und Islamische Ehe#Indien).

Innenpolitik

W√§hrend des Unabh√§ngigkeitskampfes bildete sich der Nationalkongress, der die Kolonialherrschaft der Engl√§nder beenden wollte. Nach der Unabh√§ngigkeit 1947 wurde die Kongresspartei st√§rkste Partei und bildete unter Jawaharlal Nehru die erste Regierung. Bis Mitte der 1990er Jahre dominierte die Kongresspartei meist unter F√ľhrung der Nehru-Gandhi-Familie, mit nur zwei kurzen Unterbrechungen, die Politik des Landes.

Erst im Zusammenhang mit der geplanten ‚ÄěWieder‚Äúerrichtung des Ram-Janmabhumi-Tempels anstelle der Babri-Moschee in Ayodhya gelang es der Bharatiya Janata Party (BJP, Indische Volkspartei, Symbol: Lotosbl√ľte) mit nationalistischen Parolen Unterst√ľtzung auf breiter Ebene zu finden. Dies gipfelte in dem Marsch auf Ayodhya und dem Abriss der Moschee, der im ganzen Land zu gewaltt√§tigen Ausschreitungen und √úbergriffen, vor allem gegen Muslime, mit vielen Toten f√ľhrte. Die polarisierende und pro-hinduistisch ausgerichtete Politik der BJP steht ganz im Zeichen der hindunationalistischen Hindutva-Bewegung, die ‚Ästauch unter Beteiligung von paramilit√§rischen Gruppen, wie dem Nationalen Freiwilligencorps (Rashtriya Swayamsevak Sangh, kurz RSS)¬†‚Äď die Hinduisierung Indiens und in ihren extremen Ausw√ľchsen die Vertreibung der muslimischen und christlichen Bev√∂lkerung zum Ziel hat. Von 1998 bis 2004 stellte die BJP die Regierung unter dem als eher gem√§√üigt geltenden Atal Bihari Vajpayee als Premierminister.

Nach einem Anschlag auf einen Zug mit Pilgern im Jahre 2002 begannen Massaker in Gujarat, die von der dort regierenden BJP nur halbherzig bek√§mpft wurden. Diese Unruhen haben dann doch wohl viele moderate Hindus zu einem gewissen Umdenken gebracht, zumal die von der Indischen Volkspartei hochgehaltene Vision eines Shining India (‚ÄěStrahlendes Indien‚Äú) weite Teile der Bev√∂lkerung, die nicht vom Boom der letzten Jahre profitierten, ob der hochgesteckten Ziele eher skeptisch werden lie√ü.

Bei der Parlamentswahl 2004 erzielte die oppositionelle Kongresspartei unter Sonia Gandhi einen unerwarteten Sieg. √úberraschend f√ľr ihre Parteienkoalition lehnte sie es ab, den Posten des Premierministers zu √ľbernehmen, Manmohan Singh wurde am 22. Mai 2004 als Premierminister vereidigt. Bei der Parlamentswahl 2009 konnte die Parteienkoalition der United Progressive Alliance unter F√ľhrung des Indischen Nationalkongress ihren parlamentarischen R√ľckhalt deutlich ausbauen, so dass Manmohan Singh erneut zum Premierminister gew√§hlt wurde. Bei der Wahl 2014 wurde Narendra Modi zum Premierminister gew√§hlt, seine Bharatiya Janata Party errang mit gro√üem Vorsprung 31¬†% der Stimmen.

Außenpolitik

Vier Jahrzehnte lang war die indische Au√üenpolitik durch das Engagement in der Bewegung der Blockfreien Staaten und das ‚Äěbesondere Freundschaftsverh√§ltnis‚Äú mit der Sowjetunion gepr√§gt, die besonders Jawaharlal Nehru vorantrieb. Die drei Leitlinien indischer Blockfreiheit bestanden darin, Milit√§rb√ľndnissen mit amerikanischer oder sowjetischer Beteiligung fernzubleiben, au√üenpolitischen Herausforderungen sachgerecht und vollst√§ndig aus indischer Perspektive zu begegnen und freundschaftliche Beziehungen zu allen L√§ndern zu betreiben. Dabei betrachtete sich Indien nicht als √§quidistant, sondern suchte bis zum Krieg gegen China 1962 die F√ľhrungsrolle innerhalb der blockfreien Bewegung. Dies dr√ľckte sich beispielsweise in der Entsendung von Friedenstruppen in den Gazastreifen 1956 und in den Kongo 1961 aus, sowie in der Verurteilung der franko-britischen Intervention in der Sueskrise. Ebenso verurteilte es das sowjetische Vorgehen zu Beginn des Koreakrieges 1950 und 1956 als inakzeptable Einmischung.

Nach dem Ende des Kalten Krieges orientierte Indien sich neu. Die historisch eher schwierigen Beziehungen zu den USA verbesserten sich; im M√§rz 2000 besuchte US-Pr√§sident Bill Clinton Indien. Die USA bem√ľhten sich nun st√§rker um Indien als strategischen Partner. Hinsichtlich des Kaschmir-Konflikts st√ľtzten die USA nun st√§rker die Haltung Indiens. Nach den Terroranschl√§gen am 11. September 2001 stellte sich Indien ohne Einschr√§nkung auf die Seite der USA.

Heute werden die au√üenpolitischen Ziele Indiens vor allem durch das Bem√ľhen, einen st√§ndigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu erlangen, charakterisiert. Hierbei zieht Indien China als Vergleichsma√üstab heran und strebt eine Statusaufwertung an. Indien beansprucht aufgrund seiner Gr√∂√üe und zivilisatorischen Bedeutung denselben Rang wie China, das als anerkannte Atommacht mit st√§ndigem Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vertreten ist.

Indien f√ľhrte zwei Kernwaffentests durch, den ersten 1974 unter Indira Gandhi, den zweiten im Mai 1998 unter Atal Bihari Vajpayee. Zwei Wochen sp√§ter, am 28. Mai, z√ľndete Pakistan zum ersten Mal einen Atomtest. Den Atomwaffensperrvertrag haben weder Indien noch Pakistan unterschrieben. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten sind seit dem Ende der Kolonialzeit durch den Kaschmir-Konflikt belastet. Einen letzten H√∂hepunkt der ‚ÄěEiszeit‚Äú zwischen Indien und Pakistan bildeten die Gefechte in Kargil 1999.

Ein Friedensprozess begann 2004; er geriet aber 2008 nach Anschl√§gen im indischen Mumbai mit 166 Toten ins Stocken. Indien macht pakistanische Islamisten f√ľr die Tat verantwortlich. 2010 und 2011 kamen die beiden Au√üenminister zu Treffen zusammen.

Die Atomtests im Mai 1998 wurden zwar stets mit dem Verweis auf die chinesische Bedrohung gerechtfertigt (Angriff Chinas von 1962), in erster Linie verfolgt Indien mit den Tests jedoch wohl eine internationale Statusaufwertung und versucht, eine Gleichrangigkeit mit China zu untermauern. Indien betreibt eine erhebliche konventionelle Aufr√ľstung, genauso wie China und andere asiatische L√§nder wie Pakistan.

Tats√§chlich stehen sich Indien und China mittlerweile eher freundschaftlich gegen√ľber. Zunehmende Handelsverflechtungen und die gegenseitige Anerkennung des Status quo in Tibet durch Indien 2003 und Sikkim durch China 2004 haben zu einer sp√ľrbaren Entlastung des politischen Verh√§ltnisses beigetragen. Dennoch bestehen noch immer Grenzstreitigkeiten um den chinesisch besetzten Teil Kaschmirs (Aksai Chin) sowie den gr√∂√üten Teil des indischen Bundesstaats Arunachal Pradesh.

Mit Bangladesch besteht seit Jahrzehnten Uneinigkeit √ľber Fragen der Wasserverteilung. Auch Grenzverlauf und -verkehr sind teils umstritten. Es bestehen fast 200 Enklaven, darunter ein ‚ÄěSt√ľckchen indischen Landes innerhalb bangalischen Territoriums, das selber vollst√§ndig von einer indischen Besitzung umgeben ist, die wiederum innerhalb Bangladeshs liegt‚Äú (Stand Mai 2015). Als belastend gilt zudem die illegale Einwanderung vieler Bangladescher nach Indien. Am 6. Juni 2015 wurde ein Abkommen unterzeichnet, demzufolge Bangladesch 111 indische Enklaven erh√§lt und Indien im Gegenzug 52 bangladeschische auf seinem Gebiet. Damit wird eine ‚Äěgeregelte Grenze‚Äú hergestellt. 53.000 Bewohner der betroffenen Gebiete k√∂nnen entscheiden, welchem der zwei Staaten sie angeh√∂ren wollen.

Indien ist eines der Gr√ľndungsmitglieder der Vereinten Nationen sowie Mitglied zahlreicher weiterer internationaler Organisationen, darunter Commonwealth, Internationaler W√§hrungsfonds, Weltbank und Welthandelsorganisation (WTO). Indien ist Mitglied in der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenl√§nder und der G33. Eine tragende Funktion hat es in der S√ľdasiatischen Vereinigung f√ľr regionale Zusammenarbeit (SAARC). 2017 wurde Indien gemeinsam mit Pakistan in die Shanghaier Organisation f√ľr Zusammenarbeit aufgenommen. Indien bewarb sich f√ľr die Mitgliedschaft in der Organisation f√ľr Islamische Zusammenarbeit, wurde allerdings aufgrund eines Vetos Pakistans abgelehnt, obwohl Indien das Land mit den drittmeisten Muslimen weltweit ist.

Die Beziehungen Indiens zur EU basieren auf einer umfassenden politischen Erkl√§rung und einem Aktionsplan f√ľr eine strategische Partnerschaft, die auf dem EU-Indien-Gipfel im Herbst 2005 verabschiedet wurden und seitdem schrittweise umgesetzt werden. Damit sollen die Beziehungen zu Indien formal auf eine Ebene mit denen zu den Vereinigten Staaten, Kanada, Japan, Russland und China gestellt werden. Zuk√ľnftig will man das Potenzial f√ľr gemeinsame Kooperationen und Austausch noch st√§rker aussch√∂pfen. Dies gilt insbesondere auch f√ľr die Bereiche Konfliktpr√§vention, Terrorismusbek√§mpfung und die St√§rkung der Menschenrechte.

Bildungswesen

In Indien besteht allgemeine Schulpflicht von 6 bis 14 Jahren, und das indische Parlament beschloss 2002 einstimmig, das Recht auf Bildung in die Verfassung aufzunehmen. W√§hrend dieses Zeitraumes ist der Besuch √∂ffentlicher Schulen kostenlos. Insgesamt gab es in Indien 315 Millionen Sch√ľler, mehr als in jedem anderen Land (Stand: Zensus 2011). Das Schulsystem umfasst vier Hauptstufen: auf die f√ľnfj√§hrige Grundschule folgt die Mittelschule von der sechsten bis achten Klasse, dar√ľber die h√∂heren Schulen und schlie√ülich die Hochschulen sowie Universit√§ten. Allgemein hat der Staat in der Vergangenheit besonderes Augenmerk auf die F√∂rderung von h√∂heren Bildungseinrichtungen gelegt, was den aus der Kolonialzeit herr√ľhrenden elit√§ren Charakter des Bildungswesens eher noch verst√§rkt hat. Dennoch ziehen viele Angeh√∂rige der Mittel- und Oberschicht gerade bei der h√∂heren Bildung private Einrichtungen den staatlichen vor.

In Indien stieg die mittlere Schulbesuchsdauer aller Personen √ľber 25 von 3 Jahren 1990 auf 6,3 Jahre 2015 an. Die aktuelle Bildungserwartung betr√§gt bereits 11,7 Jahre. Heute werden zwar fast alle Kinder ‚Ästzumindest Jungen¬†‚Äď tats√§chlich eingeschult, in den h√∂heren Klassenstufen wird die Zahl der Abbrecher aber immer h√∂her. Vor allem im l√§ndlichen Raum erhalten daher viele Kinder nur eine √§u√üerst rudiment√§re Grundbildung. Weiterf√ľhrende Schulen und h√∂here Bildungseinrichtungen stehen dagegen meist nur in St√§dten zur Verf√ľgung. Immerhin konnten seit der Unabh√§ngigkeit gro√üe Fortschritte bei der Alphabetisierung erzielt werden. 2011 lag die Alphabetisierungsrate im Landesdurchschnitt bei 74,0¬†% (M√§nner: 82,1¬†%, Frauen: 65,5¬†%). 2001 hatte sie noch 64,8¬†% betragen, 1951 sogar nur 18,3¬†%.

Da das Bildungswesen gr√∂√ütenteils den Bundesstaaten obliegt, weist es dementsprechend gro√üe regionale Unterschiede auf. Dies √§u√üert sich am deutlichsten in der sehr ungleichen Analphabetenrate. W√§hrend sie in Kerala, dem Staat mit der h√∂chsten Alphabetisierungsrate, 2011 nur 6,1¬†% betrug, war sie im finanziell √§rmsten Staat Bihar mit 36,2¬†% fast sechsmal so hoch. Ein weiteres Problem ist die Benachteiligung von M√§dchen, deren Einschulungsrate geringer ist als die von Jungen (Durchschnitt 2000 bis 2004: Jungen: 90¬†%, M√§dchen: 85¬†%). An h√∂heren Bildungseinrichtungen liegt der Frauenanteil in der Regel deutlich unter dem der M√§nner. Ein gro√üer Schwachpunkt ist auch das bisher wenig entwickelte Berufsschulwesen, welches allerdings stark im Wachsen begriffen ist. Indien verf√ľgte 2016 √ľber 750 Universit√§ten und 41.435 Colleges mit insgesamt 28,5 Millionen Studierenden. Nach der Volksrepublik China ist Indien damit das Land mit den meisten Hochsch√ľlern. Laut dem Ranking Times Higher Education von 2019 schaffen es das Indian Institute of Science Bangalore und Indian Institute of Technology Ropar unter die besten 400 Institutionen weltweit.

Die folgende Liste zeigt die indienweite Entwicklung der Alphabetisierung von 1951 bis 2011; im Jahr 1901 konnten 5,1 % der Bevölkerung lesen und schreiben, ein Anteil der bis 1941 auf 16,1 % stieg:

Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen ist √ľberwiegend staatlich, obwohl es auch viele private Krankenh√§user gibt. Obwohl die Gesundheitsbetreuung auf dem Land bereits erheblich verbessert wurde, insbesondere durch Erste-Hilfe-Stationen in D√∂rfern, besteht noch ein gro√ües Stadt-Land-Gef√§lle. In vielen D√∂rfern gibt es keine medizinischen Einrichtungen. Verschlimmert wird die Lage durch schlechte hygienische Bedingungen, wie fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanit√§ranlagen, sowie Unterern√§hrung. √Ąhnliche Bedingungen herrschen in st√§dtischen Elendsvierteln. Seuchen wie Malaria, Filariose, Tuberkulose und Cholera sind in manchen Regionen noch immer ein gro√ües Problem. Trotz aller Schwierigkeiten und Hemmnisse stieg die Lebenserwartung bei Geburt von 53,3 Jahren 1980 auf 67,6 Jahre (M√§nner: 66,2 Jahre, Frauen: 69,1 Jahre) 2015. Fr√ľher war Indien eines der wenigen L√§nder der Erde, in denen M√§nner eine h√∂here Lebenserwartung aufwiesen als Frauen. In den letzten Jahren hat sich dies umgekehrt. Die Kindersterblichkeit (unter 5-j√§hrige) in Indien lag 2018 bei 3,7¬†% (1960 betrug sie noch 24,2¬†%).

Wegen der geringen Kosten und der guten Qualität der ärztlichen Behandlung in spezialisierten Krankenhäusern gewinnt der Medizintourismus aus nordamerikanischen und europäischen Industrieländern immer mehr an Bedeutung.

Die folgende Liste zeigt die indienweite Entwicklung der Lebenserwartung von 1950 bis 2015 (Quelle: UN-DESA):

COVID-19-Pandemie in Indien

Die COVID-19-Pandemie nimmt in Indien einen immer bedrohlicheren Umfang an. Ende Februar 2021 wurden nur 13.000 Neuinfektionen registriert. Dann begann eine neue Welle; am 24. April 2021 wurden √ľber 340.000 Neuinfektionen pro Tag registriert. Das Gesundheitssystem ist √ľberfordert. Zu einem ganz besonderen Problem entwickelte sich die Knappheit an medizinischen Sauerstoff f√ľr Beatmungsger√§te. Ab dem 25. April 2021 begannen zahlreiche Staaten, medizinische Hilfsg√ľter nach Indien einzufliegen.

Streitkräfte und Verteidigung

Indiens Milit√§r besteht aus Freiwilligen, eine Wehrpflicht gibt es nicht. Die offiziellen Streitkr√§fte sind die drittgr√∂√üten der Welt. Sie umfassen 1,3 Millionen Soldaten, wovon 1,1 Millionen im Heer, 150.000 bei der Luftwaffe und 53.000 bei der Marine dienen. Dazu kommen 800.000 Reservisten und 1,1 Millionen Mann in vor allem bei internen Konflikten eingesetzten paramilit√§rischen Verb√§nden. Z√§hlt man Letztere hinzu, hat nur Chinas Milit√§r eine gr√∂√üere Truppenst√§rke. Die indischen Streitkr√§fte hatten im Jahr 2005 3.264 Kampfpanzer, 733 Kampfflugzeuge, 199 Hubschrauber, 21 Kriegsschiffe und 17 U-Boote. Im Jahr 2004 war Indien der zweitgr√∂√üte Waffenk√§ufer der Erde mit einem Anteil von 10¬†% an allen Waffenk√§ufen; so ging ein Viertel der gesamten russischen Waffenexporte nach Indien. Die Milit√§rausgaben im Jahr 2016 betrugen 55,9 Milliarden US-Dollar, das entsprach 2,5¬†% des Bruttoinlandsproduktes. Indien hatte damit das weltweit f√ľnft-h√∂chste Milit√§rbudget.

Seit 1974 ist Indien offiziell Atommacht. Es hat selbst entwickelte Kurzstreckenraketen sowie Mittelstreckenraketen mit Reichweiten von 700 bis 8000¬†km. 2012 standen 84 Nuklearsprengk√∂pfe zur Verf√ľgung. Bis heute hat Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet, verzichtet jedoch laut seiner Nukleardoktrin auf den nuklearen Erstschlag. Indiens einzige Milit√§rbasis im Ausland ist seit 2004 der Luftst√ľtzpunkt Farkhor in Tadschikistan. Zudem besteht mit Mosambik ein Milit√§rabkommen, das Ankerrechte und Versorgung von indischen Kriegsschiffen vorsieht. Mit Mauritius bestehen zudem enge milit√§rische Bindungen. Die indischen Luftstreitkr√§fte kontrollieren den mauritischen Luftraum und es besteht eine Zusammenarbeit mit der indischen Marine (Stand 2007).

Seit der Unabhängigkeit hat das indische Militär kaum Interesse an einer politischen Einflussnahme gezeigt. Es ist der Zivilverwaltung unterstellt; den militärischen Oberbefehl hat der Präsident.

Wirtschaft

Indien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die seit 1991 zunehmend dereguliert und privatisiert wird. Seither hat sich das Wirtschaftswachstum deutlich beschleunigt. Die Leistungsfähigkeit der indischen Wirtschaft hat nach Einschätzung vieler Beobachter in einigen Branchen (Informationstechnologie, Pharmazie) inzwischen internationales Spitzenniveau erreicht.

Behindert wird das Wachstum der Produktion der indischen Wirtschaft insbesondere durch M√§ngel der vielfach veralteten Infrastruktur, vor allem durch Engp√§sse bei der Energieversorgung, die zu h√§ufigen Stromausf√§llen f√ľhren. Trotz der 1991 begonnenen Liberalisierung der Wirtschaft leiden vor allem die Industrie und der Bankensektor nach wie vor unter h√§ufigen staatlichen Eingriffen und den langsamen politischen Entscheidungsprozessen. Der Schutz ineffizienter Staatsunternehmen vor Wettbewerb bleibt ein Hemmschuh. Ein Belastungsfaktor ist auch die weitverbreitete Korruption. Zudem beeintr√§chtigen nach wie vor Arbeitsmarktregulierungen, die zum Beispiel Entlassungen von Arbeitskr√§ften stark erschweren, das Investitionsklima. Ausl√§ndische Investoren werden so abgeschreckt. Indien verliert zudem eine gro√üe Zahl von qualifizierten Arbeitskr√§ften ins Ausland (Braindrain). Andererseits ist es der gr√∂√üte Profiteur von Auslandsr√ľck√ľberweisungen von Emigranten auf der Welt. 2016 betrugen sie 62,7 Milliarden US$ und trugen damit knapp 3¬†% der Wirtschaftsleistung bei.

Die Integration Indiens in die Weltwirtschaft hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Das Land profitiert zunehmend von den Vorteilen der internationalen Arbeitsteilung und der Globalisierung. Die indische Wirtschaft ist aber noch sehr stark binnenwirtschaftlich orientiert. Ihr Anteil an der Weltwirtschaft liegt noch bei knapp 3 %, obwohl Ein- und Ausfuhren in den letzten Jahren kräftig gewachsen sind. Die niedrigen Anteile der Aus- und Einfuhren am Bruttoinlandsprodukt signalisieren noch beträchtliches Wachstumspotenzial. 2016 entsprachen die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen nur gut 19,2 % des Bruttoinlandsprodukts, die Einfuhren 20,6 %.

Die mittel- und langfristigen Wachstumsperspektiven Indiens werden vielfach sehr g√ľnstig beurteilt. Einige Studien rechnen damit, dass Indien k√ľnftig sogar st√§rker als China wachsen wird. Abgesehen vom gro√üen Nachholbedarf, insbesondere im Bereich der Infrastruktur, spricht vor allem die Altersstruktur der Bev√∂lkerung f√ľr ein anhaltend starkes Wirtschaftswachstum. Der hohe Anteil junger Menschen an der Bev√∂lkerung wird in den n√§chsten Jahrzehnten f√ľr einen hohen Anteil von Menschen im erwerbsf√§higen Alter sorgen. Die in Europa und auch in China zu erwartende ‚ÄěVergreisung‚Äú der Bev√∂lkerung wird in Indien deutlich sp√§ter einsetzen. Wachstumsst√ľtzen werden auch das schon heute gro√üe Angebot an qualifizierten Arbeitskr√§ften und die enger werdende Integration in die Weltwirtschaft sein.

Die hohen W√§hrungsreserven und relativ niedrige Auslandsschulden d√ľrften das Vertrauen ausl√§ndischer Investoren in die Entwicklung der indischen Wirtschaft st√§rken. Bisher waren die ausl√§ndischen Direktinvestitionen in Indien im internationalen Vergleich, insbesondere mit China, gering. Die als wirtschaftsliberal betrachtete Regierung Narendra Modis versucht mit Reformen und Initiativen wie der Make-in-India-Kampagne ausl√§ndische Investitionen anzulocken. Im Ease of Doing Business Index der Weltbank belegte Indien 2017 Platz 100 von 190 L√§ndern. Indien konnte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 30 Pl√§tze verbessern und geh√∂rte erstmals zu den ersten 100 L√§ndern.

Konfliktpotentiale bergen die teilweise gro√üe Armut, die ungleiche Einkommensverteilung und die hohe Arbeitslosigkeit. In Indien gab es 2017 104 Milliard√§re, womit es hinter den USA, China und Deutschland die vierth√∂chste Anzahl an Milliard√§ren weltweit hatte, w√§hrend √ľber 20¬†% der Bev√∂lkerung in extremer Armut lebten und 96,2¬†% der Inder ein privates Verm√∂gen von weniger als 10.000 US-Dollar besa√üen. Bisher verzeichnet Indien jedoch eine bemerkenswert gro√üe soziale Stabilit√§t.

Im Global Competitiveness Index des Weltwirtschaftsforums, der die Wettbewerbsf√§higkeit eines Landes misst, lag Indien im Jahr 2018 auf Rang¬†40 von 137¬†L√§ndern. Im Index f√ľr wirtschaftliche Freiheit der Heritage Foundation und des Wall Street Journal belegte Indien 2018 Rang¬†130 von 180¬†L√§ndern. Nach dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International lag Indien 2016 unter 176 L√§ndern zusammen mit Belarus, der Volksrepublik China und Brasilien auf Rang¬†79, mit 40¬†von maximal 100¬†Punkten.

Aktuelle gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Von 2005 bis 2015 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Indiens inflationsbereinigt um rund sechs bis 7¬†% j√§hrlich. Trotz des deutlich beschleunigten Wachstums lag die offizielle Arbeitslosenquote in jener Zeit aber noch bei 9¬†% ‚Äď wobei mit einer erheblichen Zahl von Arbeitslosen zu rechnen ist, die von der Statistik nicht erfasst werden. Die Gesamtzahl der Besch√§ftigten wird f√ľr 2017 auf 521,9 Millionen gesch√§tzt. Davon arbeitet ein gro√üer Teil im informellen Sektor. 24,5¬†% der Arbeitskr√§fte sind weiblich, womit Frauen noch eine relativ geringe Arbeitsmarktbeteiligung aufweisen.

Unbefriedigend bleibt auch die Entwicklung der Staatsfinanzen. Das gesamtstaatliche Haushaltsdefizit bewegt sich bei leicht r√ľckl√§ufiger Tendenz zwischen neun und 10¬†% des Bruttoinlandsprodukts. Davon entf√§llt rund die H√§lfte auf das Defizit der Zentralregierung.

Von den f√ľhrenden Agenturen zur Bewertung von Kreditrisiken wird die Bonit√§t Indiens vor dem Hintergrund der g√ľnstigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aber zunehmend besser eingesch√§tzt. Nach der Rating-Agentur Moody‚Äôs hob Anfang August 2006 auch die Agentur Fitch ihre Bewertung der Kreditaufnahme des indischen Staates auf den niedrigsten sogenannten investment grade an.

Im Zuge der zunehmenden internationalen wirtschaftlichen Verflechtung Indiens war das Land ab 2008 ebenfalls von der weltweiten Wirtschaftskrise betroffen. Das stetige j√§hrliche Wirtschaftswachstum brach ein. Als Gr√ľnde werden der junge, global agierende indische Kapitalmarkt, hohe private Kreditverschuldung, steigende Arbeitslosenzahlen sowie sinkende Binnennachfrage und Exportzahlen genannt. Zur Bek√§mpfung der Krise wurden staatliche Konjunkturpakete aufgelegt, unter anderem Infrastrukturprogramme, Steuersenkungen sowie Subventionen f√ľr die Exportindustrie.

Indiens Wirtschaft hat in den letzten Jahren an Dynamik zur√ľckgewonnen. Das Wirtschaftswachstum lag im Haushaltsjahr 2015 bei 7,9¬†%. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2016 im gleichen Zeitraum circa 2.251 Mrd. US-Dollar, das nominale BIP pro Kopf etwa 1.723 US-Dollar. Die Inflation sank von zeitweise ca. 10¬†% auf ca. 5¬†% im Jahr 2018. Bei weiter wachsender Einwohnerzahl wird Indien laut Experten bis zur Mitte des Jahrhunderts voraussichtlich nicht nur das bev√∂lkerungsreichste Land der Erde sein, sondern auch zur drittgr√∂√üten Volkswirtschaft der Welt (nach den USA und China) aufsteigen. Indien hat dennoch weiterhin mit einer hohen Armut in der Bev√∂lkerung zu k√§mpfen. Etwa 30¬†% der Bev√∂lkerung leben aktuell noch unterhalb der Armutsgrenze von 1 US-Dollar pro Kopf und Tag.

Landwirtschaft

Der weltweit zu beobachtende Wandel der Wirtschaftsstruktur von der Landwirtschaft zur Industrie und zum Dienstleistungssektor vollzieht sich auch in Indien, das aber im internationalen Vergleich, zum Beispiel mit China, immer noch sehr stark agrarisch geprägt ist. 59,4 % der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft erwerbstätig. Die ländliche Bevölkerung bildet den ärmsten Teil der Bevölkerung. Vom Aufschwung der Wirtschaft profitiert bisher vorwiegend die Bevölkerung der Städte, wo sich eine kaufkräftige Mittelschicht oft hochqualifizierter Fachkräfte bildete. Dies birgt sozialen Konfliktstoff. Die Abwahl der letzten Regierung im Jahr 2004 wird wesentlich mit der Unzufriedenheit der ländlichen Bevölkerung mit der wirtschaftlichen Entwicklung erklärt.

Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt ist indes stark r√ľckl√§ufig. Trug sie 1956 noch 56¬†% bei, so waren es 2016 nach Angaben der Weltbank noch rund 17,4¬†%. Entsprechend hoch ist die Abh√§ngigkeit des j√§hrlichen Wirtschaftswachstums von den Witterungsbedingungen. Ung√ľnstige Erntebedingungen k√∂nnen es sp√ľrbar beeintr√§chtigen.

Seit der Unabh√§ngigkeit wurden gro√üe technische Fortschritte gemacht, vor allem im Zuge der sogenannten ‚ÄěGr√ľnen Revolution‚Äú seit Mitte der 1960er Jahre. Die gro√üfl√§chige Einf√ľhrung von Hochertragssorten, der Einsatz von D√ľnge- und Sch√§dlingsbek√§mpfungsmitteln, die teilweise Mechanisierung der Landwirtschaft und die Ausweitung der Bew√§sserungsfl√§chen haben dazu beigetragen, dass sich das Land heute mit Nahrungsmitteln weitestgehend selbst versorgen kann. Dennoch ist Indiens Landwirtschaft noch vergleichsweise ineffizient. Im l√§ndlichen Raum sind viele Menschen unterbesch√§ftigt, und eine umfassende Industrialisierung der Landwirtschaft steht weiten Teilen des Landes erst noch bevor. Lediglich im Punjab, der ‚ÄěKornkammer Indiens‚Äú, ist sie bereits weiter fortgeschritten.

Am wichtigsten ist der Anbau von Getreide, vor allem Reis. Dessen Hauptanbaugebiete liegen in den fruchtbaren Stromebenen des Nordens sowie entlang der K√ľsten und im √∂stlichen Dekkan. Indien ist nach China der zweitgr√∂√üte Reisproduzent der Erde. Ungef√§hr ein F√ľnftel der weltweiten Ertr√§ge entfallen auf Indien. Auch beim Weizen, dem zweitwichtigsten Anbauprodukt, liegt Indien weltweit an zweiter Stelle. Weizen wird haupts√§chlich in den n√∂rdlichen Bundesstaaten Punjab, Haryana und Uttar Pradesh angebaut, aber auch im Norden und Nordwesten des Dekkans sowie Gujarat und Bihar. In trockeneren Landstrichen, wie Rajasthan, Gujarat und gro√üen Teilen des Dekkans, dominiert die Hirse. Mais und Gerste spielen eine geringere Rolle. Zur Nahrungsmittelproduktion tr√§gt zudem der Anbau von H√ľlsenfr√ľchten, Kartoffeln, Zwiebeln, √Ėlsaaten (besonders Erdn√ľsse, Sojabohnen, Sesam, Raps, Kokosn√ľsse), Mangos und Bananen bei.

Die wichtigsten kommerziellen Anbauprodukte sind Baumwolle, Zuckerrohr, Tee, Tabak, Kaffee, Jute, Cashewn√ľsse, Gew√ľrze (vor allem Chili, Pfeffer, Kardamom, Ingwer, Koriander, Kurkuma, Zimt, Knoblauch) und Beteln√ľsse.

Wenig effizient ist die indische Viehzucht, trotz des mit 222 Millionen Tieren (Stand: 2002) gr√∂√üten Rinderbestandes der Erde. Insgesamt 20¬†% der Inder sind Vegetarier, die Fleischproduktion steht daher je nach Region nicht immer im Vordergrund. Daf√ľr werden Milch und Molkereierzeugnisse in gro√üen Mengen hergestellt.

Fischerei

Nach der erfolgreichen Ertragssteigerung der Landwirtschaft setzte ab den 1980er Jahren die F√∂rderung der Fischerei ein. Parallel zur ‚ÄěGr√ľnen Revolution‚Äú wurde daf√ľr der Begriff der ‚ÄěBlauen Revolution‚Äú gepr√§gt. Nachdem zun√§chst Kleinfischer mit Au√üenbordmotoren versorgt worden waren, begann der Aufbau einer modernen Schleppnetzflotte. Dies f√ľhrte zwar zu einer wesentlichen Erh√∂hung der Ertr√§ge, aber auch zur √úberfischung vieler K√ľstenabschnitte. Indiens wichtigste Fischgr√ľnde liegen an der Westk√ľste, wo rund 70¬†% der Fangertr√§ge erzielt werden. 2001 lag Indien mit einer Fangmenge von 3,8 Millionen Tonnen weltweit an siebter Stelle. Fisch und Garnelen werden heute in gro√üen Mengen exportiert. Die Garnelenzucht wird besonders gef√∂rdert. So stammt mittlerweile etwa die H√§lfte der Garnelen aus Aquakulturen, die seit den 1990er Jahren vor allem an der Ostk√ľste angelegt worden sind.

Die traditionelle Binnenfischerei in Fl√ľssen, Teichen und Seen spielt besonders im Osten und Nordosten Indiens eine Rolle. Im Umland von Delhi etabliert sich nun auch die kommerzielle Zucht von Fischen, vor allem Karpfen.

Bergbau und Bodenschätze

Indien hat reichliche Vorkommen an hochwertigen Eisen- und Manganerzen, Steinkohle, Bauxit und Chrom. Die gr√∂√üten Rohstofflagerst√§tten befinden sich in Ostindien, vor allem Jharkhand, Chhattisgarh und Odisha. Eisenerz, bei dessen F√∂rderung das Land 2003 mit 100 Millionen Tonnen an weltweit vierter Stelle lag, kommt au√üerdem in Goa, Karnataka und Tamil Nadu vor. Indien ist mit √ľber zehn Millionen Tonnen der f√ľnftgr√∂√üte F√∂rderer von Bauxit, dem wichtigsten Rohstoff f√ľr Aluminium, der haupts√§chlich in k√ľstennahen Gebieten Gujarats und Maharashtras sowie in Madhya Pradesh und Jharkhand abgebaut wird. Bei Kupfer ist Indien trotz gesteigerter Ausbeute weiterhin auf Importe angewiesen.

Obwohl Indien der weltweit drittgr√∂√üte Produzent von Steinkohle ist, deckt es einen Teil seines Bedarfs mit qualitativ hochwertigerer und billigerer Importkohle. Steinkohle ist der wichtigste Energietr√§ger des Landes. Die Vorkommen an Erd√∂l und Erdgas reichen bei Weitem nicht aus, um die stetig steigende Nachfrage zu decken. Nennenswerte √Ėlvorkommen gibt es nur in Assam, Gujarat, im Golf von Khambhat und vor der K√ľste von Maharashtra. Die eigene Produktion deckt nur ein Drittel des Verbrauchs. Erdgaslagerst√§tten finden sich im Golf von Khambhat und werden erst seit den 1980er Jahren ausgebeutet.

Industrie

W√§hrend der Kolonialherrschaft wurde die Entwicklung der Industrie ‚Ästmit Ausnahme der schon fr√ľhzeitig bedeutsamen Textilindustrie¬†‚Äď eher gehemmt denn gef√∂rdert. Nach der Unabh√§ngigkeit forcierte man daher besonders den Ausbau von kapitalintensiven Schl√ľsselindustrien. Dazu geh√∂rten Stahl-, Maschinen- und chemische Industrie. Die Konsumg√ľterherstellung wurde vernachl√§ssigt und sollte durch Kleinindustrien gedeckt werden. Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, setzte man nach dem Vorbild der Sowjetunion auf den Ausbau der Schl√ľsselindustrien durch den Staat mittels F√ľnfjahrespl√§nen. 2001 waren 21,9¬†% der erwerbst√§tigen Bev√∂lkerung im Industriebereich t√§tig. Die Wertsch√∂pfung der Industrie betrug 2016 nach Weltbankangaben 28,8¬†% des Bruttoinlandsproduktes, womit die Industrieproduktion Indiens inzwischen zu den gr√∂√üten der Welt geh√∂rt. Ein Wachstumsmotor im Industriebereich sind die Deregulierungen auf den Energie-, Chemie- und Rohstoffm√§rkten. Wachstumsimpulse kommen auch von der rasch steigenden Inlandsnachfrage nach langlebigen Konsumg√ľtern.

Die Textilindustrie z√§hlt dank der riesigen Inlandsnachfrage und der Produktion f√ľr den Export auch heute noch zu den gr√∂√üten und wichtigsten Wirtschaftszweigen Indiens. Leder wird sowohl industriell als auch handwerklich in gro√üen Mengen hergestellt und verarbeitet. Da Hindus die Ber√ľhrung und Verwertung von Tierkadavern als unreine Arbeit ansehen, sind die meisten Angestellten der Lederbranche Muslime oder ‚ÄěUnber√ľhrbare‚Äú. Auch Kinderarbeit ist in der Branche verbreitet. Viele Besch√§ftigte sind h√§ufig gesundheitsgef√§hrdenden Arbeitsbedingungen ausgesetzt, Unternehmen unterwanderten in der Vergangenheit mehrfach den gesetzlichen Mindestlohn. Auch gewerkschaftliche T√§tigkeiten werden unterdr√ľckt. Neben diesen eher traditionellen Industrien dominieren die Eisen- und Stahlerzeugung, Maschinen-, Kraftfahrzeug- und chemische Industrie. Unter ihnen ist der staatliche Anteil besonders hoch. Allerdings nimmt der Anteil privater Betriebe seit der Liberalisierung der Wirtschaft in den 1980er und vor allem fr√ľhen 1990er Jahren zu. Die indische Pharmaindustrie geh√∂rt zu den gr√∂√üten und fortgeschrittensten unter den Entwicklungsl√§ndern. Wegen der indischen Patentschutzgesetzgebung, der Arzneimittel nur bedingt unterlagen, kam es immer wieder zu Streitigkeiten mit den Industriestaaten, allen voran den Vereinigten Staaten von Amerika. Mittlerweile hat Indien seine Patentgesetze angepasst. Ein wichtiger Tr√§ger des wirtschaftlichen Aufschwunges der letzten Jahre ist die Informationstechnologiebranche, die teils dem industriellen, teils dem Dienstleistungssektor zuzurechnen ist. Vor allem der Softwarebereich hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt. Viele indische St√§dte verf√ľgen inzwischen √ľber ‚ÄěSoftwareparks‚Äú. Auch die Herstellung von Hardware erlebt einen rasanten Aufschwung. Mit zweistelligen j√§hrlichen Wachstumsraten gewinnt auch die Biotechnologie an Bedeutung.

Die industrielle Produktion konzentriert sich auf wenige städtische Großräume. Die wichtigsten Industriezonen sind die Ballungsgebiete Mumbai-Pune, Ahmedabad-Vadodara-Surat, Delhi, Kanpur-Lucknow, Chennai, Kalkutta-Asansol sowie der Punjab und der Osten Jharkhands.

Die Spitzentechnologie ist vor allem im S√ľden des Landes angesiedelt: Das Zentrum der Informationstechnologiebranche ist Bengaluru, als neues Wachstumszentrum der Biotechnologie hat sich Hyderabad etabliert, besonders mit der Gr√ľndung des Biotechnologiezentrums Genome Valley.

Dienstleistungen

Ungew√∂hnlich hoch f√ľr ein Entwicklungsland ist der Beitrag der Dienstleistungen zur gesamtwirtschaftlichen Produktion Indiens. Rund 53,8¬†% des Bruttoinlandsprodukts wurden 2016 bereits durch Dienstleistungen erbracht. Insbesondere bei Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnologie, sonstigen Ingenieurleistungen, Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie Verwaltungsaufgaben hat Indien bedeutende Marktpositionen erreicht. 2005 wurde Indien zum weltweit f√ľhrenden Exporteur von Software und IT-Services, 2007 kam bereits √ľber ein Drittel aller Computer-Dienstleistungen von hier. Diese Dienstleistungen erfolgen auch zunehmend im Auftrag ausl√§ndischer Kunden und werden h√§ufig unter dem Begriff Business Process Outsourcing (BPO) bzw. auch als Knowledge Process Outsourcing (KPO) bezeichnet. Beispiele sind Callcenter und Dienstleistungen im Gesundheitswesen.

Außenhandel

Im Verh√§ltnis zu seiner Wirtschaftskraft sind Indiens Au√üenhandelsverflechtungen eher gering. Dies ist in erheblichem Ma√üe auf die starke Binnenmarktorientierung in den Jahrzehnten nach der Unabh√§ngigkeit zur√ľckzuf√ľhren. Seit der wirtschaftlichen √Ėffnung Anfang der 1990er Jahre, die unter anderem auch die Aufhebung vieler Importbeschr√§nkungen zur Folge hatte, verzeichnet der Au√üenhandel jedoch einen deutlichen Aufschwung. Zwischen 1991 und 2004 hat sich der Warenaustausch mit dem Ausland mehr als vervierfacht.

Indien ist ein wichtiger Exporteur von Rohstoffen und Fertigprodukten, aber auch Arbeitskr√§ften und Dienstleistungen. Aus Indien kommen Softwareprodukte und Softwareentwickler; es verf√ľgt √ľber eine gro√üe Zahl gut ausgebildeter Fachkr√§fte. Die wichtigsten Exportg√ľter sind Textilien, Bekleidung, geschliffene und verarbeitete Edelsteine, Schmuck, Chemikalien, Erd√∂lerzeugnisse, Lederwaren und Softwareprodukte. Indien importiert vor allem Roh√∂l, elektronische Erzeugnisse, Edelsteine (z.¬†B.: Diamanten), Maschinen, Edelmetalle, Chemikalien und D√ľngemittel.

Nach ersten Angaben des Statistischen Bundesamtes wuchs der Handel zwischen Indien und Deutschland in den ersten sieben Monaten des Jahres 2006 noch einmal deutlich. Deutschland importierte Waren im Wert von 2,4 Milliarden Euro, 30,5¬†% mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, und exportierte Waren f√ľr 3,3 Milliarden Euro, 39,7¬†% mehr als in den ersten sieben Monaten 2005. Bis 2016 stieg das gesamte Handelsvolumen auf 17,4 Milliarden Euro an, womit Indien auf Platz 24 der wichtigsten Handelspartner Deutschlands steht.

Die folgenden Listen zeigen den Umfang und die Handelspartner von Indiens Außenhandel (Quelle: Reserve Bank of India):

Fremdenverkehr

Der Tourismus hat sich zu einem der wichtigsten Devisenbringer Indiens entwickelt. Im Jahr 2014 verzeichnete Indien mit 7,6¬†Millionen ausl√§ndischen Besuchern einen gr√∂√üeren Touristenzustrom als je zuvor. Darunter sind allerdings auch viele Ausl√§nder indischer Herkunft, die vor allem in Nordamerika und Gro√übritannien leben und ihren Verwandten in Indien regelm√§√üig l√§ngere Besuche abstatten. Nichtsdestoweniger erzielte der Fremdenverkehrssektor 2014 Einnahmen von 10,7¬†Milliarden US-Dollar aus der Ankunft ausl√§ndischer G√§ste. In Indien gibt es im Juli 2019 insgesamt 38¬†UNESCO-Welterbest√§tten, darunter 30¬†Weltkulturerben, 7¬†Weltnaturerben und 1¬†gemischtes Kultur- und Naturerbe. Die mit Abstand meistbesuchte Touristenattraktion ist das wei√üe Grabmal Taj Mahal in der nordindischen Gro√üstadt Agra. Weitere beliebte Ziele sind im Norden der Bundesstaat Rajasthan mit seinen W√ľsten und Kamelen, die Hauptstadt Neu-Delhi, die ehemalige portugiesische Kolonie Goa an der Westk√ľste und ganz im S√ľden der Bundesstaat Kerala mit seinen Backwaters unter Kokospalmen. Neben dem Kultur-, Strand- und Naturtourismus gewinnen auch Abenteuerurlaub wie Trekking oder Rafting und Gesundheitstourismus (Yoga, Ayurveda) zunehmend an Bedeutung.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 283,1 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 200,1 Milliarden US-Dollar gegen√ľber. Daraus ergab sich ein Haushaltsdefizit in H√∂he von 3,6¬†% des BIP, die Staatsverschuldung betrug 1.177 Milliarden US-Dollar oder 52,3¬†% des BIP.

2014 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des Bruttoinlandprodukts) folgender Bereiche:

  • Bildung: 3,8¬†% (2012)
  • Gesundheit: 3,6¬†%
  • Milit√§r: 2,5¬†%

Am 2. August 2016 wurde im Oberhaus beschlossen, statt bisher regional gepr√§gter Steuers√§tze in den 29 Bundesstaaten eine einheitliche G√ľter- und Dienstleistungssteuer (Goods and Services Tax, GST) einzuf√ľhren, um nahtlosen Warenverkehr zu f√∂rdern. Der Beschluss muss noch durch die Bundesstaaten ratifiziert werden und sollte Fr√ľhjahr 2017 in Kraft treten. Ende M√§rz 2017 unterzeichnete der indische Pr√§sident Pranab Mukherjee die Gesetze, die ab 1. Juli 2017 eine indien-weit einheitliche Mehrwertsteuer wirksam werden lassen sollen.

Infrastruktur

Energie

Indien hat weltweit den drittgrößten Energieverbrauch hinter China und den USA. Indien hatte ebenfalls die drittgrößten CO2-Emissionen weltweit, die dazu auch noch stark anwachsen.

2014 verf√ľgten 79,2¬†% der indischen Haushalte √ľber einen Stromanschluss (im l√§ndlichen Bereich 70,0¬†%, in den St√§dten 98,3¬†%). H√§ufige Stromausf√§lle beeintr√§chtigen jedoch immer wieder die Verf√ľgbarkeit von Elektrizit√§t.

Der gegenw√§rtige Energiebedarf von 560¬†Kilowattstunden pro Einwohner und Jahr ist einer der niedrigsten der Welt. Die H√§lfte der Energie liefern Kohle, ein Viertel Erd√∂l, -gas und Wasserkraft, ein F√ľnftel wird durch Verbrennung von Viehdung, Feuerholz und anderen Materialien gedeckt.

Indien steht hinsichtlich der Entwicklung im Bereich Windenergie weltweit an vierter Stelle. Im Februar 2021 lag die Leistung der installierten Windkraftanlagen bei 38,789 GW (2017: 32,8 GW; 2020: 38,625 GW, das waren 5,2 % der weltweiten Windkraftleistung). Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 erklärte die Regierung, die Windenergieleistung bis 2022 auf 60 GW zu erweitern. Auch die Solarenergie wird seit Anfang der 2010er Jahre nennenswert ausgebaut. Noch im Herbst 2011 waren gerade einmal 45 Megawatt Photovoltaik-Leistung installiert, durch den starken Zubau wurde bereits im März 2018 die 20-Gigawatt-Marke erreicht. Landesweites Ziel sind 100 GW installierter Leistung bis zum Jahr 2022. Davon waren bis Februar 2021 39,54 GW erreicht. Insgesamt hatte sich Indien das Ziel gesetzt, die erneuerbaren Energien bis 2022 auf 225 GW auszubauen. Davon wurden im Anfang 2021 mit großen Wasserkraftwerken 46,06 GW erreicht, und mit den weiteren Erneuerbaren 92,97 GW.

Die Kernenergie hatte 2011 einen Anteil von etwa 3,7¬†% an der elektrischen Stromversorgung. Im August 2012 befanden sich in Indien sechs Kernkraftwerke mit 21 Reaktorbl√∂cken und einer installierten Bruttogesamtleistung von 5780¬†MW am Netz. Sechs weitere Reaktorbl√∂cke mit einer Bruttogesamtleistung von 4300¬†MW sind im Bau. Da Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat, sind zahlreiche L√§nder bei der Beteiligung an der Konstruktion sehr zur√ľckhaltend. Bisher hat Indien zur friedlichen Nutzung der Kernenergie eine Zusammenarbeit mit Russland, der Europ√§ischen Union und Kanada vereinbart (siehe auch die Liste der Kernreaktoren in Indien).

Indien ist der drittgr√∂√üte Verbraucher von Erd√∂l weltweit und hatte einen Bedarf von 4,1 Millionen Barrel pro Tag (Stand 2015). Indien ist auf √Ėlimporte angewiesen, die aufgrund Indiens wachsender Bev√∂lkerung und Wirtschaft in Zukunft vermutlich stark ansteigen werden. Die gr√∂√üten indischen Petroleumkonzerne sind Reliance Industries und Indian Oil Corporation.

Verkehr

Luftverkehr

Auf Grund der riesigen Entfernungen innerhalb Indiens und der vielerorts noch immer unterentwickelten Landinfrastruktur kommt dem Luftverkehr eine immer bedeutendere Rolle zu. Die wichtigsten Drehkreuze f√ľr Binnenfl√ľge sind Delhi (Indira Gandhi International Airport), Mumbai (Flughafen Mumbai), Kalkutta (Flughafen Kolkata) und Chennai (Flughafen Chennai) als Kernpunkte ihrer jeweiligen Region. Flugverbindungen zwischen den gr√∂√üten St√§dten Indiens bestehen mehrmals t√§glich. Eine gro√üe Schwierigkeit stellen die geringe Gr√∂√üe und schlechte Anbindung der zunehmend √ľberlasteten Flugh√§fen dar. Fr√ľher wurde der Luftverkehr von den beiden staatlichen Fluggesellschaften Air India (internationale Fl√ľge) und Indian Airlines (Inlandsfl√ľge) dominiert. Mittlerweile existieren mehrere private Fluggesellschaften, die innerhalb Indiens bereits einen Marktanteil von 40¬†% erobert haben.

Schienenverkehr

Indiens erster Zug verkehrte am 16. April 1853 zwischen Mumbai und Thane. Bereits vier Jahrzehnte sp√§ter verband die Eisenbahn alle wichtigen Landesteile miteinander. Auch heute noch spielt sie eine wichtige Rolle bei der G√ľter- und Personenbef√∂rderung. Knapp 30¬†% des G√ľter- und 15¬†% des Personenverkehrs werden √ľber die Schiene abgewickelt. Die indische Staatsbahn (Indian Railways) ist in 16 Regionalgesellschaften aufgeteilt und besch√§ftigt mit 1,6 Millionen Menschen mehr Angestellte als jedes andere Staatsunternehmen des Landes. Es gibt 7200 Bahnh√∂fe. Die Superlative k√∂nnen jedoch kaum √ľber den teils desolaten Zustand des Bahnnetzes hinwegt√§uschen. Hauptprobleme sind die ungleichm√§√üige und gro√ümaschige Erschlie√üung des Landes, die zumeist veraltete Technik, und f√ľr den heutigen Standard ein geringer Elektrifizierungsgrad: nur 19.000 der insgesamt 64.000 Kilometer Streckenl√§nge (Stand: 2011) sind elektrifiziert. Das Schienennetz besteht zu 54.257 Kilometer aus Breitspurgleisen mit dem Ma√ü von 1676¬†Millimetern, die restlichen 10.000 Kilometer verteilen sich auf drei verschiedene Schmalspur-Weiten.

Indiens Eisenbahnnetz ist damit zwar knapp hinter China das zweitl√§ngste, aber keineswegs das dichteste Asiens. Im weltweiten Ma√üstab liegt Indiens Eisenbahnnetz an f√ľnfter Stelle. Der Staat legt sein Hauptaugenmerk vor allem auf die Elektrifizierung und den doppelgleisigen Ausbau der Hauptstrecken, die Umwandlung von Meterspurstrecken in Breitspur und die Modernisierung der technischen Einrichtungen. Tats√§chlich kann der Ausbau der Eisenbahn mit den steigenden Anforderungen durch Bev√∂lkerungs- und Industriewachstum kaum Schritt halten, was zur schnellen Entwicklung des Stra√üenverkehrs beitr√§gt. Ein Versuch, den Schienenpersonenverkehr attraktiver zu machen, sind die Shatabdi Expressz√ľge, die die drei Metropolen Chennai, Mumbai und Neu-Delhi mit wichtigen Gro√üst√§dten und Wirtschaftsregionen verbinden.

Seeverkehr

Da Indien durch seine geografische Lage von den Handelspartnern in den Nachbarregionen Ost-, S√ľdost- und Vorderasien abgeschnitten ist, und die unmittelbaren Nachbarn beim gegenseitigen G√ľteraustausch aus wirtschaftlichen oder politischen Gr√ľnden nur eine untergeordnete Stellung einnehmen, wird der Au√üenhandel fast ausschlie√ülich √ľber Seeh√§fen abgewickelt. Rund 90¬†% des Warenumschlags im √úberseeverkehr entfallen auf Indiens zw√∂lf gr√∂√üte H√§fen. Daneben existieren viele mittlere und kleinere H√§fen, die aber nicht f√ľr gro√üe Schiffe und Containerumschlag geeignet sind und daher fast nur von K√ľstenschiffen angelaufen werden.

Straßenverkehr

Der wichtigste Verkehrsweg in Indien ist heute die Stra√üe. Schon in den 1970er Jahren hat der Stra√üenverkehr bei der G√ľter- und Personenbef√∂rderung die Eisenbahn √ľberholt. Heute werden rund 70¬†% des G√ľtertransports und sogar 85¬†% des Personenverkehrs auf der Stra√üe abgewickelt. Indiens Stra√üennetz umfasst rund 3,3 Millionen Kilometer, wovon nur etwa die H√§lfte asphaltiert ist. Am wichtigsten sind die National Highways, die √ľber 65.000 Kilometer umfassen. Sie verbinden die gr√∂√üten St√§dte des Landes untereinander. Als Schlagader gilt die Grand Trunk Road, die von Amritsar an der pakistanischen Grenze √ľber Delhi nach Kalkutta f√ľhrt. Tats√§chlich ist der weitaus gr√∂√üte Teil der National Highways aber nur zweispurig und zudem oft in einem katastrophalen Zustand. Problematisch bleiben die mehr als 130.000 Kilometer State Highways der Bundesstaaten, die sehr unterschiedlichen Standards gen√ľgen und in √§rmeren Staaten teilweise nur einspurig sind.

2013 kamen im indischen Stra√üenverkehr insgesamt 238.562 Menschen ums Leben, womit Indien, hinter der Volksrepublik China, das Land mit der zweith√∂chsten Anzahl an Verkehrstoten weltweit ist. Zum Vergleich: In Deutschland gab es im selben Jahr 3.540 Tote im Stra√üenverkehr. Als Gr√ľnde f√ľr die hohe Unsicherheit gelten die ungen√ľgende Infrastruktur und r√ľcksichtslose Fahrweise.

In Indien herrscht Linksverkehr.

Telekommunikation

In Indien haben bereits mehr Menschen ein Mobiltelefon als einen Festnetzanschluss. Im Juni 2006 hat die Zahl der Handynutzer die 100-Millionen-Marke √ľberschritten. 2011 waren bereits 900 Millionen Mobiltelefone im Umlauf. Die Abdeckung lag damit bei √ľber 70¬†% und Indien war der zweitgr√∂√üte Markt f√ľr Mobiltelefone weltweit.

Die Verbreitung von Telekommunikation und Computern ist in Indien auch heute noch von einem starken Stadt-Land-Gefälle geprägt.

H√§ufig sieht man in den Stra√üen ein sogenanntes Public Call Office (PCO). Dies sind √∂ffentliche Telefone, die in der Regel an einem kleinen Stra√üenstand betrieben werden. Dabei handelt es sich meist nicht um einen M√ľnzfernsprecher, sondern um ein normales Telefon, f√ľr dessen Benutzung pers√∂nlich kassiert wird. Von den √ľblichen PCO sind nur nationale Gespr√§che (STD) m√∂glich, weshalb f√ľr internationale Gespr√§che (ISD) besondere, internationale PCOs aufgesucht werden m√ľssen.

2016 nutzten 462 Millionen, oder 34,8 % der Einwohner das Internet in Indien damit war Indien nach China das Land mit den zweitmeisten Internetnutzern weltweit.

Kultur

Die indische Kultur geh√∂rt zu den √§ltesten und mannigfaltigsten Kulturen der Erde. Sie war pr√§gend f√ľr ganz S√ľd- und S√ľdostasien. Der Glaube spielt in Indien, dem Ursprungsland mehrerer Religionen (Hinduismus, Buddhismus, Jainismus, Sikhismus), von jeher eine herausragende Rolle und hat so auch die Kultur des Landes entscheidend gepr√§gt. Die geradezu un√ľberschaubare Vielfalt an Sprachen und V√∂lkern hat zudem regionale Besonder- und Eigenheiten hervorgebracht. Aber auch fremde Einfl√ľsse wie etwa der Islam oder europ√§ische Kolonialm√§chte hinterlie√üen ihre Spuren. Indien verf√ľgt √ľber eine enorme kulturelle Vielfalt und regionale beziehungsweise lokale Identit√§ten, Br√§uche und Kulturen k√∂nnen sich sehr stark unterscheiden.

Verschiedene Kulturwissenschaftler haben sich mit der typisch indischen Mentalität befasst, Selbstbild und Fremdbilder verglichen und daraus sogenannte Kulturstandards des Verhaltens formuliert.

Indische Kleidung und Schmuck: Bindi, Dhoti, Kurta, Lungi, Mehndi, Salwar Kamiz, Sari

Architektur

In der Architektur Indiens spiegeln sich die verschiedenen kulturellen Einfl√ľsse, die das Land pr√§gten, wider. Neben Palast- und Festungsbauten ragt vor allem die Sakralarchitektur heraus.

In fr√ľhester Zeit wurden Holz, Lehm und gebrannte Ziegel als Baumaterialien verwendet. Die √§ltesten erhaltenen √úberreste indischer Architektur stammen aus der Induskultur, die sich haupts√§chlich auf dem Gebiet des heutigen Pakistan, aber auch in Gujarat und dem indischen Teil des Punjab ausbreitete.

Die √§ltesten vollst√§ndig erhaltenen Bauwerke sind buddhistische Stupas. Stupas sind auf einer rechteckigen Plattform stehende kuppelf√∂rmige Bauten. Im Inneren wird in der Regel eine Reliquie aufbewahrt. Tats√§chlich entwickelte sich der Stupa aus Grabh√ľgeln, wie sie schon in vedischer Zeit √ľblich waren. Jeder Teil des Stupa hat eine symbolische Bedeutung, als Ganzes stellt er den Weltenberg Meru dar. Als herausragendstes Beispiel gilt der Gro√üe Stupa von Sanchi (Madhya Pradesh) aus dem 3.¬†vorchristlichen Jahrhundert. Des Weiteren entstanden buddhistische Klosteranlagen mit Gebetshallen (Chaitya-Halle) und Wohnzellen f√ľr M√∂nche (Vihara), wie in den H√∂hlen von Ajanta und Ellora (Maharashtra, 2.¬†Jahrhundert v.¬†Chr. bis 7.¬†Jahrhundert n.¬†Chr.). Mit dem Niedergang des Buddhismus in Indien, mit Ausnahme der Himalayaregion, ab dem 10. Jahrhundert kam die Entwicklung der buddhistischen Architektur zum Ende. Sie wurde in Ost- und S√ľdostasien sowie Sri Lanka und Tibet fortgef√ľhrt.

Zeitgleich zur buddhistischen Baukunst bildete sich die jainistische Architektur heraus. Jainistische Tempel sind meist nach au√üen ge√∂ffnet, um Licht einzulassen. Au√üerdem weisen sie besonders kunstvolle, filigrane Steinmetzarbeiten auf. Zu den sch√∂nsten Beispielen geh√∂ren der Tempel von Ranakpur (15.¬†Jahrhundert) in Rajasthan und die unz√§hligen Bauten der Pilgerstadt Palitana in Gujarat. In S√ľdindien entwickelten sich eigenst√§ndige Stilelemente. Ber√ľhmt ist das eindrucksvolle Monolithstandbild eines Asketen in Shravanabelagola (Karnataka) aus dem 10.¬†Jahrhundert.

F√ľr hinduistische Tempel wurden bis in die ersten nachchristlichen Jahrhunderte ausschlie√ülich wenig dauerhafte Baustoffe, vor allem Holz und Lehm, verwendet. Die ersten Steintempel griffen jedoch den Stil ihrer Vorg√§nger auf. Grunds√§tzlich hat jeder Bestandteil eine symbolische Bedeutung. Alle hinduistischen Tempel versinnbildlichen den Kosmos, w√§hrend der Tempelturm den mythologischen Berg Meru darstellt. Dennoch entstanden ab dem 7. Jahrhundert zwei verschiedene Hauptstilrichtungen, die sich am deutlichsten in der Form des Turmes unterscheiden. Der nordindische Nagara-Stil zeichnet sich durch den bienenkorbf√∂rmigen Turm √ľber dem Allerheiligsten aus, der als Shikhara bezeichnet wird. In S√ľdindien dominiert der Dravida-Stil, der durch einen Vimana genannten, treppenf√∂rmig aufsteigenden Turm gekennzeichnet ist. Sp√§ter bildete sich als weiteres Merkmal das stilistisch √§hnliche Gopuram (auch Gopura) √ľber dem Eingangstor heraus. Herausragende Baudenkm√§ler im Nagara-Stil sind der im 10. Jahrhundert erbaute Mukteshvara-Tempel in Bhubaneswar (Odisha), der Sonnentempel von Konark (Odisha) aus dem 13.¬†Jahrhundert und der Tempelbezirk von Khajuraho (Madhya Pradesh) aus dem 10. und 11. Jahrhundert. Die ber√ľhmtesten Dravida-Tempel stehen in den tamilischen St√§dten Thanjavur (Brihadishvara-Tempel, 11. Jahrhundert) und Madurai (Minakshi-Tempel, 16. bis 17.¬†Jahrhundert). In Hampi (Karnataka) sind zahlreiche Sakral- und Profanbauten erhalten. Fr√ľhe Vorl√§ufer des Dravida-Stils aus dem 7. und 8.¬†Jahrhundert befinden sich in Mamallapuram (Tamil Nadu).

Mit dem Vordringen des Islam nach Nordindien ab dem 12.¬†Jahrhundert entstand die indo-islamische Architektur. Fr√ľhe Moscheen wurden h√§ufig anstelle hinduistischer Tempel errichtet oder bezogen sogar Teile davon mit ein. Das ber√ľhmteste Bauwerk dieser Zeit ist das Minarett Qutb Minar (12.¬†Jahrhundert) in Delhi. Im Laufe der Zeit vermischte sich die islamische Architektur mit hinduistischen Elementen zu einer eigenst√§ndigen indisch-islamischen Baukunst, die unter den Moguln zu h√∂chster Bl√ľte gelangte. Die prunkvolle Mogularchitektur hat einige der bedeutendsten Bauwerke Indiens hervorgebracht, etwa das Taj Mahal in Agra (Uttar Pradesh), das Shah Jahan im 17.¬†Jahrhundert als Grabmal f√ľr seine Frau errichten lie√ü, oder die Pal√§ste von Fatehpur Sikri. Auch in anderen muslimischen Staaten Indiens entstanden kunstvolle Bauten, etwa das Mausoleum Gol Gumbaz in Bijapur (Karnataka) aus dem 17.¬†Jahrhundert.

Die britische Kolonialzeit gab der indischen Architektur ab dem 19. Jahrhundert neue Anst√∂√üe. Aus der Verschmelzung europ√§ischer, islamischer und indischer Elemente ging der indo-sarazenische Stil hervor. Beispiele daf√ľr sind der Chhatrapati Shivaji Terminus in Mumbai, die meisten Geb√§ude der indischen High Courts und auch unz√§hlige Bauten in der ehemaligen Kolonialhauptstadt Kalkutta. In Goa stehen Kirchen und Kl√∂ster aus der portugiesischen Kolonialzeit, die bedeutendsten davon in Velha Goa. Unter europ√§ischem Einfluss standen auch neuere Palastbauten indischer Herrscher, wie der Amba Vilas in Mysuru (Karnataka).

Bei der modernen Architektur Indiens ragen die Planstadt Chandigarh des Architekten Le Corbusier, der Campus des Indian Institute of Management in Ahmedabad (Gujarat) und der lotusförmige Bahai-Tempel in Neu-Delhi heraus.

Literatur

Die indische Literatur ist eine der √§ltesten der Welt. Allerdings ist zu beachten, dass es zu keiner Zeit nur eine ‚Äěindische‚Äú Literatur gegeben hat, sondern im Gegenteil viele Literaturen der zahllosen alten und modernen Sprachen Indiens.

Die √§ltesten Werke wurden in Sanskrit, Pali und Tamil verfasst. Zu den herausragendsten Sanskrit-Werken geh√∂ren die Veden aus dem 13. bis 5.¬†Jahrhundert v.¬†Chr., die Upanishaden (etwa 700 bis 500 v.¬†Chr.) sowie die beiden gro√üen Epen Mahabharata und Ramayana. Sie haben mythologisch-religi√∂se Themen des Hinduismus zum Inhalt. Dar√ľber hinaus entstanden viele andere bedeutende Werke auf den verschiedensten Gebieten, etwa Religion, Philosophie, Staatskunst und Wissenschaft. Mit dem Aufstieg des Buddhismus ab dem 5.¬†vorchristlichen Jahrhundert wurde Pali zu einer bedeutenden Literatursprache, die unter anderem die Schriften des Theravada-Buddhismus hervorbrachte.

In S√ľdindien entwickelte sich als erstes Tamil zur klassischen Literatursprache. Die √§ltesten Werke entstanden vor rund 2000 Jahren. Aus der Bl√ľtezeit des fr√ľhen Tamil stammt die Sangam-Literatur. Sie enth√§lt neben heroischen Werken √ľber K√∂nige und Kriege vor allem Liebeslyrik. Sp√§ter traten Kannada, Telugu und Malayalam als bedeutende Schriftsprachen hervor.

Im Mittelalter trat mit dem Islam eine neue Geistesstr√∂mung auf, die gro√üen Einfluss auf die Literatur Indiens aus√ľbte. Sanskrit verlor mehr und mehr an Bedeutung. Aus ihm bzw. den mittelindischen Prakritsprachen gingen neue Sprachen wie Hindustani, Bengalisch, Panjabi und Marathi hervor, die allesamt ihre eigene Literaturtradition entwickelten. Religi√∂se Dichtungen des Hinduismus wurden nun in den Regionalsprachen verfasst, die auch vom Volk verstanden werden konnten, und widmeten sich zunehmend der Bhakti, der hingebungsvollen Verehrung Gottes. Herausragende Vertreter dieser neuen Literatur sind unter anderem Tulsidas, Kabir und Mirabai im Hindi, Dnyaneshwar im Marathi oder Narasinh Mehta im Gujarati.

Bemerkenswert ist die Verschmelzung von islamisch-persischen und indischen Elementen in der Urdu-Dichtung. Einige der sch√∂nsten Liebesgedichte wurden in dieser Sprache geschrieben, die schlie√ülich zur Hofsprache der Moguln wurde und ab dem 17.¬†Jahrhundert zur Bl√ľte kam. H√∂chsten Ruhm erlangten die Ghaseln des Dichters Mirza Ghalib und die Werke des heute vor allem in Pakistan verehrten Muhammad Iqbal.

Im 19.¬†Jahrhundert verst√§rkte sich der westliche Einfluss auf die indische Literatur. Unter diesen Umst√§nden erlebte vor allem die bengalische Literatur einen Aufschwung. Ihr bekanntester Vertreter ist sicher Rabindranath Tagore, der heute als Nationaldichter verehrt wird und bisher als einziger Inder den Nobelpreis f√ľr Literatur erhielt. Zwei seiner Gedichte wurden sp√§ter die Nationalhymnen von Indien und Bangladesch. Seit dem fr√ľhen 20.¬†Jahrhundert verwenden viele indische Schriftsteller auch das Englische f√ľr ihre Werke.

Die zeitgen√∂ssische Literatur Indiens umfasst nicht nur alle gro√üen Schriftsprachen des Landes, sondern hat auch eine breite Palette von Themen zum Gegenstand. Ber√ľhmte moderne Autoren sind Salman Rushdie, Arundhati Roy, R. K. Narayan, Mulk Raj Anand, Rohinton Mistry, Ruskin Bond, Amrita Pritam, Mahasweta Devi, Vikram Seth, Amitav Ghosh, Anita Desai und Dom Moraes.

Musik

Die klassische indische Musik spaltet sich in zwei Hauptrichtungen: die hindustanische und die karnatische Musik. Die hindustanische Musik stammt aus Nordindien und ist stark vom persischen Kulturraum beeinflusst. Die karnatische Musik ist der vorherrschende klassische Stil S√ľdindiens. Beiden liegen aber als wesentliche Konzepte Raga und Tala zugrunde. Der Raga stellt die melodische Grundstruktur dar. Jeder Raga beruht auf einer gewissen Tonfolge, die eine Gef√ľhlsstimmung vermittelt. Gespielt wird er zu einem bestimmten Tala, einer Art Taktsystem, welches den Rhythmus des Musikst√ľckes angibt. Typische Instrumente umfassen Saiteninstrumente wie Sitar, Vina, Sarod, Tanpura und Sarangi sowie Blasinstrumente (Fl√∂te, Shehnai). Als Rhythmusinstrumente dienen beispielsweise die Tabla oder ‚Ästin S√ľdindien¬†‚Äď der Mridangam. Der Sitarspieler und Komponist Ravi Shankar gilt als ber√ľhmtester Interpret der klassischen indischen Musik.

Neben der klassischen Musik verf√ľgt Indien √ľber reiche Volksmusiktraditionen in den verschiedenen Landesteilen. Bekannt sind die Bhangra-Musik aus dem Punjab oder die bengalischen Baul-Musiker. Heute ist die traditionelle Volksmusik eher auf l√§ndliche Gebiete beschr√§nkt.

Gr√∂√üter Beliebtheit unter der gesamten Bev√∂lkerung erfreut sich hingegen die indische Popmusik, die Merkmale sowohl westlicher als auch volkst√ľmlicher und klassischer indischer Musik aufweist. Eing√§ngige Ohrw√ľrmer aus popul√§ren Kinofilmen finden besonderen Anklang. Zu den erfolgreichsten und bekanntesten S√§ngern indischer Filmmusik z√§hlen Lata Mangeshkar, Kishore Kumar, Mohammed Rafi, Manna Dey und Asha Bhosle.

Tanz

Im Hinduismus haben T√§nze von jeher eine wichtige Rolle gespielt, einerseits als getanzte Version des Gebetes, andererseits um mythologische Themen darzustellen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich in Indien eine ungeheure Vielfalt von klassischen T√§nzen, die meist Z√ľge des Schauspiels tragen, herausgebildet hat. Der Tanz ist eine der am h√∂chsten entwickelten Kunstformen Indiens. Oft haben selbst kleinste Bewegungen und Gesichtsausdr√ľcke eine sinnbildliche Bedeutung. Klassische T√§nze beruhen in der Regel auf literarischen Grundlagen. Unter den klassischen Stilen ragt der Bharatanatyam hervor, ein im Ursprung tamilischer, heute aber in ganz Indien gesch√§tzter Einzeltanz. Ihm √§hnlich ist der aus Andhra Pradesh stammende Kuchipudi-Tanz, der jedoch mehr schauspielerische Bestandteile hat. Eine der ausdrucksst√§rksten Formen des Tanztheaters entstand in Kerala mit dem von M√§nnern ausge√ľbten Kathakali. Mohiniyattam, ein Fraueneinzeltanz, stammt ebenfalls aus Kerala. Odissi ist der klassische Tempeltanz Odishas. Auch der nordindische Kathak war urspr√ľnglich ein Tempeltanz, der aber unter den Mogulherrschern islamischen Einfl√ľssen ausgesetzt war und sich zum h√∂fischen Tanz entwickelte. Der Manipuri aus dem nordostindischen Manipur weist dagegen Einfl√ľsse aus dem birmanischen Kulturkreis und regionale Besonderheiten auf. Er wird in der Gruppe dargeboten.

Dar√ľber hinaus besteht in Indien eine Vielzahl von regionalen Volkst√§nzen. Diese werden zu den unterschiedlichsten Anl√§ssen dargeboten, etwa zu Hochzeiten, regionalen Festen, bei der Ernte oder zu Beginn des Monsuns. Sehr bekannt sind etwa der Bhangra aus dem Punjab und der Garba aus Gujarat.

Malerei

Obwohl die Bildhauerei in Indien lange Zeit als die h√∂here Kunstform galt, gab es schon fr√ľh eine hoch entwickelte Tradition der Malerei. Abgesehen von vorgeschichtlichen Malereien und verzierten Keramiken aus der Induskultur stammen die fr√ľhesten Beispiele aus der Guptazeit. Die buddhistischen Felsmalereien in den H√∂hlen von Ajanta gelten als Meisterwerke dieser Epoche. Sp√§tere Werke in Ajanta sowie hinduistische, jainistische und buddhistische Darstellungen in den H√∂hlen von Ellora setzten den Guptastil fort.

Mit dem Auftreten des Islam ab dem 12.¬†Jahrhundert gewann die Malerei als h√∂fische Kunst in persischer Tradition allm√§hlich an Bedeutung. Den H√∂hepunkt ihrer Entwicklung erreichte sie mit dem Mogulstil des 16. bis 18. Jahrhunderts. Vor allem die Miniaturmalerei erlebte eine Bl√ľte. Abgebildet wurden fast ausschlie√ülich weltliche Dinge, daher √ľberwiegen Portr√§ts wichtiger Pers√∂nlichkeiten des Reiches sowie Darstellungen des h√∂fischen Lebens und bedeutender geschichtlicher Ereignisse. Auch in anderen islamisch gepr√§gten Teilen Indiens bl√ľhte die Miniaturmalerei. So entwickelte sich an den H√∂fen der Dekkan-Sultanate eine eigenst√§ndige Stilrichtung.

Der Mogulstil nahm auch Einfluss auf die Entstehung der rajputischen Malerei an den H√∂fen der vielen F√ľrstenstaaten Rajasthans. Diese widmete sich allerdings vorwiegend hinduistischen Themen, etwa der Illustration der gro√üen Hindu-Epen Mahabharata und Ramayana. Besonders beliebt waren Darstellungen aus dem Leben Krishnas. Auf Grund der Vielzahl der rajputischen F√ľrstenh√∂fe entstanden verschiedene Malschulen. Jede Schule entwickelte zwar eigene Besonderheiten, allen sind aber die gro√üfl√§chige Zeichnung und die leuchtenden Farben gemein. Figuren wurden oft ohne Schatten dargestellt.

Im westlichen Himalaya entwickelte sich im 18. Jahrhundert die Pahari-Schule. Auch sie wird von hinduistischen Motiven beherrscht. Kennzeichnend sind Landschaftsdarstellungen mit nur wenigen Figuren.

Westliche Einfl√ľsse w√§hrend der britischen Kolonialzeit brachten umw√§lzende Ver√§nderungen mit sich. Gegen Ende des 19.¬†Jahrhunderts befand sich die traditionelle indische Malerei im Niedergang. Stattdessen versuchten Maler wie Raja Ravi Varma europ√§ische Stile, allen voran den Realismus, nachzuahmen. Erst nach der Jahrhundertwende fanden althergebrachte Stilelemente wieder Eingang in die Werke indischer K√ľnstler, darunter der Bengalischen Schule um Abanindranath Tagore.

Die moderne Malerei Indiens greift westliche Kunstrichtungen auf, f√ľhrt aber auch indische Traditionen fort und entwickelt sie weiter. Der bekannteste moderne K√ľnstler ist Maqbul Fida Husain.

Au√üerdem hat es in Indien schon immer eine starke Tradition der volkst√ľmlichen Malerei gegeben. Auf dem Land werden oft H√§user aufw√§ndig bemalt. Besonders bekannt ist die Madhubani-Malerei aus Bihar. Zunehmend findet auch die Kunst der indischen Stammesbev√∂lkerung Anerkennung.

Film

Der Film ist zweifellos einer der wichtigsten Bestandteile der modernen Alltagskultur Indiens. Mit mehr als 1000 Produktionen j√§hrlich ist die indische Filmindustrie die gr√∂√üte der Welt. Die kulturelle, vor allem sprachliche, Vielfalt spiegelt sich daher auch in diesem Genre wider. So hat jede der gro√üen Regionalsprachen ihre eigene Filmindustrie. Der Hindi-Film bringt die meisten Produktionen hervor. Er wird in Mumbai produziert und ist bez√ľglich seines Kommerzkinos unter dem Namen ‚ÄěBollywood‚Äú bekannt. Shah Rukh Khan, Amitabh Bachchan und Rani Mukerji sind beliebte und ber√ľhmte Bollywood-Schauspieler. Auch das bengalische, Kannada-, tamilische, Telugu- und Malayalam-Kino sind sehr beliebt und haben gro√üe Massenwirksamkeit. Die wesentlichsten Merkmale der Unterhaltungsfilme √§hneln einander in allen regionalen Produktionen. Die oft mehr als drei Stunden langen Filme enthalten viele Musik- und Tanzszenen, ohne die kein kommerzieller Film vollst√§ndig w√§re. Bisweilen wird die Filmmusik schon im Voraus ver√∂ffentlicht. Ist sie ein Erfolg, wird auch der Film mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Kassenschlager. Von den Schauspielern wird erwartet, dass sie tanzen k√∂nnen, w√§hrend die Gesangseinlagen von professionellen S√§ngern √ľbernommen werden. Auff√§llig ist auch die Mischung aus komischen, romantischen, dramatischen und Actionelementen.

Dar√ľber hinaus findet auch das Autorenkino viel Anerkennung. International bekannt sind etwa die beiden bengalischen Regisseure Satyajit Ray und Mrinal Sen.

Sport

Viele der in Indien ausge√ľbten Sportarten stammen aus England und haben sich w√§hrend der britischen Kolonialherrschaft verbreitet.

Die zweitbeliebteste Sportart ist Hockey, das als Nationalsport Indiens gilt und auch f√ľr Indien die erfolgreichste Olympische Sportart ist: Die indische Hockeynationalmannschaft der Herren gewann bisher acht Gold-, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen bei Olympischen Sommerspielen. Indien gewann die Feldhockey-Weltmeisterschaft der Herren 1975 und schloss die Feldhockey-Weltmeisterschaft der Herren 1973 auf dem zweiten Platz ab. Indien war auch dreimal Gastgeber dieses Turnieres: 1982, 2010 und 2018.

Das aus England stammende Cricket ist die mit Abstand beliebteste Sportart. Die indische Cricket-Nationalmannschaft gewann den Cricket World Cup bisher zweimal: 1983 und 2011, au√üerdem beendete man den Cricket World Cup 2003 auf dem zweiten Platz. Die Cricket World Cups 1987, 1996 und 2011 wurden unter anderem in Indien ausgetragen und der Cricket World Cup 2023 wird wieder in Indien gastieren. Die Nationalmannschaft gewann auch die ICC World Twenty20 2007 in S√ľdafrika, teilte sich die ICC Champions Trophy 2002 mit Sri Lanka und gewann die ICC Champions Trophy 2013, ebenso die Asia Cups der Jahre 1984, 1988, 1990, 1995, 2010, 2016 und 2018. Die Indian Premier League (IPL) gilt als die beliebteste Cricketliga weltweit und zieht vor allem Zuschauer vom Indischen Subkontinent, aber auch aus S√ľdafrika, den Britischen Inseln und der Karibik an. Aufgrund des Zeitunterschiedes zu Australien und Neuseeland und der n√§chtlichen √úbertragung findet die IPL dort jedoch kaum Beachtung. Im November 2021 wurde Indien zum Gastgeber des T20 World Cup 2026 (mit Sri Lanka), der Champions Trophy 2029 und des Cricket World Cup 2031 (mit Bangladesch) ernannt.

In einigen Landesteilen wie Goa, Kerala oder Westbengalen ist auch Fußball sehr populär.

Narain Karthikeyan aus Chennai war Indiens erster Formel-1-Pilot. Von 2011 bis 2013 wurde der Große Preis von Indien auf dem Buddh International Circuit ausgetragen; Sebastian Vettel gewann alle drei Rennen. Schon im Jahr 2007 entstand mit Force India ein eigenes indisches Formel-1-Team.

Einige der besten Schachspieler der Welt hat Indien hervorgebracht, darunter den ehemaligen Schachweltmeister Viswanathan Anand. Rohan Bopanna ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Tennisspieler Indiens.

Bei Olympischen Spielen errangen indische Sportler insgesamt 28 Medaillen. Indien war mit seiner Hockey-Nationalmannschaft von 1928 bis 1964 unangefochten dominierend; bei diesen 8 Spielen gewann man 7-mal Gold und einmal Silber. Als einziger Einzelsportler errang Abhinav Bindra eine weitere Goldmedaille f√ľr das Land. Norman Pritchard, Khashaba Jadhav, Leander Paes, Karnam Malleswari, Rajyavardhan Singh Rathore, Sushil Kumar und Vijender Kumar gewannen ebenfalls Medaillen (3x¬†Silber, 5x¬†Bronze) f√ľr Indien.

Im Jahre 2010 wurden die Commonwealth Games in Neu-Delhi ausgetragen. Die S√ľdasienspiele 1951 und 1982 fanden ebenfalls in Indien statt.

Yoga

Die Körperstellungen (Asanas) des etwa 2000 Jahre alten Yoga sind der im Westen bekannteste Teil des Yoga (vgl. Hatha Yoga). Autogenes Training und andere verwandte Übungsarten sind daraus abgeleitet. Yoga bereitet Meditation vor und ergänzt Religionen, obwohl es selbst keine ist. Ein Beispiel: Der Sonnengruß (auch Sonnengebet), ist eine dynamische Abfolge von Bewegungen, die auch der symbolischen indischen Sonnenanbetung (Surya) entspricht. Asanas und Ayurveda sind ein Bestandteil alter indischer Praktiken, die weitaus mehr als westliche die ganzheitliche Gesundheit und spirituelle Erfahrung einschließen.

K√ľche

Die indische K√ľche spiegelt sowohl die regionale Vielfalt als auch die unterschiedlichen historischen und religi√∂sen Pr√§gungen des Landes wider. Von einer einheitlichen Kochkultur kann daher nicht die Rede sein. Vielmehr unterscheiden sich Zutaten und Essgewohnheiten √§hnlich stark voneinander wie in Europa. Allgemein nimmt Fleisch einen geringeren Stellenwert als in den westlichen K√ľchen ein. Die meistverzehrte Fleischsorte ist Huhn. Am beliebtesten sind Fleischgerichte noch bei Muslimen, die aber kein Schweinefleisch zu sich nehmen, w√§hrend einige Hindus ganz vegetarisch leben. Rindfleisch lehnen die meisten von ihnen ‚Ästebenso wie die Sikhs¬†‚Äď strikt ab. Jainas ist sogar der Genuss jeglicher tierischer Nahrungsmittel strengstens untersagt. Als Bratfette sind Pflanzen√∂le weitaus √ľblicher als tierische Fette.

Als Grundnahrungsmittel dienen in Nord- und Westindien neben Reis verschiedene Wei√übrotsorten (Roti), deren verbreitetste Variante Chapati, ein unges√§uertes Fladenbrot aus Weizenvollkornmehl, ist. Im Gegensatz dazu wird das im Nordwesten verbreitete Naanbrot mit Hefe gebacken. In S√ľd- und Ostindien ist Reis das wichtigste Nahrungsmittel schlechthin. Als Beilagen sind H√ľlsenfr√ľchte wie Linsen, Kichererbsen, Straucherbsen, Urdbohnen und Mungbohnen √ľblich. Das in der westlichen Welt als Gew√ľrzmischung bekannte und als Sinnbild der indischen K√ľche angesehene Wort ‚ÄěCurry‚Äú ist in Indien ein Begriff f√ľr die Zubereitungsart einer Vielzahl vegetarischer oder fleischhaltiger Gerichte in einer oft stark gew√ľrzten So√üe. Tats√§chlich sind die Masala genannten Gew√ľrzmischungen in der indischen K√ľche unentbehrlich, ihre Rezeptur und Verwendung variiert jedoch je nach Region betr√§chtlich. Zu Currys werden h√§ufig gew√ľrzte s√ľ√ü-saure Chutneys aus Gem√ľse und Obst gereicht. Milchprodukte, beispielsweise Ghee (Butterschmalz) und Joghurt, sind ebenfalls g√§ngige Zutaten vieler Speisen und So√üen.

Beliebte Getr√§nke sind Kaffee, Tee, Masala Chai (Milchtee mit Gew√ľrzen), Fruchts√§fte und Getr√§nke auf Milchgrundlage wie Lassi (ein Joghurtgetr√§nk). Alkoholische Getr√§nke werden von vielen Indern aus religi√∂sen Gr√ľnden abgelehnt. In einigen Bundesstaaten ist Alkohol sogar generell nicht erh√§ltlich.

Feiertage und Feste

Als Nationalfeiertage werden der Republic Day (Tag der Republik) am 26.¬†Januar, dem Tag des Inkrafttretens der Verfassung im Jahre 1950, und der Independence Day (Tag der Unabh√§ngigkeit) am 15. August, der an das Ende der britischen Kolonialherrschaft 1947 erinnert, begangen. Letzterer wird jedoch nicht so aufw√§ndig zelebriert wie der Tag der Republik, an dem in Delhi eine gro√üe Parade stattfindet, die vom Staatspr√§sidenten abgenommen wird. Auch der Geburtstag des F√ľhrers der Unabh√§ngigkeitsbewegung Mohandas Karamchand (‚ÄěMahatma‚Äú) Gandhi am 2.¬†Oktober (Gandhi Jayanti) sowie mehrere religi√∂se Feste sind landesweite gesetzliche Feiertage. Religi√∂se Festtage nehmen in Indien einen au√üerordentlich hohen Stellenwert ein. Zu den wichtigsten hinduistischen Feierlichkeiten geh√∂ren das Lichterfest Diwali, Dashahara (der Tag des Sieges von Rama √ľber den D√§monen Ravana), die Fr√ľhlingsfeste Holi und Vasant Panchami, Ganesh Chaturthi zu Ehren Ganeshas, Raksha Bandhan (Fest der ‚ÄěSch√ľtzenden Verbindung‚Äú zwischen Geschwistern) sowie viele weitere Pujas zu Ehren einzelner Gottheiten. Muslime feiern etwa das Opferfest (Id al-Adha) zum H√∂hepunkt der Pilgerfahrt (Haddsch) nach Mekka und Id al-Fitr zum Ende des Fastenmonats Ramadan. Der wichtigste Feiertag der Sikhs, Buddhisten und Jainas ist der Geburtstag ihres jeweiligen Glaubensstifters (Nanak Dev bzw. Buddha bzw. Mahavira). Christen feiern vor allem Ostern und Weihnachten.

Daneben existiert eine un√ľberschaubare Vielzahl regionaler Feste. In der Erntezeit feiert man in l√§ndlichen Gegenden Erntedankfeste wie das tamilische Pongal, Lohri im Punjab oder Onam in Kerala (rund im Kochi), w√§hrend die Menschen in anderen Landesteilen am selben Tag Makar Sankranti feiern. Das Onam-Festival war anfangs religi√∂ser Natur, heutzutage steht die Kultur und Tradition Keralas im Mittelpunkt. Ende Februar bis Anfang M√§rz findet ein siebent√§giges Tanzfestival vor der Kulisse der Khajuraho Tempel, die zum Weltkulturerbe der UNESCO geh√∂ren, statt.

Medien

Gem√§√ü der Verfassung von 1950 gelten in Indien Meinungs- und Pressefreiheit, auch wenn diese in Krisengebieten wie Kaschmir und Teilen Nordostindiens eingeschr√§nkt sind. Auf Grund seiner pluralistischen Gesellschaft besitzt Indien jedoch eine √ľberaus breit gef√§cherte Medienlandschaft.

Bei der Rangliste der Pressefreiheit 2017, welche von Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, belegte Indien Platz 130 von 180 Ländern und war damit besser als die Nachbarn Pakistan (139) und Bangladesch (146). Im Jahr 2017 sind vier Journalisten in Indien getötet worden. Laut dem Bericht von Reporter ohne Grenzen steht der Tod der Opfer in direktem Zusammenhang mit deren journalistischer Tätigkeit.

Printmedien

Indiens erste Zeitung, die englischsprachige Bengal Gazette, erschien 1780 in Kalkutta. Heute weist Indien eine √§u√üerst vielf√§ltige Presselandschaft auf. Die indische Presse gilt als kritisch, auch die thematische Bandbreite ist au√üerordentlich gro√ü. Im Land erscheinen etwa 55.000 Zeitungen und Zeitschriften ‚Ästmehr als in jedem anderen Land der Welt¬†‚Äď mit einer Gesamtauflage von √ľber 140 Millionen. Darunter sind mehr als 5000 Tageszeitungen. Die meisten Printmedien werden auf Hindi verlegt, das 45¬†% des gesamten Pressemarktes ausmacht. Englischsprachige Zeitungen haben einen Anteil von 17¬†%. Der Rest verteilt sich auf √ľber 100 Sprachen und Dialekte.

Die wichtigsten Nachrichten- und Presseagenturen sind Press Trust of India (PTI) und United News of India (UNI).

Die folgende Liste zeigt die 10¬†meistgelesenen Tageszeitungen in Indien 2013, laut Indian Readership Survey (IRS) ‚Äď die gr√∂√üte englischsprachige Zeitung ist The Times of India mit √ľber 7 Millionen Lesern (vergleiche die Liste indischer Zeitungen):

Hörfunk

Bis in die fr√ľhen 1990er Jahre war der H√∂rfunk das dominierende elektronische Medium. Mit knapp 200 Millionen Zuh√∂rern erreicht er jedoch inzwischen nur noch halb so viele Menschen wie das Fernsehen. Auch die Monopolstellung des staatlichen All India Radio, das in 24 Sprachen sendet und im ganzen Land empfangen werden kann, ist durch die steigende Zahl privater UKW-Sender l√§ngst gebrochen. In den gro√üen St√§dten haben private H√∂rfunksender das Staatsradio bereits √ľberholt.

Fernsehen

Das Fernsehen wurde erstmals am 15. September 1959 im Raum Delhi eingef√ľhrt. Ein regelm√§√üiges Programm besteht jedoch erst seit 1965. Aus Anlass der Asienspiele im Jahre 1982 in Neu-Delhi wurde das Farbfernsehen eingef√ľhrt. Im selben Jahr begann die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen √ľber Satellit.

Zun√§chst blieb das Fernsehen einer kleinen, wohlhabenden Minderheit vorbehalten, erlebte aber in den 1980er Jahren einen rasanten Zuschauerzuwachs und ist heute das mit Abstand beliebteste Massenmedium in Indien. Dem Staatsfernsehen Doordarshan, das bis 1991 eine Monopolstellung innehatte, stehen mittlerweile zahlreiche private Satelliten- und Kabelsender gegen√ľber. Letztere finden ihr Publikum vor allem unter der j√ľngeren Stadtbev√∂lkerung. Inzwischen verf√ľgt etwa die H√§lfte der rund 100 Millionen Fernsehhaushalte √ľber einen Kabelanschluss. Die zuschauerst√§rksten Privatsender sind STAR Plus, Sony Entertainment Television, Sab TV, India TV, Colors TV und Zee TV.

Internet

Das Internet ist in der indischen Mittel- und Oberschicht stark verbreitet. 2016 hatten 34¬†% der Bev√∂lkerung einen Zugang zum Internet. Die Zahl der Benutzer steigt allerdings rapide an, nicht zuletzt dank der Internetcaf√©s, die sich zusehends verbreiten. Die gr√∂√üeren der indischen Tageszeitungen sind mit einer Online-Version im Internet pr√§sent. Die Zahl der Social Media-Nutzer liegt bei 153 Millionen und ist gemessen an der Bev√∂lkerungsgr√∂√üe noch recht gering, verzeichnet daf√ľr mit √ľber 45¬†% im Vergleich zum Vorjahr eine sehr hohe Wachstumsrate, und die Zahl der Nutzer steigt kontinuierlich.

Verlagswesen und Buchmarkt

In 12.000 Verlagen erscheinen j√§hrlich rund 90.000 Titel in √ľber 18 Sprachen. Indien ist der drittgr√∂√üte Markt f√ľr englischsprachige Publikationen, der stark vom Wegfall eines investitionsbeschr√§nkenden Gesetzes profitiert. Zunehmend wird Verlagsarbeit vor allem aus den Abteilungen Herstellung, Englisch und Online aus Industriel√§ndern nach Indien verlagert (gem√§√ü ValueNotes mit 122 Milliarden INR Umsatz) besonders im Bereich wissenschaftlicher, technischer und medizinischer Fachliteratur.

Zwei der weltgrößten Buchmessen finden jährlich in Indien statt, die Kolkata Book Fair in Kalkutta und die New Delhi World Book Fair in Neu-Delhi.

Siehe auch

Literatur

√úberblicksdarstellungen

  • Sven Hansen (Hrsg.): Indien. Die barf√ľ√üige Gro√ümacht. (= Le Monde diplomatique. Heft 7). TAZ, Berlin 2010, ISBN 978-3-937683-27-0.
  • Michael von Hauff (Hrsg.): Indien. Herausforderungen und Perspektiven. Metropolis-Verlag, Marburg 2008, ISBN 978-3-89518-720-9.
  • Klaus Voll, Doreen Beierlein: Rising India ‚Äď Europe‚Äôs partner? Wei√üensee Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-89998-098-0.

Geschichte

  • Arthur Llewellyn Basham: The wonder that was India. Band 1: A survey of the history and culture of the Indian sub-continent before the coming of the Muslims. Band 2: From the coming of the Muslims to the British conquest: 1200‚Äď1700. Sidgwick & Jackson, London 1954/1987, ISBN 0-283-35457-7.
  • Helmut Gregor: Das Indienbild des Abendlandes (bis zum Ende des 13. Jahrhunderts). Wien 1964.
  • Andreas Hilger, Corinna R. Unger (Hrsg.): India in the world since 1947. National and transnational perspectives. Lang, Frankfurt am Main u.¬†a. 2012, ISBN 978-3-631-61178-4.
  • Hermann Kulke: Indische Geschichte bis 1750. (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte. 34). M√ľnchen 2005, ISBN 3-486-55741-6.
  • Hermann Kulke, Dietmar Rothermund: Geschichte Indiens. Von der Induskultur bis heute. Aktual. Sonderauflage. Verlag C.H. Beck, M√ľnchen 2006, ISBN 3-406-54997-7.
  • Michael Mann: Geschichte Indiens. Vom 18. bis zum 21. Jahrhundert. (= UTB. 2694). Verlag Ferdinand Sch√∂ningh, Paderborn u.¬†a. 2005, ISBN 3-8252-2694-8.
  • Bernd Rosenheim: Die Welt des Buddha. Fr√ľhe St√§tten buddhistischer Kunst in Indien. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-3665-9.
  • Shashi Tharoor: Eine kleine Geschichte Indiens. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-89331-635-3.
  • Michael Witzel: Das alte Indien. (= C.H. Beck Wissen). 2., durchges. Auflage. C.H. Beck Verlag, M√ľnchen 2010, ISBN 978-3-406-59717-6.

Politik

  • Olaf Ihlau: Weltmacht Indien. Die neue Herausforderung des Westens. Siedler Verlag, M√ľnchen 2006, ISBN 3-88680-851-3.
  • Harald M√ľller: Weltmacht Indien ‚Äď Wie uns der rasante Aufstieg herausfordert. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-17371-X.
  • Clemens Six: Hindi ‚Äď Hindu ‚Äď Hindustan. Politik und Religion im modernen Indien. 2. Auflage. Wien 2007, ISBN 978-3-85476-212-6.
  • Christian Wagner: Das politische System Indiens. Eine Einf√ľhrung. Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-90248-2.
  • Klaus Voll: Globale asiatische Gro√ümacht? Indische Au√üen- und Sicherheitspolitik zwischen 2000 und 2005. Wei√üensee Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-89998-075-1.
  • Anant Kumar: Indien Eine Weltmacht mit inneren Schw√§chen, 13 kulturpolitische Essays. Verlag Der Neue Morgen, Rudolstadt 2012, ISBN 978-3-95480-021-6.

Religion

Umfassender √úberblick mit Literaturangaben:

  • Paul G√§bler: Indische Religionen. In: Evangelisches Kirchenlexikon ‚Äď Kirchlich-theologisches Handw√∂rterbuch. Band: H‚ÄďO. 2., unver√§nderte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, G√∂ttingen 1962, Spalte 298‚Äď302.

F√ľr das koloniale Indien:

  • Swami Vivekananda: The Complete Works of Swami Vivekananda. Reprint. Mayavati Memorial Edition, Advatia Ashrama, Calcutta 1991/1992.
  • Christian W. Troll: Sayyid Ahmand Khan. A Reinterpretation of Muslim Theology. Vikas Publ. House, New Delhi 1978.

Gesellschaft

  • Maren Bellwinkel-Schempp: Dalits. Religion und Menschenrechte der ehemaligen Unber√ľhrbaren in Indien. (= Studienheft Weltmission heute. Heft 67). Hamburg 2009.
  • Robert Deli√®ge: Les castes en Inde aujourd‚Äôhui. Presses Univ. de France, Paris 2005, ISBN 2-13-054034-1.
  • Michael Schied: Nationalismus und Fundamentalismus in Indien: Der Ayodhya-Konflikt. VDM-Verlag, Saarbr√ľcken 2008, ISBN 978-3-639-00541-7.
  • Yves Thoraval: The Cinemas of India (1896‚Äď2000). MacMillan, 2000, ISBN 0-333-93410-5.
  • Dorothee Wenner u.¬†a. (Hrsg.): Import/Export. Wege des Kulturtransfers zwischen Indien und Deutschland/√Ėsterreich. Parthas Verlag, 2005, ISBN 3-86601-910-6.
  • Surinder S. Jodhka, Aseem Prakash: Die indische Mittelschicht ‚Äď aufstrebende politische und wirtschaftliche Kultur. In: KAS-Auslandsinformationen 12/2011. Berlin 2011, S. 44‚Äď59.
  • Oliver Schulz: Indien zu Fu√ü ‚Äď Eine Reise auf dem 78. L√§ngengrad. Deutsche Verlags-Anstalt, M√ľnchen 2011, ISBN 978-3-421-04474-7.
  • Fran√ßois Maher Presley: Indien ‚Äď Farben und Gesichter. in-Cultura.com, Hamburg 2017, ISBN 978-3-930727-36-0.

Wirtschaft

  • Jean-Joseph Boillot: L‚Äô√©conomie de l‚ÄôInde. La D√©couverte, Paris 2006, ISBN 2-7071-4750-8.
  • Dirk Bronger, Johannes Wamser: Indien ‚Äď China. Vergleich zweier Entwicklungswege. Lit Verlag, 2005, ISBN 3-8258-9156-9.
  • A. Deaton, V. Kozel: Data and Dogma: The Great Indian Poverty Debate. In: The World Bank Research Observer. Vo. 20 (2005), No. 2 (PDF; 146¬†kB).
  • Peter Seele: Brains and Gold. Global Transformation Processes and Institutional Change in South Asia. Academia Verlag, 2007, ISBN 978-3-89665-393-2.

Reisef√ľhrer

  • Helge Timmerberg: Im Palast der gl√§sernen Schw√§ne. Auf Umwegen nach Indien. Rowohlt Taschenbuch-Verlag, 1985, ISBN 3-499-17528-2.
  • Ilija Trojanow: Gebrauchsanweisung f√ľr Indien. 2. Auflage. Piper, M√ľnchen/ Z√ľrich 2006, ISBN 3-492-27552-4.
  • Klaus-Dieter Hupke, Ulrike Ohl: Auf Tour: Indien. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-2609-3.
  • Martin Kolozs: Nie wieder Indien. Der andere Reisebericht. Edition Baes, 2013, ISBN 978-3-9503559-3-2.

Weblinks

Wikimedia

Regierung und Regierungsorganisationen

  • Website der indischen Regierung (englisch)
  • Website der Indischen Botschaft in Berlin (englisch)
  • Verzeichnis indischer Regierungsseiten (englisch)
  • Indien-Berichte internationaler Organisationen (englisch)
  • CIA World Factbook: Indien (englisch)

Landesinformationen

  • L√§nderinformation des Ausw√§rtigen Amtes
  • Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Indien
  • L√§nderprofil des Statistischen Bundesamtes
  • L√§nderprofil Indien Korruption
  • Regierungsunabh√§ngige Informationen des S√ľdasien-Informationsnetzes
  • Portal der GIZ zu Indien L√§nderprofil
  • Atomwaffen, L√§nderbericht
  • Amnesty international zur Menschenrechtslage (englisch)
  • Nachrichtenportal (englisch)
  • Beziehungen zwischen Indien und Deutschland auf www.auswaertiges-amt.de

Dossiers

  • Online-Dossier der Bundeszentrale f√ľr politische Bildung, 2007
  • Indien. Informationen zur politischen Bildung. Heft 296, 2007
  • Neue Macht Indien. Textsammlung, in: Das Parlament Nr. 32/33, 2006, 7./14. August 2006
  • Online-Dossier des GIGA ‚Äď German Institute for Global and Area Studies

Kultur

  • Herrscherlisten
  • Ernst Kausen: Die Sprachen des indischen Subkontinents (Microsoft-Word-Dokument, 120¬†kB; DOC-Datei)
  • Kultur, Architektur, Kunst, Astronomie, Kalender

Einzelnachweise



Quelle: Wikipedia

 

Region Regionen (35)

Abk Name Lat N Lat S Lng W Lng E B O
Andamanen und Nikobaren 13.68 6.746 92.217 94.291  
Andhra Pradesh  
AR Arunachal Pradesh 29.453453 26.718412 91.558064 97.403297  
AS Assam 28.08266 24.191034 89.703273 96.000308  
BR Bihar 27.520895 24.329244 83.43546 88.275338  
Chandigarh 30.799 30.672 76.694 76.827  
Chhattisgarh 24.14 17.776 80.261 84.353  
Dadra und Nagar Haveli 20.337 20.027 72.888 73.17  
Daman und Diu 20.74 20.376 70.972 72.884  
Delhi 28.882 28.433 76.834 77.338  
Goa 15.783 14.887 73.686 74.304  
Gujarat 24.708 20.073 68.143 74.459  
HR Haryana 30.911048 27.579772 74.608426 77.630917  
HP Himachal Pradesh 33.250446 30.342117 75.687327 78.942337  
JK Jammu und Kaschmir 35.522846 32.292336 73.750443 79.305748  
Jharkhand 25.324 21.986 83.337 87.9  
Karnataka  
Kerala 12.78 8.285 74.854 77.405  
Lakshadweep 11.694 8.249 72.173 73.684  
Madhya Pradesh  
Maharashtra  
Manipur 25.688 23.842 92.978 94.714  
Meghalaya 26.089 25.005 89.795 92.812  
Mizoram 24.483 21.957 92.25 93.432  
Nagaland 27.033 25.206 93.336 95.247  
Orissa 22.557 17.787 81.391 87.477  
Puducherry 16.75 10.809 75.222 82.301  
PB Punjab 32.474907 29.492069 73.870888 76.9961  
Rajasthan 30.204 23.036 69.465 78.247  
SK Sikkim 28.128759 27.076997 88.00499 88.910806  
Tamil Nadu 13.536 8.076 76.231 80.348  
Tripura 24.542 22.945 91.132 92.332  
UP Uttar Pradesh 30.359952 23.915682 77.109187 84.695508  
UA Uttarakhand 31.454615 28.737733 77.611965 81.055664  
WB Westbengalen 27.212385 21.524921 85.779625 89.847472  
 

Die höchsten Gipfel Die höchsten Gipfel

Die höchsten Hütten Die höchsten Hütten

 

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Bücher und Karten Bücher und Karten

Flagge: India

Name englisch: India
Hauptstadt: Neu Delhi
Kfz: IND
ISO: IN
ISO3: IND
Fläche: 3287590 km²
Tld: .in
Wärung Einheit: INR
Währung: Rupee
Vorwahl: 91

Ausdehnung / Grenzen (nach WGS 84 dezimal):
nördlichster Punkt: 35.5071565
südlichster Punkt: 6.4627
westlichster Punkt: 68.1097
östlichster Punkt: 97.395555


 
Indien: Große Karte mit den Grenzen und allen POIs
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